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John Silver

Rezensionen von Börsen- und Wirtschaftsbüchern

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John Silver
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von Schweinitz und Krain, Dr. Graf, "Mond und Börsengewinne – TLW – Market-Theory © 1998 Transient Lunar Waves-Market Theory", GVS-Verlag, 1999, 110 Seiten

 

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„Ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung“ (I can resist everything except temptation) – Oscar Wilde.

 

Ich gebe es zu. Ich habe das Buch aus Neugier gekauft. Ich hatte den Titel schon vor einer gewissen Zeit gesehen und mußte ihn schlußendlich doch kaufen um zu wissen, was sich inhaltlich dahinter verbirgt. Ich war einfach zu neugierig. Oscar Wilde hat recht, siehe oben.

 

Das Buch selber ist ein schmales Heftchen von gerade einmal etwas über hundert Seiten. Ein Literatur- oder Quellenverzeichnis sucht man vergebens. Das ist einwenig merkwürdig, weil der Autor ja anscheinend einen Doktortitel führt und ihm zumindest die Grundzüge wissenschaftlichen Arbeitens bekannt sein dürften. Sei es drum.

Beim Kauf und nach der gelesenen Einführung dachte ich, es geht darum, dass aufgrund der Massenpsychologie bestimmte Verhalten gelten (Ich verweise auf den Klassiker „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon), nach dem Motto, XX% aller Menschen glauben an Mondeinflüsse und daher spiegelt sich zu XX% bei Neu- und Vollmond dieser Glaube im Anlageverhalten wider (siehe dazu S. 42). Ähnlich wie XX% aller Menschen glauben, dass sie schlecht geschlafen haben, weil Neu- oder Vollmond war (Der Autor greift dies auch auch, S. 23-24).

Das war eine irrtümliche Annahme von mir. Aber ich will den Inhalten des Buches nicht vorgreifen.

 

Das Buch beginnt mit einer Widmung: „Alle Zweifler mögen beim Lesen dieses Buches so viel Toleranz zeigen, daß sie zumindest gelten lassen, daß wie immer im Leben das Resultat zählt. Das Resultat? Es ist der Gewinn, welcher an der Börse erzielt werden wird. All jenen sei dieses Buch mit allem Respekt für andere Theorien gewidmet.“ (S. 9).

Im ersten Kapitel „Erfolg mit dem TLW Market System“ schreibt der Autor welche Wirkung seine Methode hat („Gewinne“) und woran sie sich messen lassen soll und muss, ebenfalls an den Gewinnen, und warum er diese Methode offenlegt (siehe diverse Stellen, u.a. S 21, S.24, S.44 usw.). Da es sich um „kosmische Gesetze“ handelt, hat es wenig Sinn diese zu verschweigen, weil diese sowieso früher oder später entdeckt werden müssen (S. 20). Auch diese Theorie „ist nicht unfehlbar, aber ist mit der hohen Prozentzahl der richtigen Aussagen doch nahe dran und sollte daher als Theorie ernst genommen werden." Zumindest ist der Autor von seiner Theorie selber überzeugt, denn er schreibt weiter: "Der Autor verdient gut damit. Nicht mit dem Buch. So ist das nicht gemeint. Nein, er verdient realiter an der Börse damit.“ (S. 21). 

 

Das zweite Kapitel „Kosmische Mondrhythmen allgemein“ und das dritte Kapitel „Kosmische Einwirkungen auf das Leben“ beschäftigen sich mit Rhythmen die (angeblich) im Kosmos herrschen, um „lunare Zusammenhänge“ und warum diese auf den Menschen einwirken. „Nicht die banale Idee „Hier Mond – hier Börse“ soll vermittelt werden, sondern das tiefere Verständnis…“ (S. 31).

 

Im Laufe des Kapitels Drei traktiert der Autor den Leser mit lunaren Fachbegriffen, die dem Anhänger der Theorie laut dem Autor geläufig sein müssen. Stichworte: der anomalistische, der darkonitische und der synodische Mondmonat usw. Ich gebe zu, diese ganzen Begriffe um den Mond herum waren mir fast alle nicht geläufig. Ich habe aber auch bis zum Ende des Buches absolut nicht verstanden, wofür diese am Ende in der Theorie nötig waren.

 

Kapitel 4 beschäftigt sich mit „Lunaren kosmischen Einflüssen auf Lebewesen“. Hier und im ganzen Buch wird immer wieder darauf verwiesen, dass der Mond Einfluss auf Lebewesen hat (u.a. S. 54). Das ist erwiesen, laut dem Autor. Leider wird aber nicht eine einzige Quelle genannt, wo man das konkret nachlesen kann.

 

Im 5 Kapitel kommt der Autor dann auf die „Lunaren Auswirkungen auf die Börse“ zu sprechen.

Bevor ich das alles falsch wiedergebe, mache ich es wie der Autor und bleibe im Vagen:

Die Börsendaten um Neu- und Vollmond sind entscheidend und sind durch die lunaren kosmischen Gesetze bedingt.

 

Im 6. Kapitel sprich der Autor über „Lunare Mondphasen und Charttechnik“. Das verwundert nicht, weil die Mond-Theorie des Autors gerade neben anderen Theorien zum tragen kommt und der Autor selber auf die Charttechnik und gleitende Durchschnitte der 38-Tage Linie verweist (u.a. S. 21 und S. 65).

Merkwürdig ist es immer wieder, wenn der Autor in eine Art „Selbstgespräch“ mit dem Leser verfällt. Beispiel: „Wenn nun die Rhythmen …“. „Sie sind ein aufmerksamer Leser dieses Buches, sonst würde diese Frage nicht kommen!“ (S. 81) Es sei verraten, dass ich wohl nicht ein so aufmerksamer Leser war, denn bei mir kam die Frage nicht hoch.

 

Das letzte Kapitel heißt „Die kosmische Zeit und die Börsenvoraussagen“.

 

Das Buch schließt mit einem Nachwort. Merkwürdigerweise schreibt der Autor erst auf der letzten Seite, den Sinn und Zweck der Theorie auf: „Mit Hilfe dieser Theorie ermittelt der Leser zukünftig seine Ein- und Ausstiegssignale“ (S. 110).

 

Fazit:

Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor seine These nach der Herleitung zumindest irgendwo einmal sauber aufschreibt. Leider hat er das aber nicht getan, so dass ich mir die „TLW-Theorie“ aus dem Büchlein mehr oder weniger zusammengesucht habe.

Ich habe dann willkürlich die Jahr 2013 und 2020 genommen und einen Dax-Backtest versucht. Neue Aktien-Theorien haben oft im Backtest in der Vergangenheit funktioniert, aber leider ist das kein Garant für die Zukunft. Hier ist das Schöne, dass die Theorie aber von 1999 ist, so dass die Jahre 2013 und 2020 sozusagen einen Test in der Zukunft des Buches darstellen. Außerdem gelten nach der Theorie die kosmischen Gesetze ja immer, s.o. und unten letzter Satz.

Ich habe bewußt den Dax für einen Test gewählt, weil ich der Meinung bin, wenn irgendwo, dann muss sich die Theorie in einem Index deutlicher widerspiegeln als in irgendeiner Einzelaktie. Den Dax habe ich auch gewählt, weil ich dadurch die Mondphasen aus Deutschland nehmen konnte, weil auch alle Beispiele im Buch deutsche Aktien betreffen. Wahrscheinlich liegt es an mir. Wahrscheinlich habe ich die Theorie nicht richtig angewandt und wahrscheinlich habe ich die Daten sogar falsch interpretiert. Aber ich konnte beim besten Willen nicht annährend auch nur irgendeinen Zusammenhang zwischen Neu- oder Vollmond und den Veränderungen im Dax erkennen können. Zumindest beweist das für mich meine Theorie, nämlich das die Mond-Börsen-Theorie Unsinn ist.

Von daher ist die Theorie, egal wie man zu ihr steht und wie man sie interpretiert aus meiner Sicht banal an ihrer eigenen Messlatte, entscheidend sind die Gewinne, siehe oben, gescheitert. Lustig wars trotzdem und „Denken sie immer daran: Die Börse vergeht, die kosmischen Gesetze bleiben“ (S. 47).

 

 

 

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John Silver
Posted · Edited by John Silver

Müller, Dirk; "Cashkurs – So machen Sie das Beste aus Ihrem Geld: Aktien, Versicherungen Immobilien", Droemer Verlag, 2011, 368 Seiten

 

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Dirk Müllers zweites Buch, das vorliegende „Cashkurs“, ist im Gegensatz zu seinem ersten Buch keine allgemeine Abhandlung zu Börse und Wirtschaft, sondern ein richtiges „Einführungs“- oder „Anfängerbuch“. Um es vorweg zu nehmen, ich war total überrascht, weil das Buch wirklich nicht schlecht ist. Stellenweise ist es sogar echt richtig gut. Es ist, abgesehen vom Alter, sogar durchaus Anfängern zu empfehlen, weil es eine Gesamtübersicht schafft. Das Buch selber gliedert sich dazu in vier Level, vom Basiswissen für Einsteiger über den Expertenlevel hin zu Exoten und Gimmicks.

 

Während des Lesens der etwa ersten 30 Seiten von Level 1 konnte ich aber nicht glauben, dass das Buch wirklich alleine von Müller geschrieben ist. Aber weder auf dem Umschlag noch auf den ersten Seiten oder im Vorwort findet man einen Hinweis auf einen Co-Autor. Erst auf Seite 368 von 368 Seiten erfährt man im Schlußwort, dass sein Mitautor Thomas Hammer am Buch mitgearbeitet hat und beide ihr Fachwissen zusammengetragen haben. Alles andere als ein Co-Autor hätte mich auch stark verwundert. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Hammer_(Journalist) )

 

Schon im Vorwort beginnt Müller, typisch für ihn, mit einer Polemik, in der er stark vereinfacht und absolut zweifelhaft das Wirtschaftssystem beschreibt. Schon wie in „C(r)ashkurs“ bleibt er dabei schuldig, wie er auf seine abenteuerlichen Schlussfolgerungen kommt (S. 9).

 

Level 1: Basiswissen für Einsteiger

Nach dem Vorwort bleibt sich Müller treu und erklärt mal eben einfach, und das ist das Problem bei ihm - immer zu einfach - wie Banken funktionieren und wo sie ihre „satten“ und „eindrucksvolle(n)“ Gewinne herholen (S. 13).

 

Auf den Seiten 15 bis 21 empfiehlt Müller die Führung eines Haushaltbuches. Das hatte mich positiv überrascht, solche konkreten und sinnvollen Tipps zu lesen. Nun ist das wahrlich kein bahnbrechender Tipp, aber es geht hier ja auch um Anfänger und nicht um Leser mit 5 Jahren WPF-Erfahrung. Der nächste Tipp, seine Versicherungen konsequent jährlich durchzusehen ist ebenfalls ein guter Klassiker, aber die Aussage „400 Euro lassen sich jährlich (sic!) einsparen“ halte ich nach den ersten ein, zwei Durchsichten der eigenen Verträge doch für stark übertrieben (S. 21).

 

Daß das Buch heute im Jahre 2021 mit Druckdatum 2011 natürlich veraltet ist, werfe ich dem Buch und dem Autor nicht vor. Man muss dann eben Kapitel wie „Sparen und Anlegen mit Bundeswertpapieren“ weitestgehend überlesen, weil es z.B. Bundesschatzbriefe als Produkt – LEIDER – nicht mehr gibt (S. 48 – 54). Ebenso ist die Aussage zur Versteuerung von Edelmetallen veraltet und zu allem Überfluss auch schon damals nur bedingt richtig gewesen (S. 59). Zur privaten Notfallreserve habe ich mich hier im Forum schon öfter geäußert. Mir erschließt sich immer noch nicht, wie man ausgerechnet auf 3 Netto-Monatsgehälter kommt und was das für „ungeplante größere Ausgaben“ sein sollen? (S. 62). Aber hierzu gehen auch im Forum die Ansichten auseinander.

 

Gut sind auch der Hinweis auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon relativ am Anfang des Buches, „eine der sinnvollsten … Versicherungen“, und die Aufklärung über die Festgeld-Fonds-Koppelgeschäfte (S. 66 – 67). Sehr gut gefallen hat mir auch, die gute Einführung in „Versicherungsverträge“ auf den Seiten 70 bis 86. Dieses Thema wird leider auch oft in Anfängerbüchern ausgeklammert, dabei ist das Thema wirklich wichtig.

Der erste Abschnitt schließt mit ein paar Checklisten.

 

Level 2: Finanzplanung für Fortgeschrittene

Der zweite Teil startet mit Erläuterungen zur bAV, Riester- und Rürup-Rente die mir auch gut gefallen haben.

Auf Seite 116 schreibt Müller dann: „Wenn Sie einfach nur an der mehr oder weniger begeisternden Entwicklung des … DAX … teilhaben wollen, sparen Sie sich den Fondsmanager … und lesen … wie Sie Ihr Geld einem solchen Indexfonds anvertrauen können. Ein aktiv gemanagter Aktienfonds macht nur dann Sinn, wenn Sie dem jeweiligen Fondsmanager besondere Fähigkeiten zutrauen…“ (S. 116). Unabhängig davon, dass etwas Sinn hat oder nicht, aber auf keinen Fall macht, ist das natürlich amüsant zu lesen wenn man weiß, dass Müller selber ein, vorsichtig ausgedrückt, durchwachsend erfolgreicher Fondsmanager ist.

 

Was ich an Müller immer etwas nervig finde, ist seine Art in den Texten zu kalauern. Das kann man immer gerne selber machen, wenn man mit Freunden beim Bier sitzt, in Sachbüchern finde ich das fehl am Platz. Vielleicht ist das aber auch seine lockere Art, die bei den Buchkäufern und Lesern gut ankommt.

Beispiele:

„…leitet sich … der etwas altmodische Begriff des „Rentiers“ ab, der in diesem Fall kein skandinavischer Hirsch ist, sondern ein finanziell gut gepolsterter Mensch, der von den Zinsen seines Kapitals leben kann.“ (S. 119). Oder: „…mit der besten Bonitätsnote AAA (ist kein Stotterer, das heißt wirklich so) bewertet…“ (S. 121). Oder: „…war ich Rentenhändler (nein, ich habe nicht mit gut erhaltenen 70-jährigen gehandelt, sondern mit Bundesstaatsanleihen)“ (S. 219).

Ist das alles lustig? Ich weiß irgendwie nicht.

 

Natürlich sind Prognosen immer gefährlich, besonders wenn man sie schriftlich niederlegt, so dass diese falsifiziert werden können. Dann steht man natürlich immer etwas doof da, deswegen machen auch viele keine solchen Aussagen. Trotzdem kann ich Müllers größte Fehleinschätzung nicht unterschlagen:

„Die Zinssätze sind so niedrig, die können praktisch nur steigen, und dann hagelt es Kursverluste, bis der Arzt kommt“. (S. 125) Fakt ist, der 12 Monats Euribor ist von ca. 2% auf aktuell etwa -0,5% gefallen seit 2011. Siehe dazu auch ähnlich seine Prognose sinkender Anleihenkurse aufgrund steigender Zinsen auf den Seiten S. 268 - 269.

 

Den Punkt hatte ich schon im letzten Buch bemängelt, aber Müller spricht auch hier wieder die goldene Bilanzregel an, dass kurzfristige Darlehen kurzfristig und langfristige Darlehen langfristig finanziert werden sollen (S. 127). Das mag für Unternehmen gut oder wünschenswert sein, aber bei Banken ist ja gerade die Fristentransformation eines DER Kerngeschäfte. Da hat Müller wohl in der Berufsschule ein paar Seiten im „Grill/Perczynski“ überblättert.

 

Auf den Seiten 125 bis 144 widmet sich Müller den Fonds. Wie oben schon erwähnt, hat Müller selber einen Fonds aufgelegt. Hier im Forum gibt es dazu einen Thread. Ich habe ihn aber nicht gelesen oder verfolgt. Ich weise deshalb hier nur kurz darauf hin, dass Müllers Premium Aktienfonds 2 von 5 Sternen hat. Müller selbst schreibt dazu über die Sterne: [5 Sterne] „Für besonders überdurchschnittliche Fonds … und die Flop-Fonds bekommen nur ein Sternchen“ (S. 137)). „Hinzu kommen noch die jährlichen Verwaltungsgebühren, die je nach Anbieter und Fondsgattung zwischen 0,5 Prozent … und mehr als 1,5 Prozent bei teuren Aktienfonds betragen (S. 141). Laut Factsheet vom Juni 2021 auf seiner Internetseite liegt die Gebühr von Müllers Fonds bei 1,5% Verwaltungskosten und 1,55% Gesamtkostenquote. Eigentlich soll es hier ja um sein vorliegendes Buch gehen, trotzdem halte ich die Anmerkungen hier für richtig.

 

Auf den Seiten 144 bis 147 und auf Seite 262 kommt Müller aber auch auf Indexfonds / ETFs zu sprechen, das soll nicht unterschlagen werden.

 

Das Thema Gold wird in solchen Anfängerbüchern meistens relativ stiefmütterlich behandelt. Hier werden dem Thema immerhin 7 Seiten eingeräumt (S. 160 – 166).

 

Wie auch im ersten Level werden Versicherungen noch einmal angesprochen. Wie schon im ersten Level hat mir dieser Part auch gut gefallen (S. 166 – 174).

Der zweite Teil schließt ebenfalls mit einigen Checklisten ab.

 

Level 3: Finanzplanung für Profis

Auf den Seiten 222 - 223 zeichnet Müller ein doch sehr romantisches Bild einer Aktiengesellschaft und ihrer Geldgeber in Form der Aktionäre. Peinlich ist es dann, wenn Müller versucht, Kreditgeber in Form von Anleihen in eine moralisch zweifelhafte Ecke zu stellen. „Die Zinsen [der Anleihe] können sogar dazu führen, dass das Unternehmen gar nicht erst profitabel wird und eines Tages, wenn es Zins und Zinseszins nicht mehr stemmen kann, sogar die Pforten schließen muss, so dass Arbeitsplätze verlorengehen.“ Auf der einen Seite die „guten“ Aktionäre und auf der anderen Seite die „bösen“ Anleihenkäufer. Da kommen einem fast die Tränen. Auch weil es zeigt, dass Müller in der Banklehre wohl nicht gut aufgepaßt hat und die „Grundsätze wirtschaftlichen Handelns“ einfach nicht versteht.

 

Das Müller auch über sein eigenes Spezialgebiet nicht richtig informiert ist, zeigt er, als er auf Seite 232 über Aktien behauptet: „Eine Nachschusspflicht [bei Aktien] gibt es Gott sei Dank nicht, und mehr als den Kaufpreis können Sie nicht verlieren.“ Das ist bei fast allen Aktien so, aber natürlich gibt es auch nur Teileingezahlte Aktien mit einer möglichen Nachschusspflicht für Aktionäre. Ich behaupte aufgrund der Formulierung, dass Müller hier nicht ungenau ist, sondern das schlicht einfach nicht weiß, dass es solche Arten von Aktien gibt.

 

Kurzweilig wird es aber, wenn Müller in Kostolany-Manier über die Börse plaudert (S. 230 – 240).

 

Bald danach wird es aber wieder abenteuerlich wenn Müller international anerkannte Bilanzkennziffern wie EBIT und EBITDA als Teil einer Verschwörung sieht. Zum EBITDA: „…damit ist der ausgewiesene Gewinn im Vergleich zu den anderen Varianten noch höher. Misstrauen ist angesagt.“ (S. 253). Hier ist aber in Wirklichkeit weniger Misstrauen als Kenntnis der Sachzusammenhänge angesagt. Und nach einer Tirade von Unsachlichkeiten und dem Ignorieren von Prüfungspflichten durch Wirtschaftsprüfer kommt er zu dem Schluß: „Von heute an sollten Sie keiner Bilanz einfach glauben. Das ist wie mit Statistiken…“. (S. 254)

Es ist wohl eher so, dass jemand dem das nötige Wissen fehlt, hinter vielen Dingen höhere Mächte und kriminelle Machenschaften gegen die Aktionäre wittert. Klar gibt es Betrug, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.

 

Müller ist zumindest konsequent und bleibt sich treu, wenn er wie in „C(r)ashkurs“ nicht gerade zimperlich über die Ratingagenturen urteilt. Natürlich hat er auch hier wieder eine Mischung aus Polemik und Fakten zur Hand (S. 270 - 272).

 

Weiter geht es auf den Seiten 277 – 287 unter der Zwischenkapitelüberschrift „Informationsquellen: Wem kann man trauen, wem nicht?“. Auch hier sind alle dumm und doof oder korupt. Politiker, Wirtschaftsweise, Finanzmedien, Börsenbriefe und alle Arten von Beratern. Das ist Müllers Lieblingswelt, eine Welt voller Mythen, Mysterien und Weltverschwörungen, die nur Müller durchblickt, weil er der Einzige mit einer Taschenlampe im Dunkeln ist. Wie immer ist natürlich auch einiges Wahres dran was Müller schreibt, aber es ist eben auch vieles einfach nur billige Polemik. Nachdem das Buch ja viele gute und richtige und wichtige Passagen hatte, muss Müller also zum Ende hin, wieder in sein bekanntes „C(r)ashkurs“-Muster verfallen. Das ist einfach schade, weil es sein Buch einfach unnötig entwertet. Ich weiß auch nicht bei welcher Bank Müller gelernt hat, es scheint aber eine Privatbank gewesen zu sein, ansonsten wären ihm die Aufgaben laut Satzung der Sparkassen und Genossenschaftsbanken bekannt (Vergleiche dazu seine Aussagen auf S. 282).

 

Wie schon angemerkt ist einer der Stärken des Buches der Blick auf die Versicherungen. Trotzdem war ich überrascht, und auch sehr erfreut, etwas zum „gleitenden Neuwertfaktor“ zu lesen (S. 292 – 297). Das ist auch eher selten. Das Kapitel schließt mit Ausführungen zur Krankenversicherung und wie in den o.g. beiden Teilen mit einer Checkliste ab, wobei die Checkliste zu den Unternehmensanleihen doch etwas fragwürdig ist. Stichwort: „Wieviele Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen.“ (S. 306). Als ob das z.B. bei Anleihen-Zweckgesellschaften irgendeine Aussage hätte.

 

Level 4: Gimmicks und Exoten

Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit Anlageformen, die nicht für die breite Masse sind oder die ein größeres Risiko beinhalten. So werden auf den Seiten 307 – 322 Derivate und Optionsscheine besprochen.

 

Wirklich stark ist der Teil in diesem Kapitel, wo Müller sich gegen die Spekulation auf Lebensmittel ausspricht. Dieser Part ist, darauf weist Müller aber auch hin, aus seinem Erstlingswerk. Aber das macht nichts, weil die Aussage einfach richtig ist (S. 338 – 344) !

Das Buch schließt mit dem Eingangs schon angesprochenen Schlußwort über seinen Co-Autor.

 

Fazit:

Wie schon oben geschrieben ist das Buch wirklich nicht schlecht und für Anfänger in allgemeinen Gelddingen zu empfehlen. Es leidet aber vor allem an Müllers merkwürdiger Sichtweise der Dinge, für die man aber schon wieder Wissen braucht, um verstehen, wo Müller falsch liegt oder wo er auf seinem eigenen Verschwörungspfad wandelt. Das ist schade, weil es wie gesagt, die guten Teile des Buches einfach unnötig runterzieht.

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John Silver
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Mueller-Michaelis (Hrsg.), Matthias, "Aktien Strategien für Einsteiger – Der leichte Weg an die Börse", Südwest Verlag, München, 6. Auflage, 2000, 176 Seiten

 

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Ich kann Büchern zur Börse nur schwer widerstehen und so mußte auch dieses Buch in meine Bibliothek wandern und gelesen werden.

 

Nach dem Vorwort und den allgemeinen bekannten einführenden Worten, wird der Leser auf den Seiten 12 bis 19 zum „Risiko-Test“ gebeten. Mittels Punktevergabe für Antworten auf Fragen, wird ein Risikoprofil ermittelt. Das ist natürlich nicht genau, aber ich denke es gibt dem Leser eine erste Einschätzung, wo er wirklich steht und nicht wie er sein möchte. Viele schätzen sich nämlich deutlich risikofreudiger vor der Baissee ein und merken erst, wenn die Kurse fallen, wie einen das belasten kann oder nicht. Von daher fand ich diesen Test in einem Anfängerbuch sehr passend und gut.

 

Im Buch sind an einigen Stellen „Experten-Tipps“ eingestreut. Der Tipp auf S. 31 hat mir gut gefallen: „Wer kein Geld zum spekulieren hat, für den sind Aktien der falsche Weg … . Allerdings kann man auch einen finanziellen Nullpunkt zum Startzeitpunkt für Börsengeschäfte wählen: In solchen Fällen wäre ein Investment-Sparplan … sinnvoll“. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an den Spruch von Kostolany der – stark verkürzt – dagegen sagte, wer kein Geld hat, MUSS spekulieren.

Irren tun sich die Autoren aber bei der Idee auf der gleichen Seite, dass ein Depot als Sicherheit helfen würde, geringere Zinsen für einen Kredit zu bekommen. Die Erfahrung zeigt, dass zumindest aktuell die Lombardzinsen deutlich über den Zinsen für Immobilienkredite liegen (S. 31).

 

Auf den Seiten 34 bis 47 werden die wichtigsten Börsenbegriffe erläutert. Da das Buch von 2000 ist, hat sich natürlich einiges getan. Es verwundert einen, auch wenn man die Zeit selber noch kannte, dass vor nur(!) etwa 20 Jahren nur von 10:30 Uhr bis 13:30 in Frankfurt gehandelt wurde (S. 38). Und dann war Schluß. Heute ist die Zeitspanne fast dreimal so lang.

Oder der Begriff „Kassakurs“ hat heute, wo an den Börsen einzelne Stücke gehandelt werden, praktisch keine Bedeutung mehr (S. 40).

Ebenso werden heute wohl kaum die wenigsten auf den Videotext  für Börseninfos zurückgreifen (S. 57).

 

Im Unterkapitel „Investmentfonds: So blicken Sie bei der Wertentwicklung und Rendite durch“ werden auf den Seiten 69 bis 73 die Renditen in der Anlagedauer und mit dem Fonds-Agio in Beziehung gesetzt. Solche Tabellen sind heute vielleicht nicht mehr nötig, mir haben sie aber gut gefallen, weil sie Anfänger deutlich zeigen, welche Auswirkungen die Fonds-Agio auf die Rendite haben.

 

Der Experten-Tipp auf Seite 79 lautet: „Hektisches kaufen und verkaufen … führt einen Kleinanleger binnen kürzester Zeit in die Verlustzone. Je geringer Ihr Aktienkapital ist, desto seltener sollte das Depot umgeschichtet werden.“ Gemeint ist wohl vor allem, dass die damals relativ üblichen sehr hohen Bankgebühren viel vom Kapitel aufzehren. Ich denke, dass aber auch in Zeiten von 1-Euro-Billigbrokern hinter jedem Trade eine Idee stecken sollte. Und das kann durchaus Daytrading sein, es sollte nur eine gewisse Idee oder Strategie vorhanden sein.

 

Zweifelhaft fand ich dagegen den Experten-Tipp auf S. 98. „…dass … Aktienkurse konjunkturelle Veränderung bereits vorwegnehmen. Es wäre also falsch, dann Aktien zu kaufen, wenn alle Unternehmen in einer Phase der Hochkonjunktur mit hervorragenden Ergebnissen glänzen und die Wirtschaft boomt. … (Das) Ziel könnte aber schon … mit der Folge eines baldigen Kurseinbruchs sein.“ Natürlich ist es besser antizyklisch zu handeln. Aber für den normalen Durchschnittsanleger besteht meiner Meinung viel mehr die Gefahr, dass er dann, vielleicht jahrelang, an der Seitenlinie steht und den Haussee-Zyklus der mitunter Jahre andauert verpaßt. Das richtige Timing und das Erkennen von Übertreibungen ist nicht nur für den Durchschnittsanleger schwierig. Die größere Gefahr ist, die wesentlichen Werttreiber Tage und Monate an der Börse zu verpassen. Und siehe da, auf den Seiten 105 bis 106 wird genau das beschrieben und sich auf eine Studie von Fidelity berufen und gipfelt im Experten-Tipp „Das Risiko, die besten Tage oder Monate zu verpassen, ist groß. Sicherer ist es, langfristig am Ball zu bleiben, möglichst wenig zu timen und umzuschichten.“ Dieser Tipp ist zusammen mit den ganzen Erläuterungen und Ausführungen gegen den Tipp auf Seite 98 tatsächlich Goldwert.

 

Gut gefallen haben mir die Seiten 83 bis 86 unter der Überschrift „Wenn Aktionäre noch zur Kasse gebeten werden“. Es ist zwar etwas ernüchternd wenn man schwarz auf weiß liest, wie Aktionäre zur Kasse gebeten wurden und werden, und wie Vorstände und Aufsichtsräte mit Arroganz, Selbstgefälligkeit, oft genug schlechten Arbeitsergebnissen und mit einer Selbstbedienungsmentalität sich durchwurschteln. Aber es öffnet einem vielleicht auch die Augen, warum vieles so ist wie es ist und im Argen liegt.

Unter der Zwischenunterschrift „Woraus Börsianer noch auf Kursveränderungen schließen“ werden auf den Seiten 93 und 94 drei Indikatoren sehr kurz angerissen, der

- Neujahrs-Indikator, der

- Jahreszeiten-Indikator und der

- Football-Indikator (eher als Super-Bowl-Indikator bekannt). [Fußnote 1]

 

Praktisch fand ich auf den Seiten 98 – 99 eine Übersicht zur Dollar-Abhängigkeit, d.h. welche Branchen wie auf einen hohen oder niedrigen Dollarkurs i.d.R. reagieren.

 

Passend zu den o.g. Indikatoren, wird auf den Seiten 103 bis 105 eine Zins-Strategie vorgestellt. Das steigende Zinsen schlecht für den Aktienmarkt sind, ist natürlich ein altbekannter Hut, aber hier wird als Indikator eine Veränderung am REX-Index ausgemacht, die dann – wenn sie funktioniert – natürlich wesentlich zuverlässiger ist als die globale Aussage „Wenn die Zinsen steigen, dann passiert wahrscheinlich das und jenes…“ . [Fußnote 2]

 

Die Seiten 107 bis 111 beschäftigen sich mit dem Euro und den Auswirkungen die dieser vermutlich gehabt haben würde. Wie üblich bei mehr als 20 Jahre alten Büchern, sind diese Ausführungen in der Rückschau immer interessant zu lesen, bieten aber natürlich keine Hilfestellung für Heute. Das gleiche Problem besteht logischerweise ebenfalls im letzten Kapitel „Die wichtigsten Steuertricks für Anleger“ (S. 158 -173), die ebenfalls vollkommen veraltet sind. Hier ist vielleicht der Part über die Werbungskosten (S. 166 – 167) interessant, weil dieser vielleicht in nächster Zeit wieder aktuell werden könnte. Ich denke dann wird man aber auch die Gelegenheit haben, aktuell etwas dazu zu erfahren.

 

Auch wenn bei den Autoren die Skepsis überwiegt, wird auf den Seiten 111 bis 121 die technische Analyse / Charttechnik kurz, knapp und gut vorgestellt. Sie schreiben selber: „Die Chartanalyse kommt in unseren Augen dem Versuch gleich, aus dem zerknitterten Blech eines verunglückten Autos auf die Fähigkeit des Fahrers zu schließen. …“ (S. 111).

Die Ausführungen selber sind insgesamt jeweils sehr kurz, trotz der 10 Seiten, aber es sind auch einige Chartbilder auf den Seiten gedruckt.

 

Irritierend fand ich die Ausführungen auf den Seiten 126 – 132 unter dem Titel „Schlechte Tipps von der Bank: Wann können Sie Schadenersatz verlangen?“. Irgendwie ist das die typisch deutsche Vollkaskomentalität. Da ist der Anfänger noch gar nicht an der Börse, hat auch noch keinen Verlust erlitten, und informiert sich vorher schon mal, wen er für Verluste später mal haftbar machen kann. Irgendwie ist das traurig, erklärt aber vieles in Deutschland.

 

Sehr schön war eine übersichtliche Rechnung, mit 7% p.a. und ohne Steuern, wie man durch „Altersvorsorge durch Investmentsparen: als Millionär in den Ruhestand (S. 146 – 147). Vorgestellt wird eine Rechnung, in der gestaffelt mit steigenden Einzahlungen, mit der es möglich sein soll, über eine Million Gesamtvermögen bis zum 65. Geburtstag zu erwirtschaften. Die Rechnung macht auf mich einen überzeugenden Eindruck.

 

Zum Ende des Buches werden noch einige Investmentfonds mit einander verglichen (S. 149 – 151). Die Übersicht ist natürlich vollkommen redundant, weil veraltet. Danach werden noch Optionsscheine zur Depotabsicherung angerissen (S. 154 – 157).

 

Fazit:

Abgesehen von den veralteten Teilen des Buches, die man als Leser natürlich leicht ignorieren kann, hat mir das Buch gut gefallen, weil es z.T. anders an die Materie herangegangen ist und viele Hinweise gestreut hat, die man dann selber verfolgen kann, so man denn möchte.

 

[Fußnote 1]

Ich mache in den Kommentaren zu diesem Thread ein paar Ausführungen zu zwei der o.g. drei Indikatoren.

[Fußnote 2]

Ich habe den Rex-Indikator noch nicht geprüft, werden dann aber ggf. eine Anmerkung im Kommentar-Thread dazu machen.

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John Silver
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Grosjean, Rene Klaus, "Wie lese ich eine Bilanz? – Ein Crashkurs für Nicht-Fachleute", Econ Verlag, München, 12. Erweiterte und aktualisierte Auflage, 2001, 368 Seiten

 

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Auch dieses Buch kommt aus der Börsenbüchersammlung vom Foristi Kairos, der mir einen Teil seiner Sammlung überlassen hatte und bei dem ich mich wieder einmal ganz herzlichen für die Bücher bedanken möchte!

 

„Wie lese ich eine Bilanz?“ ist glaube ich ein Thema, das viele Nicht-Fachleute hier im WPF interessiert.

 

Nach dem Vorwort und zwei einleitenden Kapiteln versucht Grosjean einen Schnellkurz in Buchhaltung zu geben. Ich habe keine Ahnung, wie das bei Nicht-Fachleuten verständlich ankommt, mir als Profi scheint das ganze irgendwie etwas wirr und unsystematisch. Ich habe bedenken, ob jemand mit geringen oder gar keinen Buchhaltungskenntnissen den Ausführungen folgen kann. Auch wenn Grosjean versucht mit „links und rechts“ buchen die Scheu vor „Soll und Haben“ zu nehmen (siehe Kapitel 4). Ich hätte jedenfalls die Kapitel 2 bis 5 jedenfalls didaktisch anders strukturiert. Ich empfehle daher, sich mit den Grundzügen der Buchhaltung und von Buchungen woanders vertraut zu machen. Auch habe ich nicht verstanden, warum Kapitel 6 „Der Jahresabschluss – ein Beispiel“ vor Kapitel 7 „Bilanzaufbau – die Struktur“ steht. Wer das kennt braucht beides nicht und wer beides nicht kennt ist zuerst verwirrt oder es hilft einem nicht. Von daher empfehle ich ebenso die beiden Kapitel beim Lesen zu tauschen, also Kapitel 7 vor Kapitel 6 zu lesen. Ich denke dann gibt es eher so manchen „Aha-Effekt“ als anders herum für den Leser.

 

Waren die Kapitel bis daher eher kurz, erklärt Kapitel 8 nun auf 50 Seiten ausführlich die einzelnen Bilanzpositionen.

 

Kapitel 9 kommt mit den Erklärungen zur Gewinn- und Verlustrechnung immerhin noch auf 30 Seiten, wobei ein großer Teil von den ausführlichen Erläuterungen zu den Abschreibungen eingenommen wird (S. 110 – 117).

Das Kapitel fängt auch gleich gut an mit der Aussage: „Ohne Gewinne geht das Unternehmen bald pleite. … Es können keine Investitionen getätigt werden; soziale, Umweltschutz- und andere Belange werden vernachlässigt, und alle Beteiligten schmarotzen nur noch.“(S. 96). Da weiß man gleich Bescheid!

 

Auf den Seiten 97 bis 99 werden dann die Unterschiede zwischen Gesamtkosten- (eher deutscher Raum) und Umsatzkostenverfahren (eher angelsächsischer Raum) vorgestellt. Man merkt sofort, dass der

 

Autor ein Verfechter des Gesamtkosten und kein Freund des Umsatzkostenverfahrens ist. Auf dieses Thema kommt er auch im Folgenden, u.a. auf den Seiten 209 – 210, zu sprechen.

 

Einige Aussagen verwundern. Z.B. die Aussage auf Seite 115 zu Sonderabschreibungen. „Die Sonder-Afa im Anlagevermögen hat meist taktische Gründe; man will Steuern sparen.“ Das mag ja sein, aber jeder sollte wissen, dass der Fiskus sich solche Sachverhalte gerade sehr genau anschaut. Da muss die Argumentation schon lückenlos sein, sonst wird die ganz schnell nicht anerkannt, wenn nicht der Wirtschaftsprüfer das vorher schon verworfen hat. Es sei denn man nutzt dies nur für die Handelsbilanz. Das hat dann aber auch keine Auswirkungen auf die reale Steuerlast. Hier muß Grosjean klarer werden oder  auf das mögliche Auseinanderfallen von Handels- und Steuerbilanz hinweisen, sonst versteht der „Nicht-Fachmann“ das nicht.

 

Oder auf S. 116: „mit 25% pro Jahr – die aktivierten Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs (§282 HGB) abzuschreiben. Dies ist eine nicht sehr häufig anzutreffende Bilanzposition; daher sind auch Abschreibungen darauf selten.“ Diese Abschreibungsart findet man aber praktisch in jedem neu gegründeten Unternehmen in den ersten vier Jahren in der Handelsbilanz. Es sei denn, siehe oben, Handels- und Steuerbilanz fallen nicht auseinander. Aber auch hier fehlt der Hinweis.

 

Etwas nebenbei fällt der wichtige Tipp, dass man sich VOR der Interpretation des Zahlenwerks die Anhang-Angaben durchlesen soll (S. 128). Überraschend ist die Anmerkung, dass das „Wohl des Landes gefährdende Angaben unterbleiben müssen.“ Das wissen sicherlich die wenigsten, ist aber tatsächlich so, siehe §286 (1) HGB. Wobei in der Praxis dieser Paragraph den wenigsten begegnen dürfte.

 

Auf Seite 145 spricht Grosjean ein Problem von stillen Reserven an. Einerseits werden sie gebildet, damit ein Unternehmen ein Polster in schlechten Zeiten hat. Damit verschlechtern sie das aktuelle Bild. Werden die stillen Reserven dann später in schlechten Zeiten aufgelöst, schönen sie dagegen die dann herrschende Lage. Somit kann ein Unternehmen zwar Dellen glätten, verschleiert aber den ungetrübten Blick auf das Unternehmen.

 

Merkwürdig mutet die Aussage auf S. 147 unter der Zwischenüberschrift „Maschinen, Einrichtungen, Werkzeuge“ an, dass „Ein Fuhrpark aus Personenkraftwagen … nach Ablauf der Abschreibungszeit (noch am ehesten) zu Geld zu machen (ist)“. Dabei besteht ein Zweitmarkt für praktisch jede Art von Maschinen und Werkzeugen, nur Spezialmaschinen und extra angefertigte Maschinen haben es auf dem Zweitmarkt schwer. Dafür folgt auf S. 148 eine gute Pro & Contra Auflistung zu den stillen Reserven mit ihren Vor- und Nachteilen.

 

Kurios ist auch die Aussage auf S. 151 zu den Vorräten. Deren Anschaffung stelle schon ein „Polster“ da, weil der Verkauf zu höheren Preisen vorgesehen ist. Man denke sich diese Aussage nur einmal für den Handelsbestand im eigenen Depot. So kommt er am Ende der Seite auch zu der Erkenntnis: „Den regulären Verkaufsvorgang kann man eigentlich kaum als die ständige Realisierung stiller Reserven betrachten.

 

Auch wenn das Buch von 2001 ist, mutet die Aussage auf S. 160 „Ein Zwischenabschluss … etwa zum 30. Juni enthält nur Teile des Rechnungswesens. Abschreibungen, Rückstellungen … sind nicht berücksichtigt.“ Stark veraltet an. Richtig ist, dass ein Quartals- oder Halbjahresabschluss nie vollständig ist, aber die o.g. Teile sind Standard.

Ebenso ist die Aussage zu selbsterstellten Bilanzen versus geprüften Bilanzen etwas quer. Hier sieht man, dass Grosjean von der Bank und somit von der Prüferseite und weniger aus dem Rechnungswesen kommt. „Geprüfte Bilanzen sind da wesentliche verlässlicher. … Er [der WP] knüpft auf jeden Fall an die Bilanzansätze des Vorjahrs an, was bereits eine gewisse Kontinuität sicherstellt. Ein lediglich Gesellschaft aufgestellter Abschluss kann diese Güte nicht aufweisen. Da spielt dann letztlich auch die Vertrauenswürdigkeit und die langjährige Verbindung eine zentrale und entscheidende Rolle.“ (S. 162-163). Natürlich haben geprüfte Bilanzen den Vorteil, dass ein unabhängiger Dritter die Sachen geprüft hat. Aber Kontenkontinuität ist einer der Grundpfeiler einer Buchhaltung. Wenn das ein Rechnungswesen nicht leisten kann, dann muss man dem Unternehmen viel Glück wünschen und das Weite suchen. Und wenn nicht ein gewisses Maß an Vertrauen herrscht, dann ist es gleichgültig, ob man geprüfte oder ungeprüfte Bilanzen hat. Man darf die Arbeit von Wirtschaftsprüfern auch nicht überbewerten.

 

Das Kapitel 15 widmet sich der Bilanzuntersuchung, hier nennt Grosjean u.a. auf den Seiten 168-169 und 172 die Finanzierungs- und Liquiditätsregeln die natürlich auch bei der Bilanzanalyse zum Tragen kommen und bespricht diverse Sachverhalte.

 

Im Kapitel 17 „Bilanzanalyse in fünf Schritten“ stellt der Autor dann eine Schnellanalyse auf drei Seiten vor (S. 187 – 189). In den folgenden Kapiteln wird diese dann ausführlicher dargestellt.

 

Das Kapitel 18 beschäftigt sich dann mit der Bewegungsbilanz, die die Veränderungen von Abschluss zu Abschluss beleuchtet (S. 190 – 194).

Mir haben diese Kapitle mit den ersten knappen Darstellungen zur Einführung und für einen ersten Überblick gut gefallen.

In den drei Folgekapiteln wird der Kern des Buchs behandelt, die Analyse der Bilanz, der GuV und die Vorstellung der Bilanzkennzahlen (Kapitel 19 -21, S. 195 – 265).

 

Verstehen kann ich aber nicht, wieso sich der Autor im Buch so sehr auf das Außerordentlich Ergebnis versteift und immer die Gefahr von Verzerrungen wittert (siehe u.a. S. 214). In der Praxis gibt es kaum außerordentliche Erträge und Aufwendungen und wenn doch, fallen diese unweigerlich sofort ins Auge und werden berücksichtigt, bei jeder Analyse.

 

Das Kapitel 23 „Konzernabschluss – Konsolidierung von Bilanzen“ fand ich etwas unbefriedigend und dünn. Gerade bei einem solchen wichtigen Thema hätten sich Beispiele und weitere Erklärungen aufgedrängt, um das Ganze für den Nicht-Fachmann, siehe Buchtitel, verständlich zu machen.

 

Wesentlich ausführlicher geht er dann in Kapitel 24 und 25 auf die Bilanzregeln nach US-GAAP und IAS ein. Dieses Wissen ist natürlich absolut veraltet, insbesondere, weil sich gerade die IAS ja zu IFRS weiterentwickelt haben. Man sollte daher mit den Erkenntnissen aus diesen Kapiteln vorsichtig umgehen, aber für eine Einführung um zu sehen wo die Unterschiede zwischen HGB, IAS und US-GAAP sind taugen die beiden Kapitel alle mal.

 

Fazit: Ein älteres Buch um eine schnelle Einführung in die Bilanzanalyse zu bekommen. Manchmal fand ich den Aufbau des Buches didaktisch etwas unglücklich und am Ende hat mir irgendwie ein Schlußwort nach über 350 Seiten gefehlt. Insgesamt kann man das Buch trotzdem noch lesen, falls man kein besseres zur Hand hat.

 

 

 

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John Silver
Posted · Edited by John Silver

Town, Phil, „Regel Nummer 1 – Einfach erfolgreich anlegen!“, Börsenbuchverlag, München, 4. Auflage, 2020, 393 Seiten

 

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Das Buch beginnt mit einer Einführung in der eine Kurzbiographie von Phil Town enthalten ist.

Typisch amerikanisch stellt Town gerne heraus wo er herkommt – aus dem finanziellen Nichts – und wo er heute ist. Laut Klappentext machte er aus $ 1.000 in 5 Jahren jedenfalls eine Million. War er auf S. 11 noch praktisch pleite Anfang der 80er, so kann er es sich Anfang der 90er auf S. 71 locker leisten mal eben 5 Millionen Dollar in den Sand zu setzen. Das ist nicht sein ganzes Kapital wohlgemerkt. Ich behaupte, nicht seine Strategie hat ihn reich gemacht, sondern seine Vorträge. Mit dem Geld konnte er dann spekulieren. Egal wie toll die Strategie funktioniert, mit normaler Geldanlage, auch bei 15%, kann man so schnell nicht so viel Vermögen anhäufen. Da braucht man Sondersituationen und oder gehebelte Investments. Und die propagiert Town im Folgenden gerade nicht.

 

Zum Inhalt:

In Kapitel 1 spricht er einige Investmentmythen an und erläutert, warum bei seiner Strategie 15% Return notwendig sind.

Mythos 1: Nur Fachleute können Geld verwalten.

Mythos 2: Sie können den Markt nicht schlagen.

Mythos 3: Diversifizieren und (langfristig) Halten minimiert das Risiko.

 

Das zweite Kapitel startet dann mit Regel 1 und den vier Ms. Regel Nummer 1 lautet: Kein Geld verlieren (Die Regel ist eigentlich sehr viel umfangreicher und hat mehrere Nebenbedingungen, aber sehr grob zusammengefaßt paßt das etwa).

Die vier Ms sind die Frage nach der Bedeutung des Unternehmens für einen, hat es einen Burggraben, hat es ein sehr gutes Management, und hat es ein Sicherheitspolster?

Diese vier Ms werden in den folgenden Kapiteln ausgerollt.

 

In Anlehnung an Warren Buffet propagiert Town in Kapitel 3, dass man ein Unternehmen und nicht bloß eine Aktie kaufen soll.

 

Kapitel 4 beschäftigt sich dann mit dem Burggraben. Das Beispiel von Coca-Cola als Burggraben auf S. 77 mag früher gestimmt haben, wenn man aber nur mal an Monster Beverage oder Red Bull denkt, haben sich die Zeiten doch etwas geändert. Oder der Burggraben von Pfizer auf S. 79 besteht laut Town aus seinen Patenten. Das ist aber nur zum Teil richtig, weil die Patente auslaufen und Pharmafirmen dementsprechend dauernd sehr viel Geld in die Forschung stecken müssen um die Projektpipeline stetig nachzufüllen.

 

Im Buch selber gibt Town viele Hinweise, Beispiele und Tipps, wo und wie bestimmte Daten aufzufinden sind. Das zeigt sich besonders gut im Kapitel 5 wo er über die aus seiner Sicht wichtigen 5 großen Kennzahlen spricht und in Kapitel 6, wo er ausführlich ausführt wo man notwenigen Daten findet und wie man die wichtigen Kennzahlen berechnet. Überhaupt muss man sagen, dass Town hier den Leser wirklich immer an die Hand nimmt.

 

Kapitel 7 und 8 beschäftigen sich dementsprechend mit dem Management und dem o.g. Sicherheitspolter. Gut haben mir hier die Seiten 177 bis 179 gefallen, wo er Malkiel zitiert und darauf sprechen kommt, daß die Märkte teilweise irrational handeln.

Die folgenden Kapiteln 9 und 10 beschäftigen sich mit Towns sog. Preisempfehlung für eine Aktie, man soll ja nie zu teuer kaufen um kein Geld zu verlieren, und um den richtigen Verkaufszeitpunkt.

Dabei geht er auf das Problem des Aktienanteils im Ruhestand ein (S. 230). Meiner Meinung nach behandelt er auf dieses Problem schon etwas schnodrig in zwei Sätzen, man solle die Aktien natürlich behalten. Da das Thema aber etwas komplex ist, fand ich das an dieser Stelle einfach fahrlässig von Town. Ähnlich abenteuerlich äußert er sich auf S. 308.

 

Auf S. 211 läßt Town dann noch mal nebenbei einfließen, dass er zeitweise 10 Harleys besessen hat. Was soll das?

 

Wie man das Problem von fallenden Kursen umgeht beschreibt Town in den Kapiteln 11 und 12, wo er drei Werkzeuge für das Problem darstellt. Dazu bedient er sich gleitender Durchschnitte und eines stochastischen Indikators.

 

Da das Buch aus Amerika kommt, orientiert sich natürlich die Steuerproblematik, unabhängig davon das sie veraltet ist, am US-Steuersystem. Trotzdem fand ich die Steuerkritik von Town im Kapitel 14 an dieser Stelle etwas unpassend.

 

Auf S. 320 schreibt Town dann, „… so sieht heute meine Diversifizierung aus: Bargeld, Unternehmen, kurzfristige Staatsanleihen und … Immobilien. Drei Klassen.“ Drei? Jedenfalls führt er weiter aus, „Früher besaß ich viele Immobilien. … Das war, bevor ich gelernt habe, wie sicher man mit Regel 1 … in Aktien investieren kann.“ Dies stützt, siehe oben, meine These, dass Town sein Geld nicht allein an der Börse gemacht hat. Seine Aussage hier im Kapitel widerspricht sich einfach mit seinen Eingangs gemachten Aussagen.

Auch Towns Tipp, Aktienaufträge grundsätzlich „bestens“ aufzugeben kann man nur mit grausen zur Kenntnis nehmen. Bei Bluechips mag das gehen, bei fast allen anderen Aktien läuft man damit oft genug ins Messer (S. 338 und S. 376). Bitte nicht einfach nachmachen!

 

Das Buch schließt mit einem Frage-Antwort-Kapitel.

 

Im Glossar hat Town dann leider noch einen weiteren Kinken eingebaut. Beim Stichwort Rohstoffe behauptet er, dass Rohstoff-Unternehmen keinen Burggraben haben. Das ist natürlich so pauschal Unsinn, wenn man einerseits behauptet, siehe oben, Pharmaunternehmen hätten einen Burggraben und z.B. Minenunternehmen, die ja auch Rohstoffunternehmen sind, dann nicht. Dabei dauert der Aufbau einer Mine oft Jahre von der Exploration bis endlich wirtschaftlich gefördert werden kann (S. 385).

 

Fazit: Bei aller Kritik hat mir das Buch von Town gut gefallen, auch wenn ich glaube, dass es heute etwas schwerer ist seine Strategie umzusetzen, allein weil es vielleicht eine Reihe von Leuten gibt, die nach seiner Methode am Aktienmarkt schürfen. Trotzdem glaube ich, dass die grundsätzliche Vorgehensweise immer noch funktionieren wird. Town macht mit seinem Buch einfach Lust aufs Value-Investing. Ebenso hat mir sehr gut gefallen, dass Town den Leser konsequent an die Hand nimmt und ihm zeigt wie er die notwendigen Werte ermitteln kann. So dürfte das Buch auch für den Anfänger, wenn vielleicht nicht für den absoluten Anfänger, geeignet sein. Und mit € 9,99 für die Taschenbuchausgabe kann man auch nicht so viel falsch machen.

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John Silver
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Weygan / Strehk, Harald / Marco, „Das große Chartbuch“, Finanzbuch Verlag, München, 1. Auflage, 2006, 353 Seiten

 

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Fazit:

Ich nehme ausnahmsweise das Fazit mal vorweg und komme zu dem Schluss, dieses Buch ist eine Frechheit. Finger Weg! Nicht kaufen! Es ist ohne Schwierigkeiten in die Top 5 meiner schlechtesten Sachbücher aufgestiegen.

 

Inhalt:

Nach Werbung im Vorwort zu GodmodeTrader kommt eine Ansammlung von Charts. Es wird jeweils ein Index oder vorwiegend ein Wert sehr sehr kurz und allgemein vorgestellt (Beispiel Allianz, S. 35: „Allianz ist ein weltweiter Versicherer“) und dann der Vorjahreschart sehr kurz und einfach besprochen.

 

Unter dem Text werden dann immer zwei Charts abgebildet. Zum einen der Kursverlauf von 2005 und darunter ein Langfristchart. Das Chartbild von 2005 soll man dann selber weiterzeichnen, wobei der Chart und die Darstellung so futzelig ist, dass man selbst mit Lupe und einem Minen-Bleistift kaum eine Chance hätte, den Graph weiter zu zeichnen. Bei den Rohstoffen ab S. 300 sind die Charts andererseits komplett, so dass gar kein Platz für weitere Kurse wäre. Auch die kürzeste Einführung zur technischen Analyse wird man in diesem Buch vermissen. Was soll das? Entweder man kann Charttechnik, dann braucht man diese Chartsammlung nicht oder man kann sie nicht, dann helfen einem nur die Charts erst recht nicht weiter. Fairerweise muss man sagen, dass der Titel des Buches richtig ist. Es gibt Charts und sonst nichts.

 

Im oben genannten Beispiel Allianz auf S. 35 ist der Chart von 2005 dann auch gleich doppelt abgebildet. Da die Werte aus dem Dax z.T. wieder im Euro-Stoxx auftauchen, wird dort auf S. 166 zumindest der richtige Langfristchart abgedruckt. D.h. es gibt in diesem Buch jede Menge Redundanzen durch doppelt aufgeführte Firmen. Man könnte vermuten, dass die Indices vollständig aufgeführt werden sollen. Das war vielleicht die Ursprungsidee, aber im hinteren Teil des Buches werden Indices vorgestellt, die nicht vollständig sind. Warum also diese Redundanzen?

 

Unglücklich ist auch, dass 2005 insgesamt von steigenden Kursen geprägt war. Das führt dazu, dass die Mehrheit der Charts einen steigenden Verlauf aufweist und sich damit die Aussagen immer ähneln.

Die Chartanalyse der Autoren selber zu jedem Wert sind selber leider extrem hemdsärmelig, kurz und meiner Meinung nach oberflächlich und wenig hilfreich.

Die einzelnen Chartsammlungen, wie z.B. der Dax, schließen dann jeweils mit einer allgemeinen Datensammlung zu den Werten, wo noch einmal die Kursstände, deren Veränderungen, die Marktkapitalisierung, die ISIN und die Volatilität aufgeführt werden. Natürlich sind diese Daten von 2005 hoffnungslos veraltet und nicht zu gebrauchen.

 

Das Buch schließt mit einer drei Seiten Erklärung mit dem Titel „Der Future im Kleinformat“. Warum dieses Kapitel ins Buch geraten ist und warum erschließt sich dem Leser genauswenig wie der Sinn des Rests des Buches.

 

Falls einer das Fazit oben überlesen hat: Nicht kaufen!

 

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