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Dr. Frankenstein warnt vor seinem Monster

 

 

Veröffentlicht von Claus Vogt am 17.09.2005 um 8:15 Uhr

 

 

"Nearer term, the housing boom will inevitably simmer down. As part of that process, house turnover will decline from currently historic levels, while home price increases will slow and prices could even decrease. As a consequence, home equity extraction will ease and with it some of the strength in personal consumption expenditures. The estimates of how much differ widely.", Alan Greenspan in einer Rede am 27. August 2005

 

(Übersetzung: Kürzerfristig wird sich der Immobilienboom unvermeidlicherweise beruhigen. Als Teil dieses Prozesses wird der zur Zeit historisch hohe Umsatz am Immobilienmarkt zurück gehen und die Preissteigerungen werden sich abschwächen und die Preise könnten sogar fallen. Als Konsequenz wird die zusätzliche Beleihung der im Preis gestiegenen Immobilien ebenso nachlassen wie die auf ihr basierenden hohen Konsumausgaben. Die Schätzungen bezüglich des Ausmaßes gehen weit auseinander.)

 

Müssen wir Dr. Frankenstein zu Dank verpflichtet sein, wenn er uns vor dem zerstörerischen Potenzial seiner neusten Kreatur in halbwegs deutlichen Worten warnt? Oder müssen wir nicht vielmehr den Schöpfer des Monsters für dessen Taten verantwortlich machen? Wir neigen ohne wenn und aber zu Letzterem. Aus diesem Grund haben wir die geldpolitisch kreierten Monster (Spekulationsblasen) in den vergangenen Jahren ausführlich analysiert und ihre Schöpfer in deutlichen Worten kritisiert. Wie üblich fehlt auch in dieser Rede Greenspans jeder Hinweis auf die Verantwortung der Notenbanker für die Entstehung dieser Situation. Wie immer wird versucht, den Eindruck zu vermitteln, die mit Spekulationsblasen entstehenden Probleme bestünden unabhängig von der Geldpolitik.

 

Dennoch ist in die Diskussion um die Verantwortung der Notenbanker beim Entstehen von Spekulationsblasen in den letzten Jahren etwas Bewegung gekommen. Die von uns als unhaltbare Schutzbehauptung bezeichnete und von Alan Greenspan einst vehement vertretene These, Spekulationsblasen seien ausschließlich nach ihrem Platzen zu erkennen, wird mittlerweile selbst von dem Meister höchstpersönlich in dieser apodiktischen Form nicht mehr öffentlich vorgebracht. Fand hier ein lobenswerter Lernprozess statt? Oder hat der diplomatische Geldpolitiker, der für seine Fähigkeit bekannt ist, trotz pompöser Reden nur äußerst selten eindeutig Farbe zu bekennen, lediglich an seinem zukünftigen Geschichtsbild gepinselt? Wollte er vielleicht nur eine zitierfähige Aussage nach dem Motto: "Ich habe euch doch gewarnt!" zu diesem brisanten Thema gemacht haben, das ihn in den kommenden Jahren auf ähnlich unangenehme Weise einholen wird, wie die "blühenden Landschaften" einen deutschen Ex-Kanzler? Warten wir es ab.

 

 

Lumpenball

 

Alle Jahre wieder treffen sich die US-Notenbanker zu einem Symposium in Jackson Hole, Wyoming. Bei dieser fröhlichen Nabelschau ergeben sich auch für kritische Beobachter der Szene interessante Einblicke in die Welt der Gelddrucker, Schönredner und Wichtigtuer. Insbesondere dank der von Alan Greenspan vorgetragenen "Reflections on central banking" (Betrachtungen über das Zentralbankwesen) und "Closing remarks" (Schlussbemerkungen) wurden wir auch in diesem Jahr nicht enttäuscht (siehe oben). Erinnern wir uns zunächst an einige Kernaussagen des mächtigsten Notenbankers der Welt zum Thema Spekulationsblasen.

 

 

"I think our expectation was that we would prick the bubble in the equity markets.", 22. März 1994

(Übersetzung: Ich glaube, dass wir die Erwartung hatten, die Blase an den Aktienmärkten anzustechen.)Offensichtlich glaubte Greenspan zu dieser Zeit daran, eine Spekulationsblase zu erkennen. Geplatzt war damals gar nichts, der S&P 500 Index erlebte eine unspektakuläre 10%-Korrektur.

 

 

"But bubbles generally are perceptible only after the fact.", 17. Juni 1999

(Übersetzung: Spekulationsblasen sind aber im Allgemeinen nur im Nachhinein als solche wahrnehmbar.)Mitte 1999 befanden sich die US-Aktienmärkte für jeden, der sehen wollte, eindeutig inmitten einer der größten Spekulationsblasen aller Zeiten. Jetzt vertrat der geldpolitische Verursacher dieser Missstände plötzlich diese abenteuerliche These.

 

 

"Identifying bubbles and their ultimate demise is exceptionally difficult.", 24. Mai 2001

(Übersetzung: Das Erkennen von Blasen und ihres ultimativen Endes ist außerordentlich schwierig.)

 

Was 2 Jahre zuvor noch unmöglich sein sollte, ist jetzt nur noch außerordentlich schwierig. Mit dieser 180°-Wende kam Greenspan der Wahrheit bereits sehr nah. Uns veranlasste dieser bedeutungsvolle Positionswechsel seinerzeit zu einer simplen Frage: "Müssen wir diese in Greenspans Augen außerordentlich schwierige Fähigkeit von Personen, die den verantwortungsvollen Posten eines Notenbankers bekleiden, nicht unbedingt verlangen?"

 

Dasselbe hier kurz nachgezeichnete Wendespielchen wiederholte Alan Greenspan dann im Hinblick auf die US-Immobilienblase, die sich im Anschluss an seine extrem expansive Geldpolitik der vergangenen Jahre entwickelte. In einer Rede vor dem amerikanischen Kongress behauptete er zunächst, die 4.1 Analogie zwischen Blasen am Aktienmarkt und einer Immobilienblase sei fehlerhaft, weil Immobilien hohe Transaktionskosten, auch emotionaler Art aufwiesen, der Verkäufer gewöhnlich ausziehen muss, weniger als 10% des Marktvolumens per annum umgesetzt werden und weniger Arbitrage-Möglichkeiten bestehen. Später dann hörte man Greenspan von "spekulativem Schaum an den Immobilienmärkten" fabulieren, offensichtlich bemüht, das Wort "Bubble" zu vermeiden. Und jetzt, in Jackson Hole, warnt unser Dr. Frankenstein, dessen Geldpolitik die notwendige Bedingung für das Entstehen auch dieser Monster-Blase geschaffen hat, vor den Folgen ihres unvermeidlichen Platzens.

 

 

Vermögenswerte und Geldpolitik

 

Ganz langsam und angesichts der bestehenden ökonomischen Ungleichgewichte viel zu spät scheint innerhalb der US-Notenbank ein gewichtiges Umdenken, fast möchten wir sagen ein Einlenken stattzufinden. Hinsichtlich des von uns immer wieder als überaus wichtig herausgestellten Zusammenhangs zwischen Preissteigerungen von Vermögenswerten (und damit natürlich auch von Spekulationsblasen) und Geldpolitik vertraten amerikanische Notenbanker bislang eine ganz erstaunliche These. Sie ließen ihr Publikum immer wieder wissen, dass Preissteigerungen von Vermögenswerten in ihren Entscheidungsfindungsprozessen keine Rolle spielen und wiesen jede Verantwortung für die Entstehung von Spekulationsblasen weit von sich. In Jackson Hole ließ Greenspan seine Peergroup plötzlich etwas ganz Anderes wissen: "Our forecasts and hence policy are becoming increasingly driven by asset price changes." (Übersetzung: Unsere Prognosen und folglich auch die darauf beruhende Geldpolitik werden in zunehmendem Maße von Veränderungen der Preise von Vermögenswerten bestimmt.) Mutiert der Vater der größten Spekulationsblase aller Zeiten kurz vor Torschluss noch vom Saulus zum Paulus?

 

Bereits der nächste Absatz seiner Rede lässt uns an dieser Möglichkeit zweifeln. Hier macht er nämlich erneut nicht seine expansive Geldpolitik für die inflationären Preissteigerungen von Aktien, Anleihen und Immobilien verantwortlich, sondern, man höre und staune, die lange Periode wirtschaftlicher Stabilität und die seiner Meinung nach höheren Produktivitätszuwächse.

 

In diesem Absatz seiner vermutlich letzten programmatischen Rede findet sich eine weitere durchaus erwähnenswerte Aussage: "Financial intermediaries, of course, routinely convert capital gains in stocks, bonds, and homes into cash for businesses and households to facilitate purchase transactions. The conversions have been markedly facilitated by financial innovation that has greatly reduced the cost of such transactions." (Übersetzung: Finanzintermediäre wandeln selbstverständlich routinemäßig Kursgewinne von Aktien, Anleihen und Häusern in Bargeld um und erleichtern damit Unternehmen und Haushalten geschäftliche Transaktionen. Diese Umwandlungen sind merklich erleichtert worden aufgrund von Finanzinnovationen, welche die Kosten solcher Transaktionen deutlich verringert haben.)

 

Was mag dieser Kauderwelsch bedeuten? Wir vermuten, dass diese Sätze auf äußerst umständliche Weise die Kreditvergabe beschreiben, der als Sicherheiten Aktien, Anleihen und Immobilien dienen. Mit der dieses Geschäft merklich erleichternden Finanzinnovation könnte die allerdings nicht mehr ganz taufrische Bündelung und Verbriefung von Krediten gemeint sein.

 

Oder umschreibt der mächtigste Notenbanker der Welt auf diese unverständliche Weise die mittlerweile extrem laxen Anforderungen zur Erlangung von Hypothekenkrediten? Laxe Kreditstandards sind ganz sicher keine Innovation, sondern eine typische Begleiterscheinung von expansiver Geldpolitik und der durch sie ermöglichten Spekulationsblasen. Dabei spielt es keine allzu große Rolle, ob die durch laxe Kreditstandards generierten und entsprechend riskanten Kredite anschließend gebündelt, verbrieft und an institutionelle Anleger verkauft werden. Es ist zwar durchaus wahrscheinlich, dass dieser Prozess die in den USA extrem gesunkenen Standards bei der Kreditvergabe erleichtert hat. Letztlich führt er aber lediglich dazu, dass die beim Platzen der Blase unweigerlich entstehenden Verluste aus notleidenden Krediten nicht bei den für ihre Vergabe verantwortlichen Banken entstehen, sondern in den Portfolios institutioneller Anleger. Wir sind schon jetzt überaus gespannt, wer am Ende dieses sehr heiß gelaufenen Kreditzyklus den Schwarzen Peter verlustreicher Kreditportfolios halten wird.

 

 

Ein Ketzer innerhalb der Notenbank?

 

Auf eine weitere interessante Veränderung der für die Finanzmärkte und die Realwirtschaft so überaus wichtigen US-Notenbank machte uns eine Analyse von Paul L. Kasriel, Chefökonom der Northern Trust Company, aufmerksam, der wir übrigens auch die Überschrift dieses Abschnitts entnommen haben. Kasriel weist auf folgenden instruktiven Satz im Protokoll des US-Offenmarktausschusses vom 9. August hin: "Another participant mentioned, however, that recent sluggish growth of the monetary aggregates suggested that the stance of policy was not overly accommodative." (Übersetzung: Ein anderer Teilnehmer der Sitzung erwähnte jedoch, dass das seit kurzem träge Geldmengenwachstum nahe lege, dass die geldpolitische Ausrichtung nicht übermäßig expansiv sei.)

 

Ebenso wie Kasriel sind auch wir von dieser Äußerung regelrecht elektrisiert. Denn die monetären Kerngrößen Geld- und Kreditmengenwachstum spielten in den Verlautbarungen der US-Notenbank seit Jahren keine Rolle mehr. Es war uns schon immer ein Rätsel, wie man auch nur den Anschein einer seriösen Geldpolitik erwecken zu können glaubt, ohne auf Geld- und Kreditmengen abzustellen. Schleicht sich da auf leisen Sohlen und nach jahrelanger Abstinenz, vielleicht aufgrund des baldigen Abgangs Alan Greenspans als Notenbankpräsident, die geldpolitische Vernunft in die ehrwürdigen Hallen der Fed zurück?

 

 

Konsequenzen für den Anleger

 

Was mögen diese teilweise sehr erstaunlichen Verlautbarungen aus den Kreisen der US-Notenbank für uns Anleger bedeuten? Zunächst scheint klar zu sein, dass die Notenbank eine Fortsetzung der US-Immobilienblase und womöglich auch der Echoblase am Aktienmarkt nicht wünscht. Weitere Zinserhöhungen und eine restriktivere Geldpolitik dürften damit vorprogrammiert sein. Damit bleiben die Ampeln an der US-Börse weiterhin eindeutig auf rot und das Risiko einer Rezession, die von den USA ausgehend den Rest der Welt ergreift, nimmt zu. Das geldpolitische Wunschkonzept aller politischer Wirtschaftslenker, das sogenannte "Soft Landing", klappt normalerweise nicht. Der vorsichtige Anleger sollte sich also darauf einstellen, dass auch in diesem Zyklus die üblichen Bremsspuren einer restriktiven Geldpolitik sichtbar werden, also eine Baisse an den Aktienmärkten und eine Rezession.

 

Erst dann, im Lauf des nächsten Abschwungs also, wird sich eine hier andeutungsweise möglich erscheinende Neuausrichtung der US-Geldpolitik zeigen können. In der Greenspan-Ära wurde jede echte oder eingebildete Krise mit einem weiten Öffnen der Geldhähne beantwortet. Sollte dieses Muster sich auch in Zukunft wiederholen, dann wissen wir, woran wir sind.

 

 

US-Arbeitslosigkeit zu niedrig ausgewiesen

 

Volkswirtschaftliche Statistiken sind bekanntlich kein Selbstzweck, sondern liefern Daten, die als Grundlage ökonomischer und politischer Entscheidungen dienen. Wenn sie kein realistisches Bild der Wirklichkeit wiedergeben, können die auf ihnen basierenden Entscheidungen natürlich nicht korrekt sein. Falsche volkswirtschaftliche Statistiken führen also zu falschen unternehmerischen und politischen Entscheidungen.

 

Wir haben uns an dieser Stelle bereits mehrfach mit unserer Meinung nach eindeutig falschen US-Statistiken befasst. Beispielsweise haben wir das Märchen vom Haushaltsüberschuss des US-Staats ebenso beschrieben wie das Märchen vom US-Produktivitätswunder; unser ganz besonderes Augenmerk galt bereits mehrfach der systematisch und deutlich zu niedrig ausgewiesenen US-Inflationsrate. Da letztere eine wichtige Größe bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts ist, führt sie zu einer klaren Überzeichnung des US-Wirtschaftswachstums.

 

Jetzt liefert uns ausgerechnet die Federal Reserve Bank of Boston einen weiteren Beleg für die Fragwürdigkeit amerikanischer Wirtschaftsdaten. Im Juli 2005 veröffentlichte die Notenbank eine instruktive Studie mit dem Titel "Additional Slack in the Economy: The Poor Recovery in Labor Force Participation During This Business Cycle". (Übersetzung: Zusätzlicher Schlupf in der Wirtschaft: Die schwache Erholung des Arbeitskräftepotenzials im laufenden Wirtschaftszyklus).

 

Darin kommt die Autorin Katharine Bradbury, ihres Zeichens "Senior Economist and Policy Advisor" der genannten Institution, zu dem für kritische Beobachter der amerikanischen Wirtschaft durchaus nicht unerwarteten Ergebnis, dass die offiziell ausgewiesene US-Arbeitslosenquote von derzeit 5% zu niedrig angesetzt sei, und zwar um 1 bis 3%-Punkte. Das entspreche 1,6 bis 5,1 Millionen Menschen.

 

Hat der amerikanische Staat es denn wirklich nötig, ein viel zu rosiges Bild der Wirtschaftslage zu zeichnen? Welchen Interessen dient diese Schönfärberei? Und wohin führt diese Vorgehensweise? Muss ausgerechnet die noch immer bedeutendste Wirtschaftsmacht der Welt in diesem Bereich den Vorgaben ihrer einstigen Gegenspieler aus dem Ostblock folgen? Auch deren Statistiken zeichneten auf dem Weg in den Niedergang unbeeindruckt von der Realität das Bild einer dynamisch wachsenden Wirtschaft.

 

 

Nie wieder sparen

 

Im Juni 2005 fiel die US-Sparrate offiziellen Angaben zufolge auf 0%. Im Juli wurde sie dann mit minus 0,6% ausgewiesen. Das ist der niedrigste Wert seit der monatlichen Erhebung dieser Daten, die im Jahr 1959 begonnen wurde. Lediglich im Oktober 2001 wurde schon einmal eine leicht negative Sparquote verzeichnet. Für die Zeit vor 1959 existieren lediglich Quartalszahlen. Diese zeigten nur während der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre mehrere negative Werte. In den vergangenen 5 Jahren stieg die Verschuldung privater Haushalte doppelt so schnell wie die verfügbaren Einkommen.

 

Sowohl Alan Greenspan als auch der Präsidentenberater und ehemalige Notenbanker Ben Bernanke sprachen im Zusammenhang mit den sehr hohen asiatischen Sparquoten von einer problematischen Entwicklung. Die hohe Verschuldung Amerikas sei nicht das Problem, sondern ein begrüßenswerter Dienst für die Weltwirtschaft. Wir sind gespannt, wie sie die jetzt ausgewiesene Entsparung Amerikas als positive Entwicklung argumentativ verbiegen und als Erfolg ihrer Politik vermarkten werden.

 

Eine der grundlegenden volkswirtschaftlichen Identitäten besagt, dass die gesamtwirtschaftliche Ersparnis gleich der gesamtwirtschaftlichen Investition ist. Wer nicht spart, kann auch nicht investieren. Und wer nicht investiert, kann selbstverständlich seinen Wohlstand nicht vermehren.

 

Deshalb halten wir die Entwicklung des amerikanischen Sparverhaltens längerfristig für volkswirtschaftlich sehr bedenklich und sehen darin eine Nebenwirkung der amerikanischen Niedrigzinspolitik der Greenspan-Ära. Niedrige Zinsen führen einerseits ganz direkt zu einer geringeren Sparneigung, da der Anreiz zu sparen nicht vorhanden ist. Andererseits hat die seit vielen Jahren weltweit expansive Geldpolitik Spekulationsblasen entstehen lassen, insbesondere an den US-Aktien- und Immobilienmärkten. Diese wiederum gaukeln den von Preissteigerungen gesegneten Marktteilnehmern zunehmenden Wohlstand vor, der das Sparen scheinbar überflüssig macht - bis die Blase platzt und die Preise wieder fallen.

 

Es handelt sich bei diesem Prozess ausdrücklich um eine Wohlstandsillusion, die eigentlich einfach durchschaubar sein sollte: Wenn wir uns gegenseitig zu immer höheren Preisen unsere Häuser verkaufen, dann mag es dabei Gewinner und Verlierer geben. Wohlstand entsteht aber ganz offensichtlich nicht. Wohlstand entsteht vielmehr durch den Aufbau eines Kapitalstocks, durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten, die wiederum die notwendige Voraussetzung für mehr Konsumgüter und das heißt natürlich mehr Wohlstand in der Zukunft sind. Genau an dieser Stelle schleicht sich regelmäßig ein gewichtiger Fehler in die Argumentation keynesianischer "Am Anfang war Konsum-Anhänger" ein. Sie verwechseln Geld mit Kapital.

 

In seiner krudesten Form lautet deshalb ein heutzutage leider gängiges Argument: "Zum Investieren brauchen wir keine Ersparnisse, sondern schlicht und einfach Geld." Spätestens in Zeiten einer Hyperinflation werden selbst die härtesten Verfechter dieser These den Fehler ihrer Argumentation erkennen.

 

 

Fundamentales

 

Alles fließt, die Zeiten ändern sich. Insbesondere dank technischer Innovationen unterscheidet sich die Welt von heute recht deutlich von der vor nur 10 Jahren und auf geradezu dramatische Weise von der Welt unserer Großväter. Trotz dieses dynamischen Wandels und der ihn begleitenden zyklischen Auf- und Abschwünge gibt es in der Welt der Finanzen einige überaus stabile Relationen langfristiger Natur, die für die Aktienanlage von großer Bedeutung sind.

 

Beispielsweise wuchsen die nominalen Unternehmensgewinne im Gleichschritt mit dem Bruttoinlandsprodukt um rund 6% per annum, wobei diese Zahl über beliebig gewählte, aber längerfristige Zeiträume überaus stabil war. Dennoch wird an den Finanzmärkten immer wieder so getan, als könnte das überdurchschnittliche Gewinnwachstum von 20, 30 oder mehr %, das Unternehmen im Anschluss an Rezessionen häufig ausweisen können, als Grundlage einer fundamentalen Unternehmensbewertung dienen. Das ist natürlich Unsinn.

 

Als Grundlage einer sinnvollen fundamentalen Analyse müssen mehrjährige Durchschnitte verwendet werden, um den Einflüssen des Wirtschaftszyklus zu begegnen. Alternativ dazu kann auch das von John P. Hussman vorgeschlagene und von uns im Januar 2002 besprochene Konzept der höchsten im jeweiligen Wirtschaftszyklus erreichten Unternehmensgewinne und die auf ihnen basierende Kennzahl "Kurs-Maximaler-Gewinn-des-Zyklus-Verhältnis" (KGmaxV) angewendet werden. Diese Kennzahl, die das aktuelle Kursniveau des Aktienmarktes zu dem Gewinnmaximum des laufenden Wirtschaftszyklus ins Verhältnis setzt, beläuft sich bezogen auf den S&P 500 Index gegenwärtig auf rund 20. An den Tiefpunkten großer Baissen der Nachkriegszeit betrug sie im Durchschnitt knapp 9. Am Tief des verheerenden Bärenmarkts des Jahres 1974 betrug sie 7,5; an den Börsentiefs der Jahre 1980 und 1982 jeweils 7 und 1991 immerhin 11,5.

 

Nun kann man aus dieser Zahl natürlich nicht den Schluss ziehen, dass die US-Aktienmärkte sich halbieren müssten. Allerdings stünde einer Kurshalbierung aus fundamentaler Sicht offensichtlich nichts im Wege. Nein, die Bedeutung dieser Kennzahl ist langfristiger Natur. Sie legt den Schluss nahe, dass Aktienkäufer auf dem aktuellen Niveau längerfristig eine deutlich unterdurchschnittliche Performance erwarten müssen. Wie der Weg zu diesem höchstwahrscheinlich enttäuschenden Ergebnis aussehen wird, bleibt dabei leider offen.

 

 

Vom Unsinn im denken über Katastrophen

 

Da waren sie also wieder, die ökonomischen Quacksalber, die sich für keinen Unsinn zu schade sind. Wie üblich im Anschluss an Katastrophen, verwiesen diese "Experten", von denen wir hier keinen Einzelnen besonders hervorheben möchten, auch im Falle der tragischen Sturmschäden in den USA auf den angeblich die Wirtschaft stimulierenden Effekt des notwendigen Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete.

 

Natürlich werden Aufräumarbeiten ebenso unerlässlich sein wie die Reparatur oder der Neubau der zerstörten Infrastruktur. Das ist die für jedermann sichtbare ökonomische Folge einer Katastrophe. Nicht sichtbar, aber dennoch eigentlich offensichtlich ist die Tatsache, dass jeder Dollar nur einmal ausgegeben werden kann. Wer ein beschädigtes Haus repariert, eine zerstörte Straße ausbessert oder eine unbrauchbar gewordene Fabrik durch einen Neubau ersetzt, der kann die dafür aufgewendeten Mittel nicht mehr für jene Projekte ausgeben, die er andernfalls realisiert hätte. Der Wiederaufbau nach einer Katastrophe sorgt also lediglich für eine Veränderung in der Verwendung der Ausgaben, nicht aber für eine Erhöhung dieser Ausgaben.

 

Wenn beispielsweise die Versicherung einen Schadensfall begleicht, dann sinkt ihr Gewinn entsprechend, und das Unternehmen kann weniger Geld an die Aktionäre ausschütten oder es muss seine Investitionen zurückfahren. Wer den zahlreichen Spendenaufrufen folgt, wird das verschenkte Geld eben nicht mehr selbst verwenden können. Er stellt es stattdessen für den Wiederaufbau und die Linderung der größten Not besonders hart Getroffener zur Verfügung. Auch staatliche Zuwendungen unterliegen dieser prinzipiellen Restriktion. Der Staat muss entweder an anderer Stelle sparen oder den Steuerzahler entsprechend mehr belasten. Egal, woher das Geld für den Wiederaufbau kommt, es wird an irgendeiner, nicht leicht sichtbaren Stelle fehlen.

 

Die Zerstörungen sind eine ganz reale Vernichtung von Wohlstand. Wäre es anders, dann könnten wir durch die regelmäßige Zerstörung unsere Städte und Industrieanlagen für eine Vermehrung des gesellschaftlichen Wohlstands sorgen. Diese Vorstellung ist so offensichtlich absurd, dass selbst die zu fast jedem Unsinn geneigten und von Allmachtsphantasien beherrschten staatlichen "Wirtschaftslenker" ihn bisher zumindest nicht zur Ankurbelung der Wirtschaft vorgeschlagen haben - obwohl John Maynard Keynes ihr mit seinen wirtschaftspolitischen Vorschlägen schon recht nahe gekommen ist.

http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/...hp?storyid=1648

 

 

passendes Fundstück:

Und warum kündigen die Zentralbanker die großen Crashs eigentlich an?

 

Eigentlich widersinnig, durch irgendwelche Warnungen Leute auf einen nahenden Crash aufmerksam zu machen. Zum einen mindert man dadurch die eigenen Profite, zum anderen kann man diesen Crash eh nicht verhindern. Im Gegenteil, dadurch kommen sie umso eher. Warum also diese Warnungen?

 

Ganz einfach, ein Rothschild hat einmal in einem Brief auf die Frage geantwortet, ob denn nicht vom Volk Widerstand gegen das private Zentralbankensystem zu erwarten sei. Er antwortete sinngemäß:

 

Es sei kaum Widerstand zu erwarten, da die meisten das System ohnehin nicht verstehen würden, und diejenigen, die es verstehen, profitieren zu sehr davon, um Widerstand zu leisten!

 

Genau deshalb diese Warnungen der Zentralbanker kurz vor den großen Zusammenbrüchen. Diejenigen, die das System durchschauen sollen auch weiterhin davon profitieren, sonst würden dem System mächtige Feinde erwachsen. Das muß vermieden werden. Das einfache Volk hingegen schnallt sowieso nichts, auch diese Warnungen nicht. Deshalb wird nicht deutlich gewarnt, sondern in Delphischen Orakelsprüchen. Es soll ja nicht jeder verstehen.

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Geschrieben

@desesperado

 

Erfreulich, daß du hier immer wieder kritische Artikel reinstellst. :thumbsup:

 

mfg

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Geschrieben

:china: freut mich, maximale

 

einen Artikel noch zum Thema, druckfrisch, obwohl hier lesen ja eh alle die FAZ ;)

 

Amerikanische Immobilenblase gefährdet auch Aktien und Anleihen

Von Amey Stone, Standard & Poor's

 

06. Oktober 2005 Bevor man sich in der Sicherheit wiegt, daß das eigene gut diversifizierte Anlageportfolio auch bei einem deutlichen Rückgang der Immobilienpreise in den Vereingten Staaten gut davonkommen wird, sollte man lieber einen zweiten Blick darauf werfen. In früheren Zyklen war die Annahme eines abgeschotteten Immobilienmarktes einmal stichhaltig.

 

Investmentstrategen zufolge aber haben sich die Marktverhältnisse im vergangenen Jahrzehnt deutlich verändert. Denn Aktien und Anleihen - ja, die Wirtschaft insgesamt - hängt inzwischen stärker vom Immobilienmarkt ab als früher. Obwohl die meisten Spezialisten davon ausgehen, daß die Hauspreise bei einem Platzen der viel beschworenen Blase in den kommenden Jahren um höchstens 20 bis 30 Prozent fallen dürften, könnte bereits ein leichter Preisrückgang ernsthafte negative Auswirkungen auf Aktien- und Rentenportfolios haben.

 

Streßtest für Banken

 

Wenn sich der Immobilienmarkt deutlich abkühlt, dürfte sich die Wachstumsrate halbieren, erläutert Barry Ritholtz, Chief Market Strategist bei Maxim Group. Es besteht die Gefahr einer Rezession - und die Auswirkungen einer Rezession auf den Aktienmarkt sind ja bekannt.

 

Was die Hoffnung betrifft, daß der Aktienmarkt bei einer Schwäche des Immobilienmarkts in die Bresche springen könnte, so sieht Barry Hyman, Aktienstratege bei Ehrenkrantz King Nußbaum in New York das anders: So einfach ist das meines Erachtens nicht mehr. Er weist darauf hin, daß ein ganz normaler Indexfonds auf Basis des S&P-500 inzwischen durch das Engagement in Finanzdienstleistern und im Konsumgütersektor durchaus in beträchtlichem Maße von Entwicklungen am Immobilienmarkt abhängt.

 

Der Finanzdienstleistungssektor macht 20 Prozent des S&P-500 aus und hat vom Boom bei der Hypothekenrefinanzierung profitiert, der durch die sinkenden Zinsen ausgelöst wurde. Die Unternehmen dieses Sektors sind daher für eine Trendwende anfällig. Kreditanalystin Victoria Wagner von S&P hat einen Streßtest für Banken durchgeführt, wobei sie von einem Rückgang der Eigenheimpreise um 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren ausging (ein Szenario, das sie allerdings für unwahrscheinlich hält). Zu den zehn am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Banken gehörten Häuser wie Wachovia, Wells Fargo und JPMorgan Chase, die zahlreiche Anleger in ihren Portfolios halten.

 

Bisher keine Auswirkungen des Ölpreisanstiegs

 

Aktien aus dem Konsumsektor, z.B. von Einzelhandelsunternehmen oder Restaurantketten, machen 13 Prozent des S&P-Index aus und würden bei einem Immobilienpreisrückgang ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Befürchtung ist weit verbreitet, daß die Verbraucher bei sinkenden Immobilienpreisen und einem Ende des Refinanzierungsbooms ihre Ausgaben einschränken müssen. Und dies wäre in der gesamten Wirtschaft zu spüren, erläutert Dan McNeela, Senior Analyst bei Morningstar.

 

Daß der Markt trotz des Energiepreisschocks robust geblieben ist, begründet Hyman unter anderem damit, daß die Verbraucher von höheren Immobilienpreisen profitieren (den jüngsten Daten der Regierung zufolge sind die Preise für Altbauten landesweit um knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen).

 

Die Verbraucher haben das Gefühl, daß sie höhere Benzinpreise verkraften können, wenn der Preis ihres Hauses von derzeit 700.000 Dollar im nächsten Jahr um weitere 140.000 Dollar ansteigt, sagt er. Sobald aber diese Stütze wegbricht, dürfte sich das Konsumklima eintrüben und der Konsum - der zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung entspricht - zurückgehen.

 

Schlimmes Ende für Rentenfonds?

 

Ritholtz schätzt, daß das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten zur Hälfte von der Entwicklung im Immobiliensektor abhängt. Dies gilt unter anderem für die Beschäftigung, den Bausektor und den Konsum. Damit hängt auch der gesamte Aktienmarkt vom Immobiliensektor ab. Egal, ob man in Technologie- oder Energieaktien investiert hat - aus makroökonomischer Sicht ist bei einem Rückschlag im Immobiliensektor damit zu rechnen, so daß bei allen Investitionen Verluste zu verzeichnen sind, kommentiert Ritholtz.

 

Selbst Rentenpapiere können versteckte, immobilienmarktabhängige Risiken bergen. Anleihefonds sind häufig die sichersten Papiere eines Portfolios. Die Hypothekenverschuldung ist jedoch in die Höhe geschnellt. Diese Kredite werden häufig verbrieft und dann an Rentenportfoliomanager verkauft. Viele von ihnen landen dann in Rentenfonds.

 

Der einzelne Anleger weiß häufig gar nicht, in welchem Maße er Hypotheken mit hohen Risiken ausgesetzt ist, sagt Didi Weinblatt, Portfoliomanagerin bei USAA GNMA. Wenn die Zinsen steigen und die Hauspreise gleichzeitig sinken, könnten die Zahlungen auf Hypothekenkredite ausfallen, da der Wert des Hauses geringer ist als die Verschuldung. Ich fürchte, daß es ein schlimmes Ende nehmen könnte, sagt Weinblatt.

 

Die hypothekenbedingten Risiken dürften bei einem gut gemanagten Investmentfonds gering sein. Bei einer Investition in Hedge Fonds könnte man jedoch gleich in doppelter Hinsicht anfällig sein. Häufig werden die Pools aus Hypothekenpapieren aufgeteilt und abhängig vom jeweiligen Risiko erneut verbrieft - und die Derivate mit der höchsten Rendite landen dann in Hedgefonds. Die mit Hypothekenkrediten verbundenen Risiken sind auf mehr Ebenen zu finden als je zuvor, so daß keine Erfahrungswerte bestehen, schrieb Victoria Wagner von S&P in ihrer Studie.

 

Anleger sollten sich informieren

 

Man sollte nicht einfach davon ausgehen, daß das eigene Aktienportfolio schon gut abgesichert sei, bloß weil man nicht in großem Umfang in REITs und Wohnungsbaugesellschaften investiert hat. Zusammen machen diese Papiere nur etwa ein Prozent des S&P 500 aus. Bei Immobilienfonds besteht nach Auffassung von Dan McNeela von Morningstar aufgrund der Investition in Gewerbe- und Industrieimmobilien sowie Mietshäuser keine enge Korrelation zum Wohnungsmarkt.

 

Wie kann man sich also vor den Auswirkungen eines Eigenheimpreisrückgangs auf das eigene Portfolio schützen? Zunächst sollte man sicherstellen, daß man den Konsum- und den Finanzdienstleistungssektor nicht zu stark gewichtet hat. Außerdem sollte man sich darüber informieren, ob die Rentenfonds im Portfolio möglicherweise riskante, hypothekenbesicherte Papiere beinhalten. Eine größere Liquiditätsreserve könnte durchaus sinnvoll sein, wenn man sein Gesamtrisiko verringern möchte.

 

Bisher sind am Immobilienmarkt nur Anzeichen für eine Plateaubildung, nicht jedoch für einen Rückgang der Preise zu erkennen. Man sollte jedoch immer im Auge behalten, daß bei einer Verschlechterung der Lage am Immobilienmarkt gerade die Aktien- und Anleihefonds, bei denen zunächst nicht unbedingt eine Verbindung zum Immobilienmarkt zu erkennen ist, die größten negativen Überraschungen bergen könnten.

 

 

Bildmaterial: Barrons

http://www.faz.net/s/Rub034D6E2A72C942018B...n~Sspezial.html

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Geschrieben

diese Nachricht ist auch vom 07.10.2005

und erscheint mir das Sahnehäubchen zu der vorangegangenen, odrrrrrr?

 

 

Washington (ots/PRNewswire) - Fannie Mae (NYSE: FNM) gab heute bekannt, dass es eine Neuausgabe von Benchmark Notes® mit dreijähriger Laufzeit über ein Händler-Syndikat anbieten wird und 4,375% Benchmark Notes mit zehnjähriger Laufzeit (fällig 15. Oktober 2015) über eine Internet-basierte Auktion anbieten will. Diese Auktion für die Wiederaufnahme wird um 11:00 Uhr EDT am 13. Oktober 2005 abgehalten. Nach der Wiederaufnahme beträgt das Emissionsvolumen US$ 4,0 Milliarden.

 

3-Jahre (Neuausgabe) 10-Jahre (Wiederaufnahme) Preisfestsetzungstermin 13. Oktober 2005 13. Oktober 2005 Abrechnungstag 14. Oktober 2005 14. Oktober 2005 Fälligkeitstag 15. Oktober 2008 15. Oktober 2015 Emissionsvolumen/ Ausgabe US$ 3,0 Milliarden US$ 1,0 Milliarden/ US$ 4,0 Milliarden Bezugsschein TBD 4,375% Zahlungsdaten Jeweils am 15. Oktober Jeweils am 15. und 15. April, Beginn Oktober und 15. 15. Oktober 2005 April, Beginn 15. Oktober 2005 CUSIP 31359MZH9 31359MZC0 Notierung Die Notierung der Anleihen Die Notierung der auf dem EuroMTF-Markt der Anleihen auf dem Luxembourg Stock Exchange EuroMTF-Markt der wird beantragt Luxembourg Stock Exchange wird beantragt

 

Neuemission

 

Gemeinschaftliche Konsortialführer für die Neuemission sind HSBC Securities Inc., Morgan Stanley & Co. und J.P. Morgan Securities Inc. Zu den Co-Managern gehören Citigroup Global Markets Inc., Credit Suisse First Boston Corporation, FTN Financial Capital Markets, Goldman, Sachs & Co., Lehman Brothers Inc. und UBS Investment Bank. Zudem gibt es eine aus neun Händlern bestehende Platzierungsgruppe.

 

Fannie Mae ist ein an der New Yorker Börse registriertes Unternehmen und ist weltweit das grösste Finanz-Serviceunternehmen ausserhalb der Bankbranche. Das Unternehmen wird unter einem gesetzlichen Auftrag der amerikanischen Regierung betrieben und ist die grösste Finanzierungsquelle in den USA für die Hypothekenfinanzierung. Fannie Mae ist bestrebt, die "Lücke im Wohneigentum" durch ein US$ 2 Milliarden grosses Finanzierungsprogramm unter dem Namen "American Dream Commitment" zu schliessen, indem die Wohneigentumsrate erhöht und 18 Millionen amerikanische Familien bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts gezielt angesprochen werden. Seit 1968 hat Fannie Mae bereits 58 Millionen Familien bei der Hypothekenfinanzierung mit US$ 5,7 Billionen unterstützt. Weitere Informationen über Fannie Mae können Sie im Internet unter http://www.fanniemae.com finden.

 

Benchmark Notes ist eine eingetragene Marke von Fannie Mae. Die nicht autorisierte Verwendung dieser Marke ist untersagt.

 

Wortgebrauch: Der Vorstand der Fannie Mae hat genehmigt, dass das Unternehmen unter dem Namen "Fannie Mae" betrieben wird. Seine Aktien sind jetzt an der NYSE unter "FNM" notiert. Im Sinne eines klaren Bezugs und zur Vermeidung von Unklarheiten werden alle Nachrichtenorganisationen gebeten, sich auf das Unternehmen ausschliesslich unter dem Namen "Fannie Mae" zu beziehen.

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Geschrieben · bearbeitet von desesperado

auch wenn man aufgrund des Titesl erst einmal ein anderes Thema erwartet,

jedoch wird die Immobilienblase hier nur anders beleuchted:

 

 

Bei einer Rally von Anfang an dabei sein!

 

von Jochen Steffens

 

Es ist unter anderem Aufgabe eines umsichtigen Investors, zu erahnen, was die Fed vorhat. Dazu eine These: Sie erinnern sich, Alan Greenspan hat vor kurzem eingeräumt, dass es im Immobiliensektor zu Übertreibungen kommt.

 

Die Fed hatte die Geldpolitik gelockert, das Geld ist teilweise in Aktien geflossen. Leider scheint aber seit einem Jahr ein vielleicht maßgeblicher Teil des Geldes auch in den Immobilienmarkt zu fließen, da hier höhere Renditen erwartet werden.

 

Hier könnte sich ein weiterer Grund verbergen, warum die amerikanischen Märkte eher seitwärts laufen und dies trotz stabiler Wirtschaftslage und hoffnungsfrohem Wirtschaftsausblick. Ein Teil des Geldes konzentriert sich auf Immobilien und fehlt damit dem Aktienmarkt.

 

Kurz: Wenn die Amis Häuser kaufen, um damit zu spekulieren, haben Sie kein Geld mehr für Aktien. Logisch!

 

Es geht um die Pensionen der Amerikaner!

 

Nun stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Notenbank-Chef in den USA. Sie würden jeden Morgen ein Bad nehmen und darüber nachdenken, wie man denn den amerikanischen Aktienmarkt auf die Beine bringen kann. Sie wissen, Sie müssen den amerikanischen Aktienmarkt stützen, davon hängen unter anderem die Pensionen weiter Teile der Bevölkerung ab. Hinzu kommt vielleicht etwas Eitelkeit, beim Abschied keine Scherben zu hinterlassen.

 

Sie sehen, dass das Geld in den Immobilienmarkt fließt und erkennen dort erste Anzeichen einer Überdehnung. Ihr klares Ziel muss also sein, das Geld in den Aktienmarkt umzulenken. Da haben Sie einen genialen Einfall:

 

Sie müssten lediglich die Zinsen am kurzen und langen Ende hochziehen, damit Kredite und Darlehen zu teuer für Immobilienspekulationen sind. Das Problem: Das funktionierte in der Vergangenheit einfach nicht. Unter anderem aufgrund massiver Käufe der weltweiten Zentralbanken bleiben die Zinsen am langen Ende niedrig, obwohl der kurzfristige Zinssatz ansteigt. Darüber hat sich Old Greeny auch schon ganz offen mehrfach beklagt. Was tun?

 

Wie kann man die Zinsen am langen Ende beeinflussen

 

Was kann langfristige Zinsen anheben? Dazu ein Beispiel: Wenn Sie Geld zu 4 % auf 10 Jahre anlegen, dann müssen Sie davon ausgehen, dass die Inflationsrate unter diesen 4 % bleibt. Ansonsten machen Sie faktisch Verluste. Wenn Sie nun deutlich und eindringlich vor Inflation warnen, auch noch behaupten, dass die Gefahr einer "ausufernden Inflation" besteht, werden immer weniger Investoren bereit sein, Geld zu 4 % auf 10 Jahre anzulegen, respektive Bonds zu kaufen. Sie wollen dann höhere Renditen, damit Sie keine Verluste machen.

 

Kurz: Nur wenn Sie massiv vor Inflation warnen, können Sie die Zinsen am langen Ende hochkriegen. Und nur so können Sie im zweiten Schritt das spekulative Geld von dem Immobilienmarkt wegbringen. Steigen die Zinsen zu sehr, lohnen sich die notwendigen Kosten für die Kredite im Vergleich zu den erwarteten Renditen nicht mehr.

 

Das würde erklären, warum die Fed nun so einhellig und massiv bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf "Inflation" hinweist und damit bewusst in Kauf nimmt, die Märkte nach unten zu drücken.

 

Und wie kommt dann das Geld in den Aktienmarkt?

 

Nehmen wir nun an, dass die Fed es schafft, die Zinsen am langen Ende hochzukriegen. Das bedeutet jedoch leider nicht, dass das spekulative Geld dann sofort in den Aktienmarkt fließt. Denn Geld fließt nur dann in den Aktienmarkt, wenn es sich dort Gewinne erhofft.

 

Der 0815 Anleger, schaut auf die jüngste Vergangenheit und stellt fest: Oh, im US-Aktienmarkt passiert nichts, da lege ich kein Geld an. Anders würde es sich verhalten, wenn der US-Aktienmarkt dieses Jahr deutlich gestiegen wäre, dann denkt der Anleger, oh hier passiert was, da muss ich investieren.

 

Also muss die Fed den Aktienmarkt interessant machen. Zumindest kurzfristig, denn die Fed weiß: Steigende Märkte machen bessere Nachrichten und führen zu mehr Käufen, so dass die Märkte noch weiter steigen.

 

Einige Wochen/Monate später:

 

Wir stellen uns nun vor, die Aussagen der Fed zur Inflation zeigen Wirkung und die langfristigen Zinsen wären bereits gestiegen, das Geld sieht keine Gewinnchancen mehr im Immobilienmarkt. Schon sinken die Häuserpreise, das wird dann auch schön in den Medien durchgespült.

 

Wenn daraufhin Alan Greenspan ankündigt, die straffe Zinspolitik zu lockern, werden die Aktienmärkte mit stärkeren Kursgewinnen reagieren. Das könnte dann auch der Auslöser sein, dass sich wieder mehr Amerikaner auf Aktien, statt auf Immobilien besinnen. Die Folge wäre eine fulminante Rally.

 

Für mich ist das eine mögliche These, die das Handeln der Fed zurzeit vernünftig zu erklären vermag. Aus diesem Grund halte ich auch, wie gesagt, das Thema Inflation aktuell für überbewertet.

 

Die Lizens zum Gelddrucken

 

Stimmt diese These, dann wäre das die Lizenz zum Gelddrucken, Sie könnten von Anfang an bei einer Mega Rallye dabei sein. Allerdings sollten Sie mit den ersten größeren Positionen warten, bis sich in den USA ein Aufwärtstrend ausbildet. Spätestens wenn die Fed ankündigt, die Zinspolitik zu lockern, können Sie immer weiter nachkaufen. In der gleichen Weise, wie ich das in den letzten beiden Jahren für den Dax empfohlen habe: Neues Hoch: Position erhöhen.

 

Das große "Aber": Es gibt einen entscheidenden Grund zur Vorsicht!

 

Was mich jedoch nach wie vor wundert und zunnehmend beunruhigt, ist, jeder Ansatz einer Erholungsrallye in den USA wurde in den letzten Tagen abverkauft. Das spricht dafür, dass hier auch Institutionelle massiv aussteigen.

 

Die einzige Erklärung neben Vogelgrippe, Terror (die immer noch als mögliche Ursachen im Raum stehen) oder einer anderen "Katastrophe", wäre, dass die Märkte noch einmal vor einer großen Rally in die Knie gedrückt werden "sollen". Das hatten wir oft genug. Deswegen meine Vermutung, dass eventuell der Dow noch einmal unter die 10.000 Punkte Marke gedrückt werden wird. Das werden wir sehen und abwarten.

 

Latente Crash-Gefahr!

 

Die Möglichkeit, dass der Markt auch etwas anderes ausbrütet, was wir noch nicht sehen, ist dabei immer gegeben, eine latente Crash-Gefahr, die Sie jedoch nicht überbewerten sollten, ist nicht ausgeschlossen. Das sollte man im Hinterkopf behalten! Vorsicht ist auf jeden Fall angesagt, Panik (noch) übertrieben! Das gilt besonders für den Dax.

 

Ein P.S. zum Schluss

 

Ein P.S. sei mir gestattet: Sie sehen also, dass ein Einbruch im Immobiliensektor keineswegs, wie gerne behauptet wird, zu einem Einbruch des Aktienmarktes führen muss (kann, aber nicht muss!), sondern sogar den Aktienmarkt beflügeln könnte, sofern er maßvoll vonstatten geht.

http://www.investor-verlag.de/

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Geschrieben · bearbeitet von cubanpete

Solange die "Amis" zu so guten Konditionen Schulden machen können, solange es also genügend "Idioten" gibt, die ihnen das Geld pumpen....

 

Fordern die Chinesen ihr Geld zurück, crashen sämtliche US Märkte. Die USA rüstet sich für so einen Fall mit jahrtausendealten Mitteln: Gewalt.

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Geschrieben · bearbeitet von desesperado

@ cubanpete

 

da meine Englischkenntisse kaum besser sind als mein Spanisch, kann ich nicht auf anspruchsvolle Börsenkommentare oder Analysen der Amerikaner zugreifen :P

 

natürlich würde ich lieber dies hier "studieren" http://stockcharts.com/def/servlet/Favorit...t;s57332985>

 

die unkonventionelle Art des Jochen Steffens liest sich doch ganz gut,

 

er beschreibt doch nur mögliche Hintergründe für Mr. Greenies Vorgehensweise,

" die Luft aus der Immobilienblase raus lassen (deshalb die permanente Warnung vor Inflation und höheren Zinsen) um so das Geld wieder in die Aktienmärkte zurück zu führen..."

 

Therioen gibt es viele....

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Geschrieben

nichts Weltbewegendes aber laut Titel dieses threads können hier auch Prognosen vorgestellt werden ;) , außerdem dachte ich schon, die Bären seien in der vergangenen Woche ausgestorben , nun*erleichtert bin*

 

 

 

Strategen sagen Jahresendrallye ab

Kurse bereits zu weit gelaufen - Angekündigtes Zinssignal stimmt Börsianern skeptisch

 

Frankfurt/Main - Jetzt noch einmal schnell die PS auf die Straße bringen. Das werden sich viele Anleger denken. Schließlich ist nun die Zeit für die klassische Jahresendrallye. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete der Deutsche Aktienindex zwischen Mitte November und dem Jahresende ganze acht Mal zum Teil kräftige Kurszuwächse. Im Durchschnitt legte der Dax in diesem Zeitraum drei Prozent zu und damit nur geringfügig weniger, als aktuell zehnjährige Staatsanleihen in einem ganzen Jahr abwerfen.

 

 

Und tatsächlich sah es am Freitag ganz nach dem Startschuß für die Jahresendrallye aus. Der Dax kletterte vorübergehend auf 5162 Punke und damit den höchsten Stand seit April 2002. Doch Strategen warnen vor überzogenen Erwartungen.

 

 

"Sicher ist eine Jahresendrallye möglich. Wir halten sie aber für unwahrscheinlich", sagt Matthias Jörss, Stratege beim Bankhaus Sal. Oppenheim in Frankfurt. Das Risiko-Chancen-Verhältnis habe sich zuletzt zuungunsten von Dividendenpapieren verschoben. "Die unverblümte Ankündigung von EZB-Präsident Jean Claude Trichet, die Zinsen bereits auf der kommenden Sitzung im Dezember anzuheben, sollte eine Warnung sein", sagt Jörss, der den Dax am Jahresende bei 4900 Punkten erwartet. Er sieht neben steigenden Leitzinsen und einer damit verbundenen verringerten weltweiten Liquidität noch weitere kurzfristige Gefahren für die Kurse. So hält es Jörss für unvereinbar, daß die Marktteilnehmer zum einen auf einen Konkurs des größten Autobauer der Welt und andererseits auf weiter steigende Kurse generell spekulierten. Die Probleme bei General Motors könnten nicht als unternehmensspezifisch und damit irrelevant für den Gesamtmarkt abgetan werden. "GM ist der größte Emittent am Anleihemarkt. Sollte das Unternehmen wirklich zahlungsunfähig werden, betrifft dies Unternehmensbonds in Höhe eines dreistelligen Milliarden-Dollar-Betrags. Ein solcher Ausfall wäre eine Belastung für die Finanzmärkte generell", sagt Jörss.

 

 

Auch Andreas Hürkamp, Stratege der Landesbank Rheinland Pfalz in Mainz rät kurzfristig zur Vorsicht. "Sicher ist jetzt die Zeit für eine Jahresendrallye." Doch die Anleger hätten bereits vieles vorweggenommen. Skeptisch stimmt ihn die optimistische Stimmung der Privatanleger, die noch nie so hoch wie aktuell gewesen sei. "Einen vergleichbaren Optimismus findet man gewöhnlich Mitte Januar wieder - dann, wenn die Jahresendrallye bereits gelaufen ist. Sein Dax-Kursziel für Ende Dezember liegt bei 5100 Punkten und bietet keinerlei Spielraum nach oben.

 

 

Ins gleiche Horn stößt Ralf Kugelstadt von der UBS in Frankfurt. "Unser Dax-Ziel für Ende des kommenden Jahres liegt bei 5300 Punkten. Jedes Prozent, das der Dax jetzt noch steigt, geht in 2006 verloren." Kugelstadt hält im Vergleich zu den meisten Marktteilnehmern auch die Bewertungen nicht für extrem günstig. "Der Dax ist nur optisch billig." Die Gewinne lägen aber bereits über dem zyklisch normalen Niveau, was Risiken birgt. "Die Hauptfrage lautet: Was erwartet uns 2007?", so Kugelstadt.

 

 

Deshalb warnt er auch davor, die jetzt abgelaufene Quartalssaison über zu bewerten. Zwar hätten die meisten Unternehmen die hoch gesteckten Schätzungen der Analysten erfüllt oder sogar übertroffen. Ein Wermutstropfen seien aber die zurückhaltenden Erwartungen für den weiteren Geschäftsverlauf, sagen Analysten.

 

"Das war eine sehr gute Dax-Berichtssaison. Der Nettogewinn lag im Schnitt elf Prozent über den Analystenschätzungen", stellt auch Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank in Frankfurt angesichts der Tatsache fest, daß lediglich sechs der 29 Unternehmen, die bislang ihre Bücher geöffnet haben, enttäuschten. Die Prognosen der Konzerne wertet Kahler jedoch als sehr vorsichtig. "Die meisten Unternehmen haben ihre Ziele für 2005 nur bestätigt, dabei sind es ja nur noch sechs Wochen bis zum Jahresende", stellt der DZ-Bank-Stratege fest. "Sie haben sich nicht sehr weit aus dem Fenster gelehnt, da sie weiter die Sorge haben, daß sich das Wachstum der Weltwirtschaft etwas abkühlen wird." rtr

 

Artikel erschienen am Sa, 19. November 2005

http://www.welt.de/data/2005/11/19/805833.html

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Märkte in Asien freundlich Kritik an Mizuho wegen Misstrade

 

Mit 15.404 Punkten ging der Nikkei225 mit einem Wochengewinn von 274 Zählern aus dem Markt. Softbank Corp. (WKN 891624), der Highflyer der vergangenen Tage, büßten zehn Prozent im Verlauf dieser Woche ein. Am Freitag waren allerdings in Tokio die Käufer unterwegs und zogen den Wert wieder um neun Prozent auf 75,00 Euro nach oben. Banken- und Brokertitel kamen am Donnerstag ganz besonders unter Druck. Ein gewaltiger Misstrade eines zunächst nicht genannten japanischen Brokers löste einen Kursrutsch in den gesamten Finanztiteln aus. Bei einer Neuemission, bei welcher 2.800 Aktien ausgegeben wurden und es insgesamt nur 14.000 Stücke gibt, kam eine Verkaufsorder über 600.000 Stück mit einem Limit von einem Yen an den Markt. Ursprünglich sollte der Auftrag ein Stück mit Limit 600.000 Yen lauten. Natürlich fiel die Aktie innerhalb weniger Minuten dramatisch bis Limit Down. Der Broker, es war Mizuho Securities, ein Tochterunternehmen der Mizuho Financial Group (WKN 200455), bemerkte dann den Fehler und musste prompt die leerverkauften Aktien wieder zurückkaufen. Logischerweise stieg dann der Wert auf Limit up. Mizuho konnte so den Schaden zwar begrenzen, aber dieser ist mit geschätzten 250 Millionen Euro doch noch immens. Und das alles wegen eines falschen Tastendrucks. Am Freitag fand in der Neuemission kein Handel statt. Der Vorgang wird von der Tokioter Börse geprüft.

Während in Japan am Donnerstag der Banken- und Brokersektor wegen des Fehlers von Mizuho Securities unter Druck kam, stand der Bereich an anderen Börsen Asiens auf dem Kaufzettel der Investoren. Es wurden vor allem in Thailand verstärkt Bankentitel wie Bangkok Bank (WKN 883565) und Kasikornbank (WKN 878347) nachgefragt. Bangkok Bank stiegen um rund sieben Prozent auf 112 Baht oder umgerechnet 2,30 Euro. Kasikornbank konnten gar um fast neun Prozent auf umgerechnet 1,44 Euro zulegen.

 

Sogar über 30 Prozent konnte die indonesische Bank Permata (WKN A0B50S) an Wert gewinnen. Wurden die Aktien des Unternehmens am vergangenen Freitag noch bei 500 Rupien gehandelt, mussten am Donnerstag bereits 660 Rupien bzw. 0,057 Euro bezahlt werden.

 

Der Hang Seng versuchte zwei Tage die 15.000er Marke zu halten, doch am Donnerstag konnte er sich nicht mehr wehren und rutschte zum Wochenende auf 14.910 Punkte. Dies entspricht einem Wochenverlust von nicht ganz einem Prozent. Die Favoriten der letzten Woche waren diesmal die Verlierer. So verloren Hutchison (WKN 864287) drei Prozent auf 8,00 Euro und Cheung Kong (WKN 862398) ebenfalls rund drei Prozent auf 8,70 Euro.

Neu in Stuttgart notieren Dong Feng Motor (WKN A0HMV5). Das Unternehmen ist im Fahrzeugbau tätig und wurde am 06.12.2005 in Hongkong mit 1,60 HKD an die Börse gebracht. Mit einem Höchstkurs bei 1,81 HKD und einem aktuellen Kurs von 1,72 HKD oder 0,188 Euro kann man im derzeitigen Marktumfeld durchaus von einem gelungenen IPO sprechen.

 

Zu erheblichen Kursschwankungen kam es diese Woche bei der australischen Medec (WKN 726156). Die Aktien des Medizintechnikunternehmens notierten am Montag noch bei 0,35 Euro. Innerhalb von zwei Tagen kam es zu einem Kurseinbruch von rund einem Drittel auf 0,25 Euro. Der Wert konnte sich von seinem Tief wieder leicht erholen und wird aktuell mit 0,28 Euro gehandelt.

 

Gold und Silber lieb ich sehr ... könnte der Leitspruch derjenigen Anleger lauten, die seit Jahresanfang in diesen Edelmetallen investiert sind. Silber, welches außer für die Schmuckherstellung in der Industrie wegen seiner sehr guten elektrischen Leitfähigkeit und vermehrt auch in der Medizintechnik wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften Verwendung findet, legte seit Jahresanfang um beachtliche 38 Prozent zu und notiert aktuell bei 8.95 Dollar je Unze. Auch der Goldpreis setzte seine Rallye seit dem Überwinden der psychologisch wichtigen Marke von 500 Dollar weiterhin fort und notiert aktuell bei 523 Dollar. Das gelbe Metall kann somit vorläufig eine Jahresperformance von gut 22 Prozent vorweisen.

 

Die amerikanischen Finanzmärkte tendierten diese Woche im Sog des wieder anziehenden Ölpreises schwächer. Da auch der Goldpreis nahe dem 23-Jahres-Hoch notiert, waren Öl- und Goldaktien stark gefragt.

Im Technologiesektor fiel der Netzwerkausrüster Cisco Systems (WKN 878841) positiv auf, nachdem die Aktie nach einer Analystenkonferenz auf Übergewichten hochgestuft wurde und somit im Wochenverlauf fast drei Prozent auf 15,10 Euro zulegen konnte.

http://www.boerse-stuttgart.de/pp_frameset...rt.de/main.html

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Geschrieben

@bruja

Interessanter Artikel :thumbsup:

 

Mizuho konnte so den Schaden zwar begrenzen, aber dieser ist mit geschätzten 250 Millionen Euro doch noch immens. Und das alles wegen eines falschen Tastendrucks.

Hab irgendwo mal gelesen, dass in den asiatischen Märkten solche Fehltritte leider nicht wieder zurückgenommen werden können, das heißt dann wohl Pech gehabt.

Der Typ, der den Fehler begangen hat, tztztztz Ich möchte jetzt nicht in seiner Haut stecken :w00t:

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Geschrieben

@ Deperado

Sehr interessante Beiträge von Dir hab mir die halbe Nacht damit um die Ohren gehauen. Was denkst du ,sollte es Wirklich zu einer Weltwährungsreform einhergehend mit einer massiven Geldentwertung kommen, was heißt das zb. für mich als kleinen Fondsparplaner? Ich mein ich Zahl Rentenbeiträge und hab auch ne Zusatzrentenversicherung aber wenn dann aus 1000 100 werden und ich hab da jahrelang Eingezahlt das Leben an sich wird aber nicht Billiger dann kann ich diese Grundform der Altersvorsorge schon mal Vergessen. (im vorraus berechnete Rente 3000 Inflationsbereinigt eher etwas mehr dann 90 % weg bleibt 300 Ätsch davon kann 2035 kein Schwein leben und ich hab mein ganzes Leben Gespart also genau das was uns die Politiker die ganze Zeit Verklickern.Dann wären da noch meine Aktienfonds welche teils in und teils in $ anlegen Allein das ich daran gedacht habe und dies kein Zufall ist zeigt dir ja das ich mir Grundsätzlich schon Gedanken mache. Wie die sich nun Entwickeln kann man ja nicht Vorwegsehen aber bei meinem Anlagehorizont von noch gut 30 Jahren mach ich mir da keinen Kopf aber auch hier gilt sagen wir ein Anteil kostet jetzt 5 mit viel Glück in 20 Jahren 30 ich hab ständig weiter Investiert auch mal Umgeschichtet und sagen wir nach 20 Jahre schon 200000 im Depot in Fonds geparkt also viele 1000de angelegt mein Durchschnittskurs liegt also sagen wir bei 7 jetzt kommt diese Währungsreform und macht aus meinen 30 dann noch 3 Globodollar :w00t: oder aus meinem Ganzen Depot von 200000 runter auf 20000 davon kann man aber im Jahr 2200 grade mal ein Fahrrad kaufen kann es wirklich so kommen oder geht das nicht? Der Fonds legt doch in Aktien an die Firmen werden doch nicht weniger wert nur weil wir anderes Geld haben müsste der Fonds oder natürlich auch Einzelaktien ihren Wert nicht sofort verzehnfachen und nur das tatsächliche Papiergeld im Portmoinee und auf der Bank entwertet sich? Oder wie oder was ich steh hier völlig auf dem Schlauch :angry: Ich bin schon sehr auf deine Antwort gespannt du hast mich maximal Erschreckt mit diesen Weltuntergangszenarien!!!

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Noch was ich könnte ja auch Gold und Silberbarren kaufen und zu Hause horten. Dies wird ja sowieso von allen immer wieder Empfohlen nur genau das ist doch der Punkt wenn sich alle einig sind das Gold und Silber nur Steigen kann dann wird es fallen aber "Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel" :err: :stupid::dumb::help::shock:

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Geschrieben

Zu Inflation, Aktien und Gold:

 

- Ich bin mir nicht sicher, ob wir mittelfristig überhaupt grosse Inflationsraten zu erwarten haben. Langfristig werden wir diese aber mit Sicherheit bekommen. Kurzfristig könnte auch eine Deflation (meine einsame Meinung) einsetzen und vieles wieder ins Lot bringen. Wenn "Helicopter Ben" Bernanke seinem Namen gerecht wird, so könnten wir allerdings schon früher die Mega-Inflation bekommen.

 

- Die Fonds legen zwar in Aktien an, aber der Finanzsektor ist bei den Aktien übervertreten. Bei einer Extreminflation mit Schulden- und Wertzerfall werden diese Aktien wertlos.

 

- Nur wer den Totalzusammenbruch der Märkte fürchtet sollte in physikalisches Gold investieren. Sonst tun's auch Goldaktien.

 

- Eine weiter Strategie gegen Mega-Inflation ist, sich Güter, z.B. Häuser, auf Kredit zu kaufen. Wenn dann aber eine Deflation einsetzt, so ist man ziemlich angeschmiert :(

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Geschrieben

und vielleicht noch etwas Besinnliches zum d058.gif

 

 

Der letzte Versuch

von Walter K. Eichelburg

 

Der jetzt exponentiell steigende Goldpreis zeigt langsam das sinkende Vertrauen in das Papiergeldsystem an. Bei den geringsten Anzeichen von Wirtschaftsschwäche werden die Zentralbanken noch intensiver inflationieren als heute. Erst ein noch wesentlich höherer Goldpreis wird sie zu signifikanten Zinserhöhungen zwingen, mit fatalen Folgen.

 

Die alternative Finanzwelt teilt sich derzeit in Deflationisten und Inflationisten, während der Mainstream immer noch glaubt, dass alles so weitergeht wie bisher.

 

Seit dem Jahr 2000 ist die Welt aber im sogenannten "Kondratieff-Winter" nach Ian Gordon. Das ist die Zeit im etwa 70-jährigen Kreditzyklus (benannt nach dem russischen Wirtschaftswissenschaftler), wo das System von der überschweren Kreditlast "gereinigt" wird. Das erfolgt im Normalfall durch Deflation. Die letzte Phase des Kondratieff-Winters dauerte von 1929 bis etwa 1949.

 

Die aktuelle Winterphase begann mit dem Einbruch der High Tech Börsen im Jahr 2000. Speziell ab 2001 waren wesentliche Auswirkungen mit den Zusammenbrüchen von Enron, Woldcom, usw. Zu sehen. Aber dann erfolgte mit den Afganistan und Iraq-Kriegen sowie massiven Steuersenkungen in den USA eine Periode der "Reflation", die bis jetzt anhält.

 

Inwischen beginnen diese Immobilien-Bubbles, die durch ultra-niedrige Zinsen aufgebaut wurden, zu platzen. Zuerst in Grossbritannien, jetzt auch in den USA. Über die Folge gibt es unterschiedliche Ansichten. Der "Housing-ATM" a.k.a. das eigene Haus als Geldautomat funktioniert nicht mehr richtig.

 

 

Inflationisten und Deflationisten

 

Die Deflationisten, darunter Robert Prechter und Rick Ackerman in den USA sowie Günter Hannich in Deutschland erwarten einen schnellen Zusammenbruch. Rick Ackerman geht sogar von einer "Instant-Depression" aus, wobei innerhalb eines Tages oder weniger Stunden das weltweite Finanzsystem kollabieren kann.

 

Die Inflationisten, darunter Jim Puplava gehen davon aus, dass zuerst eine massive Inflation von den Ausmassen einer Hyperinflation kommt, bevor das System dann noch deflationär kollabiert. Jim Puplava beschreibt in "The Day after Tomorrow, Part IV" ein Szenario, wo bei den ersten Anzeichen einer Deflation durch Greenspans Nachfolger Ben "Helicopter" Bernanke noch einmal ein inflationärer Boom kommt. Marc Faber stellt in "A Roadmap to Financial Ruin" sogar ein 4-stufiges Szenario auf, das (zumindest für die USA) eine "ordentliche" Hyperinflation und dann einen deflationären Kollaps vorsieht.

 

Wie gesagt, die meisten dieser Szenarien wurden für die USA erstellt. Was genau passieren wird ist natürlich etwas schwieriger vorzusagen, wenn überhaupt unmöglich. Faktum ist, dass die deflationären Szenarien bisher nicht eingetreten sind. Vielmehr explodieren weltweit die Geldmengen und die Banken fallen übereinander her, um Kredite zu verkaufen. Nicht nur an US-Hauskäufer, sondern etwa auch für Projekte in Osteuropa.

 

 

Ein Bild verfestigt sich

 

In der Zwischenzeit sind einige Ereignisse eingetreten, die eine etwas genauere Prognose ermöglichen:

 

 

a.) Ben "Helicopter" Bernanke wird ab 1. Februar 2006 der Nachfolger des "Maestro Sir Alan Greenspan an der Spitze der US Fed. In den Monaten zuvor wurde er bereits von George W. Bush als Chefberater im Weissen Haus unter die Lupe genommen. Vermutlich ob er wirklich in der Lage ist, Dubyas Regentschaft auf der ökonomischen Front noch für einige Zeit sicherzustellen. Wie bekannt, hat er in seinen Reden damit gedroht, eine Deflation auch durch Abwurf von Dollar-Scheinen aus Helikoptern zu bekämpfen.

 

b.) Die asiatatischen Zentralbanken kaufen immer weniger US-Treasury-Bonds. Ein Ersatz für diese Käufer muss bald gefunden werden, sonst steigen die Zinsen.

 

c.) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen lange auf 2% belassen und erst am 1. Dezember 2005 auf 2.25% erhöht. Das Jammern und Wehklagen unter den Politikern und "Ökonomen" ging durch die ganze Eurozone. Alle fürchten um die Konjuktur. Dass die Inflation dabei schon über 2.5% ist, stört offenbar niemanden. Die Politik und die Öffentlichkeit halten "neutrale" Zinsen von etwa 5% sicher nicht aus. Zumindest Italien würde dabei sofort aus dem Euro aussteigen.

 

d.) Der Goldpreis ist inzwischen auf über 500 US/oz gestiegen. In Euro hat er seit Frühsommer 2005 einen rasanten Anstieg von etwa 350 auf 430 durchgemacht. Gleichzeitig ist der Euro gegenüber dem US-Dollar signifikant gesunken, primär wegen der Zinsdifferenz. Allein in der letzten Novemberwoche hat die EZB über 10 Tonnen Gold auf den Markt geworfen, um den Goldpreis zu dämpfen. Geholfen hat es nur wenige Tage. Idioten.

 

Eine Wiederholung der 70er Jahre?

 

In der Literatur wird die heutige Situation sehr oft mit den 70er Jahren verglichen, wo sehr hohe Inflation herrschte und Anfang 1980 der Goldpreis 850 US$ erreichte. Die Politik und die Zentralbanken versuchen im Wesentlichen das Gleiche: eine stagnierende Konjunktur durch Zinsen unterhalb der Inflationsrate anzukurbeln.

 

Einige Dinge sind aber heute sehr verschieden:

 

 

Es gibt eine globale Labor-Arbitrage, mit der Folge sehr hoher Arbeitlosenraten in der westlichen Welt, speziell Europa. Richtige Lohnerhöhungen sid dabei kaum möglich.

 

Der Verschuldungsgrad der Haushalte, Unternehmen und des Staates ist um ein x-faches höher. So gibt es heute nach dem Volumen etwa 50 mal soviele Bonds als damals

 

Es gibt einen gigantischen Berg von Derivaten mit einem Notional-Value von über 300 Billionen (Trillions) Dollar. Die meisten davon sind Zinsdrivate. Warren Buffet bezeichnet sie als finanzielle Massenvernichtigswaffen

 

Die Inflation geht heute wegen der Labor-Arbitrage primär in Finanzassets wie Bonds. Charakteristisch dafür ist der "Yield-Carry-Trade".

 

Die Flucht in das Gold hat begonnen

 

Wie damals sind die Zentralbanken heute hinter der Inflationsentwicklung. Durch verschiedene statistische Tricks wird die Inflationsrate zwar optisch geschönt, jedoch kann nicht verhindert werden, dass sich die Investoren über den Wert der verschiedenen Fiat-Währungen schön langsam Gedanken machen. Seit 2001 steigt inzwischen der Goldpreis. Zuerst nur gegenüber dem USD, jetzt auch gegenüber allen Papier-Währungen.

 

Am Anfang hat nur das sogenannte "Smart-Money" in Gold investiert, das war die 1. Phase des derzeitigen Gold-Bullmarkets. Inzwischen sind wir in die 2. Phase mit den grossen Preissteigerungen eingetreten. Da kaufen auch institutionelle Investoren (Big Money) und Zentralbanken Gold. Russland hat vor kurzer Zeit angekündigt, 500 Tonnen Gold zu kaufen, wo sie es immer finden. In der 3. Phase werden dann auch die Kleinanleger einsteigen, aber das dauert noch.

 

In der Literatur werden Maximal-Goldpreise zwischen 3000 und 15000 USD genannt. Richard Russel sagt, dass sich der Dow Jones Index und der USD-Goldpreis bei ca. 3000 kreuzen werden. Der Goldpreis nach oben, der Dow selbstverständlich nach unten.

 

Seit 1992 wird der Goldpreis nach unten manipuliert, teilweise durch direkte Goldverkäufe der westlichen Zentralbanken, teilweise durch Ausleihungen an Bullion-Banken. Darüber hinaus werden die Gold-Futures an der COMEX durch massive (naked?) Short-Verkäufe manipuliert. 1999 mussten nach einem Ausbruch auf $300 sogar 1700 Tonnen Gold auf den Markt geworfen werden, primär von den Briten. Dazu gibt es ausreichend Literatur (John Embry, GATA, etc.). Diese Manipulationen funktionieren immer weniger und werden bald ganz zusammenbrechen. Dann ist der Weg in wirkliche Höhen offen.

 

 

Die Flucht in das Gold wird die Zinsen hochzwingen

 

Jim Puplava schreibt, der nächste Inflationierungsversuch wird international koordiniert und massiv sein. Ben Bernanke ist der richtige Mann dafür in den USA. Ab 22. März 2006 wird in den USA die M3-Geldmenge nicht mehr veröffentlicht. Die Japaner inflationieren ohnehin schon seit Jahren massiv. Und jetzt zeigt sich auch in Europa, dass die EZB, auch wenn sie wollte, die Inflation wegen der Politik nicht einbremsen kann.

 

Diese Versuche werden zwar der Politik noch einige Monate oder ein Jahr wirkliche Einschnitte ersparen, aber sie werden das Ende nur hinauszögern und verschlimmern. Ja, und das chinesische Regime möchte unbedingt noch bis zu den olympischen Spielen 2008 überleben. Nachdem alle anderen Währungsregionen mit dem Dollar inflationiern, bleibt nur das Gold als Ausweich-Währung. Mit dem koordinierten Inflationieren treiben die Eliten das Kapital zu ihrem Feind - dem Gold. Damit monetisieren sie das Gold wieder - was sie eigentlich verhindern wollten. Der Anstieg des Goldpreises wird daher exponentiell immer stärker zunehmen. Ich halte 1.000 US$ in einem Jahr für konservativ.

 

Das Fatale für die Währungen und Papier-Werte an dieser Flucht ist, dass sie nur durch extrem hohe Zinsen wie 1980 (über 20%) umzukehren ist. Das halten die hochverschuldeten Ökonomien aber nicht aus. Am Ende werden auch die Staaten wie Argentinien in den Default (bankrott) gehen. Zur Not können die Zentralbanken Alles und Jedes monetisieren (auf selbsterzeugten Kredit aufkaufen), auch Einfamilienhäuser. Wie weit sie damit kommen werden, ist aber eine andere Sache.

 

 

Die politisch-militärische Situation

 

Der Irak-Krieg ist für die USA verloren. Jetzt geht es nur mehr darum, wann und wie die Truppen abgezogen werden sollen. Die Bush/Cheney-Clique wehrt sich natürlich noch. Gleichzeitig kommen in den USA massive politische Korruptionsaffären ans Tageslicht. Die Katrina-Hurrikan-Katastrophe an der US-Golfküste und die total verpfuschte FEMA-Hilfsaktion (FEMA-Chef Brown - "I am a fashion god") haben dem Vertrauen in die Politik das Rückgrat gebrochen.

 

In Europa zeigt die EU immer mehr Zerfallserscheinungen. Nicht nur wurde die EU-Verfassung in Referenden in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt, der Maastricht-Vertrag (max. 3% Neuverschuldung) wird fast überall gebrochen. Es kommen auch kaum mehr Beschlüsse zu stande. Dafür liefert man sich ein idiotisches Schausspiel nach dem anderen um die Aufnahme der Türkei, die sicher nicht zu Europa gehört. Aber man kann ja nicht Nein sagen.

 

Kein Wunder, dass man sich monetär an das letzte Hilfsmittel klammert, das noch bleibt - die Inflationierung. Der steigende Goldpreis zeigt aber, dass es eine monetäre Alternative ohne Schulden dahinter gibt. Es kann ruhig gesagt werden, dass der steigende Goldpreis auch ein Misstrauensbeweis an die Politik ist. Der Euro wird mit dem Dollar zusammen in die Hölle fahren.

 

Wie es aussieht, wird auch der Schweizer Franken mit in die Hölle fahren. Trotz des signifikanten Wertverlusts des Euro gegenüber dem USD, ist der EUR/SFR-Kurs mit ca. 1.55 fast konstant geblieben. Man sieht, auch die Schweizer Regierung hält keine Deflation aus. Daher sollte der SFR nicht unbedingt als Krisenwährung gesehen werden.

 

 

Der Letzte Inflationsversuch wird im Derivatencrash enden

 

Sobald die Zinsen ruckartig nur um einige Prozent steigen, geht die weltweite Derivatenbombe hoch. Das ist auch der Grund, warum die Amerikaner ihre Zinsen nur langsam angehoben haben.

 

Wann das System kippt und bei diesem Crash weltweit die meisten Banken in den Abgrund reisst, ist schwer vorherzusagen. Die meisten Kredite, speziell in den USA und UK werden heute "securitized", d.h. die Banken verkaufen ihre Kredite als Anleihen weltweit weiter. Diese Papiere sind leicht auf den Markt zu werfen. Wer zuerst verkauft, hat die wenigsten Verluste zu erleiden, aber "devil takes the hindmost". Ob eine grosse Verkaufswelle wirklich von den Zentralbanken schnell genug monetisiert werden kann, ist zweifelhaft.

 

Der Euro wird sich spätestens dann in seine Einzelteile auflösen. Denn die Euroland-Staaten werden versuchen, wenn es wirklich kritisch wird, aus dem Euro in eine eigene, selbst inflationierbare Währung umzusteigen. Oder spätestens nach einem solchen Crash wird man versuchen, ein Währungssystem auf jeweils nationaler Ebene wieder aufzubauen. Es war ein kurzes Euro-Leben.

 

 

Zusammenfassung

 

Alle jene, die bisher auf den grossen Crash gewartet haben, sind leer ausgegangen. Aber der nun exponentiell steigende Goldpreis wird das Vertrauen in alle Fiat-Money Systeme so untergraben, dass irgendwann die grosse Verkaufswelle bei Finanz-Assets beginnt. Der Goldpreis wird aber erst dann, mit der Welle aus Kreditausfällen, wegen der Angst der Investoren seine wirklichen Höhen erklimmen - to the Moon!

 

Quelle: http://www.goldseiten.de/content/diverses/...hp?storyid=1957

© Walter K. Eichelburg

Herr Eichelburg ist unabhängiger Network-Consultant in Wien. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er kann unter walter@eichelburg.com erreicht werden.

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Geschrieben

Na denn ma Prost!

Also doch Physisches Gold und Silber kaufen.

Trotzdem noch mal zu meiner Frage weiter oben, was passiert mit meinen Fonds sie werden Wertloser aber sie werden doch hoffentlich auch mal wieder steigen und ich hätte dann den maximalen 'Cost .... Effekt oder wieder falsch verstanden?!

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Geschrieben

In einem solchen Szenarium steigen auch Goldaktien parallel zum Goldpreis.

 

Fonds werden vermutlich nicht wertlos, aber ein Verlust von 80% könnte schon drinliegen :)

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Geschrieben

Ja denn iss Recht schreibt halt bitte kurz vorher ne BM an mich dass ich noch Rechtzeitig alles Verticken kann. ;) Es stand ja da dass die Eingeweihten rechtzeitig durch "Zwischen den Zeilen lesen oder so" gewarnt werden ich Erhebe hiermit ausdrücklich Anspruch auf eine Warnung Eurerseits Rechtzeitig vor dem finalem Crash!!! Danke schon mal im Voraus. Aber bitte nicht zuviele falsche Alarme Short gehen kann auch sehr teuer werden.Noch ein paar Jahre wie 2000 bis 2002 auf der Longseite Überlebe ich aber definitiv nicht!

 

PS.: Ob long ob Short das Geld ist fort in diesem Sinne liebe Grüße an alle

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Geschrieben

hallo hannes,

 

tut mir leid, Dich maximal erschreckt und noch nicht mal eine entsprechende Antwort für Dich zu haben,

 

in erster Linie habe ich die Beiträge hier reingestellt weil sie sich von der Schönmalerei der meisten Medien unterscheiden, also zum Nachdenken anregen, auf Eventualitäten hinweisen und weil mich einige Berichte teilweise selbst erschreckt haben,

wer weis schon ob es wirklich eine Weltwährungsreform geben wird (was ich mir aber gut vorstellen kann); wie man sich am besten gegen die daraus resultierende Geldentwertung wappnet bzw. sich darauf vorbereitet, ist sicher eine sehr individuelle Sache,

 

nicht gesehen hatte ich, dass BernhardBerlin meinen letzten Beitrag schon hier ins Forum und zur Diskussion gestellt hatte

https://www.wertpapier-forum.de/index.php?s...indpost&p=37837

 

ganz unrecht hat Maharishi sicher nicht:

 

Ja, aber nicht so, wie sich die Crashpropheten das vorstellen. Die Szenarien, die von dieser Seite kommen, sind unrealistisch. Vor allem sind sie auch in sich widersprüchlich, denn wenn es tatsächlich soweit kommt, daß die staatliche Ordnung zerfällt, braucht man kein Gold, sondern eine Kalashnikov mit viel Ersatzmunition.

denn was will man dann machen, mit einem Barren Gold zum Bäcker gehen ? und der kann nicht rausgeben ?

 

vielleicht ein wenig überzogen, aber ich denke es ist schon ratsam über seine Vermögenswerte nachzudenken und evtl. einen Teil aus Fonds umzuschichten in Sachwerte

 

aber wie gesagt, beabsichtigt von mir waren kl. Denkanstösse -

 

und es soll keiner sagen, er habe es nicht gewusst...... <_<

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Geschrieben

Nach den sehr interessanten Texten, die v.a. @desesperado hier einstellt (Danke an dieser Stelle!), glaube ich, dass die nachfolgende Kopie aus einem anderen Forum (Elliot-Wave) zu dem Thema ganz gut passt. Wer des Englischen mächtg ist, kann den Originaltext natürlich heranziehen (Link am Ende).

Servus, maxillo

11. Dezember 2005 15:35:04: Re: K. Richebächer über die US-Lügenblase -

Auszugsweise Übersetzung es auf Englisch gehaltenen Vortrags des Ökonomen Dr. Kurt Richebächer vom 19.11.2005 in München über die US-Wirtschaft.

 

Meine Damen und Herren,

... Was genau ist die Besonderheit der angelsächsischen Wirtschaften? In all diesen Ländern gibt es kapitalistische Scheinblüten, inflationäre Blasen ("asset bubbles"). Das heißt, das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern beruhte in den letzten Jahren ohne Ausnahme auf inflationären Blasen, vor allem einer Inflation der Immobilienpreise. Die Inflation der Immobilienpreise förderte eine Inflation des Kredits ("credit bubble") ...

 

Das ins Auge springende Symptom dieses Blasen-Wachstums ist ein großes Außenhandelsdefizit. Alle angelsächsischen Staaten, mit Ausnahme Kanada haben ein riesiges Außenhandelsdefizit bei gleichzeitig verschwindender Sparquote. In allen diesen Ländern boomt der Konsum und nur der Konsum. ... Das Wirtschaftswachstum ist höher als in Europa, aber die Qualität dieses Wachstums ist miserabel wie nie zuvor. ...

 

In der Weltwirtschaft spielten die USA die Hauptrolle. In den letzten Jahren spielten sie diese Rolle, weil ihr Handelsdefizit seit dem Jahr 2000 von rund 400 Mrd. Dollar Jahr für Jahr stieg, bis auf gegenwärtig rund 800 Mrd. Dollar. 800 Mrd. US-Dollar ist eine riesige Summe, sogar für einen so großen Wirtschaftsraum wie die USA. ...

 

In den USA bläht sich die größte Kreditblase seit Menschengedenken auf. ... Als Greenspan Chef der FED wurde, betrug die Gesamtverschuldung der USA 10 Billionen USD, heute sind es mehr als 37 Billionen. Das heißt, die US-Verschuldung hat sich mehr als verdreifacht, und die Frage ist: Wohin floss all dieses Geld?

 

In den Preisindizes taucht es nicht auf. Die amerikanischen Führungskräfte schauen wirklich nur auf den Preisindex. Ein stabiler Preisindex heißt für sie stabile Finanzen und das bedeutet für sie stabiles Wachstum.

Gut, überprüfen wir einmal diese Zahlen. Kreditwachstum ist immer ein Schlüsselelement, wenn man eine Volkswirtschaft analysiert. Wenn man auf das Kreditwachstum in den USA seit den späten 70er und den folgenden Jahren schaut, so hatten die USA anfangs ein Kreditwachstum von 1,4 Dollars für jeden zusätzlichen Dollar im BSP. Unlängst betrug dieses Verhältnis 4 zu 1. Jeder zusätzliche Dollar im Wirtschaftswachstum verursacht vier Dollar Schulden. Das ist das miserabelste Verschuldungs-Verhältnis der Wirtschaftsgeschichte - auch im Vergleich zu jedem anderen Land.

 

Die Frage ist: Wie ist das möglich? Die Antwort darauf liegt in der Frage: Wohin floss all dieses Geld? ... In früherer Zeit flossen zusätzliche Kredite in die Ausgaben von Unternehmen oder privaten Konsumenten. Konsumenten und Firmen borgten Geld für den einzigen Zweck, um es für Waren der Warenproduktion auszugeben. Das änderte sich in den 80er Jahren. ... Mehr und mehr geborgtes Geld floss in die Finanzmärkte. Das führte zuerst zur Inflation der Aktienpreise. Andererseits löste sich allmählich die Verbindung zwischen Kreditwachstum und Einkommenswachstum, schließlich wurde diese Verbindung ganz unterbrochen.

 

... Mehr und mehr geliehenes Geld floss in andere Kanäle als in das reale Wirtschaftswachstum. (Karl Marx erklärte dieses Phänomen als Überproduktion von Kapital - Geldkapital, das in der Warenproduktion keine profitable Anlage mehr findet. w.b.). Das führte zu der Krise von 1998.

Man wird sich an dieses Jahr erinnern, als das Jahr der Asien-Krise, der russischen Krise und der Krise des Investmentfonds LTCM. Das war die Zeit, als die Federal Reserve in die Finanzmärkte intervenierte, um LTCM zu retten. Seit diesem Jahr 1998 explodierten die Finanzkredite. Das heißt, mehr und mehr geborgtes Geld floss in die Finanzmärkte, vor allem in den Aktienmarkt.

 

Gleichzeitig vergrößerte sich das Handelsdefizit. Ein Handelsdefizit bedeutet eigentlich eine Schrumpfung des Inlandseinkommens. Die Konsumentenausgaben fließen nicht mehr zu heimischen Produzenten, um deren Profite zu erhöhen. Statt dessen fließen sie zu ausländischen Produzenten und bringt denen Profite. Das amerikanische Außenhandelsdefizit vergrößert die Profite in Asien. Als Resultat schrumpfen die US-Profite. Jedes Handelsdefizit bedeutet Dollar für Dollar einen Einkommensverlust im Inland und einen Einkommensgewinn für das Exportland. Zur Zeit verliert die US-Wirtschaft in jedem Jahr 800 Mrd. Dollar an ausländische Produzenten ...

 

Die gewöhnliche Argumentation in Amerika geht ungefähr so: "Unser Handelsdefizit spielt keine Rolle! Wir haben trotz dieses Handelsdefizit ein höheres Wirtschaftswachstum als die Europäer, also wo liegt das Problem?" Diese Antwort zeigt, dass die US-Ökonomen nicht die geringste Ahnung haben, wie das Handelsdefizit ihrer Ökonomie schadet. ...

 

Die Sache verläuft ungefähr so: Ein Handelsdefizit entsteht aus "billigem Geld" und die Federal Reserve reagiert auf das Defizit mit beschleunigtem Gelddrucken, um die heimischen Einkommensverluste auszugleichen. Im weiteren Fortgang muss das Handelsdefizit weiter wachsen, und ebenso muss die Kreditexpansion mit dem billigen Geld wachsen, um den Geldfluss ins Ausland aufrechtzuerhalten. ...

 

In den USA werden schlechte Wirtschaftsmeldungen vom Tisch gewischt mit der Reaktion: "Das ist besser als erwartet!" So werden schlechte Nachrichten in gute Nachrichten umgelogen. ...

 

Nach dem Aktiencrash von 2001 wurden die Bankzinsen von 6,5% auf 2% und dann noch auf 1% gesenkt, in der Erwartung, das würde in Kombination mit den Steuererleichterungen die Wirtschaft wieder in Gang bringen. Aber das geschah nicht wirklich. Die Arbeitslosenrate stieg ...Soweit die Wirtschaft wuchs, wuchs sie durch vermehrte Konsumtion, und alles das basierte auf Blasen ...

 

Die amerikanischen Ökonomen haben in den letzten zehn Jahren erhebliche Veränderungen in ihren statistischen Erhebungen vorgenommen. Vor allem in den Daten, die die größten wirtschaftspolitischen Auswirkungen haben. So zum Beispiel änderten sie die Messlatte zur Messung der Inflation. ... Das Argument der Fachleute war: Wir müssen die Verbesserungen der Gebrauchswerte als Preisrückgang darstellen. Ursprünglich wurde dies bei nur bei verkauften Computern in die Preisstatistik eingerechnet, inzwischen wurde diese Berechnung auf die gesamte Wirtschaftsstatistik ausgedehnt. ... (als Beispiel: Verdoppelte sich innerhalb eines Jahres die Leistung bei einem 1000-Dollar-Computer, dann wanderten die für 1000 Dollar bezahlten Computernur mit 500 Dollar in die "hedonistische" offizielle Statistik., w.b.)

 

Konservative Schätzungen nehmen an, dass diese Änderungen der Indizes die Inflationsrate um 1,5 Punkte senken. Andere gehen von 3 Punkten aus. Was wir auch immer ansetzen, wenn wir diese Zahl der offiziellen Inflationszahl hinzurechnen, dann bleibt keinerlei Wirtschaftswachstum übrig. Haben Sie das verstanden? Nach Abzug der wirklichen Inflation gibt es in den USA, so denke ich, seit Jahren so gut wie kein reales Wirtschaftswachstum. ...

 

Die andere Sache von Wichtigkeit: Die Messzahlen zur Erhebung der Arbeitslosigkeit wurden verändert. Vor seiner Wiederwahl wollte Bill Clinton niedrigere Arbeitslosenzahlen. Zu diesem Zweck fügten sie eine zusätzliche Frage bei der Erfassung der Arbeitslosen ein. Es ist kaum bekannt, dass in den USA die Arbeitslosenzahlen dadurch erfasst werden, dass jeden Monat 50.000 Menschen gefragt werden: "Haben Sie ihren Job verloren?", "Sind Sie arbeitslos?" und so weiter. In diesen Fragebogen wurde die Frage eingefügt: "Haben Sie aktiv nach einer neuen Arbeit gesucht?" Auf Deutsch: "Haben Sie eine Bewerbung für einen Arbeitsplatz losgeschickt, bzw. hat Ihnen eine Firma einen neuen Job angeboten?" Man glaubt es kaum, aber wer auf diese Frage mit "Ja" antwortet, wird nicht mehr als Arbeitsloser gezählt. Andererseits, wer es aufgeben hat, nach Arbeit zu suchen, auch der wird nicht mehr als Arbeitsloser gezählt. ... Man schätzt diese "frustrierten Arbeitslosen" auf mehr als 5 Millionen. Wenn man sie in die Arbeitslosenzahlen einrechnet, dann liegt die Arbeitslosenrate in den USA bei rund 8% bis 9% und nicht bei den behaupteten 5%. ...

 

Als Ergebnis bekommt man eine geringe Beschäftigungsrate bei einem geringen Wirtschaftswachstum. ... Aber die Betrügereien bei der Festlegung der Arbeitslosenzahlen sind nicht einmal das Schwerwiegendste. ... Tatsache ist, dass der größte Betrug passiert bei der Festlegung des BSP und daraus folgt eine Unterschätzung der Inflation. Es hängt alles davon ab, ob man behauptet, die Inflationsrate sei 1% oder 2% oder 3%. ...

 

Die Ausweitung des billigen Geldes läuft seit dem Jahr 2000 auf vollen Touren, aber die Investitionsrate ging deutlicher zurück als sonst. ... Tatsache ist, dass bis heute die Unternehmensinvestitionen nicht angesprungen sind. Produktive Investitionen liegen kaum auf dem Niveau des Jahres 2000. ... Die (öffentliche und private) Konsumtion nimmt einen immer größeren Anteil des BSP ein und erreicht mittlerweile 81%, gegenüber des langfristigen Durchschnitts von 67%. ...

 

Die übliche Erklärung für das Wirtschaftswachstum trotz schlechter Beschäftigungslage ist das Produktivitätswachstum. Auf den ersten Blick scheint das plausibel. Aber wenn man in den Strukturwandel der US-Wirtschaft blickt, macht das spektakuläre Produktivitätswachstum keinen Sinn, wo doch gleichzeitig das produktive Kapital schrumpft. Wenn man sich die Sache genau anschaut, dann ist der industrielle Sektor der Hauptverlierer der US-Wirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe gingen 3 Millionen von 70 Millionen Jobs seit 2000 verloren. Das verarbeitende Gewerbe ist gleichzeitig der Sektor mit der höchsten Kapitalzusammensetzung (dem höchsten Anteil konstantem Kapital am Gesamtkapital). In diesem Sektor gibt es so gut wie keine Neuinvestitionen mehr, da geht nichts mehr.

 

Die größte Jobmaschine in den USA bildete der Immobiliensektor. ... Rund 40% dieser armseligen neuen Jobs geht auf das Konto der Immobilienblase. Die US-Wirtschaft ist eine Wirtschaft, wo die verarbeitende Industrie rasch und unaufhörlich schrumpft. Und während dort Monat für Monat Jobs verloren gehen, entstehen die neuen Jobs auf dem Immobiliensektor und in Dienstleistungsbranchen wie das Gesundheitswesen. Das sind schlecht bezahlte Jobs, vielleicht nicht alle, aber die meisten davon - verglichen mit den gut bezahlten Jobs, die in der verarbeitenden Industrie verloren gingen.

 

Ich behaupte: Die Zahlen über das amerikanische Bruttosozialprodukt sind gefälscht. Sie sind aufgeblasen, weil die wirkliche Inflationsrate unterschätzt wird. Man kann sagen: Wenn man das Bruttosozialprodukt der USA mit den Beschäftigungszahlen abgleicht, dann muss man feststellen, dass es nach 2000 keine wirtschaftliche Erholung gegeben hat. Die offiziellen Zahlen über das BSP geben ein völlig falsches Bild vom realen Wirtschaftswachstum und von der realen Wirtschaftsentwicklung in den USA. ...

 

Nach meiner Meinung liegt das Problem der US-Wirtschaft gerade darin, dass der FED die US-Wirtschaft für gesund hält. Ich meine, sie fallen auf ihre eigene Propaganda herein. ... Zur Zeit haben Ökonomen in aller Welt die Vorstellung, dass die US-Wirtschaft in hervorragender Verfassung sei. Das zeigen die aktuellen Zinsraten und der diesjährige Boom auf den Aktienmärkten. Ich meine aber, dass sich die US-Wirtschaft in der kritischsten Lage seit dem II. Weltkrieg befindet ...

 

Noch eine Bemerkung zu US-Einkommensstatistik. Die US-Ökonomen sprechen von "Imputed Incomes" ("zugerechnete Einkommen"). Die Statistiker behaupten, dass Konsumenten und Unternehmen eine Reihe von Dingen erhalten, für die sie nichts zahlen. Das rechnen sie als "Einkommen". Zum Beispiel die Hausbesitzer. Die US-Statistiker sagen: "Wer ein Haus hat, der zahlt keine Miete, also rechnen wir ihm ein Mieteinkommen zu."

Rund 600 bis 700 Mrd. Dollar bestehen jährlich aus solchen "zugerechneten Einkommen". ... Ist das nicht verrückt? Ganz bestimmt! ...

 

Unter den US-Ökonomen wird das alles nicht in Frage gestellt. Warum nicht? ... Die US-Ökonomen sagen: "Wir brauchen keine Wirtschaftstheorie, wir haben Statistik." ... Die US-Ökonomen verfügen über mehr Statistiken als irgendwer sonst. Das ist ihr Theorieersatz. ... Ohne vernünftige Theorie sind die Ökonomen jedoch nicht in der Lage zwischen wichtigen und unwichtigen statistischen Daten zu unterscheiden. Ich persönlich denke, dass alle diese Umfragen als statistische Basis kompletter Unsinn sind, denn die befragten Leute geben dir nichts anderes zur Antwort, als was sie in den Zeitungen lesen - und das ist ziemlich wertlos. ... Wenn dir jeder sagt, er sei optimistisch, dann leben wir angeblich in einer boomenden Wirtschaft. ...

Ich würde auch behaupten, dass diese Wall Street Ökonomen korrupt sind. Sie sind korrupt in dem Sinne, dass ihnen nicht erlaubt ist, etwas Kritisches zu äußern....

 

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

 

Dr. Kurt Richebächer, Vortrag vom 19.November 2005 in München.

 

Originaltext: http://www.gold-eagle.com/research/richebacherndx.html

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Geschrieben

Hallo !

Wenn ich mir Krügerrand kaufe kostet dann 1Unze soviel wie der Tagesaktuelle Goldpreis also heute zb 510$ und kann ich die bei jeder x-beliebigen Hausbank kaufen und verkaufen? Haben die da einen Spread drauf oder kann ich die zum selben Preis theoretisch wieder los werden? Ist der Krügerrand einbe reale Währung weil steht ja zb 10$ drauf oder bildet er tatsächlich den Goldpreis ab oder ist er sogar teurer weil es ja eine Münze mit Sammlerwert ist( in diesem Fall wäre es ja nicht so die Perfekte absicherung).

Was ist wenn man zb Goldminenaktien hat im Crash alle Wertpapiere fallen der Goldpreis steigt Goldminenaktiendann doch auch die müssten ja dann sogar noch einen Hebel haben.

Eigentlich kann man bei Gold doch gar nix falsch machen die Riesterrente ist ein Versprechen der Goldpreis eine Tatsache auch in Jahrzehnten!

Ich hoffe jemand kann mir meine vielen Fragen beantworten

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Geschrieben

Haha

 

Also die Münzen oder Barren unterm Kopfkissen sind wohl die sicherste Alternative

 

Ich denke den Countdown für diese Szenarien wird China sein,

wenn der politische und militärische Einfluss, auf das was die US Kapitalisten

sich hier zu sichern versuchen, zu gross wird.

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Geschrieben · bearbeitet von bruja

ein Bericht mit dem Thema:

 

HANDELSBLATT, Dienstag, 27. Dezember 2005, 09:46 Uhr

 

 

Hohe Nachfrage

 

Kautschuk ist Mangelware

 

Dieter Claassen

 

Am Weltkautschukmarkt wächst die Nervosität. Die Preise steigen fast unaufhörlich. Der Grund ist die knappe Versorgungslage. Denn nur drei Länder Thailand, Indonesien und Malaysia decken fast 70 Prozent des weltweiten Bedarfs.

 

 

 

 

LONDON. Davon kommen allein aus Thailand nahezu 40 Prozent. Und ausgerechnet dort ist der Fluss des milchigen Safts, Latex, im nun auslaufenden Jahr ins Stocken geraten.

 

Die Produktion wird durch politische Unruhen gebremst. Im Süden Thailands kämpfen Ordnungskräfte mit Muslimen, die einen islamischen Staat ausrufen wollen in einem Land, das zu 90 Prozent buddhistisch ist. Schwere Regenfälle sind ein weiterer Grund, der selbst Saelim Piyaporn, Chef des Kautschukverbands Thailands, in Pessimismus verfallen lässt: Wir werden 2005 die drei Millionen Tonnen vom Vorjahr wohl nicht mehr erreichen. Die Produktion könnte damit erstmals seit dem Jahr 1996 fallen. Und schlimmer noch, reichliche Regenfälle lassen auch die Produktion Malaysias stagnieren.

 

Weltweit wird damit 2005 einem nur um 3,9 Prozent wachsenden Angebot an Naturkautschuk ein Nachfragezuwachs von über sieben Prozent gegenüberstehen, prognostiziert die Londoner Economist Intelligence Unit, EIU, in ihrer jüngsten Marktanalyse. Der Preis ist auf dem besten Weg, 2006 den höchsten Stand seit 21 Jahren zu erreichen, meint Hiroshi Munakata, Analyst bei der Brokerfirma Asahi Trust an der Terminbörse in Tokio, Tocom. Der Terminpreis für Kautschuk ist dort seit Jahresbeginn um etwa 60 Prozent in die Höhe geschnellt.

 

Die Marktteilnehmer werten den Preisanstieg mehr als anderswo als Ausdruck des Wechselspiels zwischen der Nachfrage Chinas und dem Angebot Thailands; immerhin die Hälfte der thailändischen Produktion geht in das Riesenreich. China verschlang 2005 etwa 22 Prozent des weltweiten Kautschukaufkommens. Die chinesische Reifenproduktion schnellte allein in den ersten zehn Monaten um 28 Prozent in die Höhe. Sumitomo Rubber, zweitgrößter Reifenhersteller der Welt, will seine Produktion in China bis 2008 sogar vervierfachen.

 

Für das zweite Quartal 2005 registriert indessen die International Rubber Study Group (IRSG) in London, der Verband der Branche, erstmals seit langem ein Produktionsdefizit am Weltmarkt. Dieses betrifft auch die Produktion synthetischen Kautschuks (SR) aus dem Ölnebenprodukt Butadien. Jahrelang war Synthesekautschuk billiger als das Naturprodukt und deckte etwa 60 bis 70 Prozent des Gesamtbedarfs. Der Anstieg des Ölpreises hat auch Butadien verteuert. Seit Jahresbeginn hat der Preis um fast die Hälfte zugelegt. Die Reifenindustrie setzt daher verstärkt auf Naturkautschuk. Dessen Anteil an der Produktion liegt inzwischen bei 42 Prozent. Vor drei Jahren waren es noch 39 Prozent.

 

Welche Kautschuksorte sich auf Dauer als die preiswertere Alternative durchsetzen wird, lässt sich nach Ansicht von Experten angesichts der heftigen Preisturbulenzen nicht voraussagen. Laut IRSG lag der Durchschnittspreis für Naturkautschuk im ersten Halbjahr noch bei etwa 84 Prozent des Preises für Synthesekautschuk. Doch schon im dritten Quartal war das Latexprodukt geringfügig teurer.

 

Lin Hui, Analyst an der Terminbörse in Shanghai, wagt daher schon diese Prognose: Die Preise für Naturkautschuk werden auch 2006 hoch bleiben und wahrscheinlich neue Rekorde brechen. Damit scheinen auch die Reifenhersteller zu rechnen. Die Produzenten haben ihre Preise bereits den neuen Marktverhältnissen angepasst.

 

Das Material, aus dem Gummi gemacht wird

 

Naturkautschuk

Kautschuk ist ein Sammelbegriff für elastische Polymere, aus denen Gummi hergestellt wird. Gewonnen wird er als Milchsaft verschiedener tropischer Pflanzen, vor allem des Kautschukbaumes.

 

Produzenten

Die wichtigsten Anbieter sind Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien und China. In Afrika produzieren die Elfenbeinküste, Nigeria und Liberia.

 

Kunstkautschuk

Synthetischer Kautschuk wurde bereits im Jahr 1927 durch den deutschen Chemiker Walter Bock in Leverkusen entwickelt. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs gewann das Produkt an Bedeutung, da es die Unabhängigkeit von den Naturkautschuk-Importen bedeutete.

 

 

HANDELSBLATT, Dienstag, 27. Dezember 2005, 09:46 Uhr

 

http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1162186

 

 

editiert, da Link nicht weiterführte

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Geschrieben

am Dienstag wurde als Grund für die Verluste an den US Börsen u. a. von einigen Kommentatoren eine Inverse Zinstrukturkurve genannt

 

27.12.2005 - 22:30 

Inverse Zinskurve läßt US-Markt einknicken 

(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)

 

 

Der US-Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag zunächst von seiner besten Seite. In der zweiten Hälfte kippte die Stimmung aber abrupt ins Negative um, nachdem sich am Bond-Markt das Szenario einer sogenannten inversen Zinskurve ergaben hatte. Erstmals seit fünf Jahren lag hier die Rendite auf Anleihen mit 10jähriger Laufzeit niedriger als bei 2jährigen Kurzläufern. Laut der gängigen Lehrmeinung weist ein solches Phänomen auf eine bevorstehende Rezessionsphase hin.

 

 

ein heutiger Kommentar ;)

Des weiteren schüttelte der Markt die gestrige Meldung bezüglich einer inversen Zinskurve in den U.S.A. mit Leichtigkeit ab. Invers bedeutet hier, dass die Rendite kurzlaufender Anleihen über den Langlaufenden liegt. Solch ein Phänomen war in der Vergangenheit ein Vorbote für eine bevorstehende Rezession. Allerdings teilte Alan Greenspan in den letzten Wochen mit, dass man heutzutage nicht mehr allzuviel auf dieses Ereignis geben sollte.

 

 

 

Hintergrund

Was eine inverse Zinsstruktur bedeutet

 

 

28. Dezember 2005 In der Regel werfen lang laufende Zinspapiere eine höhere Rendite ab als Kurzläufer - der Zinssatz steigt also mit der Bindungsdauer. Das ist leicht nachvollziehbar, schließlich gehen Anleger, die sich länger binden, höhere Risiken ein. Und das höhere Risiko, das sich beispielsweise in Form einer steigenden Inflation zeigen kann oder in der Ungewißheit über die Bonität des Schuldners zum Rückzahlungszeitpunkt, wird eben mit einer höheren Verzinsung entlohnt.

 

 

Ablesen läßt sich das aktuelle Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Zinsen in der sogenannten Zinsstrukturkurve. Diese verdeutlicht das Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Zinssätzen. Die Renditen am kurzen Ende geben dabei Auskunft, ob die Geldpolitik eher locker (tiefe Renditen) oder eher restriktiv (hohe Renditen) ist.

 

Das lange Ende spiegelt die Erwartung der Marktteilnehmer wider, ob künftig die Inflation verhalten sein wird (niedrige Renditen) oder ein Teuerungsschub droht (hohe Renditen). Eine steigende Zinsstrukturkurve wird dabei als normal angesehen (und häufig auch so bezeichnet). In diesem Fall sind die kurzfristigen Zinsen niedriger als die Zinsen für längerfristig gebundenes Kapital.

 

Von einer flachen Zinsstrukturkurve wird dann gesprochen, wenn die Zinssätze für alle Zinsbindungsdauern in etwa gleich hoch sind. Und von einer inversen Zinsstrukturkurve, die noch seltener als eine flache Zinsstrukturkurve auftritt, ist dann die Rede, wenn die kurzfristigen Zinssätze höher sind als die langfristigen. Das heißt, die Zinsstrukturkurve fällt (siehe Grafik).

 

Inverse Zinsstruktur gilt als Vorbote von Konjunkturproblemen

 

Eine inverse Zinsstruktur entsteht entweder, wenn die Notenbank die kurzfristigen Zinsen durch Zinserhöhungen in die Höhe treibt oder wenn Anleger, die eine Konjunkturschwäche befürchten, ihr Kapital vermehrt in langfristige Zinspapiere stecken und damit deren Renditen drücken. Zinserhöhungen beschließt eine Notenbank typischerweise dann, wenn sie, etwa wegen steigender Ölpreise, Inflationsgefahren wittert und deshalb das Wirtschaftswachstum bremsen will.

 

Eine restriktivere Zinspolitik kann neben bremsenden Effekten auf die Inflation auch bewirken, daß die Anleger künfitg eine Abschwächung des Wachstums befürchten. In einem solchen Fall spricht dann nichts mehr gegen den Kauf langlaufender Anleihen, wodurch deren Kurse steigen und ihre Rendite sinkt.

 

Die Zinsstrukturkurve findet an der Börse deshalb viel Beachtung, weil sich aus ihren Verlauf Rückschlusse auf den Zustand der Konjunktur ziehen lassen und das wiederum sehr wichtig für die Einschätzung der weiteren Kursaussichten und die Ableitung einer entsprechenden Anlagestrategie ist. Mit einer normalen Zinsstrukturkurve verbinden Marktteilnehmer in der Regel positive Konjunkturerwartungen und langfristig steigende Zinsen.

 

Dagegen schrillen bei Volkswirten beim Auftreten einer inversen Zinsstrukturkurve die Alarmglocken, weil sie häufig der Vorbote für bevorstehende volkswirtschaftliche Probleme gilt. So hat eine neuere Untersuchung der Federal Reserve in New York ergeben, daß eine inverse Zinsstrukturkurve der präziseste Einzelindikator für eine drohende Rezession ist.

 

Studien belegen Prognosequalität der Zinsstrukturkurve

 

Anderen Studien zufolge kommt es ein Jahr nach einer Inversion der Zinsstruktur oder etwas später zu einer Rezession. Außerdem schneidet der S&P-500 in den zwölf Monaten nach einer Inversion mit einem Plus von 1,06 Prozent im historischen Vergleich relativ schlecht ab. Ihre Prognosequalität bewies die inverse Zinsstrukturkurve zuletzt im Jahr 2000, als sie frühzeitig auf die nachfolgende Rezession in Amerika hinwies. Eine inverse Zinsstruktur kann auf mittelfristig wieder fallende kurzfristige Leitzinsen hindeuten, ebenfalls ein Signal dafür, daß die Marktteilnehmer negative Konjunkturerwartungen hegen.

 

Mit dazu bei trägt auch die Tatsache, daß die Bereitschaft des Bankensektors zur Kreditvergabe bei einer steilen Zinsstrukturkurve höher ist. Den bei einer inversen Zinsstrukturkurve müssen Banken für die Refinanzierung mehr zahlen als sie über die die Kreditvergabe verdienen. Gleichzeitig nimmt aber die Kreditnachfrage mit einer flachen Zinsstrukturkurve zu, weil es sich dann lohnt, einen Kredit zur Anlage auf einem Festgeldkonto aufzunehmen, da der Einlage- über dem Entleihungszins liegt. Dieser Gegensatz löst sich erst dann auf, wenn die Banken höhere Kreditzinsen durchsetzen können oder die Kreditvergabe eingeschränkt wird.

 

Kein absolut verläßlicher Indikator

 

Nicht selten erwies sich eine inverse Zinsstrukturkurve in der Vergangenheit als verläßlicher Indikator für eine bevorstehende Rezession. Daher verwundert nicht, daß die Börsianer hellhörig werden, wenn die Zinsstrukturkurve wie am Dienstag in Amerika kurzzeitig geschehen (zehnjährige Anleihen rentierten da im Handelsverlauf mit 4,372 Prozent knapp unter dem Renditeniveau zweijähriger Anleihen von 4,373 Prozent), erstmals seit fünf Jahren wieder invers wird.

 

Aber es gibt auch außerordentliche wirtschaftliche Umstände, die eine inverse Zinskurve bedingen können. Ob das auch diesmal der Fall ist, bleibt abzuwarten. So könnte die inverse Zinsstruktur durch das nach wie vor bestehende Überangebot an anlagebereitem Geld und einem damit verbundenen Anlagenotstand zu erklären sein. Unabhängig davon sollten Anleger das damit verbundene Signal Ernst nehmen und nach weiteren Hinweisen für eine eventuell bevorstehende Konjunkturschwäche Ausschau halten.

 

 

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder. Quelle und Infografik: http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A80...n~Scontent.html

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eine Prognose mal festhalten, oder erinnert man sich noch nach einem Jahr :-"

 

S&P-Analyse - Amerikanische Aktien

Zusammenbruch steht kurz bevor

Von Mark Arbeter, technischer Chefanalyst von S&P

 

 

04. Januar 2006 Abgesehen von den jüngsten Kursgewinnen verbuchten die führenden amerikanischen Indizes am Ende des vergangenen Jahres kräftige Einbußen gegenüber ihren vorhergehenden Höchstständen. Unserer Meinung nach könnte dies der Beginn einer Korrektur sein, die wir für das erste Quartal 2006 erwartet haben.

 

 

Zwar ist es die Inversion der Renditekurve, die die Anleger momentan nervös stimmt, doch glauben wir, daß die in den vergangenen Jahren schwächelnden technischen Daten und die für 2006 anstehenden größeren Zyklustiefs überwiegen und uns im kommenden Jahr zu einer bedeutenden Korrektur bzw. einem Bärenmarkt führen werden.

 

S&P 500 stand vor dem Test der Unterstützungen

 

 

 

Am Freitag, dem 30. Dezember, unterbot der S&P 500 die Marke von 1.249,48 Punkten - seinen jüngsten Tiefstand vom 30. November - und schien auf einen wichtigen Test des 1.240- bis 1.245-Punkte-Bereichs zuzusteuern. Dieser Bereich stellt eine Chartunterstützung dar, die von den im August und September markierten Höchstständen abgeleitet wurde. Eine weitere bedeutende mittelfristige Unterstützung geht vom exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durschnitt aus, der bei 1.246 zu finden ist. Der S&P 500 notiert seit dem 2. November über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Der exponentielle gleitende 80-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.237 Punkten und wird ebenfalls als potentielle Unterstützung gehandelt.

 

Längerfristige Unterstützung bieten die gleitenden Durchschnitte im Bereich zwischen 1.210 und 1.223 Punkten. Die von den Höchstständen im August und September abgeleitete Trendlinienunterstützung liegt bei 1.232. Schließlich befindet sich bei 1.235 und 1.222 Punkten noch ein 38,2- bzw. 50-Prozent-Retracement der Rally, die von Oktober bis Dezember zu beobachten war. Damit ergibt sich derzeit eine Fülle potentieller Unterstützungsebenen, die nicht allzu weit unterhalb des aktuellen Kursniveaus liegen.

 

 

 

Der von der jüngsten Seitwärtskonsolidierung abgeleitete Chartwiderstand verläuft unterdessen zwischen 1.249 und 1.276 Punkten. Trendlinienwiderstand, dem die jüngsten Höchststände zugrunde liegen, befindet sich bei 1.268. Der exponentielle gleitende 20-Tage-Durchschnitt bzw. potentielle kurzfristige Widerstand schließlich sitzt bei 1.254 Zählern. Unter den täglichen Momentumindikatoren haben der stochastische Oszillatorindikator und der MACD (Moving Average Convergence/Divergence) ihr überkauftes Terrain verlassen und bewegen sich zwischenzeitlich auf negativem Boden. Die Relative-Stärke-Indizes (RSI) auf Tagesbasis, wie zum Beispiel der 6-Tage- und 14-Tage-RSI, liegen dagegen noch nicht in überverkauftem Terrain. Die wöchentlichen Momentumindikatoren schwächen sich langsam ab, haben aber noch keine Verkaufssignale ausgesendet.

 

Warnsiganl im Nasdaq zum Ende des vergangenen Jahres

 

Der Nasdaq, der sich seit dem 2. Dezember auf Relative-Stärke-Basis etwas schwächer präsentiert hat als der S&P 500, fiel zum Jahreswechsel unter sein jüngstes Schlußtief bei 2.222,42, datiert vom 20. Dezember. Der Index hat außerdem eine kleine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation abgeschlossen und ist am Freitag, den 30. Dezember, unter seinen exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt gerutscht - ein Phänomen, das seit dem 28. Oktober nicht mehr beobachtet werden konnte. Nicht selten fungiert der gleitende 50-Tage-Durchschnitt während eines Aufwärtstrends als Unterstützung und während eines Abwärtstrends entsprechend als Widerstand. Bisher wiegt der Durchbruch des 50-Tage-Durchschnitts nicht schwer; doch stellt dies in unseren Augen ein Warnsignal dar, das auf eine weitere Schwäche hindeuten könnte. Die nächste, vom im September markierten Hoch abgeleitete Unterstützung befindet sich bei 2.187 Punkten. Der exponentielle gleitende 80-Tage-Durchschnitt liegt ebenfalls dort.

 

Längerfristige gleitende Durchschnitte bzw. potentielle Unterstützung ist im Bereich zwischen 2.151 und 2.107 Punkten zu finden. Der Nasdaq hat bereits ein 23,6-Prozent-Retracement seines Kursanstiegs vom Oktober bis Dezember nach unten durchbrochen. Die nächste Fibonacci-Korrektur (38,2 Prozent) des Kursanstiegs liegt bei 2.182, und 30 Zähler weiter unten, bei 2.152, ist ein 50-Prozent-Retracement der Rally auszumachen. Analog zum S&P 500 sind die täglichen Momentumindikatoren negativ, während sich ihre wöchentlichen Pendants zwar langsam abschwächen, bearishes Terrain aber noch nicht erreicht haben. Als möglicherweise positiv könnte sich für den Aktienmarkt die Tatsache erweisen, daß sich die in dieser Woche demonstrierte Schwäche vor dem Hintergrund sehr dünner Umsätze abspielte. Dies ist jedoch ein kalenderbedingtes Phänomen, da die Handelsumsätze in der letzten Woche des Jahres in der Regel immer sehr mäßig ausfallen.

 

Die Zyklusanalyse deutet unseres Erachtens auf Probleme des Marktes im Jahr 2006 hin. Sowohl das 39- als auch das 78-Wochen-Zyklustief werden voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals des neuen Jahres zu beobachten sein. Diese beiden Zyklen haben sich in der jüngsten Vergangenheit für gewöhnlich als verlässliche Indikatoren zur Vorhersage von Markttiefs erwiesen. Das letzte Mal zum Beispiel, das diese beiden Zyklen gemeinsam ihren Tiefpunkt erreichten, war im September 2004, im März 2003 und im September 2001. Alle drei Zeitpunkte markierten entweder ein größeres oder mittelfristiges Tief.

 

Warnsignale kommen auch vom Marktsentiment - ausgeprägter Optimismus

 

Hinzu kommt, daß das bedeutendere vierjährige Zyklustief im Herbst 2006 seinen Tiefpunkt erreichen dürfte. Unserer Ansicht nach hat sich dieser Vierjahreszyklus in der Vergangenheit immer als recht präzise erwiesen und sollte daher nicht ignoriert werden. Mittelfristige bzw. größere Aktienmarkttiefs wurden in den Jahren 1970, 1974, 1978, 1982, 1987 (hier gibt es eine Abweichung um ein Jahr), 1990, 1994, 1998 und 2002 markiert. Ob sich 2006 ebenfalls einreihen wird, ist die Frage des Jahres aus der Sicht der Zyklusanalysten.

 

Das Marktsentiment stellt unserer Ansicht nach ein weiteres potentielles Dilemma für den Aktienmarkt dar. Die sich rein auf Aktien beziehende Put/Call-Ratio ist mittlerweile auf ein Niveau zurückgegangen, das in den vergangenen Jahren im Allgemeinen Vorbote eines Kursrückgangs bzw. einer Korrektur war. Vor oder während des Einsetzens einer Korrektur kehrt die rein aktienspezifische Put/Call-Ratio ihren Abwärtstrend für gewöhnlich um und setzt im Zuge des Abbaus bullisher Positionen, während gleichzeitig bearishe Wetten gegen den Markt abgeschlossen werden, zum Anstieg an. Genau das entfaltet sich derzeit vor unseren Augen, befindet sich die Ratio auf Basis von fünf Tagen seit Mitte Dezember doch in einem Aufwärtstrend. Die Fünf-Tage-Ratio geht den Ratios auf Zehn- bzw. 30-Tage-Basis in der Regel voran und ist unserer Meinung nach ein guter frühzeitiger Hinweis auf eine Trendumkehr.

 

Die Investor's Intelligence-Umfrage unter den Autoren von Börsenbriefen weist wieder einmal eine sehr starke Gewichtung des Bullenlagers auf; vom entgegengesetzten Standpunkt aus betrachtet glauben wir aber, daß dies zum Jahreswechsel eher negativ ist. Das optimistische Sentiment verbesserte sich in dieser Woche auf 60,4 Prozent und lag damit so hoch wie seit Dezember 2004 nicht mehr (dem Dezember 2004 auf dem Fuß folgte eine Phase der Schwäche, die sich über den Zeitraum Januar bis April 2005 erstreckte). Unterdessen ist das bearishe Sentiment auf einen extrem niedrigen Stand von 20,8 Prozent gesunken. Ein derartiges Niveau wurde zuletzt im August 2005 erreicht, bevor der Markt zu einer Korrektur ansetzte und schließlich im Oktober 2005 einen Tiefstand markierte.

 

Andere, von uns beobachtete Sentimentumfragen, darunter Consensus und MarketVane, weisen ebenfalls ein hohes Maß an Optimismus gegenüber dem Aktienmarkt aus. Das Sentiment kann zwar für einige Zeit optimistisch bleiben und den Markt in entsprechender Weise beflügeln; früher oder später wird die Stimmung unseres Erachtens jedoch umschlagen und den Markt zwangsläufig mit nach unten ziehen.

 

Quelle und Chartbildchen : http://www.faz.net/s/Rub034D6E2A72C942018B...n~Scontent.html

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Geschrieben

Ich bin ja jemand, der sehr viel von der Technischen Analyse hält und auch real zu 100% nur nach der TA tradet.

 

Aber was dieser "technische Chefanalyst" :lol: hier von sich gibt, da kann man einfach nur lachen. Er redet von Unterstützungen (1240) und Widerständen (1254), die es im Chart gar nicht gibt und dreht so ziemlich jeden Indikator nach seinen Vorstellungen um!

 

Als Beweis für seine These, benutzt er diese Indikatoren hier:

exponentieller gleitender 20-Tage-Durchschnitt

exponentieller gleitender 50-Tage-Durschnitt

exponentieller gleitender 80-Tage-Durschnitt

Längerfristige gleitende Durchschnitte

6-Tages-RSI

14-Tages-RSI

38,2- bzw. 50-Prozent-Retracement

Handelsumsätze

stochastischen Oszillatorindikator

MACD (Moving Average Convergence/Divergence)

 

 

Als wär das nicht schon genug, hat er noch ein paar Sentiment-Analysen herausgeholt:

39- als auch das 78-Wochen-Zyklustief

vierjährige Zyklustief

Put/Call-Ratio

Investor's Intelligence-Umfrage

Consensus-Umfrage

MarketVane-Umfrage

 

 

Soll das etwa eine Technische Analyse sein? Je mehr Indikatoren, desto besser? <_<

Das ist doch Mist! Man könnte es auch glatt Blendung der Lemminge nennen. :P

Kein Wunder, dass bei solchen Analysen die TA dumm dasteht und jeder über Chartanalysten lacht.

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