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Währungskrieg die 2te

2 Kommentare
Historisch betrachtet gab es in den 30er Jahren eine ganz ähnliche Situation wie heute, die durch die große Depression ausgelöste Massenarbeitslosigkeit, schrumpfende Wirtschaftsleistung etc. zu bekämpfen versuchten die Staaten dieser Erde zu lösen indem sie den Goldstandart auflösten und versuchten ihre Währungen abzuwerten. Leider funktioniert dieses Spiel nicht wenn jeder es spielt, darum wurde 1944 dem IWF die Aufgabe übertragen seine Mitglieder anzuhalten keine  
Beggar-thy-neighbour-Politik zu verfolgen.

Wenn wir uns die heutige Situation betrachten, versuchen wieder viele Länder dieses Spiel durchzuziehen. China weigert sich mit aller Kraft die schneckenhaft langsame Aufwertung des Renminbi zu beschleunigen, die FED und BOE kaufen massenhaft Staatsanleihen auf was die langfristigen Zinsen und somit die Währung schwächt, Schwellenländer versuchen mit allen Tricks Kapitalzuflüsse zu verhindern oder diese zu neutralisieren, Japan interveniert wieder am Devisenmarkt.. Nur Europa bzw. die Ezb erlaubt es das der Euro aufwertet, was eigentlich angesichts Portugals, Spaniens und Irlands fatale Folgen haben könnte in der Bewältigung der Staatsschulden und der wirtschaftlichen Anpassung zu den starken Euroländern.

Einige der großen Wirtschaftsmächte fordern den IWF auf hier zu intervenieren und China dazu zu drängen ihre Währung aufzuwerten, hier sollte man aber eines nicht vergessen, die Industriestaaten sind noch weit unter der realen Wertschöpfung von 2007 nach der Wirtschaftskrise, die Schwellenländer sind jetzt schon 20% darüber, und angesichts der exorbitanten Staatsverschuldung und denen daraus folgenden Sparmaßnahmen um bei der Zielgröße von 60% des BIP zu bleiben, werden auch zukünftig die Industriestaaten mit den Folgen dieser Krise zu kämpfen haben.
Die Schwellenländer dagegen brauchen keine besonderen Anstrengungen zu unternehmen um die Verschuldung bei 40% vom BIP  zu stabilisieren.

Wenn sich hier die verschiedenen Länder nicht einen Konsens erzielen wird die Anpassung nicht über die Währungen sondern über die realen Preise geschehen.
In den Industrienationen wird es zu einer sehr geringen Inflation kommen eher zu einer Deflation und in den Schwellenländern wird es zu einer hohen Inflation kommen. Für die Industriestaaten wird dies ein harter Borken da es die Schuldenlast noch schwerer wiegen lässt, das abfließende Kapital wird die Schwellenländer überschwemmen d.h die Geldmenge wird stark steigen, ebenso die Umlaufgeschwindigkeit was eine Inflation nach sich zieht.

Wünschenswert und zwar für beide Seiten sowohl Industrie wie Schwellenländer wäre also eine Anpassung über die Wechselkurse da diese die Deflation bzw. die Inflation in den Schwellenländern eingrenzen würde.

Dieser Streit zwischen den USA und China geht uns alle an, es handelt sich hier nicht um ein bilaterales Problem wie von vielen propagandiert sondern um ein makroökonomischer Konflikt zwischen Industrie und Schwellenländern.
Es wäre äußerst wünschenswert wenn der IWF anfängt seine Rolle die ihm zugedacht war und ist auszufüllen und die Staaten an einen Tisch zu bringen, und zwar nicht um einen Waffenstillstand zu erwirken sondern um das Problem zu erörtern um es zu erkennen und eine international makroökonomisch für alle akzeptierbare Lösung zu finden.

Meine Ausführungen sollen nicht China aus der Kritik der Aufwertungsproblematik nehmen, im Gegenteil hier hält China den Schlüssel in der Hand für eine globale Anpassung. Ich bin der festen Überzeugung das die zukünftige Entwicklung in dieser Problematik sehr viel Aussagen wird über die wirtschaftliche Zukunft der entwickelten Wirtschaftswelt da abzuleiten sein wird wie der aufwache de Drache sich in schweren Zeiten verhalten wird.   
     




     

2 Kommentare zu diesem Eintrag

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Zinsen 

17. Oktober 2010 - 22:17
Die haben halt Angst, dass es ihnen genauso ergeht wie Japan nach dem Plazaabkomen.

karabinemsi 

04. Januar 2011 - 19:54
Das sind ja tolle Aussichten ! Kennst du dich mit Fremdwährungskrediten aus? Brauche da dringend mal einige unabhängige Meinungen
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