Wie schätzt ihr denn die Meinung und das Fachwissen von Max Otte ein? Er hat ja aktuell wieder ein Buch rausgebracht, klingt interessant was man bisher liest aber im Ende hat er auch ein eigenes Kostenpflichtiges Internetportal mit FAQ etc etc
Kann man ihn eher zum seriösen Lager oder in Richtung der Propagandestrotzenden Gurus rechnen?
Er ist eindeutig als Börsenbriefguru einzuordnen und gehört nicht zu denjenigen, die sich gern mit Rechnungslegung, Unternehmensbewertung, CGK, Bilanzanalyse beschäftigen. Man sollte sich von einem akademischen Grad nicht täuschen lassen. Mit Aufsätzen in Fachzeitschriften kann er nicht glänzen. Studenten können sich übrigens bei ihm melden, er sucht gerne Studenten die bei seinen Analysen mitwirken. 80 Euro gibt es meines Wissens.
Er ist eindeutig als Börsenbriefguru einzuordnen und gehört nicht zu denjenigen, die sich gern mit Rechnungslegung, Unternehmensbewertung, CGK, Bilanzanalyse beschäftigen. Man sollte sich von einem akademischen Grad nicht täuschen lassen. Mit Aufsätzen in Fachzeitschriften kann er nicht glänzen. Studenten können sich übrigens bei ihm melden, er sucht gerne Studenten die bei seinen Analysen mitwirken. 80 Euro gibt es meines Wissens.
Also Du scheinst von Otte keinen blassen Schimmer zu haben. Er macht NICHTS ANDERES als Unternehmensbewertung! Von Charttechnik hält er gar nichts. Er betreibt Value-Investment und investiert nur in seiner Meinung nach unterbewertete Unternehmen. Er hatte schon vor Jahren Papiere wie Salzgitter, Bijou etc. im Depot und hat sich nun nach fetten Gewinnen von ihnen verabschiedet, da sie nun deutlich über dem von ihm ermittelten inneren Wert liegen. Bei der Bewertung von Unternehmen geht er nach einer von ihm entwickelten Methode vor - der Königsanalyse. Diese ist transparent und er hat auch mehrere Bücher geschrieben, in denen sie beschrieben wird. Daher kann er Analyse-Arbeit durchaus an andere abtreten. Ein Guru ist er mit Sicherheit keiner. Gurus versprechen horrende Gewinne in kurzer Zeit mit meist dubiosen Papieren. Otte sagt lediglich, dass man auf längere Sicht zwischen 10% und 15% pro Jahr erwirtschaften kann und dies bei Investition in Qualitätswerte. Investieren, nicht spekulieren ist sein Motto. Sein Langzeitdepot hat in den letzten Jahren etwa doppelt so gut abgeschnitten wie der DAX. Da dies ganz entspannt ohne spekulative Titel passiert ist, ist es durchaus bemerkenswert. I
Er macht NICHTS ANDERES als Unternehmensbewertung! Von Charttechnik hält er gar nichts. Er betreibt Value-Investment und investiert nur in seiner Meinung nach unterbewertete Unternehmen.
Das meine ich auch.
Ich verstehe nicht, was Schlafmütze da redet.
Ich bin ein Langfristanleger, der nach Value-Investing-Kriterien arbeitet, die Charttechnik aber nicht ausser
Acht lässt. Ich habe sehr viel über die Anlagestrategie von Warren Buffett gelesen, ahme ihn aber nicht exakt
nach. (Wenn ich mich ganz doll anstrenge, werde ich irgendwann ein "echter" Value-Investor und muss die
Charttechnik nicht mehr beachten :-) Sämtliche meiner Aussagen zu Wertpapieren beziehen sich - wenn nicht
anders erwähnt - auf einen Anlagehorizont von mehreren Jahren. Unter "kurzfristig" verstehe ich: Tage bzw.
Wochen, unter "mittelfristig": Monate.
"Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten als sie wert sind" - Warren Buffett
Die Zahlen hier sind nochmal deutlich niedriger. Und wenn man den weiteren Text durchliest, wird auch klar dass man das Spielchen noch weiter in die negative richtung treiben kann. ( 4.2.1.)
Nehmen wir mal den weltweiten Geometrischen Durchschnitt, noch nen Prozent Gebühren.
Dann sind wir bei 4,8% jährlich.
Man beachte auch noch diesen Absatz hier:
Der „survivorship bias“ resultiert daraus, dass vorrangig Kapitalmärkte
beobachtet werden, die in der Vergangenheit eine überdurchschnittliche
Wertentwicklung verzeichnet haben. So werden in der Regel die heute größten
Kapitalmärkte wie z.B. der der USA herangezogen, um historische renditegrößen
zu bestimmen. Jedoch haben 4 der 16 größten Kapitalmärkte des Jahres 1900 im
Zeitablauf Totalverluste hinnehmen müssen - Russland, China, Argentinien und
Ägypten.
Klingt plausibel alles. Eine genauere Prüfung scheitert aber an Faulheit und in erster Linie mathematischer Inkompetenz.
Dieser Beitrag wurde von Grumel bearbeitet: 01. September 2006 - 01:58
Mag ja sein, dass seine Königsanalyse die letzten Jahre Erfolg versprach und dass nur dieses propagierte Modell funktioniert. Allerdings sollte man nicht verheimlichen, dass es sich bei diesem Modell m.W. um ein rein kennzahlenbasiertes System handelt. Gerade in Hinsicht auf die zunehmende Auslagerung von Informationen auf Anhang, Lageberichterstattung, MDA usw. besteht die Gefahr,dass zahlreiche Informationen einer Gesellschaft einfach keine Berücksichtigung finden. In einer prosperierenden Gesellschaft stellt dies wohl kein Problem dar. In einer Krisensituation durchaus. Ich möchte kennzahlenorientierte Systeme (Saarbrücker Modell, RSW-Verfahren, Baetges Bilanzratingverfahren N-Wertermittlung) keineswegs verdammen. Jedoch tragen sie nur einen kleinen Beitrag zur Erstellung einer sachgerechten Unternehmensbewertung (Hinweis: "Grundsätze ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung" von Moxter ist lesenswert) bei. Aus diesem Grund beschäftigen sich Wirtschaftprüfer, M&A-Abteilungen, Steuerberater usw. wohl nicht mit der Königsanalyse von Otte, sondern nutzen Ertragswertverfahren, DCF-Modellen, Realoptionsansätzen usw., führen vorab Due-Diligence Prüfungen durch, nutzen das Instrumentarium aus der Portfoliotheorie, Strategieanalyse, SWOT/PEST- Analysen und dergleichen.
Desweiteren gibt es keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen im Hinblick auf den Erfolg der Königsanalyse. Warum wohl? Wen es interessiert kann sich mit dem Thema "Grenzen der Bilanzanalyse" in Kütings Bilanzanalyse informieren.
Ottes Bücher dienen der Unterhaltung und gewähren einen kleinen Einblick in die Grundlagen. Mehr nicht.
@Grumel
Guter Beitrag!
Hinsichtlich der historischen Marktrisikoprämien gibt es auch einen interessanten Aufsatz, der im Internet von der Uni St. Gallen veröffentlicht wurde. Ich schau mal ob ich ihn wiederfinde.
@Grumel: Deine Zahlen sind ja Durchschnittswerte über eine wohl große Zahl von Aktien. Ebenso könnte man hier nur den DAX betrachten und seine Performance angeben. Selektiert man aus den Blue Chips kann man deutlich bessere Renditen erzielen. Wie gesagt: Otte hat die DAX Performance deutlich geschlagen. Würde man wirklich am Ende nur 4,8% haben, würde kaum einer mehr in Aktien investieren. Momentan bekommt man ja 4,3% auf 10 Jahre bei Festgeldanlage.
@Schlafmütze: Kennst Du jemanden, der Deine Vorstellungen von Unternehmensbewertung in die Tat umsetzt und damit eine bessere Performance als Otte hat? Und das mit seriösen Werten? Wie sieht denn Deine Performance der letzten Jahre aus?
Die Verzinsung einer risikobehafteten Anlage ergibt sich aus der Verzinsung einer risikolosen Anlage zuzüglich einer Risikoprämie. Die Risikoprämie wiederum setzt sich aus unternehmensindividuellem Risiko (sog. Unternehmensbeta) und der Marktrisikoprämie zusammen. Es werden demzufolge drei Komponenten unterschieden. Kein Anleger wäre bereit ohne Abdeckung sämtlicher drei Komponenten Aktien zu erwerben. Untersuchungen haben ergeben, dass die Marktrisikoprämie in D. langfristig zwischen 5 und 8 % liegt.
Ich möchte nochmal Otte zitieren
"Mit der Königsstrategie setzen wir auf die allerbesten Unternehmen der Welt. Ein sicheres, stabiles Portfolio besteht aus maximal 12 bis 15 Werten. Mit diesem verdoppeln wir stressfrei alle 5 Jahre den Depotwert."
(Quelle: http://www.privatinv...l..._1?noSIS=&)
Savini, ich muss gestehen, dass mir niemand bekannt ist, der wie Otte in der Lage ist stressfrei alle 5 Jahr sicher sein Depotwert zu verdoppeln. Wäre ich dazu in der Lage würde ich den Winter bei schönem Wetter auf irgendeiner Insel der Welt verbringen.
„Argentinien ist eines der wenigen Länder der Welt, dem es regelmäßig gelingt, eine Chance in eine Krise zu verwandeln“ (Claudio Loser)
Natürlich sind die Zahlen über dem Marktdurchschnitt, soll ich vielleicht mit einer anderen Guru Methode vergleichen.
Der Gesunde Menschenverstand sollte einem aber sagen, dass man gerade wenn man auf Blue Chips Setzt den Gesamtmarkt nicht deutlich outperformen kann, im gegenteil, aufgrund der über diesem Beitrag erläuterten Risikoüberlegungen sind die Renditen bei kleineren Unternehmen im Schnitt natürlich höher.
Ich bin ja auch von naturaus eher Optimistisch, zumindest für den Weltfrieden sowie die Demokratie und plane bei meiner Kaptialanlage keine Weltkriege und kommmunistische Revolutionen ein.
Aber auch dann gibt es x Gründe warum die Rendite in zukunft eher unter der historischen liegen wird. Einen seriösen Anlageberater erkennt man aber wohl am besten daran, dass er seine Versprechen eher konservativ ansetzt. Ottes Versprechen dagegen ( das erste ) ist aber und das auch nur mit viel gutem Willen als sehr ambitioniert zu betrachten.
bzw 38% war für ver 5 fachung mein Fehler. Alles weitere stimmt aber immernoch.
Aber auch die Aussage mit 15% stressfrei ist ne große Ecke dreister als ein Bereich von 10-15%.
Dieser Beitrag wurde von Grumel bearbeitet: 02. September 2006 - 20:39
Mir fehlt imo die Zeit mich damit zu beschäftigen,
hat der gute Mann irgendwo geschrieben wie er die 38% erreicht?
Nur mit reinen Aktien? Dann wäre es über die Jahre hinweg schon erstaunlich.
Arbeitet er allerding mit Derivaten wirken diese Zahlen gleich um ein vielfaches kleiner.
Was ich damit sagen möchte ist nur, das ihr nicht immer auf die zahlen schauen sollt
sondern auch wie diese erreicht werden.
Risikofreudige Anleger die fast nur mit entsprechendem Leverage
arbeiten werden über solche Zahlen schmunzeln....
und den Winter vielleicht da verbringen
wo Du es gerne machen würdest.
Kann allerdings auch nach hinten losgehen, das sollte natürlich auch erwähnt werden.
Kann man ihn eher zum seriösen Lager oder in Richtung der Propagandestrotzenden Gurus rechnen?
Also ich meine, dass man Ihn sehr wohl zum seriösen Lager einordnen kann bzw. muss. Er ist einer der sich wohltuend abhebt von bekannten "Artgenossen". Ich kenne sein altes Buch und es ist hervorragend. Auch wenn man einige Abtriche machen muss auf Grund der bekannten Ereignisse (das Buch ist ja vor 2001 erschienen), gilt sein Ansatz nach wie vor. Er reiht sich ein in die strikten Value-Investoren.
Wie man hier auf 38% p.a. kommt, ist mir aber auch ein Rätsel. 15%, "mehr" braucht man nicht. Und wenn kein Einbruch ala 2000/03 kommt, ist dass auch durchaus "stressfrei" zu erreichen mit der Königsstrategie. Sie mag langweilig sein, aber nichts anderes haben W.Buffett oder P.Lynch gemacht. Und diese Herren sind wohl ohne jeden Zweifel den seriösen Lager zuzuordnen.
Das neue Buch kenne ich noch nicht, mal schauen, die bisherigen zwei Kritiken auf Amazon lassen noch keinen vernüftigen Schluss zu, ob sich die 18,-€ lohnen oder ob man das Geld besser in sein eigenes Aktiendepot investieren sollte...
"An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5-1. Man muss nur die Nerven und das Geld haben, das -1 auszuhalten"
A. Kostolany
Ich hätte mich ja fast für den Rechenfehler entschuldigt. Aber wenn man dann eine Antwort lesen muss bei NUR darauf eingegangen wird, und noch ein billiger Flame hinterhergeschoben wird
Das Kernproblem bleibt doch bestehen. Wie zur hölle soll man mit irgendeiner Analystemthode, wenn man noch dazu nur auf besonders risikoarme Papiere setz den Gesamtmarkt so deutlich schlagen ?
Wenn du weisst wohin die Kurse sich bewegen werden, dann erzähle es deinem Hund. Hast du keinen Hund, dann schreibe es auf ein Blatt Papier und wirf es in den Papierkorb. Joe Ross
Savini, ich muss gestehen, dass mir niemand bekannt ist, der wie Otte in der Lage ist stressfrei alle 5 Jahr sicher sein Depotwert zu verdoppeln. Wäre ich dazu in der Lage würde ich den Winter bei schönem Wetter auf irgendeiner Insel der Welt verbringen.
Und was ist mit Warren? Hatte der nicht über einen Zeitraum von mehr als 2 Jahrzehnten einen durchschnittlichen jährlichen Gewinn von deutlich über 15%?
Buffet hatte ne gute Portion Glück, sehr gute Beziehungen und sehr viel Talent und arbeitet hart Ausserdem ist er Unternehmer, und macht Unternehmergewinne. Er kauft nicht einfach Aktien, er kauft ganze Firmen, oder zumindest soviele Anteile, dass er Einfluss auf das Managment nehmen kann. Ausserdem hat Buffet zumindest am Anfang seiner Karriere vielmehr riskiert als man es mit einem Bluechip Depot tut.
Die Berkshire von Heute, die Gigantische Versicherungs und Investmentgesellschaft, mit minimalem Verschludungsgrad und aaa Rating wird sicherlich auch nichtmehr die historische Performance bringen.
Die Performance eines Unternehmers mit dem Talent und der Ausbildung Buffets, mit der zu Vergleichen die einem unbedarften Privatanleger versprochen wird, das ist mit verlaub lächerlich.
Dieser Beitrag wurde von Grumel bearbeitet: 04. September 2006 - 01:14