supertobs

Direktanlagen in RK1 und RK2

64 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von supertobs

Direktanlage in RK1

 

Wer ein bischen hier mitliest, hat sicher meinen Vorschlag für die Bildung eines EInzelaktienportfolios komplementär zum großen Musterportfolio bemerkt. Da ich dort nun eine einigermaßen tragfähige Vorgehensweise gefunden habe, dachte ich an eine Erweiterung der Idee "Direktanlage" auch für RK1 und RK2. RK1 teile ich ja hälftig auf in Pfandbriefe und Euro-Staatsanleihen. Ich habe nun etwas recherchiert um die bestmögliche Direktanlagemöglichkeit zu bestimmen.

 

Warum? Ich will:

- direkter dran sein

- mehr über EInzeltitel lernen

- TER sparen

- genau wissen welche Restlaufzeiten und Risiken ich im Depot habe

 

In RK1 habe ich als Benchmark den Festgeldzinsvergleich von modern-banking.de herangezogen, sowie die Renditen bis Fälligkeit (YTM) der EuroMTS-Indices.

 

Pfandbriefe

Bisher investierte ich in den EuroMTS Covered Bond Aggregate Index über den entsprechenden Lyxor ETF:

http://www.lyxoretf.de/homede/products/country/DE/product/FD-LYX-ECOVA-DE/category/8/

 

Mit der ersten Direktanlage möchte ich so gut wie möglich genau diese Daten des Index erreichen:

- durchschnittliche Restlaufzeit von 4,6 Jahren

- durchschnittliche Rendite von 3,82%

 

Die anderen Werte sollen jetzt mal außer acht gelassen werden. Hier die Übersicht:

 

post-7927-1283798352,57_thumb.jpg

 

Gesucht ist also eine Euro-Pfandbrief, der möglichst nah an diese Werte herankommt. Euro-Pfandbriefe sind leider derzeit total durch Spanien dominiert. Die Problematik der Indexkonstruktion ist im letzten Newsletter von Portfoliotheorie.com schön beschrieben worden. Die nächstgrößeren Länder sind dann UK und Deutschland. Eine Anleihensuche bei Börse-Stuttgart mit den Kriterien zwischen 4 und 6 Jahren Laufzeit, Währung in Euro und Rating von A- bis AAA gibt mir dieses Bild:

 

post-7927-1283801861,85.png

 

So schlecht sieht das ja gar nicht aus. Gerne würde ich einen Pfandbrief aus Deutschland nehmen. Ins Auge springt der Depfa (A0DALH) mit 5% Rendite. Beim Anklcken auf die Details aber zwei Enttäuschungen: Ein sehr hoher Spread von 3% (immerhin auf 5 Jahre Laufzeit grob 0,6% p.a. weniger Nettorendite) und eine Stückelung von 50.000. Für Privatanleger also uninterressant. Ich ändere die Anleihensuchauswahl auf eine Stückelung von maximal 1000 Euro. Damit sieht es so aus:

 

post-7927-1283802561,89.png

 

Es stehen nur noch 22 Pfandbriefe zur Auswahl. Die Renditen in der 1000er Stückelung sind deutlich geringer, ca. 1-1,5% weniger. Eine Rendite von den anvisierten 3,82% mache ich damit auf keinen Fall. Zudem sind bei diesen Grafiken die Renditen auf den Geldkurs bezogen. Zum Vergleich: Festgeld bringt zu der Laufzeit ca. 3,35% mit gesetzlicher Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Nachteil Unkündbarkeit natürlich.

 

Fazit: Der Pfandbrief-ETF gewinnt. Für einen Privatanleger zu geringen Kosten (Order und Spread) erhältliche Direktanlage bringt deutlich geringe Renditen. Der Pfandbrief-ETF legt (virtuell über Swaps) eben auch in Renditeträchtigere 50K-Stückelung an und muss keine Spreads bezahlen. Festgeld als Alternative kommt da auch nicht ran. Ich bleibe beim ETF als Anlageinstrument.

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Geschrieben · bearbeitet von Emilian

Sehr gut, supertobs! Das find ich fast noch interessanter als das Einzelaktienportfolio (obwohl ich das auch beobachte). Ich persönlich halte im Moment extrem wenig Anleihen, aber in ein paar Jahren wird das Thema auch für mich akut werden und in RK2 könnten Direktinvestments durchaus sinnvoll sein.

 

Gruß & Weiter so, Emilian.

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Geschrieben

... Fazit: Der Pfandbrief-ETF gewinnt. Für einen Privatanleger zu geringen Kosten (Order und Spread) erhältliche Direktanlage bringt deutlich geringe Renditen. Der Pfandbrief-ETF legt (virtuell über Swaps) eben auch in Renditeträchtigere 50K-Stückelung an und muss keine Spreads bezahlen. Festgeld als Alternative kommt da auch nicht ran. Ich bleibe beim ETF als Anlageinstrument.

Der Renditevorsprung des ETF resultiert wohl weniger daher, dass ihm der Zugriff auf 50k-Papiere möglich ist, sondern aus seinem exorbitant hohen Anteil an spanischen Papieren (und die sind halt alle 50k-denominiert). Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn diese ihren AAA-Status verlieren sollten und damit nicht mehr indextauglich wären.

 

Die durch Direktanlage im Privatanleger-Modus nicht erzielbare Rendite des ETF erkauft man sich sich in diesem Fall auch durch erhöhtes Risiko, denn nicht ohne Grund liegen die spanischen Papiere etwa 150 Bps über vergleichbaren deutschen oder französischen. Noch extremer ist bei irischen Covered Bonds (zu denen auch die von dir ins Auge gefasste Depfa Acs gehört), die allerdings im Index nur 7% ausmachen (verglichen mit DE oder FR aber auch überproportional vertreten sind). Eine grundlegende Eigenschaft der meisten Renten-ETF ist die Korbgewichtung nach Marktkapitalisierung (ausstehendes Volumen), was dazu führt, dass sie sich meist weit entfernt von einer intuitiveren Gewichtung, bspw. nach BIP der Herkunftsländer, präsentieren. Im Aktienbereich wird viel Mühe darauf verwendet, dieses Ungleichgewicht wieder auszubügeln. Im Rentenbereich wird es eher als gegeben hingenommen (und ist mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten auch kaum abzubilden).

 

Bin gespannt auf deine Erkenntnisse zu den Euro-Staatsanleihen! Hier ist der Markt wenigstens (etwas) liquider und ohne diese hohen Eintrittshürden. Aber zumindest die Spreads können auch hier etwas dämpfend auf die Direktanlage-Euphorie wirken. Die Problematik der ETF-Gewichtung ist ähnlich, wenn auch nicht so extrem wie bei spezielleren ETF.

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Geschrieben

Hi!

 

Ich bin gerade dabei, ein Depot nach Vorbild von supertobs' ETF-Langfristdepot für mittlere Vermögen aufzubauen. Da ich das Depot natürlich über einen längeren Zeitraum aufbauen und halten möchte, möchte ich die ganze Sache so einfach wie möglich halten und auf ausländische thesaurierende ETFs verzichten.

Bei RK3 ist das ja auch relativ leicht möglich, bei RK1 und 2 bin ich mir jedoch nicht 100%ig sicher und wollte euch daher um eure Meinung zu meinen Alternativen fragen.

 

Für RK1 hatte ich mir anstelle des vorgeschlagenen Lyxor ETF EuroMTS Covered Bond den iShares Markit iBoxx Euro Covered Bond (A0RFEE) überlegt. Auf den ersten und zweiten Blick erscheint mir dieser als guter Ersatz für den Lyxor. Falls hier jemand Einwände hat, würde ich mich freuen, diese zu hören. Generell bin ich an jeder Meinung interessiert.

 

RK2 ist da etwas schwieriger. Auch hier war es mein Wunsch, einen ausschüttenden und/oder inländischen ETF zu finden. Die Auswahl ist hier besonders eingeschränkt. Übrig geblieben ist eigentlich nur der iShares JPMorgan $ Emerging Markets Bond (A0RFFT). Neben dem potentiellen Währungsrisiko kommen hier noch die teils recht langen Laufzeiten der im Index enthaltenen Staatsanleihen als Negativpunkte in Betracht. Das Währungsrisiko ist mir prinzipiell egal, mich würde aber interessieren, was ihr zum zweiten Punkt sagt.

 

Vielen Dank schon mal (besonders auch an supertobs für die tolle Arbeit) und Grüße,

 

furam.

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Geschrieben · bearbeitet von supertobs

Direktanlage in RK1 - Teil 2

 

Direktanlage in Euro-Pfandbriefen sehe ich nach meiner obigen Analyse dem EuroMTS Covered Bond ETF als "unterlegen" an:

- 50K Stückelung mit attraktiver Rendite ist Privatanlegern nicht zugänglich

- Hoher Spread durch geringe Liquidität, damit weitere Renditeeinbußen

- Weitere Verschiebeung in RIchtung PIIGS, der EuroMTS Covered Bond hat schon über 50% Spanien drin, hohere Renditen bei EInzeltitel lassen einen wieder in Richtung PIIGS gehen.

 

Mein Fazit: Ich bleibe beim ETF für Pfandbriefe.

 

Heute möchte ich die zweite Assetklasse in RK1 auf Einzelinvestmentmöglichkeit untersuchen: Euro-Staatsanleihen.

 

RK1 - Direktanlage - Euro-Staatsanleihen

 

Benchmark ETF

Benckmark ist wieder der ETF aus der EuroMTS Serie:

http://www.lyxoretf.de/homede/products/country/DE/product/FD-LYX-EMTSG-DE/category/8/

 

Dieser bringt aktuell folgen Kennziffern (Quelle http://www.euromtsindex.com/index_new/content/index_data/today/today_realtime.php)

post-7927-031696800 1287223561_thumb.jpg

 

Davon das wichtigste für mich:

Avg Maturity - 8,764 Jahre

Avg YIeld - 3,247 %

 

Die Länderverteilung ist gar nicht so schieflastig:

post-7927-052208700 1287224050_thumb.jpg

 

Quelle: http://www.lyxoretf.de/fileadmin/user_upload/ETF/DE/ETF_Factsheets/050_LYXOR_ETF_EuroMTS_Global_08_10.pdf

 

Benchmark Festgeld

Weiterer Benchmark sind natürlich Festgelder und Sparbriefe (Gruss an sparfux :) ):

http://www.modern-banking.de/vergleich-festzins-8.php

 

Bei 8 Jahren und 5-10K finde ich derzeit so 3,5 % mit deutscher Einlagensicherung.

 

Allerdings gibt es 3,3% - 3,5% auch mit deutscher Einlagensicherung auch mit geringeren Laufzeiten ab 4 Jahren.

 

Gesucht sind also Direktanlagemöglichkeiten mit 4 - 6 Jahren Laufzeit und > 3,5% YTM.

 

Eine Anleihensuche bei Börse-Stuttgart mit den Parametern:

Rendite > 3,5

Laufzeit < 8 Jahre

Euro-Staatsanleihe, nicht kündbar ergibt folgendes Bild:

https://www.boerse-stuttgart.de/de/toolsundservices/produkt-findertools/anleihen-finder/anleihen-finder.html?fndr_sel=&suche=1&wp_keyword=&fnd_typ=ea&rating_von=alle&rating_bis=alle&waehrung=EUR&lauf_ab=31.12.2011&lauf_bis=31.12.2018&zins_ab=&zins_bis=&rendite_ab=3%2C5&rendite_bis=&kurs_ab=&kurs_bis=&min_einheit_ab=&min_einheit_bis=&emittent=alle&only_nicht_kuendbar=y&submitform=Suche&BIGipServerPool-BSAG-Web=1104193728.20480.0000&updateSnippets=5185%2C4088%2C4328%2C4483〈=de&http_host=www.boerse-stuttgart.de&rx_remote_addr=92.194.160.19&modul_id=2757&cutoffhere=&sort_me=b.emitt_land&asc_desc=asc

 

Griechenland ist für mich schon RK2, es hat kein A-Rating mehr. Damit bleibt als Auswahl:

- Portugal

- Irland

- Spanien

 

post-7927-078565100 1287227127_thumb.jpg

 

Da ich Spanien schon über die Pfandbriefe so heftig im Depot habe (zwar keine staatlichen Emittenten, aber trotzdem) bleibt also Irland und Portugal.

 

Ich würde also die folgenden Papiere nehmen, als schönen Start eine Rendite knapp an 5% mit 5,5 Jahren:

 

WKN Zins Emittent Fälligkeit Rendite Kurs Whrg. Rating Laufzeit

308326 4,60 % Irland 18.04.2016 4,98 98,17 G EUR AA- - 5,5

 

und Portugal mit einer etwas geringen Laufzeit von 2,9 Jahren:

 

WKN Zins Emittent Fälligkeit Rendite Kurs Whrg. Rating Laufzeit

231785 5,45 % Portugal 23.09.2013 4,33 103,00 G EUR A- - 2,9

 

Längere Laufzeit hat hier also der bessere Emittent. Gleichgewichtet erreiche ich als ca. 4,21 Jahre Restlaufzeit bei 4,655% Rendite. Ich liege damit über Festgeld, muss zu keiner neuen Bank tippeln und kann jederzeit verkaufen. Die 0,15% TER spare ich mir auch noch, die hätte es beim ETF ja noch als Abschlag gegeben. Irland und Portugal sind auch nur sehr gering im ETF vorhanden, damit verstäre ich bei Kauf dieser Papiere keine Schieflastigkeit. Das diese Papiere risikoreicher sind als Bundesschatzbriefe ist mir auch klar.

 

Keine schlechte Lösung finde ich.

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Geschrieben

Bei allem Respekt - aber ich glaube, du verlässt da gerade etwas den Pfad der Tugend!

 

Wenn ich es richtig verfolgt habe, bildest du RK1 jetzt über

 

- 25% spanische Cedulas

- 25% irische Sovereigns

- 25% portugiesische Sovereigns

- 25% sonst. Covered Bonds

 

ab. Rendite hin oder her, ist das nicht ein bisschen einseitg für RK1? Klassische RK1-Verhalten wirst du m. E. so jedenfalls nicht erzielen (m. a. W.: unter Umständen fehlt dir der Korrelationseffekt zu RK3 genau dann, wenn er wünschenswert wäre - wirf mal einen Blick auf den Verlauf April/Mai).

 

Nicht, dass ich grundsätzlich ein Problem mit diesen Papieren hätte, aber für eine Basisinvestition im RK1-Bereich halte ich sie derzeit nicht (dann doch lieber Sparfux' Sparbriefleiter).

 

Wenn aber doch,

 

- unterschätze die Spreads nicht. Zurzeit relativ gering, ich habe aber auch schon andere (deutlich > 100 Bps) gesehen,

- kannst du den Aufschlag von 50 Bps von 2016 nach 2018 bei den Iren auch noch mitnehmen,

- kannst du im Kurzfristbereich (bis 2013) trotz des Ratings genauso gut Griechen nehmen (die irischen Probleme sind gerade nicht viel kleiner als die von GR)

- lohnt sich ein Blick zur Börse DUS, die in letzter Zeit meist etwas günstiger anbietet als die anderen.

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Geschrieben

Wenn ich es richtig verfolgt habe, bildest du RK1 jetzt über

 

- 25% spanische Cedulas

- 25% irische Sovereigns

- 25% portugiesische Sovereigns

- 25% sonst. Covered Bonds

 

ab. Rendite hin oder her, ist das nicht ein bisschen einseitg für RK1? Klassische RK1-Verhalten wirst du m. E. so jedenfalls nicht erzielen (m. a. W.: unter Umständen fehlt dir der Korrelationseffekt zu RK3 genau dann, wenn er wünschenswert wäre - wirf mal einen Blick auf den Verlauf April/Mai).

 

Vielleicht oben etwas missverständlich dargestellt. Bisher mache ich in RK1:

- 10%-pt Euro Pfandbriefe als ETF (schon vorhanden)

- 10%-pt Euro Staatsanleihen als ETF (schon vorhanden)

 

DIe Euro-Pfandbriefe sind in der Tat 50% Spanisch, 50% sonstiges, das ergibt sich eben so aus dem Gesamtmarkt. Mit den neuen Investments würde ich auf so etwas kommen:

- 10%-pt Euro Pfandbriefe als ETF

- 7,5 %-pt Euro Staatsanleihen als ETF

- 2,5 %-pt Euro-Staatsanleihen per Direktanlage

 

So Einseitig ist es also in Richtung PIIGS nicht. Ich will auch nicht den Eindruck machen, in RK1 auf Renditejagd zu sein. Irland, Portugal erscheinen mir da aber als ganz guter Kompromiss. Für Mehr habe ich ja noch RK2. Die Analyse gibts es dann demnächst.

 

- kannst du den Aufschlag von 50 Bps von 2016 nach 2018 bei den Iren auch noch mitnehmen,

 

Das habe ich auch überlegt, mit meinem Ansatz erreiche ich aber eine Laufzeitverkürzung innerhalb RK1. Die 8,8 Jahre im ETF sind mir derzeit einen Tick zu lang.

 

- kannst du im Kurzfristbereich (bis 2013) trotz des Ratings genauso gut Griechen nehmen (die irischen Probleme sind gerade nicht viel kleiner als die von GR)

 

Das wird sicher in RK2 Berücksichtigung finden.

 

Mal eine technische Frage, da mir das "Einklappen" bei deiner Länder/Rendite-Übersicht gut gefällt. Weißt du, ob sowas auch in Excel möglich ist ? du arbeitest ja mit dem Programm von Apple

 

In Numbers nennt sich das "Kategoriesierung", Auswahl eines beliebigen Spaltenwerts führt zur Bildung von Kategorien. Dann nach andere Spalten sortieren. Ich meine, das auch mal in Excel gesehen zu haben.

 

Andere Anmerkung: Du wertest Irland und Portugal noch als sehr starke Länder. Berücksichtigt du bei deiner Betrachtung auch die mögliche Ratingverschlechterung von Irland und Portugal ? Was machst du, wenn die auf sagen wir mal Baa1 herunter gestuft würden ? Behalten und mit frischem Geld RK1 aufstocken ?

 

Ja, buy and hold. Ich müsste das dann wohl RK2 zuordnen. Genau wie Griechenland eher etwas wie der EMLE-Index.

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Geschrieben · bearbeitet von supertobs

Analyse des EMLE-Index

 

Was ich an dem DB Emle Index noch nie leiden konnte, war die schlechte Datenverfügbarkeit. Restlaufzeit und Durchschnittsrenditen wurden nicht gezeigt. Dazu kommt dann noch die intransparente Indexgestaltung. Trotzdem war für mich bisher der EMLE als dbx-tracker ohne wirkliche Konkurrenz.

 

Als Vorgriff zu meiner Analyse zur RK2-Direktanlage wollte ich nun schon mal wissen, wie es denn nun genau mit dem EMLE steht. Die Webseite http://www.etf.db.com/DE/DEU/ETF/LU0321462953/DBX0AV/EMERGING_MARKETS_LIQUID_EUROBOND_INDEX_ETF_(EUR).html zeigt die 40 investierten Positionen, allerdings nur ISIN und Gewichtung und Anteile. Ich nehme mal an das Anteile * Gewichtung = Gesamtanteil ist. Sonst komme ich nicht auf 100%.

 

Nun war ich fleißig und habe alle 40 Wertpapiere auf Börse-Stuttgart und Börse-Frankfurt rausgesucht und die fehlenden Daten ergänzt. Uffz ... Nunja, es hat heute ja auch den ganzen Tag geregnet.

 

Also, so sieht es aus:

post-7927-090801200 1287259595_thumb.jpg

post-7927-042716600 1287259608_thumb.jpg

 

Es ergibt sich folgendes Bild:

post-7927-047821300 1287259647_thumb.jpg

 

Ja, gehts noch? Von einem "Eurobond" kann man ja wohl bei 90% USD nicht sprechen. Gut, er hedged, aber das kostet ja auch. Weiterhin ist das netto-YTM nur 4,24% nach Abzug der TER. Ohne Venezuela hätte der EMLE ja eine Rendite im Bereich der Euroländer. 4,5% schafft man ja locker mit Irland und Portugal.

 

Will man da mehr als 4,5% Rendite holen, hat man wirklich sehr wenig Auswahl, alles zudem noch in Dollar:

post-7927-010237600 1287259923_thumb.jpg

 

Entweder, ich habe mit Dollar und Euro alles durcheinander gebracht, oder die Performance ist zur Zeit wirklich nicht so toll.

 

So ganz passen die Daten mit dem Factsheet auch nicht zusammen:

post-7927-078094300 1287260571_thumb.jpg

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Geschrieben

Ja toll mal wieder ein paar wie immer gründliche Analysen von Dir zu lesen!

 

Ich allerdings bin wie vanity der Meinung, dass Du den "Pfad der Tugend" für RK1 (minimales Anlagerisiko) mit Deinem Vorschlag verlässt. Ich habe mal Deinen Ansatz unter die Lupe genommen:

 

supertobsrk1i9dy.png

 

Mit Deiner Mischung aus Staatsanleihen, Covered Bonds und Einzelinvestments in portugiesische und irische Staatsanleihen ergibt sich eine durchschnittliche Laufzeit von reichlich 6 Jahren und eine durchschnittliche Rendite von 3,66%. Allerdings holst Du Dir damit auch mehr als 48% PIIGS ins Boot. Ich denke das entspricht nicht mehr dem Sinn von RK1 ... zumindest ist es eine sehr aggressive Interpretation von "minimalem Risiko".

 

Benchmark Festgeld

Weiterer Benchmark sind natürlich Festgelder und Sparbriefe (Gruss an sparfux :) ):

http://www.modern-banking.de/vergleich-festzins-8.php

 

Bei 8 Jahren und 5-10K finde ich derzeit so 3,5 % mit deutscher Einlagensicherung.

 

Allerdings gibt es 3,3% - 3,5% auch mit deutscher Einlagensicherung auch mit geringeren Laufzeiten ab 4 Jahren.

Ich sehe nicht, wieso man sich bei Sparbriefen als Vergleichsbenchmark in Anbetracht an das bei der Zielallokation eingegangene Risiko auf eine deutsche Einlagensicherung beschränken muss. Auch sollt man sich nicht auf eine Laufzeit (in dem Fall 8 Jahre) beschränken, sondern eine durchschnittliche Laufzeit gebildet aus verschiedenen Einzellaufzeiten ansetzen. Die ETFs oder Benchmark-Indizes enthalten ja auch nicht nur eine Anleihe mit 8 Jahren Laufzeit. Des weiteren gibt es bei Sparbriefen im Laufzeitbereich über 5 Jahre nur bei 7 und 10 Jahren gute Angebote. Man kann sich jetzt streiten, ob man einfach stur alle Laufzeiten betrachten muss (passive Auswahl) oder ob man, was ich in dem Fall sicher machen würde, sich bei Laufzeiten größer 5 Jahre auf 7 und 10 beschränkt.

 

Anbei mal ein paar Durchschnittswerte:

 

sparbriefleiterbenchmazljj.png

 

Die BigBank mit estnischer Einlagensicherung habe ich dabei weggelassen. Sonst würden die durchschnittlichen Renditen noch ein wenig höher sein. Bzgl. Einlagensicherung sind dabei Deutschland, Österreich, Niederlande und UK vertreten - also kein einziger PIIGS-Staat.

 

Ich denke man kann die letzte Laufzeitverteilung gut als Benchmark hernehmen, da da die durchschnittliche Laufzeit mit Deiner Zielallokation vergleichbar ist. Dabei ist zu sehen, dass trotz fast der Hälfte PIIGS die Sparbriefallokation ca. 0,3% mehr Rendite erzielt. Dabei sind übrigens die ETF TER und der Geld-Brief-Spread bei Deinen Einzelanlagen noch nicht berücksichtigt (die Kurse, die Du zur Renditeberechnung für die beiden Einzelanlagen herangezogen hast, sind ja Geldkurse - also Verkaufskurse). Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Kosten beträgt der Renditevorsprung wohl eher 0,4%-0,5% p.a.

 

Eigentlich möchte ich hier aber gar nicht so sehr mit Rendite argumentieren. Mir wäre diese Zielallokation mit >48% PIIGS für RK1 einfach zu spekulativ. Freunde von mir investieren auch in Griechenland- und Portugal-Anleihen, weil sie meinen, die EU wird es schon richten. Ein wenig spekulieren kann man ja und so abwegig ist die Annahme, die EU hilft schon, ja auch nicht. Das hat aber m.E. nichts mehr mit RK1 zu tun.

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Geschrieben

O Mann, gestern funktionierte der Link zu DBINDEX nicht, heute schon:

https://index.db.com/dbiqweb2/home.do?redirect=productPage&indexid=1000&assetClass=EM&page=staticPages%2Femle.html

 

Da steht auch der Yield des EMLE:

post-7927-036009700 1287329387_thumb.jpg

 

War trotzdem mal interessant sich mit den Einzelpapieren zu beschäftigen. Das 90% in USD sind, hätte ich nicht gedacht.

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Geschrieben · bearbeitet von vanity

@supertobs: Ich hatte das tatsächlich falsch aufgefasst und dachte, du wolltest den €-MTS Sov. durch IE/PT ersetzen. Mit ca. 15%-Anteil vom RK1 kann man das schon machen.

 

Ich habe ein bisschen beim EMLE weiter gestöbert. Ohne deinen Ergebnissen vorweggreifen zu wollen, habe ich hier einen EMLE zum Nachbasteln:

 

post-13380-033016700 1287344892_thumb.png

 

Die Länderallokation (vom Beitrag oben übernommen) ist ja schon etwas eigentümlich. Dass Russland mit einem großen Anteil vertreten ist, ist durchaus nachvollziehbar. Aber muss Kroatien soviel wie Brasilien haben und Panama stolze 7%, während Asien insgesamt nur mit 7% vertreten ist? Ich kenne die Bildungsregeln des Index nicht, aber m. E. zeigt sich hier wieder die grundlegende Schwäche von komponierten Renten-Indices, nämlich die, nach umlaufendem Volumen zu gewichten (ich setze das beim EMLE einfach auch voraus). Ich denke, wenn hier selbst aktiv wird, können durchaus andere Kriterien (BIP? Verfügbarkeit? Währung? Laufzeit?) einfließen, so dass man zu ganz anderen Ergebnissen kommt, ohne schlechter dazustehen. Aber da kommt bestimmt ja noch was von dir!

 

Wenn man allerdings die Verteilung (Spalte B ) als gegeben hinnimmt, sieht man, dass man mit nur vier Positionen schon die Hälfte des Index abbilden kann. Mit zwei weiteren Positionen ist man bereits bei Zweidrittel, mit noch zwei weiteren hat man schon 80% (allerdings kein Asien dabei). Mit Ausnahme von Russland kommt man bei den ersten sechs Positionen auch ohne USD aus. Wenn man sich nur der in STU gehandelten Papiere bedienen würde, wären 70% in EUR darstellbar (andere Börsen habe ich nicht überprüft).

 

Obwohl es zu den Credit Default Spreads durchaus geteilte Meinungen gibt, halte ich Zahlen für einen ganz guten Überblick zur Markteinschätzung. Jedenfalls sind sie deutlich reagibler als die doch etwas trägen Ratings. Die Spread per Ende 3. Quartal sind in Spalte E aufgeführt (von hier: CMA). Mit Ausnahme von Venezuela, Kroatien und Bulgarien bewegen sich die Spreads im Bereich von 1% bis 2%. Venezuela mit seinem 14%-Anteil trägt über die Hälfte zum gewichteten Gesamtspread bei. Das ist schon heftig. Ohne Venezuela würde der CDS vom EMLE ziemlich exakt dort liegen, wo der €-Sovereigns-CDS (bei EuroMTS-Zusammensetzung) liegt (bei 155 Punkten). Schon erstaunlich.

 

Spaßeshalber ein paar Papiere von der Börse STU mit Laufzeit von etwa 5 Jahren zusammengesucht, komme ich auf gewichtete Rendite von 4,3% (ohne VEN: 3,2%). Das entspricht der Rendite in Beitrag obendrein, allerdings bei kürzerer Laufzeit. Die Differenz erklärt sich wohl aus der (von sparfux angesprochenen) Geld-/Brief-Problematik, die, wenn man die G/B-Spreads (Spalte M) zugrundelegt, etwa 20 bis 30 Bps kosten sollte. Ein paar Exoten (Panama, Indonesien ...) sind vermutlich nur schwer zu bekommen, allerdings lässt sich das am Wochenende schwer einschätzen.

 

post-13380-080064900 1287348125_thumb.png

(Korrektur: Italien hat ein Rating von A+, nicht AA-)

 

Und hier dasselbe für den €-MTS-Sovereign (auch ca. 5 Jahre, Laufzeiten auch hier wie oben nur ungefähr). Zugehörige Papiere findet man leicht selbst, der einzige Exot (IT) ist namentlich erwähnt. Hier lassen sich bereits mit drei Positonen Zweidrittel abdecken und mit zwei weiteren liegt man bereits über 80%.

 

Wenn insgesamt nicht gerade nur 10k anzulegen sind, kann eine Direktinvestition m. E. durchaus überlegenswert sein, falls einem die Zusammensetzung (Länder, Laufzeit, Währung) nicht so ganz schmeckt. Bezüglich der ersparten TER sollte allerdings berücksichtigt werden, dass die Wiederanlagekosten gegengerechnet werden müssen (je kürzer die gewählten Laufzeiten, um so stärker fällt das ins Gewicht)

 

emle.xls (alle Angaben ohne Gewähr)

 

Aus Zwei mach Eins: Alles in einem Produkt - streng wisentschaftlich erarbeitet!

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Geschrieben · bearbeitet von supertobs

Eigentlich möchte ich hier aber gar nicht so sehr mit Rendite argumentieren. Mir wäre diese Zielallokation mit >48% PIIGS für RK1 einfach zu spekulativ. Freunde von mir investieren auch in Griechenland- und Portugal-Anleihen, weil sie meinen, die EU wird es schon richten. Ein wenig spekulieren kann man ja und so abwegig ist die Annahme, die EU hilft schon, ja auch nicht. Das hat aber m.E. nichts mehr mit RK1 zu tun.

 

Danke sparfux für die konstruktive Kritik und qualitativ hochwertige Ausarbeitung.

 

Gerade nach der Analyse des EMLE habe ich mir auch den EuroMTs noch mal angeschaut.

 

Ich rekapituliere erst mal: Wunsch von mir ist es die nächsten 100 K in mein großes Portfolio mit der hinlänglich bekannten Struktur direkt zu investieren. Ich will nicht zocken, kein Markettiming oder ähnliches betreiben. Ich möchte einfach näher dran sein an den Titeln, TER sparen (immerhin 400 Euro pro 100 K pro Jahr) und auch natürlich einiges lernen.

 

Grundidee ist es meine bereits ausgewählten Assetklassen zu analysieren und ein möglichst repräsentatives Abbild per Direktanlage zu tätigen. Die Direktanlagen werden in der Depotaufteilung ganz einfach der Gesamtposition zugeordnet. Sollte ich nichts geeignetes finden, so bleibe ich bei ETF. Für RK3 arbeite ich an der Abbildung mit 10 Einzelaktien. Hier habe ich schon 6 in der näheren Auswahl und kann somit einige Monate investieren. In RK1 - Euro-Pfandbriefe gibt es keine Alternative zum ETF.

 

Bei RK1 - Euro-Staatsanleihen und bei RK2-EMLE zeigt sich ein ähnliches Bild in der Analyse und damit ein einhergehendes Dilemma. Anfangs ging ich von einer breiteren Verteilung aus, mit der Idee eben ein Papier zu nehmen, das den ETF mit den Grunddaten Yield und Maturity möglich gut widerspiegelt. Es ist allerdings sowohl bei den Euro-Staatsanleihen als auch beim EMLE so, das sich alle Papiere dicht drängen, es kaum Unterschiede gibt und nur 2-3 Länder Ausreißer darstellen.

 

Beim RK1 - Euro-Staatsanleihen haben Irland, Portugal und Griechenland (hier vor allem) eine so deutlich höhere Rendite und ziehen damit den Mittelwert nach oben. Bei RK2-EMLE ist dies hauptsächlich Venezuela. Es gibt zwischen diesen Extremen sozusagen keine "repräsentativen" Papiere (höchstens Spanien). Unter dem ETF und Wesentlich unter Festgeld will man natürlich nicht sein, also landet man sofort bei den höheren Papieren.

 

Hier habe ich die Zinstrukturkurve aufgetragen, hellblau der Referenzpunkt, lila Festgeld:

post-7927-085063600 1287488836_thumb.jpg

 

Sieht man jetzt mein vorgeschlagenes Investment in Portugal und Irland losgelöst von den Euro-Pfandbriefen, die leider indexbedingt total schieflastig zur Zeit sind, wäre das Investment aus meiner Sicht tragbar.

 

Vanitys klasse Post lässt mich noch an der formalen Zugehörigkeit zu RK1 zweifeln. Griechenland hatte ich ja schon selbst als RK2 definiert, aber nach den CDS-äquivalenten Ratings müsste ich auch Irland und Portugal in RK2-aufnehmen:

post-7927-013750500 1287489092_thumb.jpg

 

Das Irland und Portugal eigentlich schon dem EMLE zuzuordnen sind, zeigt sich ja auch an dessen Rendite. Die meisten Länder sind da ja noch unter I/P zu finden. I/P "repräsentieren" ja fast den EMLE. Schon erstaunlich. Wirklich interessant, nach dem CDS zu raten.

 

Die Idee der Sparbriefleiter ist super, bei RK1 setzt sie mich in der Titelauswahl auch ganz schön unter Druck. Festgeld möchte ich trotzdem nicht machen. In meinem Leben hat sich schon sehr oft sehr viel geändert. Da möchte ich etwas flexibler bleiben und meinetwegen auch mal unter Kursverlusten RK1 verkaufen können.

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Geschrieben · bearbeitet von supertobs

RK2 Analyse - Fremdwährungsanleihen

 

Weiter geht es im Analyseherbst. Den EMLE habe ich ja oben schon analysiert. Ich halte ihn grundsätzlich für ein gutes Investment. In der aktuellen Marktlage ist seine Rendite allerdings nicht so berauschend.

 

Für RK2 hatte ich schon immer auch Fremdwährungsanleihen im Sinn. Dabei könnte man unterscheiden zwischen:

1.1 Fremdwährungsanleihen von Ländern guter Bonität in deren Landeswährungen

1.1 Fremdwährungsanliehen sonstiger Schuldner verschiedenen Landeswährungen

2.1 Fremdwährungsanleihen von Ländern niedrigerer Bonität (z.B. Emerging Markets) in deren Landeswährungen

 

Ich wollte mir erst mal den Überpunkt 1 anschauen. Erst die Analyse, dann die möglichen Investmentvehikel.

 

Das Gesamtbild

 

Von der Börse-Stuttgart habe ich mir alle wesentlichen Fremdwährungsanleihen herausgesucht und in ein Chart gepackt:

post-7927-019501800 1287909203_thumb.jpg

 

Anleihen in Schweizer Franken (CHF) dümpeln (traditionell) im unteren Renditebereich herum. Das britische Pfund hat eine größere Bandbreite weil sich hier etliche Emittenten niedriger Bonität tümmeln. Dubai Holding habe ich schon nicht mehr angezeigt, die Rendite liegt bei >12%. Die norwegische Krone setzt sich erstaunlicherweise etwas ab, gefolgt vom Neuseelanddollar. Eine klar höhere Rendite bietet die Australdollaranleihen. Die Türkische Lira habe ich noch informativ aufgenommen (mir zu heiß, siehe hier). USD betrachte ich nicht, USA dominiert mir mit ihren Problemen schon genug die Welt und ich traue denen alles zu, insbesondere eine bewusste Dollarschwächung im Kampf gegen ihr Außenhandelsdefizit. Das nur am Rande.

 

Für mich ist der Renditebereich unter 2,5% uninteressant. Zwischen 2,5% und 5% bieten sich auch in Euro genug Alternativen. Es bleiben also die AUD-Anleihen. Hier ist die Zinsstrukurkurve von AUD-Anleihen:

post-7927-026422200 1287909679_thumb.jpg

 

Australien als Emittent findet sich nur an der Börse Frankfurt. Staatsähnliche Emittenten sind für mich die KfW und die Weltbank. Die Papiere dieser Emittenten habe ich oben im Chart noch blau unterlegt. Das sind die Papier des AUD im Einzelnen:

post-7927-068706100 1287909738_thumb.jpg

 

Grundsätzliche Überlegungen zu Fremdwährungsanleihen

Hier im Forum wurde ja schon an einigen Stellen über die Thematik diskutiert. Grundsätzlich gehe ich auch von einem langfristigen Ausgleich zwischen den Währungen aus. Im Forum wurde auch schon herausgearbeitet, das der Anleihenkurs und die Währung sich (gerade bei längeren Horizonten) sich auch etwas gegenseitig aufheben. In Summe sind Fremdwährungen von AAA-Ländern langfristig ein Nullsummenspiel. Das heißt für mich also keine Spekulation ob eine Währung rauf oder runter geht. Unterstellt man aber die langfristige Parität, dann kann man ja genauso argumentieren die höhere (aktuelle) Rendite zu nutzen. 5,5% AUD sind eben 3% mehr als bei AAA-Euroländern. Pendelt AUD und Euro eben umeinander herum, dann kann man ja auch (ein wenig) AUD nehmen. Vor allem, wenn man bei Fälligkeit auch wieder neu anlegen kann und noch ein paar Jahre dranhängen kann.

 

Zu überlegen wäre noch, ob man quasistaatliche Emittenten nimmt, oder hier noch mal 1% Rendite drauf packt und eine Unternehmensanleihe nimmt. Einfach weil der Puffer zu Währungsschwankungen bei 6,5% zu 5,5% eben noch mal 5% mehr auf 5 Jahre sind.

 

Mögliches Einzelinvest

 

Ich tendiere zu der KfW 2015 oder der Weltbank 2015. Da muss ich mir den Spread und die Verfügbarkeit noch etwas genauer anschauen. Ist am Wochenende aber ein schwierig.

post-7927-060905400 1287910681_thumb.jpg

 

 

Alternative zur Einzelanlage

Es gibt etliche Fremdwährungs-ETFs für USD-Dollar. Es gibt zwei globale ETFs:

 

Shares Citigroup Global Government Bond ETF

DE000A0RM439

 

db x-trackers II Global Sovereign EUR Hedged Index ETF

LU0378818131

 

Diese ETFs überschneiden sich leider auch mit dem Euro-Raum. So ein ex-Euro ETF gibt es nicht. Konstruktionsbedingt sind die auch noch von USD und Yen dominiert. Für mich nicht interessant. Ich würde also für RK2 neben dem EMLE eine direkt Einzelanlage in ein AUD-Papier in Erwägung ziehen.

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Geschrieben

Hier noch als Info der EUR/AUD-Verlauf. Leider ist der Zug AUD-Aufwertung schon abgefahren. Blöd wäre, wenn AUD auf sein langfristiges Mittel zurück geht. Der Euro hat alledings auch noch jede Menge Abwertungspotential ...

post-7927-053585700 1287913963_thumb.png

 

Quelle: http://www.boerse-frankfurt.de/DE/index.aspx?pageID=153&ISIN=EU0009654748

 

 

Status und To Do's meiner Herbstanalyseoffensive:

RK1 - Direktanlage Euro-Pfandbriefe

RK1 - Direktanlage Euro-Staatsanleihen

RK2 - Direktanlage EMLE

RK2 - Direktanlage Fremdwährungsanleihen

RK2 - Nachranganleihen

RK2 - Unternehmensanleihen

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Geschrieben

jetzt hast Du mir mein schönes Antwort-Post verdorben ;). Habe auch gerade das EUR/AUD Währungschart am Wickel.

 

Ich denke, dass das eine ganz schöne und riskante Währungsspekulation ist. Wenn das Umtauschverhältnis wieder zum Mittel geht, verlierst Du auch bei 5% Rendite eine Menge Geld.

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Geschrieben

Mir ist in #304 der Fremdwährungsanleihenanalyse ein richtiger Anfängerfehler unterlaufen. ich habe nur die Nominalrenditen und nicht die Realrenditen betrachtet. Damit ist das Bild unbrauchbar. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ...

 

Kann mir jemand eine gute Übersicht zu aktuellen Inflationsraten nennen? Dann korrigiere ich die Analyse.

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Geschrieben · bearbeitet von vanity

Mir ist in #304 der Fremdwährungsanleihenanalyse ein richtiger Anfängerfehler unterlaufen. ich habe nur die Nominalrenditen und nicht die Realrenditen betrachtet. Damit ist das Bild unbrauchbar. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ...

 

Kann mir jemand eine gute Übersicht zu aktuellen Inflationsraten nennen? Dann korrigiere ich die Analyse.

Wo ist das Problem? Du vergleichst doch auch sonst immer Nominalrenditen miteinander - und die Inflation wirkt doch auf alle Anlageformen (die in Geldwert gemessen werden) gleich ein. Also dein Renditewald ist schon recht.

 

Inflationsraten gibt es bei der Bundesbank: http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=konjunktur&func=row&tr=USFB99 (dt. VPI seit Währungsreform)

 

Oder bei der Finanzagentur: http://www.deutsche-finanzagentur.de/de/institutionelle-investoren/informationsauswahl/archiv/referenzindexbundesanleihen/ (europ. HVPI exT)

 

Oder suchst du AUD-Inflation? Dann ist dein Problem, dass du die künftige der nächsten 5 Jahre kennen müsstest - und die ist allenfalls über einen vergleichbaren AUD-Linker ermittelbar (den es m. E. nicht gibt).

 

Torman hat sich übrigens auf die Suche begeben und ein Einzelinvest als EMTSc-Ersatz für dich heraus gesucht:

 

Anleger, denen Senior Bonds noch zu unsicher sind, können auch ein ACS (irische Form des Pfandbriefs) von der Depfa PLC kaufen. Aktuell werden in Frankfurt 50K von A0GEBL zu 90 angeboten. Das macht für knapp 5 Jahre Laufzeit eine Rendite von 4,9%.

 

Achtung nur Kassahandel!

Kleinanlegerfreundlich mit 1000er-Stückelung, 90 Bps (Risiko-)Aufschlag auf den Index, dessen YTM jetzt etwas über 4% liegt. Duration ist (wegen des niedrigen Kupons) etwas höher als beim EMTS. Aber 2x Irland im RK1? :- (Rating ist trotz Covered nur AA)

 

...

RK2 - Nachranganleihen

RK2 - Unternehmensanleihen

Da bin ich gespannt. Stoffsammlung zum ersten Punkt findest du hier: https://www.wertpapier-forum.de/topic/33661-industrienachraenge/

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Geschrieben

Wo ist das Problem? Du vergleichst doch auch sonst immer Nominalrenditen miteinander - und die Inflation wirkt doch auf alle Anlageformen (die in Geldwert gemessen werden) gleich ein. Also dein Renditewald ist schon recht.

...

Oder suchst du AUD-Inflation? Dann ist dein Problem, dass du die künftige der nächsten 5 Jahre kennen müsstest - und die ist allenfalls über einen vergleichbaren AUD-Linker ermittelbar (den es m. E. nicht gibt).

 

Ja, ich müsste doch korrekterweise eine Annahme treffen über die Inflationsrate jeder einzelnen Währung. Dann werden sich sicher alle AAA-Länder wieder dicht an dicht drängen.

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Geschrieben · bearbeitet von vanity

Ja, ich müsste doch korrekterweise eine Annahme treffen über die Inflationsrate jeder einzelnen Währung. Dann werden sich sicher alle AAA-Länder wieder dicht an dicht drängen.

Würde ich auch meinen. Dich interessiert ja genau genommen nicht die Inflation Downunder, sondern deren Auswirkung auf das Währungspaar EURAUD. Der No-free-lunch-Theorie folgend meine ich (wobei ich weit davon entfernt bin ein Währungsspezialist so sein), dass diese längerfristig und im Schnitt genau zu diesem Ergebnis führt: Die währungsbereinigten Renditen gleichen sich aneinander an (?). Meine Vermutung: Mit FW-Anleihen hat man c. p. den gleichen Erwartungswert bei höherer Vola. Deswegen begeistern sie mich auch nicht.

 

Und wie bereits angemerkt: Die aktuellen Inflationsraten sind wenig hilfreich und die erwarteten m. E. bereits eingepreist.

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Geschrieben

Deine weiteren Überlegungen der "Herbstanalyse" sind eher für eine weitere Diversifikation von RK2, oder? In meinem Fall geht es eher um eine Anlage des RK2 Anteils von 8K.

 

Ja, ich sehe das als RK2 an:

RK2 - Nachranganleihen

RK2 - Unternehmensanleihen

 

Irland und Portugal sind nach CDS-Rating eigentlich auch schon RK2. Du kannst ja 4K in Irland und 4K in Portugal investieren. Bringt mehr als der EMLE zur Zeit. Ansonsten erst mal den EMLE um mit 8K eine gute Basis zu schaffen. Diversifikation geht bei mir vor Direktinvestment.

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Geschrieben · bearbeitet von supertobs

Ja ich denke ich sollte als RK2 eine gut "diversifizierte" Basis schaffen, wie durch den EMLE. Wenn das Gesamtvermögen steigt und RK2 aufgestockt wird, dann evtl. Direktinvestment wie Portugal oder Irland Anleihen.

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Geschrieben · bearbeitet von Bärenbulle

Ich ja war bisher ebenfalls großer EMLE-Fan und verfolge Eure Informationen selbstredend mit großem Interesse.:thumbsup:

 

Aber macht der EMLE zum jetzigen Zeitpunkt wirklich Sinn? Ich meine nein. Weder aus Diversifizierungsgesichtspunkten noch im Hinblick Rendite. Er vebrennt Rendite mit Währungshedges. Die Renditeerwartung ist mies, die Korrelation zu Aktien ist trotzdem vglw. hoch. Ich werde wohl meine Anteile in Kürze verkaufen, denn bei HY-Anleihen gilt bzgl. des Risiko-Spreads "buy wide, sell tight" und nicht umgedreht. Ich habe ihn nur noch, weil es mir zuwieder ist eine Assetklasse wegen der Transaktionskosten schon nach einem Jahr wieder zu verkaufen, aber sobald ich eine weiteres sinnvolles Invest entdecke fliegt er raus. Wenn man schon Markettiming ignoriert und Diversifikation als höchstes Gut ansieht, daaaaaannnnnn ....

 

..... finde ich den Comstage BUND Leverage ETF deutlich interessanter und plädiere hiermit in aller Form für die Aufnahme in Supertops Musterdepot. :D

 

Der geht im Gegensatz zu den Club Med Anleihen auch eher als RK1 durch, obwohl er ein bisschen hibbelig ist.

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zum Thema RK1 (oder 2) hier eine Übersicht der Ratings und Renditen für verschiedene europäische Staatsanleihen:

 

 

Rendite_vs_Rating.jpg

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Geschrieben

Schöne Übersicht, das habe ich auch schon gesucht. Wo ist denn die Quelle?

 

Nach der Moody's Entscheidung zu Irland habe ich meine 2014 Irland-Anleihen von RK1 auf RK2 gesetzt. Jetzt muss ich schon wieder in RK1 investieren ... Portugal lasse ich mal aus, da Moody's auch da gerade neu bewertet und die Bewertung 3 Monate noch dauern kann. ich tendiere zur Zeit zu Spanien 2015 oder 2016 als nächstes Direktinvest in RK1. Darauffolgend vielleicht Belgien oder Frankreich.

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Geschrieben

Schöne Übersicht, das habe ich auch schon gesucht. Wo ist denn die Quelle?

Leider wohl nur eine einmalige Sache aus diesem Artikel.

 

Nach der Moody's Entscheidung zu Irland habe ich meine 2014 Irland-Anleihen von RK1 auf RK2 gesetzt. Jetzt muss ich schon wieder in RK1 investieren ... Portugal lasse ich mal aus, da Moody's auch da gerade neu bewertet und die Bewertung 3 Monate noch dauern kann. ich tendiere zur Zeit zu Spanien 2015 oder 2016 als nächstes Direktinvest in RK1. Darauffolgend vielleicht Belgien oder Frankreich.

Aber Spanien hast Du ja über die Pfandbriefe schon recht hoch drin; wahrscheinlich selbst dann, wenn Du den ETF gewechselt hast.

 

Ich würde ehrlich gesagt bei einem breit gestreuten ETF auf EU Staatsanleihen bleiben, gerade in diesen wackligen Zeiten ist das m.E. das beste Chancen/Risiko-Verhältnis.

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