Quellensteuer bei schweizer Aktien

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Posted · Edited by morini

Wie sieht es eigentlich mit der Besteuerung der Dividende von Nestlé-Aktien aus, wenn man diese Aktien im deutschen Depot hat?

 

Habe gelesen, dass man sich die in der Schweiz zuviel gezahlte Dividende über die Steuererklärung zurückholen muss, was Nestlé-Aktien für Deutsche steuerlich unattraktiv machen würde, wenn man es bequem liebt. Ich persönlich bevorzuge es beispielsweise, dass von meinen Dividenden 25 % (plus Solidaritätszuschlag) automatisch ans Finanzamt abgeführt werden und ich somit bei der Steuerklärung auf das Ausfüllen der Anlage KAP verzichten kann.

 

Weiß jemand Näheres hierzu?

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Zunächst die gute Nachricht:

Auf das Ausfüllen der Anlage KAP kannst Du weiterhin verzichten, denn die 25% (unter Berücksichtigung der Schweizer Verrechnungssteuer iHv 15%) werden einbehalten.

 

Nun die schlechte Nachricht:

Die Schweizer Quellensteuer iHv 35% wird nur iHv 15% angerechnet. Die restl. 20% mußt Du Dir aus der Schweiz holen. Das ist nicht kompliziert, aber ein wenig Zeit mußt Du schon investieren. Du brauchst einen tax voucher von Deinem Kreditinstitut (frag, was der ggfs. kostet), Du mußt die Anträge ausfüllen (gibt es im Internet), von Deinem Finanzamt den Wohnsitz bestätigen lassen und dann in die Schweiz schicken. Nach einigen Wochen/Monaten landet der Erstattungsbetrag auf Deinem Konto - ggfs. werden für die Umrechnung von Deiner Bank Gebühren berechnet. Im Vergleich zu anderen Erstattungsverfahren geht es mit der Schweiz verläßlich und unkompliziert zu.

 

Hinweis:

Man sollte schon eine Mindestzahl von Aktien haben, weil ggfs. der tax voucher in Rechnung gestellt wird. Der Erstattungsantrag kann drei Jahre umfassen; er muß also nicht jährlich gestellt werden.

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Das "Problem" wird wirklich oft überdramatisiert, gerade bei dividendenaffinen Anlegern. Das ist aber unterm Strich wirklich kein Grund, auf Schweizer Aktien

komplett zu verzichten. Zumal, wenn man sich mal überlegt, um wieviel Geld es da geht:

 

Beispiel: Man hält Nestle-Aktien im Wert von ca. 10.000€ (was wohl heisst, der Wert des Gesamtporfolios liegt gut im sechsstelligen Bereich),

d.h. bei 3% Dividendenrendite erhält man brutto 300€ jährlich. Davon gehen 105€ an die Schweiz, in D sind es 75€ (Soli und Kirchensteuer mal außen vor).

Hier geht es also um 30€ bei einem Portfoliovolumen von 100.000€ aufwärts, wenn ich nicht irre.

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Das "Problem" wird wirklich oft überdramatisiert, gerade bei dividendenaffinen Anlegern. Das ist aber unterm Strich wirklich kein Grund, auf Schweizer Aktien

komplett zu verzichten. Zumal, wenn man sich mal überlegt, um wieviel Geld es da geht:

 

Beispiel: Man hält Nestle-Aktien im Wert von ca. 10.000€ (was wohl heisst, der Wert des Gesamtporfolios liegt gut im sechsstelligen Bereich),

d.h. bei 3% Dividendenrendite erhält man brutto 300€ jährlich. Davon gehen 105€ an die Schweiz, in D sind es 75€ (Soli und Kirchensteuer mal außen vor).

Hier geht es also um 30€ bei einem Portfoliovolumen von 100.000€ aufwärts, wenn ich nicht irre.

 

Hallo Kaffeetasse,

 

in Deinem Beispiel wären es 60€ (20% von 300€), die zurückgefordert werden können. Auf Dauer finde ich das nicht vernachlässigbar, zumal der Antrag unproblematisch zu stellen ist, in unter 1/2 Stunde machbar. Anleitungen gibt es etliche im Internet.

Beim TAX-Voucher scheinen sich die deutschen Banken/Broker sehr unterschiedlich zu verhalten, manche schicken unaufgefordert zu, manche verlangen Gebühren.

 

Bei mir hat die Erstattung ~3 Monate gedauert. Die Erstattung auf mein CHF-Konto erfolgt gebührenfrei (da keine Konvertierung nötig).

 

Gruß,

Streubesitz

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Moment mal ich glaube, es verhält sich so:

1) Nestle wäre aus D: 300€ - 75€ Abgeltungssteuer = 225€ Nettodividende

2) Nestle führt aber direkt 35% an die Schweiz ab, D rechnet davon 15% vor Abgeltungssteuer an: (300€-105€+45€) - 60€ Abgst. = 180€ Nettodividende ohne Rückforderung

 

Macht also 45€ Unterschied in der Nettodividende, richtig? Bitte korrigiert mich, falls das nicht stimmt!

Ansonsten hast du schon recht, @Streubesitz. Der Aufwand ist wirklich undramatisch, zumal mal nur alle drei Jahre aktiv werden muss und auch für mehrere Aktienpakete

auf einmal zurückfordern kann. Wenn man aber mal analog zu obiger Berechnung von 2000€ oder 4000€ Anlagebetrag ausgeht, kann man auch mal generös auf die

9€ bzw. 18€ verzichten. Kleine Spende an die Schweiz eben.

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Posted · Edited by Stockinvestor

Moment mal ich glaube, es verhält sich so:

1) Nestle wäre aus D: 300€ - 75€ Abgeltungssteuer = 225€ Nettodividende

2) Nestle führt aber direkt 35% an die Schweiz ab, D rechnet davon 15% vor Abgeltungssteuer an: (300€-105€+45€) - 60€ Abgst. = 180€ Nettodividende ohne Rückforderung

 

Macht also 45€ Unterschied in der Nettodividende, richtig? Bitte korrigiert mich, falls das nicht stimmt!

Ansonsten hast du schon recht, @Streubesitz. Der Aufwand ist wirklich undramatisch, zumal mal nur alle drei Jahre aktiv werden muss und auch für mehrere Aktienpakete

auf einmal zurückfordern kann. Wenn man aber mal analog zu obiger Berechnung von 2000€ oder 4000€ Anlagebetrag ausgeht, kann man auch mal generös auf die

9€ bzw. 18€ verzichten. Kleine Spende an die Schweiz eben.

 

Ich weiß nicht, was Du da rechnest. 20 % kannst Du vom schweizer Fiskus zurückfordern (35 % ausländische Quellensteuer abzgl. 15 % anrechenbare Quellensteuer = 20 % rückforderbar). Das wäre also das, was einem verloren ginge, wenn man keinen Antrag stellt, der auch mit Kosten verbunden ist. Man benötigt einen Voucher von der Bank. Manche Banken verlangen dafür aber auch schon Gebühren.

 

Bei Deinen angenommenen 3 % Dividende auf 10.000 EUR wären das 60,00 Euro (10.000 EUR x 3% x 20% = 60,00 EUR) auf die Du verzichten würdest und nicht auf 45,00 EUR.

 

Bei 2.000 EUR wären das dann 12,00 EUR und nicht 9,00 EUR und bei 4.000 EUR 24,00 EUR und nicht 18,00 EUR.

Bei solch kleinen Anlagebeträge - und bei vielen Anfängern und Kleinanleger ist das ja meist der Fall - könnte es durchaus sein, dass der Freistellungsauftrag nicht ausgeschöpft ist, so dass sie nämlich auf 35 % verzichten müssen, weil ihnen die Anrechnung nichts nutzt. Bei 2.000 EUR wären das 21,00 EUR bzw. bei 4.000 EUR 42,00 EUR.

 

Und wer Deinen Empfehlungen folgt und seine ganze Ersparnisse von 10.000 EUR in Nestle anlegt ,würde auf 105,00 EUR jedes Jahr verzichten, wenn kein Antrag auf Rückerstattung gestellt wird.

 

Aber das sind wahrscheinlich für Dich nur Peanuts.

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Aber das sind wahrscheinlich für Dich nur Peanuts.

 

Was soll denn diese Bemerkung?! :huh: 105€ sind 105€ bzw. 7-8 Stunden Arbeit.

 

Ich bin oben einfach mal davon ausgegangen - und das hab ich auch so geschrieben - dass man bei Nestle-Aktien im Wert von 10.000€ im Portfolio

insgesamt locker sechsstellig investiert ist in Aktien. D.h. der Freibetrag sollte locker andersweitig ausgefüllt werden. Ok?

Zeig mir mal real den, der meinem scherzhaften allgemeinen Rat folgend alles in Nestle gesteckt hat. ^_^

 

Was ich bei den 60€ nicht kapiere: das würde ja bedeuten, man käme netto mit Schweizer Aktien besser weg als mit deutschen Werten.

Oder aber man holt sich 60€ brutto zurück und bekommt netto 45€ nach Abgst.

 

Vielleicht kann das ja noch jemand aufklären, bevor wir wieder ganz auf Nestle zurückkommen können. ;)

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Was ich bei den 60€ nicht kapiere: das würde ja bedeuten, man käme netto mit Schweizer Aktien besser weg als mit deutschen Werten.

Oder aber man holt sich 60€ brutto zurück und bekommt netto 45€ nach Abgst.

 

Vielleicht kann das ja noch jemand aufklären, bevor wir wieder ganz auf Nestle zurückkommen können. ;)

 

Hallo Kaffeetasse,

 

bei ausgeschöpftem Sparerpauschbetrag kommt man natürlich mit Dividenden von schweizer Aktien steuerlich besser weg als mit deutschen, denn der Solidaritätszuschlag wird nur auf die deutsche Kapitalertragssteuer (in dem Fall 10%) erhoben. Die Info in Deinem nächsten Beitrag (Consorsbank-Forum) mit Soli auf die vollen 25% ist also nicht korrekt. Gleiches gilt m.W. für alle Länder, in denen gilt erhobene - anrechenbare - rückforderbare Quellensteuer <= 0. Der Fall < 0 könnte wohl bei fiktiver Quellensteuer entstehen (hatte ich noch nicht, bitte um Korrektur falls ich falsch liege).

 

Beim Thema 60€ brutto/45€ netto bist Du immer noch auf dem Holzweg: die rückerstatteten 20% = 60€ müssen natürlich nicht (nochmals) versteuert werden!

Nochmals vereinfacht:

15% kassiert die Schweiz,, für immer und diskussionslos :)

20% kassiert auch gleichzeitig die Schweiz, die kannst Du aber zurückfordern (in voller Höhe, cash, netto...)

10% kassiert D, darauf wird Soli erhoben

 

Insgesamt zahlst Du also

a) 45%, wenn Du nichts machst

b) 25%, wenn Du zurückforderst

 

Gruß,

Streubesitz

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Wie sieht es eigentlich mit der Besteuerung der Dividende von Nestlé-Aktien aus, wenn man diese Aktien im deutschen Depot hat?

Nachdem ich meine Lindt&Sprüngli-Aktien wg. Prämie zu DeuBa/maxblue übertragen hatte, kam irgendwann ohne mein Zutun von der DeuBa eine Erstattung der 20% "überschüssigen" Schweizer Quellensteuer.

 

Ich habe das Depot bei maxblue schon sehr lange (in den letzten Jahren meist passiv); kann sein, daß ich da vor vielen Jahren mal etwas Allgemeines zur Erstattung ausländischer Quellensteuern unterschrieben hatte.

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Ich denke über ein investment in Nestle nach. Jedoch schreckt mit aktuell noch das Quellensteuerthema ab.

Wie sieht es aus wenn man in das ADR US6410694060 anstelle von der eigentlichen Aktie CH0038863350 investieren würde.

 

Ist die Quellensteuerproblematik damit behoben (ist ja in US listed paper dann)? Kenne mich leider mit ADRs nicht wirklich aus, gibt es hier andere Problematiken ? Dividende sollte es ja trotzdem geben, nur das ich mir eben zusätzliches CHF USD exposure in die Aktie hole.

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Ist die Quellensteuerproblematik damit behoben (ist ja in US listed paper dann)? Kenne mich leider mit ADRs nicht wirklich aus, gibt es hier andere Problematiken ? Dividende sollte es ja trotzdem geben, nur das ich mir eben zusätzliches CHF USD exposure in die Aktie hole.

 

Die Quellensteuer wird an der Quelle abgezogen - d.h. in der Schweiz.

Der Rest der Dividende wird dann an den ADR-Emittenten weitergereicht.

Der nimmt dann allerdings in der Regel auch nochmal eine Gebühr, um die Dividenden weiter zu reichen.

 

Kurz: schlechte Idee.

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Wie sieht das eigentlich generell bei der Quellensteuer aus, die in der Schweiz anfällt? Man hört öfters, dass es schwierig ist, diese von dort wieder zurückzubekommen, anders als z.B. wenn die Quellensteuer in den USA anfällt. Hat da jemand Erfahrung drin?

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Posted · Edited by Dudelinode

Ist die Quellensteuerproblematik damit behoben (ist ja in US listed paper dann)? Kenne mich leider mit ADRs nicht wirklich aus, gibt es hier andere Problematiken ? Dividende sollte es ja trotzdem geben, nur das ich mir eben zusätzliches CHF USD exposure in die Aktie hole.

 

Die Quellensteuer wird an der Quelle abgezogen - d.h. in der Schweiz.

Der Rest der Dividende wird dann an den ADR-Emittenten weitergereicht.

Der nimmt dann allerdings in der Regel auch nochmal eine Gebühr, um die Dividenden weiter zu reichen.

 

Kurz: schlechte Idee.

 

Danke für die flinke Aussage. Das Quellensteuerthema wird mich dann wohl weiterhin von einem Investment in Nestle abhalten.

 

@Quellensteuer - sehr stark vereinfacht:

Alles über 15% Quellensteuer ist nicht anrechenbar in Deutschland. Sprich die Differenz zwischen 15% und was auch immer man in CH zahlt (35%?) kann man sich in CH wiederholen. Dauert jedoch und ist ein wenig bürokratischer Aufwand mit Deutschen- und entsprechendem lokalem Finanzamt.

 

In den USA, GB und NL besteht dieses Problem nicht da die Quellensteuer <=15% ist.

 

+1 Seite vorher in diesem selben Faden:

 

Bei dem vorgesehenen Anlagevolumen (1 k = ca. höchstens 20 Aktien, aufgerundet) würde ich ehr auf US-Aktien zurückgreifen. Du solltest berücksichtigen, daß das Verfahren zur Quellensteuererstattung mit der Schweiz zwar problemlos läuft, jedoch zeitaufwendig (Bescheinigung des örtlichen Finanzamtes) und ggfs. mit zusätzlichen Gebühren (tax-voucher, Umrechnung der CHF-Gutschrift in €) verbunden sein kann. Bei ca. 20 Aktien und einer Dividende von - vielleicht - 2,25 CHF (= 45 CHF insgesamt) betrüge die mögliche Quellensteuererstattung ca. 9 CHF (oder ca. 7,5 €). Ob sich das lohnt, mußt Du selbst entscheiden. Erkundige Dich auf jeden Fall bei Deiner Bank, ob für die Ausstellung des tax-voucher Gebühren anfallen.

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Ich denke über ein investment in Nestle nach. Jedoch schreckt mit aktuell noch das Quellensteuerthema ab.

Wie sieht es aus wenn man in das ADR US6410694060 anstelle von der eigentlichen Aktie CH0038863350 investieren würde.

 

Ist die Quellensteuerproblematik damit behoben (ist ja in US listed paper dann)? Kenne mich leider mit ADRs nicht wirklich aus, gibt es hier andere Problematiken ? Dividende sollte es ja trotzdem geben, nur das ich mir eben zusätzliches CHF USD exposure in die Aktie hole.

 

 

Ich kann dir dazu keine definitive Antwort geben, in anderen Foren wurde aber bestätigt, dass bei der ADR nur 15% Steuer in den USA abgezogen werden.

Sie dir mal ab diesem Post (http://www.bullfire.de/showthread.php?p=2938009&highlight=ADR#post2938009) und die folgende Diskussion an.

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Unglaublich, aber sooo typisch deutsch. "Steuern sparen" über alles... :-

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Unglaublich, aber sooo typisch deutsch. "Steuern sparen" über alles... :-

 

Vor allem dann, wenn man Stunden eigener Zeit investieren muss, um am Ende vielleicht fünf Euro achtunddreißig erstattet zu bekommen :lol:

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Also die QST ist ja 35%. Da kommt schon was zusammen, wenn man nicht gerade nur 10 Aktien hat. Es sind 20% , die man erst spät wieder bekommt.

 

Die ADR wären US6410694060

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Posted · Edited by Dudelinode

Unglaublich, aber sooo typisch deutsch. "Steuern sparen" über alles... :-

 

Wenn du über 20% hinwegsehen kannst top :thumbsup:

Außerdem geht es doch weniger um die Steuer (denn du sparst ja effektiv keine) sondern den Aufwand/ Zeit invest welchen du minimierst.

 

Nachdem du dir jetzt aber deinen Lacher plazieren konntest, kannst du denn auch was zum Inhalt beitragen oder endet es hier ?

 

 

.....

 

Die ADR wären US6410694060

 

Ich habe den oben verlinkten Forumsauszug (http://www.bullfire.de/showthread.php?p=2938009&highlight=ADR#post2938009) vorhin überflogen und auch die 2-3 darauffolgenden Seiten gelesen. Darin gibt es jedoch konträre Meinungen ob man die 20% an Quellensteuerdifferenz nicht ebenfalls nachzahlen muss (um sie dann später doch wiederzuholen?! da das Herkunftsland nach wie vor CH bliebe und nur der Emittent in den USA sitze. Eingezogen wird sie vorab jedoch anscheinend nicht. Allerdings war auch war die Aussage zu potentiellen ADR related fees nicht eindeutig beantwortet.

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Außerdem geht es doch weniger um die Steuer (denn du sparst ja effektiv keine) sondern den Aufwand/ Zeit invest welchen du minimierst.

 

 

Man muß folgendes beachten:

1. Man braucht einen tax voucher. Den muß evtl. von seinem broker (gegen Gebühr!) anfordern.

2. Das Ausfüllen des Formulars am Computer ist einfach und schnell - Anleitungen gibt es im Netz

3. Die meiste Zeit benötigt vermutlich die Ansässigkeitsbestätigung des deutschen Finanzamtes. Evtl. ist das postalisch möglich, ich mache es mit der Abgabe der ESt-Erklärung

 

Noch ein Hinweis:

Man kann drei Jahre zusammenfassen - muß das ganze Prozedere also nicht jedes Jahr neu machen.

 

Aufgrund der möglichen Gebühren bei der Ausstellung des tax vouchers sowie der Umrechnungsgebühr bei Gutschrift des Erstattungsbetrages (erfolgt in CHF), lohnt es sich nicht für einen geringen Betrag. Aber vielleicht kommen ja noch andere Schweizer Aktien hinzu.

 

Fazit:

Bei einem kleinen Investment sollte man über den ADR nachdenken, ansonsten ziehe ich den Kauf der Aktie vor.

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Posted · Edited by Dudelinode

Außerdem geht es doch weniger um die Steuer (denn du sparst ja effektiv keine) sondern den Aufwand/ Zeit invest welchen du minimierst.

 

 

Man muß folgendes beachten:

1. Man braucht einen tax voucher. Den muß evtl. von seinem broker (gegen Gebühr!) anfordern.

2. Das Ausfüllen des Formulars am Computer ist einfach und schnell - Anleitungen gibt es im Netz

3. Die meiste Zeit benötigt vermutlich die Ansässigkeitsbestätigung des deutschen Finanzamtes. Evtl. ist das postalisch möglich, ich mache es mit der Abgabe der ESt-Erklärung

 

Noch ein Hinweis:

Man kann drei Jahre zusammenfassen - muß das ganze Prozedere also nicht jedes Jahr neu machen.

 

Aufgrund der möglichen Gebühren bei der Ausstellung des tax vouchers sowie der Umrechnungsgebühr bei Gutschrift des Erstattungsbetrages (erfolgt in CHF), lohnt es sich nicht für einen geringen Betrag. Aber vielleicht kommen ja noch andere Schweizer Aktien hinzu.

 

Fazit:

Bei einem kleinen Investment sollte man über den ADR nachdenken, ansonsten ziehe ich den Kauf der Aktie vor.

 

Dank dir. Aber kann man es denn so versimplifzieren? Die ersten 3 Punkte und damit verbundene Zeit besonders für Punkt 1 & 3 war wohl allen klar aber stellt für mich nur einen Teil der Wahrheit dar.

 

Der Punkt wo ich mir aber doch recht unsicher bin ist eben explizit bezogen auf die ADR

  1. ob ein ADR das Problem wirklich löst oder aber der Broker dir einfach nur 15% anrechnet. Du aber 20% am Ende des Jahres freiwillig nachzahlen und dir dann trotzdem wiederholen musst
  2. sonstige Gebühren welche eine ADR für eine potentielle Dividendenweitereichung nimmt
  3. Unterschiedliche Kursschwankungen aufgrund der Liquidität?

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Ich hab da mal 'ne Frage....

Ich arbeite in Deutschland für eine schweizer Firma und nehme seit ein paar Jahren an einem Aktienprogramm teil.

Das Konto befindet sich in de Schweiz. Von meinem Gehalt wird ein Betrag x einbehalten und davon in der Schweiz Firmenaktien gekauft.

Die AG zahlt jedes Jahr eine Aktien Dividende, die auch meinem Konto gutgeschrieben wird.

 

Macht es eigentlich Sinn, bei einem Depotstand von 25.000€ die schweizer Zinssteuer über das Finanzamt zum Teil rückerstatten zu lassen?

Hat das FA überhaupt Kenntnis von meinem schweizer Aktiendepot? Will ja keine schlafende Hunde für ein paar Kröten Rückerstattung wecken.

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Posted · Edited by Schlumich

Hallo zusammen,

 

ich hole dieses Thema mal wieder hoch, weil ich zum einen meine Erfahrungen mit der Rückholung der "schweizer Verrechnungssteuer auf Zinsen und Dividenden" mit euch teilen möchte und zum Anderen eine Frage habe, die mich seit gestern beschäftigt.

 

Erst mal zum Vorgehen und meinen Erfahrungen bislang:


  •  
  • Um die Rückerstattung in Angriff zu nehmen, benötigt man zum einen - wie oben beschrieben - den TAX-VOUCHER seiner depotführenden Bank. Bei meiner Bank bekomme ich den unaufgefordert und kostenlos.
  • Das Formular (FORM 85) kann man sich im Netz auf den Seiten der Schweizer Finanzbehörden herunterladen. Geht auch problemlos.Hier empfehle ich, sich das Formular immer frisch herunterzuladen, da das Formular offenbar immer nur eine begrenzte Gültigkeit hat und man es bei längerer "Lagerung" nicht mehr bearbeiten kann (bedeutet: wenn ich meine Rückerstattung für drei Jahre machen möchte, macht es Sinn das Formular erst am Ende der Periode herunterzuladen).
  • Um das Formular am Rechner bearbeiten zu können (es ist kein pdf, sondern irgend ein anderes Format) braucht man den SNAP-FORM-VIEWER. Den gibt es ebenfalls kostenlos als Download über die Seiten der Schweizer Finanzbehörden. Das Ausfüllen geht sehr rasch und ist selbsterklärend.
  • Alternativ kann man sich das Formular sogar kostenfrei vom Schweizer FA schicken lassen.
  • Da ich eine Frage hatte, habe ich in der Schweiz beim FA angerufen und muss sagen: Wow! Ich hatte sofort einen kompetenten und freundlichen Ansprechpartner an der Leitung und meine Fragen wurden perfekt beantwortet. Das hat man bei Behörden ja leider nicht immer....
  • Nachdem das Formular ausgefüllt ist, muss man beim Deutschen FA eine Bestätigung und einen Stempel abholen, dass man in D seinen Wohnsitz hat. Das funktioniert auch sehr unkompliziert.
  • Dann das Formular, den TAX-VOUCHER und die Dividendenabrechnungen in den Umschlag stecken und ans Schweizer FA schicken.
     
     

 

Bis hierhin also alles einfach und unkompliziert. Da man diese Aktion nur alle drei Jahre machen muss, finde ich, dass der Aufwand lohnt. Ich werde berichten, wie der Vorgang weiter geht und wie lange es dauert, bis das Geld angekommen ist.

 

Und nun zu meiner Frage, die mich seit gestern umtreibt:

Als ich der netten Dame beim Finanzamt den Antrag vorgelegt habe und ich ihr die Dividendenabrechungen auch zeigen wollte, sagte sie sinngemäß:" Das brauchen wir jetzt nicht - das schauen wir uns später an und schauen, ob Sie ausländische Kapitalerträge angegeben haben"

 

Was genau meint die gute Dame damit?

Ich gebe in meiner Erklärung (Anlage KAP) immer brav das an, was ich von der Bank geschickt bekomme. D.h. ich trage stumpfsinnig alle Beträge in die von der Bank vorgegebenen Zeilen ein.

Hier gibt es in Zeile 15 die Möglichkeit "ausländische Kapitalerträge" einzutragen und weiterhin in Zeile 50 und 51 die Möglichkeit "Angerechnete ausländische Steuern" und "Anrechenbare noch nicht angerechnete ausländische Steuern" zu dokumentieren. Ist das damit gemeint oder muss ich sonst noch irgendwo was eintragen?

 

Und noch eine Frage, die mir bei dem Vorgang aufgekommen ist:

Wie verhält es sich den mit der Rückholung, wenn zum Zeitpunkt der Dividendenzahlung mein Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft war, ich aber zum Ende des Jahres über meinem Pauschbetrag liege? Darf ich dann die schweizer Quellensteuer auch zurückforden und wenn ja: muss ich dann bei der Deutschen Steuererklärung etwas beachten?

 

Sorry für die Fragen - eigentlich dachte ich, der Vorgang wäre auch aus steuerlicher Sicht einfacher aber die Bemerkung der FA-Mitarbeiterin (s.o.) hat mich jetzt doch verwirrt und beunruhigt.

 

 

Ich hoffe, es kann mir hierzu jemand eine Antwort geben...

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Merkwürdiger Zeitpunkt , Dezember 2016...

Wenn es sich um Einnahmen aus dem laufenden Jahr 2016 handelt , wirst du die dafür gültige Steuerbescheinigung in Verbindung der von dir Auszufüllenden Unterlage KAP vorlegen müssen .

 

Das kannst du jetzt aber noch nicht , jedenfalls nich für das laufende Jahr .

 

Die Banken verbuchen erst noch alles , was in 2016 anfällt , d.h. bei Ausländischen Einnahmen dauert es mitunter bis Mitte Januar , ehe alles verbucht ist , was 2016 betrifft , auch manche Fonds lassen sich Zeit , insofern wird dir die Bank FRÜHESTENS im Februar die Steuerbescheinigung aushändigen , bei mir ist es immer Anfang März .

 

Die Rückholung von der Schweiz erfolgt unabhängig von deinem Pauschbetrag , der orientiert sich nur an Deutschem Steuerrecht , die Ausländische Steuer und die anrechenbare noch nicht angerechnete wie bisher bzw. so ausfüllen , wie es die Bank vorgibt .

 

Du wirst diese Steuer aber nur verrechnet bekommen , wenn dein Freibetrag 801,- für Ledige , verheiratete doppelt ausgeschöpft ist und du tatsächlich Steuern auf Kapital entrichtet hast .

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Posted · Edited by Schlumich

Merkwürdiger Zeitpunkt , Dezember 2016...

Wenn es sich um Einnahmen aus dem laufenden Jahr 2016 handelt , wirst du die dafür gültige Steuerbescheinigung in Verbindung der von dir Auszufüllenden Unterlage KAP vorlegen müssen .

 

Das kannst du jetzt aber noch nicht , jedenfalls nich für das laufende Jahr .

 

Die Banken verbuchen erst noch alles , was in 2016 anfällt , d.h. bei Ausländischen Einnahmen dauert es mitunter bis Mitte Januar , ehe alles verbucht ist , was 2016 betrifft , auch manche Fonds lassen sich Zeit , insofern wird dir die Bank FRÜHESTENS im Februar die Steuerbescheinigung aushändigen , bei mir ist es immer Anfang März .

 

Die Rückholung von der Schweiz erfolgt unabhängig von deinem Pauschbetrag , der orientiert sich nur an Deutschem Steuerrecht , die Ausländische Steuer und die anrechenbare noch nicht angerechnete wie bisher bzw. so ausfüllen , wie es die Bank vorgibt .

 

Du wirst diese Steuer aber nur verrechnet bekommen , wenn dein Freibetrag 801,- für Ledige , verheiratete doppelt ausgeschöpft ist und du tatsächlich Steuern auf Kapital entrichtet hast .

 

OK - danke erst mal.

Ich verstehe nicht, warum ich nicht jetzt schon die zuviel entrichtete Quellensteuer aus der Schweiz für 2016 zurückfordern kann. Mmn. habe ich alle Dokumente, die ich dafür brauche (TAX-Voucher und Dividendenabrechnung). Es handelt sich um Dividenden von Roche und Nestle (Ausschüttungen immer März & April). Die Quellensteuer wird ja immer direkt am Ex-Tag abgezogen und man bekommt die Abrechnungen immer sofort. Somit sollte doch alles da sein, was ich brauche. Andere Formulare fragt das Schweizer FA nicht an, so wie ich den Prozess verstehe.

 

Warum brauche ich für die Rückholung der QS aus diesem Jahr die gültige Jahressteuerbescheinigung :'( Der obige Vorgang hat doch erst mal mit dem Deutschen Finanzamt nichts zu tun (außer der Bestätigung, dass ich meinen Wohnsitz in D habe....)?

 

Und ja: Unser Freibetrag ist auch für dieses Jahr ausgeschöpft (leider).

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