ImperatoM

"Fairr"-Riester - Rentenfaktorgarantieangebot

Posted · Edited by ImperatoM

EDIT: Dieser Artikel ist mittlerweile inhaltlich überholt, denn fairr hat seine Rentenzusage mittlerweile verbessert.

 

Alter Text:

 

"Fairr" garantiert allen Kunden mittlerweile frühzeitig einen Rentenfaktor durch ihren Kooperationspartner MyLife ( https://www.fairr.de/garantierte-rentenkonditionen/ ).

 

Ob das etwas nutzt? Mal sehen, was wichtig ist...

1. Zuverlässigkeit des Versicherers

 

Definitv ein wichtiger Punkt, wenn es um die eigene Rente geht. Auf der MyLife-Webseite wird (wenig erstaunlich) zwar mit Auszeichnungen von M&M und dem Euro-Magazin geworben, aber hier würde ich nicht irgendwelchen Siegeln vertrauen, die man nicht einschätzen kann. Sicher kann einer unserer Versicherungsexperten hier mehr sagen als "Super-Laden" oder "Mist-Laden" und ein paar solide Zahlen auf den Tisch packen? Auf jeden Fall steht MyLife unter dem Schutz von Protektor ( https://de.wikipedia.org/wiki/Protektor_Lebensversicherungs-AG ), so dass die Risiken ähnlich hoch oder niedrig wie bei anderen Versicherern liegen sollten.

 

2. Qualität der Zusage

 

Meiner Einschätzung nach sind Überschussprognosen von Lebensversicherern im allgemeinen bald nicht mehr viel wert, vor allem wegen der tiefbleibenden Zinsen (dieser Zustand ist wesentlich schlimmer als fallende Zinsen wie zuletzt, da hochverzinste Altanlagen auslaufen und diese keine höheren Zinsen oder Bewertungsgewinne mehr abwerfen können). Es wird daher in ein paar Jahren schwer genug sein, wenigstens die Garantien an sich zu erfüllen. Wenn man sich also in die scheinbare Sicherheit eines Lebensversicherersbegeben möchte, sollte man sich zumindest einen besonders soliden aussuchen - damit wären wir wieder bei Punkt 1. Bei den jüngsten Gesetzesreformen zu Bewertungsreserven hat man aber auch gesehen, wie schnell die Versicherer auf politischem Wege auch scheinbar feststehende Regelungen brechen können. Insofern ist eine Zusage - egal welchen Versicherers - sicher nicht mehr so viel wert wie früher, zu Normalzinszeiten.

 

3. Höhe der Zusage

 

Der Vergleich mit Hilfe unserer Forentabelle ( https://www.wertpapier-forum.de/topic/39373-verrentungsquoten-in-der-riester-auszahlphase/ ) für einen 65-jährigen, der jetzt sofort in Rente geht, zeigt, dass die entstehenden 31,45 Euro auf Höhe der Angebote der Deka- und DWS-Versicherer liegen. Das Angebot ist also weder besonders günstig, noch besonders teuer im Vergleich zu anderen Fondssparplanverrentungen. Es gibt für alle, die kurz vor Rentenbeginn stehen, möglicherweise günstigere Alternativen (siehe meine Signatur). Diese sind dafür aber dann eben auch nicht von Beginn an garantiert.

 

4. Externe Kosten

 

Außer den im Rentenfaktor inkludierten Kosten werden offenbar 5% des Kapitals zu Rentenbeginn gar nicht erst verrentet, sondern entstehen als Abschlussgebühr o.ä. für den Versicherer. Hier gibt es - wenn man sofort eine Versicherung abschließt - günstigere Angebote. Bei langen Laufzeiten ist im Fondssparplan andererseits eine höhere Rendite und Flexibilität (z.B. für Wohn-Riester) zu erwarten als bei einer Riester-Versicherung (egal ob fondsgebunden oder nicht).

 

 

5. Zusatzleistungen / Rentengarantiezeit

Eine Rentengarantiezeit kostet extra. 10 Jahre kosten rund 3-4% der Rentenzahlungen. Eine Restkapitalabfindung ist leistungsentsprechend recht teuer und kostet mehr als 10% der Rente.

 

 

Fazit

 

Der Versicherer erscheint nicht außergewöhnlich attraktiv im Vergleich zu anderen Versicherungen. Aber immerhin wird hier jedem "fairr"-Kunden die Möglichkeit eingeräumt, sich schon in der Rentenphase auf einen festen Rentenfaktor zu verlassen, ohne dass bei Nichtnutzung zusätzliche Kosten entstehen. Wertvoll wird diese Garantie dann, wenn man sich vorstellt, dass die Menschen auch in Zukunft immer älter werden - und zwar genau so stark, dass die (entsprechend den Sigma-Regeln der Gaußschen Normalverteilung recht großzügigen) Kalkulationspuffer der Versicherer dafür nicht ausreichen (reichen sie aus, hätte man besser erst später eine Versicherung abgeschlossen), aber dennoch nicht so viel älter, dass auch die Versicherer an ihre Zahlungsfähigkeitsgrenze geraten. Das hier beschriebene Zielintervall, in dem sich der Versicherungsabschluss lohnt, ist ziemlich klein. Gegenüber anderen Riester-Fondssparplananbietern ist das ganze ein kleiner Mehrwert, der mir persönlich nicht viel bedeutet. Wem aber ein fester Rentenfaktor wichtig ist, den er sonst nur per Versicherung bekommen könnte, der kann nun auch bei "fairr" fest kalkulieren (im Rahmen der durch die Niedrigzinsphase erlaubten Umstände).

 

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Nicht unerwähnt bleiben sollte meiner Meinung nach aber die Tatsache, dass die Verrentung via MyLife nur ein Angebot ist. Man könnte auch auf die kommen, die Verrentung wen anders machen zu lassen. Dass durch diesen anderen dann zusätzlich Kosten entstehen dürften, scheint klar. Wie so oft, gilt auch hier: Keiner weiß, wie es läuft. Das sagst Du ja selbst: "ei langen Laufzeiten ist im Fondssparplan andererseits eine höhere Rendite und Flexibilität zu erwarten." Right. :rolleyes:

 

Wichtig ist auch hier, die Kosten zu sparen. Ich habe 50 Prozent Kosten für ein Jahr gespart, indem ich mich habe werben lassen. Ich als Neukunde erhielt so sofort 50 Prozent Rabatt auf die prozentualen Kosten. Weil ich einen anderen Vertrag übertragen habe, lohnt sich das noch mehr. Ich habe schon 2 Kunden geworben und damit jetzt drei Jahre 50 Prozent Rabatt. Als Finanztest kürzlich feststellte, dass fairr.de (in der Ansparphase!) der günstigste Fondssparplan ist, habe ich zugeschlagen. Und: Die hatten die Hälfte Rabatt noch gar nicht berücksichtigt. Ich bin zufrieden. :thumbsup:

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