Wertpapier Forum: Frage zu inflationsindexierten (inflation-linked) Anleihen (-fonds)

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Frage zu inflationsindexierten (inflation-linked) Anleihen (-fonds) Frage eines Neulings und Anleihenanfängers Thema bewerten: -----

#1 Mitglied ist offline   kariya 

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Geschrieben 10. Januar 2017 - 21:18

Hallo

entschuldigt, dass ich als WP Forumsneuling hier einfach so hereinplatze. Mit Aktien hantiere ich schon eine Weile, viel Lehrgeld bezahlt aber auch gute Renditen erwirtschaftet. Mittlerweile fahre ich hierbei fast nur noch buy & hold, meist sehr defensiv und schaue mir die Unternehmen ganz genau an, in etwa weiss ich worauf ich zu achten habe.

Bei Anleihen bin ich Neuling, bisher habe ich nur einen Fonds. Dank Ausschüttungen hat er zwar nicht zufriedenstellend rentiert, aber er hat rentiert. Es handelt sich um den
https://www.consorsb...D-A--DIV----EUR

Mein Wissen beschränkt sich darauf, dass (Unternehmens-) Anleihen (oder Fonds dazu) eine stabilisierende Beimischung im Aktiendepot sein können, allerdings gehen sie die jeweiligen Trends des zugehörigen Aktienmarktes mehr oder weniger gedämpft mit. Was Anleihen vom Wesen her sind ist mir klar, Kursverläufe bei Einzeltiteln und noch weniger bei Fonds kann ich mir aber spontan noch nicht immer erklären, wenn Währungsschwankungen dazu kommen wird es noch schwieriger. Was Anleihen ihrem Wesen nach sind ist mir vom Grundsatz her natürlich klar.

Beim Betrachten der aktuellen Consorsaktion (im entsprechenden Brokerfaden) habe ich mir die beiden folgenden Fonds angesehen:
- Euro Bond thesaurierend https://www.consorsb...t_search=search oder
- World Bond ausschüttend https://www.consorsb...t_search=search

Letztgenannter ist Inflationsindexiert (inflation-linked). Dabei warnen "Experten" lt. Wikipedia vor Verlusten durch ungesicherte Insolvenzrisiken und erwähnen nicht existente Einlagensicherungen, wobei mir nicht klar ist welche Sicherungsysteme bei Bonds denn überhaupt greifen sollen? Die eigentliche Frage ist aber wo liegen ggfs zusätzliche Risiken / Chancen eines inflation-link basierenden Anleihenfonds im Vergleich zu einem sonst gleichwertigen nicht inflation-link basierenden (ich hoffe, man kann das so formulieren). Vereinfacht vielleicht heruntergebrochen am Beispiel der beiden zuletzt verlinkten Fonds (Marktausrichtung Euro/Welt bzw Ertragsverwendung natürlich aussen vorgelassen).

Danke fürs lesen und für die (hoffentlich) freundliche Aufnahme in diesem Forum. Falls ich im falschen Board bin kann ich den Beitrag gerne hier löschen und im Fondsboard erneut einstellen. Dann bitte kurzen Hinweis.

Grüsse
k

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#2 Mitglied ist offline   Ramstein 

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Geschrieben 10. Januar 2017 - 21:55

 kariya, 10. Januar 2017 - 21:18:

Bei Anleihen bin ich Neuling, bisher habe ich nur einen Fonds. Dank Ausschüttungen hat er zwar nicht zufriedenstellend rentiert, aber er hat rentiert. Es handelt sich um den
https://www.consorsb...D-A--DIV----EUR

Du hast ein größeres Problem. Du kannst oder willst nicht lesen. Sonst wüsstest du, das das kein Anleihefonds ist. Was meinst du, warum auf der Consorsseite die Prospekte verlinkt sind? Um die Seite zu füllen, oder damit Investoren sie lesen?

Ich schlage vor, du liest mal den letzten Zwischenbericht. Vielleicht findest auch du dann die Angabe "Anleihen insgesamt 26,04%".


Für die beiden anderen Fonds rate ich zu einem Blick z.B. bei fondsweb; BNP Paribas, Parvest. Was sagen dir die genannten durchschnittlichen Renditen von 0,42% und -0,59%. Mir sagen sie, dass ich sowas nicht kaufen will. Aber jeder macht, was er will. Es soll auch Investmentmasochisten geben.
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#3 Mitglied ist offline   kariya 

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Geschrieben 10. Januar 2017 - 23:45

Danke erstmal, auch wenn die eigentliche Frage nicht beantwortet ist.

Mir ging es primär um die besonderen Risiken inflationsindexierter Anleihen.


https://de.wikipedia...exierte_Anleihe

Zitat

Nachteile:...Zudem unterliegen die Inflationsanleihen nicht der Einlagensicherung, wodurch sie bei Insolvenz nicht geschützt sind. Experten kritisieren auch die Undurchsichtigkeit der Inflationsanleihen, weil hier leicht versteckte Kosten entstehen können...

Was die Performance betrifft, die verbessert sich durch Zutun von Consors um gute 8,5% p a.

Dieser Beitrag wurde von kariya bearbeitet: 11. Januar 2017 - 00:00


#4 Mitglied ist offline   Ramstein 

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Geschrieben 11. Januar 2017 - 08:09

 kariya, 10. Januar 2017 - 23:45:

Danke erstmal, auch wenn die eigentliche Frage nicht beantwortet ist.

Mir ging es primär um die besonderen Risiken inflationsindexierter Anleihen.


https://de.wikipedia...exierte_Anleihe

Zitat

Nachteile:...Zudem unterliegen die Inflationsanleihen nicht der Einlagensicherung, wodurch sie bei Insolvenz nicht geschützt sind. Experten kritisieren auch die Undurchsichtigkeit der Inflationsanleihen, weil hier leicht versteckte Kosten entstehen können...

Anleihen unterliegen generell nicht der Einlagensicherung, da es Inhaberschuldverschreibungen sind. Nur auf den Namen der Anleger lautende Papier (z.B. Sparbriefe) unterliegen der Einlagensicherung.

Dieser Beitrag wurde von Ramstein bearbeitet: 11. Januar 2017 - 08:11

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#5 Mitglied ist offline   Yoko 

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Geschrieben 11. Januar 2017 - 10:10

Warum sollte ein solventer Gläubiger Fremdkapital mit x% Zinsen + Inflationsausgleich ausgeben, wenn dieser am Kapitalmarkt auch Fremdkapital mit Zinsensätzen unter der Inflationsrate erhält? Du würdest ja auch keinen Kredit mit z.B. 0,1% Zinsen + 1,7% Inflationsausgleich aufnehmen, wenn du ebenfalls einen Kredit für fix 0,2% Zinsen erhalten könntest, oder?

Wenn also heute Anleihen mit Inflationsausgleich ausgegeben werden, dann überhaupt nur wenn der Gläubiger keine vernünftigen Zinssätze am Kapitalmarkt erhalten kann. D.h., entsprechende Anleihen sind auch recht risikoreich.


Persönlich würde ich die Anlageklasse der Inflation-linked Bonds aktuell für tod erklären, da sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld für Schuldern mit guter Bonität keinen Sinn ergeben. Und wo keine Nachfrage besteht, besteht für dich auch kein gutes Angebot.

Dieser Beitrag wurde von Yoko bearbeitet: 11. Januar 2017 - 10:11

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#6 Mitglied ist offline   vanity 

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Geschrieben 11. Januar 2017 - 17:45

 Yoko, 11. Januar 2017 - 10:10:

Warum sollte ein solventer Gläubiger Fremdkapital mit x% Zinsen + Inflationsausgleich ausgeben, wenn dieser am Kapitalmarkt auch Fremdkapital mit Zinsensätzen unter der Inflationsrate erhält? Du würdest ja auch keinen Kredit mit z.B. 0,1% Zinsen + 1,7% Inflationsausgleich aufnehmen, wenn du ebenfalls einen Kredit für fix 0,2% Zinsen erhalten könntest, oder?

Wenn also heute Anleihen mit Inflationsausgleich ausgegeben werden, dann überhaupt nur wenn der Gläubiger keine vernünftigen Zinssätze am Kapitalmarkt erhalten kann. D.h., entsprechende Anleihen sind auch recht risikoreich.

Das ist schlicht falsch. Inflationsgelinkte Anleihen nennenswerten Umfangs werden fast ausschließlich von besten Schuldern begeben (z. B. vom Bund), so dass das Bonitätsrisiko die geringste Rolle spielt. Natürlich bezahlt der Schuldner keinen Zins, der nicht seiner Bonität und der Laufzeit entspricht. Das regelt sich über einen gegenüber einer nicht gelinkten Anleihe niedrigeren Kupon. Nicht ohne Grund ist bei dem Parvest-Fonds die Renditeangabe (die den noch unbekannten Inflationsausgleich nicht enthält), negativ.

Zitat

Persönlich würde ich die Anlageklasse der Inflation-linked Bonds aktuell für tod erklären, da sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld für Schuldern mit guter Bonität keinen Sinn ergeben. Und wo keine Nachfrage besteht, besteht für dich auch kein gutes Angebot.

Dann sind die 103057 des Bundes (von 2015) und deren Pendants aus FR, UK und USA offensichtlich Zombies.

Um noch die Frage von kariya zu beantworten: das spezifische Risiko bei inflationsgelinkten Anleihen guter Schuldner besteht (ggü. nichtgelinkten Anleihen derselben Schuldner) darin, dass die künftige Inflation schwächer ausfällt als bei Kauf erwartet wurde (dann wäre man mit der Normalanleihe besser bedient gewesen). Im Gegenzug besteht die Chance, dass sie höher ausfällt. Ganz allgemein lässt sich mit Linkern das Inflationsrisiko verringern (ähnlich wie man mit Floatern das Zinsänderungsrisiko verringern kann).

Nachbemerkung: Inflationsgelinkte Staatsanleihen (IG) sind durchaus eine ernstzunehmende Assetklasse. Ob es jedoch für einen EUR-Anleger Sinn ergibt, sich gegen die Inflation in den Staaten zu schützen und das Ganze dann noch auf EUR zu hedgen, erscheint mir als etwas fragwürdig. Abgesehen davon, dass (aktive) Anleihen-Fonds ohnehin nicht meine Welt sind, wäre mir ein solches Konstrukt doppelt suspekt.

Dieser Beitrag wurde von vanity bearbeitet: 11. Januar 2017 - 18:00


#7 Mitglied ist offline   troi65 

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Geschrieben 11. Januar 2017 - 18:02

 Yoko, 11. Januar 2017 - 10:10:

Persönlich würde ich die Anlageklasse der Inflation-linked Bonds aktuell für tod erklären, da sie im aktuellen Niedrigzinsumfeld für Schuldern mit guter Bonität keinen Sinn ergeben. Und wo keine Nachfrage besteht, besteht für dich auch kein gutes Angebot.

Bezüglich Linkern aus den USA melde ich mal dezente Zweifel zu der abgegebenen Todeserklärung an.

#8 Mitglied ist offline   kariya 

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Geschrieben 11. Januar 2017 - 19:26

Herzlichen Dank, habt mir alle sehr weitergeholfen.

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