1x kaufen, dann ewig halten?

27 posts in this topic

Posted · Edited by Tom Peters

Beim Lesen bin ich auf einen sehr interessanten Fonds gestoßen.

 

Dieser Fonds wurde in 1935 aufgelegte und investierte damals in die 30 besten Dividendenaktien. Jetzt der Clou: Es wurde seitdem nie verkauft, und nie in neue Unternehmen investiert. Neue Gelder wurden immer in die bestehenden Firmen gleich verteilt investiert.

 

Und Performance letzte 15 Jahre ca. 10% im Jahr!

 

21 Werte sind heute noch im Depot. Zahl reduziert durch Pleiten oder Fusionen/Aufkäufe

 

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/nur-kein-aktionismus-fonds-haelt-80-jahre-gleiche-aktien-und-laeuft-praechtig-13461940.html

http://www.nasdaq.com/article/the-ultimate-forever-investment-a-buy-and-hold-fund-that-never-sells-cm341833

 

Wäre das ein Ansatz, den man wiederholen könnte. Man kauft heute die 30 besten Dividendenwerte (High Quality, large cap) und lässt die ewig liegen?

 

"Die Strategie des Voya Fonds könne sogar besser sein als die eines Indexfonds, da er im Gegensatz zum ETF nicht immer die Gewichtung ändern müsse, wenn sich die Zusammensetzung des Index verändere."

 

Was meint ihr welche Aktien man heute kaufen könnte, die man ewig halten kann? Aus welchen Branchen?

 

 

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Das ist quasi der Grundsatz meines Depots. 25 internationale Bluechips / large caps, schön gestreut über verschiedene Branchen und Länder. Und die monatliche Sparrate geht in den niedrigsten Wert.

 

Wobei ich nicht kategorisch ausschließen will, dass ich doch irgendwann mal einen Wert rauswerfe oder etwas dazu nehme. Aber vorerst gibt es keine Veranlassung dazu.

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Posted · Edited by morini

@Reinsch:

Wenn du die Aktien vor der Einführung der Abgeltungssteuer auf Kursgewinne (vor dem 1.1.2009) gekauft haben solltest, besteht auch absolut keinerlei Veranlassung dazu, diese zuverkaufen.

 

In diesem Fall könntest du die Aktien irgendwann mal verkaufen, wenn du das Geld benötigen solltest, ohne dass der Staat die Möglichkeit hat, über die Besteuerung der Kursgewinne abzukassieren. Besser geht es gar nicht! Es sei denn, der Staat kommt irgendwann doch noch auf die Idee, dieses Steuerschlupfloch zu schließen, was ihm durchaus zuzutrauen wäre....

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vor 13 Stunden schrieb Tom Peters:

Wäre das ein Ansatz, den man wiederholen könnte.

Als Privatanleger, wird man immer wieder das Gefühl haben, die falschen 30 Werte ausgewählt zu haben. Man sieht neue Trends (Internet, Biotech, etc) und denkst sich: Mist, das verpasse ich jetzt alles. Also ja, könnte klappen, ist aber extrem schwer durchzuhalten.

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Halte ich vom Grundsatz her für vernünftig. Wenn man die Aktie wirklich als Investition in ein Unternehmen ansieht und nicht als Spekulationsobjekt, dann gibt es keinen Grund zu verkaufen, solange man von dem Unternehmen an sich noch überzeugt ist.

Wer sich ein paar Mehrfamilienhäuser kauft, wird diese auch nicht jedesmal verkaufen, wenn ein paar Mieter ausziehen. Erst wenn da langfristig keiner mehr wohnen will, zieht man halt die Reißleine.

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vor 19 Stunden schrieb Tom Peters:

Beim Lesen bin ich auf einen sehr interessanten Fonds gestoßen.

 

Dieser Fonds wurde in 1935 aufgelegte und investierte damals in die 30 besten Dividendenaktien. Jetzt der Clou: Es wurde seitdem nie verkauft, und nie in neue Unternehmen investiert. Neue Gelder wurden immer in die bestehenden Firmen gleich verteilt investiert.

 

Und Performance letzte 15 Jahre ca. 10% im Jahr!

 

21 Werte sind heute noch im Depot. Zahl reduziert durch Pleiten oder Fusionen/Aufkäufe

 

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/nur-kein-aktionismus-fonds-haelt-80-jahre-gleiche-aktien-und-laeuft-praechtig-13461940.html

http://www.nasdaq.com/article/the-ultimate-forever-investment-a-buy-and-hold-fund-that-never-sells-cm341833

 

Wäre das ein Ansatz, den man wiederholen könnte. Man kauft heute die 30 besten Dividendenwerte (High Quality, large cap) und lässt die ewig liegen?

 

"Die Strategie des Voya Fonds könne sogar besser sein als die eines Indexfonds, da er im Gegensatz zum ETF nicht immer die Gewichtung ändern müsse, wenn sich die Zusammensetzung des Index verändere."

 

Was meint ihr welche Aktien man heute kaufen könnte, die man ewig halten kann? Aus welchen Branchen?

 

 

Also das Konstrukt ist meines Wissens nach ein closed end mutual fund. Die wahren früher also vor 1930 sogar weitaus gängiger als opend end mutual funds. Der Prozess der Auflegung ist im Prinzip ein IPO, danach existieren fixe Mengen an Anteilen welche wie eine Aktie gehandelt werden. In manchen Details wirkt ein solches Konstrukt wie ein Mix aus Indexfonds, ETF und open end mutual fund.

Das Problem eines solchen Fonds der geschlossen ist, sind: Umso älter das Konstrukt wird und umso mehr Firmen sterben, von der Börse genommen werden etc umso einseitiger wird das Konstrukt unter Umständen.

Da es kein Creation/Redemption Prozess gibt entfernen sind die Preise an der Börse zum Teil weit vom NAV. Mit zunehmendem Alter wird der Markt an der Börse unter Umständen immer kleiner soll heissen es gibt immer weniger Umsatz weswegen die Spreads noch zusätzlich steigen bzw. die Abweichung vom NAV.

 

Wenn man davon ausgeht man wird niemals (nie!!!!!!!) in Zukunft diese Position anfassen und wird nur den Dividendenstrom benötigen dann mag das Konstrukt closed end fund gewisse Vorzüge haben. Eventuell haben die Erben dann halt keinen Markt in welchem das Erbe verflüssigt werden kann und ein Konstrukt welches nur noch aus einigen wenigen Aktien besteht und sich dementsprechend auch verhält, nur illquide gegenüber den enthaltenen Aktien.

 

Wenn man aber jetzt genauer darüber nachdenkt wird der gezeigte Fonds aber ne gehörige Portion survivorship Bias haben. Früher waren die gängig und viele sind vermutlich immer noch da nur eben nicht mit 21 von 30 initialen Aktien sondern weniger. Will man die Teile dann halten und gleichzeitig wird der Markt immer enger und die auf und Abschläge immer grösser. Wenn man mal 50 Jahre früher so einen dann hippen Fonds gekauft hätte wären dort fast nur Eisenbahnaktien drin gewesen was mit Aktien der Amerikanischen Eisenbahnen passiert ist kann man selbst nachschlagen. Ob 10% in den letzten 10 Jahren viel ist naja kann man streiten ich bin zu faul zu googeln ich glaube aber nicht wenn man US Large Cap als Benchmark nimmt. Wenn man aber dann noch mit reinnimmt das eben viele verschiedene closed end funds da draussen existieren kommt man zum letzten Punkt das der Artikel nen Finanzporno ist. 

 

Ob man mit 20 Aktien weltweit diversiviziert ist sei auch mal dahingestellt. Zusammen mit allen anderem Stockpickern und den Passiven ist man der Markt ob man die Marktrendite einfährt drüber oder drunter liegt interessiert keinen, ob man mit 20 oder 80 oder 200 Aktien als privater mit seinen vierstelligen bis fünfstelligen Positionsgrössen nach Kosten rankommt interessiert ebenfalls keinen. Wenn man dann noch weil in 10 oder 20 Jahren doch die ein oder andere Firma aus dem Depotfliegt Steuern induziert wirds nicht besser. Dann noch der Arbeitsaufwand für Quellensteuern oder Kosten für nen Steuerberater...... Im Gegenteil ich könnte mich ja freuen über jeden Stockpicker denn solange nicht die Mehrheit indext funktioniert das ganze weiter und die Finanzdienstleister die leider einen Grossen teil der Indexe ausmachen haben weiter ein Auskommen nebst die zusätzlichen Steuern für den Staatshaushalt. Nicht zu vergessen die Steuerberater.

 

 

 

 

 

 

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vor 2 Stunden schrieb marcel:

Halte ich vom Grundsatz her für vernünftig. Wenn man die Aktie wirklich als Investition in ein Unternehmen ansieht und nicht als Spekulationsobjekt, dann gibt es keinen Grund zu verkaufen, solange man von dem Unternehmen an sich noch überzeugt ist.

Wer sich ein paar Mehrfamilienhäuser kauft, wird diese auch nicht jedesmal verkaufen, wenn ein paar Mieter ausziehen. Erst wenn da langfristig keiner mehr wohnen will, zieht man halt die Reißleine.

Und wer kauft das Haus dann?

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vor 1 Stunde schrieb Schwachzocker:

Und wer kauft das Haus dann?

Der Punkt ist, daß man nicht wegen jedem Furz in Panik verfällt. Wenn man in etwas investiert, dann hält man daran fest. und wenn man sich mal geirrt hat, dann hat man halt Verluste. In der Summe fährt man im Zweifel nicht schlechter, als wenn man dauernd hin und her traded, die Hälfte der Zeit nicht investiert ist und in Panik immer die falschen Zeitpunkte wählt um aus- oder einzusteigen.

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Wer ETF kauft, kauft jeden Piss und hält dann auch durch.;)

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Die einzige Frage, die sich stellt, ist: Wie findet man die richtigen "ewigen" Aktien? Schau mal auf die erste Fortune 500-Liste von 1955. Im letzten Jahr waren nur noch 12% der ursprünglichen Firmennamen auf dieser Liste. Von den größten US-Firmen haben also 9 von 10 diesen Zeitraum nicht überlebt, weil sie verkauft wurden, sich umbenannten oder Pleite gingen, etc. Roulette hätte höhere Gewinnchancen :-)

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vor 3 Stunden schrieb Michalski:

Die einzige Frage, die sich stellt, ist: Wie findet man die richtigen "ewigen" Aktien? Schau mal auf die erste Fortune 500-Liste von 1955. Im letzten Jahr waren nur noch 12% der ursprünglichen Firmennamen auf dieser Liste. Von den größten US-Firmen haben also 9 von 10 diesen Zeitraum nicht überlebt, weil sie verkauft wurden, sich umbenannten oder Pleite gingen, etc. Roulette hätte höhere Gewinnchancen :-)

Hast du genauere Informationen, wieviele Unternehmen von dieser Liste am Ende tatsächlich wertlos wurden? Wenn ein Unternehmen sich umbenennt, von einem anderen geschluckt wird oder sich aufspaltet, muss das für den Investor nicht zwangsläufig auch einen Wertverlust bedeuten. Und selbst wenn einige davon pleite gehen, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch hoch, dass die anderen diesen Verlust überkompensieren. Diese 12 % sagen m.E. also praktisch überhaupt nichts über den Erfolg der Strategie aus.

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Posted · Edited by kafkaesk93

vor 18 Minuten schrieb Maciej:

Hast du genauere Informationen, wieviele Unternehmen von dieser Liste am Ende tatsächlich wertlos wurden? Wenn ein Unternehmen sich umbenennt, von einem anderen geschluckt wird oder sich aufspaltet, muss das für den Investor nicht zwangsläufig auch einen Wertverlust bedeuten. Und selbst wenn einige davon pleite gehen, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch hoch, dass die anderen diesen Verlust überkompensieren. Diese 12 % sagen m.E. also praktisch überhaupt nichts über den Erfolg der Strategie aus.

Zwischen 1983-2006 hatten 39% aller Aktien im Russel 3000 eine negative Rendite,  18,5% haben sogar mindestens 75% ihres Wertes verloren! :-*

Kurz zusammengefasst auch der Grund warum ich kein Stockpicker bin. ;)

Stock_Distribution.png

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Posted · Edited by Up_and_Down

Zitat

J.P. Morgan and Longboard Asset management both have done great work on how difficult stock picking is. Below are some of their findings.

 

  • 25% of stocks accounted for all of the markets’ gain.
  • 40% of all stocks suffer a catastrophic loss (70%) and never fully recover.
  • The median stock underperformed the market with an excess lifetime return of -54%
  • Two-thirds of all stocks underperform the market.
  • 40% of all stocks have negative total returns.
  • 18.6% of all stocks dramatically underperform the market.
  • 53% of all technology stocks have had negative returns.
  • Since 1980, over 320 stocks were removed from the S&P 500 due to distress.
  • Evert sector had  a negative median excess return versus the market.
  • Only 6.1% of stocks dramatically outperformed the market during their lifetime.

 

Quelle:

theirrelevantinvestor.com: One Million Market Beaters

 

 

EDIT:

Ebenfalls ein guter Artikel zu dem Thema:

Seeking Alpha: Why Many Investors Fail

 

Was dort ebenfalls gesagt wird: Es schneiden die Investoren schlechter ab, welche zu VIEL und solche die ZU WENIG (striktes Buy&Hold) handeln.

 

 

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vor 3 Stunden schrieb kafkaesk93:

Zwischen 1983-2006 hatten 39% aller Aktien im Russel 3000 eine negative Rendite,  18,5% haben sogar mindestens 75% ihres Wertes verloren! :-*

Kurz zusammengefasst auch der Grund warum ich kein Stockpicker bin. ;)

 

Da lassen sich bestimmt auch andere Zeiträume finden, in denen das anders aussieht. Wenn man nur Anfangs- und Endpunkt betrachtet ist das kaum aussagekräftig. Wer in ETFs investiert, wird auch nicht einmal kaufen und dann nie wieder.

Als Stockpicker investiert man auch laufend in die Aktien, die man hält und da bringt es wenig nur zu schauen, wo stand die Allianz im Jahr 2000 und wo steht sie jetzt. Da müßte man eher schauen, was rausgekommen wäre, wenn man z.B. jedes Jahr für 2000€ gekauft hätte.

 

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vor 22 Minuten schrieb marcel:

Da lassen sich bestimmt auch andere Zeiträume finden, in denen das anders aussieht. Wenn man nur Anfangs- und Endpunkt betrachtet ist das kaum aussagekräftig. Wer in ETFs investiert, wird auch nicht einmal kaufen und dann nie wieder.

Als Stockpicker investiert man auch laufend in die Aktien, die man hält und da bringt es wenig nur zu schauen, wo stand die Allianz im Jahr 2000 und wo steht sie jetzt. Da müßte man eher schauen, was rausgekommen wäre, wenn man z.B. jedes Jahr für 2000€ gekauft hätte.

 

In dem Tread gehts aber um: "1x kaufen, dann ewig halten?"

 

Die von Up_and_Down und mir geposteten Daten, sollte man dabei im Hinterkopf behalten.

 

Ich wollte auch gar keine Lanze für passives investieren brechen, sondern für Diversifikation. Diversifikation bleibt Trumpf im Spiel mit den Märkten! :thumbsup:

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vor 3 Minuten schrieb kafkaesk93:

In dem Tread gehts aber um: "1x kaufen, dann ewig halten?"

 

Die von Up_and_Down und mir geposteten Daten, sollte man dabei im Hinterkopf behalten.

 

Ich wollte auch gar keine Lanze für passives investieren brechen, sondern für Diversifikation. Diversifikation bleibt Trumpf im Spiel mit den Märkten! :thumbsup:

Wenn Du den ersten Post noch mal liest, geht es darum, nie zu verkaufen. Nachkäufe der selben Aktien hat der Fonds natürlich gemacht.

Diversifikation ist halt eine Frage, mit wievielen und welchen Aktien man so was macht.

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Posted · Edited by Up_and_Down

vor einer Stunde schrieb marcel:

Wenn Du den ersten Post noch mal liest, geht es darum, nie zu verkaufen. Nachkäufe der selben Aktien hat der Fonds natürlich gemacht.

Diversifikation ist halt eine Frage, mit wievielen und welchen Aktien man so was macht.

 

So gesehen widersprechen sich der Titel und der referenzierte Fonds etwas.

 

Im Versuch obige Beiträge mal etwas zusammenzufassen:

Was man aber grundsätzlich festhalten kann ist, dass ein paar Fehlgriffe/Pleiten noch keine Performance ruinieren müssen. Dabei sollte man allerdings im Blick behalten, dass das Risiko einer relativen Underperformance (im Vergleich zu großen Indizes) weit häufiger Auftritt, als man vielleicht denkt ("median stock underperformed the market"), dass bestimmte Bereiche ein erhöhtes Risiko bieten (z.B. Technologie) und andere Industrien irgendwann deutlich an Bedeutung verlieren, bzw. erst geschaffen werden.

Generell gilt, dass man bei Einzelaktien einen stärkeren Magen benötigt, als bei Investments in breite Indizes. Der 50% Verlust tut mehr weh, als man sich über 50% bei einem anderen Titel freut. Der ETF-Investor sähe nur die Seitwärtsbewegung.

 

Am Ende steht wieder die Frage: Welche Aktie kaufen? Damit haben wir uns gewissermaßen wieder am Ausgangspunkt des Investierens wiedergefunden.

Was die Frage des TO bezüglich Titel oder Branchen angeht. Welche Branchen? Nun, nach der oben verlinkten Statistik von mir haben Technologie-Titel in der Zeit von 1980 bis 2014 ein deutlich höheres "Katastrophen-Potenzial" gehabt als andere Branchen (mit Blick auf die Dotcom-Blase irgendwie selbsterklärend). Dennoch hat die Studie vllt. ein paar interessante Punkte zu nennen (JP Morgan). Ich habe sie NOCH nicht gelesen.

Generell denke ich jedoch, dass in Bezug auf dein Anliegen wichtig ist, dass du in Bezug auf die ausgewählten Unternehmen das Vertrauen in dein Investment besitzt, dass dir hilft auch in stressigen Zeiten auf deinem Plan zu bestehen. Wichtig hierbei ist, dass du die Entscheidung gründlich und wohlüberlegt getroffen hast. Umso eher du dich kurzentschlossen entschieden hast, umso eher wirst du in einer Krise zweifeln. Die Überzeugung, dass du gemessen an den fundamentalen Werten nicht zu viel für dein Investments bezahlt hast (intrinsischer Wert) kann hier ebenso helfen wie ein felsenfestes Vertrauen in das Geschäft des Unternehmens (eigene Erfahrungen?).

 

Ich habe mir in Bezug auf Studien wie die von Kafkaesk93 und mir verlinkten, auch versucht entsprechend Gedanken zu machen. Wenn es primär wichtig ist kein Geld zu verlieren (50% Verlust benötigt 100% Gewinn um wieder beim Ausgangswert zu sein --> Benjamin Grahams Hinweis), dann könnte es eine Möglichkeit sein sich Unternehmen auszuwählen, die seit Jahrzehnten sehr konstant(!!!) und kräftig wachsen und diese zu kaufen sobald der Preis im historischen Mittel günstig erscheint und auch fundamental gerechtfertigt ist (Annahme: jahrzentelang erfolgreich geführte Unternehmen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft zumindest über dem Median zu liegen // Problem: höherer Preis, aber geringeres Risiko --> Graham). Das wären darüber hinaus Unternehmen, die ziemlich genau dem entsprechen, was Buffett zu suchen scheint.

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vor 2 Stunden schrieb Maciej:

Hast du genauere Informationen, wieviele Unternehmen von dieser Liste am Ende tatsächlich wertlos wurden? Wenn ein Unternehmen sich umbenennt, von einem anderen geschluckt wird oder sich aufspaltet, muss das für den Investor nicht zwangsläufig auch einen Wertverlust bedeuten. Und selbst wenn einige davon pleite gehen, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch hoch, dass die anderen diesen Verlust überkompensieren. Diese 12 % sagen m.E. also praktisch überhaupt nichts über den Erfolg der Strategie aus.

Das ist nahezu unmöglich nachzuverfolgen, da Firmen oftmals in ihre Bestandteile zerlegt oder (teils häppchenweise) auch mehrfach weiterverkauft werden. Aber Enron oder U.S. Steel sind nicht die einzigen Firmen, die in der Bedeutungslosigkeit versanken.

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vor 17 Minuten schrieb Michalski:

Das ist nahezu unmöglich nachzuverfolgen, da Firmen oftmals in ihre Bestandteile zerlegt oder (teils häppchenweise) auch mehrfach weiterverkauft werden. Aber Enron oder U.S. Steel sind nicht die einzigen Firmen, die in der Bedeutungslosigkeit versanken.

 

"Positives" Bsp.: Siemens: Wenn man nur den Verlauf der Siemens-Aktie berücksichtigt, unterschlägt man die Abspaltung von Osram.

Als Siemens-Aktionär habe ich ein paar Osram-Aktien geschenkt bekommen; diese muß ich jetzt mit einbeziehen, wenn ich die Performance meines Investments in Siemens-Aktien beurteilen will.

Ähnliches habe ich bei Telefonica erlebt.

 

Insofern erscheinen die angegebenen Statistiken doch recht problematisch.

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vor einer Stunde schrieb Maikel:

 

"Positives" Bsp.: Siemens: Wenn man nur den Verlauf der Siemens-Aktie berücksichtigt, unterschlägt man die Abspaltung von Osram.

Als Siemens-Aktionär habe ich ein paar Osram-Aktien geschenkt bekommen; diese muß ich jetzt mit einbeziehen, wenn ich die Performance meines Investments in Siemens-Aktien beurteilen will.

Ähnliches habe ich bei Telefonica erlebt.

 

Insofern erscheinen die angegebenen Statistiken doch recht problematisch.

Ist das dennn dei Regel oder eher die Ausnahme? Was wäre, wenn Du statt Siemens eine Bank wie die Deutche Bank oder die Commerzbank gewählt hättest oder einen Versorger? Die galten auch mal alle als sichere Bank. Oder Automobilaktien? Daimler gibt es schon eine gefühlte Ewigkeit aber wohin werden die sich entwickeln, sollte die Elektromobilität und autonomes Fahren den Markt auf den Kopf stellen? Wie willst Du heute Dich für eine Aktie entscheiden und deren weit entfernte Zukunft vorhersagen? Ich würde darauf nicht mein Vermögen verwetten.

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vor 2 Stunden schrieb Maikel:

 

Insofern erscheinen die angegebenen Statistiken doch recht problematisch.

Die Statistiken sind mit Sicherheit alle problematisch.
Das Problem ist zum Einen, daß Backtesting zwar ein netter Zeitvertreib ist, aber letztlich doch nur sehr beschränkt Anhaltspunkte für die Zukunft gibt. Außerdem haben die meisten Rückblicke wenig mit der Anlagesituation des Einzelnen zu tun. Es macht sicher einen Unterschied, ob jemand 100k€ geerbt hat und die nun anlegen will, oder ob jemand jeden Monat x% seines Einkommens fürs Alter zurücklegen will. Da nützt es wenig zu wissen, das dieser Index oder jene Aktie von 1963 bis 1987 5,3% Rendite im Jahr hatte.
Außerdem gibt es auch genügend Statistiken, die zeigen, daß der Bauch genauso gut entscheidet, wie ein Team von studierten Aktienanalysten.
Börse ist wie Religion. Viele haben ihren Glauben und halten daran fest. Andere suchen noch nach etwas, was ihnen Zuversicht gibt. Und wer am Ende Recht hat, bleibt nur abzuwarten.

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vor 7 Stunden schrieb Maikel:

 

"Positives" Bsp.: Siemens: Wenn man nur den Verlauf der Siemens-Aktie berücksichtigt, unterschlägt man die Abspaltung von Osram.

Als Siemens-Aktionär habe ich ein paar Osram-Aktien geschenkt bekommen; diese muß ich jetzt mit einbeziehen, wenn ich die Performance meines Investments in Siemens-Aktien beurteilen will.

Ähnliches habe ich bei Telefonica erlebt.

 

Insofern erscheinen die angegebenen Statistiken doch recht problematisch.

 

Ich halte es auch für problematisch nach Einzelfällen zu suchen, um eine Statistik für unbrauchbar zu halten (auch wenn du das so nicht direkt geschrieben hast). Die perfekte Statistik wird man nicht finden. Man kann dennoch Tendenzen ablesen; ob es nun 100%ig zutrifft für mich nicht relevant.

Ich kann genauso gut einen Fall aus der jüngeren Vergangenheit des US-Aktienmarktes liefern, der die Aussagen der zitierten Statistiken unterstützt. Bewiesen ist damit noch längst nichts. Allerdings ist es ganz nettes Anschaungsmaterial.

Vor einigen Wochen konnte man auf einigen Finanzportalen lesen, dass Facebook, Amazon, Apple, Alphabet und Netflix, also lediglich fünf Unternehmen, im Zeitraum seit dem 1. März bis zum Berichtsdatum, 10 Wochen später, um 270 Mrd. USD an Wert gewonnen hatten - allerdings hatten die übrigen knapp 500 Titel aus dem S&P 500 im selben Zeitraum um 260 Mrd. USD verloren. Das heißt 1% vom Index waren alleinverantwortlich für einen Kursanstieg von rund 1% und haben den Verlust der übrigen Unternehmen überkompensiert (Schnell gesuchte Beispielmeldung).

Laut diesen Statistiken soll es also Unternehmen geben die in vergleichsweiser Zahl nicht über 10 Wochen, sondern über Jahrzehnte entscheidend für den Verlauf der Indizes sind. Warum sollte dies zu abwegig sein? Allerdings gibt es auch Statistiken, welche zeigen, dass zweistelliges Gewinnwachstum über z.B. 15 Jahre oder mehr hinweg kaum ein Unternehmen schafft.

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vor 18 Stunden schrieb kafkaesk93:

Zwischen 1983-2006 hatten 39% aller Aktien im Russel 3000 eine negative Rendite,  18,5% haben sogar mindestens 75% ihres Wertes verloren! :-*

Kurz zusammengefasst auch der Grund warum ich kein Stockpicker bin. ;)

Mal ganz grob überschlagen und sehr konservativ gerechnet wären der Grafik nach von fünf Aktien eine ein Totalverlust, eine noch immer im negativen Bereich (ca. -50%), zwei im positiven Bereich (ca. +50%) und eine dick im Plus (+300%). Das macht im Schnitt immerhin eine postive Rendite von 50%. Natürlich rein statistisch, allerdings schon ab einer Diversifizierung über nur fünf Aktien.

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Posted · Edited by Maikel

vor 12 Stunden schrieb Michalski:

Ist das dennn dei Regel oder eher die Ausnahme?

 

Da habe ich keinen Überblick.

 

Zu Siemens fiel mir noch ein, daß Infineon auch durch eine Ausgliederung aus Siemens entstanden ist.

Zu dem Zeitpunkt (1999) hatte ich schon Siemens-Aktien, habe aber keine Infineon-Aktien bekommen. Ich erinnere nicht mehr, wie die Ausgliederung damals abgelaufen ist.

 

 

vor 5 Stunden schrieb Up_and_Down:

Ich halte es auch für problematisch nach Einzelfällen zu suchen

 

Ich habe nicht nach Einzelfällen gesucht, sondern 2 erlebte Fälle aus den relativ wenigen von mir gehaltenen Aktien genannt.

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vor 2 Stunden schrieb Maciej:

Mal ganz grob überschlagen und sehr konservativ gerechnet wären der Grafik nach von fünf Aktien eine ein Totalverlust, eine noch immer im negativen Bereich (ca. -50%), zwei im positiven Bereich (ca. +50%) und eine dick im Plus (+300%). Das macht im Schnitt immerhin eine postive Rendite von 50%. Natürlich rein statistisch, allerdings schon ab einer Diversifizierung über nur fünf Aktien.

Richtig aber sobald man die signifikanten Gewinner nicht drin hat, gibt es keine Performance mehr.

 

vor 7 Stunden schrieb Up_and_Down:

Ich halte es auch für problematisch nach Einzelfällen zu suchen, um eine Statistik für unbrauchbar zu halten (auch wenn du das so nicht direkt geschrieben hast). Die perfekte Statistik wird man nicht finden. Man kann dennoch Tendenzen ablesen; ob es nun 100%ig zutrifft für mich nicht relevant.

Ich kann genauso gut einen Fall aus der jüngeren Vergangenheit des US-Aktienmarktes liefern, der die Aussagen der zitierten Statistiken unterstützt. Bewiesen ist damit noch längst nichts. Allerdings ist es ganz nettes Anschaungsmaterial.

Vor einigen Wochen konnte man auf einigen Finanzportalen lesen, dass Facebook, Amazon, Apple, Alphabet und Netflix, also lediglich fünf Unternehmen, im Zeitraum seit dem 1. März bis zum Berichtsdatum, 10 Wochen später, um 270 Mrd. USD an Wert gewonnen hatten - allerdings hatten die übrigen knapp 500 Titel aus dem S&P 500 im selben Zeitraum um 260 Mrd. USD verloren. Das heißt 1% vom Index waren alleinverantwortlich für einen Kursanstieg von rund 1% und haben den Verlust der übrigen Unternehmen überkompensiert (Schnell gesuchte Beispielmeldung).

Laut diesen Statistiken soll es also Unternehmen geben die in vergleichsweiser Zahl nicht über 10 Wochen, sondern über Jahrzehnte entscheidend für den Verlauf der Indizes sind. Warum sollte dies zu abwegig sein? Allerdings gibt es auch Statistiken, welche zeigen, dass zweistelliges Gewinnwachstum über z.B. 15 Jahre oder mehr hinweg kaum ein Unternehmen schafft.

 So ist es! :thumbsup:

 

vor 12 Stunden schrieb marcel:

Die Statistiken sind mit Sicherheit alle problematisch.
Das Problem ist zum Einen, daß Backtesting zwar ein netter Zeitvertreib ist, aber letztlich doch nur sehr beschränkt Anhaltspunkte für die Zukunft gibt.
Börse ist wie Religion. Viele haben ihren Glauben und halten daran fest. Andere suchen noch nach etwas, was ihnen Zuversicht gibt. Und wer am Ende Recht hat, bleibt nur abzuwarten.

Genau! Man sollte sich auf sein (ungeprüftes) Bauchgefühl verlassen weil Statistiken gewissen biasen unterliegen. :dumb:

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