cubanpete

Trickkiste und Diskussionen

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Die Einstandspreise im Portfolio kommen wie folgt zustande:

 

Bei jedem Auftrag wird pauschal $11 Kommission verrechnet.

Bei Marktaufträgen oder Stop Market Aufträgen wird 0.1% slippage, mindestens 1 cent, verrechnet.

Bei Limit Aufträgen fällt die slippage weg.

 

Uebrigens: ich sehe in dieser Community handeln viele Leute mit illiquideren Aktien. Das ist grundsätzlich kein Problem, aber man sollte dann weder Market noch Stop Market Aufträge benutzen, da diese Liquidität entfernen. Man sollte nur mit Limit Aufträgen arbeiten, auch wenn man dadurch manchmal eine Chance verpasst. Auch für den Ausstieg, was bedeutet dass man die Papiere überwachen muss.

 

Als Faustregel würde ich sagen: Wenn Dein Auftrag grösser als 0.25% des durchschnittlichen Tagesvolumens ist, verzichte auf Marktaufträge!

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Auf vielseitigen Wunsch (von nofuture) hier das Risk-Management des Musterportfolios:

 

1. Gesamtes Handelsvermögen:

Da mit einem Hebel von 3 gearbeitet wird, ist es überlebenswichtig, eine irgendwann unweigerlich kommende Verlustkette zu überleben. Das Handelsvermögen ist am Anfang gleich dem eingesetzten Kapital. Jedesmal, wenn ein Verlust von 10% entsteht wird am Handelsvermögen zusätzlich 10% abgezogen. Erst wenn der Verlust mit dem kleineren Handelsvermögen wieder hereingeholt wurde, wird wieder mehr Vermögen zur Verfügung gestellt. Das Handelsvermögen wird bei einem Gewinn von ungefähr 10% nach oben angepasst. Diesen Trick habe ich mir von den Turtles geborgt.

 

2. Positionsgrösse

Eine Initialposition ist ungefähr 5% des Handelsvermögens und wird im Idealfall verfünffacht. Das heisst, eine Position kann bis ungefähr 25% des Handelsvermögens ausmachen.

 

3. Anzahl Positionen

Es werden normalerweise bis zu 12 Positionen gehalten. Muss das Handelsvermögen verkleinert werden, so wird zunächst eine Position weniger gehalten (nicht ersetzt), da die übrigen Positionen ja "zu gross" sind. Wird das Handelsvermögen vergrössert, so kann eine 13. Position eingegangen werden, da die übrigen Positionen ja zu klein sind.

 

4. Stops

Nach Eingehen der Position wird ein Stop von ungefähr 10% erfasst. Bei der fünften gleichen Position darf der Stop maximal 20% von derselben entfernt sein. Das heisst, das theoretische Risiko ist 60% des Handevermögens (20% von 25% multipliziert mit 12 Positionen). Praktisch ist das Risiko natürlich viel kleiner, die Stops werden absichtlich so weit weg gehalten, Positionen werden normalerweise anders geschlossen.

 

5. Diversifikation

Es dürfen maximal zwei Positionen des gleichen Sektors im Portfolio vorhanden sein. Es kann sowohl short als auch long in beliebiger Mischung existieren.

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Zu dem 1. Punkt

 

Das versteh ich nicht ganz.

Wenn du 10% verlierst und du daraufhin weitere 10% von deinem Kapital wegnimmst, dann wird es doch für dich viel schwieriger werden, die verlorenen 10% wieder reinzuholen (da du ja mit weniger Kapital arbeitest).

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Genau, es wird schwieriger. Das heisst, ich setze erst wieder mehr Kapital ein, wenn ich auf dem Gewinnpfad bin. Sollte ich jedoch weiter verlieren, so ziehe ich nach Verlust von 10% wieder 10% ab. Also Handelsvermögen 80%, 64%, 51% etc.

 

Es ist zu bedenken, dass das mit einem Hebel von 3 relativ schnell gehen kann.

 

Schauen wir uns die Alternativen an. Was könnte man bei einer Kette von Verlusten tun:

 

- Nichst unternehmen. Die Verlustkette könnte schnell zu einem Totalverlust führen. Zur Erinnerung: das Wichtigste ist, dabeizubleiben. Sogar die schlechteste Strategie wird irgendwann einmal funktionieren. Aber nur wenn man noch dabei ist.

 

- Strategie ändern. Das tun (leider) viele Trader. Damit hinkt man aber oft den Gewinnen hinterher. Es braucht schon bessere Gründe als einen temporären Verlust, um die Strategie zu ändern. Dies gilt natürlich vor allem, wenn man hinter den wirklich grossen Gewinnen her ist. Nofuture (das Chamäleon) wird hier wahrscheinlich widersprechen.

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2. Positionsgrösse

Eine Initialposition ist ungefähr 5% des Handelsvermögens und wird im Idealfall verfünffacht. Das heisst, eine Position kann bis ungefähr 25% des Handelsvermögens ausmachen.

Wann ist für dich der Zeitpunkt gekommen eine Position nachzukaufen? Dann, wenn du den Stopp-Los nachziehst?

 

Wie ist das eigentlich bei einem Trendbruch. Nehmen wir mal an, du bist investiert, hast schon viermal nachgekauft und der Aufwärtstrend bricht plötzlich.

Kurzfristig kommen zwar Verluste, aber es muss ja nicht heißen, dass ein Abwärtstrend entsteht.

Verkaufst du oder bleibst du investiert, in der Hoffnung, es bleibt vorerst bei einem Seitwärtstrend?

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Nein, das nachziehen des Stop Loss hat nichts mit dem Nachkaufen zu tun. Ich mache normalerweise ein Raster von dem Bereich, in dem ich eröffnen will. Dann teile ich diesen Bereich durch die Anzahl Positionen, die ich eröffnen will und erhalte so "Zwischenziele". Ich versuche allerdings dann, zu besseren Preisen zu vergrössern.

 

In der Strategie die ich beim Musterportfolio verfolge bin ich hinter den grösseren Bewegungen her. Das heisst, ein Trendbruch führt nicht zu einem Verkauf. Ich definiere Widerstände und schliesse die Postion, wenn der close jenseits des Widerstands liegt und die Position am nächsten Tag in die schlechte Richtung weitergeht. Der Stop ist eigentlich nur eine Notbremse, die äusserst selten zum Tragen kommt.

 

Ausserdem schliesse ich, wenn die Position sich nicht positiv entwickelt. Bei einer langfristigen Strategie wie hier beim Musterportfolio muss ich allerdings nach jedem Trade etwa einen Monat Zeit geben dafür, bei absichtlich frühen Einstiegen vielleicht sogar mehr. Frühe Einstiege, so wie ich sie jetzt im Musterportfolio gemacht habe, sind meist teuer, der erste verdiente Dollar ist der teuerste.

 

Ich denke der Gesamtmarkt ist noch nicht reif für einen grösseren short entry, deshalb habe ich im Augenblick vor allem cash. Allerdings denke ich, dass jetzt auch kurzfristig überkauft ist und bald eine Korrektur kommen wird.

 

Kraftwerke, Finanzsektor und Häuserbauer sind mittelfristig meine wichtigsten Short Ziele, aber dort ist es zur Zeit noch zu früh. Es muss noch weiter an der Zinsschraube gedreht werden.

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hi

 

auf welche Begründungen basieren deine Short-Kandidaten?

 

Kraftwerke=Kyoto-Vertrag?

 

Häuserbau= die Zinsen sind doch "im Keller",dass Immobilien noch tiefer fallen,ich weiss nicht.

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Handle in den USA, dort sind Immobilien zur Zeit in einer Hausse. Phantasievolle Hypothekarprodukte erlauben es, nicht realisierte Gewinne aus einem eigenen Haus zu ziehen und ohne Eigenkapital Liegenschaften zu kaufen. Mehr als 25% der privaten Liegenschaftenkäufe sind unterdessen spekulativ, d.h. nicht selbstbewohnt. Das kann nicht mehr allzu lange gutgehen.

 

Es ist aber noch zu früh, die Preise der entsprechenden Aktien können sich problemlos nochmals verdoppeln.

 

Für die anderen Fragen verweise ich auf den Thread Sektoranalyse.

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>Wir werden im Finanzbereich als erstes Hypothekarbanken und REITs (Real Estate Investment Trusts) leerverkaufen

 

Tja, mit Short-Spekulationen in Sektoren, die eine Spekulationsblase

aufgebaut haben, haben sich schon ganz andere die finger verbrannt:

Der gute George Soros hat in 1998/99 massive Short-Positionen auf die

Internet-Werte aufgebaut und sehr gelitten...bis er dann 1999 wieder

long ging in diesen Werten!!! Und zwar kaufte er Sun Microsystems,

die ich auch hatte...nur hatte ich sie schon 1996 gekauft....bis Anfang

2000 hatte sie sich ver-10-facht...mein erster Tenbagger mit fetter Kohle...

 

Es ist IMO sehr schwierig den Umkehrpunkt zu finden, aber ich wünsche

Dir viel Glück.

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Es ist IMO sehr schwierig den Umkehrpunkt zu finden

Es ist nicht nur schwierig sondern unmöglich. Du siehst hier, dass ich Positionen immer in mehreren Schritten aufbaue. Ich suche also immer die Bestätigung vom Markt. Bleibt diese aus, so ist mein Timing falsch und ich schliesse die Position dann wieder.

 

Dies gehört aber nicht unbedingt zum Thread Sektoranalyse, verschiebe den Beitrag deshalb zu "Trickkiste".

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hi,

 

Du führst ein Depot,du presäntierst uns deine Trades,wie erfolgreiche so auch weniger gewinnbringende,du beschreibst uns deine Strategie,ist alle sehr interessant...was aber mich interessiert,sind die Gründe für deine Investitionen.Könntest du vielleicht demnächst kurz beschreiben was dich zu dem oder zu anderem Kauf"insperiert"hat?danke

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Ich selektiere Top-Down nach Sektoren, suche nach Trendabweichungen und spekuliere auf eine Korrektur derselben. Eigentlich ganz einfach :)

 

Das Ziel der Uebung ist ein konstanter kleiner Gewinn mit möglichst kleinem Risiko und ein oder zwei "Home-Runs", pro Jahr, die die Jahresperformance nach oben drücken. Kleine Verluste, kleine, mittlere und einige wenige grosse Gewinne.

 

Sorry, ich gehe nicht weiter ins Detail. Mit diesen Angaben solltest Du aber die Gründe für die einzelnen Trades zumindest herausfinden können, wenn Du die Hausaufgaben machst :)

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Hallo cubanpete,

 

ich habe mal eine kleine Frage zu deinen stopps:

 

Setzte Du die Stops prozentual vom Kaufkurs oder variierst du die stops je nach Gefühl?

 

und zweitens ein Beispiel:

Ich habe 10.000 EUR und verteile es auf 2 Positionen mit einem Hebel von 5

Wenn ich nun bei 5% Verlust ausgestoppt werde (d.h. der underlying hat eine Verlust von 1% erreicht)

verringert sich mein Betrag von 5.000 auf 4.750.

5.000 -5%= 4.750

4.750 -5%= 4.513

4.513 -5%= 4.287

4.287 -5%= 4.073

4.073 -5%= 3.869

3.869 -5%= 3.675

3.675 -5%= 3.492

3.492 -5%= 3.317

3.317 -5%= 3.151

 

Nach 9 Verlusttrades (nach deiner Wahrscheinlichkeit) habe ich dann nur noch 3.151 EUR übrig.

Ist es dann noch wahrscheinlich, das ich aus den 3.151 EUR wieder über 5.000 komme ?

ODer muss ich dann denn SL enger setzen, werde aber dann noch öfter als 9x ausgestoppt?

 

Und rechnest Du bei Deiner Wahrscheinlichkeit, wie oft man Verlusttrades macht den %tualen Abstand zum Stoploss mit ein?

D.h. bei engerem Stoploss mehr Verlusttrades, bei entfernterem Stoploss weniger Verlusttrades?

 

DAnke für eine Antwort.

Ich hoffe es war nicht zu verwirrend!

 

Onassis

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Hab die Frage nach Trickkiste verschoben.

 

Stops

 

Für Stops gibt es leider keine universale Antwort. Die Kunst ist, sie so nah zu setzen, dass ein allfälliger Verlust so klein wie möglich gehalten wird und so weit wie nötig, um nicht zu schnell aus einer später profitablen Position ausgestoppt zu werden.

 

Ich setze die Stops normalerweise in die Nähe eines "Umkehrpunktes", aber nicht zu nah, weil da sowieso schon alle Stops sind.

 

Eine weitere Methode die ich benutze sind "follow-through" stops. Diese Methode schützt Dich vor den "Stop-Fischern", ist aber gefährlicher als echte Stops und erfordert das Ueberwachen der Position. Dabei wird ein künstlicher Stop gesetzt. Wird dieser Ueberschritten passiert zunächst gar nichts. Erst wenn die Position auf der anderen Seite des Stops schliesst wird ein echter Stopauftrag knapp unter dem Schlusskurs gesetzt. So einen Stop würde ich aber immer nur im Zusammenhang mit einem "Notfallstop" verwenden, der als echter Stopauftrag erfasst wurde.

 

Eine weitere Methode ist, mit einem ATR20 (Average True Range von 20 Tagen) Multipel zu arbeiten. So setze ich meistens meine Anfangsstops.

 

Positionsgrösse

 

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn Du aber wie in Deinem Beispiel einen prozentualen Wert benutzt, so würde ich eine künstliche Variable "Tradingkapital" einführen und dann immer in Prozenten von diesem die Positionsgrösse berechnen.

 

Das Tradingkapital sollte immer kleiner sein als der Portfoliowert. Wann immer der Portfoliowert um 10% sinkt, ziehe 20% am Tradingkapital ab. So etwas würde ich für Aktien benutzen.

 

Die einzelne Positionsgrösse bei Aktien richtet sich bei mir nach dem Risiko (Differenz von Einkaufspreis zu Stop) und einer Maximalgrösse in Prozent zum Tradingkapital. Die Positionsgrösse richtet sich also nach dem Stop, nicht umgekehrt.

 

Für Derivatproduke mit grossem Hebel (z.B. long Optionen) benutze ich den "übrigen cash". Ich würde z.B. 5% vom cash einsetzen, den Einsatz aber vom cash abziehen und beim nächsten Mal dann nur wieder 5% vom übrigen cash einsetzen. Der übrige cash wird erst wieder grösser wenn eine Position geschlossen wird.

 

Man kann leider die Zuverlässigkeit nur für die Vergangenheit messen und für die Zukunft schätzen. Mit der Zuverlässigkeit und dem Gewinn/Verlust Ratio kann man die ideale Positionsgrösse errechnen, oft Optimal Fraction genannt. Da es sich um Schätzungen handelt, würde ich aber von dieser Positionsgrösse höchstens die Hälfte, besser einen Viertel einsetzen.

 

Bei meinem Musterportfolio schwanken diese Kennzahlen noch zu stark, so dass ich einfach vorsichtig plane.

 

Und ja, Du hast Recht: engere Stops bedeuten schlechtere Zuverlässigkeit.

 

Und natürlich ist es viel schwieriger, Verluste wieder hereinzuholen wenn man mit weniger Kapital arbeiten muss. Aber man bleibt im Spiel, das ist das Wichtigste. Wenn wieder gute Zeiten kommen, holt man nach 11% Gewinn die vorher abgezogenen 10%(11% des Restes) wieder zum Tradingkapital und ist somit wieder relativ schnell dabei.

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vielen Dank für die ausführliche Antwort!

 

Ich habe (fast) alles verstanden und kann damit schon wieder ein Stück weiterkommen.

Der Link zu tradesignal ist auch sehr hilfreich.

Dort werde ich mal die ganzen Themen zu "Signallogiken/Systeme" durchlesen. Wird eine Weile dauern.

Das mit dem "optimal f" habe ich im Moment noch gar nicht verstanden - klemme mich aber mal diese Woche gemütlich dahinter.

 

Vielen Dank und

erfolgreiche trades! :thumbsup:

 

Onassis

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