polydeikes

Exporo - geschlossene Immofinanzierungen

  • Immobilie
  • Finanzierung
  • Exporo
  • geschlossen

Posted

An der Stelle mal die Vorstellung einer Plattform, die sich selbst als "Deutschlands führende Crowdinvesting Plattform für Immobilien" bezeichnet. Drüber gestolpert bin ich zufällig, weil ich einen der grad Kapital einwerbenden Projektentwickler hier in direkter Nähe "kenne".

 

Die Informationen sind auf der üblich "hübschen Seite" exporo.de wie gewohnt spärlich gesäht. Ein paar lächelnde Gesichter, einer mit obligatorischem Dr.-Titel (ohne Führungsverantwortung), viel mehr findet man auf den ersten Blick nicht. Die gesetzlichen Pflichtangaben zeigen eine Erlaubnis nach §34 F GewO

 

Exporo erläutert das Geschäftsmodell nur rudimentär. Projektentwickler benötigen "Eigenkapital" um die eigentliche Finanzierung der Bank zu bekommen. Soweit nichts Neues. Dieses Eigenkapital beschaffen sie sich über die Plattform als Nachrangdarlehen. Heißt in Kurzfassung, volles Verlustrisiko.

 

Honoriert wird das Risiko mit Zinssätzen zwischen 5 und 6 %, bei Auszahlung regulär und kumuliert (ein Betrag nach Laufzeitende) mit Abgeltungssteuer als normaler Zinsertrag zu versteuern. Allerdings nur, wenn das Projekt gem. Prognose verläuft, ansonsten weniger / kein Zins oder Verlust bis hin zu Totalverlust.

 

Neutrale Meinungen oder Erfahrungsberichte zum Anbieter wird man kaum finden, Exporo betreibt wie viele andere Unternehmen dieser Art ein Affiliateprogramm. Ein neuer User bringt zunächst 25 Euro oder 2,5 % auf das erste Investment und 1,5 % auf die Folgeinvestments des Users in den ersten 5 Jahren. Auf den Seiten mit "Meinungen" zum Thema sind immer die entsprechenden Affiliatelinks zu finden, insofern dürften die dort publizierten "Meinungen" das Toilettenpapier nicht wert sein.

 

---

 

Direkte Kosten entstehen dem Anleger nicht, Anlagen sind ab 500 Euro einmalig möglich. Exporo verdient 1,5 % des Investitionsvolumen vom Emittenten p.a. und ein paar absolute Kosten.

 

Bei Investition gibt es einen Stapel (AGB, Expose, Widerrufsbelehrung, Vertragswerk usw.) an Unterlagen, nicht wirklich brauchbar. Bspw. im Anhang ein Expose eines aktuell angebotenen Objekts, da sind Beschreibungen auf Immobilienscout aussagekräftiger.

 

---

 

Fazit: Mal ausgetestet mit nem Apfel und nem Ei, schaun ma mal.

Expose_Hayns-Park.pdf

Share this post


Link to post

Posted

Honoriert wird das Risiko mit Zinssätzen zwischen 5 und 6 %, bei Auszahlung regulär und kumuliert (ein Betrag nach Laufzeitende) mit Abgeltungssteuer als normaler Zinsertrag zu versteuern. Allerdings nur, wenn das Projekt gem. Prognose verläuft, ansonsten weniger / kein Zins oder Verlust bis hin zu Totalverlust.

Auch bei diesen Nachrangdarlehen dürfte für in Deutschland steuerpflichtige Privatanleger das Problem bestehen, dass alle Zinszahlungen der Abgeltungsteuer unterliegen, während Verluste grundsätzlich nicht verrechnet werden dürfen.

Share this post


Link to post

Posted

Davon ist im Ggs zu einer Direktanlage auszugehen.

Share this post


Link to post

Posted

Das riecht sehr nach dem Modell, wie es auch die Wettbewerber von Bergfürst seit einiger Zeit fahren:

Hier eigentlich recht transparent erklärt:

https://de.bergfuers...o-funktionierts

 

Habe selber vor einiger Zeit gute Erfahrungen mit börsennotierten Nachranganleihen von Immobiliengesellschaften gemacht (und um eine ähnliche Risikostruktur handelt es sich auch hier).

Das waren aber damals noch vernünftig gestreute Portfolios, die zu einem Preis vor der aktuellen Überhitzung eingekauft wurden.

Also um heute über so eine Plattform in die nachrangige Finanzierung von Einzelobjekten oder kleineren Portfolios zu gehen, gehört schon ein bisschen Mut dazu :rolleyes:.

Share this post


Link to post

Posted

Habe selber vor einiger Zeit gute Erfahrungen mit börsennotierten Nachranganleihen von Immobiliengesellschaften gemacht (und um eine ähnliche Risikostruktur handelt es sich auch hier).

Ein wesentlicher Unterschied: Bei börsennotierten Risikoinvestments kann man – wenn's nicht gut aussieht – die Reißleine ziehen und durch Wertpapierverkauf steuerlich anrechenbare Verluste generieren.

Share this post


Link to post

Posted · Edited by polydeikes

Öhm nö. Die Ansprüche aus einer nachrangigen Anleihe würden hier vor den Ansprüchen der Mezzanine Kapitalgeber befriedigt. Hätten wir beides in einer Gesellschaft, wäre die nachrangige Anleihe das "geringere" Risiko.

 

Im Prinzip eher zu einem beliebig herunter schreibbaren Genussschein zu vergleichen ..

Share this post


Link to post

Posted

Exporo erläutert das Geschäftsmodell nur rudimentär. Projektentwickler benötigen "Eigenkapital" um die eigentliche Finanzierung der Bank zu bekommen. Soweit nichts Neues. Dieses Eigenkapital beschaffen sie sich über die Plattform als Nachrangdarlehen. Heißt in Kurzfassung, volles Verlustrisiko.

 

Honoriert wird das Risiko mit Zinssätzen zwischen 5 und 6 %, bei Auszahlung regulär und kumuliert (ein Betrag nach Laufzeitende) mit Abgeltungssteuer als normaler Zinsertrag zu versteuern. Allerdings nur, wenn das Projekt gem. Prognose verläuft, ansonsten weniger / kein Zins oder Verlust bis hin zu Totalverlust.

 

Was ich nicht verstehe ist, dass das sowas heutzutage relativ kompliziert über crowd-investing realisiert werden soll. Projektentwicklung in den 90ern - da waren einige vermögende Leute, welche dann auch im Grundbuch standen, und die haben das Ding gestemmt.

 

Heute z.B. sitzen viele vermögenden Leute auf einem Geldberg und es sollte ein noch kleineres Problem als in den 90ern sein, einige davon - die man kennt und auch entsprechend Vertrauen hat - zu finden.

 

Der Entwickler (und seine Investoren) waren der alleinige Vertragspartner für den Verkauf von Grundstücken/Immobilien/Objekten usw. und somit entstanden keinerlei zusätzliche Kosten.

 

 

Share this post


Link to post

Posted

Was ich nicht verstehe ist, dass das sowas heutzutage relativ kompliziert über crowd-investing realisiert werden soll.

 

 

 

Die Nachfrage scheint Exporo recht zu geben. Ich glaub allein in diesem Sommer sind schon Projekte in Berlin, Hamburg und Köln komplett durchfinanziert. Die Leute scheinen sich auf die kurzen Laufzeiten zu stürzen.

Share this post


Link to post

Posted

Was ich nicht verstehe ist, dass das sowas heutzutage relativ kompliziert über crowd-investing realisiert werden soll.

 

 

 

Die Nachfrage scheint Exporo recht zu geben. Ich glaub allein in diesem Sommer sind schon Projekte in Berlin, Hamburg und Köln komplett durchfinanziert. Die Leute scheinen sich auf die kurzen Laufzeiten zu stürzen.

 

Ich frage mich, weshalb brauchen diese Leute unbedingt Geld vom breiten Markt, vom Privatanleger. Da gibt es die klassische Finanzierung über eine Bank (relativ solide, relativ sicher aber auch relativ teuer) und die Finanzierung mit vermögenden Partnern.

 

Die Nachfrage ist eine Folge der Niedrigzinspolitik und der gleichzeitigen Flucht in sog. Realwerte.

 

Ein grundsolide, konservativ durchgerechnetes Projekt, realisiert von Leuten, welche dieses business schon seit Jahrzehnten mit Erfolg betreiben, wird sicher nicht auf Anleihen vielleicht tausender Privatanleger nebst deren handling-Kosten angewiesen sein.

 

Ich sags mal sehr provokativ (was nicht meine Art ist):

 

Die guten Deals machen diese Leute unter sich aus und sind daher nicht investierbar - die anderen Sachen wandern in ein Portal im internet wo sich viele weitere Parteien die Hände drin waschen und was sich am Ende als ein wahrscheinlich völlig überteuertes Produkt mit massiven Risiken entpuppt.

 

Aber ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren.

 

 

 

 

Share this post


Link to post

Posted · Edited by civis

Da gibt es die klassische Finanzierung über eine Bank (relativ solide, relativ sicher aber auch relativ teuer) ...

Wenn eine Immobilienfinanzierung per Bank so teuer für den Kreditnehmer ist, wie dieses Angebot (oder wenn der Kreditnehmer mehr Kapital benötigt als die Bank offensichtlich bereit ist zu finanzieren), hat das seinen Grund: erhebliches Risiko.

 

Fazit: Mal ausgetestet mit nem Apfel und nem Ei, schaun ma mal.

Wie die Zukunftsaussichten von solchen und ähnlichen Investments aussehen, kann man nicht seriös austesten - auch nicht mit nem Apfel und nem Ei.

 

Fazit: Ich wüßte coolere Möglichkeiten, Geld zu verbrennen. wink.gif

 

Viele Grüße

civis

Share this post


Link to post

Posted · Edited by polydeikes

Selbstverständlich teile ich die Ansicht, dass diese Stories erhebliches Risiko darstellen. Gleichwohl ist dier Herleitung nicht cool, sondern hochgradig schwachsinnig. Der gewohnte "coole" Schlussspruch macht es nicht besser.

 

Oder anders formuliert: Ich teile das Ergebnis der Aussage, aber nicht den Inhalt / die Begründung.

 

---

 

Wenn eine Immobilienfinanzierung per Bank so teuer für den Kreditnehmer ist, wie dieses Angebot ...

 

Hier sind gleich mehrere Denkfehler drin, bspw. ...

 

1) Es ist keine vollumfängliche Finanzierung durch Anleger

2) Eigenkapital ist immer teurer als Fremdkapital

3) Die FK Rendite bestimmt die möglichen EK Kosten

4) Es ist keine Immobilienfinanzierung iS von Max Muster mit guter Bonität finanziert ein EFH mit niedrigem Beleihungswert

 

Das Investitionskapital im Beispiel beträgt angeblich rd. 7,4 Mio.. Der Anteil der "Anleger" beträgt 0,8 Mio., das "Eigenkapital" des Projektträgers 1 Mio.. Bleiben 5,28 Mio. Fremdkapital durch Bankenfinanzierung, sprich das 6,6 fache des Anlegerkapitals.

 

Das Anlegerkapital ist EK, damit man das FK bekommt.

 

Erwartet wird ein Verkaufserlös von 8,82 Mio.. Abzgl. der 5,28 Mio Bankenfinanzierung sind das 3,54 Mio.. Das sind wiederum die 1,967fachen Erlöse auf das eingesetzte EK (abzgl. FK Kosten). Bedenkt man, dass die Anleger bei vollem Verlustrisiko nur mit bspw. 5 % Zins abgespeist werden, ergibt sich eine ganz nette theoretische EK Rendite auf die 800k.

 

Berechtigt kritisieren könnte man hier zunächst, dass die Gesamtkonditionen der Bankenfinanzierung weder bekannt sind, noch auch nur andeutungsweise genannt werden. Transparenz ist was anderes ...

 

Gleichzeitig ist es erheblich günstiger die 0,8 Mio Anlegerkapital einzuwerben, denn über Bürgschaften, Kreditausfallversicherung etc. die Bonität des Projektträgers auf das gleiche Maß zu erhöhen, wie es hier das billige Geld der Exporo Anleger tut.

 

---

 

Wie die Zukunftsaussichten von solchen und ähnlichen Investments aussehen, kann man nicht seriös austesten - auch nicht mit nem Apfel und nem Ei.

 

Du wirst schon jedem selbst überlassen müssen, was er mit Spielgeld tut. Der Eine geht ins Casino, der Nächste spielt hier mal mit.

 

Fazit: Ich wüßte coolere Möglichkeiten, Geld zu verbrennen.

 

Das steht dir frei. Vor dem Kommentieren aber vielleicht zumindest mal grundlegend lesen, was man eigentlich kommentiert.

Share this post


Link to post

Posted · Edited by civis

@polydeikes

Huch, ich wollte Dir nicht zu nahe treten.

Du hast es hier allerdings mit vielen Mitlesern zu tun, die überhaupt keine Ahnung haben und begierig nach Anlagen suchen, die ein solches, wie hier versprochenes Zinsniveau versprechen und dementsprechend leichte Beute sind. Was daraus allzu oft folgt, konnten wir in den letzten Jahren immer wieder und viel zu oft an krachenden Pleiten sehen, die viele Kleinanleger - und nur solche lassen sich regelmäßig auf Angebote wie das geschilderte ein, Kopf und Kragen gekostet haben.

 

Ich hätte es mir deswegen gewünscht, dass Du Deine Vorstellung dieses Angebots deutlich kritischer verfasst hättest.

 

Bevor ich auf die einzelnen Punkte eingehe, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich selbst gelegendlich Immobilien entwickle - und zwar mit deutlich mehr Einsatz als nen Apfel und nen Ei. Du kannst deshalb davon ausgehen, dass mir der Einsatz von Eigen- und Fremdkapital mit allen Implikationen durchaus geläufig ist (übrigens auch bei anderen Invetsitionsvehikeln). Ebenso sind mir die Unterschiede zwischen einer Immobilienfinanzierung iS von Max Muster mit guter Bonität, welcher ein EFH mit niedrigem Beleihungswert finanziert und einem professionellen Immobilieninvestment bekannt.

 

Besonders bekannt sind mir aber die Risiken einer Nachrangeinleihe, die unbedarfte Investoren regelmäßig die Rente kosten. Und das Risiko läßt sich ganz sicher nicht dadurch beschränken, dass man zunächst mal mit nem Apfel und nem Ei ein wenig rumspielt und schaut ob es gut geht. Abgesehen davon, dass das schon aus stochstischen Gründen blödsinnig ist, ist das größte Problem in der Regel, dass es eben am Anfang oft gut geht. Das dicke Ende folgt dann meistens, wenn der unbedarfte Anleger, der nun glaubt den Stein der Weisen gefunden zu haben, die Vertriebsmaschine mit immer mehr Geld ölt und die Maschine dann irgendwann heißgelaufen ist und auseinanderfliegt. Beispiele wird jeder den es interessiert mehr als genug finden.

 

Zur Deinen Einwänden:

Hier sind gleich mehrere Denkfehler drin, bspw. ...

 

1) Es ist keine vollumfängliche Finanzierung durch Anleger

2) Eigenkapital ist immer teurer als Fremdkapital

3) Die FK Rendite bestimmt die möglichen EK Kosten

4) Es ist keine Immobilienfinanzierung iS von Max Muster mit guter Bonität finanziert ein EFH mit niedrigem Beleihungswert

1) Das habe ich nie gesagt. Es bleibt aber genau deswegen festzuhalten, dass im Falle einer Pleite die nachrangigen Geldgeber - sprich die Geldgeber die hier geködert werden sollen - mit größter Sicherheit in die Röhre schauen. Weil die (teil)finanzierenden Banken eben mit Sicherheit nicht so blöd sind, ein faktisch unbesichertes, nachrangiges Darlehen zu geben.

 

2) Das halte ich für Nonsens und empfehle jedem interessierten Anleger, sich vor einer Entscheidung mal eingehend mit Kapitalkosten zu beschäftigen.

 

3) Das halte ich so pauschal auch für Nonsens und verweise auf die Empfehlung unter Punkt 2.

 

4) Das ist mir - wie bereits ober erwähnt - klar und enthält in seiner Pauschalität keine brauchbare Aussage.

 

Das Anlegerkapital ist EK, damit man das FK bekommt.

Da liegt der Hase im Pfeffer - genau deshalb ist das Geld auch weg, wenn es knallt. Denn das Fremdkapital ist erstrangig besichert während das vom unbedarften Anleger zur Verfügung gestellte Eigenkapital (das aus Sicht des unbedarften Anlegers Fremdkapital ist) faktisch nicht besichert ist. Weiter ist anzumerken, dass die hier gesuchten Kapitalgeber - im Gegensatz zu den komfortabel besicherten Banken - faktisch keine Kontroll- und Einwirkungsmöglichkeit haben.

 

Erwartet wird ein Verkaufserlös von 8,82 Mio.. Abzgl. der 5,28 Mio Bankenfinanzierung sind das 3,54 Mio.. Das sind wiederum die 1,967fachen Erlöse auf das eingesetzte EK (abzgl. FK Kosten). Bedenkt man, dass die Anleger bei vollem Verlustrisiko nur mit bspw. 5 % Zins abgespeist werden, ergibt sich eine ganz nette theoretische EK Rendite auf die 800k.

Selbst wenn die Erwartungen der Emittenten stimmen beziehungsweise eintreten ist der Kapitalgeber über die versprochene Risikoprämie (5% Zinsen) nicht am erwarteten Gewinn beteiligt. Es kann ihm also egal sein, ob der Emittent in Gold badet, falls die Erwartungen tatsächlich eintreten sollten. Der faktisch unbesicherte Kapitalgeber sollte sich besser mit seinem Risiko und einer adäquten Risikoprämie beschäftigen. Und ob da 5% angemessen sind, habe ich schon vor dem Hintergrund, dass viele ahnungslose Kleinanleger - gerade wenn der Versuch mit nem Apfel und nem Ei gutgegangen ist - einen unverhältnismäßig hohen Anteil des verfügbaren Kapitals einsetzen und sich deswegen gar keinen Totalverlust leisten können. Somit werden dann Risikoprämen stochastisch automatisch zur Makulatur.

 

Berechtigt kritisieren könnte man hier zunächst, dass die Gesamtkonditionen der Bankenfinanzierung weder bekannt sind, noch auch nur andeutungsweise genannt werden. Transparenz ist was anderes ...

Schon deswegen wirst Du keine Profis unter Anlegern solcher Angebote finden. Weitere Gründe dafür, das Profis solche Anlagevehikel regelmäßig meiden wie der Teufel das Weihwasser sind fehlende Kontroll- und Einflussmöglichkeiten, fehlende Sicherheiten, am Risiko gemessen zu niedrige Prämie und einiges andere.

 

Gleichzeitig ist es erheblich günstiger die 0,8 Mio Anlegerkapital einzuwerben, denn über Bürgschaften, Kreditausfallversicherung etc. die Bonität des Projektträgers auf das gleiche Maß zu erhöhen, wie es hier das billige Geld der Exporo Anleger tut.

In dieser Pauschalität ist das Nonsens. Außerdem muss die Frage lauten, für wen hier was billig ist - für den faktisch unbesicherten Anleger oder für den Emittenten? Bei solschen Modellen fallen regelmäßig mehr oder weniger versteckte Kosten in erheblichem Umfang an. Zum Beispiel Vertriebsprovisionen, Treuhandgebühren und so weiter und so fort. Dies ist für einen unbedarften Anleger regelmäßig nicht oder unzureichend kontrollier- oder auch nur nachvollziehbar (zumal Du selbst auf die IMHO mehr als unzureichenden Infos zu dem Casus verwiesen hast). Sicher kann sich der Anleger nur bei einem sein: Die genannten Kosten zahlt nicht der Emittent, nicht der Treuhänder und auch nicht der Vermittler - diese Kosten zahlt der Anleger selbst.

 

Du wirst schon jedem selbst überlassen müssen, was er mit Spielgeld tut. Der Eine geht ins Casino, der Nächste spielt hier mal mit.

Selbstverständlich steht es jedem frei, sein Geld im Tümpel seiner Wahl zu versenken. Mir steht es aber frei, darauf hinzuweisen, dass der vorgestellte Tümpel eventuell ziemlich morastig ist, mächtig stinkt und dementsprechnd in seiner Gesamtanmutung nicht ganz geheuer ist.

 

Vor dem Kommentieren aber vielleicht zumindest mal grundlegend lesen, was man eigentlich kommentiert.

Das habe ich. Und mein Kommentar war vielleicht etwas ironisch oder sogar zynisch - aber ich wollte Dir weder hinsichtlich Deiner Anlageentscheidung noch hinsichtlich Deiner Risikofreude auf den Schlips treten. Allerdings halte ich es nicht nur für mich, sondern für jeden Leser, der die Risiken sieht für eine Pflicht darauf deutlich hinzuweisen. Und zwar deswegen, weil hier sehr viele Menschen ohne jede Erfahrung mitlesen und sich beim Hinweis auf solche Angebote schnell zum Betreten einer schiefen Bahn animieren lassen.

 

Ich appeliere deshalb an jeden Leser, der mit dem Gedanken spielt, in dass genannte Anlagevehikel zu investieren, sich zunächst einmal ausführlich mit den entsprechenden Pleiten der letzten Jahre zu befassen und diese sorgfältig zu analysieren - und sich zu fragen, warum von solchen Pleiten so gut wie nie Profis betroffen sind. Jedenfalls kann potentieller Investor, der sich selbst grundlegend mit der Materie befasst hat, dann selbst entscheiden, ob er seine Anlageentscheidungen aufgrund eines Feldversuchs mit nem Appel und nem Ei oder aufgrund von fundierten Informationen treffen möchte.

 

Nichts für ungut

civis

Share this post


Link to post

Posted · Edited by pianopaule

An der Stelle mal die Vorstellung einer Plattform, die sich selbst als "Deutschlands führende Crowdinvesting Plattform für Immobilien" bezeichnet.

 

 

Das behaupten viele - ist wahrscheinlich ein reiner Werbespruch.

 

Drüber gestolpert bin ich zufällig, weil ich einen der grad Kapital einwerbenden Projektentwickler hier in direkter Nähe "kenne".

 

Die eigentliche Projektentwicklung hat normalerweise mit dem Vertrieb bzw. der Finanzierung nichts zu tun.

 

Die Informationen sind auf der üblich "hübschen Seite" exporo.de wie gewohnt spärlich gesäht. Ein paar lächelnde Gesichter, einer mit obligatorischem Dr.-Titel (ohne Führungsverantwortung), viel mehr findet man auf den ersten Blick nicht. Die gesetzlichen Pflichtangaben zeigen eine Erlaubnis nach §34 F GewO.

Exporo erläutert das Geschäftsmodell nur rudimentär. Projektentwickler benötigen "Eigenkapital" um die eigentliche Finanzierung der Bank zu bekommen. Soweit nichts Neues. Dieses Eigenkapital beschaffen sie sich über die Plattform als Nachrangdarlehen. Heißt in Kurzfassung, volles Verlustrisiko.

Honoriert wird das Risiko mit Zinssätzen zwischen 5 und 6 %, bei Auszahlung regulär und kumuliert (ein Betrag nach Laufzeitende) mit Abgeltungssteuer als normaler Zinsertrag zu versteuern. Allerdings nur, wenn das Projekt gem. Prognose verläuft, ansonsten weniger / kein Zins oder Verlust bis hin zu Totalverlust.

Neutrale Meinungen oder Erfahrungsberichte zum Anbieter wird man kaum finden, Exporo betreibt wie viele andere Unternehmen dieser Art ein Affiliateprogramm. Ein neuer User bringt zunächst 25 Euro oder 2,5 % auf das erste Investment und 1,5 % auf die Folgeinvestments des Users in den ersten 5 Jahren. Auf den Seiten mit "Meinungen" zum Thema sind immer die entsprechenden Affiliatelinks zu finden, insofern dürften die dort publizierten "Meinungen" das Toilettenpapier nicht wert sein.

Direkte Kosten entstehen dem Anleger nicht, Anlagen sind ab 500 Euro einmalig möglich. Exporo verdient 1,5 % des Investitionsvolumen vom Emittenten p.a. und ein paar absolute Kosten.

Bei Investition gibt es einen Stapel (AGB, Expose, Widerrufsbelehrung, Vertragswerk usw.) an Unterlagen, nicht wirklich brauchbar. Bspw. im Anhang ein Expose eines aktuell angebotenen Objekts, da sind Beschreibungen auf Immobilienscout aussagekräftiger.

 

Ich würde es gut finden wenn Du ,polydeikes, hier ab und zu mitteilen würdest, wie sich denn Deine 500Euro Anlage so entwickelt.

 

Was ich nicht so richtig verstehe, ist dass Du als erfahrener Forumsteilnehmer hier eine eher zweifelhafte Anlage vorstellst, ohne grössere TO-Fragestellung und lediglich mit der einfachen Mitteilung, "ich probiers mal aus".

Share this post


Link to post

Posted · Edited by polydeikes

Das behaupten viele - ist wahrscheinlich ein reiner Werbespruch.

 

Steht ja auch da, die bezeichnen sich so.

 

Die eigentliche Projektentwicklung hat normalerweise mit dem Vertrieb bzw. der Finanzierung nichts zu tun.

 

Korrekt. Ändert aber nichts daran, dass mich ein Bekannter drauf aufmerksam gemacht hat, dass er die Plattform nutzt (respektive seine Firma).

 

Ich würde es gut finden wenn Du ,polydeikes, hier ab und zu mitteilen würdest, wie sich denn Deine 500Euro Anlage so entwickelt.

 

Da gibt es nichts mitzuteilen. Die ganze Kiste ist eine Blackbox. Es wird mitgeteilt, wenn das "benötigte Geld" eingeworben wurde. Das war nach 3-4 Tagen der Fall (nach meinen Klicks). Dann hörst du zur Fälligkeit wieder was davon.

 

Was ich nicht so richtig verstehe, ist dass Du als erfahrener Forumsteilnehmer hier eine eher zweifelhafte Anlage vorstellst, ohne grössere TO-Fragestellung und lediglich mit der einfachen Mitteilung, "ich probiers mal aus".

 

Ich verstehe das Problem nicht. Ich habe auf alle offensichtlichen Risiken mehr als deutlich hingewiesen. Ihr (du, Bondholder, ufr) habt weitere Sachen völlig richtig ergänzt. Ich habe nichts "empfohlen" oder dergleichen. Und wie ich schon sagte: Was ich mit meinem Geld mache, ist doch mein Bier.

 

Ich verstehe die gekünstelte Aufregung nicht. Es werden regelmäßig Dinge vorgestellt, auch ich habe schon viele verschiedene Geschichten vorgestellt. Für meinen Teil halte ich die WPF Teilnehmer nicht für so blöd, dass sie bei jeder Vorstellung gleich mit riesem Vermögen und ohne dfferenzierte Eigenprüfung gleich drauf losstürzen. Siehst du das anders?

Share this post


Link to post

Posted · Edited by phlp112

vor 2 Stunden von Stift:

https://www.finanz-szene.de/fintech/die-verdeckte-erloes-maschine-des-wunder-fintechs-exporo/

 

Finanz-Szene.de hat an einem Beispielprojekt das Geschäftsmodell von Exporo untersucht. Lesenswert!

Interessanter Artikel -- danke! Wer nach dem Lesen des Artikels noch in das Konstrukt investiert, dem ist nicht zu helfen.

Share this post


Link to post

Posted

Vielen Dank für diesen Artikel. 

 

Ist es bei den anderen crowd Anbietern denn anders? 

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now