Sapine

Aufruf der Stockpicker

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Ich dachte bisher, bei der Geldanlage geht es um eine möglichst gute Rendite bei einem annehmbaren Risiko. Dass es dabei unterschiedliche Herangehensweisen gibt ist klar. Wenn es denn die alte Leier ist, dass man die aus eigener Sicht bessere Methode thematisiert, dann ist das eben so.

Ich habe auch nichts überinterpretiert, ich habe lediglich die Stockpicker aufgerufen, statt zu jammern, ihren Weg besser und plausibler darzustellen. Wenn sich dann allerdings rausstellt, dass mein Weg, bzw. der Weg der einfachen Geldanlage langfristig nicht schlechter ist, als der schwierige Weg, warum darf, oder soll man das nicht sagen? Ach ja, das ist ja nicht zu beweisen, weil es ja keine Benchmark dafür gibt. sad.gif

 

Fröhliches Diskutieren

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Posted · Edited by Toni

Meine Anlagestrategie in einfachen Worten:

 

Kauf und Verkauf nach Value-Investing-Regeln (bewertet wird nach Multiplikatorenmethode und auch DCF):

 


  •  
  • Kaufen, wenn Bewertung (historisch gesehen) einigermassen günstig und charttechnisch guter Einstiegspunkt
  • Verkaufen, wenn Bewertung zu hoch geworden ist oder sich die Fundamentals verschlechtern

 

Ich kaufe überwiegend amerikanische Werte (Mid-Caps, Big-Caps), Auswahlkriterien sind:

 


  •  
  • Vorzugsweise Aktien mit langfristigen Aufwärtstrends
  • Starkes Wachstum (Operativer Cashflow UND Gewinn pro Aktie)
  • Sehr gutes Geschäftsmodell mit möglichst monopolartiger Stellung (Moat)
  • Sehr gute Fundamentals (Hohe EKR, hohe EKQ, Hohe Free Cashflows)
     

 

Meine durchschnittliche Haltedauer sind 4 bis 5 Jahre. Rebalancing mache

ich nach Gefühl, aber sehr selten. Übergewichtungen kommen daher vor,

aktuell hat ein Wert bei mir einen Anteil von 30% am Gesamtdepot.

 

Ich denke, man kann meine Anlagestrategie

Charttechnik orientierte Value/Growth-Investing-Strategie

nennen... :lol:

 

Die Fundamentals verfolge ich für meine Depot-Aktien in dieser Art (Beispiel Gerry Weber):

 

post-834-0-64625000-1410270889_thumb.jpg

 

Mit dieser Methode habe ich in den letzten 15 Jahren eine durchschnittliche

Rendite von 10% p.a. erreicht (das ist reines Depotwachstum nach Steuern,

Zuzahlungen sind natürlich nicht enthalten). Ich habe damit fast alle bekannten

Indizes geschlagen. Dazu muss ich auch noch sagen, dass ich die beiden

grossen Aktiencrashs in 2000 und in 2008 voll mit gemacht habe....

Das ganze Hobby verschlingt ca. 1 h pro Tag, aber lieber diese Stunde

als eine Überstunde im Job....

 

ES GEHT ALSO (mit vieeel Mühe!) ;)

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Langfristiges buy-and-hold Depot aus 2008

bestehend aus Einzelaktien, aktiv gemanagten Fonds und ETFs.

 


  •  
  • Laufende Kosten deutlich unterhalb denen eines ETF Depots
  • Hohe Diversifikation über Branchen und Regionen
  • Auswahl der Einzelinvestments nach fundamentalen Aspekten
  • Berücksichtigung steuerlicher Besonderheiten

Das Depot befindet sich in der Entnahmephase. Daher reduziert sich die Strategie aktuell auf den selektiven Verkauf von Positionen. Insbesondere Fonds, die nichts zum Cash-Flow beitragen werden sukzessive verkauft

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@Toni in wieviel Aktien bist du durchschnittlich investiert und wieviel hast du auf deiner Watchlist?

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Posted · Edited by Toni

@Toni in wieviel Aktien bist du durchschnittlich investiert und wieviel hast du auf deiner Watchlist?

Ich habe im Schnitt 6 bis 10 Werte im Depot, nur diese verfolge ich so detailliert wie Gerry Weber oben im Beispiel. Von diesen lese ich natürlich auch die Geschäftsberichte, Quartalsberichte und die Earnings-Transcripts.

 

Dann habe ich noch eine Watchlist mit ca. 20 bis 50 Werten, bei denen ich den Chart und die Nachrichten (Seeking Alpha, Valuentum etc.) verfolge. Seeking Alpha ist für mich zu einer sehr wichtigen Informationsquelle geworden, es schreiben dort sehr gute Leute. Man muss aber lernen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

 

Hier meine Watchlist (Screenshot der iPad-App StockTouch):

 

post-834-0-13030800-1410272399_thumb.png

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Aktiv - aber nicht hyperaktiv - indem ich sowohl größere Markteinbrüche nutze, um günstig einzukaufen, als auch meine persönlichen Risikoeinschätzungen der Anlageklassen umsetze.

 

Soll heißen, dass ich seit wenigen Jahren keine Anleihen im Depot habe und mich im Aktienbereich auf defensive und dividendenstarke Einzelwerte konzentriert habe. Diversifizierung 30 - 40 Werte.

Keine ETFs und keine gemanagten Fonds.

 

Die Aktienauswahl erfolgt in zwei Stufen:

 

1) Vorauswahl der Werte, die grundsätzlich in mein aktuelles (Risiko) Schema passen. Dabei kommen selbstverständlich fundamentale Daten (ähnlich wie bei Toni) zum Einsatz.

 

2) Bei einer Korrektur, bzw. einem Absturz werden aus dieser Auswahl diejenigen (Gänse) gekauft, die am meisten gerupft wurden. Dabei gezielt den Tiefpunkt zu treffen ist nicht möglich, die MuSig hilft mir aber immens, zumindest annähernd in den Bereich zu kommen.

 

Zwischenzeitlich halte ich meist die Füße still.

 

Als absolutes Minimalziel definiere ich Kapitalerhalt - nach Inflationsausgleich. Dass dabei meist mehr herausspringt, ist nicht zuletzt einem steten Strom von Dividendenzahlungen zu verdanken, der m. E. einen nicht unerheblichen Teil eines Börsenerfolgs ausmacht. Andere mögen andere Meinung sein, ich nicht.

 

Bei Einzelwertanlagen dienen Dividenden u.a. einer Erweiterung der Diversifikation, einer bequemen Zusatzeinnahme und nicht zuletzt einem psychologischen Faktor. Einnahmen nimmt der Mensch positiv wahr und entgeht evt. hektischen Aktivitäten in "schlechten" Börsenzeiten. 10 Jahre mit 3 - 4% gezahlter Dividende lässt zumindest einen Kursrutsch von 30% leichter verdaulich erscheinen.

 

Als etwas gereifterer Anleger habe auch ich 2000 usw. hinter mir und kann auch nur sagen: Es geht doch.

 

Gruß

€-man

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Glückwunsch an alle, die mit ihrere Aktienauswahl bisher erfolgreich waren. Gibt es auch Stockpicker die nicht so erfolgreich waren und hier posten?

 

Ich kann mich an einen Uralt-Thread erinnern, in dem die Fehlkäufe und Irrtümer dokumentiert wurden, oder gibt es sowas nicht unter Stockpickern?

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Ich kann mich an einen Uralt-Thread erinnern, in dem die Fehlkäufe und Irrtümer dokumentiert wurden, oder gibt es sowas nicht unter Stockpickern?

 

Die Irrtümer und Fehleinkäufe hat es auch bei mir gegeben und es gibt sie auch heute noch. Allerdings spielt das im Gesamtkonzert keine Rolle.

 

Gruß

€-man

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Ich kann mich an einen Uralt-Thread erinnern, in dem die Fehlkäufe und Irrtümer dokumentiert wurden, oder gibt es sowas nicht unter Stockpickern?

 

Die Irrtümer und Fehleinkäufe hat es auch bei mir gegeben und es gibt sie auch heute noch. Allerdings spielt das im Gesamtkonzert keine Rolle.

 

Gruß

€-man

 

Nun ja, sofern das Gesamtkonzept zu einer überwiegend positiven Entwicklung des Depots führt, ist das sicherlich richtig.

 

Die Frage ist ja, wie und wann reagiert man, wenn sich eine Aktie als Fehlkauf erweisst und woran, also z.B. an welchen Kennzahlen, macht man das fest. Denn wenn das ganze Marktumfeld nach unten geht kann es ja auch sein das die eigene Aktie nur deswegen mit nach unten läuft.

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Posted · Edited by Toni

Fehlkäufe gab es zuhauf bei mir: Herbalife, Bijou Brigitte etc...

 

Aber auch zwei 10-Bagger, der dritte ist gerade in Arbeit.... <_<

 

Insgesamt machen die Fehlkäufe keine grossen Probleme,

da selten und immer seltener, denn man gewinnt ja immer mehr

an Erfahrung.

 

Investieren ist eine der wenigen Tätigkeiten, die im Alter nicht

extrem schwieriger werden. Sondern eher leichter. :thumbsup:

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Posted · Edited by Der Pate

Dieser Beitrag wurde gelöscht.

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Die Frage ist ja, wie und wann reagiert man, wenn sich eine Aktie als Fehlkauf erweisst und woran, also z.B. an welchen Kennzahlen, macht man das fest. Denn wenn das ganze Marktumfeld nach unten geht kann es ja auch sein das die eigene Aktie nur deswegen mit nach unten läuft.

 

Wenn der ganze Markt nach unten geht, gibt es i.d.R. auch keinen Grund, sich nur von einem Einzelwert zu trennen.

 

Wenn der Markt - noch besser die Branche - steigt und ein Wert fällt, dann sollte man näher hinsehen. Kennzahlen sind m. E. hier nicht unbedingt die allererste Wahl. Der Grund, warum der Wert fällt, sollte vorrangig betrachtet werden.

 

Beispiel: RWE und EON. Hier waren es nicht kurzfristige Gewinnwarnungen, sondern Grundlagenwechsel, die einen Ausstieg rechtfertigten.

 

Gruß

€-man

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Wie sagte schon Börsenaltmeister André Kostolany:

"zu 49 % habe ich verloren und zu 51 % gewonnen. Von der Differenz habe ich ganz gut gelebt".

 

Gibt bestimmt auch viele Stockpicker, die mehr verloren als gewonnen haben.

 

Ich kann mich noch an einen Fall hier im WPF erinnern. Das war während der Bankenkrise. Da ist jemand "All in" bei Royal Bank of Scotland gegangen, sogar mit einem Kredit. Hat da auf Max Otte gehört, der die Aktie für unterbewertet und den Kursverfall für übertrieben hielt. Bei dem dürfte es heute noch schlimm aussehen.

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Ganz grob skizziert:

 

1. Sammeln von Ideen

2. Grobfilterung

3. Fundamentalanalyse (hard facts) -> Kennzahlenberechnung -> Ranking

4. Überprüfung weiterer Qualitätskriterien (soft facts)

5. Kauf-/Verkaufentscheidung

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Posted · Edited by dakac

Ich bin ein Stockpicker seit 17 Jahren (und lebe noch). Ich habe noch nie eine Anleihe, Fonds oder ETF gekauft. Nur manchmal bin ich wie gerade in andere Währungen investiert. Ich bin aber kein Devisen-Fritze, halt nur ein Stockpicker der gerne in anderen Währungsräumen "heimisch" einkauft.

 

Die Strategien lassen sich schwer in Exel-Tabellen einfügen, weil es viel mit Fantasie und Gefühlen zu tun hat. Das kann man nicht ausrechnen. Wie fühlt man sich wenn man 30% unter Wasser ist? Oder mit 50% Minus? Das ist nicht sehr ungewöhnilch für Börse. Man muss sich nur zurückdrehen und mal schauen wie oft das in der Vergagenheit passiert ist. Dadurch kann man sich auch etwas besser kennenlernenohmy.gif

 

Oder Strategien als Stockpicker können sich auch ändern. Man wird älter und reifer. Die Lebensumstände ändern sich auch. Dementsprechend hat sich auch meine Strategie "entwickelt".

 

Ich versuche mich mit anderen nicht zu vergleichen, das ist doch dämlich, meine Ziele kenne ich natürlich (10%-15% p.a.).

 

Ansonsten als Stockpicker (ich nenne das einfach Börsianer) hat man viele Möglichkeitenlaugh.gif und deswegen liebe ich die Börse:

 

- Möglichkeit: mich um meine Altersvorsorge selbst zu kümmern

- Möglichkeit: die allgemeine Preisteuerung auszugleichen

- Möglichkeit: sogar eine Rendite obendrauf zu bekommen

- Möglichkeit: eigene Seriosität zu überprüfen

- Möglichkeit: zu sehen, wie es tatsächlich um meine Gier und Angst steht

- Möglichkeit: sich sehr schlau vorzukommen

- Möglichkeit: sich ziemlich dumm vorzukommen

- Möglichkeit: vieles zu lernen (man nennt es auch recherchieren)

- Möglichkeit: die Erfahrungen zu sammeln und ein erfahrener Börsianer zu werden

- Möglichkeit: Leidensdruck stoisch zu ertragen und Euphorie kennen zu lernen

- Möglichkeit: einer Minderheit anzugehören (wie viele Börsianer gibt es denn in eurem Umfeld?)

- Möglichkeit: an einem spannenden Wirtschaftsdauerkrimi teilzunehmen (es kommt alles vor, was in einem Krimi auch vorkommt, incl. Tote)

- Möglichkeit: finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen

- Möglichkeit: sich finanziell zu ruinieren

 

Aus Börse, Zocken und die reiche Leute

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Posted · Edited by rolasys

Fehlkäufe gab es zuhauf bei mir: Herbalife, Bijou Brigitte etc...

 

BB? Hattest du die nicht schon vor 9 Jahren, als es noch stetig Berg auf ging? Ic herinner mich an den Thread hier, ein Hype ohne Ende.

Da müsstest du doch mehr als 200% Gewinn gemacht haben oder hast du die nicht verkauft bzw. bist du nochmals eingestiegen? Das wäre ja dann kein Fehlkauf gewesen sondern eher ein zu später Verkauf, oder?

 

 

Nun, ich selbst verfolge die alte klassiche Strategie B&H, auch wenn sie mehrheitlich für überholt und als nicht mehr praxistauglich erklärt wird.

 

Das Hauptproblem für mich ist der Verkauf, wann soll man z.B. Facebook verkaufen? Nach Bewertungsrichtlinien war sie schon bei 35,-€ zu teuer, jetzt steht sie bei 60,-€

 

SL Kurse sind auch nicht immer erste Wahl, dadurch bin ich z.B. bei Apple 2008 oder so rausgekickt worden, und da die dann immer weiter stieg bin ich nicht mehr neu eingestiegen (ein Fehler wie man heute weiß). Immerhin habe ich sie letztes Jahr dann mal zurückgeholt. (unter KGV Kriterium war sie damals einfach zu billig)

 

Ein anderes Beipiel in umgekehrter Richtung ist EON, die lasse ich halt jetzt aber auch einfach liegen.

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Posted · Edited by Toni

Fehlkäufe gab es zuhauf bei mir: Herbalife, Bijou Brigitte etc...

 

BB? Hattest du die nicht schon vor 9 Jahren, als es noch stetig Berg auf ging? Ic herinner mich an den Thread hier, ein Hype ohne Ende.

Da müsstest du doch mehr als 200% Gewinn gemacht haben oder hast du die nicht verkauft bzw. bist du nochmals eingestiegen? Das wäre ja dann kein Fehlkauf gewesen sondern eher ein zu später Verkauf, oder?

 

Ich weiss es nicht mehr so genau, unterm Strich habe ich mit Bijou Brigitte aber Verlust gemacht.

Man kann es ja nennen wie man will: Es war ein Verlustgeschäft.

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Posted · Edited by Toni

Dieser Thread hat bereits über 1000 Aufrufe, aber nur 16 Antworten.

 

Stockpicking scheint wirklich kaum jemanden zu interessieren.

Das ist genau das, was ich befürchtet hatte. Sehr schade,

dass die jungen Menschen sich nicht dafür interessieren.

 

:unsure:

 

Wie schon an anderer Stelle gesagt: Wenn man jung ist, hat man

noch viele Jahre vor sich, in denen man Stockpicking lernen kann,

denn das dauert einige Jahre. Wenn man es kann, wird man damit

sehr wahrscheinlich den Markt schlagen, und das kann auf die

Jahrzehnte, die dann noch folgen, erhebliche Auswirkungen

auf die Vermögensgrösse haben!

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Posted · Edited by Schildkröte

Die Frage ist doch. welchen Sinn hat dieser Thread? Ich glaube, dass er früher oder später untergehen wird. Zielführender würde ich einen Leitfaden zum Stockpicking o. ä. halten, der dann im Aktienbereich im oberen Teil "fest" installiert wird (vgl. Leitfaden für ETFs, DVAG etc.). Wobei im Aktienbereich selbst ja eher die Unternehmen, die sich hinter den Aktien "verstecken", beschnackt werden und nicht das Stockpicking als solches. Im Grunde genommen kann man auch die vielen Musterdepots als Leitfaden fürs Stockpicking betrachten. Die einzelnen User erläutern dort ihre Anlagegrundsätze und Vorgehensweisen. Hätte jemand Lust, an so einem Leitfaden mitzuarbeiten?

 

Ich selbst setze vorwiegend auf Buy&Hold und verfüge derzeit über 19 branchendiversifizierte Einzelwerte. Von der Länderaufteilung her liegen Europa und die USA jeweils bei etwa 50%. Wobei der Unternehmenssitz bei einem Weltkonzern nebensächlich ist (Quellensteuer mal außen vor). Entscheidend ist, in welchen Ländern und Währungsräumen ein Unternehmen seine Ergebnisse erzielt und ob es Währungsrisiken ggf. absichert. Auch deshalb ist ein oberflächlicher Vergleich mit Länderindizes meines Erachtens nur bedingt aussagekräftig. Aspekte wie Währungen, Markenimage usw. werden von vielen Anlegern viel zu sehr unterschätzt.

 

Vom Anlagestil her betreibe ich eine Mischung aus wachstums- und dividendenorientiertem Stockpicking. Die Dividende bezogen auf den Einstandskurs ist für mich zum Kaufzeitpunkt nicht so relevant. Wichtig ist mir eher, dass künftig ein Gewinnwachstum erreicht wird, welches langfristig (gekoppelt mit Aktienrueckkaeufen) zu Dividendenwachstum führt. Den einen oder anderen wachstumsschwachen Dividendenwert, der dafür eine höhere "Einstiegsdividende" zahlt, habe ich aber ebenfalls im Depot. Wichtiger als Kennzahlen sind mir Aspekte wie Geschäftsmodell, Branchensituation, Wettbewerbsvorteile, Burggraben, Wachstum, Konjunkturabhängigkeit, Dividendenpolitik etc. In meiner Signatur finden sich Links zu ausführlichen Besprechungen von mir zu einzelnen Branchen und Unternehmen.

 

@Toni:

Niemand verbietet Dir und weiteren Usern, im Aktienbereich wieder etwas mehr zu schreiben. Es gibt nach wie vor einen "harten Kern", der sich über Gesprächspartner für konstruktive Diskussionen freut.

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Dieser Thread hat bereits über 1000 Aufrufe, aber nur 16 Antworten.

 

Stockpicking scheint wirklich kaum jemanden zu interessieren.

Das ist genau das, was ich befürchtet hatte. Sehr schade,

dass die jungen Menschen sich nicht dafür interessieren.

 

:unsure:

 

Wie schon an anderer Stelle gesagt: Wenn man jung ist, hat man

noch viele Jahre vor sich, in denen man Stockpicking lernen kann,

denn das dauert einige Jahre. Wenn man es kann, wird man damit

sehr wahrscheinlich den Markt schlagen, und das kann auf die

Jahrzehnte, die dann noch folgen, erhebliche Auswirkungen

auf die Vermögensgrösse haben!

 

Vielleicht interessieren sich doch einige dafür, nur haben viele die Zeit nicht oder wollen die Zeit dafür nicht aufbringen.

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Die Frage ist doch. welchen Sinn hat dieser Thread? Ich glaube, dass er früher oder später untergehen wird. Zielführender würde ich einen Leitfaden zum Stockpicking o. ä. ...

 

Das Problem ist, dass es nicht eine bestimmte Vorgehensweise des Stockpickings gibt, sondern zig. Man müsste diese also wieder in bestimmte Unterforen aufteilen. Das könnte funtionieren.

 

Ich glaube, dass er früher oder später untergehen wird

Denke ich auch. Was man hier rein schreibt, kann auch jeder in sein Profil rein schreiben, da wäre es besser aufgehoben.

 

Die meisten Chancen mehr User für das Stockping zu begeistern sehe ich in der Vorstellung von Einzeldepots. So wie das Juro, Schinderhannes, Schlaftablette, Tutti und jetzt neuerdings Hamsterrad, um nur einige zu nenne, machen.

Man muss es ja nicht unbedingt 1:1 machen. Ich kann durchaus verstehen, dass man nicht will, dass jeder sehen kann wie viel Geld wirklich hinter einem Depot steht. So wie es z.B. Juro u. Schinderhannes machen, ist das vollkommen o.k.

Wenn die User sehen, dass solche Depots im Laufe der Jahre besser abschneiden als viele bekannte Indizes, kommt automatisch Interesse auf. Das Problem ist halt nur, dass viele wieder abspringen.

 

Es wäre noch überlegenswert, ob man die Depots nicht in verschiedenen Unterdepots laufen lasst. Aufteilung Fonds-Anleihen-Misch-Einzelaktien z. B.

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Mal einen Überblick zu bekommen wer was macht finde ich sehr interessant. Nicht jeder ist bereit ein eigenes Musterdepot zu machen aber vielleicht schon, seine Gedanken zu seinem Einzelaktiendepot hier kurz zusammen zu fassen. Dies schadet auch demjenigen selbst keineswegs, da es immer gut ist, seine Strategie auch mal auszuformulieren.

 

Es spricht überhaupt nichts dagegen in einem zukünftig vielleicht entstehendem Sticky Links zu Fäden zu setzen mit interessanten Subthemen. Den alles erschlagenden Faden in dem jeder seine Beiträge reinschreibt, kann ohnehin nicht funktionieren. Das wird viel zu unübersichtlich. Daher meine Bitte hier sich bitte vorrangig an das Thema halten:

 

Aufruf der Stockpicker Jammert nicht und stellt Euren Weg vor

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Posted · Edited by CorvusCorax

Dieser Thread hat bereits über 1000 Aufrufe, aber nur 16 Antworten. Stockpicking scheint wirklich kaum jemanden zu interessieren. Das ist genau das, was ich befürchtet hatte. Sehr schade,

dass die jungen Menschen sich nicht dafür interessieren.

Hier mal meine persönliche Einschätzung zu der Thematik:

 

Ich finde Stock Picking eigentlich ebenfalls zehn mal interessanter und spannender als den passiven Ansatz. Privat beschäftige ich mich auch gerne mit beiden Sachen, aber ich zweifle aufgrund meiner starken Informationsasymmetrie (bedingt in erster Linie durch Zeitmangel) im Vergleich zu den großen Spielern an meiner eigenen Effizienz als 1-Mann-Fondsmanager. Zudem scheue ich das unsystematische Risiko bei gerade einmal 15-20 Titeln im Portfolio wie der Teufel das Weihwasser, daher wäre ich schon eher ein Kandidat für ≥ 50 Titel, um das Risiko zu minimieren. Und diese Strategie braucht Kapital, welches ich nicht in dem Umfang habe, um die Strategie effektiv umsetzen zu können. Ich bin zwar absolut kein Freund von zu großen Einzelpositionen, aber 1.000-1.500 € / Position sollten es wohl doch sein. Da ich auch gerne Anleihen im Verhältnis 1:1 zu Aktien hinzunehme, bräuchte ich dann schon mind. 70.000 €, um über zumindest 25-30 Einzelaktien hinweg zu streuen.

 

Ich bin zwar Controller und kann dadurch auch gut mit Bilanzen und Kennzahlen umgehen, aber prinzipiell finde ich die vergangenheitsorientierte Betrachtung von Unternehmen irgendwie alleine nicht zielführend. Nur an quantitativen Faktoren sollte man sich bei der Auswahl nicht aufhängen. Wichtiger wären mir die Aufstellung des Unternehmens und insbesondere die Branchensituation - und ich würde wohl träge Branchen mit festen Marktstrukturen und hohen Eintrittsbarrieren bevorzugen. Die großen Dickschiffe mit stabilen Umsätzen wären mir lieber wie die hippen und dynamischen Growth-Werte. Auch wäre ich wohl der klassische Buy & Hold-Aktionär. Einmal kaufen und dann liegen lassen. Mit frischem Kapital würde ich dann auch im Allgemeinen nie nachkaufen, sondern immer andere ähnlich langweilige Unternehmen hinzupacken. Über viele Jahre hinweg würde das Depot wohl ähnlich laufen wie die meisten ETFs, wenn auch etwas schwerfälliger und mit gewissen Renditeabstrichen.

 

ETFs finde ich hingegen weiterhin noch nicht mal so gut, weil ich dadurch gezwungen bin jedes Unternehmen indirekt zu unterstützen, auch Waffenlieferanten und andere Unternehmen, welche typische Ausbeuter (z.B. Big Oil, gewisse Banken) sind. Ich bin zwar Realist, aber auch Linksliberaler, WWF-Mitglied und Tierfreund, der sich in seiner Freizeit gerne mit Geisteswissenschaftlern umgibt, und daher gibt es für mich klare Grenzen. Der Schutz von seltenen Tierarten (z.B. der Tiger, gewissen Walarten) ist mir unbedingt wichtiger als die Jagd nach dem letzten Rendite-Prozentpunkt. Von daher könnte ich schon mit einer gewissen Underperformance leben, wenn ich weiß, dass ich in meinen Augen für mich ethnisch bestmöglich handle. Ich verstehe Andersdenkende, welche rein auf die Rendite schauen, da sind mir während meinem Studium in Accounting & Statistik-Vertiefungen genug von begegnet. Aber ich drifte ab....laugh.gif

 

Zurück zum eigentlichen Thema:

Grundsätzlich finde ich einfach, dass mein Wissenshorizont zu begrenzt ist, um Stock Picking richtig umsetzen zu können. Wo wir wieder in erster Linie beim Faktor Zeit wären. Ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht, aber ich bin zwar politisch wie wirtschaftlich wirklich interessiert und verfolge auch recht viele Dinge, aber irgendwie ist die Zeit halt doch begrenzt. Durch das tägliche Surfen auf der Seite der Frankfurter Allgemeine und dem interessierten Lesen der wöchentlichen Printausgabe der Zeit ist mein wöchentliches Zeitpensum dann auch schon fast erschöpft, um sich auf dem "Laufenden zu halten". Einigermaßen regelmäßig durchblättere ich auch noch die aktuellen Berichte der Bank for International Settlements. Da ich auch mathematisch recht interessiert bin, finde ich auch gewisse Herleitungen wirtschaftswissenschaftlicher Modelle und deren Aussagen recht spannend, aber das mache ich dann doch eher selten. Trotzdem würde ich behaupten, dass viele Mitglieder hier im Forum deutlich besser informiert sind als ich.

 

Was ich auf jeden Fall zeitlich nicht mehr hinbekommen würde: Die regelmäßige Analyse von Quartalsberichten, Branchenanalysen und alles was sonst zu einer laufenden und tiefgreifenden Fundamentalanalyse gehört.

 

Von daher bleibt mir wohl leider zu sagen:

Trotz meinem Interesse macht rein rational betrachtet für mich Stock Picking keinen Sinn. Und ich denke ich bin nicht der Einzige, welcher so denkt.

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Posted · Edited by Schildkröte

Ja, "die eine" Methode für Stockpicking gibt es nicht. Stattdessen sollte man sich mit verschiedenen Anlagestilen auseinandersetzen und kann sich so Inspirationen für seinen eigenen Anlagestil einholen. Der Rest ist Erfahrung und die Bereitschaft, sich ständig erneut zu hinterfragen. Nur so kann man sich weiterentwickeln. Dazu kann es meinetwegen auch gehören, seine eigene Performance mit der Entwicklung von einigen Indizes (unter Berücksichtigung der Währungen und des Risikos) zu vergleichen. Das macht meines Erachtens aber erst nach ca. 10 Jahren Sinn bzw. nach einem kompletten Borsenzyklus.

 

Über ein eigenes Musterdepot habe ich immer mal wieder nachgedacht. Aber der Zeitaufwand dafür ist nicht zu unterschätzen. Ich "investiere" diese Zeit lieber in die Branchenthreads. Weitere Kennzahlenanalysen sollen dort demnächst folgen. Anhand der Branchenthreads können sich (potenzielle) Stockpicker mit einzelnen Branchen und deren Zunftvertretern beschäftigen. Wenn dann jemand fragt, warum er oder sie sich nicht einfach einen entspr. Branchen-ETF kauft, kann man dem Fragenden ganz plausibel die jeweils besten und schlechtesten Unternehmen des jeweiligen Sektors aufzeigen.

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Um offen zu sein: ich halte mich für einen Stockpicker der aufgrund von fundamentalen Analysen/Kriterien investiert. Auch wenn ich damit nun womöglich auf Unmut stosse, finde ich die Motivation zum Beitragen in diesem Thread doch paradox. Vielleicht geht auch der Homo Oeconomicus in mir durch aber ich finde es ist eine Sache, wenn man als Stockpicker Einzeltitel bespricht, in die man investiert/für die man sich interessiert. Davon profitieren nämlich alle Seiten, insbesondere hat aber derjenige der postet auch den Vorteil ggf. neue Informationen zu bekommen und/oder widerlegt zu werden, was ihm dann einen Nutzen für sein spezielles Investment bringt und/oder neuen Input für sein Investment-Konzept, jedoch schadet es seiner bisherigen Entscheidung niemals. Er kann also in diesem Fall nur besser aber niemals schlechter gestellt sein.

 

Ich würde denselben Gedanken aber nie und nimmer auf das dashinterliegende Konzept des Stockpickings übertragen. Als erfolgreicher Stockpicker geht man doch davon aus, dass man den Markt mit seinem Konzept schlagen kann. Wenn man aber nun sein Konzept offenbart und der Markt realisiert, dass man damit eine Überrendite erwirtschaften kann, wie lange wird sich dieses Konzept dann noch halten können? Es gab wissenschaftlich nachgewiesen immer wieder Versuche selbst mit simplen Value- und Growth-Modellen den Markt zu schlagen. Was dabei herauskam war: ja es war möglich Überrenditen zu erwirtschaften, begonnen mit simplen Faktormodellen durch Fama French (1992), danach weiter in die Value Richtung entwickelt durch Piotroski (2000) und in die Growth Richtung durch Mohanram (2004). Was hatten aber diese eher simplen Modelle, die Unternehmen aufgrund von Finanzkennzahlen analysierten gemeinsam? Spätestens nach 10 Jahren waren diese Konzepte vom Markt verinnerlicht. Grossbanken/Investmentbanken hatten diese Konzepte auf Fonds kopiert und die vorher potentiell realisierbaren Überrenditen waren verschwunden (die einzige Ausnahme bilden vielleicht Short-Möglichkeiten, die aber möglicherweise nur deshalb noch existier(t)en, weil es oft Marktbeschränkungen zum Shorten gibt, ergo Shorten nicht überall möglich ist, während man beinahe überall Long gehen kann).

 

Nach diesem Gedankengang wäre ein Stockpicker der ein erfolgreiches Konzept verwendet, damit den Markt schlagen kann und dieses hier öffentlich publiziert, milde gesagt: altruistisch oder nicht mehr an langfristigen Überrenditen interessiert. Selbst derjenige, der ein Konzept hat, welches er noch für unvollständig hält und hier auf zusätzliche Hinweise zur Erweiterung hofft, würde demnach nicht wirklich vorteilhaft fahren, da es ja komplett öffentlich ist und wieder der vorhergehende Punkt kommt, an dem der Markt dieses Modell - wenn es funktioniert - absorbiert und es daher für Überrenditen unbrauchbar wird.

 

Ich vertrete also den Standpunkt, dass man sich mit der Offenlegung seines - erfolgreichen - Stockpicking-Konzepts niemals besser stellen kann. Aber an dieser Stelle möchte ich nochmal betonen und differenzieren: Ich halte es durchaus für sinnvoll über Einzeltitel als Stockpicker zu sprechen und Informationen preis zu geben (insbesondere wenn man zu diesem Zeitpunkt seine Kauf-/Verkaufsentscheidung bereits getroffen hat), auch wäre es den eigenen Interessen nicht zuwider laufend allgemein bekannte Informationen zum Investieren/Finanzwissen zu teilen, ganz im Sinne des Zwecks eines Forums, aber dies schliesst für mich eben nicht die gezielte Methode mit ein. Zudem bezweifle ich, dass es Sinn machen würde allgemeines Finanzwissen in diesem Thread zu teilen, da es dafür m.E. ja schon genügend Threads und/oder Lektüre gab und gibt. So und nun dürft ihr mich "auffressen" ;)

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