Abgeltungssteuer bei Aktienzukauf

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Hallo,

 

habe mal eine Frage zur Abgeltungssteuer bei Aktienzukauf/verkauf. Freistellungsauftrag lasse ich erstmal außen vor. Soweit mir bekannt, werden bei teilweisem Aktienverkauf immer die zuerst gekauften Aktien besteuert.

 

Theoretisches Beispiel anhand desselben Aktientitels:

 

100 Aktien für a' 1.000 Euro = 100.000 Euro. Nachkauf 10 Aktien für 1.500 Euro und Verkauf eine Woche später für 1.600 Euro in Absicht der Gewinnmitnahme. Macht theoretisch einen Gewinn von 1.000 Euro minus 25% Abgeltungssteuer = 750 Euro für die eigene Tasche.

 

Nun scheint es aber nicht so einfach zu sei, oder???

 

Beim Verkauf wird der Einstandspreis von 1.000 Euro zu Grunde gelegt und der Verkaufspreis von 1.600 Euro. Das bedeutet einen Gewinn von 6.000 Euro minus 25% Abgeltungssteuer = 4.500 Euro für die eigene Tasche. Das bedeutet also, ich zahle 1.500 Euro Abgeltungssteuer, obwohl ich durch den Zukauf/Verkauf nur 1.000 Euro brutto gewonnen habe? Ist das richtig? Das würde ja bedeuten, dass ich mich bei Zukäufen und kurzfristigen Verkäufen selbst besch*****n würde.

 

Gibt es eine Lösung für das Problem? Wäre das nur durch ein zweites Depot zu lösen? Fragen über Fragen.

 

Danke für eure Antworten.   

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vor einer Stunde schrieb Tieto:

 

Gibt es eine Lösung für das Problem? Wäre das nur durch ein zweites Depot zu lösen? Fragen über Fragen.

Es gilt First in, first out. Ein zweites Depot ist der bequeme Ausweg.

Was meinst du, warum bei Einführung der Abgeltungssteuer samt Abschaffung der einjährigen Spekulationsfrist so viele Leute eine Trennung von alten und neuen Beständen vorgenommen haben?

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Die Frage lässt sich mit vier Buchstaben beantworten: FIFO.

 

FIFO steht für "first in, first out". Sprich du verkaufst immer zuerst diejenigen Anteile, die du als erstes gekauft hast. In deinem Beispiel also von denn 100 Stück je 1000€, dann passt auch die Rechnung. Erst wenn die ersten 100 komplett verkauft sind, kommt dann der Kurs der 10 Aktien des 2. Kaufes zu tragen. Bzgl. des Steuerbetrages in € macht das keinen Unterschied, denn früher oder später müsstest du den eh zahlen. Also zieht dich da keiner über den Tisch.

 

Natürlich ist klar, worauf du hinaus willst: Du willst die Versteuerung möglichst weit aufschieben für solche Deals. Das kann man über ein zweites Depot tatsächlich lösen, denn FIFO gilt nur innerhalb eines Brokers. Wenn du dieselbe Aktie bei mehreren Brokern kaufst, dann kannst du dir heraussuchen, von welchem Depot jeweils die erstgekauften Aktien verkauft werden sollen.

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Hallo,

 

Zitat

Das würde ja bedeuten, dass ich mich bei Zukäufen und kurzfristigen Verkäufen selbst besch*****n würde.

Nein, das stimmt nicht. Den - erwarteten - Gewinn hast du trotzdem, nur halt in Form deiner Wertpapiere.


Stefan

 

PS: Eine weitere Lösung ist übrigens, für eine kurzfristige Spekulation Derivate zu nehmen.

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Tja, so ist das nun mal. Die gesetzlich Fiktion der Verwendungsreihenfolge FIFO führt in Deinem Fall zu höheren Gewinnrealisierungen.

 

Im übrigen, Deine Betrachtungsweise entspricht LIFO (Last In First Out) und wäre ohne die gesetzliche Vorgabe immer noch nicht erlaubt. Ohne FIFO-Fiktion müsstest du nämlich mit Durchschnittspreisen für die Anschaffung arbeiten. Vergleich das mit einem Heizungstank, der mehrfach nachgefüllt wird. Dort kannst du auch nicht sagen, der letzte nachgetankte Liter wird zuerst verheizt. Das geht erst, wenn man mehrere Tanks hat und bewusst einen Tank verwendet.

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Am 29.12.2018 um 11:23 schrieb Skuggasteg:

denn FIFO gilt nur innerhalb eines Brokers.

innerhalb

a) eines Brokers oder innerhalb

b) eines Depots?

 

Dachte es gilt innerhalb eines Depots.

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Innerhalb des Depots. Du kannst mit mehreren Depots beim gleichen Broker die Verkaufsreihenfolge ein wenig steuern; deswegen haben viele, die Altbestände von vor 2009 halten, diese in in ein anderes Depot verschoben.

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Hab jetzt an die DKB geschrieben, ob ich ein zweites Depot eröffnen kann. Kein Problem kam die Antwort, muss es nur beantragen und innerhalb weniger Tage wird es eingerichtet. Super! Dachte immer bei der DKB gibt es kein zweites Depot.

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