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Meta-Strategie

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Die Gallea & Patalon Contrarian Strategie

 

Diese Strategie ist relativ einfach zu handeln und braucht sehr wenig Zeit. Sie ist nur für Aktien geeignet und beansprucht keinerlei Hebel. Sie ist auch für Anfänger geeignet.

 

Risikoverwaltung

Pro Aktie wird 5% des Kapitals investiert und ein fixer Stop von 25% gesetzt. Maximal 4 Titel pro Branche oder Investmentidee.

 

Stock picking

Gehandelt wird long only, also nur gekauft. Die Aktie sollte 50 Prozent unter dem 52 Wochen hoch notieren. Es werden nur grosskapitalisierte Aktien berücksichtigt und der Aktienpreis sollte noch mindestens $5 betragen.

 

Das sind die fixen Regeln. Danach wird man fast dauernd tausende von Kandidaten finden. Tut man das nicht, so dürfte das Ende einer Hausse nahe sein und man tut gut daran, nicht investiert zu sein :)

 

Weitere wichtige Regeln:

Umfangreiche Insider- oder major holders Käufe. Diese findet man z.B. bei yahoo finance. Umfangreich bedeutet deutlich mehr als $120'000. Achtung, Verkäufe müssen nicht unbedingt berücksichtigt werden. Verkaufen kann ein Mitarbeiter aus den verschiedensten Gründen, Hauskauf, Familie, Studiengeld für die Kinder etc. etc. Aber kaufen tut er in der Regel nur, wenn er glaubt die Firma ist wieder auf dem richtigen Pfad.

 

Kennzahlen: die Aktie sollte genau zwei der vier folgenden Kriterien erfüllen:

KGV kleiner 12

Kurs/freier cash-flow kleiner 10

Kurs/Buchwert kleiner 1

Kurs/Umsatzverhältnis weniger 1 (vorsicht bei Sektoren mit niedriger Marge, z.B. Retail)

 

Sollte die Firma drei oder sogar vier der Kriterien erreichen sollten die Alarmglocken läuten: ist etwas nämlich zu gut um wahr zu sein so ist es meistens auch nicht wahr :)

 

Profit taking

Verkauft wird mit 50% Gewinn oder nach drei Jahren. Unter keinen Umständen vorher.

 

Wenn ein Wert die 50% Gewinn erreicht hat, kann es gute Gründe geben ihn noch länger zu halten. Dies sollte aber die Ausnahme sein. Ein Grund kann z.B. ein klar definierter Trend oder fundamental veränderte Aussichten sein. In so einer Ausnahmesituation ist es erlaubt, den Wert länger zu halten. Der Stop wird so angepasst, dass 30% Gewinn gesichert werden.

 

Nach drei Jahren wird auf jeden Fall verkauft. Ein Wert der 50% einbüsste ist auch ein Kandidat, das selbe nochmals zu tun! Es gibt kaum Standardwerte die nicht irgendwann einmal um 50% eingebrochen wären.

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Stock picking

Gehandelt wird long only, also nur gekauft. Die Aktie sollte 50 Prozent unter dem 52 Wochen hoch notieren. Es werden nur grosskapitalisierte Aktien berücksichtigt und der Aktienpreis sollte noch mindestens $5 betragen.

Ich schlage $10 als Untergrenze vor. Damit grenzt man sich besser von den Zockern ab. Viele institutionelle Anleger dürfen Werte unter $10 nicht kaufen bzw. halten.

 

 

Bei der Risikoverwaltung ist es nie so ganz einfach, konkrete Vorgaben zu machen.

5% x 4 Aktien je Branche Idee können auch sein

Medienwerte

Explorer

Solar

Biotech

Turnaround

 

Damit hätte man einen 100% Klumpen mit hohem Risiko gebildet.

 

Zu SL habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Wenn es aber Bestandteil der Strategie sein soll, würde ich vorsichtiger rangehen. Verliert man 25%, muss man 33% wieder gutmachen, um wieder bei +-0 zu sein. In so einer Strategie würde ich nicht mehr als 10-15% im Risiko stehen lassen.

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Laser, ich habe diese beiden Strategien als Beispiel aufgeführt. Jede Strategie ist besser als keine Strategie. Wenn Du Aenderungen vornehmen willst so kannst Du das natürlich tun, sie müssen allerdings Sinn ergeben.

 

Turnaround Aktien sind alle contrarian trades die funktionieren. Allerdings sollte man sie vor dem turnaround erwischen.

 

Wenn du grosskapitalisierte Biotech oder Solarwerte mit den benötigten Fundamentalkennzahlen findest, bei denen auch noch Insiderkäufe nach 50% Verlust erfolgten.... :)

 

Diese Strategie ist langfristig ausgelegt. 50% Gewinn gegen 25% Verlust ergibt ein ordentliches win-to-loss ratio. Wenn Du mehr als jedes dritte Mal richtig liegst verdienst Du Geld! Ein kleinerer Stop als 25% wäre tödlich, man greift ja eigentlich in fallende Messer, aber dank der anderen Kriterien mit Schutzhandschuhen. :)

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Hallo Cubanpete !

Du sprichst von Leerverkaufen, aber geht das in Deutschland bzw in Österreich überhaupt bzw. ist es erlaubt ? würde mich mal interessieren.

mfg

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Hallo Cubanpete !

Du sprichst von Leerverkaufen, aber geht das in Deutschland bzw in Österreich überhaupt bzw. ist es erlaubt ? würde mich mal interessieren.

mfg

 

No problem! Nordnet als Normalo-Broker will es einführen. Interactive Brokers hat es schon. ;) Da kannst Du auch als Deutscher ein Konto eröffnen.

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No problem! Nordnet als Normalo-Broker will es einführen. Interactive Brokers hat es schon. ;) Da kannst Du auch als Deutscher ein Konto eröffnen.

Bin Österreicher :)

Nordnet spricht mich gar nicht an. Wie ist interactive Brokers so?

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Vom Leerverkaufen war bei der turtles Strategie, also mit Futures, die Rede. Bei Warenterminkontrakten ist eigentlich jeder Verkauf ein "Leerverkauf", weil die Ware ja wenn überhaupt erst später geliefert werden muss.

 

Einige Broker bieten den Leerverkauf von Aktien auch in Deutschland an, am besten nachfragen. Die Hausbank wird es kaum erlauben. Geregelt ist das ganze eigentlich nur für die US Handelsplätze, sonst ist der Broker ziemlich frei.

 

Wenn Du Aktien leerverkaufen willst, solltest Du auf keinen Fall "Leihgebühren" akzeptieren und Du solltest Zins auf das Geld für den Leerverkauf bekommen, und zwar nicht allzu viel weniger wie auf den eigenen cash. Ansonsten sollte ein solches Geschäft nicht mehr kosten als ein normaler Kauf. Zahlt die Firma eine Dividende so musst Du sie berappen!

 

Nussdorf, IB ist nur für erfahrene Trader zu empfehlen.

 

Nicht gerade ein umwerfender Support und Du solltest englisch können. Aber die Plattformen laufen relativ stabil und die Preise sind fast unschlagbar.

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Englisch beherrsche ich eigentlich.

Was meinst du mit Support ?

Das die Seite oft down ist, oftmals "nichts geht" oder dass sie einfach keine Beratung etc anbieten ?

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@nussdorf bitte nicht in diesem Thread, gibt schon genug andere Broker Threads :)

 

Antwort: (Fast) keine Beratung.

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Meine Momentumstrategie

 

Die Idee

Dieser Handelsansatz basiert nur auf Schlusskursen, damit auch berufstätige Personen nach dem Ansatz handeln können. Da von einer Berufstätigkeit ausgegangen wird, soll der Zeitaufwand für den Trader minimiert werden. Dies ist möglich, indem man sich auf eher seltene, dafür aber recht zuverlässige Entry-Setups festlegt und diese von einer Software (bei mir macht das Prorealtime) ausfiltern lässt. So lasse ich ca. 500 Einzelwerte ausfiltern (Dow, Nasdaq, Dax, MDax, Tecdax und andere europ. Indizes). Der größte Teil des Arbeitsaufwandes fällt für die täglichen Aufzeichnungen (Tradejournal, Controlling etc.) an. Idee dieses Handelsansatzes ist es kurzfristige Auf- und Abschwünge von Aktien gehebelt zu handeln. Mit Hilfe des Entry-Setups sollen kräftige Auf- und Abschwünge früh erkannt werden. Die Haltedauer beträgt von wenigen Tagen bis zu wenigen Wochen, gerade solange bis sich das Aufwärts- oder Abwärtsmomentum abschwächt oder umkehrt. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man unabhängig von der Marktrichtung ist und auch bei Seitwärtsbewegungen noch akzeptable Ergebnisse liefern kann. Außerdem kann man für jede Long-Position auch eine Short-Position eingehen, um von der Bewegung des Marktes noch unabhängiger zu sein. Im allgemeinen lebt der Ansatz davon dass Verluste streng begrenzt werden, dass die Gewinne aber soweit wie möglich laufen gelassen werden.

 

Das Einstiegssetup

Der Screener filtert nach Volatilitätsausbrüchen (die tägliche Handelsspanne ist größer als die maximale Handelsspanne der letzten 9 Tage), die von einem hohem Volumen begleitet werden. Von den durch den Screener erhaltenen Volatilitätsausbrüchen werden dann diejenigen von mir ausgesucht, die einen wichtigen Widerstand durchbrochen haben. Als Widerstand kann ein neues ATH, ein Ausbruch aus einer Tradingrange oder ein Ausbruch aus einer Formation genommen werden. Wichtig ist lediglich, dass ein deutliches Momentum in Richtung des Trends vorliegt und dass das Chance-Risiko-Verhältnis mindestens 3:1 ist. Mit einer Trefferquote von über 50% liegt damit ein positiver Erwartungswert für das Handelssystem vor. Beobachtet werden außerdem auch die gleitenden Durchschnitte, das MACD-Histogramm, der ADX, die ATR und der RSI. Die Entscheidung erfolgt also noch diskretionär. Daraufhin wird dann eine Kauf- bzw. Verkaufsorder einen Tick über dem Tagesthöchstkurs in den Markt gelegt, sodass nur eingestiegen wird, wenn sich die Bewegung bestätigt.

 

Money- und Riskmanagement

Pro Trade werden maximal 2% des Gesamtkapitals investiert, insgesamt dürfen 10% des Gesamtkapitals riskiert werden. Daraus ergibt sich auch die Zahl der maximal zu haltenden Positionen. Die Positionsgröße ergibt sich aus dem riskierten Kapital und dem Stopp Loss (wurde hier im Thread bereits vorgestellt, keine Ahnung wer das war). Eine Position, die per SL im Gewinn abgesichert ist, hat nach meiner Definition kein Risiko (ist notwendig um mehrere Positionen halten zu können und um eventuell mal pyramidisieren einsetzen zu können).

Der StoppLoss wird relativ eng gesetzt, entweder unter dem genommen Widerstand, oder in der Mitte der signalgebenden Kerze. Der Stopp wird natürlich auch relativ eng nachgezogen, insbesondere muss der Breakeven gesichert werden. Wenn die Kurse nach 3 Tagen nicht in die erwartete Richtung gegangen sind, wird die Position ohnehin geschlossen, da es sich um keine Momentumbewegung handelt. Der Trailing-Stopp wird bis jetzt auch noch nur nach diskretionären Gesichtspunkten nachgezogen, an einer mechanischen Methode arbeite ich noch. Meistens werden die Stopps einen Tick über der Kerze des Vortages gesetzt. Bei extremen Bewegungen manchmal auch enger. Ein ATR-Stopp erscheint mir aber eher ungeeignet.

 

Aufzeichnungen

Für jeden Trade wird ein Tradejournal geführt. Da kommt der Wochen- und der Tageschart rein, sowie die wichtigsten Kennzahlen und die Gründe für den Einstieg. Jeden Tag wird ein Kommentar hinzugefügt, nach dem Trade wird der Trade bewertet um Fehler zu suchen und auszumerzen. Neben dem Tradejournal habe ich noch ein Excel-Sheet programmiert in das die wesentlichen Kennzahlen der einzelnen Trades dokumentiert werden. Dies sind beispielsweise das Chance-Risiko-Verhältniss, die Eigenkapitalkurve und die wichtigsten Kennzahlen beim Einstieg in den Trade. Diese Aufzeichnungen machen den größten Teil der täglichen Arbeit aus, ich halte diese Aufzeichnungen aber für sehr wichtig!!!

 

 

Abschliessendes Fazit

Dieses lange Posting ist leider noch nicht mein vollständiger Ansatz, denn das würde hier deutlich den Rahmen sprengen (wenn ich das nicht schon gemacht habe). Die wesentliche Idee und die Vorgehensweise sollte allerdings deutlich geworden sein. Der Ansatz war in modifizierter Form erfolgreich, in dieser Form muss er sich noch beweisen (da bin ich aber zuversichtlich). Als Bild habe ich noch einen Mustertrade vorgestellt, der innerhalb von drei Wochen mit moderatem Hebel einen enormen Gewinn einfuhr. Dieser Trade ist natürlich ein Extrembeispiel, er wurde aber genau in dieser Form tatsächlich durchgeführt. Der Einstieg war bei ca. 125,- Euro, verkauft wurde 3 Wochen später bei 165,- Euro durch den Stopp Loss. Durch die enge Stoppsetzung hatte dieser Trade ein CRV von 12:1 !!! Normal ist ein CRV ca. 2,5:1, aber solche Ausreisser bringen das Depot natürlich extrem voran.

 

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Anregungen liefern, das System ist natürlich noch nicht vollständig erklärt und auch von meiner Seite noch nicht vollständig fertiggestellt. Vielleicht habe ich noch das ein oder andere vergessen, insbesondere die Psychologie gehört meiner Meinung auch noch in das System, wenn diskretionäre Entscheidungen getroffen werden. Wenn mich jemand noch auf Probleme und Denkfehler hinweisen will, kann er das ganze gerne im Forum oder per Email machen. Vielleicht handelt ja noch jemand nach einem ähnlichen System. Die Arbeit ist für mich also auch noch nicht ganz abgeschlossen.

 

Gruss

downtowncr

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Posted · Edited by cubanpete

Ein ausgezeichnetes Beispiel, vielen Dank downtowncr. Füllt genau die Lücke zwischen dem extrem aufwändigen System der turtles mit Futures und dem extrem wenig aufändigen Aktiensystem von Patalon.

 

Ein paar Bemerkungen noch dazu:

 

1. Nur Volatilitätsbreakouts haben je nach Strategie eine mehr oder weniger negative Erwartung. Sobald man aber mindestens noch Volumen miteinbezieht, verbessert sich diese schlagartig. Wichtig ist auch, dass vor dem Ausbruch das Volumen fast austrocknet.

 

2. Solche Ausbrüche gehen manchmal in einen starken Trend über. Um diesen zu erwischen müssten allerdings die Stops deutlich grosszügiger sein. Ohne grosses Nachforschen würde ich mal schätzen, die Stops am Anfang eng zu halten und nach einer gewissen Gewinnspanne zu erweitern könnte gewinnbringend sein. Im Beispiel hast Du ja eigentlich nur die kleinere Anfangsbewegung erwischt, weil Du wahrscheinlich bei der ersten Reaktion ausgestoppt wurdest (bitte korrigiere mich). Die Nachfolgebewegung war allerdings grösser, hätte also mehr Profit gebracht. Ich habe ein paar postings früher eine Stopstrategie beschrieben, bei der jeweils ein Zeitstop (Stundenlohn) mit einem Teil des Gewinns(Prämie) kombiniert wird. Vielleicht kommt so etwas für diese Strategie in Frage.

 

Beim diskretionären Stop in der Gewinnzone ist der psychologische Effekt tatsächlich sehr gefährlich: bei Gewinnen spielen uns die Gefühle Streiche, vor lauter Freude tun wir nicht mehr das Optimale. Ueberprüfe mal die Gewinner in Deinem Tradingjournal mit den nachträglichen Charts auf solche "falschen Psycho-Stops". :)

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noch ein paar Anregungen

 

Wenn man das Volatilitäts-Ausbruchssystem mit dem Turtles System vergleicht, so fällt ein wichtiger Unterschied auf: das Ausbruchssystem handelt nach dem Ausbruch, während das Turtles System beim Ausbruch handelt.

 

Was bedeutet dieser Unterschied?

 

Nun, zunächst wird das Turtle System bei einem erfolgreichen Trade mehr verdienen und bei gleichem Stop ein geringeres Risiko haben. Aber es werden auch deutlich mehr Fehlsignale generiert. Bei Aktien würde ich sagen die zusätzlichen Fehlsignale fressen den zusätzlichen Gewinn mehr als wieder auf. Bei commodities hingegen dürfte dies nicht der Fall sein, sonst hätten die Turtles nicht hunderte von Millionen damit verdient. :)

 

Es drängt sich die Frage auf, ob man es mit irgendeiner Art Filter schafft, die Vorteile beider Systeme zu behalten und das Ganze auf Aktien anzuwenden ohne dass die Nachteile einem den zusätzlichen Gewinn wieder wegfressen.

 

Zunächst einmal muss das Filterkriterium geändert werden: es genügt nicht, die Aktie nach dem Ausbruch zu screenen, sie muss uns vorher auffallen. Wir suchen eine flache Entwicklung mit tiefem Volumen und vor allem tiefer Volatilität. Das ist das wichtigste Kriterium. Ich würde bei einem System wie dem vorgestellten, das nach Tagen handelt, nach der stündlichen und täglichen Volatilität scannen. Ist diese über die letzten paar Tage (Stunden-ATR) und Wochen (Tage-ATR) stetig gesunken so steht ein Ausbruch bevor, in welche Richtung wissen wir noch nicht. Dann können wir Stops in der Nähe des Ranges plazieren.

 

Wurde der Entry-Stop ausgelöst, aber der Ausbruch erfüllt die Kriterien bezgl. Volumen und vor allem Volatility breakout nicht, so schliessen wir einfach wieder, oft sogar mit einem kleinen Gewinn. Stimmt jedoch alles, so sind wir zu einem deutlich besseren Preis drin, was die Profitabilität erhöht und das Risiko mindert.

 

Vielleicht wäre das ein paar Tests wert. Ich benutze so etwas ähnliches in einem meiner Systeme, allerdings immer für die gleichen Aktien, ich bin kein Fan von Stockpicking oder Screening und kenne meine Pappenheimer gerne In- und Auswendig. :)

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Hallo Cubanpete,

 

danke für deine Anmerkungen. Bei den Volatilitätsbreakouts achte ich natürlich vor allem aufs Volumen (ist wohl der wichtigste und aussagekräftigste Indikator), und darauf dass ein Widerstand genommen wird. Dass das Volumen vorher häufig austrocknet wusste ich nicht, das werde ich aber noch in meinen Aufzeichnungen nachvollziehen. Wenn du mir da noch den einen oder anderen Tip zum Einstiegssetup oder einen Literaturtip geben könntest wäre das spitze!

 

Du hast Recht, dass ich nur die erste Aufwärtsbewegung mitnehme. Das Problem ist, dass ich die Trades gehebelt eingehe, meistens mit einem Hebel zwischen 3-5. Da wäre der Drawdown ein Problem, häufig kommt es nach den Ausbrüchen auch zu Pullbacks, so dass ich meine Positionen durch mein Risikomanagement glattstellen müsste. Ein Ausstieg der längerfristige Bewegungen mitnimmt (wie z.B. nach Toppis System) ist für mich interessant, aber ich brauche einfach enge Stopps, damit fühle ich mich deutlich wohler.

 

Zu deinen Modifikationen: Natürlich hast du Recht, dass deine Modifikationen das System profitabler machen würden. Auch das Risiko wäre reduziert. Deine Modifikationen resultieren aber wohl daraus nur wenige Aktien zu beobachten, mein Ansatz lebt davon viele Aktien zu beobachten. Einen Screener für deine Modifikationen zu programmieren ist aber vermutlich nicht so einfach, da der Zeitraum der Ausbildung variabel ist. Ich wüsste auch nicht nach welchen Regeln die Volatilität und das Volumen beobachtet werden sollen. Interessant sind deine Modifikationen aber in jedem Fall. Bringt es eigentlich wirkliche Vorteile wenn man nur wenige Aktien handelt oder hat das mehr psychologische Gründe?

 

Gruss

downtowncr

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Nein, leider habe ich keinen Literaturverweis, nur eigenen Beobachtungen, vor allem im daytrading. Vor einer grösseren Bewegung trocknet das Volumen oft aus und die Volatilität sinkt gegen Null.

 

Wie gesagt, weil Du relativ spät einsteigst hast Du keinen Spielraum für die erste Korrektur und musst demzufolge dort wieder aussteigen. Hättest Du diesen Spielraum, so könntest Du wahrscheinlich oft grössere Bewegungen mitnehmen. Mit dem Screening Ansatz, also immer wieder andere Aktien, dürfte dies jedoch wie Du richtig bemerkt hast, schwierig bis unmöglich sein.

 

Wenn man nur wenige Aktien beobachtet, kann man sich besser informieren. Man weiss eher, wann welche Ereignisse den Preis überdurchschnittlich bewegen könnten. Nur schon die Ausland- und Vor- Nachbörsenentwicklung in solchen Momenten zu beobachten kann profitabel sein.

 

Das Schlimmste was in Deiner Strategie passieren kann ist ein grosser overnight gap. Damit kannst Du u.U. Gewinne von mehreren Monaten mit einem einzigen Geschäft wieder abgeben, weil Dein Stop zu spät greift. Das selbe kann Dir natürlich auch mit einzelnen Aktien passieren, vor allem wenn wie gerade jetzt Mergermania wie Ende Neunziger aufkommt. Aber wenn du Einzelaktien und Sektoren beobachtest, weisst du zumindest wann welche Ereignisse gefährlich sein könnten.

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@ Downtowncr

 

Ich finde deine Strategie sehr interessant und finde darin viele Elemente die ich ebenfalls anwende. Die grundsätzliche Idee Ausbrüche zu handeln erscheint mir lukrativ.

Ich habe allerdings, da ich ebenfalls gehebelt handele, Probleme das Risiko konsequent klein zu halten. Im Fall eines bullischen Ausbruchs komme ich oft erst zu einem höheren Preis in den Trade als optimal wäre. Das ließe sich natürlich durch ein Limit verhindern, dann besteht aber die Gefahr das der Ausbruch verpasst wird.

Im Falle eines Fehlausbruchs habe ich auch erkennen müssen, dass der tatsächliche Ausführungsskurs zum Teil deutlich unter dem Stopp-Loss liegt. Dies liegt oft an Gaps, aber nicht nur. Die Slippagekosten sind gerade mit Zertifikaten nicht zu unterschätzen.

Trotzdem glaube ich, dass dieses System einen positiven Erwartungswert hat, vor allem wenn man die Stopps nach erfolgreichen Ausbruch, wie von Cubanpete vorgeschlagen, etwas weiter setzt und versucht auch mittelfristige Bewegungen mit zu nehmen.

 

Ebenfalls interessant ist es, meiner Ansicht nach, auf die Bestätigung eines schon bestehenden Trend zu setzen und den erfolgreichen Test einer Trendlinie zu kaufen. Hierbei sollte wieder das Volumen mit spielen und der Stopp eng gesetzt werden.

 

Noch eine Frage zum Schluss: Wo hat ProRealTime einen Filter zum herausfiltern von interessanten Ausbruchkandidaten bzw. wie benutzt du ihn?

 

Danke SIRIS

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Ich habe mich doch noch an so ein Einstiegssignal aus der Literatur erinnert: Raschke/Connors "Street smarts" beinhaltet eine Strategie, die sie unbescheiden "the holy grail" nennen :) Dort ist sinkende Volatilität ein Filterkriterium für das Einstiegssignal.

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Mal noch ein Vorschlag:

 

Vielleicht könnte mal noch ein Fundamentalist und Buffet-Anhänger (Toni wäre klasse :thumbsup: ) mal seine Vorgehensweise vorstellen, oder ist diese Vorgehensweise ähnlich oder gleich dem antizyklischen Investieren? Gesucht wäre also eine längerfristige Anlage aus fundamentalen Überlegeungen. Interessant wäre vor allem die Auswahl der Branchen und Werte, Money- und Riskmanagement und der Aufwand der betrieben werden muss um die Aktien zu suchen und zu beobachten. Wenn das zuviel wäre, wäre zumindest mal die grobe Vorgehensweise interessant.

 

Ich fände das mal interessant, da ich neben dem Tradingkonto auch gerne mit einem Depot längerfristig investieren wollte. Bisher könnte ich das entweder nur mit Fonds oder mit verschiedenen Ansätzen aus der Charttechnik machen, von fundamentaler Analyse habe ich keine Ahnung.

 

 

@cubanpete

Ich habe mir das Buch von Raschke mal besorgt. Sieht sehr interessant aus, danke für den Tip! :thumbsup:

 

 

Gruss

downtowncr

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Also mal was vom Fundi:

Mein Beitrag steht hier.

 

Risk Management über Aktienauswahl und Top Down Korrektur, in der Regel kein Stop Loss

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Kennzahlen: die Aktie sollte genau zwei der vier folgenden Kriterien erfüllen:

KGV kleiner 12

Kurs/freier cash-flow kleiner 10

Kurs/Buchwert kleiner 1

Kurs/Umsatzverhältnis weniger 1 (vorsicht bei Sektoren mit niedriger Marge, z.B. Retail)

 

Was ist mit negativem KGV? Ist ja auch kleiner 12. Einige der Aktien, die ich beobachte erfüllen deine Kreatieren. Nur der KG ist eben negativ.

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Du beziehst dich auf die Patalon Strategie nehme ich an.

 

Der negative KGV bedeutet, sie machen Verlust. Das kommt natürlich sehr häufig vor bei Aktien die so stark gefallen sind, oder umgekehrt, Aktien fallen oft sehr stark wenn die Firmen Verluste machen, logisch oder?

 

Ich hab das Buch gerade nicht zur Hand, aber ich würde sagen, gilt als Kriterium nicht erfüllt. Es müssen ja genau zwei Kriterien erfüllt sein. Wenn die Aktie also vom Buchwert, cash-flow oder Umsatz her (zwei der Kriterien) trotzdem noch interessant ist, und vielleicht noch ein Wechsel im Top-Management erfolgte und Insiderkäufe vorliegen, kann sie trotzdem in Frage kommen.

 

Diese Strategie würde ich auf keinen Fall mechanisch anwenden, man muss die Geschäftsberichte u.U sogar weit in die Vergangenheit lesen und dann evtl. branchenspezifische Anpassungen vornehmen. Auf ausserordentliche Abschreibungen, Firmenzukäufe, Mitarbeiteroptionen etc. achten. Cash-Flow, Gewinn und Buchwert sind nie, absolut nie, korrekt angegeben. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es gar keinen korrekten Weg gibt, diese Zahlen auszuweisen. Also musst Du darauf achten, sie immer gleich zu berechnen und die Tricks der Buchhalter "ausbuchen". Der Umsatz ist gemäss der aktuellen GAAP etwas schwieriger zu verfremden, ist aber auch möglich, z.B. im Finanzsektor oder im Grosshandel.

 

Es kommt oft vor das etwas zunächst gut aussieht, man aber etwas übersehen hat. Aus irgendeinem Grund ist die Aktie so stark gefallen. Die Strategie will solche Aktien erwischen, wenn es Anzeichen für Besserung gibt, sonst lieber nicht :)

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hallo!

 

ich hoffe ich bin auch als anfänger willkommen hier :-"

 

habe den thread verfolgt, und letztendlich hat mich folgendes am meisten überzeugt:

- KISS (keep it simple, stupid)

- klare zielsetzung, im voraus

 

kiss habe ich bis anhin schon eingehalten, da ich ja eh noch nicht viel ahnung hatte :D zielsetzung? pustekuchen! deshalb bin ich mal in mich gegangen und habe mir folgende strategie überlegt:

 

- ich verlasse mich auf die technische analyse (mit einem seitenblick zu den fundamental-kennzahlen)

- ich warte bestimmte kaufsignal ab (z.bsp.: der kurs stösst auf eine signifikante unterstützung)

- dann kaufe ich und setzte den SL ca. 4-5 % darunter

 

nun gehe ich davon aus, dass ich als anfänger in etwa zu fifty-fifty richtig liege. geht der kurs trotz kaufsignal runter, verliere ich also bei jedem 2. deal 5%. ich gehe aber von einem kursziel von 10-15% aus, falls sich der kurs wieder erholt. ich liege also mit ca. 5-10% in der gewinnzone (bei entsprechenden chart-signalen kann es natürlich auch deutlich mehr sein, falls gerade ein neuer trend anbricht).

 

ist das realistisch? 5-10% klingt nicht umbedingt berauschend, aber ich denke, dass mit viel übung und erfahrung bezüglich TA das fifty-fifty noch deutlich zu meinen gunsten verbessert werden könnte...

 

taugt diese einfache strategie etwas? es fragt sich natürlich für mich des weiteren, wie weit sich das 'abgrasen' von charts nach kaufsignalen automatisieren lässt, schliesslich ist zeit auch geld <_<

 

grüsse

oliver

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Natürlich bist Du hier willkommen!

 

Deine einfache Strategie dürfte funktionieren. Aber Du musst auf ein paar Fallen achten, die uns unser Gehirn stellt:

 

- Du wirst tonnenweise Situationen antreffen, wo deutlich mehr zu verdienen wäre. Unser Gehirn ist nun mal nicht einfach gestrickt und sobald Du solche "Optimierungen" einbaust, funktioniert's nicht mehr.

 

- Es gibt Zeiten wo einfach alles fällt. Im "Schweinezyklus" sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, wo die Gefahr fallender Aktienkurse extrem gross ist. Ob Du in so einer Umgebung die Trefferquote von 50% schaffst ist fraglich. Gerade für so eine einfache Strategie würde ich eine Art "Grundsatzfilter" einbauen, z.B. ich kaufe nur, wenn der letzte Zinsschritt nach unten ging. Das kann bedeuten, dass Du jahrelang nichts kaufen kannst. Du freust Dich aber, wenn Du in ein bis zwei Jahren Dein Kapital noch hast und wenn alle anderen verloren haben und Du dick absahnen kannst.

 

Schweinezyklus (stark vereinfacht, KISS) :

 

Zinsen fallen Aktien steigen Rohstoffe fallen

Zinsen steigen Aktien fallen Rohstoffe steigen

Zinsen steigen Aktien fallen Rohstoffe fallen

 

Rohstoffe steigen noch immer, allerdings mit erhöhter Volatilität. Aktien hatten im Mai deutliche Anzeichen von Schwäche. Ich gehe also davon aus, dass wir uns irgendwo zwischen der zweiten und dritten Stufe befinden. Es steht uns also noch mindestens ein Zyklus mit sinkenden Aktienpreisen bevor.

 

Als Privatanleger ist man in dieser Situation wohl am besten dran wenn man gar nichts tut. Rohstoffe sind keine echte Alternative, da diese wohl als nächstes fallen werden. Natürlich kann man auch auf fallende Kurse spekulieren, aber die Volatilität (die Ausschläge) ist bei fallenden Kursen in der Regel deutlich höher als bei steigenden, das braucht also gute Nerven und eine Strategie mit grossem Spielraum. Würde ich einem Anfänger eher nicht empfehlen.

 

Wenn die Zinsen toppen ist es eine gute Idee, zunächst Bonds (Obligationen) zu kaufen, kleiner Tipp am Rande. Zinsen sind zwar schon sehr lange am steigen, historisch gesehen jedoch immer noch sehr tief.

 

Es gibt übrigens auch Oekonomen, die sagen der Schweinezyklus gilt nicht mehr, da viel zu viel Geld im Umlauf ist und dieses nicht durch genügend Sachwerte/Gold etc. abgesichert ist. Das würde dann bedeuten, dass einfach alles steigt, eine Situation die wir ja über die letzten Jahre hatten. Wenn man daran glaubt, so kann man eigentlich nur Gold kaufen. ("Dr. Doom" Marc Faber meint, Gold werde sich auf der Höhe des Dow in Dollar einpendeln, also noch fast eine verzwanzigfachung des Preises) :)

 

Glaubt man hingegen an den Schweinezyklus, so müsste Gold eigentlich vorläufig nur noch wenig steigen und dann auch nach unten drehen. Aber Gold ist vielleicht ein etwas spezieller "Rohstoff".

 

Das gehört hier nicht hinein, ich schweife ab, hier diskutieren wir Strategien.

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Hallo cubanpete!

 

Besten Dank für Deinen Beitrag. An die Möglichkeit, in einem Trend 'gen Süden ebenfalls Gewinn zu machen, daran habe ich natürlich auch gedacht - aber eben, erstens ist es nicht einfach (vor allem jetzt nicht, denke ich 'mal), den Trend richtig einzuschätzen, und womöglich hast Du auch Recht, dass fallende Kurse nichts für Anfänger sind. Zumindest habe ich damit noch keine Erfahrungen gemacht, werde einmal etwas beobachten und ausprobieren, ob meine Strategie auch bei fallenden Kursen was taugt.

 

Eines habe ich nicht ganz verstanden:

- Du wirst tonnenweise Situationen antreffen, wo deutlich mehr zu verdienen wäre. Unser Gehirn ist nun mal nicht einfach gestrickt und sobald Du solche "Optimierungen" einbaust, funktioniert's nicht mehr.

 

Wie hast Du das gemeint?

 

Grüsse

Oliver

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Hallo an alle Strategie-Freunde,

 

da auch ich noch weit von einer guten Strategie entfernt bin, habe ich eine Frage zum Einsatz des

Kapitals pro Position.

 

Angenommen, laut Money-Management könnte ich eine Position mit 10.000,-- eröffnen. Momentan

würde ich die Position zuerst mit 5.000,-- eröffnen und wenn sie sich um 1 x ATR 20 in die richtige

Richtung entwickelt hat, die restlichen 5.000,-- investieren.

Somit reduziere ich mein Anfangsrisiko, bin mir aber nicht sicher, ob man nicht auch noch einen Zeit-

faktor mit einbauen sollte.

 

Für Verbesserungsvorschläge wäre ich euch sehr dankbar und wünsche noch schöne Pfingsten. :)

 

 

-man

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