Sucher

Das Weltdepot eines Suchers

96 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von Sucher

EDIT: 01.05.2017: Aktueller Stand 

 

 

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Liebes WP-Forum,

 

nachdem ich in den letzten Monaten aus diesem Forum viele Anregungen gefunden habe, die schlussendlich zur Entwicklung meiner Strategie beigetragen haben, möchte ich diese nun vorstellen und damit etwas zurückgeben und dem einen oder anderen vielleicht auch eine Hilfe oder ein Orientierungspunkt sein.

 

Zunächst jedoch einmal die Hauptquellen:

- Weber: Genial einfach investieren (kostenloses E-Book)

- Swensen: Strategien für Privatanlager (gekauft beim lokalen Buchhändler auf Bestellung)

- Berkin/Swedroe: Your Complete Guide to Factor-Based Investing (Amazon-Link)

 

- WPF: Replizierender Arero-Nachbau... ...oder doch nicht? (ursprünglicher Hauptthread)

- WPF: Factor Investing mit ETFs (nur für Fortgeschrittene)

- WPF: IG oder AA/AAA-Fremdwährungsanleihen zur Portfoliodiversifikation (kurze, prägnante Diskussion)

- WPF: Übersicht Immobilien ETFs Vergleich in DE erhältlicher ETFs basierend auf REIT-lastigen Indizes (ab #22)

- WPF: Deutsche Bundesanleihen erste Wahl für RK1 ? Was sind die geeignetsten Bestandteile von RK1? (sehr ausführliche und intensive Diskussion)

- WPF: Aktien und Gold von xfklu (sehr interessante Berechnungen)

 

Jetzt braucht ihr vermutlich erst einmal bunte Bildchen hinsichtlich der Strategie, sonst verliere ich die Aufmerksamkeit:

 

Ziel-Strategie.png

 

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Nun möchte ich diese Strategie grob begründen:

Der Arero ist das Vorbild:

 

=> Aktien und Anleihen stehen im Arero-Verhältnis zueinander (60% zu 25%). Dieses Verhältnis ist für mich auch in Niedrigzinszeiten fix, da gehe ich auch sehenden Auges in erwartete Verluste. Ich persönlich glaube, dass man den Anleihenanteil dann am Dringendsten braucht, wenn man gar nicht damit rechnet. Meine Meinung zu (zu hohen) Bankeinlagen in Form von Tages- und Festgeld lässt sich in den oben verlinkten Threads nachlesen, insbesondere in "Arero-Nachbau", "IG oder AA/AA-Fremdwährungsanleihen" und "Deutsche Bundesanleihen erste Wahl für RK1". Kurz zusammengefasst traue ich der Einlagensicherung nicht in dem Maße, dass ich meine gesamten sicheren Anteile bedenkenlos darauf aufbauen würde.

 

=> Der Rohstoffkorb (15% im Arero) wird aufgrund der Konstruktionsweise der Rohstoff-ETF (wesentlicher Einfluss von Rollgewinnen/-verlusten) reduziert. Dafür wird im Depot Gold in erheblicher Höhe beigemischt. Diese Entscheidung ist zugegebenermaßen schwierig zu begründen. Jeder Theoretiker empfiehlt einen anderen Anteil an Gold, viele aber nicht mehr als 10%. Schlussendlich fühle ich mich nach eigenen Berechnungen hinsichtlich der Korrelationseigenschaften, den Berechnungen von xfklu und der Lektüre vieler Webseiten mit der doch etwas größeren Menge wohl. Verstärkend kommt dazu, dass ich abgesehen von Wertpapieren generell wenig Sachanlagen habe (keine Immobilie, kein teurer Haushalt, kein teures Auto). Gold soll bei mir vor allem für einen guten Schlaf sorgen. Dafür gebe ich dann auch gerne etwas erwartete Rendite auf, so nötig habe ich es nicht. Nicht vergessen darf man, dass Gold (zumindest aktuell) die einzige Anlage mit steuerfreien Kursgewinnen im Portfolio ist. Da hat Gold einen unbestreitbaren Vorteil und kann mehr als 1/4 der Wertentwicklung anderer Anlageklassen "geschenkt" aufholen. Für daheim gibt es dann noch einige Silbermünzen als Notreserve, diese werden mit dem Goldanteil verrechnet.

 

=> Zum Immobilienanteil: Weber geht von Eigentum aus, das habe ich nicht und muss daher ausgleichen. Die Höhe des Anteils orientiert sich an Swensen. Sollte sich das Depot die nächsten 10-20 Jahre gut entwickeln, Immobilien wieder erschwinglicher und ein guter Ausstiegszeitpunkt gefunden werden, ist auch ein Immobilienkauf denkbar. Ansonsten bleibe ich Mieter. In einem hypothetischen Hauskauf-Fall würde der Immobilienanteil aus dem Depot fliegen, sofern es überhaupt weiter bestehen wird.

 

=> Die Geldkomponente erledigt den Rest des Risikomanagements. Sie wird vor allem in Tagesgeld angelegt werden und als Puffer für größere Käufe und Urlaube vermutlich bedeutend um den Zielwert schwanken. Tendenziell ist sie wahrscheinlich höher als der Zielwert, da nehme ich es aber auch nicht so genau.

 

Performance der Arero-Konstruktion bis 2008 (aus Jacobs, Müller, Weber 2008):

 

Weber_2008_versch.-Portfolio.PNG

 

 

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Nun zur Auswahl konkreter Produkte und dem vorläufigen Ziel-Volumen:

 

2017_Portfolio_Auswahl.png

 

 

Durch eigene Sparleistungen und eine Schenkung stehen mir zu Beginn der aus der Grafik ersichtliche Betrag zur Verfügung. Dieser wird aber nicht sofort komplett investiert, dazu später unten mehr. In den kommenden Jahren soll durch Haushaltsüberschüsse und Ertragsthesaurierungen das Portfolio weiter wachsen.

 

Die Anzahl der verschiedenen ETF ist durchaus groß, für die anzulegende Summe aber denke ich angemessen.

 

Im Aktienanteil werden jeweils ein marktbreiter und ein Multifaktor-ETF bespart. Die Begründung dafür lässt sich im verlinkten Factor-Investing-Thread oder im Buch von Berkin/Swedroe genauer nachlesen. Kurz zusammengefasst geht es darum, dein Einfluss von Marktrisiko und damit den des Marktbetas zu verringern und gegen andere Risikoquellen zu tauschen, die mit dem Marktbeta nicht zu 100% korreliert sind. Das sind die Faktoren Größe (size), Wert (value), Dynamik (momentum) und Qualität (quality). Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass das Aktienportfolio nicht mehr so stark mit dem Konjunkturzyklus korreliert und dafür anderen Risikoquellen ausgesetzt ist. Dabei sind aber die gewählten Multifaktor-ETF so konstruiert, dass sie in der Vergangenheit kein größeres Risiko als ein Marktportfolio hatten. Der Effekt, der sich aus dieser Konstruktion ergibt, ist eine Diversifikationswirkung innerhalb des Aktienportfolios, die zu einer leicht erhöhten Rendite und vor allem auch zu einem schwankungsärmeren Portfolio führen soll. Für die Schwellenländer (EM) und die Pazifikregion sind noch keine solchen Konstruktionen erhältlich. Interessant wäre es für mich im EM-Anteil, der Pazifikanteil wäre mir aufgeteilt zu klein.

 

Im Anleihenanteil erfolgt eine Drittelverteilung auf drei verschiedene ETF. 1/3 inflationsgebundene Papiere (Linker) in Anlehnung an Swensen, 1/3 deutsche Pfandbriefe (Pfandbriefe sind besichert durch insolvenzgeschütztes Vermögen wie Grundstücke, Staatsanleihen und Sachwerte) und 1/3 globale AA/AAA-Anleihen mit einem Euro-Anteil von aktuell 50%. In dieser Konstellation sind 80% der Anleihen aus meiner Sicht absolut sicher, 10% französische Linker halte ich für sehr sicher und 10% italienische Linker sind vielleicht nicht so sicher. Das nehme ich aber zwecks Einfachheit in Kauf, da die Auswahl an ETF für europäische inflationsgebundene Staatsanleihen nicht gerade groß ist. Negative Renditen nehme ich in Kauf.

 

Der kleine Anteil an Rohstoffen wird über den bekannten 3M-Future von ETFS mit dem Bloomberg-Index abgebildet, dieser findet im Arero Verwendung und es scheint es auch nichts besseres zu geben. Gold wird über Xetra-Gold abgebildet, da hier Gewinne steuerfrei sind und es interessanterweise auch kostenfrei gelagert werden kann. EUWAX-Gold ist auf der Beobachtungsliste, sollte sich hier bei den Steuern auch etwas tun.

 

Immobilien werden über einen kontinentaleuropäischen Aktien-ETF beigemischt (kaum Währungsrisiko: 20% in CH und S). Von diesem ETF erhoffe ich mir Erträge, die negativ zu meinen eigenen Mietausgaben korreliert sind.

 

Das Tagesgeld wird bei einer (oder zwei) deutschen Banken lagern.

 

 

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Beobachtungsliste:

- iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF

- EUWAX-Gold

 

Altlasten:

- ein Restposten iShares Core € Govt Bond UCITS ETF, der durch die veränderte Anleihen-Strategie nicht mehr benötigt wird und noch ein Überbleibsel aus der Anfangszeit ist

- ab März der bisherige EM-ETF

 

Erweiterungen

- keine geplant

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Somit zum letzen Punkt: Timing

Zunächst einmal: Ich traue mir nicht zu, Überbewertungen zu erkennen. Ich traue mir ebenfalls nicht zu, den richtigen Ausstiegszeitpunkt zu erkennen. Was ich mir aber zutraue, ist eine Aktienkrise zu erkennen, wenn sie da ist. Die Frage ist nur, wann sie kommt und das kann ich nicht beantworten...

 

Deshalb folgende Timing-Strategie: 100.000 EUR sind/werden bald investiert. Damit habe ich 125.000 EUR "übrig". Die Idee ist nun folgende: Ab in sichere Anlagen (Gold + Anleihen + Tagesgeld) und abwarten. Sobald es knallt, werde ich entsprechend umschichten. Sollte es wider erwarten nie wieder knallen, liege ich daneben und habe mich verspekuliert. Das kann mir aber auch bei einem sofortigen Kompletteinstieg passieren, daher wähle ich diesen Mittelweg.

 

Danach werde ich kein Timing mehr betreiben, die Haushaltsüberschüsse werden in den Arero als Ansparfonds fließen und je nach Kapitalbedarf wird 1-2x jährlich ein Rebalancing stattfinden. Das muss aber nicht unbedingt an festen Terminen erfolgen, sondern kann auch dann erfolgen, wenn sich der Aktien- und die anderen Anteile signifikant vom Ziel entfernen.

 

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Viel Text und dieses Mal bewusst eine "sicher vorgetragene feste Meinung" (@odensee). Trotzdem würde ich mich über Kommentare und Anmerkungen freuen. 2016 gab es übrigens eine annualisierte Portfoliorendite von 5,94% (interner Zinsfuß), auch wenn ich das Jahr nicht komplett mitgemacht habe und meine Rendite daher nicht wirklich mit anderen Ergebnissen vergleichbar ist.

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Geschrieben

Es gibt sicher viel zu sagen zu deinen Annahmen. Hier nur mal als Beispiel:

 

Immobilien werden über einen kontinentaleuropäischen Aktien-ETF beigemischt (kein Währungsrisiko).

Der Fonds hat ca. 20% Nicht-Euro-Anteil.

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Geschrieben

Es gibt sicher viel zu sagen zu deinen Annahmen. Hier nur mal als Beispiel:

 

Immobilien werden über einen kontinentaleuropäischen Aktien-ETF beigemischt (kein Währungsrisiko).

Der Fonds hat ca. 20% Nicht-Euro-Anteil.

Bitte zerleg mich, es ist noch nix "kaputt gemacht" tongue.gif

 

Das gewisse Währungsrisiko (20%) in den Immo-ETF ist mir bewusst. Andererseits sind seitens der Schweden und der Schweizer keine wirklichen Verwerfungen zu erwarten. Beide Länder stehen absolut solide da und einen bedeutenden Wertverfall ihrer Währungen sehe ich nicht kommen. Zudem könnte man auf beide Szenarien leicht mit günstigen Urlauben oder Einkäufen (bis zur Freigrenze) reagieren.

Währungsrisiko sehe ich eher bei größeren Investitionen in USD, JPY, CNY oder GBP, da kann man im Falle des Falles nicht dagegen steuern.

Schlussendlich hast du in der Sache aber recht, ich ändere das gleich einmal auf "kaum Währungsrisiko; 20% CH und S".

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Geschrieben

Danke für die Vorstellung! Jedenfalls interessant!:thumbsup:

 

Meine Kritik:

 

1.)

Du verschmähst Tagegeld, weil Du derEinlagensicherung nicht traust, und dann investierst Du stattdessen zumindest zum Teil in spanische und italienische Staatsanleihen. Und als wenn das noch nicht reicht, nennst Du es auch noch Risikoklasse 1?!

Da kann man einmal sehen, was solch eine Diskussion über Risiken alles so bewirken kann.:(

 

2.)

Die Anzahl der verschiedenen ETF ist durchaus groß, für die anzulegende Summe aber denke ich angemessen.

Aus meiner Sicht viel zu viel! Wie groß müssen denn nun die Abweichungen sein, damit Du wirtschaftlich rebalancieren kannst?

 

3.)

Deshalb folgende Timing-Strategie: 100.000 EUR sind/werden bald investiert. Damit habe ich 125.000 EUR "übrig". Die Idee ist nun folgende: Ab in sichere Anlagen (Gold + Anleihen + Tagesgeld) und abwarten. Sobald es knallt, werde ich entsprechend umschichten. Sollte es wider erwarten nie wieder knallen, liege ich daneben und habe mich verspekuliert. Das kann mir aber auch bei einem sofortigen Kompletteinstieg passieren, daher wähle ich diesen Mittelweg.

Heißt das, wenn der "Knall" nicht kommt, werden die übrigen 125k nie investiert?

Was verstehst Du unter einem "Knall"? Das wäre ja von entscheidender Bedeutung. Sonst weißt Du noch immer nicht, wann Du einsteigen musst und Dein Handeln wird emotional geleitet sein.

Während Du in Gold, Anleihen und in dem von Dir verschmähten Tagesgeld auf den "Knall" wartest, könnte es sein, dass der "Knall" bei Gold, Anleihen oder Tagesgeld kommt.

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Geschrieben

Danke für die Vorstellung! Jedenfalls interessant!:thumbsup:

 

Meine Kritik:

Erst einmal ein Dankeschön!

 

 

1.)

Du verschmähst Tagegeld, weil Du derEinlagensicherung nicht traust, und dann investierst Du stattdessen zumindest zum Teil in spanische und italienische Staatsanleihen. Und als wenn das noch nicht reicht, nennst Du es auch noch Risikoklasse 1?!

Da kann man einmal sehen, was solch eine Diskussion über Risiken alles so bewirken kann.:(

30K EUR in TG sind doch kein Verschmähen? Ich verstehe die Absolutisten wirklich nicht muss ich sagen. Ich verstehe weder die Zusammenhänge betreffend des Euro noch der EZB richtig. Und ich glaube, dass das kaum einer mehr tut. Mir ist daher eine auf (im Zweifelsfalls wertlosen) Versprechen basierte Sicherheit nicht genug. Dann lieber covered bonds und Linker mit Nullrendite.

 

Auch bei spanischen hast du recht, die sind übrigens im Rahmen von 2% dabei. Dazu 12% italienische. Geht nicht anders, steht ja auch so in der Begründung oben. Sollte Italien etwas passieren, sehe ich aber auch unsere Banken als gefährdet an. Schlussendlich wären solche Verluste auch verkraftbar, eine Ausfall deutscher Banken bei Vollinvestition in TG/FG nur schwerlich.

 

Hier die genaue resultierende Verteilung bei der Drittel-Idee für die Anleihen:

 

post-33171-0-94391100-1484493926_thumb.png

 

 

2.)

Die Anzahl der verschiedenen ETF ist durchaus groß, für die anzulegende Summe aber denke ich angemessen.

Aus meiner Sicht viel zu viel! Wie groß müssen denn nun die Abweichungen sein, damit Du wirtschaftlich rebalancieren kannst?

Wirtschaftlich rebalancen heißt für mich kostenlos kaufen ab 500€ bei ING-DiBa. Wie gesagt, ansparen werde ich kostenlos im Arero, dann spätestens 1x pro Jahr umschichten. Da dürften einige Tausend Euro pro Jahr leicht zusammenkommen. Wegen kleineren Abweichungen <5% mache ich mir nicht in die Hose. Ab 500€ Abweichung vom Zielwert werde ich einzelne Positionen auch unterjährig aus Arero-Beständen nachkaufen. Die Rohstoffe oder Pazifik werde ich generell erst ab 500€ Abweichung kaufen, zur Not alle zwei Jahre.

 

Sollten die EZB und der Euro in Zukunft wieder in ruhigere Fahrwasser steuern, könnte zusätzlich der Global AA/AAA-Bond dran glauben müssen.

 

3.)

Deshalb folgende Timing-Strategie: 100.000 EUR sind/werden bald investiert. Damit habe ich 125.000 EUR "übrig". Die Idee ist nun folgende: Ab in sichere Anlagen (Gold + Anleihen + Tagesgeld) und abwarten. Sobald es knallt, werde ich entsprechend umschichten. Sollte es wider erwarten nie wieder knallen, liege ich daneben und habe mich verspekuliert. Das kann mir aber auch bei einem sofortigen Kompletteinstieg passieren, daher wähle ich diesen Mittelweg.

Heißt das, wenn der "Knall" nicht kommt, werden die übrigen 125k nie investiert?

Was verstehst Du unter einem "Knall"? Das wäre ja von entscheidender Bedeutung. Sonst weißt Du noch immer nicht, wann Du einsteigen musst und Dein Handeln wird emotional geleitet sein.

Während Du in Gold, Anleihen und in dem von Dir verschmähten Tagesgeld auf den "Knall" wartest, könnte es sein, dass der "Knall" bei Gold, Anleihen oder Tagesgeld kommt.

Da hast du natürlich den wunden Punkt und die Schwachstelle genau erkannt. Richtig, sollte der "Knall" nie kommen, werden die 125k nie investiert. Mir geht es da so wie sleeve in seinem Thread. Ihm habe ich in #23 und #31 genau die gleichen Zerstörerfragen gestellt, zugegebenermaßen nicht ganz ohne Hintergedanken. Ich wollte wissen, wie er reagiert.

 

Odensee hat da gut reagiert. Man wird, sollte es nicht knallen, auch nicht ärmer. Maximal verliert das Gold etwas an Wert, dass es bei AA/AAA-Anleihen knallt, glaube ich nicht. Oder ich nehme gleich einen dt. Geldmarkt-Fonds, da kann ich die erwarteten Verluste immerhin berechnen.

 

Für mich bleibt: Verpasste Chancen sind nicht schön, aber lieber eine verpasste Chance als ein katastrophaler Start. Die Börsenhausse geht historisch gesehen schon sehr lange.

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Geschrieben · bearbeitet von sparfux

Dann lieber covered bonds und Linker mit Nullrendite.

Und woher beziehst Du die Sicherheit, dass die sicherer sind als Bankeinlagen? ... vgl. Griechenland, wo es bei Bankeinlagen zwar Liquiditätsprobleme aber keinen Haircut gab, griechische Staatsanleihen aber kräftig gehaircuttet wurden! ... oder die Diskussionen jetzt bzgl. Italien.

 

Bei Faktorinvesting oder andere Aktien-Allokations-Strategien werden immer "100te" wissenschaftliche Studien referenziert, ob die links- oder doch die rechtsdrehende Variante die Richtige ist, bei Bankeinlagen vs. Staatsanleihen hat das bisher noch keiner gemacht. Aus den historischen Beispielen, die ich mir angeschaut habe, ist jedenfalls nicht ersichtlich, dass man mit Bankeinlagen schlechter fährt als mit Staatsanleihen. Griechenland hat vor unserer Haustür eher das Gegenteil gezeigt (bis jetzt jedenfalls).

 

Ach so noch was:

 

Mit "Papiergold" oder von mir aus "Papiergold+" wirst Du im Krisenfall nichts anfangen können.

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Geschrieben

Dann lieber covered bonds und Linker mit Nullrendite.

Und woher beziehst Du die Sicherheit, dass die sicherer sind als Bankeinlagen? ... vgl. Griechenland, wo es bei Bankeinlagen zwar Liquiditätsprobleme aber keinen Haircut gab, griechische Staatsanleihen aber kräftig gehaircuttet wurden! ... oder die Diskussionen jetzt bzgl. Italien.

 

Bei Faktorinvesting oder andere Aktien-Allokations-Strategien werden immer "100te" wissenschaftliche Studien referenziert, ob die links- oder doch die rechtsdrehende Variante die Richtige ist, bei Bankeinlagen vs. Staatsanleihen hat das bisher noch keiner gemacht. Aus den historischen Beispielen, die ich mir angeschaut habe, ist jedenfalls nicht ersichtlich, dass man mit Bankeinlagen schlechter fährt als mit Staatsanleihen. Griechenland hat vor unserer Haustür eher das Gegenteil gezeigt (bis jetzt jedenfalls).

 

Da müssen wir trennen:

1. Deutsche Pfandbriefe: Natürlich habe ich keinerlei "Sicherheit", dass die Pfandbriefbanken ihre Kredite bezahlen. Aber wenn sie es nicht tun, gehören mir Anteile an Grundstücken, Staatsanleihen oder Schiffen. Besser als nichts. Da sind auch Haircuts unwahrscheinlich, da es immer eine Sicherheit gibt. Vielleicht verlieren die Sicherheiten auch an Wert (Schiffe und Flugzeuge sind da sicherlich Kandidaten, Grundstücke eher weniger), aber ein Totalverlust ist quasi ausgeschlossen.

2. AA/AAA-Staatsanleihen: Dass diese recht sicher sind, da wir uns einig nehme ich an? Zudem: Ich kann mir in einer Bankenkrise gut vorstellen, dass bspw. 100.000 EUR pro Bürger vom Staat sozialisiert werden, aber den vollen Betrag halte ich für politisch nicht durchsetzbar (und irrsinnig dazu). Siehe dazu auch weiter unten.

 

3. Linker: Wie oben schon geschrieben: Gib mir einen besseren ETF und ich bin raus aus den Italienern. Der nicht AA- (italienische und spanische) Anteil ist aus der Not geboren. Einzelanleihen möchte ich nicht kaufen, das ist mir zu viel Arbeit.

 

Eine hypothetische italienische Pleite halte ich für beispiellos, da wird man keinerlei historische Maßstäbe ansetzen können. Rettung aussichtslos, das Land ist viel zu groß. Ich hatte hier mit Leonhard_E an der Oberfläche einer solchen Diskussion gekratzt (#24 ist mein Standpunkt) und würde dies auch gerne einmal theoretisch durchdenken und -diskutieren. Falls du Lust hast, kannst du gerne einen Thread eröffnen, ich würde mich beteiligen. Deine Einordnungsversuche mit historischen Beispielen gehen da in eine ähnliche Richtung.

 

 

 

Ach so noch was:

 

Mit "Papiergold" oder von mir aus "Papiergold+" wirst Du im Krisenfall nichts anfangen können.

"Bezahlen" will ich damit nicht. Dafür gibt es sowas als absolute Notreserve. Dann ist für mich aber auch gut mit Weltuntergang.

 

Das Gold erfüllt andere Funktionen, zuvorderst ist es schlicht eine Absicherung und ein Mittel zum Werterhalt. Was hast du denn konkret gegen Xetra-Gold? Ich hatte physisch zwar schon überlegt, aber dann würde ich es nicht versichern wollen und komplett "unregistriert" lagern. Und das ist mir dann doch zu heiß.

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Geschrieben · bearbeitet von Schwachzocker

...

Wirtschaftlich rebalancen heißt für mich kostenlos kaufen ab 500€ bei ING-DiBa. Wie gesagt, ansparen werde ich kostenlos im Arero, dann spätestens 1x pro Jahr umschichten....

Das verstehe ich auch nicht. Bei der DiBa kannst Du in der Tat durch kostenlose Zukäufe rebalancen. Aber was machst Du?! Du nimmst den Umweg über den Arero. So werden bei Verkauf der Arero-Anteile dann doch Gebühren fällig.

 

30K EUR in TG sind doch kein Verschmähen?

Ich hatte es so verstanden, dass das Deine Reserve für Konsum- und Notfallzwecke ist?! Die sollte wohl in Tagesgeld gehalten werden, egal für wie sicher man das hält.

 

 

3. Linker: Wie oben schon geschrieben: Gib mir einen besseren ETF und ich bin raus aus den Italienern. Der nicht AA- (italienische und spanische) Anteil ist aus der Not geboren. Einzelanleihen möchte ich nicht kaufen, das ist mir zu viel Arbeit.

Was ist daran mehr Arbeit, wenn man einen einzigen deutschen Linker kaufen muss?

 

Fazit: zu viele Positionen, viel zu kompliziert, zu inkonsequent, zu häufiges Handeln

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Geschrieben

Gold wird über Xetra-Gold abgebildet, da hier Gewinne steuerfrei sind und es interessanterweise auch kostenfrei gelagert werden kann. EUWAX-Gold ist auf der Beobachtungsliste, sollte sich hier bei den Steuern auch etwas tun.

 

Da bist Du fürchte ich auf das Marketing der Deutschen Börse zu Xetra-Gold hereingefallen. Selbstverständlich wird auch bei der Deutschen Börse das Gold nicht kostenfrei gelagert, die Deutsche Börse betreibt schließlich keine "Armenspeisung" für reditehungrige Anleger. Formal korrekt wird in der Tat vom Marketing immer wieder darauf hingewiesen, dass vom Goldbestand keine Anteile entnommen werden, um die Lagerkosten zu decken, so wie das andere Anbieter machen. Etwas leiser, wenn überhaupt, hört man dann aber, dass für Xetra-Gold Clearstrem dem jeweiligen Depot-Halter eine jährliche Verwahrgebühr von rund 0,3% zzgl. MwSt. berechnet, die die Broker natürlich auf die Kunden überwälzen.

 

Bei dem ein oder anderen Broker scheint diese Verrechnung aber technische Probleme zu bereiten, so dass der Kunde letzendlich doch noch zu seinem "free lunch" kommt. :D

 

Bei EUWAX-Gold fällt diese Gebühr nicht an, dort wird das m.W. über den Spread abgefangen. Aber zu EUWAX-Gold gibt es leider noch kein höchstrichterliches Steuerurteil. Die Gestaltungen unterscheiden sich im wesentlichen darin, dass sie sich einmal auf 1g und dann auf 100g Gold beziehen.

 

Zum Thema Gold als Asset-Klasse und ihrem Anteil am Gesamtdepot ist vielleicht auch die angehängte Mercer-Studie von Interesse.

Mercer_study_march2014-1.pdf

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Geschrieben · bearbeitet von Peter Grimes

Du erwähnst häufig ING. Führst Du Dein Depot ausschließlich dort, oder verwendest Du auch andere Broker? Dß die ING DiBa sich bei XETRA Gold verweigert, ist Dir im Eifer des Gefechts doch hoffentlich nicht entgangen, oder?

 

post-29160-0-90088000-1484503270_thumb.png

 

 

Gruß,

PG

 

 

Edit: siehe ansonsten Sisyphos; Posting über meinem.

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Geschrieben · bearbeitet von sparfux

2. AA/AAA-Staatsanleihen: Dass diese recht sicher sind, da wir uns einig nehme ich an?

 

1. Es geht mir nicht um "absolute" Sicherheit sondern um Sicherheit im Vergleich zu Bankeinlagen. Also besipielsweise: Staatsanleihen eines AA-Landes vs. Bankeinlagen in einem AA-Land.

 

2. Du glaubst doch nicht, dass das Rating eines Landes bei einer formidablen Bankenkrise in dem Land unbeeindruckt bleibt? Dass das natürlich nicht so ist, sieht man an Zypern (2013) oder Irland (2011) gezeigt. Beides Länder, die wegen ihres Bankensystems in die Bredouille geraten sind.

 

3. Sowohl Italien (bis 2011) als auch Irland (bis 2010) waren AA geratet.

 

Eine hypothetische italienische Pleite halte ich für beispiellos, ...

Italien geht genau so wenig Pleite, wie Griechenland Pleite gegangen ist. Die Rückzahlung der Anleihen wird gestreckt, die Zinsen gesenkt und ggf. gibt es einen Haircut aber Italien geht nicht Pleite. Bankeinlagen bis zur Sicherungsgrenze bleiben unangetastet. Wetten wir? Das zeichnet sich ja jetzt schon bei der Monte Bank so ab. Da sollen ja sogar noch Nachranganleihen von "Kleinanlegern" unangetastet bleiben, wenn ich das richtig verstanden habe. Lieber mehr den Steuerzahler schröpfen bzw. weitere Schulden machen.

 

Ich sehe da immer wieder ein Pattern: Erst werden Banken bzw. Bankeinlagen gestützt. Und wenn das nicht mehr geht, läuft es Richtung Staatspleite.

 

Mit "Papiergold" oder von mir aus "Papiergold+" wirst Du im Krisenfall nichts anfangen können.

Das Gold erfüllt andere Funktionen, zuvorderst ist es schlicht eine Absicherung und ein Mittel zum Werterhalt.

Das ist doch dann genau für den Krisenfall? Wo sonst soll die "Absicherung" und das "Mittel zum Werterhalt" denn sonst zum Zuge kommen? Auf einmal wird der Fonds dann vom Handel ausgesetzt und es wird beschlossen, dass man sich das Gold dann doch nicht ausliefern lassen kann ... Pustekuchen mit Werterhalt und Absicherung.

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Geschrieben

...

Wirtschaftlich rebalancen heißt für mich kostenlos kaufen ab 500€ bei ING-DiBa. Wie gesagt, ansparen werde ich kostenlos im Arero, dann spätestens 1x pro Jahr umschichten....

Das verstehe ich auch nicht. Bei der DiBa kannst Du in der Tat durch kostenlose Zukäufe rebalancen. Aber was machst Du?! Du nimmst den Umweg über den Arero. So werden bei Verkauf der Arero-Anteile dann doch Gebühren fällig.

 

Den Arero kann man komplett kostenfrei mit der KAG handeln. Kaufen, verkaufen - alles kostenfrei ohne Aufschlag, ohne Handelsgebühren, ohne nichts. Habe ich selbst schon so gemacht, die Bank sieht keinen Cent.

 

30K EUR in TG sind doch kein Verschmähen?

Ich hatte es so verstanden, dass das Deine Reserve für Konsum- und Notfallzwecke ist?! Die sollte wohl in Tagesgeld gehalten werden, egal für wie sicher man das hält.

 

 

Nein, 30K sind Ziel beim TG ohne Notfallreserve. Diese wird, abhängig von den Sachen, die ich besitze und die kaputt gehen können, extra als TG angefüttert und zählt hier nicht. Zu Beginn rechne ich so mit 1-2 Bruttogehältern. Das TG soll die 30K im Normalfall nicht unterschreiten, wirklich große Dinge wie ein Auto werde ich aber nicht alleine aus der Reserve bezahlen können. War aber missverständlich formuliert, das gebe ich zu.

 

Gold wird über Xetra-Gold abgebildet, da hier Gewinne steuerfrei sind und es interessanterweise auch kostenfrei gelagert werden kann. EUWAX-Gold ist auf der Beobachtungsliste, sollte sich hier bei den Steuern auch etwas tun.

 

Da bist Du fürchte ich auf das Marketing der Deutschen Börse zu Xetra-Gold hereingefallen. Selbstverständlich wird auch bei der Deutschen Börse das Gold nicht kostenfrei gelagert, die Deutsche Börse betreibt schließlich keine "Armenspeisung" für reditehungrige Anleger. Formal korrekt wird in der Tat vom Marketing immer wieder darauf hingewiesen, dass vom Goldbestand keine Anteile entnommen werden, um die Lagerkosten zu decken, so wie das andere Anbieter machen. Etwas leiser, wenn überhaupt, hört man dann aber, dass für Xetra-Gold Clearstrem dem jeweiligen Depot-Halter eine jährliche Verwahrgebühr von rund 0,3% zzgl. MwSt. berechnet, die die Broker natürlich auf die Kunden überwälzen.

 

Bei dem ein oder anderen Broker scheint diese Verrechnung aber technische Probleme zu bereiten, so dass der Kunde letzendlich doch noch zu seinem "free lunch" kommt. :D

 

Bei EUWAX-Gold fällt diese Gebühr nicht an, dort wird das m.W. über den Spread abgefangen. Aber zu EUWAX-Gold gibt es leider noch kein höchstrichterliches Steuerurteil. Die Gestaltungen unterscheiden sich im wesentlichen darin, dass sie sich einmal auf 1g und dann auf 100g Gold beziehen.

 

Zum Thema Gold als Asset-Klasse und ihrem Anteil am Gesamtdepot ist vielleicht auch die angehängte Mercer-Studie von Interesse.

 

Also die 0,357% Verwahrgebühr pro Jahr scheint die Comdirect für mich zu übernehmen. Ich zahle nichts explizit für mein Xetra-Gold und auch nichts pauschal für mein Depot. Daher auch das Wort "interessanterweise". Das kann sich in Zukunft natürlich ändern, aber dann kann ich immer noch reagieren. Die ING-DiBa bietet Xetra-Gold aus vermutlich genau dem Grund nicht an.

 

Danke für die Information, lese ich gleich durch.

 

 

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Geschrieben

...

Italien geht genau so wenig Pleite, wie Griechenland Pleite gegangen ist. Die Rückzahlung der Anleihen wird gestreckt, die Zinsen gesenkt und ggf. gibt es einen Haircut aber Italien geht nicht Pleite....

Definiere "Pleite"! Wer ohne fremde Hilfe nicht zahlen kann, ist pleite. Das war bzw. ist bei Griechenland der Fall. Und nein, die Hilfe kann nicht unendlich sein!

 

...Bankeinlagen bis zur Sicherungsgrenze bleiben unangetastet. Wetten wir? Das zeichnet sich ja jetzt schon bei der Monte Bank so ab. Da sollen ja sogar noch Nachranganleihen von "Kleinanlegern" unangetastet bleiben, wenn ich das richtig verstanden habe. Lieber mehr den Steuerzahler schröpfen bzw. weitere Schulden machen.

Im Übrigen schließt Du jetzt von der Vergangenheit auf die Zukunft und ziehst nicht mehr in Erwägung, dass man irgendetwas ändern könnte, weil man eventuell Fehler in der Vergangenheit erkannt hat.

Entgegen aller Unkenrufe werden Fehler der Vergangenheit gelegentlich korrigiert.

Außerdem hatten wir bislang keine Krise, wie oft behauptet wird, sondern allenfalls einen verschärften Kindergeburtstag.

 

Aber hatten wir das Thema "was ist sicherer" nicht schon ganz woanders und wirklich erschöpfend?

 

 

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Geschrieben

Definiere "Pleite"!

Staatsbankrott

 

Im Übrigen schließt Du jetzt von der Vergangenheit auf die Zukunft und ziehst nicht mehr in Erwägung, dass man irgendetwas ändern könnte, weil man eventuell Fehler in der Vergangenheit erkannt hat.

Das mag schon sein, gilt aber für die Annahme der "supersicheren AAA/AA-Staatsanleihen" ganz genau so!

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Geschrieben

Den Arero kann man komplett kostenfrei mit der KAG handeln. Kaufen, verkaufen - alles kostenfrei ohne Aufschlag, ohne Handelsgebühren, ohne nichts. Habe ich selbst schon so gemacht, die Bank sieht keinen Cent.

Aber das Finanzamt.

 

Neben dem Thread unseres genialen, Germanistik studierenden Dipl. Ing. solltest du die solide Arbeit von Sparfux noch in deine Quellen aufnehmen: https://www.wertpapier-forum.de/topic/12888-renten-etf-vs-tagesgeldfestgeldsparbriefe/

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Geschrieben

2. AA/AAA-Staatsanleihen: Dass diese recht sicher sind, da wir uns einig nehme ich an?

 

1. Es geht mir nicht um "absolute" Sicherheit sondern um Sicherheit im Vergleich zu Bankeinlagen. Also besipielsweise: Staatsanleihen eines AA-Landes vs. Bankeinlagen in einem AA-Land.

 

2. Du glaubst doch nicht, dass das Rating eines Landes bei einer formidablen Bankenkrise in dem Land unbeeindruckt bleibt? Dass das natürlich nicht so ist, sieht man an Zypern (2013) oder Irland (2011) gezeigt. Beides Länder, die wegen ihres Bankensystems in die Bredouille geraten sind.

 

3. Sowohl Italien (bis 2011) als auch Irland (bis 2010) waren AA geratet.

Fall A): Bankenkrise: Hinter den Banken steht zunächst die in meinen Augen von ihrem Umfang her kritisch zu sehende Einlagensicherung. Danach möglicherweise der Staat. Sollte dieser sich aus irgendeinem Grund entschließen, nicht zu zahlen, sind die Banksparer dran. Und zwar komplett, wenn sie "all-in" sind. Der Staat hat keine rechtliche Verpflichtung, die Bankeinlagen zu retten. Staatsanleihen sind da aus meiner Sicht besser geschützt, da sich der Staat auch in Zukunft refinanzieren muss und auf einen funktionierenden Markt seiner Anleihen angewiesen ist. Banken gehen geordnet insolvent und die ehemaligen Mitarbeiter gründen eine neue Bank oder kommen bei der Konkurrenz unter. Was ich sage ist folgendes: Sollten Politiker erkennen, dass sie eine Krise nicht mehr aufhalten können, könnten sie die Banken und dementsprechend auch einen Großteil der Einlagen fallen lassen. Solange noch eine Chance auf Rettung besteht, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Staaten weiterhin Rettungsversuche betreiben. Island hat es dementsprechend auch aufgegeben oder wie war es dort nochmal genau?

Fall B): Staatsschuldenkrise: Hier sind natürlich, wie im Fall Griechenland, eher die Staatspapiere gefährdet. Üblicherweise erfolgt über das Rating jedoch frühzeitig eine Warnung (siehe Italien). Dann fliegen die Papiere aus dem AA/AAA-Fonds von selbst hinaus.

 

 

Eine hypothetische italienische Pleite halte ich für beispiellos, ...

Italien geht genau so wenig Pleite, wie Griechenland Pleite gegangen ist. Die Rückzahlung der Anleihen wird gestreckt, die Zinsen gesenkt und ggf. gibt es einen Haircut aber Italien geht nicht Pleite. Bankeinlagen bis zur Sicherungsgrenze bleiben unangetastet. Wetten wir? Das zeichnet sich ja jetzt schon bei der Monte Bank so ab. Da sollen ja sogar noch Nachranganleihen von "Kleinanlegern" unangetastet bleiben, wenn ich das richtig verstanden habe. Lieber mehr den Steuerzahler schröpfen bzw. weitere Schulden machen.

 

Ich sehe da immer wieder ein Pattern: Erst werden Banken bzw. Bankeinlagen gestützt. Und wenn das nicht mehr geht, läuft es Richtung Staatspleite.

 

Ich halte ein anderes Szenario für wahrscheinlicher. Die EZB entschuldet die Staaten. Da sind sie schon ordentlich dabei. Die gekauften Anleihen bei der EZB alle einfach zu streichen, wäre der logische nächste Schritt und wurde sogar 2012 vom deutschen Bundestag rechtlich schon abgeklärt. Einschätzung dieses Gutachtens mit meiner zugegebenermaßen geringen juristischen Bildung (zwei BGB/HGB-Kurse): Es gibt Bedenken, aber prinzipiell ist es möglich. Ansonsten fließen Gewinne aus den Rückzahlungen sowieso an die Euro-Staaten und da die Käufe mit "neu geschaffenen" Geld erfolgt sind, ist das meinem Verständnis nach eine elegante Art der Entschuldung, solange die Inflation nicht anzieht (=> Linker!).

 

Inwiefern zukünftig der Steuerzahler zulasten vermögender Bankkunden weiter geschröpft werden kann, halte ich mindestens für fraglich. Die AfD hat ihre Ursprünge (und da war sie auch schon einigermaßen beliebt!) in Luckes Kritik am Euro und den Bankenrettungen. Eine unsichere Zukunft für 1-2% Rendite einzutauschen, halte ich für riskant. Aber ohne Risiko kein Ertrag, auf den muss ich verzichten. Die von dir vermeintlich erkannte "systematische Asymmetrie im Risiko-Rendite-Kontinuum" kann ich jedenfalls nicht erkennen.

 

 

 

Das Gold erfüllt andere Funktionen, zuvorderst ist es schlicht eine Absicherung und ein Mittel zum Werterhalt.

Das ist doch dann genau für den Krisenfall? Wo sonst soll die "Absicherung" und das "Mittel zum Werterhalt" denn sonst zum Zuge kommen? Auf einmal wird der Fonds dann vom Handel ausgesetzt und es wird beschlossen, dass man sich das Gold dann doch nicht ausliefern lassen kann ... Pustekuchen mit Werterhalt und Absicherung.

 

 

Wieso sollte der Handel ausgesetzt werden? Und was kann ich in einem solchen Fall noch mit physisch vorhandenem Gold tun?

 

Auf dem Schwarzmarkt Essen kaufen? Sollte es soweit kommen und das glaube ich nicht, habe ich immer noch die Silbermünzen...

 

Den Arero kann man komplett kostenfrei mit der KAG handeln. Kaufen, verkaufen - alles kostenfrei ohne Aufschlag, ohne Handelsgebühren, ohne nichts. Habe ich selbst schon so gemacht, die Bank sieht keinen Cent.

Aber das Finanzamt.

 

Dem Finanzamt zahle ich gerne 25% meiner Gewinne. Denn dann habe ich immerhin welche gemacht. Gibt schlechtere Voraussetzungen für Umschichtungen.

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Geschrieben

Fall A): Bankenkrise: Hinter den Banken steht zunächst die in meinen Augen von ihrem Umfang her kritisch zu sehende Einlagensicherung.

Bei den Sparkassen, die ihre eigene Einlagensicherung haben, sieht es, wie ich häufig auch im WPF lese, deutlich besser aus.

 

Dem Finanzamt zahle ich gerne 25% meiner Gewinne. Denn dann habe ich immerhin welche gemacht. Gibt schlechtere Voraussetzungen für Umschichtungen.

Die Steuern kannst du auch später noch zahlen. Mit deiner Methode gibst du auch den Rest an "Steuerstundung" noch auf.

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Geschrieben

Fall A): Bankenkrise: Hinter den Banken steht zunächst die in meinen Augen von ihrem Umfang her kritisch zu sehende Einlagensicherung.

Bei den Sparkassen, die ihre eigene Einlagensicherung haben, sieht es, wie ich häufig auch im WPF lese, deutlich besser aus.

 

Dem Finanzamt zahle ich gerne 25% meiner Gewinne. Denn dann habe ich immerhin welche gemacht. Gibt schlechtere Voraussetzungen für Umschichtungen.

Die Steuern kannst du auch später noch zahlen. Mit deiner Methode gibst du auch den Rest an "Steuerstundung" noch auf.

 

Mein Sparkassenkonto habe ich zum Ende meines Studiums gekündigt, da sie Gebühren für die Kontoführung (nicht zu knapp) haben wollten. Außerdem hat man mit deren Konditionen für das Tagesgeld sicherlich keine Rendite außerhalb des Kontinuums...

 

Ich gebe im Schnitt ein halbes Jahr Steuerstundung auf Kursgewinne meiner Haushaltsüberschüsse auf, das ist richtig. Ist das relevant? Vermutlich nicht.

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Geschrieben · bearbeitet von sparfux

1. Es geht mir nicht um "absolute" Sicherheit sondern um Sicherheit im Vergleich zu Bankeinlagen. Also besipielsweise: Staatsanleihen eines AA-Landes vs. Bankeinlagen in einem AA-Land.

 

2. Du glaubst doch nicht, dass das Rating eines Landes bei einer formidablen Bankenkrise in dem Land unbeeindruckt bleibt? Dass das natürlich nicht so ist, sieht man an Zypern (2013) oder Irland (2011) gezeigt. Beides Länder, die wegen ihres Bankensystems in die Bredouille geraten sind.

 

3. Sowohl Italien (bis 2011) als auch Irland (bis 2010) waren AA geratet.

Fall A):

Leider gehst Du mit keinem Wort auf meine Argumente und praktische Beispiele ein und antwortest mit Theorien.

 

Du unterschlägst Teil 2 des Artikels, der die dahinterstehenden Staaten und deren Interesse an der Vermeidung von Bankenkrisen beleuchtet. Was sich ziemlich mit meinen Argumenten deckt.

 

Sollte dieser sich aus irgendeinem Grund entschließen, nicht zu zahlen, sind die Banksparer dran. Und zwar komplett, wenn sie "all-in" sind. Der Staat hat keine rechtliche Verpflichtung, die Bankeinlagen zu retten. Staatsanleihen sind da aus meiner Sicht besser geschützt, da sich der Staat auch in Zukunft refinanzieren muss und auf einen funktionierenden Markt seiner Anleihen angewiesen ist. Banken gehen geordnet insolvent und die ehemaligen Mitarbeiter gründen eine neue Bank oder kommen bei der Konkurrenz unter. Was ich sage ist folgendes: Sollten Politiker erkennen, dass sie eine Krise nicht mehr aufhalten können, könnten sie die Banken und dementsprechend auch einen Großteil der Einlagen fallen lassen. Solange noch eine Chance auf Rettung besteht, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Staaten weiterhin Rettungsversuche betreiben.

Ich nehme mir mal die Freiheit, Deinen Text ein wenig um zu formulieren: :D

 

Sollte dieser sich aus irgendeinem Grund entschließen, nicht zu zahlen, sind die Anleihenbesitzer dran. Und zwar komplett, wenn sie "all-in" sind. Der Staat hat keine rechtliche Verpflichtung, seine Schulden zurück zu zahlen. Bankeinlagen sind da aus meiner Sicht besser geschützt, da sich der Staat auch in Zukunft den Geldkreislauf braucht und auf einen funktionierenden Markt seiner Banken angewiesen ist. Staaten gehen geordnet insolvent und starten neu. Was ich sage ist folgendes: Sollten Politiker erkennen, dass sie eine Krise nicht mehr aufhalten können, könnten sie die Staatsanleihen nicht zurückzahlen und dementsprechend auch einen Großteil der Staatsschulden fallen lassen. Solange noch eine Chance auf Rettung besteht, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Staaten weiterhin Rettungsversuche betreiben.

Im Übrigen nochmal: Nenne mir ein Beispiel in dem ein Fall A) nicht zu einem Fall B) wurde. Irland und Zypern sind jedenfalls Beispiele, wo es der Fall war. Italien läuft in die gleiche Richtung.

 

Island hat es dementsprechend auch aufgegeben oder wie war es dort nochmal genau?

Im Teil 2 des von Dir verlinkten Artikels steht es drin:

 

Letzten Endes wurden sie nach viel politischem Gerangel und mit Unterstützung mehrerer EU-Staaten doch noch von der isländischen Regierung entschädigt.

 

Das ist doch dann genau für den Krisenfall? Wo sonst soll die "Absicherung" und das "Mittel zum Werterhalt" denn sonst zum Zuge kommen? Auf einmal wird der Fonds dann vom Handel ausgesetzt und es wird beschlossen, dass man sich das Gold dann doch nicht ausliefern lassen kann ... Pustekuchen mit Werterhalt und Absicherung.

Wieso sollte der Handel ausgesetzt werden? Und was kann ich in einem solchen Fall noch mit physisch vorhandenem Gold tun?

Auch hier gehst Du leider nicht auf meine Frage ein, wofür die Absicherung gut sein soll, wenn nicht für den extremen Krisenfall sondern rettest Dich in Gegenfragen.

 

Aber ich beantworte mal Deine Gegenfragen:

 

1. Wegen allgemeiner Handels- und Geld-/Gold-Beschränkungen im Krisenfall

2. Man hat weiter ein stabiles (hohes) Vermögen, das nicht durch Inflation entwertet wird (Beispiel wieder Argentinien) und/oder Geldbeschränkungen unterliegt und kannn das Vermögen für alles Verwenden, für das man es auch sonst im Nicht-Krisenfall verwendet. Man könnte beispielsweise ein Haus mit großem Garten zur Grundversorgung kaufen. :)

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Geschrieben · bearbeitet von ZappBrannigan

Interessantes Portfolio. Ich bin gerade selber noch am überlegen ob Multifaktor-ETFs für mich Sinn machen oder nicht, arbeite mich gerade aber noch in die Materie ein. Zwei Fragen habe ich dazu aber schon einmal:

 

1) Warum wichtest du die breiten Markt ETFs mit den Multifaktor-ETFs im Verhältnis 50:50? Die Multifaktor-ETFs sollten doch eigentlich das Marktbeta bereits voll abgreifen. Vertraust du dem MF-Vorteil - evtl. nach Kosten - doch noch nicht ganz?

 

2) Hast du den iShares Multifactor World als Alternative in Betracht gezogen oder aufgrund höherer Kosten gleich ausgeschlossen? Vorteil wäre natürlich, dass man mit einem einzigen ETF (also einem weniger als bisher) zusätzlich auch noch den Pazifikraum abdecken kann. Mit einer um 10 Basispunkten höheren TER (Tracking Diffs habe ich auf die schnelle nicht gefunden) wird dieser Vorteil aber natürlich auch bezahlt: TER World: 0.5 %, Mittlere TER USA/Europa: 0.4 % (0.35 & 0.45 %).

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Geschrieben

Fall A):

Leider gehst Du mit keinem Wort auf meine Argumente und praktische Beispiele ein und antwortest mit Theorien.

Wie kann man auch auf etwas noch nie Dagewesenes mit Beispielen antworten? Unmöglich.

 

Schlussendlich ignorierst du ständig folgende Punkte oder willst sie einfach nicht sehen:

- Es gibt keinerlei rechtliche Verpflichtung von Staaten für Bankeinlagen gerade zu stehen. Es ist nicht einmal sicher, ob ein solches eigenmächtiges Vorgehen der Politik zulasten der Steuerzahler in Deutschland nicht vom Verfassungsgericht gekippt werden würde.

- Es gibt keinerlei Garantien, dass künftige Bankenkrisen so glimpflich für die Sparer ablaufen wie bisher und die Staaten weiterhin in der Lage sind, die betroffenen Einlagen zu decken. Das Volumen der Bankeinlagen in Deutschland liegt laut dem bereits verlinkten Artikel bei etwa 2.000 Mrd. EUR. Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Staatsschulden betragen gerade einmal 2.153 Mrd. EUR. Das wäre dann fast eine Verdopplung der Schuldenlast bei einem Totalausfall abzüglich Einlagensicherung - meines Erachtens absolut utopisch.

- Du ignorierst, dass Tages-/Festgeld-Hopper genau das Gegenteil von dem tun, was ein solider Anleihenfonds (AA/AAA) macht. Der Anleihenfonds schmeißt wacklige Staaten heraus. Die Hopper dagegen suchen sich gerade die kritischsten Banken heraus, die so verzweifelt sind, dass sie sogar trotz Einlagensicherung 1-2% höhere Zinsen bieten müssen als die Konkurrenz...

 

 

Zu guter letzt scheinst du auch Krisen in Mini-Ländern als Maßstab für richtige Finanz-Erdbeben zu nehmen. Irland, Zypern, Island, Griechenland, Argentinien - alles kleine Fische. Ich denke wie gesagt nicht, dass das bei Italien genauso laufen wird und sich Deutschland wieder über den Tisch ziehen lässt und als Schuldner einspringt. In ganz Europa haben die Menschen von dieser Politik die Schnauze voll - und da verstehe ich sie. Da viele allerdings gleichzeitig gegen Flüchtlinge sind, macht es ihre Parteien unwählbar...

 

Ich nehme mir mal die Freiheit, Deinen Text ein wenig um zu formulieren: :D

 

Sollte dieser sich aus irgendeinem Grund entschließen, nicht zu zahlen, sind die Anleihenbesitzer dran. Und zwar komplett, wenn sie "all-in" sind. Der Staat hat keine rechtliche Verpflichtung, seine Schulden zurück zu zahlen. Bankeinlagen sind da aus meiner Sicht besser geschützt, da sich der Staat auch in Zukunft den Geldkreislauf braucht und auf einen funktionierenden Markt seiner Banken angewiesen ist. Staaten gehen geordnet insolvent und starten neu. Was ich sage ist folgendes: Sollten Politiker erkennen, dass sie eine Krise nicht mehr aufhalten können, könnten sie die Staatsanleihen nicht zurückzahlen und dementsprechend auch einen Großteil der Staatsschulden fallen lassen. Solange noch eine Chance auf Rettung besteht, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Staaten weiterhin Rettungsversuche betreiben.

Im Übrigen nochmal: Nenne mir ein Beispiel in dem ein Fall A) nicht zu einem Fall B) wurde. Irland und Zypern sind jedenfalls Beispiele, wo es der Fall war. Italien läuft in die gleiche Richtung.

Deshalb bin ich auch nicht "all-in" bei Anleihen und schon gar nicht bei Anleihen eines Staates rolleyes.gif

 

Und ob in Italien die Banken maroder als der Staat sind, bleibt abzuwarten...

 

Island hat es dementsprechend auch aufgegeben oder wie war es dort nochmal genau?

Im Teil 2 des von Dir verlinkten Artikels steht es drin:

 

Letzten Endes wurden sie nach viel politischem Gerangel und mit Unterstützung mehrerer EU-Staaten doch noch von der isländischen Regierung entschädigt.

 

Gerade nochmal gut gegangen würde ich sagen. Diese Zitterpartie war für die Betroffenen sicherlich förderlich für ihr Vertrauen ins Bankensystem...

 

Wieso sollte der Handel ausgesetzt werden? Und was kann ich in einem solchen Fall noch mit physisch vorhandenem Gold tun?

Auch hier gehst Du leider nicht auf meine Frage ein, wofür die Absicherung gut sein soll, wenn nicht für den extremen Krisenfall sondern rettest Dich in Gegenfragen.

 

Aber ich beantworte mal Deine Gegenfragen:

 

1. Wegen allgemeiner Handels- und Geld-/Gold-Beschränkungen im Krisenfall

2. Man hat weiter ein stabiles (hohes) Vermögen, das nicht durch Inflation entwertet wird (Beispiel wieder Argentinien) und/oder Geldbeschränkungen unterliegt und kannn das Vermögen für alles Verwenden, für das man es auch sonst im Nicht-Krisenfall verwendet. Man könnte beispielsweise ein Haus mit großem Garten zur Grundversorgung kaufen. :)

 

Und wie lagerst du dein Gold? Ganz praktisch? Nenne mir eine gute Idee und vielleicht setze ich sie um.

 

Mein "Papiergold" ist gegen Inflation und für einen "normalen" Krisenfall gedacht, der ohne andauernde Handelsbeschränkungen abläuft. Zum Beispiel für einen Neustart mit ordentlich Devisen nach einer Währungsreform zum Kauf einer Immobilie / von Aktien. Oder im weniger schlimmen Szenario zum Kauf von Aktien in der nächsten Börsenkrise.

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Mein "Papiergold" ist gegen Inflation und für einen "normalen" Krisenfall gedacht, [...]

 

"Dein Papiergold" trifft es schon recht gut. Hast Du eigentlich mal den Xetra-Gold Prospekt gelesen? Ich verweise hier mal ganz konkret auf die Seiten 14 u. 24.

 

 

Gruß,

PG

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Geschrieben

Mein Sparkassenkonto habe ich zum Ende meines Studiums gekündigt, da sie Gebühren für die Kontoführung (nicht zu knapp) haben wollten. Außerdem hat man mit deren Konditionen für das Tagesgeld sicherlich keine Rendite außerhalb des Kontinuums...

0,3% sind nicht berauschend aber auch nicht schlecht: https://www.1822direkt.de/sparen/tagesgeldkonto/

 

Ich gebe im Schnitt ein halbes Jahr Steuerstundung auf Kursgewinne meiner Haushaltsüberschüsse auf, das ist richtig. Ist das relevant? Vermutlich nicht.

Das kann ich ebensowenig beurteilen wie die Frage, ob dein ausgefeiltes ETF-Konstrukt ein popeliges 70% MSCI World / 30% Tagesgeld-Depot schlagen kann.

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Interessantes Portfolio. Ich bin gerade selber noch am überlegen ob Multifaktor-ETFs für mich Sinn machen oder nicht, arbeite mich gerade aber noch in die Materie ein. Zwei Fragen habe ich dazu aber schon einmal:

 

1) Warum wichtest du die breiten Markt ETFs mit den Multifaktor-ETFs im Verhältnis 50:50? Die Multifaktor-ETFs sollten doch eigentlich das Marktbeta bereits voll abgreifen. Vertraust du dem MF-Vorteil - evtl. nach Kosten - doch noch nicht ganz?

Lies auf jeden Fall das Buch von Swedroe (~10€ bei Amazon) und danach den verlinkten Faktor-Thread nochmal. Dann dürfte vieles klarer werden.

 

 

Marktbeta ist nur in den normalen Fonds als Risikofaktor voll (=1) enthalten. Die MF-ETF haben ein geringeres Marktbeta als 1. Das is gerade die Idee: Man verzichtet gezielt auf Marktbeta und holt sich dafür andere Risikofaktoren (Size, Value, Momentum, Quality) ins Depot. Diese sind nicht vollständig mit Marktbeta korreliert, haben aber dennoch eine hohe Rendite. Dadurch bekommt man die gewünschte Diversifikationswirkung (oder man hofft es zumindest).

 

Durch die Konstruktionsweise der MF-ETF, die das gleiche Risiko wie die marktbreiten ETF haben, steigt auch das Risiko im Aktienanteil nicht. Daher kann man theoretisch jedes Verhältnis von 100% zu 0% bis 0% zu 100% wählen. 50:50 ist der leichten Handhabbarkeit geschuldet und der Idee, dass so das antizyklische Rebalancing-Premium dank Mean-Reversion stärker zum Tragen kommt.

 

Die Kosten halte ich für akzeptabel, das ist es nicht. Eine gewisse Unsicherheit fühlt man als "Pionier im WPF" so ganz ohne "Einsteigerfaden" und "mache ich auch so"-Kommentare natürlich schon wink.gif

 

2) Hast du den iShares Multifactor World als Alternative in Betracht gezogen oder aufgrund höherer Kosten gleich ausgeschlossen? Vorteil wäre natürlich, dass man mit einem einzigen ETF (also einem weniger als bisher) zusätzlich auch noch den Pazifikraum abdecken kann. Mit einer um 10 Basispunkten höheren TER (Tracking Diffs habe ich auf die schnelle nicht gefunden) wird dieser Vorteil aber natürlich auch bezahlt: TER World: 0.5 %, Mittlere TER USA/Europa: 0.4 % (0.35 & 0.45 %).

Ja, habe ich. Ich möchte einfach gerne meine BIP-Gewichtung behalten, da passt ein World-ETF nicht so recht. Die höhere TER hilft ihm auch nicht gerade. Grundsätzlich halte ich die Unterschiede zwischen dem marktbreiten und dem Faktor-ETF auch nicht für so bewegend, dass ich meinen Pazifikteil (der ja sowieso nur 4% beträgt) noch dringend aufteilen will.

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Mein "Papiergold" ist gegen Inflation und für einen "normalen" Krisenfall gedacht, [...]

 

"Dein Papiergold" trifft es schon recht gut. Hast Du eigentlich mal den Xetra-Gold Prospekt gelesen? Ich verweise hier mal ganz konkret auf die Seiten 14 u. 24.

 

 

Gruß,

PG

 

Zugegebenermaßen nicht komplett, aber den Teil mit den Risiken natürlich schon. Was willst du mir sagen?

 

S.14: Dass ich kein Eigentum an Gold erwerbe? Ist mir bewusst.

S.24: Dass der Wert der Schuldverschreibungen von dem von Gold abweichen kann? Oder das gleiche wie auf S.14?

 

 

Was ist eigentlich aus deinem Einwand hinsichtlich der Verwahrgebühren geworden?

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