ebdem

La Doria

  • IT0001055521

Geschrieben

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Über das Unternehmen

Produces canned pasta sauces, fruit juices and vegetables: La Doria SpA engages in the production and marketing of food products, which includes tomato-based products, fruit juices, pasta sauces, preserved vegetables and canned pasta.The company was founded in 1954 and is headquartered in Angri, Italy.
Quelle

 

Die La Doria S.p.A. ist ein international tätiger italienischer Nahrungsmittelhersteller. Das in Angri in der Provinz Salerno ansässige Familienunternehmen produziert und vertreibt hauptsächlich Pelati (geschälte Tomaten) und Tomatensaucen, Fruchtsäfte sowie Hülsenfrüchte. Diese werden größtenteils als Handelsmarken für die großen europäischen Einzelhandelsketten sowie in einem kleineren Rahmen für internationale Nahrungsmittel- und Getränkekonzerne vertrieben. Lediglich sieben Prozent der Produktion wird unter den eigenen Markennamen verkauft. La Doria beschäftigt 752 feste Mitarbeiter sowie weitere 376 Saisonarbeiter und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 631,4 Millionen Euro, davon über 70 Prozent im Ausland. Die Unternehmensgruppe ist an der Mailänder Börse notiert, wobei die Gründerfamilie Ferraioli mit 70 Prozent weiterhin die Mehrheit hält.

 

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1954 in Angri gegründet, in einer Region, die vom Anbau von Tomaten geprägt war. Die Verarbeitung und der Vertrieb von Tomaten bildete die Kernaktivität von La Doria. Ab den 1960er Jahren begann das Unternehmen seine Produkte im Ausland als Handelsmarken internationaler Einzelhandelskonzerne zu verkaufen. Zu diesen zählen heute unter anderem Sainsbury, Tesco, Aldi, Ahold, Dansk Supermarket, Carrefour, Auchan und Conad. Darüber hinaus werden auch Unilever, Coca-Cola, Heinz und Mutti beliefert, die die Produkte unter Handelsmarkennamen verkaufen.

 

Die 1980er und 1990er Jahre waren von Wachstum geprägt. Es wurden neue Produktionsanlagen in Betrieb genommen, die Kapazitäten ausgebaut und das Sortiment auf die Bereiche Getränke sowie Hülsenfrüchte, die als Konserven vertrieben werden, ausgeweitet. 1995 folgte der Börsengang, der dem Unternehmen eine weitere Expansion sowie Akquisitionen ermöglichte.

 

Chart

big.gif

 

Kennzahlen

La Doria

de.4-traders.com

Morningstar

 

kennzahlen.PNG

Der Umsatz verteilt sich wie folgt:

revenue.PNG

 

Regional ist der Umsatz wie folgt verteilt:

verteilung.PNG

 

Prognose

Die Prognose für die nächsten Jahre wird vom Unternehmen so beschrieben:

prognose.PNG

 

Kunden

La Doria verkauft seine Produkte als Eigenmarke oder als Private Label. Hier gibt es eine Übersicht über die Kunden:

kunden.PNG

Unternehmenstruktur

Das Unternehmen gehört zu 63% der Gründerfamilie Ferraiolli. Man investiert hier also durchaus in ein Unternehmen, das längerfristig orientiere Eigentümer hat.

Die weitere Struktur sieht so aus:

struktur.PNG

 

Nachrichten

Finanznachrichten

Google

 

Weitere Analysen

Analysen von Edison und Banca IMI

Meine Einschätzung

Ich finde La Doria ein durchaus interessantes Unternehmen. Es produziert Produkte, die fast jeder schon ein mal konsumiert hat und für die auch in Zukunft eine wachsende Nachfrage besteht. Das Unternehmen will sich auch stärker im Biobereich engagieren, was begrüßenswert ist.

Es kann aber auch ein kritisches Investment sein, wie bereits hier debattiert. Arbeitsbedingungen und eventuelle Probleme mit der Mafia sind ein kritisches Thema. Durch eine Konferenz, an der ich teilnehmen konnte, konnte ich mit einem Fondmanager sprechen, der Kontakt mit dem Management hat. Aus seiner Sicht achtet La Doria auf eine gute Geschäftspolitik. Zudem gibt es einen Ethics Code: CodiceEticoEN_LaDoria.pdf

Es wurde auch argumentiert, dass La Doria über ein Franchise verfügt, weil es eben Tomaten aus Italien herstellt. Gegenüber Tomaten aus anderen Ländern ist das tatsächlich ein Vorteil, weil man für die Pasta eher Tomaten aus Italien kaufen wird.

 

Aktuell ist der Kurs stark zurückgekommen, da das Unternehmen seine Prognose gesenkt hat. Sinkende Lebensmittelpreise und der Brexit lasten auf dem Ergebnis. La Doria hat 50% seines Umsatzes in Großbritanien.

 

Bewertungstechnisch erscheint mir das Unternehmen mit einem KGV von 8 und einem KBV von 1 preiswert - gerade langfristig gesehen.

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Geschrieben · bearbeitet von bounce

Ich werde mir das Unternehmen rein aus Interesse mal genauer anschauen die Tage.

 

In deinem Depot-Thread hatten wir ja kurz dazu über den krassen Anstieg geschrieben:

 

Link zum Chart

 

Was genau sind die Gründe für den EPS-Anstieg? Wenn eine Aktie sich 15 Jahre nicht vom Fleck bewegt und sich dann innerhalb von kurzer verachtfacht, ist das sehr seltsam und spricht nicht gerade für Stabilität. Seltsam finde ich zudem, dass ein Mitarbeiter (inkl. Saisonkräfte EDIT: die Angabe oben im Text stimmt nicht, laut La Doria sind es 1500 Saisonarbeiter, d.h. >400.000 €/Mitarbeiter) im Schnitt über 600.000 € pro Jahr an Umsatz erwirtschaftet. Der Laden scheint demnach ziemlich stark automatisiert zu laufen. Aber bevor ich weiter spekulier, schau ich mir die Dokumente mal anund gebe dann meine Gedanken und Erkenntnisse hier mit dazu.

 

PS: Warren Buffett sagte mal zu seinem Sohn (der eine Zeit lang als Landwirt gearbeitet hat), dass es den Leuten egal ist, von wem sie den Mais kaufen. Bei einer Firma ohne eigener, starker Marke (bei einem so kleinen Anteil am Umsatz kann man das wohl so feststellen), trifft das wohl auch zu. Von daher bin ich gespannt, was deren Wettbewerbsvorteil ist.

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Geschrieben · bearbeitet von ebdem

Ich zitiere mal aus dem Geschäftsbericht 2013 - die Vorworte sind ganz gut:

 

The Company continues to win significantly improved market share in Italy - with double-digit growth – and also continues to expand overseas, with strong performances reported in the more consolidated countries and also in those which continue to discover the benefits of the Mediterranean diet and particularly Made in Italy Food. Group sales (principally Supermarket private labels) benefited from the general growth of the sector, with modern consumers increasingly aware of both the quality and price advantages of private label products. Overall, consolidated revenues increased 4.4% (+7.4% at like-for-like exchange rates) to Euro 604.4 million. Growth was driven by the “pulses and vegetable” line, followed by the “tomato-based product” line, while the “other products” sector sold on the British market by the subsidiary LDH (La Doria Ltd.) also reported an improvement. The fruit line however was impacted by a contraction in fruit juice and beverage consumption on the domestic market and also for canned fruit consumption on the English market.

Sales in Italy grew 17% despite the drop in food consumption numbers related to reduced spending capacity, while an increase of 5% at like-for-like exchange rates was reported overseas. The uninterrupted growth on the overseas markets in which the Group has established consolidated leadership continued, such as the United Kingdom (the largest market), Japan, Australia and the Scandinavian countries. Double-digit growth was reported in Germany, a market which has expanded rapidly over the past two years and with extensive development potential, and in the United States; this market for La Doria however remains small, although a target for future expansion.

 

The considerable improvement in profitability was achieved despite an increase in tomato-based production costs, principally owing to a significant increase in the cost of fresh tomatoes. Ebitda increased 18.3% to Euro 43.3 million, with the Ebitda margin improving from 6.3% to 7.3%. The Group net profit almost doubling to Euro 15.4 million. The financial position also improved, thanks to further debt containment - even amid increased revenues and investments. Group results in 2013 were very satisfying as - in addition to improving significantly on 2012 - beating the objectives announced to the market. These results reflect the undisputed leadership of the Group in the private label segment on strategic markets and follow the establishment of consolidated long-term relationships with the major domestic and overseas Supermarket chains.

 

So wie ich es verstehe, hat sich die Strategie bezahlt gemacht, sich international im Private Label Bereich zu engagieren.

Der Anstieg kann sich auch dadurch ergeben haben, dass Investitionskosten sich ausgezahlt haben. Kurzfristig drücken diese auf den Kurs, aber langfristig zahlen sich diese aus.

 

La Doria hat selbst keine Erntekräfte, sondern kauft nur geerntete Produkte ein, die dann weiter verarbeitet werden.

 

Das mit dem Mais ist richtig. Aber ich kaufe hier ja kein Rohprodukt (den Maiskolben), sondern ein abgepacktes Produkt: in diesem Fall die Tomaten aus Italien. Meiner Meinung nach haben Tomaten aus Italien schon ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Tomaten. Italien ist das Land der Pasta, Pizza und der Tomaten mit Mozzarella.

 

Hier übrigens noch ein Link mit Statistik zur weltweiten Tomatenproduktion.

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Geschrieben · bearbeitet von Kraxelhuber

Hab es im Notizbuch schon geschrieben...vielen Dank für die Vorstellung mal ganz Abseits vom Mainstream. thumbsup.gif

 

La Doria klingt für mich super interessant.

Bei Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse wurde der Ausblick massiv zusammengestrichen, dementsprechend gings dann auch im Kurs in Richtung Süden.

Grund war wohl (auch) die enge Verbindung nach GB und den Verwerfungen im Rahmen des Brexit.

 

Hier gibt es eine Analystenmeinung (sh. auch Vorstellung-Post)

 

Kurzfassung:

Following an exceptionally strong FY15, H1 16 brought a perfect storm of aweak macroeconomic backdrop in many end-markets, sterling devaluation,a weak tomato campaign and higher fruit and pulse costs. Managementhas therefore updated its rolling three-year plan for the more challengingenvironment and revised down estimates. Our DCF-derived fair valuemoves to €10.91/share (from €15.84) given the downgrades to estimates.

Ein Zusammenstreichen des "fairen Werts" um 30% und (vorerst) rückläufigen Ergebnissen verschreckt natürlich die Investoren...kann bei langfristig guten Aussichten ein guter Einstiegspunkt sein. Das große GB Engagement schreckt mich aber noch etwas ab...whistling.gif

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Geschrieben

Wie kommt man überhaupt an diese Aktien? In Deutschland gehen die Umsätze ja gegen Null. In Frankfurt Umsätze von rund 6000 Euro - im gesamten letzten Monat !!

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Geschrieben

Stuttgart taxiert 500 Stück zum aktuellen Preis, macht beim aktuellen Kurs rund 4.000€.

Machbar wäre das somit für meine Positionsgröße..

 

Dass man bei so einem Wert jedenfalls nicht unlimittiert ordern sollte, versteht sich.

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Geschrieben

Ich hatte mich verschaut und dachte erst, dass die mit >600 Mio. € bewertet sind. Das hätte ich zu teuer gefunden. Ich hatte da schon bedenken, dass Aktien schwer handelbar in Deutschland sind. Beim Lesen von Reports ist mir aufgefallen, dass die human mit <300 Mio. € bewertet sind und da hab ich erst recht meine Zweifel was die Handelbarkeit angeht. Die letzten Tage habe ich die Börsen angeschaut und Abends wurden einige Stück (zw. 130 bis 300) in Stuttgart und Frankfurt für einen Spread von 0,4 % gehandelt.

 

Aktuell in Stuttgart 500 Stück bei 3 Cent Spread.

http://www.finanzen.net/realtime_stuttgart/La_Doria_SPA

 

Ich glaube, dass da die Angaben nicht stimmen, jedenfalls kommt mir der Spread viel zu gering vor, zumal in Mailand der Spread meist schon höher war. Zudem werden nur 9,3 Mio. Aktien von den 31 Millionen öffentlich gehandelt, d.h. nur etwas mehr über 70 Mio € (richtig, oder habe ich was übersehen)?

http://markets.ft.com/data/equities/tearsheet/summary?s=LD:MIL

 

Bonduelle ist eine alternative, ähnlich günstig, aber wuchs die letzten 10 Jahre auch nicht merklich. Ein qualitativer Vergleich der 2 Unternehmen wäre an der Stelle interessant.

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Geschrieben

Wie kommt man überhaupt an diese Aktien? In Deutschland gehen die Umsätze ja gegen Null. In Frankfurt Umsätze von rund 6000 Euro - im gesamten letzten Monat !!

In Mailand wurden heute 92.707 Stücke gehandelt - das sollte für normalsterbliche Depots reichen oder?

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Geschrieben

Wie kommt man überhaupt an diese Aktien? In Deutschland gehen die Umsätze ja gegen Null. In Frankfurt Umsätze von rund 6000 Euro - im gesamten letzten Monat !!

In Mailand wurden heute 92.707 Stücke gehandelt - das sollte für normalsterbliche Depots reichen oder?

 

Über meinen Broker kann ich nicht in Mailand handeln, ich denke, dass das für die meisten sein sein dürfte. Aus diesem Grund bringen die 92.707 mir nichts.

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Geschrieben · bearbeitet von ebdem

La Doria ist laut OnVista sehr gut handelbar. Auch bei L&S könnte man zugreifen:

 

post-27996-0-32187100-1476822337_thumb.png

 

La Doria ist im Star Segment der italienischen Börse. Das ist das Premiumsegment:

void.gifDomestic and foreign institutional investors as well as private investors appreciate the high quality of the STAR segment. The companies listed on STAR are leaders in their industry and they represent Italy’s economic diversity and strong competitiveness. On July 3, 2015, the 69 companies listed on the STAR segment represent 28% of Borsa Italiana’s MTA listed companies.

 

The companies listed on STAR are committed to fulfill stricter requirements, compared to other companies listed on MTA, in terms of corporate governance, liquidity, transparency and communication.

Due to this efforts, Borsa Italiana constantly supports the visibility of STAR companies via the STAR Conference events, during which the listed companies have an opportunity to present themselves to the international institutional investor community both in Milan and London.

 

Hier mal der Vergleich La Doria und

 

post-27996-0-29306500-1476822648_thumb.png

 

Bonduelle:

 

post-27996-0-44430800-1476822647_thumb.png

 

Bonduelle ist das reifere Unternehmen und könnte auch ein interessantes Investment sein. La Doria gefällt mir vom Wachstum her besser - auch das Potential sehe ich auf Grund der Größe höher. Bei Bonduelle fehlt mir ein bisschen die Idee für den Wettbewerbsvorteil. Auch ist die Bewertung von La Doria attraktiver.

 

Für das Investment in La Doria muss man sich fragen, wo das Unternehmen in 5 oder 10 Jahren sein könnte. Bei der Zukunftsprognose sehe ich ein Risiko in der politischen Situation im Land. Am 4. Dezember steht das Renzivotum an, das zu Verwerfungen führen kann. Im Schlimmstenfall hat man ein Austrittsszenario aus dem Euro und weitere politsche und wirtschaftliche Probleme (Schuldenthematik). Dieses Risiko muss man definitiv einkalkulieren. Auch ein Risiko könnte die Lage der Produktion sein. Einiges liegt in Süditalien - einer Zone, die durchaus vulkanische Aktivität hat.

Für die Produkte des Unternehmens - Gemüseprodukte aus Italien - sehe ich aber weiter eine steigende Nachfrage. Italienische und mediterane Küche wird auch weiterhin nachgefragt werden. Die Zutaten werden auch weiterhin gebraucht. Durch die Positionierung im White Labelsegement ist La Doria wahrscheinlich auch strategisch gut. Das Segment wird wohl weiter wachsen. Auch mit einer Expansion in den Biobereich kann man sich gut entwickeln - auch wenn das sicherlich erstmal Investitionen notwendig macht.

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Geschrieben

Wie kommt man überhaupt an diese Aktien? In Deutschland gehen die Umsätze ja gegen Null. In Frankfurt Umsätze von rund 6000 Euro - im gesamten letzten Monat !!

In Mailand wurden heute 92.707 Stücke gehandelt - das sollte für normalsterbliche Depots reichen oder?

 

Was nützt mir das, wenn meine Broker keinen Zugang zum italienischen Markt haben (wie fast alle deutschen Händler). Und wegen einem italienischen Nebenwert mache ich kein neues Depot auf. <_<

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Geschrieben

@ akku5: Entschuldige bitte: Aber was willst du uns jetzt damit sagen? Es wurde hier doch ausreichende gezeigt, dass die Aktie auch in Deutschland handelbar ist. Es ist auch immer noch eine Option ein Konto, z.B. bei degiro, aufzumachen. Auch wurde das Thema schon vielfach an anderer Stelle debattiert.

Außerdem: Wie bringt dein persönliches Befinden die Debatte zum Unternehmen voran? Meiner Meinung nach gar nicht. Von daher würde ich mich freuen, wenn wir jetzt den Fokus wieder auf die inhaltliche Analyse des Unternehmens legen würden. Vielen herzlichen Dank.

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Geschrieben

Im Schlimmstenfall hat man ein Austrittsszenario aus dem Euro und weitere politsche und wirtschaftliche Probleme (Schuldenthematik).

 

Ich weiß nicht, wie relevant das wirklich ist. Der Aktienkurs wird abschmieren, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens meiner Meinung nach nicht. Italien macht nur ca. 22% vom Umsatz aus. Großbritannien hingegen macht den Analyseberichten nach 50% aus. Im Jahresbericht habe ich dazu keine genaue Angabe gefunden, aber 50% könnten passen (Nordeuropa wird mit 60% angegeben, wobei Schwerpunkte UK und Skandinavien sind; S.18 und 71).

Die Frage ist hier, ob es bei einem Austritt z.B. Zölle erhoben und/oder Subventionen für die Landwirtschaft wegfallen (d.h. die EU-seitigen nicht durch italienische ersetzt werden --> Einkaufskosten steigen). Und dann ist wiederrum die Frage, ob die Verbraucher dann ein paar Cent mehr für die italienische Tomaten zahlt oder auf spanische Konserven kauft.

 

Ich denke, dass aktuell der Einfluss von Großbritannien interessanter ist, da hier viel Umsatz gemacht wird (im Geschäftsbericht hab ich auf Anhieb nichts gefunden, welches Produkt wieviel Umsatz macht, Bohnen machen viel und werden aus Kostengründen von den Verbrauchern eher von anderen UK-basierten Unternehmen bezogen). Riskant finde ich zudem, dass 90% des Umsatzes mit 5 Kunden in UK gemacht werden....Wenn der gleichverteilt ist, macht das (50%*90%*20%) 9% vom Gesamtumsatz mit einem Kunden. Das finde ich recht hoch. Da wäre es interessant zu wissen, ob ein Kunde das komplette Sortiment aus dem Handel nimmt oder nur Teile davon (z.B. Bohnen, aber Pasta bleibt)

 

Ich habe mich gefragt, wie weit die "italienischen Tomaten" eine Marke darstellen. Scheinbar machen die das (genauso wie Nudeln), jedenfalls sind viele Eigenmarken in Supermärkten mit italienischen Flaggen bedruckt. Die Frage ist, ab welchem Preisunterschied die EInkäufer darauf verzichten (und dann z.B. spanische Tomaten kaufen....wobei die wahrscheinlich kaum günstiger sind....). Oder Konserven aus Südamerika? Denkbar oder weit hergeholt?

 

http://www.gruppoladoria.com/public/Bilancio%202015%20(inglese).pdf

 

Zu meiuner Rechnung mit den 70 Mio € handelbarem Marktwert....die Rechnung stimmt doch?! Mich wundert es, dass der Spread dann in D so gering ausfällt, wobei ich wie geschrieben einen Fehler vermute. Nach Handelsschluss ist der Spread 0,4%, tagsüber aber 1,5-3%. Da stimmt was nicht. 2% halte ich dennoch für gering für die geringe Anzahl an Aktien.

http://www.onvista.de/aktien/handelsplaetze/LA-DORIA-S-P-A-Aktie-IT0001055521

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Geschrieben · bearbeitet von luk83

Ich stell mir ja eher eine andere Frage. Wo ist unter den gegebenen Umständen (rückläufiger Umsatz, Smallcap) die ganz große Kursphantasie und die würde ich benötigen um hier zu investieren. Die Aktie hat nunmal a)kaum nen Burggraben b) kaum Preissetzungsmacht , c) Währungsrisiken (UK),Brexit , d) die nächsten 3 Jahre kein/kaum Wachstum.

Einem Unternehmen mit 0-Wachstum gestehe ich ein KGV von pi mal Daumen 10-höchstens 12 zu. Sprich selbst wenn die Aktie 50% Kursphantasie hätte stellt sich die Frage mit wieviel Kapital möchte ich in so einen Miniwert gehen. Höchstens 1-1,5% vom Depotwert. Bei 100000€ Depotwert sprich mit 1000-1500€ Positionsgröße. 50% Gewinn abzüglich Spread, Transaktionskosten etc. bedeuten also ungefähr gute 500€ Gewinn wovon ich dann noch 25% an den Staat abgebe. Im Endeffekt habe ich dann im Bestcase 400€ verdient. Dafür ist mir persönlich der Rechercheaufwand etc. zu hoch um das Unternehmen auch in Zukunft nachhaltig bewerten zu können. Ich denke nicht dass die 50% Kurssteigerung in den nächsten 2 Jahren möglich sind denn bis dahin werden die Umsätze eher sinken. Die Gesamtauswirkungen des Brexit dürften in der jetzigen Bilanz noch gar nicht voll durchschlagen (und dort sind die Umsätze bereits gefallen) oder lassen sich nur schwer abschätzen. Insgesamt denke ich auch das die Akite unterbewertet ist aber nicht wesentlich mehr als 20-30% angesichts der ganzen Probleme und Risiken. Wer natürlich ne Million Depotvermögen hat oder eben bereit ist in so ne kleine Firma 5% Volumen zu stecken, der mag wieder ganz anders denken.

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Geschrieben · bearbeitet von ebdem

@ luk83:

Es zwingt dich natürlich keiner hier zu investieren. Deine Kapitalallokation musst du auch selbst wählen.

 

Der Burggraben und die gewisse Preissetzungmacht ist Made in Italy. Auch wird sich die Aktie nach dem Rücksetzer von 2015 zu 2016 wahrscheinlich positiv entwickeln. Die Prognose findest du im ersten Post. Beim Investment in La Doria ist die Perspektive meiner Meinung nach auch nicht auf die nächsten drei, sondern eher fünf bis zehn Jahre (Focus on the Long-Term). Hier besteht meiner Meinung nach eine durchaus interessante Perspektive. La Doria kann z.B. auch durch weitere Zukäufe wachsen und im Markt kann eine weitere Konsolodierung eintreten. Da es meines Wissens noch nicht so viele große Player gibt, bestehen hier durchaus Potentiale.

 

Für mich hat La Doria auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Verpackungsbusiness. Das ist auch kein Wide Moat Business, aber aktuell spannend, da es nicht zu hoch bewertet ist und noch Wachstums- und Konsolidierungspotentiale (Eigenmarke & White Label) bietet. Es ist zudem ein relativ stabiles Business, weil man die Produkte täglich nutzt.

 

@ bounce:

Die Landwirtschaftssubventionen werden in Italien gezahlt und gehen an die Produzenten. La Doria ist kein Produzent. Überspitzt gesagt: Durch den Brexit wird die Pastasoße auch nicht ein spanisches Gericht.

Sehr hilfreich für Detailzahlen finde ich die Präsentationen des Unternehmens.

 

Hier findet man einen Einblick in die Produktlinien und die Entwicklung im HJ 2016:

 

post-27996-0-42140300-1477009165_thumb.png

 

Nach meinem Halbwissen scheint La Doria mit ziemlich vielen Händlern in UK zusammen zu arbeitn (Aldi, Tesco, Sainsburry, Woolworths). Da La Doria eine große Breite von Produkten abdeckt, vermute ich, dass wahrscheinlich nur einzelne Produkte delisted werden könnten.

 

Gut, dass du das Stichwort Nudeln erwähnst. Ich hatte mal einen Artikel gelesen, der erwähnte, dass bei Nudeln eigentlich keinen wirklichen Moat gibt. Leider finde ich ihn nicht mehr.

 

Vielleicht ist der geringe Spread die Listung im Star Standard des italienischen Aktienmarkts?

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Geschrieben · bearbeitet von bounce

...

 

La Doria ist kein Produzent, kauft aber die Ware ein. Wenn (jetzt mal frei gesponnen) Italien aussteigt aus der EU, keine Landwirtsschaftshilfen mehr fließen, verteuern sich die Tomaten, die La Doria kauft. Somit sind Tomaten und auch die dazugehörigen weiter verarbeiteten Produkte teurer. Das ist Fiktion und Spekulation. Ich denke für die Bewertung von La Doria sind solche Szenarien irrelevant (wenn man das weiter spinnt, könnte das genau andersrum auch sein: Die Italiener haben keinen Euro mehr, eine eigene Währung wird eingeführt, diese wertet stark ab und La Doria und die Tomatenproduzenten deutlich stehen besser da als davor...).

 

Nudelhersteller gibt es auch viele deutsche. Ich wunder mich nur, dass so ein einfaches Produkt oft aus Italien in den Supermärkten kommt. Ich meine sogar die meisten Eigenmarken.

 

Eigentlich müsste demnach auch Tiefkühlpizza aus Italien kommen....Marktführer in Italien sind meines Wissens Dr. Oetker und Wagner.

 

Kann sein, dass das mit dem Spread daher kommt, weil in Frankfurt dann "direkt" über Mailand handelt (Was auch immer es da für Möglichkeiten gibt,?!) Aber es blieb in den letzten Tagen auch dabei: Während der Handelszeit 2%, nach 17:30 Uhr 0,3 - 0,5%. Da stimmt was nicht.

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Geschrieben

Ich nehme an, dass es einen Market-Maker gibt, der die Kurse festsetzt. Es gibt ja in Deutschland so gut wie keine Umsätze.

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Geschrieben

@ bounce: Ich hatte dich dann falsch verstanden. Bei einem EU Austritt würde das natürlich durchschlagen. Interessant ist es das Votum am 04. Dezember im Blick zu behalten. Wikipedia erklärt das Votum und auch die Prognosen sehr gut. Im schlimmsten Fall haben wir danach Neuwahlen mit einer starken Partei von Peppe Grillo. Alternativ weiter eine Blockade in der italienischen Politik. Für La Doria ist aber gerade eine Blockade nicht sonderlich entscheidend.

 

Italien steht einfach für Pizza und Pasta. Das ist schon ein sehr starker sozialer Fakt.

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Geschrieben

An dieser Stelle nochmal danke für die tolle Vorstellung! Klasse Nebenwert, den man (ich!) sonst nicht auf dem Radar gehabt hätte.

Hatte mich daraufhin vor einem Jahr etwas intensiver mit La Doria befasst...und (rückblickend leider) gegen ein Invest entschieden. :rolleyes:

Nach nun einem Jahr steht die Aktie bei 17€ und somit über 100% im Plus....ich hoffe Du konntest zumindest etwas davon einstreichen.

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Geschrieben

Leider nein. Aber ist dann so und damit muss ich leben :).

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