Effizienzmarkthypothese am Beispiel Wirecard

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134 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

vor einer Stunde schrieb reko:

...

Ich sehe auch kaum Informationen und viele Vermutungen. Das ist eher das Feld der Behavioral Finance.

Ich glaube nicht, dass die deutsche Staatsanwaltschaft aufgrund von Vermutungen Ermittlungen einleitet. Es handelt sich vielmehr um konkrete Tatsachen, die objektiv festgestellt wurden, und die auf strafbares Verhalten hindeuten.

In Singapur gehen die Uhren vielleicht etwas anders; aber auch dort haben die Ermittlungsbehörden besseres zu tun als aufgrund irgendwelcher Vermutungen (Gefühlen) Durchsuchungen zu starten. Würden sie doch aufgrund von Vermutungen Durchsuchungen durchführen, wird man wohl nie mehr mit den Durchsuchungen fertig werden. Im übrigen ist die Aussage von Wirecard, die praktisch abstreitet, dass es eine Durchsuchung gegeben hat, jedoch einräumt, dass Unterlagen übergeben wurden, nicht schlüssig. Denn die Unterlagen hätte man ja auch bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle abgeben können. Dann hätte man sich die negative Berichterstattungen erspart.

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Geschrieben

Markteffizienzhypothese wie ich sie verstehe:

 

Aktueller Aktienkurs ist beste Schätzung für alle zukünftigen, entnehmbare Zahlungsströme abgezinst auf den heutigen Tag mit dem risikofreien Zins.

 

Jetzt schaue ich den Freitag an: Innerhalb weniger Stunden von 130 auf 86 auf 95. 

 

Das passt für mich nicht zusammen. Dass die VW Stammaktie über Monate hinweg günstiger war als die Vorzugsaktie auch nicht (aktuell wieder andersherum).

 

Aber gut, soll jeder glauben, was er will.

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vor 33 Minuten schrieb earningpower:

Markteffizienzhypothese wie ich sie verstehe:

 

Aktueller Aktienkurs ist beste Schätzung für alle zukünftigen, entnehmbare Zahlungsströme abgezinst auf den heutigen Tag mit dem risikofreien Zins.

 

Jetzt schaue ich den Freitag an: Innerhalb weniger Stunden von 130 auf 86 auf 95. 

 

Das passt für mich nicht zusammen....

Was passt da für Dich nicht zusammen? Siehst Du das erste Mal, dass ein Aktienkurs schwankt?

 

vor 34 Minuten schrieb earningpower:

...Dass die VW Stammaktie über Monate hinweg günstiger war als die Vorzugsaktie auch nicht (aktuell wieder andersherum).

Das ist doch ziemlich klar: Vorzüge und Stämme sind eben nicht das gleiche. Angebot und Nachfrage nach beidem ist unterschiedlich. Mal sind die Stämme teurer, weil eine hohe Nachfrage danach herrscht, mal die Vorzüge. Mal erscheint den Anlegern das eine wertvoller mal das andere.

Genauso gut könnte man fragen, wieso die Aktien von Daimler und BMW unterschiedlich bepreist sind, und deshalb die Markteffizienzhypothese in Frage stellen.

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Geschrieben · bearbeitet von hund555

vor einer Stunde schrieb Schwachzocker:

Was passt da für Dich nicht zusammen? Siehst Du das erste Mal, dass ein Aktienkurs schwankt?

Die Markteffizienzhypothese besagt, dass die Preise, die in einem Markt erzielt werden, sämtliche Informationen reflektieren, die in diesem Markt verfügbar sind. Was ist an diesen hohen Schwankungen effizient, wenn in dieser kurzer Zeit keine neue Informationen dazu kamen ?

 

vor einer Stunde schrieb Schwachzocker:

 

Das ist doch ziemlich klar: Vorzüge und Stämme sind eben nicht das gleiche. Angebot und Nachfrage nach beidem ist unterschiedlich. Mal sind die Stämme teurer, weil eine hohe Nachfrage danach herrscht, mal die Vorzüge. Mal erscheint den Anlegern das eine wertvoller mal das andere..

Ja, aber warum sind mal Stämme mal Vorzüge wertvoller ? fundamental hat sich doch nichts geändert? Auch waren keine neue, irgendwelche Informationen verfügbar.

Dass dem Anleger mal das eine mal das andere wertvoller erscheint ohne fundamentale oder informationstechnische Begründung ist genau deswegen nicht effizient.

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vor 7 Stunden schrieb JosefSpa:

Mal was anderes: Was halten die Anhänger der Effizienzmarkthypothese aktuell von Wirecard und dessen "effiziente Preisfindung"?

Ein gutes Beispiel dafür, dass der Markt nur ab und zu effizient ist. In diesem Fall überhaupt nicht. Irrationale Angst hat die Kurse einbrechen lassen. Informationen kann man das nicht nennen, was dort von Anlegern verarbeitet wurde. Spekulationen trifft es eher.

Ich empfehle dir das Buch "Psychologie der Massen" von Gustave Le Bon zu lesen. Der hat schon vor über 100 Jahren gezeigt dass Menschen in Gruppen kein rationales Verhalten an den Tag legen.

 

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Geschrieben · bearbeitet von Valueer

vor 5 Stunden schrieb Peter Grimes:

Natürlich ist ein Panikverkauf auch nur ein Verkauf; das bestreite ich nicht. Die Entscheidung kann sich aber als falsch / unnötig herausstellen. Das weiß der Verkäufer oder wissen andere aber erst später.

 

Also du erkennst schon mal an, dass es Panik im Markt gibt. Super! :D Darauf lässt sich aufbauen.

Panik ist laut Duden die:

Zitat

durch eine plötzliche Bedrohung, Gefahr hervorgerufene übermächtige Angst, die das Denken lähmt und zu kopflosen Reaktionen führt

https://www.duden.de/rechtschreibung/Panik

 

Rationalität hingegen ist die: 

Zitat

Ausprägung der menschlichen Vernunft; Denkart (a) 

(Psychologie) auf Einsicht gegründetes Verhalten

https://www.duden.de/rechtschreibung/Rationalitaet

 

 

Somit schließt sich Panik und Rationalität gegenseitig aus. Entweder das eine oder das andere. Ist wie schwanger sein, ein bisschen geht nicht. 

 

Die Markteffizienzhypothese baut auf der Annahme auf, dass die Teilnehmer zum großen Teil aus rationalen Marktteilnehmern bestehen. Die Hypothese klingt sehr logisch, das werden die meisten hier (auch diejenigen die diese Hypothese nicht befürworten) nachvollziehen können. 

Sie mag auch in vielen Fällen richtig sein, sofern sie auf ein Umfeld trifft das weitgehend unemotional ist, weil es sehr ruhig zugeht (weder Panik noch Gier im Markt bzw. auf den Zugrunde liegenden Wert gesehen).

Sobald diese Gegebenheiten allerdings nicht gegeben sind, und das passiert nicht selten, siehe Wirecard, läuft die Markteffizienshypothese völlig ins leere. Hier greift dann die Behavioral Finance. Es kommt also darauf an in welchem Umfeld wir uns befinden. Die Markteffizienshypothese ist eben keine allseits gültige These der Finanzmärkte, sondern max.ein Ausschnitt davon.

 

@Mafir: Immer wieder schön von dir zu lesen. Nichts anderes als das was Ich sage, aber du schaffst es mit 200 Wörtern weniger! Respekt an dich :D

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vor 24 Minuten schrieb Marfir:

Ich empfehle dir das Buch "Psychologie der Massen" von Gustave Le Bon zu lesen. Der hat schon vor über 100 Jahren gezeigt dass Menschen in Gruppen kein rationales Verhalten an den Tag legen.

 

Werden nicht immer mehr Börsenumsatze automatisiert durchgeführt (stop loss)? Seit wann "handeln" Maschinen bzw. Algorithmen irrational? 

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Geschrieben · bearbeitet von Valueer

vor 9 Minuten schrieb Schildkröte:

 

Werden nicht immer mehr Börsenumsatze automatisiert durchgeführt (stop loss)? Seit wann "handeln" Maschinen bzw. Algorithmen irrational? 

 

Wer hat den Algo geschrieben - eine Maschine oder ein Mensch?

Denken die Alogo's nach oder handeln die nach Anweisung bzw. Programmierung (was ja erstmal nichts schlechtes sein muss)? Aber was ist wenn die Programmierung nicht für jede Situation exakt geeignet ist? Evtl. sind sie für Strategien programmiert die sich in der jeweiligen Marktphase nicht eignen.

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Geschrieben · bearbeitet von pillendreher

vor 18 Minuten schrieb Schildkröte:

 

Werden nicht immer mehr Börsenumsatze automatisiert durchgeführt (stop loss)? Seit wann "handeln" Maschinen bzw. Algorithmen irrational? 

 

Seit wann "handeln" Maschinen bzw. Algorithmen rational?

Sie handeln (noch) genauso, wie sie von einem Menschen programmiert wurden.

Z.B. selbst fahrende Autos:

Bei einem unausweichlichen Zusammenstoß, soll das Fahrzeug mich als Fahrer opfern und gegen den Baum fahren,  oder das Kind, das auf die Straße läuft überfahren?

Antwort: genauso wie es programmiert wurde: Egoist (verkauft sich wohl am meisten), Altruist oder Zufallsgenerator.

 

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vor 52 Minuten schrieb Valueer:

... baut auf der Annahme auf, dass die Teilnehmer zum großen Teil aus rationalen Marktteilnehmern bestehen.

Diese Annahme erscheint mir aber sehr mutig!

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Geschrieben · bearbeitet von Yoko

vor 10 Stunden schrieb Valueer:

... da widerlegt sich die Markteffizienzhypothese doch glatt selbst.

 

 

An die Zweifler der Hypothese: Seid ihr mit einem beachtlichen Teil eures Depots in den Wert eingestiegen, wenn der Markt eurer Meinung nach gerade irrational nach unten reagiert? 

 

Falls nein, oder nur mit einer Position kleiner 10% eures Depots: warum nicht? Angeblich wäre es doch eine sichere Sache. 

vor 10 Stunden schrieb Valueer:

 

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vor 6 Stunden schrieb hund555:

Die Markteffizienzhypothese besagt, dass die Preise, die in einem Markt erzielt werden, sämtliche Informationen reflektieren, die in diesem Markt verfügbar sind. Was ist an diesen hohen Schwankungen effizient, wenn in dieser kurzer Zeit keine neue Informationen dazu kamen ?

Woher willst Du das wissen?

Es mag Anleger (wie Dich) geben, die bis zu einem bestimmten Kurs abwarten (dies ist dann eine neue Information) und dann kaufen. Sei es händisch oder vorprogrammiert.

 

vor 5 Stunden schrieb Marfir:

...Irrationale Angst hat die Kurse einbrechen lassen.

Die Angst ist völlig berechtigt und nicht irrational. 

Im übrigen recht es für die Annahme von Informationseffizienz aus, wenn nur wenige, theoretisch ein Anleger, rational handeln, sofern diese nur genug Geld zur Verfügung haben.

 

vor 5 Stunden schrieb Marfir:

... Informationen kann man das nicht nennen, was dort von Anlegern verarbeitet wurde. Spekulationen trifft es eher.

Das, was die FT schreibt, sind Informationen. Die können richtig oder falsch sein. Das haben Informationen so an sich.

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Geschrieben · bearbeitet von etherial

 

vor 8 Stunden schrieb Valueer:

Die Markteffizienzhypothese baut auf der Annahme auf, dass die Teilnehmer zum großen Teil aus rationalen Marktteilnehmern bestehen. Die Hypothese klingt sehr logisch, das werden die meisten hier (auch diejenigen die diese Hypothese nicht befürworten) nachvollziehen können. 

Die Markteffizienzhpyothese setzt das definitiv nicht voraus. Das wird nur oft behauptet. Dass alle Information in den Preisen reflektiert wird, kann auf beliebige Arten und Weisen entstehen. Setzt man aber voraus, dass effiziente Preise durch Rationalität zu Stande kommen, so reicht üblicherweise auch eine Minderheit rationaler Marktteilnehmer.

 

Ansonsten schließe ich mich Yoko an: Ineffiziente Preise bedeutet, dass man als Investor free lunches machen kann. So wie es aussieht nutzt aber niemand der Diskutierenden die Gelegenheit zum free lunch. Das bedeutet, dass sie eben nicht genügend Informationen haben um zu erkennen ob sie jetzt lieber kaufen oder verkaufen sollen. Das wiederum bedueutet, dass der Markt zumindest für sie effizient ist. Irrational ist es, wenn man selbst besser als der Markt informiert ist aber dennoch nicht handelt.

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vor 9 Stunden schrieb Schildkröte:

 

Werden nicht immer mehr Börsenumsatze automatisiert durchgeführt (stop loss)? Seit wann "handeln" Maschinen bzw. Algorithmen irrational? 

Stop Loss ist aus Fundamentalinvestorensicht irrational. Wenn man sauber analysiert hat und vom Investment überzeugt ist, dann verkauft man doch nicht automatisiert ab einer bestimmten Schwelle. Im Gegenteil man würde nachkaufen. Automatisch verkaufen ist für Leute die nicht wissen was sie tun und damit ihr kurzfristiges Verlustrisiko begrenzen.

Das ist als würde man täglich den Marktwert seines Eigenheims checken und sobald 10% weniger zu buche stehen schnell verkaufen und in eine Wohnung umziehen. Es könnte ja sein, dass die anderen Verkäufer Recht haben... (die vielleicht verkaufen müssen weil sie die Rate nicht zahlen können)

 

vor 5 Stunden schrieb Yoko:

An die Zweifler der Hypothese: Seid ihr mit einem beachtlichen Teil eures Depots in den Wert eingestiegen, wenn der Markt eurer Meinung nach gerade irrational nach unten reagiert? 

 

Falls nein, oder nur mit einer Position kleiner 10% eures Depots: warum nicht? Angeblich wäre es doch eine sichere Sache. 

Ein Investment muss auch zum Investor passen. Das Geschäftsmodell von Wirecard ist nicht jeder man(n)s Sache. Nur weil Kursabschläge übertrieben sind, muss man nicht gleich kaufen wollen.

 

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vor 52 Minuten schrieb etherial:

Ansonsten schließe ich mich Yoko an: Ineffiziente Preise bedeutet, dass man als Investor free lunches machen kann. So wie es aussieht nutzt aber niemand der Diskutierenden die Gelegenheit zum free lunch. Das bedeutet, dass sie eben nicht genügend Informationen haben um zu erkennen ob sie jetzt lieber kaufen oder verkaufen sollen. Das wiederum bedueutet, dass der Markt zumindest für sie effizient ist. Irrational ist es, wenn man selbst besser als der Markt informiert ist aber dennoch nicht handelt.

Du bist allein auf den Preis fokussiert. Von der Bewertung her ist die Bude jetzt günstig bewertet. Aber ich habe mich aus anderen (fundamentalen) Gründen dagegen entschieden.

 

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vor 5 Stunden schrieb Yoko:

An die Zweifler der Hypothese: Seid ihr mit einem beachtlichen Teil eures Depots in den Wert eingestiegen, wenn der Markt eurer Meinung nach gerade irrational nach unten reagiert? 

 

Falls nein, oder nur mit einer Position kleiner 10% eures Depots: warum nicht? Angeblich wäre es doch eine sichere Sache. 

 

10% waren es fast mal, bis der nächste Kursrutsch dann kam :unsure: Börse kann einfach hart sein, das gehört dazu :lol:

 

vor 49 Minuten schrieb etherial:

Die Markteffizienzhpyothese setzt das definitiv nicht voraus. Das wird nur oft behauptet. Dass alle Information in den Preisen reflektiert wird, kann auf beliebige Arten und Weisen entstehen. Setzt man aber voraus, dass effiziente Preise durch Rationalität zu Stande kommen, so reicht üblicherweise auch eine Minderheit rationaler Marktteilnehmer.

Ok, dann muss wohl Wikipedia falsch sein:

 

Zitat

Grundlagen

Zur Definition eines effizienten Marktes gehören die Annahmen, dass die Teilnehmer zum großen Teil aus rationalen Marktteilnehmern bestehen und dass wichtige aktuelle Informationen für alle Teilnehmer nahezu frei verfügbar sind

Wie können die auf Wikipedia auch derart auf solch plumpe Behauptungen reinfallen. Prüft das denn keiner?

https://de.wikipedia.org/wiki/Markteffizienzhypothese

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vor 3 Stunden schrieb Schwachzocker:

Die Angst ist völlig berechtigt und nicht irrational. 

Im übrigen recht es für die Annahme von Informationseffizienz aus, wenn nur wenige, theoretisch ein Anleger, rational handeln, sofern diese nur genug Geld zur Verfügung haben.

 

Das, was die FT schreibt, sind Informationen. Die können richtig oder falsch sein. Das haben Informationen so an sich.

So so. Du meinst deine Amygdala ist eine gute Basis für Entscheidungen. Na dann können wir auch Reptilien unsere Arbeit machen lassen.

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vor 4 Stunden schrieb Schwachzocker:

Woher willst Du das wissen?

Es mag Anleger (wie Dich) geben, die bis zu einem bestimmten Kurs abwarten (dies ist dann eine neue Information) und dann kaufen. Sei es händisch oder vorprogrammiert.

Woher will ich was wissen?

Wenn es also keine neue Information über die Firma/Produkt gibt und und beliebiger Kurs richtig ist, was ist dann überhaupt markteffizienz?

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vor 36 Minuten schrieb Valueer:

Ok, dann muss wohl Wikipedia falsch sein:

Du sagst es!

 

vor 35 Minuten schrieb Marfir:

So so. Du meinst deine Amygdala ist eine gute Basis für Entscheidungen. Na dann können wir auch Reptilien unsere Arbeit machen lassen.

 

vor 6 Minuten schrieb hund555:

Woher will ich was wissen?

Wenn es also keine neue Information über die Firma/Produkt gibt und und beliebiger Kurs richtig ist, was ist dann überhaupt markteffizienz?

Beides einfach nur noch kruder Blödsinn.

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vor 2 Minuten schrieb Schwachzocker:

Beides einfach nur noch kruder Blödsinn.

Entschuldige mal, ich habe nur Frage gestellt. Anscheinend hast du einfach keine Antwort dazu.

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vor 49 Minuten schrieb Valueer:

Ok, dann muss wohl Wikipedia falsch sein:

 

Wie können die auf Wikipedia auch derart auf solch plumpe Behauptungen reinfallen. Prüft das denn keiner?

https://de.wikipedia.org/wiki/Markteffizienzhypothese

Wem soll man nun glauben: Der deutschen Wikipedia oder der englischen? Die Idee der rationalen Teilnehmer basiert doch auf einem einzigen Aufsatz von Fama, der gar keinen wissenschaftlichen Anspruch hatte.

 

Aus meiner Sicht sind die beiden Aussagen "Alle Preise reflektieren sämtliche verfügbare Informationen" und "Der Markt hat eine große Anzahl rationaler Teilnehmer" nicht deckungsgleich (mathematischer Beweis: Es sind Märkte denkbar, in denen die Preise rein zufällig sämtliche verfügbare Informationen reflektieren). In der Wissenschaft wird nur die erstere Aussage weiter verwendet, insofern muss man davon ausgehen, dass die zweitere eine Ergänzung war die weder impliziert noch vorausgesetzt werden kann.

 

vor einer Stunde schrieb Marfir:

Du bist allein auf den Preis fokussiert. Von der Bewertung her ist die Bude jetzt günstig bewertet. Aber ich habe mich aus anderen (fundamentalen) Gründen dagegen entschieden.

Ich lese daraus: Wenn du nur die Bewertung betrachtest würdest du kaufen. Da du mehr Informationen hast nicht. Short gehen würdest du auch nicht, somit ist der Preis für dich entweder effizient (du hast genug Informationen und willst bewusst nicht) oder zu unsicher (du hast du wenige Informationen, eventuell weniger als der Markt) um dich zu entscheiden. Beides deutet auf Informationseffizienz hin.

 

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Geschrieben · bearbeitet von reko

vor 47 Minuten schrieb etherial:

Wem soll man nun glauben: Der deutschen Wikipedia oder der englischen? Die Idee der rationalen Teilnehmer basiert doch auf einem einzigen Aufsatz von Fama, der gar keinen wissenschaftlichen Anspruch hatte.

 

Aus meiner Sicht sind die beiden Aussagen "Alle Preise reflektieren sämtliche verfügbare Informationen" und "Der Markt hat eine große Anzahl rationaler Teilnehmer" nicht deckungsgleich (mathematischer Beweis: Es sind Märkte denkbar, in denen die Preise rein zufällig sämtliche verfügbare Informationen reflektieren). In der Wissenschaft wird nur die erstere Aussage weiter verwendet, insofern muss man davon ausgehen, dass die zweitere eine Ergänzung war die weder impliziert noch vorausgesetzt werden kann.

Vielleicht weil die 2. Aussage nicht haltbar ist? Nur was bringt mir die Theorie wenn sie zu falschen Bewertungen führt? Die einzige andere Theorie wäre, dass die irrationalen Entscheidungen zu richtigen Bewertungen führen und der objektive Firmenwert sich innerhalb von Stunden um z.B. 20% ändern kann. Damit ich das glaube, müßte man mir die neue Information in diesen Stunden zeigen.

Fama sagt selbst, dass es nur eine vereinfachende Modellvorstellung ist. Er behauptet auch nicht, dass z.B. psychologische Gründe keinen Einfluß auf den Kurs haben, sondern dass er damit keine Überperformance statistisch nachweisen kann. Er sagt auch, dass die Preisbildung eine bestimmte Zeit braucht. Sehr langfristig (über Jahre) ist die Theorie sicher richtig.

Der große Vorteil der Markteffizienzhypothese ist, dass man damit bestimmte Phänomene berechnen kann. Die Behavioral Finance ist zwar in einigen Situationen realistischer aber man kann damit nicht rechnen.

 

vor 47 Minuten schrieb etherial:

Ich lese daraus: Wenn du nur die Bewertung betrachtest würdest du kaufen. Da du mehr Informationen hast nicht. Short gehen würdest du auch nicht, somit ist der Preis für dich entweder effizient (du hast genug Informationen und willst bewusst nicht) oder zu unsicher (du hast du wenige Informationen, eventuell weniger als der Markt) um dich zu entscheiden. Beides deutet auf Informationseffizienz hin.

Wenn ich jetzt nicht investiere, dann kann das daran liegen, dass entweder

1. das Investment nicht zu mir paßt

2. ich von einer weiteren Zunahme der Irrationalität ausgehe

3. die Aktie jetzt immer noch zu teuerer ist - dann war sie aber vorher erst recht nicht rational bewertet.

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Geschrieben

Zu sagen, dass man in das irrational unterbewertete Wirecard nicht investiert, weil es zur eigenen Investmentpraxis nicht passt, ist so zu sagen, dass man kein Lotto spielt, obwohl man die Zahlen der nächsten Ziehung kennt....

 

Ansonsten ist die Effizienzmarkthypothese keine binäre 0-1 Sache, mit sie gilt vollständig oder sie gilt nicht.

 

Märkte (nicht nur Aktienmärkte, sondern auch Kunstwerke, Gebrauchtwagen, Immobilien...) können unterschiedlich effizient sein, so kann ein Markt zu 0% effizient sein, zu 50% effizient oder zu 99% effizient.

 

Je effizienter der Markt, desto schwieriger ist es systematisch eine Outperformance zu erzielen.

 

Ist der Markt nur in 50% der Fälle effizient, dann ist es recht einfach Ineffizienzen zu identifizieren und auszunutzen. Ein Beispiel dafür ist der Gebrauchtwagenmarkt: Mit entsprechender Auto- und Markt-Expertise kann ich preiswert gebrauchte Autos aufkaufen und dann teurer verkaufen. Dieser Markt ist recht ineffizient und ich kann gute Gewinne machen.

 

Steigt die Effizienz eines Marktes, wird es exponentiell schwieriger eine systematische und dauerhafte Outperformance zu erzielen.

 

Beispiel 1:

Angenommen ich kann eine Ineffizienz mir 90% Genauigkeit erkennen, wenn diese vorliegt. Wenn keine Ineffizienz vorliegt, dann ist meine Irrtum-Wahrscheinlichkeit (False Positive) bei nur 10%.

 

Angenommen der Large-Cap-Aktienmarkt ist in 90% der Fälle effizient:

- Wahrscheinlichkeit dass ich eine betrachtete Aktie als unterbewertet einstufe: 10% (Aktie ist tatsächlich ineffizient/unterbewertet) * 90% (ich erkenne es) =  9%

- Wahrscheinlichkeit dass ich falsch liege: 90% (Aktie ist nicht unterbewertet) * 10% (meine Irrtums-Wahrscheinlichkeit) = 9%

 

==> Obwohl der Markt nur zu 90% Effizient ist und ich eine Genauigkeit von 90% habe, liege ich bei der Hälfte meiner Kauf-Entscheidungen falsch. Sind Gewinn und Verlust bei korrekt eingestuften Aktien gleich hoch, dann erziele ich mit dieser Strategie keine Outperformance ggü. dem Markt.

 

 

Beispiel 2:

Der Markt ist nun zu 95% der Fälle effizient. Ineffiziente Beispiele gibt es massenhaft, aber:

- Wahrscheinlichkeit dass ich eine betrachtete Aktie als unterbewertet einstufe: 5% (Aktie ist tatsächlich ineffizient/unterbewertet) * 90% (ich erkenne es) =  4,5%

- Wahrscheinlichkeit dass ich falsch liege: 95% (Aktie ist nicht unterbewertet) * 10% (meine Irrtums-Wahrscheinlichkeit) = 9,5%

 

==> Rund 68% meiner Kaufentscheidungen sind falsch. Trotz super Fähigkeiten als Stock-Picker könnte ich damit schnell schlechter als der Markt abschneiden.

 

 

Ja, Ineffizienzen gibt es am Aktienmarkt immer wieder. Die Frage ist, ob ich (oder jemand anderes) diese ausnutzen kann. Ist der Markt zu 99% effizient, dann müsste ich unter-/überbewertete Aktien enorm gut erkennen können mit einer Wahrscheinlichkeit weit über 99% um dauerhaft besser als der Markt abzuschneiden. Es gibt aber nur wenige Personen, die den Markt so gut einstufen können.

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von reko

vor 14 Minuten schrieb Yoko:

Ja, Ineffizienzen gibt es am Aktienmarkt immer wieder. Die Frage ist, ob ich (oder jemand anderes) diese ausnutzen kann. Ist der Markt zu 99% effizient, dann müsste ich unter-/überbewertete Aktien enorm gut erkennen können mit einer Wahrscheinlichkeit weit über 99% um dauerhaft besser als der Markt abzuschneiden. Es gibt aber nur wenige Personen, die den Markt so gut einstufen können.

Die Rechnung hat einen Fehler:

Habe ich Recht und der Markt ist wie von mir vermutet ineffizient, dann gewinne ich.

Habe ich unrecht und der Markt ist effizient, dann habe ich weder gewonnen noch verloren.

Nur wenn der Markt ineffizient aber entgegengesetzt zu der von mir vermuteten Richtung ist, verliere ich.

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Geschrieben

vor 1 Minute schrieb reko:

Die Rechnung hat einen Fehler:

Habe ich Recht und der Markt ist wie von mir vermutet ineffizient, dann gewinne ich.

Habe ich unrecht und der Markt ist effizient, dann habe ich weder gewonnen noch verloren.

Nur wenn der Markt ineffizient aber entgegengesetzt zu der von mir vermuteten Richtung ist verliere ich.

Stimmt, dass ist ein guter Punkt der berücksichtigt werden muss. Aber ganz recht hast du mit deiner Aussage "Habe ich unrecht und der Markt ist effizient, dann habe ich weder gewonnen noch verloren." auch nicht.

 

Angenommen der Markt erzielt 5% in diesem Jahr und ich unterteile die Aktien in zwei Gruppen: Schlechter als der Markt (weniger als 5% Gewinn) und besser als der Markt (mehr als 5% Gewinn).

 

Per Stock-Picking möchte ich möglichst viele Aktien der zweiten Gruppe (>5% Gewinn) auswählen. Habe ich Recht mit einer Aktie, dann erzielt diese >5% Gewinn, z.B. 10% Gewinn in diesem Jahr.

 

Habe ich Unrecht, erzielt die Aktie weniger als 5% Gewinn, z.B. nur 0% Gewinn. Ich habe ggü. dem Markt mit dieser Aktie also 5% Rendite verloren.

 

Bei einer Markt-Effizienz von 90% und 90% Stock-Picking-Fähigkeiten mache ich mit der Hälfte meiner Aktien mehr als 5% Gewinn in diesem Jahr, mit der anderen Hälfte weniger als 5% in diesem Jahr. Mit 50% Gewinner und 50% Verlierern (ggü. dem Markt) ist es also gut möglich, dass mein Endergebnis ähnlich hoch wie das vom Markt ist.

 

Ich werde aber etwas begünstigt, da Gewinn und Verlust asymmetrisch ist: Ich kann maximal 100% verlieren, Gewinnen kann ich aber weit über 100%. So ist es durchaus möglich mit einer kleinen Anzahl an Gewinnern den Markt zu schlagen.

 

 

 

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