Up_and_Down

Messung der Depot-Performance

Posted · Edited by Up_and_Down

Die Forumssuche hat mir keinen Treffer hierzu liefern können ('Depot' 'Performance' 'Rendite'), wenngleich ich dies erwartet hätte. Dennoch bitte ich um Entschuldigung sollte es dieses Thema bereits geben (--> Link).

 

Mich würde an dieser Stelle einmal interessieren, wie ihr an die Bewertung der Performance eures Portfolios herangeht, um einen Vergleich mit einer Benchmark zu ermöglichen.

Insbesondere für Anleger, welche sich für ein Depot bestehend aus Einzelaktien entschieden haben, sollte ein solcher Vergleich eine Rückmeldung darüber geben, ob die eigene Performance wohlmöglich deutlich unterhalb der eines klassischen ETF-Weltdepots liegt. Schließlich soll der Aufwand neben der Freude an der Zusammenstellung eines solchen Depots auch nennenswerte Erträge liefern.

 

Aus meiner Sicht ergeben sich hierbei beispielsweise folgende Schwierigkeiten:

  • Wahl der Benchmark
  • Die Größe eines Portfolios ist nicht konstant und verändert sich auch nicht zu festen Zeitpunkten (Ausnahme: Sparplan)
  • Ehemalige Positionen erscheinen nicht mehr in der Anzeige des Depotanbieters und fallen somit aus

Ich wäre dankbar, wenn ihr eure Ansätze diesbezüglich teilen könntet.

 

 

Meine derzeitige Idee:

 

Performance jeder Position, sowohl aktuelle, als auch veräußerte Positionen, auf eine Jahresperformance normieren und anschließend einen Durchschnitt berechnen, wobei die unterschiedlichen Positionsgrößen als Gewichtung verwendet werden.

Wenn ich dies also für alle Transaktionen durchführe könnte ich die durchschnittliche Rendite einer Anlageentscheidung meines Portfolios pro Jahr ermitteln.

Schwierig wäre hier nur der Vergleich mit einer Benchmark, denn welche Zeit würde ich etwa für ein 70-30 MSCI World/Emerging Markets Welt-Depot als Vergleich wählen?

 

Fiktives Beispiel:

 

Kauf von Apple Aktien für 2.000€ im Januar eines Jahres und Verkauf dieser Position im Oktober. Ich passe die Rendite über 10 Monate auf ein volles Jahr an und erhalte eine Rendite von 4%. Zudem habe ich im Juli für 1.000€ Aktien von SAP gekauft und halte diese zum Jahresende weiterhin. Nachdem die 6-Monatsrendite auf 1 volles Jahr normiert wurde, ergeben sich hierbei 10% Rendite per anno.

 

Nun gewichte ich die 2.000€ Position (4%) und die 1.000€ Position (10%) und würde eine durchschnittliche Jahresrendite von 6% pro Jahr für ein durchschnittliches Investment ausweisen.

 

 

Ich bin dankbar für Kritik, Meinungen und entsprechende Ansätze. happy.gif

 

Mir ist bewusst, dass neben der Rendite auch weitere Kriterien für den Vergleich relevant sind, wie etwa die Schwankung/Volatilität, Performance in unterschiedlichen Phasen eines Konjunkturzykluses usw. Hier soll es aber primär um die Bezifferung der Rendite gehen.

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Fiktives Beispiel:

 

Kauf von Apple Aktien für 2.000€ im Januar eines Jahres und Verkauf dieser Position im Oktober. Ich passe die Rendite über 10 Monate auf ein volles Jahr an und erhalte eine Rendite von 4%. Zudem habe ich im Juli für 1.000€ Aktien von SAP gekauft und halte diese zum Jahresende weiterhin. Nachdem die 6-Monatsrendite auf 1 volles Jahr normiert wurde, ergeben sich hierbei 10% Rendite per anno.

 

Nun gewichte ich die 2.000€ Position (4%) und die 1.000€ Position (10%) und würde eine durchschnittliche Jahresrendite von 6% pro Jahr für ein durchschnittliches Investment ausweisen.

...

Was hierbei nicht zusammenpasst, ist das Annualisieren der Einzelerträge und die abschließende Durchschnittsbildung ohne Berücksichtigung der Investitionsdauer.

 

Gegenbeispiel (auch fiktiv)

 

Du riskiert am 02.01. einen wilden Zock mit € 1000 und stellst am 03.01 entnervt mit +1% glatt. Annualisierte Rendite 3-stellig (sagen wir mal 300%).

Ab 03.01 wirst du seriöser Buy&Holder, investierst die 1010 € in einen Indexfonds und hast am Jahresende +5% erwirtschaftet. Annualisiert auch +5%.

 

Nach deinem Verfahren sind das gemittelt dann um 150%, was mit der Realität wenig zu tun hat. Realitätsnähere Verfahren siehe die geposteten Links (hoffe ich zumindest, habe keine angeklickt).

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Posted · Edited by Up_and_Down

Die Links von Otto scheinen mir alle auf Benchmarking hinauszulaufen. Dem werde ich mich entsprechend widmen können sobald ich das erste Problem, die Rendite, lösen konnte.

 

Danke für die Links, Ramstein. Scheinbar war "Portfolio" das Zauberwort. biggrin.gif Die Diskussionen scheinen allerdings nicht ganz auf meinen Fall zuzutreffen. In Performance-Berechnung von Delphin wird etwa die Performance auf Geldkonten ausgeweitet, wohingegen es mir allein um die Performance der Wertpapiere geht (zwecks Index-Vergleich). Dann gibt es noch die Gesamtrendite, allerdings für parallel laufende Sparpläne. Ich konnte nirgends eine Lösung für das Problem von unterschiedlichen Kapitaleinsätzen finden.

 

Das Problem, das Vanity anspricht bezieht sich demnach allerdings auf alle Berechnungen mit der XINTZINSFUSS-Formel, welche in den anderen Threads diesbezüglich die Standard-Lösung ist. Hier ist dies beispielsweise schon kurz thematisiert worden, allerdings wurde die Diskussion nicht zu Ende geführt.

 

Mir scheint, dass die bisherigen Diskussionen nicht meine Frage beantworten können. Das von Ramstein verlinkte Programm, welches ich auch schon für einige Musterdepots hier in Anwendung gesehen habe, sollte ich mir wohlmöglich einmal ansehen. Allerdings würde ich zunächst gerne versuchen die Methode nachzuvollziehen, ohne dass es zu kompliziert wird.

 

 

Um also das von Vanity angesprochene Problem zu umgehen scheint es mir, als ob die Lösung nicht mit dem Zinsfuss erfolgen kann. Wenn ich also, statt wie oben beschrieben, mein durchschnittlich investiertes Kapital während eines Jahres berechne und mit den absoluten Gewinnen verrechne, müsste sich dieses Problem beheben lassen.

 

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In dem Beispiel nehme ich an, wie in Vanitys Beispiel, dass ich ein Investment für 1 Tag halte und den Gewinn anschließend für 364 Tage für ein anderes Investment ausgebe. Also habe ich 1.000€ * (1/365 Tage) = 2,74€ bzw. 1.010€ * (364/365 Tage) = 1.004,47€ gerechnet. Aus der Summe ergibt sich das Kapital mit dem ich demnach durchschnittlich im Jahr 2015 investiert gewesen bin: 1.007,21€ bei einer absoluten Rendite von 111€ ergäbe sich daraus eine relative Rendite von 11,02%.

Ich muss noch sehen wie Dividenden hierbei einzuordnen wären. huh.gif

 

Intuitiv scheint mir das Ergebnis nachvollziehbar und weitere parallel laufende Portfolio-Positionen/Transaktionen ließen sich problemlos addieren.

Somit könnte ich meine verschiedenen unterjährlichen Transaktionen zusammenfassend mit einer einzigen Jahresrendite ausweisen.

Für mehrere Jahre würde ich demnach annehmen, dass ich den Jahresendwert von 2015 zu Beginn von 2016 neu investiert hätte und Ende 2016 wieder den Gewinn entnehmen würde. Über die Zinsfuss-Formel würde dann unter Verwendung der einzelnen Jahresrenditen die längerfristige Performance bestimmt werden.

 

 

EDIT:

Ich hatte die Seite eine Weile nicht aktualisiert, insofern Ottos letzten Beitrag erst jetzt gesehen. Mir will allerdings scheinen, dass du hier genau das darstellst, was ich mir überlegt hatte. Danke für deinen Nachtrag. thumbsup.gif

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Posted · Edited by otto03

Kapitalgewichtete Rendite verlangt, daß du dich von deinen investierten Beträgen löst und sie für die Renditeberechnung mit einem Zeitfaktor versiehst.

 

Wenn du 1.000 für ein halbes Jahr investierst sind das bezogen auf ein Jahr nur 500,00 € - ansonsten kommt man bei Renditeberechnungen (insbesondere bei Summierungen) zu völlig falschen Ergebnissen.

 

Dies betrifft die für einen Privatanleger (in meinen Augen) einzig sinnvolle kapitalgewichtete Rendite.

 

 

ETFs/Fonds rechnen anders, da hier Kapitalzu- oder -abflüsse bei der Renditeermittlung eben keine Rolle spielen sollen/dürfen.

 

Bei Indizes ist die Berechnung dafür ganz simpel.

 

 

Die Kapitalgewichtung hat u.a. den Vorteil (sofern man das sauber macht und "Nichtinvestitionszeiten" auch anteilmäßig berücksichtigt), daß man ein reales Bild der eigenen Bemühungen erhält und sich nicht mit Phantasiezahlen in die Tasche lügt.

 

Und sie läßt sich (da sauber ermittelt) mit den Performancezahlen von Indizes oder Fonds/ETFs problemlos vergleichen.

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Klassisches Papier (hatte ich bestimmt schon mal zitiert) zur Zeit- vs. Geldorientierten Performance:

 

MWR TWR Time_is_money.pdf

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Es scheint also, als ob man mit der geldgewichteten Rendite am ehesten Vergleichbarkeit im Bezug auf die Qualität der eigenen Investmententscheidungen hat (in diesem oder im nächsten Monat investieren, lieber Unilever oder Deutsche Bank Aktien kaufen), wohingegen man sich damit gleichzeitig im Bezug auf die reale eigene Vermögensentwicklung etwas vormachen kann.

 

Mir ist noch nicht ganz klar welchen Vorteil eine zeitgewichtete Rendite überhaupt für mich hätte. Mir scheint die zeitgewichtete Rendite lediglich als Benchmark in Bezug auf einen Vergleichsindex relevant zu sein. Für mich selbst werde ich dann aber wie von Otto beschrieben bei der geld-/kapitalgewichteten Renditeberechnung bleiben.

 

 

in dem Artikel von Ramstein hatte mich hatte der kleine Fehler bei "B effektiv" zu Beginn des 2. Jahres etwas irritiert, es müsste natürlich korrekterweise 1.004.000 heißen. Die Endsumme stimmt aber wieder. Die Time-Weighted-Return kriege ich dann also über die Multiplikation der beiden Jahresrenditen (1,04 * 1,16) heraus.

Bei der Money-Weighted-Return verstehe ich allerdings nicht so recht, warum hier das arithmetische Mittel gewählt wird. Mir scheint stattdessen das geometrische Mittel zuverlässiger zu sein. Insofern ergäbe sich für "Anleger A" eine jährliche Rendite von 5,474% statt 5,407% (kein signifikanter Unterschied) und für "Anleger B" 13,941% anstatt von 14,769% (schon ein merklicher Unterschied). Der Finanzwesir hatte in Bezug darauf dazu geraten bei der Renditeberechnung nicht das arithmetische Mittel, sondern das geometrische Mittel zu verwenden.

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