KnockOuts - Barriere/Basiswert Anpassung

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Hallo,

ich lese mich gerade in das Thema Zertifikate, insbesondere gehebelte Produkte, ein. Jetzt stehe ich gerade irgendwie auf dem Schlauch bzgl. der Anpassung der KnockOut-Barriere bzw. des Basispreises (je nach Produkt).

Findet diese Anpassung auch NACH dem Kauf weiterhin statt, oder sind die Werte zum Kaufzeitpunkt fix für die restliche Haltedauer?

 

Evtl. hab ich das nur überlesen, aber an welchem Wert kann ich die tägliche (?) Anpassungshöhe ablesen?

 

Gerade beim nachlesen bin ich noch über das Thema "Ausübung" gestolpert. Wo wäre der Unterschied zwischen dem Verkauf und der Ausübung eines Mini-Future? Bzw. wie funktioniert letztere überhaupt?

 

Viele Grüße,
DEW

 

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Posted · Edited by passiv_Investor

Natürlich. Die Anpassung findet weiterhin täglich (Basispreis und evtl. KO-Barriere) bzw. monatlich (KO Barriere) statt. So wie es im Produktprospekt definiert ist.

Sonst hätte ja nachher jeder Zertifikatskäufer ein anderes Produkt, je nachdem wann er es erworben hat. Das ist natürlich nicht der Fall.

Die Anpassungshöhe kannst du am Anpassungszinssatz ablesen. Wenn du den auf einen Tag runterrechnest, kannst du dir den absoluten Anpassungsbetrag ausrechnen sofern dieser nicht sowieso schon auf der Emittentenwebseite ausgewiesen wird.

 

Die Ausübung ergibt in der Regel keinen Sinn, da du dann das Aufgeld verlierst. Zu welchen Zeitpunkten eine Ausübung/Einlösung stattfinden kann, ist im Produktprospekt definiert.

Sowas macht in der Regel nur dann Sinn wenn es keinen Zeitwert gibt und der Emittent einen unsinnig breiten Spread zeigt und man bei der Ausübung dann den Midpointkurs bekommen kann

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Posted · Edited by DerEineWelche

Danke für deine Antwort!

 

Ok, dann war meine erste Vermutung doch richtig.

 

Hmm, ich war bis jetzt gewohnt auf den üblichen "Detailseiten" bei ING und Co alle wichtigen Informationen angezeigt zu bekommen, das waren aber halt immer Aktien oder ETFs und Co. Gibt es sowas auch für Zertifkate? Edit: Vom jeweiligen Emittenten abgesehen natürlich, und für "alle" Zertifikate an einer Stelle ...

 

Eigentlich Off-Topic, aber dafür ein eigener Thread wäre auch unnötig ...

Gerade bei Hebelzertifkiaten/KOs wird ständig von Daytrading gesprochen. "Muss" man das eigentlich so machen, oder ist das nur eine "mögliche" Strategie? Mir ist klar, theoretisch könnte der erste Kurs des nächsten Tages dien KO triggern, aber wenn man Papiere mit entsprechendem Abstand hält sollte das Risiko hierbei überschaubar sein.

 

Gibt es eigentlich auch Hebelprodukte die nicht verfallen können? Also ein KO ohne KO?

 

 

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Nein, die Broker und auch Finanzwebseiten zeigen selten "alle" Details. Meist nur die Kennzahlen, die die Mehrheit interessiert.

Daher am besten auf der Emittentenwebseite schauen oder im Prospekt nachlesen. Aber muss jeder selbst wissen, was ihm sein Geld wert ist.

 

Daytrading muss man natürlich nicht zwingend betreiben mit Zertifikaten, auch wenn viele das tun. Bei CFDs hätte ich eindeutig ja gesagt aber bei Zertifikaten gibt es ja durchaus auch solche mit moderatem oder keinem Hebel, die man längerfristig hält.

Ein KO-Level kann auch innerhalb eines Tages erreicht werden. Kurslücken (Gaps) sind zwar während der Börsenöffnungszeit seltener als über Nacht aber sie sind nicht unmöglich. Insofern kann man also nicht zwingend darauf reagieren und sich vorher ausstoppen lassen.

 

Ja, es gibt auch Zertifikate ohne KO, sogenannte Faktor-Zertifikate. Aber auch hier kann der Verlust einem Totalverlust sehr nahe kommen. Man sollte sich also nichts vormachen, je mehr Chance man möchte, desto mehr Risiko muss man eingehen.

Bei den Faktor-Zertifikaten kommt noch die Pfadabhängigkeit hinzu, mit der viele Anleger nicht umgehen können, weil sie einfach nur den Chart betrachten und meinen, wo der Zertifikatspreis liegen müsste, wenn der Basiswert wieder alte Niveaus erreicht.

 

Ich empfehle da immer die gratis Lektüre die alle Emittentenhäuser bereitstellen:

 

http://www.zertifikate.commerzbank.de/service/publikationen/broschueren

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Und wieder, Danke für deine Antwort!

 

Selbstverständlich, wenns bei den Brokern nicht alle Daten gibt, muss man die sich wo anders besorgen, eben WEIL mein Geld eine leider viel zu knappe Ressource ist ;-)

 

CFDs hatte ich sogar anfänglich auch im Visier, nachdem mein Broker aber inzwischen wieder eine Nachschusspflicht hat, lasse ich die Finger davon!

 

Faktor-Zertifikate muss ich mir dann mal anschauen, insbesondere Pfadabhängigkeit (ist mir bis jetzt nicht untergekommen). Hängt das mit dem durch den Faktor-bedingtem auseinanderdriften von Zertifikat und Basiswert zusammen?

 

Das ich mit solchen Produkten die hohen Chancen mit einem entsprechend hohem Risiko "erkaufe" ist mir klar. Ich finde es aber trotzdem sehr gut das man (hier) darauf vielfach nochmal hingewiesen wird!

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Die Pfadabhängigkeit hängt mit der Anpassung des Hebels auf das täglich gleiche Niveau zusammen. Damit wird dann nicht nur relevant wohin sich der Basiswert bewegt sondern wie er dorthin gekommen ist, d.h. die Entwicklung jedes einzelnen Tages.

Die passende Broschüre zu diesem Produkt findest du HIER

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Hmm, das macht Faktor-Zertifikate ja schon irgendwie uninteressant, aber klar, die "perfekte Anlage" gibt es halt nicht.

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Das kommt ganz drauf an. Für starke Trendphasen ohne größere Rücksetzer sind sie schon gut, denn dann bleibt dein Hebel ja konstant anstatt immer weiter abzusinken.

Wenn es aber gegen Dich läuft, ist das äußerst nachteilig, da der Hebel konstant gehalten wird anstatt anzusteigen. Somit schafft man es dann meist nicht mehr aus der Verlustzone heraus.

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Posted · Edited by DerEineWelche

Nochmal zu den Anpassungen: Ich habe mir ein paar Produktdatenbätte angeschaut und dort war dann die Rede von "Mindest" und "Maximal"-Anpassungen, teils von 2 bis 20%! Kann der Emitent also auch hier quasi beliebig handeln oder wie ist das zu verstehen?

 

Edit: Sind WAVE XXL Put und Call eigentlich richtige Mini-Future? In der Literatur wurden die als Beispiel für "kreative Namen" genannt, bei den Brokern tauschen die aber als Optionsscheine auf bzw. als Turbos ...

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Waves ist einfach der Begriff der Deutschen Bank für Knock-Out-Zertifikate. Mini Futures benutzt meist die HSBC aber auch andere. Commerzbank nennt sie Turbo-Zertifikate.

Die Branche hat sich da leider nie auf eine einheitliche Sprechweise geeinigt. Es sind aber alles KO-Zertifikate.

Sobald von Call und Put die Rede ist, sollte es sich um Optionsscheine handeln. Hier wird tatsächlich oft der Begriff Mini Future für beide Kategorien (KO-Zertifikate und Optionsscheine) verwendet.

Das alles trägt natürlich nicht gerade dazu bei, dass die Kunden einen leichteren Überblick behalten. Aber offenbar ist das auch gar nicht wirklich gewollt.

 

Die Anpassungszinssätze richten sich danach wie nachgefragt der Basiswert ist. Wenn die Wertpapierleihe teuer ist, dann ist meist auch der Anpassungszinssatz höher. Natürlich spielt auch das aktuelle Zinsniveau mit rein und die Marge des Emittenten.

Da die Prospekte einmalig erstellt werden aber die Anpassungszinssätze variabel sind, wird eben nur von einer Mindest- und einer Maximal-Anpassung gesprochen. Den aktuellen Satz sollte man aber immer auf der Emittentenwebseite einsehen können.

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Für Daytrading reicht der aktuelle Satz, klar, bzw spielt keine Rolle, aber bei langfristiger geplanten  Trades würde ich gerne mit statischen Werten planen. Wenn ich dich aber richtig verstanden hab, ändert sich der aktuelle Satz nur geringfügig, bspw durch Referenzzinssatzänderungen . 

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Ja, richtig. Der Finanzierungszinssatz sollte sich nicht groß ändern sofern die Liquidität bzw. Leihmöglichkeit der Aktien nicht außergewöhnlich stark absinkt. Von der Zinsseite ist wohl erstmal kein großer Einfluss zu erwarten.

Wenn du mit einem festen Wert kalkulieren möchtest, dann musst du auf KO-Zertifikate mit definiertem Laufzeitende zurückgreifen. Hier werden die Kosten bereits im Voraus für die gesamte Laufzeit im Aufgeld eingepreist, welches sich kontinuierlich abbaut.

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