Überbewertung: Sollte man jetzt aus dem Aktienmarkt aussteigen?

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32 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

Generell bin ich überzeugter Buy and hold-Investor. Ich bin der Meinung, dass niemand den kurzfristigen Verlauf der Aktienkurse vorhersagen kann und schon gar nicht den Zeitpunkt des nächsten Crashs. Es steht natürlich fest, dass es in Zukunft immer wieder zu Börsencrashs kommen wird. Die Frage ist also nicht, ob der nächste Crash kommt sondern nur wann.

 

Allerdings denke ich, dass die Nicht-Vorhersagbarkeit der Aktienkurse nicht auf alle Zeiträume zutrifft:

 

Kurzfristig (ca. 0-4 Jahre): Wie oben schon angedeutet, ist der Aktienmarkt meiner Meinung nach kurzfristig nicht vorhersagbar. Ursachen: Unerwartete und nicht planbare Ereignisse jeglicher Art, z.B. Politik (Brexit, Trump-Wahl), Terrorismus (9/11), Irrationalität der Investoren/Herdentrieb (Euphorie/ Hype, Pessimismus).

 

Mittelfristig: (ca. 4-8 Jahre): Mittelfristig ist der Markt schon besser vorhersagbar. Dies führe ich vor allem auf den Ansatz des Value Investing zurück, dass der Kurs von Wertpapieren unter Betrachtung ihres realwirtschaftlichen Gegenwert mittelfristig zu ihrem inneren Wert (engl. intrinsic value) tendiert. Wenn wir davon ausgehen, dass das Wirtschaftswachstum auch in Zukunft weiter positiv ausfällt, dürften wir mittelfristig also eher positive Kursverläufe erwarten.

 

Langfristig (länger als 8 Jahre): Langfristig wird der Aktienmarkt meiner Meinung nach auf jeden Fall steigen. Dies ist vor allem auf die Inflation zurückzuführen. Da Aktien verbriefte Unternehmensanteile und damit Sachwerte sind, bieten diese langfristig einen Inflationsschutz. Zusätzlich kommt die bereits im mittelfristigen Zeitraum hervorgehobene Value Investing-Ansatz hinzu.

 

Ich bin also nur überzeugter Buy and hold-Investor, weil ich das Ziel habe, mein Geld langfristig anzulegen.

 

Warum schreibe ich also diesen Beitrag?

 

In den vergangenen Monaten hört man immer öfter von der teilweise krassen Überbewertung einiger Aktienmärkte:

https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/zwei-finanzprofis-warnen-us-aktien-sind-am-staerksten-ueberbewertet-seit-dem-2000er-crash_H2055641387_375237/

https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/beaengstigender-marktindikator-shiller-kgv-so-hoch-wie-vor-den-groessten-krisen-der-vergangenen-100-jahre_H1221359722_357179/

http://www.marketwatch.com/story/this-is-the-most-overvalued-stock-market-on-record-even-worse-than-1929-2017-03-13

http://www.cnbc.com/2017/04/05/the-fed-just-said-stocks-may-be-overvalued-and-more-often-than-not-it-is-right.html

https://www.bloomberg.com/view/articles/2017-04-21/sure-stocks-are-overvalued-now-what

 

Ich überlege, mein langfristiges Ziel des Buy and hold mittelfristig auszusetzen und meine Aktien jetzt zu verkaufen. Wenn es sich laut den Artikeln oben um Fakten handelt, dass einige Aktienmärkte stark überbewertet sind, ist doch davon auszugehen, dass es mittelfristig einen Crash geben muss, damit der Wert der Aktien wieder dem intrinsischen Wert der Unternehmen entspricht. Natürlich kann es sein, dass ich noch einen zweijährigen Bullenmarkt verpasse. Doch mit welchem Risiko?

 

Wie schätzt ihr die Situation ein? Was würdet ihr mir raten?

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Geschrieben · bearbeitet von Rubberduck

Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber es kommt auf Dein Depot an. Dann eventuell besser nicht.

 

Die Antwort ist Ernst gemeint. Bei einer völlig allgemeinen Diskussion kann nur Geschwurbel rauskommen.

Ich bin nie zu 100% in Aktien investiert und habe deshalb kein Bedürfnis "auszusteigen".

Meinen Sparplan lasse ich laufen.

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6 minutes ago, Rubberduck said:

Meinen Sparplan lasse ich laufen.

Klar, das macht wegen des Cost-Average-Effekts natürlich auch Sinn.

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vor 16 Minuten schrieb ThomasInvestiert:

...Natürlich kann es sein, dass ich noch einen zweijährigen Bullenmarkt verpasse. Doch mit welchem Risiko?...

...dem Risiko, dass Du einen 20-jährigen Bullenmarkt verpasst.

 

Aus sonst gehst Du zuviel von Vermutungen und Gefühlen aus, keineswegs von Fakten.

Es reicht eigentlich, wenn Du Dir die Frage stellst, warum es eigentlich so einfach ist, zukünftige Entwicklungen zu erkennen und warum dann nicht jeder Millionär ist?

 

Zitat

Wie schätzt ihr die Situation ein? Was würdet ihr mir raten?

Medienkonsum zurückschrauben! Eigene Überzeugungen entwickeln! Fakten von Gefühlen trennen!

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vor 32 Minuten schrieb ThomasInvestiert:

 

Ich bin also nur überzeugter Buy and hold-Investor, weil ich das Ziel habe, mein Geld langfristig anzulegen.

 

Wenn das mit der Überzeugung  so wär , hätte es diesen Beitrag nicht gebraucht.

Eigentlich sollte man auch denken , dass der Thomas investiert ( bleibt). Alles andere wäre widersprüchlich.

Im übrigen schließe ich mich dem schwachen Zocker an.

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vor 47 Minuten schrieb ThomasInvestiert:

Klar, das macht wegen des Cost-Average-Effekts natürlich auch Sinn.

So kannst du das aber nicht stehen lassen, lese hier bitte auch mal diverse Studien die diesen Effekt verblassen und eher unwichtig machen lassen. Geldhäuser bewerben natürlich gern damit ihre Produkte.

 

Zum Thema, natürlich kennt hier niemand dein Depot und kann daher keine Aussage machen. Aber wie auch die Vorredner schreiben solltest du dich mit den typischen Anlagefehlern befassen und allem voran "Experteneinschätzungen" selbstkritisch deinem persönlichem Anlageziel und Strategie hinterfragen. Bei Einzelaktien solltest du dich mehr mit dem Unternehmen beschäftigen anstelle was Trump mal wieder aus dem Ärmel schüttelt, Stop/Loss Strategie hier z.B. mal als Stichwort. Kannst du dich mit den Unternehmen und deren Philosophie identifizieren? Hier sind wir dann aber schon im ethischem Bereich eines Investments, denn nur stur auf die Rendite zu schauen ist zu kurzsichtig und engstirnig.

 

Die wichtigste Frage ist aber, investierst du aktiv oder passiv? Bei letzterem kannst du dir deine Frage nämlich selbst beantworten, was zu tun ist.

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Geschrieben

vor einer Stunde schrieb ThomasInvestiert:

Ich überlege, mein langfristiges Ziel des Buy and hold mittelfristig auszusetzen und meine Aktien jetzt zu verkaufen. Wenn es sich laut den Artikeln oben um Fakten handelt, dass einige Aktienmärkte stark überbewertet sind, ist doch davon auszugehen, dass es mittelfristig einen Crash geben muss, damit der Wert der Aktien wieder dem intrinsischen Wert der Unternehmen entspricht. Natürlich kann es sein, dass ich noch einen zweijährigen Bullenmarkt verpasse. Doch mit welchem Risiko?

 

vor einer Stunde schrieb ThomasInvestiert:

Wie schätzt ihr die Situation ein? Was würdet ihr mir raten?

Welche Überbewertung? :P

Gedankenspiel:

Ist ein Unternehmen mit einer zu erwartenden Rendite von 5% p.a. ein gutes Investment?

Und in einem Umfeld mit...

a) 10% Realzinsen auf AAA Staatsanleihen

b) 0% Realzinsen auf AAA Staatsanleihen

c) -10% Realzinsen auf AAA Staatsanleihen

 

Und abschließend:

Wo steht der DAX wenn wir ein Bewertungsniveau wie im Jahr 2000 bekommen? ;)

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Geschrieben

Vielleicht hat sich Thomas auch heute morgen nur erschrocken, als er in sein Depot schaute, wer weiß. B-)

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Geschrieben · bearbeitet von Heureka

Wer z.B. in einen MSCI World-ETF investiert (hat), setzt damit derzeit zu rund 60% auf die USA. Wer also der Meinung ist, dass speziell USA-Aktien "überbewertet" sind, hat 2 Möglichkeiten:

1. Das Sparen in so einen Fonds (vorübergehend) einzustellen, oder

2. Das Portfolio dahingehend umzustrukturieren, dass einzelne Regionen (Nordamerika, Europa, etc.) *einzeln* bespart werden und beispielsweise die USA "nur" noch mit maximal 40% insgesamt gewichtet werden.

 

Ich plädiere für 2. - wobei man IMHO sowieso von Anfang an so besser fährt.

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Geschrieben

Du merkst schon, daß die ganzen Antworten weniger auf die Beantwortung Deiner Frage hinauslaufen, sondern vielmehr auf eine ganz andere, nämlich ob Du wirklich so ein überzeugter Buy and Hold Anleger bist.

Klar, wenn Du die richtigen Aktien erwischt, kann das lukrativ sein:

 

z.B. Tesla 2013 für ca.80,00€ gekauft - Ende 2016 stand sie bei ca.200,00€ - da kann man nicht meckern.

 

Anders sieht's halt aus, wenn man da kein so glückliches Händchen hast.

 

z.B. Bayer stand Anfang 2013 bei ca. 100,00€ - Ende 2016 bei 96,00€ - nicht so berauschend. Ja, man streicht seine Dividenden ein und wartet geduldig, bis die Aktie in Richtung 200 geht.

 

Ich hab mir letztes Jahr ein Programm geschrieben, daß mir steigende Trends anzeigt. Habe zufällig vor ein paar Tagen einer Backtest mit der Bayer-Aktie durchgeführt. Danach hätte ich mit meinem Programm, zwischen 2013 und 2016,  so in der Größenordnung von 80 bis 90% Gewinn gemacht. Dividenden nicht berücksichtigt.

 

Das ist meine Strategie, an die ich glaube. Ist zwar wesentlich aufwendiger, als kaufen und gut is, aber wenn Du halt einen schlechten Einstiegspunkt mit den falschen Aktien erwischt, wartest Du vielleicht jahrelang, bis Du Dein Geld wieder raushast. Schau Dir mal den historischen Verlauf des Nikkei seit den 80er Jahren an.

 

Es gibt Anlagestrategien, wie Sand am Meer - such Dir eine aus, mit der Du zurechtkommst, sowohl was den Arbeitsaufwand und die psychische Belastung anbelangt.

 

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

Beendet doch einfach das immer gleiche Spiel von Euphorie und Angst einer zu hohen Aktienquote und baut euch ein gemischtes Portfolio aus risikoarmen und riskanten Anlagen, bei dem ihr mit den in der Vergangenheit aufgetretenen (bekannten) Verlusten der riskanten Anlagen leben könnt.

 

Beispiel: man hat ein Portfolio, das 200.000 Euro wert ist. Man kann beim Blick ins Portfolio maximal einen Verlust von 50.000 Euro ertragen, ohne Schnappatmung zu bekommen, in Panik zu verfallen und sich der Idee hin zu geben, zu verkaufen, um "Verluste zu begrenzen". Was bedeutet das bei einem angenommenen bisher aufgetretenen maximalen Verlust des MSCI World ETF von 60%? Ganz einfach: maximal 83.333,33 Euro von den 200.000 Euro dürfen in Aktien-ETF MSCI World angelegt werden. Das sind dann maximal 42% Aktienquote. Das war es. Mehr geht bei der Verlusttoleranz und Portfoliogröße des Anlegers nicht. Selbst wenn das Portfolio Millionen Euro schwer ist, wenn der Anleger Panik bekommt, wenn mehr als 50.000 Euro Verlust im Depot stehen können nur maximal 83.333,33 Euro in Aktien investiert werden.

 

Man kann auch noch einen Wohlfühl-Sicherheitspuffer abziehen und die Aktienquote noch etwas geringer ansetzen, damit man entspannt bleibt, wenn die Börsen in den Krisenmodus gehen.

 

Dann muss man keine wunderlichen Diskussionsfäden eröffnen und auch nicht spekulieren, wann denn angesichts der Aktienhöchstkurse wieder ein Crash kommt.

 

Disclaimer: das genannte Verfahren schützt selbstverständlich nicht vor unbekannten Unsicherheiten oder dem Risiko, dass die Sonne morgen explodiert und die Erde einäschert. Dann sind auch die risikoarmen Zinsanlagen nichts mehr Wert und das Portfolio ist verdampft. Zumindest die aus der Vergangenheit bekannten Risiken kann man jedoch in sein Portfolio einrechnen und überlegen, welches Risiko man verträgt und welches eben nicht mehr. Kein Bedarf nach unsinnigen Spekulations-Threads wie diesem hier.

 

p.s. Momentan sehe ich eher ein ThomasZockt, bis zu einem ThomasInvestiert ist es wohl noch ein längerer Weg.

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Geschrieben · bearbeitet von ThomasInvestiert

4 hours ago, troi65 said:

Wenn das mit der Überzeugung  so wär , hätte es diesen Beitrag nicht gebraucht.

Ja, das ist richtig. Allerdings war ich nach einem Blick ins Depot heute morgen mit -2,13% im Vergleich zu gestern ziemlich verunsichert.

 

3 hours ago, Walter White said:

Vielleicht hat sich Thomas auch heute morgen nur erschrocken, als er in sein Depot schaute, wer weiß.

So war es in der Tat.

 

3 hours ago, Walter White said:

So kannst du das aber nicht stehen lassen, lese hier bitte auch mal diverse Studien die diesen Effekt verblassen und eher unwichtig machen lassen. Geldhäuser bewerben natürlich gern damit ihre Produkte.

Meinst Du wegen der hier (https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittskosteneffekt#Kritik) beschriebenen Thematik?

Wenn man in einer Long-Position langfristig investiert und gleichzeitig davon ausgeht, dass der Markt langfristig steigen wird, macht es natürlich wenig Sinn, am Anfang nicht einen kompletten Betrag zu investieren.

 

4 hours ago, Schwachzocker said:

Medienkonsum zurückschrauben! Eigene Überzeugungen entwickeln! Fakten von Gefühlen trennen!

Es liegt wohl vor allem am Medienkonsum. Ich investiere erst seit ca. eineinhalb Jahren am Aktien- und Wertpapiermarkt. Ich selbst würde mich als krisenunerfahrenen Frischling bezeichnen. Gelesen habe ich zwar viel (Kommer, Benjamin Graham, etc.), doch vor allem an Praxiserfahrung fehlt es mir noch. Die Finanzkrise 2008 habe ich zwar im Nachhinein aufgearbeitet, aber sie nicht wirklich bewusst miterlebt und investiert war ich damals auch noch nicht.

 

Mein Wissensaufbau beim Thema Aktien läuft sehr ähnlich zu dem vom Finanzwesir beschriebenen Verlauf ab (siehe https://www.finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-optimieren):

1. Einarbeitungsphase: Oh Gott, ich versteh nichts. Aber ich nehme die Herausforderung an.

2. Auswahlphase: Auf der Jagd nach dem alleroptimalsten Depot. Ich habe nun alles gelesen und in Excel berechnet. Das ist meine Traumkombi. Die kaufe ich, der bleibe ich treu.

3. Phase des Zweifels: Andere Leute haben auch schöne Depots. Habe ich wirklich mein möglichstes getan? Sollte ich nicht meine Zweifel hinwegoptimieren?

4. Phase der buddhistischen Gelassenheit: Liebe Zweifel haut ab und verschwindet im Nirwana. Ich hab’ besseres zu tun, als am Depot rumzubasteln!

 

Seitdem ich vor ca. eineinhalb Jahren angefangen habe zu investieren, konnte ich natürlich schöne Renditen erwirtschaften. Doch seit ca. einer Woche befinde ich mich in der oben beschriebenen Phase des Zweifels. Ich habe täglich mehrere Stunden Artikel zu Wirtschafts- und Finanzentwicklungen auf den unten im Spoiler verlinkten Webseiten gelesen. Seit ich angefangen habe, diese Berichte zu lesen, konnte ich an mir selbst beobachten, dass mein geistiger Zustand von Tag zu Tag schlechter wurde und ich nur noch die negativen Dinge und Entwicklungen gesehen habe. Als heute morgen mein Depot auch noch ein Minus von 2,13% anzeigte, war ich erstmal ziemlich fertig mit den Nerven und habe diesen Thread hier erstellt.

 

Ich werde den Lesezeichen-Ordner mit den Finanzinternetseiten jetzt löschen und mich erstmal nicht mehr mit dem Thema beschäftigen.

 

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Geschrieben

24 minutes ago, tyr said:

Momentan sehe ich eher ein ThomasZockt, bis zu einem ThomasInvestiert ist es wohl noch ein längerer Weg.

Da ich noch investiert bin und auch weiterhin investiert bleiben werde, bin ich immer noch ThomasInvestiert.

 

In Bezug auf diesen Post handelte es sich eher um folgende Situation: ThomasHatZuVieleNachrichtenGelesenUndIstDenAngstmachernAufDenLeimGegangen

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Geschrieben

Du bist das Gegenteil von Buy-und-Hold-Investor :-) Sonst würdest Du einfach einmal im Monat, Halbjahr oder Jahr mal ins Depot schauen. Die ganzen kleinen Steigerungen der letzen Monate haben einen wesentlich weniger positiven Eindruck auf Dich hinterlassen als die Verluste von gestern, richtig? Bei >2% Verlust gestern hast Du auch keine MSCI World oder ACWI-Strategie, die sind wesentlich weniger gefallen. Schau Dir doch mal Deine risikoreichere Depotstruktur an, warum Du so stark gefallen bist.

 

Weiterhin versuch DIr mal vorzustellen, an dem absoluten Minus, dass Du jetzt siehst, hängt noch eine Null dran. Wenn DU das nicht aushältst, dann solltest Du die Aktienquote in der Tat verringern.

 

Damit minimierst Du natürlich auch die mögliche positive Entwicklung. Das fehlt bei Tyrs Beitrag oben nämlich. Je geringer die Aktienquote im Verhältnis zu sicheren Anlagen im Portfolio sind, umso weniger schwankt es nach unten und oben.

 

Wenn Du das Geld die nächsten 10 Jahre nicht brauchst, kannst Du buy and hold fahren. Wenn nicht, dann verringere Dein Risiko.

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Geschrieben

vor 7 Minuten schrieb ThomasInvestiert:

Da ich noch investiert bin und auch weiterhin investiert bleiben werde, bin ich immer noch ThomasInvestiert.

 

In Bezug auf diesen Post handelte es sich eher um folgende Situation: ThomasHatZuVieleNachrichtenGelesenUndIstDenAngstmachernAufDenLeimGegangen

Nachrichten zu lesen halte ich weiterhin für eine gute Idee. Man sollte mitbekommen, was in der Welt passiert, um sich ggf. an neue Entwicklungen anpassen zu können.

 

Wenn du aber zu viel Risiko eingegangen bist und schon bei minimalen Schwankungen und vor der aktuellen Kurshöhe Verlustängste bekommst passt deine Aktienquote offensichtlich nicht zu deiner Risikotoleranz.

 

Zudem wirst du es kaum verhindern können, dich gegen Finanznachrichten zu wehren, wenn wirklich wieder Zeit für einen Crash ist. Augen und Ohren schließen und Kopf in den Sand stecken hilft da auch nicht wirklich. Du wirst spätestens für Steuern und bei Konditionsänderungen der Bank oder bei Fondsänderungen oder was auch immer ins Depot schauen müssen.

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Geschrieben

Zitat

z.B. Bayer stand Anfang 2013 bei ca. 100,00€ - Ende 2016 bei 96,00€ - nicht so berauschend.

http://www.community.hamsterrad-system.de/index.php?thread/82-bayer-ag-de000bay0017/&postID=1080#post1080

 

Sorry, war ein Tippfehler - nicht Anfang 2013 sondern 2014 stand Bayer bei 102€. - und da wär's doch schade gewesen, wenn man nicht bei 140€ (Anfang 2015) verkauft hätte.

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Geschrieben

Auch eine auf dem Shiller-KGV basierte Strategie könnte man mit gutem Willen als Buy-and-Hold bezeichnen. Wenn man für sich klare Trigger setzt, sehe ich keine Probleme.

 

Ansonsten hilft nur die Information. Einfach mal in Excel (wie von tyr beschrieben) bisherige Einbrüche im eigenen Depot simulieren, dann bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie man eigentlich im Risiko steht.

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Geschrieben

Nein, die Idee "bei hohen Kursen verkaufen, und nach dem Kurssturz wieder günstiger einsteigen" ist nur auf den ersten Blick eine gute Idee.

Abgesehen davon, dass Du nicht weisst, wann genau dieser Kurssturz kommt, erschwert es Dir auch noch die Steuer, dabei einen Gewinn zu machen.

 

Beispielrechnung:

ich habe nach dem letzten Crash 20 Aktien eines Unternehmens zu je 50 Euro gekauft (=1000 Euro)

Seither hat sich der Kurs auf 150 Euro gesteigert, zudem wurden jeweils ca. 3% Dividende gezahlt.

In Erwartung eines Crashs verkaufe ich nun. Auf die erzielten 100 Euro Kursgewinn pro Aktie zahle ich 25 Euro Steuern. Ich kriege also netto je Aktie nur 125 Euro  ausbezahlt.

Damit ich diese 20 verkauften Aktien später wieder zurückkaufen kann ohne Verlust, muss der Kurs also alleine wegen der Steuer schon 16% nachgeben. Andernfalls zahle ich entweder mehr für die Aktien, oder ich kaufe für dasselbe Geld weniger Aktien und kassiere in Zukunft weniger Dividende.

Wenn ich jetzt die Unsicherheit dazuaddiere, dass ich garantiert nicht den optimalen Zeitpunkt des Ausstiegs erwische, sondern der Markt sich aller Pressemeldungen zum Trotz noch 5-10% weiterentwickelt bevor es crasht, und ich auch wahrscheinlich 5-10% vom Tiefpunkt entfernt wieder kaufe, dann muss der Markt schon deutlich mehr als 35% einbrechen, damit ich nennenswert Gewinn mache durch diese Aktion.

 

Fazit für Buy&Holder: verkaufen aus Angst vor dem Crash lohnt sich nicht.

Ausnahme: Du brauchst das Geld innerhalb des nächsten Jahres, z.B. wegen Hauskauf. Ansonsten: Crash aussitzen und in der Zwischenzeit in Ruhe die Dividenden kassieren.

 

 

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Geschrieben

vor 18 Stunden schrieb cantaloupe:

Nein, die Idee "bei hohen Kursen verkaufen, und nach dem Kurssturz wieder günstiger einsteigen" ist nur auf den ersten Blick eine gute Idee.

Abgesehen davon, dass Du nicht weisst, wann genau dieser Kurssturz kommt, erschwert es Dir auch noch die Steuer, dabei einen Gewinn zu machen.

 

Beispielrechnung:

ich habe nach dem letzten Crash 20 Aktien eines Unternehmens zu je 50 Euro gekauft (=1000 Euro)

Seither hat sich der Kurs auf 150 Euro gesteigert, zudem wurden jeweils ca. 3% Dividende gezahlt.

In Erwartung eines Crashs verkaufe ich nun. Auf die erzielten 100 Euro Kursgewinn pro Aktie zahle ich 25 Euro Steuern. Ich kriege also netto je Aktie nur 125 Euro  ausbezahlt.

Damit ich diese 20 verkauften Aktien später wieder zurückkaufen kann ohne Verlust, muss der Kurs also alleine wegen der Steuer schon 16% nachgeben. Andernfalls zahle ich entweder mehr für die Aktien, oder ich kaufe für dasselbe Geld weniger Aktien und kassiere in Zukunft weniger Dividende.

Wenn ich jetzt die Unsicherheit dazuaddiere, dass ich garantiert nicht den optimalen Zeitpunkt des Ausstiegs erwische, sondern der Markt sich aller Pressemeldungen zum Trotz noch 5-10% weiterentwickelt bevor es crasht, und ich auch wahrscheinlich 5-10% vom Tiefpunkt entfernt wieder kaufe, dann muss der Markt schon deutlich mehr als 35% einbrechen, damit ich nennenswert Gewinn mache durch diese Aktion.

 

Fazit für Buy&Holder: verkaufen aus Angst vor dem Crash lohnt sich nicht.

Ausnahme: Du brauchst das Geld innerhalb des nächsten Jahres, z.B. wegen Hauskauf. Ansonsten: Crash aussitzen und in der Zwischenzeit in Ruhe die Dividenden kassieren.

 

 

Das Rechenbeispiel mit der Steuer stimmt so nicht. Man verliert nur die Verzinsung auf den Steueranteil des ersten Verkaufs. Denn natürlich ist bei einem zweiten Kauf die Basis für die Gewinnberechnung eine andere.

 

Was man dagegen definitiv noch verliert, sind die Transaktionsgebühren. Die sind bei den meisten Banken erst bei größeren Umschichtungen bei 60€ gedeckelt, davor hauen sie ordentlich rein. Flatex kann aber da eine Option sein, die Verkaufskosten zu minimieren.

 

Ansonsten stimme ich dir in der Grundaussage völlig zu - Market Timing ist, in den meisten Fällen, keine gute Idee.

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Geschrieben

Zitat

...dann muss der Markt schon deutlich mehr als 35% einbrechen, damit ich nennenswert Gewinn mache durch diese Aktion.

 

Fazit für Buy&Holder: verkaufen aus Angst vor dem Crash lohnt sich nicht.

 

Ich hab's gerade mein Bsp. mit Bayer noch mal mit den 25% Steuern auf den Gewinn , aber ohne Transaktionskosten und Dividende, durchgerechnet. Ich komm da immer noch auf eine gute Rendite.

Oder hab ich da irgendwo einen Rechen- bzw. Denkfehler begangen?

 

 

 

 

Unbenannt 98.jpg

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Geschrieben

Am 19.5.2017 um 18:55 schrieb Sucher:

 Man verliert nur die Verzinsung auf den Steueranteil des ersten Verkaufs. Denn natürlich ist bei einem zweiten Kauf die Basis für die Gewinnberechnung eine andere.

 

Hast recht. Allerdings kann "nur die Verzinsung auf den Steueranteil" auch ganz schön was ausmachen - wenn nämlich die Verzinsung eine Dividendenrendite von 3% oder mehr ist, der Gewinnanteil schon recht hoch ist, weil man schon recht lange investiert ist, und wenn man als Buy&Holder auch vorhat, die Aktie noch viele Jahre zu halten - dann kommt auch einiges zusammen :-)

 

@lapunta, Dein Beispiel verstehe ich nicht ganz. Deine Verkaufszeitpunkte sind jeweils ca. 2 Monate nach dem Kauf. Das ist für mich kein Buy&Hold (ich denke in Jahren....).

Die Zeitpunkte, die Du rausgepickt hast, sind dem Backtesting Deiner Strategie entsprungen? Falls ja, dann wünsche ich Dir, dass das auch in Zukunft funktioniert, dann scheint das ja vielleicht wirklich eine brauchbare Strategie zu sein. Scheint aber eher ein Ausnutzen von kurzfristigen Rücksetzern zu sein, weniger die Angst bzw. Vorsichtsmassnahme vor dem grossen Crash...

 

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Geschrieben

Zitat

Die Zeitpunkte, die Du rausgepickt hast, sind dem Backtesting Deiner Strategie entsprungen? Falls ja, dann wünsche ich Dir, dass das auch in Zukunft funktioniert, dann scheint das ja vielleicht wirklich eine brauchbare Strategie zu sein. Scheint aber eher ein Ausnutzen von kurzfristigen Rücksetzern zu sein, weniger die Angst bzw. Vorsichtsmassnahme vor dem grossen Crash...

 

"Ausnutzen von kurzfristigen Rücksetzern" hört sich gut an und trifft es auch ziemlich gut. Ich mach eigentlich zwei Sachen:

1.)  Auswahl von qualitativ guten Aktien frei nach Greenblatt.

2.)  Auswertung historischer Kurse in Bezug auf Performance.

 

Mein Programm hat mir im Backtest für Bayer folgende Werte ausgespukt. Da sieht man ziemlich gut, das die Aktie in den letzten Monaten gefallen ist und plötzlich wieder steigt.

 

Wenn jetzt noch die Grundstimmung im Markt gut oder zumindest nicht schlecht ist, kauf ich die Aktien und warte. In den meisten Fällen steigen die Aktien dann weiter (sind ja keine Zockerpapiere). Sollte das mal nicht funktioieren, hält man die Aktien solange, bis man wieder im Plus ist, und entscheidet dann zwischen Halten und Verkaufen.

 

Und komischerweise funktioniert das auch, wenn die Unternehmensnachrichten gar nicht so gut sind oder erst in ein paar Wochen veröffentlicht werden.

 

HUGO BOSS AG NA O.N.1,24    -9,07  -12,32   -25,18   -53,44

Kaufsignal 24.07.16 / Kurs: 50,11€ Kurs am 29.03.17: 67,10€ : Performance: 33,9% (Buy and Hold)

Für Hasenfüße gab's auch noch einen plausiblen Austiegspunkt um den 24.08.16 bei einem Kurs von ca. 57,00€, was in einem Monat einer Rendite von 13% entspricht.

 

PFEIFFER VAC. hab ich am 21.10.2016 für 85,00 € gekauft.

 

Am 01.11 wurde dann folgende Nachricht veröffentlicht:

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vage Aussicht auf eine Übernahme hat bei Pfeiffer Vacuum (Pfeiffer Vacuum Technology) am Dienstag die anfängliche Enttäuschung über schwache Geschäftszahlen in den Hintergrund gedrängt. Die Papiere des Vakuumpumpen-Herstellers drehten nach einem dreiprozentigen Minus zu Handelsauftakt deutlich ins Plus und lagen zuletzt 8,44 Prozent höher bei 89,65 Euro. Damit war die Aktie eindeutiger Spitzenreiter im schwachen Technologiewerte-Index TecDAX.

 

Kurs heute: 124,15€ (+46,1%)

 

Ausstieg für Hasenfüße im Januar diesen Jahres bei ca. 100,00€ (+17%).

 

Leider funktioniert mein Programm erst seit Mai letzten Jahres, was heisst, daß es ziemlich leicht war, da coole Renditen einzufahren.

Wie es weiterläuft, werden wir sehen - ich bleibe dran.

 

 

 

 

 

 

Unbenannt 101.jpg

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Geschrieben

vor 7 Stunden schrieb lapunta:

Wenn jetzt noch die Grundstimmung im Markt gut oder zumindest nicht schlecht ist, kauf ich die Aktien und warte. In den meisten Fällen steigen die Aktien dann weiter (sind ja keine Zockerpapiere). Sollte das mal nicht funktioieren, hält man die Aktien solange, bis man wieder im Plus ist, und entscheidet dann zwischen Halten und Verkaufen.

 

 

Das ist ein typischer Anfängerfehler. Dein Kaufkurs sollte bei solchen Überlegungen komplett nebensächlich sein.

Die Frage ist nur, ob du dem Unternehmen heute eher einen weiteren Kursanstieg oder einen Kursverlust zutraust.

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Geschrieben

Zitat

Das ist ein typischer Anfängerfehler. Dein Kaufkurs sollte bei solchen Überlegungen komplett nebensächlich sein.

Die Frage ist nur, ob du dem Unternehmen heute eher einen weiteren Kursanstieg oder einen Kursverlust zutraust.

Ja, ich kenn diese landläufige Meinung, aber sie interessiert mich eigentlich nicht mehr.

 

Schau mal: Mein Programm hat mir am 26.09.2016  für Atoss Software ein Kaufsignal mit Kurs um die 55,50€ ausgegeben. Bis März 2017 sind sie auf 70,00 gestiegen, seitdem dümpeln sie auf diesem niveau hin. Ich hab sie Ende Febr. verkauft und mich über eine gute Rendite gefreut. Morgen gibt's wieder gute Aktien zu kaufen.

 

Und gegen den Markt zu spekulieren, ist nicht nur ein Anfängerfehler, sondern schlichtweg...!

 

 

 

 

 

 

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