Verlustverrechnungstöpfe

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Geschrieben

Moin an alle,

 

ich habe seit 2016 ein Depotkonto bei einem Online-Broker.

Die in 2016 entstandenen Verluste wurden korrekt im Verlusttopf gesammelt und dieser am Jahresende auf 2017 übertragen mit dem Ergebnis, daß die Steuern auf in 2017 entstandenen Gewinne mit dem Verlusttopf verrechnet wurden, ich also darauf keine Steuern abführen mußte.

Steuern fielen erst an, als die Verluste aufgezehrt waren, der Topf also leer war.

 

Dummerweise habe ich Mitte 2017 einen unbefristeten Antrag auf Erstellung einer Verlustbescheinigung gestellt mit der Folge, daß ab Januar 2018 der Verlusttopf auf Null gestellt wurde und ich die 2017-er Verluste nicht sofort nutzen konnte. Mir ist klar, daß die Verluste steuerlich nicht verloren sind, ich möchte sie aber sofort mit Gewinnen des laufenden Jahres verrechnen können und nicht bis zur Steuererklärung warten. Da ich keine weiteren Gewinne bei anderen Banken erzielt habe, nützt mir die Verlustbescheinigung herzlich wenig.

 

Frage: Kann man diesen Antrag rückgängig machen, bzw. durch einen neuen Antrag ersetzen? Wenn nein, wäre bei Wechsel zu einem neuen Broker der alte Antrag hinfällig?

 

Ich würde mich über einen Beitrag freuen!

 

Chris

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Geschrieben

Nein, der Verlust muss in derSteuererklärung 2017 erklärt und vom Finanzamt festgestellt werden. Wenn das nicht erfolgt und nicht mehr korrigiert werden kann, ist der Verlust weg. Weder eine Rückgängigmachung noch eine Rückübertragung vom FA auf die Bank sind möglich.

 

Allerdings ist der Sachverhalt nicht eindeutig: Du schreibst, dass in 2017 Steuern angefallen sind, dann wäre der Verlusttopf eigentlich ohnehin Null.

 

Gruß
Taxadvisor

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Geschrieben

Hallo Chris,

 

Zitat

einen unbefristeten Antrag auf Erstellung einer Verlustbescheinigung gestellt

Einen solchen Antrag gibt es meines Wissens nicht.

 

Zitat

Kann man diesen Antrag rückgängig machen, bzw. durch einen neuen Antrag ersetzen?

Ich weiß nicht genau ob man den Antrag zurücknehmen kann, ich weiß nur, dass das nach dem 15. Dezember nicht mehr geht (und da wir schon Januar haben ...).

 

Zitat

Allerdings ist der Sachverhalt nicht eindeutig: Du schreibst, dass in 2017 Steuern angefallen sind, dann wäre der Verlusttopf eigentlich ohnehin Null.

Richtig, so ähnlich wollte ich auch schreiben.

 

Und die Jahreszahlen passen auch nicht so recht, es ergibt imho mehr Sinn, wenn es sich um 2018 und 2019 handelt(?).

Aber wenn wirklich 2017: Ist der Steuerbescheid schon bestandskräftig?

 

Stefan

 

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Geschrieben

Tja,

das läuft darauf hinaus, dass du für 2018 eine Steuererklärung mit Anlage KAP erstellen musst. Dort gibst du die Gewinne aus 2018 an und auch den von der Bank bescheinigten Verlust. Das FA wird den Verlust dann verrechnen und einen eventuellen Restbetrag auf 2019 vortragen. Darüber erhälst du dann einen "Bescheid über die gesonderte Feststellung von Verlusten zum 31.12.2018". In diesem Fall wiederholt sich das Ganze dann nächstes Jahr, bis der Verlustvortrag aufgebraucht ist.

 

Was du mit "unbefristeten Antrag" meinst? Keine Ahnung. Sicherheitshalber widerrufst du den Antrag für das laufende Jahr bei der Bank (falls damit "wiederkehrend bis auf weiteres" gemeint war). Dafür hast du bis zum 15.12. Zeit, aber besser ist sofort, sonst ist es wieder plötzlich und unerwartet Weihnachten. :D

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