Hamsterrad

Wie Fondsmanager gegen das eigene Konzept wettern

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Investmentfonds sollen breit streuen und damit Risiken der Kapitalmärkte minimieren, so heißt es in den Hochglanzbroschüren. Doch genau das ist falsch, sagen nun ausgerechnet ein Fondsmanager mit Rückendeckung von Warren Buffett.

 

Wie Fondsmanager gegen das eigene Konzept wettern

 

 

Im Rahmen der Hamsterrad Depot Diskussion ist das Thema Streuung / Diversifikation bereits mehrfach angeklungen, wobei ich es an dieser Stelle als nicht richtig positioniert empfinde. Mir ist aufgrund des genannten Artikels daher die Idee gekommen, einen neuen / eigenen Thread zu diesem Thema zu erstellen.

 

Mit meinen Ansatz das Vermögen auf maximal 65 Aktien zu verteilen fühle ich mich keiner der beiden Welten richtig zugehörig - ich verfüge weder über ein konzentriertes, intensiv verfolgtes Portfolio, noch streue ich über hunderte / tausende Werte, wie es Fonds bzw. ETFs üblicherweise tun.

 

Ein nicht unwesentlicher Grund für meinen Wechsel zurück von ETFs zu Aktien war die fehlende Identifikationsmöglichkeit mit den Unternehmen, in die ich investiert habe. Aber wie soll man sich auch mit tausenden Werten identifizieren können, von denen man die meisten nicht kennt und bei vielen noch nicht einmal den Namen aussprechen kann?

Gleichwohl war mir das Risiko eines stark konzentrierten Portfolios zu hoch, da einzelne Fehleinschätzungen bereits zu signifikanten Verlusten führen können. Im Gegenzug verzichte ich dadurch auf die Möglichkeit, durch einzelne sehr gute Entscheidungen einen signifikanten Gewinn einfahren zu können.

Die Streuung führt daher dazu, das sich das Depot gleichmäßiger und weniger stark schwankend entwickelt.

 

Gerne würde ich im Rahmen dieses Fadens etwas über Eure Depots erfahren:

  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen :)

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Posted · Edited by Schildkröte

Also nur auf den Aktienanteil bezogen habe ich derzeit 20 Depotpositionen, und zwar 18 Standardwerte und 2 Nebenwerte. Die Anzahl der Depotpositionen habe ich mir nicht fix, sondern als Richtwert vorgegeben. Mit 10 bis 15 Positionen könnte ich ebenfalls leben, mehr als 25 sollen es definitiv nicht werden. Wie viele einzelne Positionen mindestens und allerhöchstens sinnvoll bzw. erforderlich sind, darüber wurde sich im Forum schon häufig unterhalten. Meines Erachtens ist ab einer gewissen Anzahl an Einzelpositionen der Vorteil gegenüber ETFs und/oder Fonds nicht mehr gegeben bzw. der Verwaltungsaufwand extrem hoch. Damit meine ich vor allem den zeitlichen Aufwand. Steuern, Gebühren, Risiken etc. wurden schon an anderer Stelle hinreichend beschnackt.

 

Über die Mindestanzahl an Einzelpositionen in einem Depot kann man sich genauso streiten. Toni fühlt sich mit 6 bis 10 Werten wohl. Wenn jemand lediglich auf fünf "krisensichere" Unternehmen setzt (Nestlé, P&G, J&J etc.) oder sich fünf stark innerlich diversifizierte Mischkonzerne bzw. Holdings ins Depot legt (Berkshire Hathaway, Indus, 3M, Hutchison Whampoa etc.), fährt er oder sie womöglich besser oder zumindest nicht schlechter als ein/e Anleger/in mit 10 bis 20 spezialisierten und/oder (hoch) riskanten Einzelpositionen. Die Mischung machts.

 

Ich habe bisher vorwiegend in der Horizontalen Stockpicking betrieben, also mir aus möglichst vielen Branchen einen der Marktführer herausgefiltert. Möglicherweise kann man das auch bequem über Fonds oder ETFs, aber die Lerneffekte bei der Herangehensweise sind sehr erkenntnisreich gewesen. Seit einiger Zeit betreibe ich eher in der Vertikalen Stockpicking. In Branchen die mir vertraut sind bzw. die ich für chanchenreich erachte, gehe ich weiter in die Tiefe und suche nach interessanten Beimischungen für bestehende Depotpositionen. Deshalb könnte ich mir mittelfristig ein Depot bestehend aus 25 Einzelpositionen vorstellen, davon 20 Standardwerte und 5 Nebenwerte.

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1) Eine Frage des Geldbeutels.

 

2) Eine Frage, ob Kapitalaufbau oder Kapitalverwaltung. Bei Kapitalverwaltung kann man mit "soliden" Werten auch mal etwas weniger im Depot haben.

 

3) Je Aktie nicht mehr als eine jährliche Gesamtdividende investieren. Somit würde bei einem Totalausfall zumindest das Kapital erhalten.

 

Mit 30 - 40 Werten fühle ich mich schon längere Zeit gut aufgehoben. Ich meine mich zu erinnern, dass unser "Passiv-Aktiv-Misch-Schinzi" auf eine Studie verwies, die diese Anzahl ebenso als relativ sinnvoll ausweist.

 

Gruß

€-man

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Hallo,

 

ich habe im Moment 20 Werte im Depot, möchte aber weitererhöhen.

 

Es sind im Moment 16 Bluechips und 4 Nebenwerte im Depot. Aufstocken möchte ich frühestens wenn ich 25 Werte im Depot habe, und ich werdenur Bluechips aufstocken. Nebenwerte werde ich mir eher neue kaufen als Aufstocken, da ich das Risiko auf einen Nebenwert nicht erhöhen möchte und ich immer wiederinteressante Werte finde, die ich Depot haben möchte.

 

Ich hoffe, dass ich nicht viel mehr als 30 Werte habenwerde, aber wie schon oben geschrieben, finde ich einfach regelmäßig interessante Werte die ich haben muss…

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Servus Hamsterrad,

 

Mein Aktiendepot stellt nur einen kleineren Anteil meiner Investments dar - die meisten Euronen liegen tatsächlich in Fonds (aktive Fonds und ETFs).

Das Aktiendepot habe ich begonnnen, um mir mittels konstantem Dividendenfluss eine Nebeneinkunft aufzubauen, wenn ich in ein paar Jahren vorzeitig in Ruhestand gehen möchte - weil dann habe ich vorübergehend eine "Rentenlücke" bis die Versicherungen zur Auszahlung kommen und bis die BFA-Rente zur Auszahlung kommt. Somit hat das Aktiendepot einen anderen Zweck, wie meine Fondsanlagen. Dieses Thema will ich hier aber nicht vertiefen (weil off-topic...).

 

Zu den Fragen:

Wie viele Unternehmen sind vertreten?

--> Derzeit 12, Geplant sind maximal 25. Mal sehen, wie das dann aussieht, wenn tatsächlich 25 Firmen im Korb liegen und Nr. 26 lockt.....

Wie kam es zu dieser Anzahl?

--> Ich würde gern den Überblick behalten. Das geht bei 25 Unternehmen gut - bei 50 stelle ich mir das schwierig vor.

Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?

--> Diversifiziert bin ich u.a. über die aktiven/passiven Fonds. Das reine Aktiendepot ist ebenfalls gut diversifiziert hinsichtlich Branchen.

Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?

--> Ich kann derzeit gut mit der angepeilten Zahl von 25 Unternehmen leben. Das Volumen innerhalb der einzelnen Positionen könnte viiiiieeeel größer sein :P

 

Keep on investing,

Schlumich

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Posted · Edited by Stockinvestor

Schade, dass das in einem Unterforum von einem Musterdepot besprochen wird. Ich schätze, wenn jemand mal was über Diversifikation von Aktiendepots sucht, wird es schwer das hier zu finden.

Ich hätte das eher Diversifikation von Aktienportfolios genannt und im Aktienbereich angesiedelt.

 

Ich habe gerade mal mit der Suchfunktion das Wort Diversifikation suchen in den Überschriften gesucht und viele Treffer erhalten, jedoch fast auschließlich für Fonds.

 

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle etwas dazu schreiben.

 

Ich fand folgende Passage aus dem oben verlinkten Artikel ganz interessant:

So sagt zum Beispiel Patrick O'Shaughnessy von O'Shaughnessy Asset Management: "Um dem Value-Stil folgen zu können, braucht man ein schlankeres Portfolio als man denkt." Value bedeutet die Konzentration auf die Suche unterbewerteter Aktien. Ergebnis seiner Untersuchungen - die besten Erträge lieferte ein Portfiolio, das aus bloß fünf Aktien bestand. Unter Riosikoertragsgesichtspunkten sollten es nur 15 Aktien sein.

 

Ich dachte ich lese nicht recht. Das soll Patrick O'Shaugnessey gesagt haben? Das kannte ich aber anders. Bis ich durch etwas Recherche darauf gekommen bin, dass ich nicht Patrick O'Shaugnessey meinte, sondern James Patrick O'Shaugnesey. James Patrick O'Shaugnessey ist der Vater von Patrick O'Shaugnessey.

Ich finde nämlich das Buch von James Patrick O'Shaugnessey "Die besten Anlagestrategien aller Zeiten" irre interessant, weil James P. O'Shaugnessey unter Zuhilfenahme einer riesigen Datenbank alle möglichen Kennzahlen und Kenngrößen aus fünf Jahrzenten auf ihren Anlageerfolg hin überprüft hat. Wer sich für Statistik interessiert, wird seine wahre Freude an diesem Buch haben.

 

Zur Diversifikation von Aktienportfolios hat er folgendes geschrieben:

Im nächsten Schritt untersuchte ich den Nutzen der Diversifikation. Die Wissenschaftler Gerald Newbould und Percy Poon, beides Professoren für Finanzwissenschaften an der Universität von Nevada, untersuchten detailliert den Effekt der Aktienanzahl auf den Gesamtertrag eines Depots. Das Resultat war, dass eine Anzahl von 8 bis 20 enthaltene Aktien, eine oftmals vernommene Empfehlung, keineswegs genug ist, um ein Wertpapierdepot ausreichend zu streuen. Vielmehr kommen sie zu dem Ergebnis, dass es erforderlich ist, mindestenss 25 Anteile verschiedener Firmen zu halten, um die gemeinhin ermittelten Risiko-Ertrag-Relationen darstellen zu können. Sollte Ihr Portfolio auch Small Caps enthalten, ist eine Anzahl von 50 oder mehr sinnvoll.

 

An diese Empfehlung halte ich mich und streue auf 30-50 verschiedene Werte, wobei sich die Anzahl immer mehr auf die 50 zubewegt. Wobei ich über diverse Branchen streue und auch den ein oder anderen Small-Cap halte. Betreibe also die OLDSCHOOL des Vaters., was die Diversifikation anbetrifft.

Außerdem gefällt es mir mehrere Eisen im Feuer zu haben. Peter Lynch hat das mal in seinem Buch"Der Börse einen Schritt voraus" beschrieben, wie sich das auf ein Portfolio auswirkt, wenn man den ein oder anderen Tenbagger erwischt. Mit einer höheren Anzahl von Aktien ist die Chance darauf natürlich größer. Denn eins sollte auch klar sein. Mit Werten wie Nestle, Coca-Cola, P&G, Johnson&Johnson usw. kann man zwar ganz gute Renditen einfahren, wenn man einen günstigen Kaufpunkt erwischt hat, ein Tenbagger oder mehr werden diese Werte aber wohl eher nicht in den nächsten paar Jahren werden.

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Schade, dass das in einem Unterforum von einem Musterdepot besprochen wird. Ich schätze, wenn jemand mal was über Diversifikation von Aktiendepots sucht, wird es schwer das hier zu finden.

 

Das Thema ist prädestiniert dafür in die übliche Richtung abzugleiten. Bis das stärker moderierte, neue Aktienforum seine Pforten öffnet, habe ich den Faden daher in meine Obhut genommen. Später würde ich ihn dann verschieben.

 

Positiver Nebeneffekt für mich - wer den Thread hier entdeckt, wird i. d. R. auch das Musterdepot verfolgen. So erfahre ich etwas mehr über meine Leser, deren Depots und Ansätze.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an alle, die bisher geantwortet haben. Weitere Antworten sind gerne gesehen :)

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Gerne würde ich im Rahmen dieses Fadens etwas über Eure Depots erfahren:

  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

 

Mein Depot ist weniger ein Stockpicker Depot als ein breit diversifiziertes. Dabei sind Akzente (Zocks) mit Aktien, Länder- oder Branchenfonds in begrenztem Umfang erlaubt. Insgesamt ist das Depot gemischt zusammengesetzt aus Einzelaktien und Fonds. Das Depot ist relativ statisch, weil es sich bis auf den VL-Fonds um steuerliche Altanlagen handelt.

 

Der Diversifikationsgrad ist mit 26 Einzelaktien noch ausreichend. Mehr als 40 empfände ich zusammen mit den Fonds als zu viel. Bei der Einzeltitelauswahl habe ich auf eine breite Branchenmischung geachtet.

 

Die Fonds decken überwiegend den Bereich EM, Small Caps und Pazifik/Asien ab ergänzt von ein paar Themenfonds (Russland, REIT, Nordeuropa) und einigen breit diversifizierten Fonds (Carmignac, MG Global Leader, ETF Nordamerika). Einzelwerte alleine wären mir nicht diversifiziert genug gewesen, weil es Bereiche gibt, die ich mir einfach nicht selbst zutraue. Ich fühle mich mit der Mischung aus Einzelaktien und Fonds recht wohl was den Diversifizierungsgrad angeht auch wenn es gerne noch etwas mehr Aktien hätten sein können. Insgesamt hätte ich den EM Sektor gerne etwas stärker betont und bei der Fondsauswahl besser auf ausschüttende Varianten geachtet, da ich mich jetzt in der Entnahmephase befinde.

 

Einzelaktien kamen zu meinem Depot schon relativ früh als Beimischung zu den Fonds hinzu, allerdings habe ich erst 2008 den Schritt gewagt, die breite Basis auf Einzelaktien umzustellen, während vorher der Schwerpunkt auf Fonds lag. Da man für ein diversifiziertes Einzelaktiendepot auch ein gewisses Volumen benötigt, wenn einen die Kosten nicht auffressen sollen, ist das aber auch einfach eine logische Entwicklung.

 

Hier noch mal den Überblick, wie sich die insgesamt 45 Positionen verteilen von Anzahl her und wertmäßig.

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Wie Schildkröte richtig angemerkt hat, sagt die reine Anzahl an Positionen erst einmal nichts über die Diversifikation aus - es könnten ja z. B. auch 10 Rohstoffwerte sein. Trotzdem interessant zu sehen, wie sich auch bei der Anzahl der Positionen eine Glockenkurve bildet. Die Meisten haben oder peilen um die 25 Positionen an, mit wenigen Ausreißern nach unten und oben.

 

Richtig ist auch, daß sich der Verwaltungsaufwand proportional zu der Anzahl der Positionen erhöht und sich das Verhalten immer mehr einem Fonds bzw. den gängigen Indexes annähert. Zumindest Letzteres kann aber durchaus gewünscht sein. Man wird faktisch zu seinem eigenen Fondsmanager.

 

Ob sich die Schwankungen im Depot durch weniger Werte erhöhen, hängt sicherlich maßgeblich von den ausgewählten Werten ab. Ohne ähnliche Aufteilungen (zyklisch, sensibel, defensiv) wird daher wohl kein Vergleich zwischen Depots mit weniger und mehr Positionen möglich sein. Der betrachtete Zeitraum dürfte dabei auch eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

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Posted · Edited by Schildkröte

Sind Schwankungen bzw. ist Volatilität per se schlecht? Tradern bieten sie einen gewissen Spielraum und Langfristiganleger sollten zwischenzeitliche Unwetter nicht kümmern, sofern die langfristigen Perspektiven, nach denen einst Investitionsentscheidungen getroffen wurden, nach wie vor stimmen.

 

Was die Diversifikation hinsichtlich der Anzahl der Titel betrifft: Sich zehn Unternehmen mit nahezu dem selben Geschäftsmodell ins Depot zu legen, birgt schon ein Klumpenrisiko. Wenn man sich jedoch mit einer bestimmten Branche gut auskennt, könnte man innerhalb dieser Branche Diversifizierung betreiben. Etwa indem man sich neben den jeweiligen Marktführern aussichtsreiche Nebenwerte, wichtige Zulieferer und Ausrüster, entspr. Spezialversicherer etc. anlacht.

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Sind Schwankungen bzw. ist Volatilität per se schlecht?

 

Ich würde sagen nein, denn in jedem Risiko steckt auch eine Chance.

Allerdings hat alles seine Grenzen - ein Depot das täglich um 10% schwankt möchte ich z. B. nicht mein eigen nennen.

 

Daher auch meine Frage im Eröffnungsbeitrag nach dem Verhalten der unterschiedlichen Depots. Ich denke mittlerweile für mein Depot ein Gefühl entwickelt zu haben - Tagesschwankungen über 0,75% sprechen für unruhige Börsentage, alles darunter scheint normal zu sein. Ich bin immer wieder aufs neue fasziniert davon, wie es das Zusammenwürfeln vieler Titel schafft aus größeren Schwankungen kleinere zu erzeugen. Bis auf die geringe verbliebene Restvolatilität gleicht sich alles irgendwie aus.

 

Bei Kurssprüngen wie zuletzt bei Beiersdorf ist das sicherlich schade, dafür werden Kursverluste wie z. B. bei IBM ebenso ausgeglichen. Langsam und stetig ist der Weg zum Ziel - das schont auch die Nerven :D

 

 

Was die Diversifikation hinsichtlich der Anzahl der Titel betrifft: Sich zehn Unternehmen mit nahezu dem selben Geschäftsmodell ins Depot zu legen, birgt schon ein Klumpenrisiko. Wenn man sich jedoch mit einer bestimmten Branche gut auskennt, könnte man innerhalb dieser Branche Diversifizierung betreiben. Etwa indem man sich neben den jeweiligen Marktführern aussichtsreiche Nebenwerte, wichtige Zulieferer und Ausrüster, entspr. Spezialversicherer etc. anlacht.

 

Ich bin mir nicht sicher, ob man damit eine wirkliche Streuung erreichen kann. Wenn es den Marktführern bzw. der Branche schlecht geht, werden das auch die Zulieferer, Versicherer etc. zu spüren bekommen - so sie denn nicht über genug Marktmacht verfügen, ihre Preise zu halten.

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Posted · Edited by Schildkröte

Was die Diversifikation hinsichtlich der Anzahl der Titel betrifft: Sich zehn Unternehmen mit nahezu dem selben Geschäftsmodell ins Depot zu legen, birgt schon ein Klumpenrisiko. Wenn man sich jedoch mit einer bestimmten Branche gut auskennt, könnte man innerhalb dieser Branche Diversifizierung betreiben. Etwa indem man sich neben den jeweiligen Marktführern aussichtsreiche Nebenwerte, wichtige Zulieferer und Ausrüster, entspr. Spezialversicherer etc. anlacht.

Ich bin mir nicht sicher, ob man damit eine wirkliche Streuung erreichen kann. Wenn es den Marktführern bzw. der Branche schlecht geht, werden das auch die Zulieferer, Versicherer etc. zu spüren bekommen - so sie denn nicht über genug Marktmacht verfügen, ihre Preise zu halten.

Ja, das Risiko streut man mit einer Diversifizierung innerhalb einer bestimmten Branche unter Umständen nur bedingt. Möglicherweise kann man aber durch seine Spezialisierung den entspr. Markt (etwa einen Branchenindex) schlagen. Die einen spezialisieren sich auf Rohstoffe sowie Öl & Gas, andere auf Nahrung, Gesundheit und Energie. wink.gif

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Von Hamsterrad nach Allgemeines Aktienforum verschoben.

 

Mögest Du hier behütet aufwachsen und die Aufmerksamkeit erhalten, die Du verdienst.

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Posted · Edited by hamsta

Mögest Du hier behütet aufwachsen und die Aufmerksamkeit erhalten, die Du verdienst.

Dem Wunsch möchte ich mich anschliessen.

 

Bei mir sieht es momentan so aus:

 

Wie viele Unternehmen sind vertreten?

Dreizehn. Zum status quo siehe Signatur.

 

Wie kam es zu dieser Anzahl?

Das ausschüttungsorientierte Depot befindet sich seit Anfang 2013 im Aufbau. Nach initialer Einzahlung erfolgt der weitere Ausbau mit den erwirtschafteten Dividenden, also eher langsam.

Ich beschränke mich i.d.R. auf quellensteuereinfachste Märkte (DE, UK, US, KYG, BMG) ohne Verwaltungsaufwand.

Unter Berücksichtigung von unterschiedlicher Gewichtung der Positionen sind 75% des Depots Wohlfühlwerte (bzw. was ich dafür halte) mit stabiler Dividende, 20% Highyielder (BDCs/REITs); 5% (ein bis zwei Positionen) sind Zocks.

Die Diversifikation nach Finanzen, Chemie, Rohstoffen, Versorgern und Telekommunikation ist lediglich Ausdruck bisher mangelnder Einstiegsgelegenheiten in andere Branchen.

 

Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?

In zwei Jahren gab es Schwankungen bis zu 30%.

 

Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?

Das Depot muss m. E. weiter diversifiziert werden. Mittelfristig peile ich 20 Positionen an, langfristig nicht mehr als 50.

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Gerne würde ich im Rahmen dieses Fadens etwas über Eure Depots erfahren:

  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

 

Hallo Hamsterrad,

 

interessante Diskussion! Zu meinem Depot:

 

1. aktuell 12

 

2. Ich verfolge die Value Investing Strategie. Um mich auf die Unternehmen konzentrieren zu können sind es meist so 10-15 Aktien. 20 wären vermutlich auch noch handhabbar, wenn manche Branchen mehrfach vertreten sind. Es gibt aber keine vorgegebene Anzahl. Ich kaufe was mir günstig erscheint.

 

3. Der Kurs des Depots schwankt stark. Allerdings sagen die Kursschwankungen nichts über die Unternehmenswerte oder das Risiko aus. Mit mehr Titeln bzw. einer bewussten Streuung (ich achte auf so etwas nicht) lassen sich zwar sicher die Kursschwankungen abmildern, aber es stehen nun mal nicht permanent in allen Branchen billige Unternehmen zum kauf zur Verfügung. Schon gar nicht aktuell, wo Dax & Co ständig neue Hochs haben. Value Investing aufzugeben, um das Depot mehr in Richtung Festgeld-Ersatz zu bekommen, kommt für mich nicht in Frage. Dafür ist das Depot auch nicht gedacht, sondern es ist eher wachstumsorientiert, wie man auf Bank-Deutsch sagen würde.

 

4. Ich finde 10-15 Titel optimal. Eine Fehlentscheidung schlägt hier natürlich härter durch, als bei einem Depot mit 50 Werten. Umkehrt verhält es sich auch mit Erfolgen. Aber dafür lernt man das kritische Aussortieren von potentiellen Investments. Werden es mehr, dann gibt es automatisch neue Probleme. Einige wurden bereits genannt, wie z. B. mangelnde Identifikation mit dem Unternehmen. Hauptsächlich besteht das Problem aber darin, dass man am Ende viel zu viele zocks im Depot hat. Denn bei 50 Unternehmen besteht nicht die Zeit für intensive Recherchen oder die Abschätzung des inneren Wertes. Wer ernsthaft Value Investing betreibt kommt meines Erachtens nicht über 20 Titel hinaus. Außer man hat eine eigene Research-Abteilung, wie Warren Buffett. ;)

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Mein Lieblingszitat aus dem verlinkten Artikel:

"Eine breite Diversifikation ist nur dann erforderlich, wenn der Investor nicht weiß, was er tut". Das sagt kein geringerer als Börsenlegende Warrren Buffet.

Das bin ich. Ich traue es mir nicht zu aus wenigen Titeln ein ausreichend diversifiziertes Portfolio erstellen (möchte es auch nicht), und ich traue mir auch nicht zu die richtigen Leute zu finden, die es für mich machen.

 

Ich fand folgende Passage aus dem oben verlinkten Artikel ganz interessant:

Unter Riosikoertragsgesichtspunkten sollten es nur 15 Aktien sein.

Kennst du das Buch "Fraktale und Finanzen" (oder "(Mis)behavor of Markets") von Mandelbrot? Dort argumentiert er unter anderem, dass die grundlegende Methodik zur Risikoberechnung (Volatilität basierend auf Gauss-Verteilungen) falsch sei und die gängigen Formeln mehr Sicherheit angeben als tatsächlich vorhanden ist.

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Mein Lieblingszitat aus dem verlinkten Artikel:

"Eine breite Diversifikation ist nur dann erforderlich, wenn der Investor nicht weiß, was er tut". Das sagt kein geringerer als Börsenlegende Warrren Buffet.

Das bin ich. Ich traue es mir nicht zu aus wenigen Titeln ein ausreichend diversifiziertes Portfolio erstellen (möchte es auch nicht), und ich traue mir auch nicht zu die richtigen Leute zu finden, die es für mich machen.

 

Da hast du Buffett falsch verstanden. Value Investoren streben nicht nach Diversifikation, sondern haben das Konzept der Sicherheitsmarge. Wenige Titel und ausreichend diversifiziert ist ein Widerspruch in sich.

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Posted · Edited by Toni

Mein Depot ist ein Stockpicker-Depot. Von Diversifikation und Dividenden

halte ich nicht viel. Meine Antworten zu den 5 Fragen des TO:

 

>Wie viele Unternehmen sind vertreten?

 

Seit einigen Jahren halte ich 5 verschiedene Aktien, dazu kommt noch eine Position Goldmünzen und Kleinkram.

Habe normalerweise ca. 6 bis 10 verschiedene Aktien. Im Moment sind es nur 5, da ich einiges an Cash halte.

 

>Wie kam es zu dieser Anzahl?

 

Ich bin vom sog. "konzentrierten Portfolio" überzeugt, da ich mir die Zeit nehme, die

Unternehmensnachrichten/-daten intensiv zu verfolgen. Dafür opfere ich täglich ca. 1 h meiner Freizeit.

Es hat sich so ergeben, dass ich mit diesem Zeitbudget optimal auskomme, wenn es 6 bis 10 Unternehmen sind.

 

>Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?

 

Ich habe nicht allzuviel Drawdown gehabt in den letzten Jahren, max. 10% Schwankung. Damit kann ich gut leben.

Das Depot ist in den letzten 5 Jahren einfach ziemlich glatt nach oben gelaufen, in 2014 war die

Performance bei 20,6%, das Jahr davor auch so in etwa.

 

>Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?

 

Eine Position mehr dürfte es schon sein. Aber dazu müsste ich etwas verkaufen, was ich nicht will,

da dann Steuern fällig sind. Lieber viele Jahre halten, um Steuern zu sparen.

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... Im Moment sind es nur 5, da ich einiges an Cash halte....

....Eine Position mehr dürfte es schon sein. Aber dazu müsste ich etwas verkaufen, ....

 

Widerspricht sich das nicht?

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Posted · Edited by Toni

... Im Moment sind es nur 5, da ich einiges an Cash halte....

....Eine Position mehr dürfte es schon sein. Aber dazu müsste ich etwas verkaufen, ....

 

Widerspricht sich das nicht?

Nein. Ich möchte mit meinen Investitionen gern etwas mehr diversifiziert sein,

aber gleichzeitig den Investitionsgrad nicht erhöhen.

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  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen :)

Hallo Hamsterrad,

 

momentan hab ich in meinem Depot 20 Einzelwerte (6 Aktien, 3 Fonds und 13 Anleihen). (Wenn ich ein paar Anleihen ausklammere die eh dieses Jahr auslaufen)

 

Mein Depot ist im Umbau, ich hab Jahrelang immer wenn ich Geld übrig hatte entweder Aktienfonds oder Anleihen gekauft. Durch ein Erbschaft voriges Jahr sind dann noch weitere Titel hinzugekommen. Zwischenzeitlich hatte ich ca. 15 Fonds + 20 Anleihen.

 

Meine erste Idee um den Wust her zu werden war, auf ETF's zu setzen, siehe hier: http://www.wertpapie...page__p__892362. Zwischenzeitlich hat mich meine Situation sich aber geändert, weshalb ich von ETFs doch Abstand genommen hab.

 

Mein Ziel sind ca. 20-30 Aktien verteilt über mehrere Branchen und Währungen. Zusätzlich werde ich 3 Fonds halten und ab und zu wenn es was brauchbares gibt auch mal eine Anleihe kaufen. (In der jetzigen Zinssituation eher unwahrscheinlich) Ziel des Depots ist es jedes Jahr einen Teil meiner laufenden Kosten über die Dividenden abdecken.

 

ca. 10% von meinem Depot darf ich nutzen, um meinen Spieltrieb zu befriedigen, da darf es dann auch was spekulativer sein. (z.B. Junk Bonds)

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Gerne würde ich im Rahmen dieses Fadens etwas über Eure Depots erfahren:

  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen :)

 

1. Es besteht aktuell aus 8 deutschen Nebenwerten (jeweils 5-16% des gesamten Einzelaktienbestandes -- darüber hinaus habe ich einige ETFs und riestere mit Fonds).

 

2. Liquidität und Marktgelegenheiten mussten zusammenpassen -> mehr oder weniger Zufall

 

3.

Beste Aktie 2014: L&S mit +67%

Schlechteste Aktie 2014: Eyemaxx mit -19%

 

Gewichtete Durchschnittsrendite der Einzelaktien 2014 (etwas verzerrt durch kleinere (!) Handel mit Optionsscheinen und kleinere (!) Versuche im Daytrading, nach Portf.Perf.): +30%

 

Tiefster Gesamtdepotrückschlag 2014: Von +27% auf +5% zwischen September und Oktober

 

4. Ich fühle mich mit der Anzahl sehr wohl, da ich die einzelnen Unternehmen intensiv beobachten kann und ich die Schwankungsbreite tolerieren kann - insbesondere weil einige der Nebenwerte kaum mit dem Markt korrelieren.

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Gerne würde ich im Rahmen dieses Fadens etwas über Eure Depots erfahren:

  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

 

Ich habe derzeit 16 Unternehmen. Da das Depot noch im Aufbau ist, wird die Zahl noch weiter wachsen. Wegen der Marktlage habe ich eine Übergewichtung auf Finanzen und Ressourcen.

 

Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?

Ehrlich gesagt, achte ich wenig auf die Schwankungen des Gesamtdepots. Es ist gut zu beobachten, dass sich Einzelaktien und Branchen unterschiedlich entwickeln. Wenn ich auf etwas achte, dann auf Schwankungen der Einzelaktien, wegen möglicher Nachkauf-Gelegenheiten.

Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?

Geplant ist weiterer Aufbau. In den meisten Branchen möchte ich 3 Werte, das gibt dann auch innerhalb der Branche Gestaltungsmöglichkeit. Beispielsweise habe ich mit MüRü einen deutschen Aristrokraten, mit Aflac einen amerikanischen Aristrokraten und mit Admiral einen britischen Wachstumswert. Wenn ich alles zusammenzähle, komme ich auf 30-40 Werte. Mich hat die Zahl selbst überrascht, aber in den meisten Branchen kommt man leicht auf 3 Kandidaten.

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Gerne würde ich im Rahmen dieses Fadens etwas über Eure Depots erfahren:

  • Wie viele Unternehmen sind vertreten?
  • Wie kam es zu dieser Anzahl?
  • Wie verhält sich das Depot mit diesem Diversifikationsgrad?
  • Fühlt Ihr Euch mit dem aktuellen Status wohl, oder würdet Ihr lieber in mehr / weniger Positionen investieren?
  • ...

 

Ich habe derzeit 16 Unternehmen. Da das Depot noch im Aufbau ist, wird die Zahl noch weiter wachsen. Wegen der Marktlage habe ich eine Übergewichtung auf Finanzen und Ressourcen.

 

 

 

Verstehe ich nicht

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