Forenstandard 30/30/10/30

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63 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von Assassin

vor 19 Stunden schrieb CobbDouglas:

Märkte gleichgewichten und bei 5% Kuwait und 4% Vietnam landen ist halt schon sportlich. Ich finde die Grundidee sinnvoll(er wie BIP Optimierung ohne Substanz), in der Praxis wird's auch wenig Unterschied machen, aber es ist halt schon mal ein erfrischend anderer Zugang.

 

Sportlich mag das sein, aber sportlich sehe ich persönlich 60%+ USA (Klumpenrisiko, wenn auch wie dargestellt nicht im Hinblick auf Revenue Exposure).

 

Es geht bei Renditen ja schließlich um Änderungen in der Markterwartung.

 

FM sind idR bissl volatiler, ja; aber ich gehe ja eh nicht 100% in Aktien. Für mich lieber so, als 5%xRK3-Anteil in FM zu gehen und so eine (relative, ggf auch absolute) Mini-Position zu unterhalten. Klar, weglassen kann man es auch.

Gab von MSCI ja auch mal die Grafik, welche Märkte (insb. in Afrika) zukünftige FM werden können. Muss also auch nicht so bleiben mit Kuwait und Vietnam.

 

Wie gesagt, so eine Gleichgewichtung nach Kontinenten wäre mir auch lieber.

 

Ob jetzt die USA das nächste Japan ist oder FM der nächste Flop a la Solarenergie - wer weiß das schon!

Vielleicht wäre es ohnehin besser gewesen, irgendwie nach Branchen zu gewichten.

 

Wer sich mit diesen Fragen quält und/oder Gefahr läuft seine Aufteilung im Nachhinein zu kritisieren (Rückschaufehler!), sollte sich m.E. die Gewichtungsüberlegungen am besten sparen und den All-World nehmen oder noch besser nicht in ETFs investieren.

 

/ Achja, danke für deine Wertung, nehme ich mal als Kompliment ;)

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Also ich mache es mir bei Zukäufen von ETFs einfach und nehme einen ETF auf den FTSE All-World Index und damit halt nach Marktkapitalisierung. Ein paar Überbleibsel meiner Aufteilung nach Forenstandard sind aber auch noch vorhanden. Eine Verteilung nach BIP halte ich nicht für sinnvoll. Hierzu gibt es übrigens auch eine 1-Fonds-Lösung (ETF-Portfolio Global DE000A0MKQK7),.

 

Wenn man von der Marktkapitalisierung abweicht, muss man sich ja fragen, warum man das tut. Dem einen ist der US-Anteil zu hoch, der andere will den eigenen Währungsraum übergewichten, wieder ein anderer sieht Chancen bei Schwellenländern. Also alles natürlich dann eine aktive Entscheidung.

 

Ich habe kurz darüber nachgedacht, welche andere Ländergewichtung man hernehmen könnte, wenn man nicht nach Marktkapitalisierung gewichten möchte. Im Prinzip könnte man versuchen, künftige Innovationspotenziale zu identifizieren. Das ist schwierig und wird nur mit viel Glück gelingen. Aber spontan fiel mir gerade ein, dass man sich als Grundlage auch mal die Verteilung der Nobelpreisträger der letzten 10-20 Jahre ansehen könnte. Die Begründung dafür wäre dann, dass in Ländern und Regionen mit vielen Nobelpreisträgern künftig auch mit mehr Innovation und Wachstum zu rechnen ist. Ob man hier alle Fachbereiche des Nobelpreises einbezieht oder sich nur auf die Naturwissenschaften beschränkt (was mir sinnvoller erscheint), müsste man dann auch sehen. Naja, nur so eine Idee, vielleicht mag sich das ja jemand genauer anschauen. Ich bleibe jedenfalls bei meiner Gewichtung.

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vor 4 Minuten schrieb Mato:

Im Prinzip könnte man versuchen, künftige Innovationspotenziale zu identifizieren. Das ist schwierig und wird nur mit viel Glück gelingen. Aber spontan fiel mir gerade ein, dass man sich als Grundlage auch mal die Verteilung der Nobelpreisträger der letzten 10-20 Jahre ansehen könnte. Die Begründung dafür wäre dann, dass in Ländern und Regionen mit vielen Nobelpreisträgern künftig auch mit mehr Innovation und Wachstum zu rechnen ist. Ob man hier alle Fachbereiche des Nobelpreises einbezieht oder sich nur auf die Naturwissenschaften beschränkt (was mir sinnvoller erscheint), müsste man dann auch sehen. Naja, nur so eine Idee, vielleicht mag sich das ja jemand genauer anschauen. Ich bleibe jedenfalls bei meiner Gewichtung.

Ich habe es mal spaßhalber mit Patentanmeldungen gemacht, sowohl über den/die Erfinder, den/die Anmelder und such nur die Patente der Top 2000 Unternehmen nach F&E-Ausgaben (ist dann recht ähnlich zum ACWI von der Grundgesamtheit). Alternativ ginge es auch in Kombination mit wissenschaftlichen Publikationen, F&E-Ausgaben (des Unternehmenssektors) oder F&E-Projekten. Ohne Zahlen bei der Hand zu haben und auf die gewaltigen Schwächen jeder Variante einzugehen, man landet immer zwischen BIP und MK.

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2 hours ago, xfklu said:

 

Mich wundert, dass es bei ihm nur 39% US-Aktien sind. Im MSCI ACWI Index liegt der Anteil immerhin bei 55%.

 

Das ist in der Tat eine sehr spannende Frage. Ähnlich hat jemand dazu auf Twitter nachgefragt [2]. Offenbar nutzt [1] die Daten von der World Federation of Exchanges [3] und gibt an, dass diese genauer sind.

Ich habe mich dort mal angemeldet, um die Daten zu bekommen, und sie liegen mir jetzt zumindest für 2019 vor. Die Daten enthalten über 52.000 weltweit börsennotierte Unternehmen; MSCI ACWI IMI enthält nur um die 8.000 AGs, gibt aber an, damit 99% der Marktkapitalisierung abzudecken [4].

Für Januar 2019 komme ich mit den (umfassenderen) Daten der World Federation of Exchanges auf 46.6% für die gesamten Americas, während MSCI bei 54.5% nur für USA liegt. Dieser Unterschied ist nicht durch die 1% fehlende MK zu erklären. Möglicherweise ist die Ansage von MSCI also nicht richtig, weil sie z.B. viele kleinere Börsen nicht berücksichtigen, und/oder der die Free-Float-Bereinigung von MSCI sorgt für eine starke, zusätzliche Verzerrung zugunsten der USA. Die Daten der World Federation of Exchanges enthalten auch Frontier Markets.

 

[1] https://www.pragcap.com/2018-global-financial-asset-portfolio/

[2] https://twitter.com/cullenroche/status/948305794423861248

[3] https://www.world-exchanges.org/our-work/statistics

 

[4] https://www.msci.com/documents/10199/4211cc4b-453d-4b0a-a6a7-51d36472a703

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vor 4 Minuten schrieb Der Horst:

Für Januar 2019 komme ich mit den (umfassenderen) Daten der World Federation of Exchanges auf 46.6% für die gesamten Americas, während MSCI bei 54.5% nur für USA liegt. Dieser Unterschied ist nicht durch die 1% fehlende MK zu erklären. Möglicherweise ist die Ansage von MSCI also nicht richtig, weil sie z.B. viele kleinere Börsen nicht berücksichtigen, und/oder der die Free-Float-Bereinigung von MSCI sorgt für eine starke, zusätzliche Verzerrung zugunsten der USA. Die Daten der World Federation of Exchanges enthalten auch Frontier Markets.

 

[1] https://www.pragcap.com/2018-global-financial-asset-portfolio/

[2] https://twitter.com/cullenroche/status/948305794423861248

[3] https://www.world-exchanges.org/our-work/statistics

 

[4] https://www.msci.com/documents/10199/4211cc4b-453d-4b0a-a6a7-51d36472a703

 

In [4] steht: "across 23 Developed Markets (DM) and 24 Emerging Markets (EM) countries". Wenn Du Dich auf diese Länder beschränkst, und mit den Daten der World Federation of Exchanges gemäß Indexregeln rechnest, wie sieht die Gewichtung dann aus?

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vor 9 Minuten schrieb CobbDouglas:

Ich habe es mal spaßhalber mit Patentanmeldungen gemacht, sowohl über den/die Erfinder, den/die Anmelder und such nur die Patente der Top 2000 Unternehmen nach F&E-Ausgaben (ist dann recht ähnlich zum ACWI von der Grundgesamtheit). Alternativ ginge es auch in Kombination mit wissenschaftlichen Publikationen, F&E-Ausgaben (des Unternehmenssektors) oder F&E-Projekten. Ohne Zahlen bei der Hand zu haben und auf die gewaltigen Schwächen jeder Variante einzugehen, man landet immer zwischen BIP und MK.

Interessant, eine völlig abweichende Verteilung wird man aber wohl auch nicht erwarten können. Jedenfalls wäre das aber auch eine Grundlage, die man nutzen könnte, wenn man möchte. Irgendeiner hat hier weiter oben formuliert, dass man jede Aufteilung nutzen kann, solange man sie für sich schlüssig begründen kann. Ich denke, das ist letztlich der entscheidende Punkt.

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Geschrieben · bearbeitet von Der Horst

15 hours ago, Peter Grimes said:

 

In [4] steht: "across 23 Developed Markets (DM) and 24 Emerging Markets (EM) countries". Wenn Du Dich auf diese Länder beschränkst, und mit den Daten der World Federation of Exchanges gemäß Indexregeln rechnest, wie sieht die Gewichtung dann aus?

 

Die World Federation of Exchanges (WFE) Daten sind leider zunächst nach Börsen (und dann nochmal wahlweise nach Welt-Regionen) aggregiert, was eine Auswertung nach Ländern aufwendig oder unmöglich macht. Ein paar Datenpunkte geben aber auch hier gute Hinweise, um die Differenz zu erklären:

  • Marktkapitalisierung der WFE-Daten sind für Januar 2019 ca. 80 Billionen (=Trillion) USD, MSCI (ACWI IMI) rechnet nur mit ca. 52 Billionen USD Marktkapitalisierung (wie schon erwähnt, 50 Tausend vs 8 tausend Unternehmen für respektive WFE und MSCI). Das heißt, MSCI deckt also definitiv nicht 99% der weltweiten Marktkapitalisierung an Handelsplätzen ab, sondern nur 99% der von ihnen berücksichtigten Marktkapitalisierung. Dieser Unterschied ist deutlich zu groß, um durch die im MSCI fehlenden Frontier-Markets-Länder erklärbar zu sein. Es bleiben Free-Float-Bereinigung oder unzureichende abdeckung weltweiter Handelsplätze bei der MSCI Index-Berechnung.
  • Die Handelsplätze, die MSCI für die Index-Berechnung verwendet, sind für eine Stichprobe von mir quasi Deckungsgleich mit denen der WFE [5] (alles andere hätte mich auch ein Stück weit überrascht, MSCI ist schließlich Marktführer im Index-Geschäft).
  • Bleibt also in erster Linie die Free-Float-Bereinigung als Faktor übrig:
    • Allein die drei größten Börsen in China (Hong Kong, Shanghai, Shenzhen) haben laut WFE ca. 14 Billionen USD "Domestic MK", NYSE+Nasdaq-US sind bei ca. 22 Billionen USD.
    • Alle fünf Handelsplätze sind von MSCI berücksichtigt. China müsste also nach MK (ohne FreeFloat-Bereinigung) etwa 2/3 vom Anteil der USA ausmachen, im MSCI ACWI sind es aber nicht einmal 7%.
    • Hebt man überschlagsweise das MSCI-Universum um den "fehlenden" China-Anteil an, kommt man nur noch auf grob 41% USA im ACWI.

Fazit: Offenbar sorgt die FreeFloat-Bereinigung für eine deutliche Verzerrung zum Nachteil Chinas im MSCI ACWI (IMI) und in Folge dessen zu einer höheren Gewichtung der USA. Mit den Details hinter der MSCI Free-Float-Bereinigung, z.B. welche chinesischen Aktien (A-Shares, B-Shares, ...) wie weit für ausländische Investoren überhaupt handelbar sind, bin ich nicht vertraut. Mein Eindruck aus dem MSCI-Dokument [5] ist aber, dass die Sache komplex ist.

 

Nebenfazit für Thread: 70/30-Investoren dürfte diese Erkentnis als Argumentationsgrundlage entgegenkommen. :-)

 

[5] https://www.msci.com/eqb/methodology/meth_docs/MSCI_Feb19_GIMIMethod.pdf

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Chinesische A-Aktien werden nur zu 5% berücksichtigt (steigt im Lauf des Jahres auf 20%).

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@Der Horst

Vielen Dank für Deine ausführliche Rückmeldung. Das klingt sehr interessant, muss ich mir aber heute Abend noch einmal in Ruhe durchlesen.

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Danke für die all die Antworten und all die Mühe! Ich muss jetzt am Wochenende mal über alles in Ruhe nachdenken. Freue mich aber, welche interessante Diskussion entstanden ist! 

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Am 19.3.2019 um 17:40 schrieb chirlu:

Chinesische A-Aktien werden nur zu 5% berücksichtigt (steigt im Lauf des Jahres auf 20%).

Was meinst du damit genau? Wird dadurch der China Anteil im MSCI World steigen?

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vor einer Stunde schrieb mxchen1991:

Wird dadurch der China Anteil im MSCI World steigen?

 

Nein, der MSCI World enthält (bisher und weiterhin) nur Hongkong. Der China-Anteil am MSCI Emerging Markets wird dadurch geringfügig steigen; am Ende (d.h. mit 20% Gewichtung) sollen A-Aktien 3,3% ausmachen.

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Ok danke für die Auskunft!

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