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John Silver

Rezensionen von Börsen- und Wirtschaftsbüchern

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John Silver
Posted · Edited by John Silver

Richter, Marco, „Du bist reicher als Du denkst – Die sichere Finanzplanung für alle, die eigentlich nicht planen wollen“, Droemer Verlag, München, 2019, 252 Seiten

 

Auch dieses Buch wurde mir netterweise vom Foristi Cef für meine Büchersammlung überlassen. Vielen Dank abermals dafür!

 

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Einleitung

Natürlich gucke auch ich immer zuerst wer der Autor ist und was ihn dazu befähigt ein Finanzbuch zu schreiben um ausgerechnet mir Tipps geben zu wollen. Trotzdem mag ich es nicht so, wenn der Autor so unheimlich viel für sich wirbt. „Der mehrfach ausgezeichnete Finanzexperte Marco Richter“ steht auf dem Umschlag und so geht es die ganze Einleitung weiter (S. 11 – 17). Ich habe mir als Stichwort für die Einleitung nicht umsonst das Stichwort „Trommel-Peter“ aufgeschrieben.

 

Teil 1 Die Grundlagen

Aber gleich am Anfang in den Grundlagen schreibt Richter, was dieses Buch leisten kann und was nicht. Denn er gibt „…grundsätzliche, universelle Handlungsempfehlungen, die Sie auf den richtigen Weg bringen…“ (S. 22). Das finde ich gut. Klassisch beginnt das Buch dementsprechend mit einer Cash-Flow Analyse des Lesers um die finanzielle Situation zu ermitteln (S. 23) und behandelt im Folgenden die weiteren Grundlagen. Unschön finde ich dann aber, dass Richter, obwohl er einzelne Wörter erläutert in einen Fachjargon-Slang übergeht, der jeden Anfänger überfordern dürfte (S. 28).

 

Auf den Seiten 35 – 37 schreibt Richter über die 7 Risikoklassen und kommt bei Risikoklasse 7 zu der Erkenntnis: „Hedgefonds sind Profiwerkzeuge mit hoch spezialisierten Strategien, die man nur versteht, wenn man vom Fach ist.“ Ja, ja, die geheimnisumwitterten Hedgefonds, die niemand versteht und kein Land zähmen kann. Diese gibt es sicher, aber nicht alle Hedgefonds sind so konzipiert. Blöd ist es aber auch, wenn Richter dann auf Spezialfonds zu sprechen kommt und diese nicht nur in Risikoklasse 7 eingruppiert, was so pauschal einfach nur falsch ist, als auch das er für Spezialfonds Startsummen von 10 Millionen aufwärts aufruft, was ebenfalls falsch ist. Oder die Aussage: „Während sich zum Beispiel Aktien in Zeiten von Wirtschaftswachstum positiv entwickeln, geht es mit Anleihen bergab – und umgekehrt.“ (S. 42) Unabhängig davon, dass man nicht weiß ob sich Richter auf Kurse oder Renditen bezieht, ist ebenfalls diese Aussage so einfach Nonsens. Auf der Folgeseite Seite 43 steht dann unvermittelt eine „Ausgangssituation“ mit der man gar nichts anfangen kann, bis man irgendwann merkt, diese Seite ist ein Exkurs ist.

 

Widersprechen möchte ich Richter im Kapitel 2 der Grundlagen, wo er zu der Erkenntnis kommt „Die Timing-Strategie ist also völlig unzulänglich.“ (S. 48 Zitat und insgesamt S. 46 – 50), denn „das belegen … etliche wissenschaftliche Studien.“ (S. 48). Meinetwegen, ich sehe das persönlich anders. Es gibt durchaus das Problem der Einmaleinzahlung, gerade auch bei Investitionen in Gold (S. 49) und Richter sei als Anlageexperte ans Herz gelegt, dass es nicht nur Goldzertifikate mit Zeitablauf gibt, sondern Neben physischem Gold auch diverse Zertifikate wie EuWax II und Xetra Gold mit Echtgoldhinterlegung und Auslieferungsanspruch. Dieses Nichtwissen fand ich von Richter auch etwas schwach, das Buch ist schließlich von 2019 und nicht von 1999.

 

Auf S. 54 kommt er dann endlich auf den Finanzexperten Gerd Kommer zu sprechen. Wer wie ich gerne ins Literaturverzeichnis vor dem Lesen blickt, wußte natürlich schon früher wohin die Reise jetzt geht. Denn unter der „nützlichen Literatur“ sind ganze 5 Werke aufgeführt, von denen 3 alleine von Kommer sind (S. 245 246). Es folgt auf den Folgeseiten das Hohe Lied auf ETFs und die Warnung vor aktiven Fonds.

 

Wirklich geärgert hat mich die Aussage von Richter, die er bezüglich der WestLB Rettung gemacht. „Sinnlos verpulvertes Geld“ usw. äußert er sich zur Finanzkrise. (S. 59). War Richter während der Finanzkrise in der Antarktis? Weiß er überhaupt was damals los war? Und wer Eigner der WestLB damals war bzw. heute noch ist? Und wer größtenteils die Gegenpartei der WestLB war und deren Papiere hielt? Und was passiert wäre, wenn es damals zu einem Dominoeffekt gekommen wäre? Sorry, da nützen auch so viele tolle Auszeichnungen und Abschlüsse aus der Einleitung nichts, wenn man bei den Basics Kaffee holen war.

 

Dünn fand ich auch seine richtigen Aussagen zu physischen und synthetischen ETFs. Man muss auch die Vorteile und Gründe für synthetische ETFs nennen und das sind eben nicht nur die Kosten (S. 58).

 

Im Unterkapitel 4 kommt Richter auf die finanzielle Allgemeinbildung zu sprechen und nennt diese „erschütternd“. Ich darf mir selber auf die Schulter klopfen, dass ich 3 von 3 Fragen richtig beantwortet habe. Erschütternd fand ich dagegen die Aussage zu einer vierten Beispielfrage, wo vier Antworten vorgegeben waren. Richter muss doch selber wissen, dass zwar eine Antwort eindeutig als richtig gemeint ist, aber eine andere Antwort auch richtig sein kann! (S. 65, die Antwort 3 ist auch richtig, es sei auf den Online-Handel und Proforma-Rechnungen verwiesen, aber das kennt Richter und der Fragenentwerfer wohl nicht).

 

Das sechste Unterkapitel beschäftigt sich mit der Finanzplanung (S. 71 – 93) Es fängt mit dem guten alten Haushaltsbuch an und geht über die Vermögensstruktur zur Finanzplanung und -beratung über.

 

Das siebte Unterkapitel beschäftigt sich mit den „…zehn Geboten für kluge Investmententscheidungen“ (S. 94 – 110). Wie er aber vom zweiten Gebot „Anlegen hat nichts mit spekulieren zu tun“ (S. 96) darauf kommt, dass deshalb die meisten Fondsmanager ihrem Vergleichsindex hinterherhinken ist mir schleierhaft. Richter schreibt „Das zeigt recht eindrucksvoll, dass Spekulieren … nicht zum Erfolg führt (und) die langfristige Rendite des Vergleichsindex als Maßstab für die eigene Investmentstrategie zu nehmen (ist) und (man) sich mit dieser Rendite zufrieden (geben soll)“. (S. 97). Nein, dass zeigt recht eindrucksvoll, dass Richter sehr merkwürdige Logikketten aufzieht. Des Weiteren weigere ich mich, dass ich mich mit der Marktrendite zufrieden zu geben soll. Das ist aber meine persönliche Ansicht.

 

Teil II Fallbeispiele

In den folgenden Kapiteln beschäftigt sich Richter mit den drei wichtigsten Inhalten der Vermögensrechnung: den Einnahmen, den Ausgaben und mit der Vermögensbilanz.

Dies geschieht anhand von Musterfällen = Fallbeispielen z.B. durch die junge Stefanie (S. 113 – 126), die gerade mit dem Studium fertig ist, mit wenig Vermögen und überschaubaren Einnahmen und Ausgaben. Die Ideen die aufgeführt werden (Haushaltsbuch, identifizieren der „Kleinen Ausgaben“, Kaffee to Go, Briefumschläge für Geldausgabenübersicht usw.) sind wahrlich nicht neu und finden sich fast alle, und aus meiner Sicht sogar didaktisch besser und einfacher aufbereitet, bei Markus Fritsch in seinem Buch von 2003 „Das Geld liegt auf der Straße“. Und sehr wahrscheinlich hat Fritsch diese Ideen auch aus einer anderen Quelle.

 

Das Beispiel von Stefanie ist aus meiner Sicht etwas demotivierend. Es ist alles richtig, was Richter schreibt und man muss unbedingt irgendwann mit dem Sparen anfangen. Aber aus der Sicht von Stefanie: Wie viele Jahre soll sie sparen, bevor sie überhaupt das erste mal Geld richtig anlegen und investieren darf? Wann soll sie jemals sehen, dass Sparen kein Selbstzweck ist? U.a. deshalb halte ich diese vermaledeite 3-6 Monats-Netto-Notreserve für sehr kontraproduktiv und überflüssig. Da halte ich die (umgekehrten) Ansätze von Bodo Schäfer und von George S. Clason („Der reichste Mann von Babylon“) für besser. Richter schreibt zwar selber auf S. 150, man müsse dann mal eben 3-4 Jahre „durchhalten“, aber aus meiner Sicht wird das gerade mit Leuten aus dem Beispiel einfach nicht funktionieren.

 

In der Folge behandelt Richter auch kurz das „Bausparen – ja oder nein“ (S. 127 – 128) und das Thema „Immobilie – kaufen oder mieten“ (S. 129 – 146). Das Thema Immobilien wird von Richter relativ lang behandelt im Rahmen seines Buches, kann aber trotzdem natürlich nicht voll umfänglich sein. Dem interessierten Leser empfehle ich an dieser Stelle das Buch von G. Kommer „Mieten oder Kaufen“, wo das Thema ausführlich behandelt wird. Zu einer aus meiner Sicht abenteuerlichen Logikkette und Spekulation läßt sich Richter zu diesem Thema auf den Seiten 133 – 134 hinreißen. Ich will nicht die ganzen Inhalte hier komplett wiedergeben und kommentieren, auch wenn sie teilweise sehr merkwürdig sind und Sachen beinhalten, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die ich für an den Haaren herbeigezogen halte. Aber hier ein Beispiel: Obwohl in Deutschland Miete gegenüber dem Wohneigentum deutlich – auch im internationalen Vergleich – überwiegt, schreibt Richter: Das liegt „vermutlich darin, dass in Deutschland sehr lange ausschließlich die Herrschenden und die Kirche Grund und Boden besaßen, das Eigenheim ist für den Normalbürger also eine relativ neue Errungenschaft. … erst mit der Bundesakte (von) 1815 (sic!) wurde das Recht anerkannt, in einen anderen Deutschen Staat ziehen (zu dürfen) … Das macht uns wohl recht bodenständig“. (S. 134). 1815. Das muss man erstmal auf sich wirken lassen.

 

Prophetisch fand ich seine Aussagen zum autonomen Fahren. Hoffentlich kommt es so, ich befürchte aber, Richter hat sich da zu sehr von der Zukunftsmusik leiten lassen (S. 136).

Im nächsten Fallbeispiel wird ein Ehepaar betrachtet. Natürlich gibt es die verrücktesten Lebenspartnerschaften und Absprachen auch in der Realität, aber dieses fand ich doch etwas seltsam. Naja, vermutlich dient es nur der Illustration des Beispiels. Jedenfalls möchte Michael der Ehemann, nachdem er sich Jahrzehnte sehr merkwürdig benommen hat, etwas für die Altersversorgung von seiner Ehefrau Anna tun. Von einem Vermögensberater mit Tausend Diplomen und Auszeichnungen wie Richter hätte ich zumindest erwartet, dass er die nächstliegendste Möglichkeit Nr. 5., die nachträgliche Einzahlung der Rente, nennt und kurz diskutiert (S. 157 – 160).

 

Die Ehefrau Anna hat zwar keine Ahnung von Geldanlage und anscheinend auch sonst von nichts, aber nachhaltig soll es schon sein, wenn Geld für sie angelegt wird oder für sie arbeiten soll (S. 162). Wie praktisch das es da einen Artikel im Buch auf den Seiten 160 – 166 von Adriana Richter (sic!) gibt. Marco Richter verrät uns nicht, ob es sich um seine Ehefrau, Tochter, Tante oder Schwester handelt, aber das ist ja auch egal. Merkwürdig ist aber, dass ein Mann wie Richter, der ansonsten das Schild des passiven Investierens hoch hält meint, ausgerechnet beim Thema Nachhaltigkeit, könne aktives Investieren funktionieren. Klar gibt es auch ETFs zum Thema, aber wenn „Nachhaltigkeit“ keine aktive Sektorwette ist, weiß ich auch nicht weiter. Um das eigene Thema zu retten, werden daher auf den Seiten 165 – 166 noch zweifelhafte Beispiele angeführt.

 

Der Ehemann Michael hat noch ein zweites Ziel neben der finanziellen Ausstattung seiner Frau, nämlich eine Ferienwohnung zu kaufen (S. 167 – 168). Dazu soll sich sein Depot von 100K auf 200K in 15 Jahren verdoppeln. Es ist grundsätzlich in Ordnung mit einer Rendite von ca. 7% auf 15 Jahre im Aktienmarkt zu rechnen. Komisch nur, dass er Eingangs im Buch bei Immobilen eigentlich etwas anderes geschrieben hatte (S. 130, Stichwort „Spekulationsverbot“). Zudem ist auch unsicher, wie die Börse in 15 Jahren steht, und das ist ja der Tag X? Merkwürdig ist auch, dass Richter bei seiner Musterrechnung die Inflation, Zinssatzveränderungen und Preisveränderungen auf dem Immobilienmarkt vollkommen außer Acht läßt. Noch merkwürdiger ist, dass bei der nächsten Rechnung auf der Folgeseite 169 die Inflation dann plötzlich doch auftaucht. Intensiv widmet sich Richter der Inflation auch auf den Seiten 191 – 192. Warum also fehlen sie ausgerechnet in dieser Rechnung?

 

Der Protagonist im nächsten Fallbeispiel heißt Klaus und ist Inhaber einer Kanzlei ist. Warum in der anschließenden Vermögensbilanz aber ausgerechnet dieses Hauptasset fehlt, immerhin sorgt die Kanzlei für nahezu seine gesamten Einnahmen, wird zwar unterhalb der Bilanz benannt, aber nicht begründet (S. 172 – 173) Und auch in der Vermögensbilanz vor der Scheidung (sic!) fehlt dieser Wert. Warum Marco Richter? Zumindest fehlt der Wert auch in der Aufstellung nach der Scheidung und damit ist es immerhin konsequent falsch (Früher nannte man das Folgefehler in der Schule).

 

Und auch das nächste Fallbeispiel ist irgendwie nicht rund. Eva arbeitet bei Ihrem Mann in Vollzeit zu einem vollen Gehalt und nicht als € 450-Kraft, was Richter auch gleich verurteilt. Er sei über dieses Modell, arbeiten in der Firma auf € 450 Basis, immer wieder fassungslos, weil nach einer Scheidung, „die Frau dann vor dem Nichts“ stehe (S. 182 – 183). Das ist grundsätzlich korrekt. Was ist aber mit den Stichworten „Ehevertrag“, „Zugewinngemeinschaft“ oder direkte Firmenbeteiligung? Ich denke davon sollte ein Vermögensberater schon gehört haben und diese zumindest nennen und kurz kritisch würdigen.

 

Den Daten zum Stichwort Lebenserwartung auf S. 193 kann ich keinen glauben schenken. Vor 150 Jahren hat ein 60jähriger, laut Marco Richter im Beispiel, noch eine Lebenserwartung von 12 Jahren gehabt. Richtig ist, dass wer alt ist, gute Chancen hat, noch älter zu werden. Aber vor 150 Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei unter 40 Jahren! (siehe Statista etc.). Das jemand mit 60 damit noch 12 Jahre vor sich hat, ist kaum nachvollziehbar. Das Problem ist immer, wenn man anfängt Zahlen in einem Buch zweifelhaft zu finden, zieht das insgesamt die Qualität des Buches runter. 

*Nachtrag / Hinweis: Der Foristi Yerg hat eine interessante Quelle gefunden, die Belegt, dass Richter recht hat, siehe Link zum Beitrag. Danke für den Hinweis! 

 

Auch wenn Richter ein „passiv anlegen“ Fan ist, fand ich die Aussage, „auf lange Sicht und bei richtiger Strategie – unter anderem kein Stock-Picking, kein Market-Timing – eine solide Rendite von durchschnittlich eben sieben Prozent.“ (S. 196 – 197) etwas peinlich.

Beim Lesen der Etappenstrategie, einer Art Kaskaden-Modell, bekam ich irgendwie das Gefühl, der Autor ist kein Börsianer, sondern ein Anlage-Theoretiker. Das ist ja auch in Ordnung und muss nicht jeder sein, aber irgendwie fehlt mir das Gefühl für den Kapitalmarkt bei ihm. Genannt sei nur das Stichwort Bärenmarkt. Es ist eine Sache über Unsicherheit und Risiko zu schwadronieren und darauf hinzuweisen und etwas ganz anderes, das mal mitgemacht zu haben (s. 202 – 204).

 

Teil III Die Vermögensnachfolge

Dieses Kapitel hat mich doch etwas überrascht. In viel zu wenig Büchern wird über das Vererben gesprochen, aber ich dachte es geht in dem vorliegenden Buch um den Vermögensaufbau. Egal, dafür gibt es einen Pluspunkt!

 

Im folgenden bespricht Richter „Die gesetzliche Erbfolge“, „Das Testament“, den „… Pflichteil“ und weitere dazugehörige Themen. Ernst zu nehmen ist sein Hinweis auf S. 217. „Das Erbrecht ist eines der kompliziertesten Teilgebiete des Rechts. … Daher sollte man sich unbedingt beraten lassen, wenn es um die Vermögensnachfolge und das Verfassen eines Testaments geht…“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Es folgen noch ein paar Fallbeispiele und die Schlussbemerkung. Es schließen sich noch die Danksagung, das Glossar, Literaturhinweise und Anmerkungen an.

 

Fazit:

Ich bin mit dem Buch von Marco Richter nicht richtig glücklich geworden. Einerseits ist es nicht richtig schlecht und andererseits weist es inhaltlich einfach immer Lücken auf, die nicht notwendig zu sein scheinen. Zudem fallen mir auf anhieb mehrere Bücher ein, die es besser machen: Bodo Schäfer kann besser motivieren, Markus Flick ist viel einfacher und verständlicher geschrieben, Gerd Kommer geht beim Thema „Mieten oder Kaufen“ mehr in die Tiefe usw. usw. Marco Richte bietet von allem etwas aber nie etwas, was ausreichend ist. Aus meiner Sicht stopft er vielleicht überall ein paar Lücken mit seinem Buch, aber er füllt sie nicht aus und ersetzen tut er andere Bücher ebenfalls nicht.

 

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John Silver
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Horn, Stefan, „Aktien-Einsteigerbuch“, TM Börsenverlag, Rosenheim, 1. Auflage, 2000, 220 Seiten

 

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Der Covertext trommelt gleich am Anfang, wie eine ganze Sambatruppe. „Endlich ein Aktien-Einsteiger-Buch, das wirklich alle Fragen für Börsenneulinge … erklärt.“ … „… und ein umfangreiches Glossar runden das Aktien-Einsteiger-Buch ab und machen es zu einem Standardwerk der Börsenliteratur.“ Lustig – oder eher traurig – fand ich, dass das Buch überhaupt kein Glossar hat. Vielleicht hat es deshalb nicht ganz zum Standardwerk gelangt. Dafür ist es in einer augenfreundlichen Textgröße gedruckt. Irgendwie habe ich immer den Eindruck, wenn der Text bei manchen Fachbüchern nicht reicht, wird die Schriftgröße so angepaßt, dass das Buch am Ende doch noch ca. 200 Seiten hat.

 

Nach der Einleitung beginnt das zweite Kapitel mit einem kleinen Quiz oder Schätzspiel (S. 17-20) Leider werden zu den Fragen nur sehr ungenaue Basisdaten (Zinssätze, Inflation etc.) mitgegeben oder sie fehlen, so dass man fast gar nicht wissen kann, wie die Antwort „richtig“ ausfallen soll. Aber im Endeffekt ist das auch egal, weil die Quintessenz des Quiz sein soll, dass der Leser merkt, dass man fast nur mit Aktien ein Vermögen aufbauen kann. Diesen Ansatz verfolgen ja viele Börsenbücher in den ersten Kapiteln.

Gleich am Anfang des dritten Kapitels „Warum Sie langfristig bei Aktien nicht verlieren“ schreibt Horn, dass laut Finanztest, die durchschnittliche Rendite bei Aktien 10% betragen hat (S. 23). Das war mir neu, ich hatte immer Werte zwischen 7,5% und 8,5% im Kopf. Leider gibt es keine Anmerkungen zum Zeitraum und welcher Aktienmarkt betrachtet wurde.

 

In Kapitel 4 versucht Horn mit zwei Rechenbeispielen zu verdeutlichen, warum man bei einer Geldanlage in Aktien immer darauf achten muss, dass die Gelder nicht kurzfristig benötigt werden dürfen (S. 29-30). Merkwürdigerweise berechnet Horn die Rendite, indem er den Gesamtertrag durch die Anzahl der Jahre teilt. Kann man machen, sollte man aber angeben, weil das doch etwas ungewöhnlich ist.

 

Das sechste Kapitel beginnt mit der bekannten Geschichte „Hätte man vor X Jahren die Aktie gekauft, dann wäre man heute Millionär“ (S. 33). Das finde ich immer etwas amüsant. Da kann man auch sagen, „Hätten sie letzte Woche im Lotto diese sechs Zahlen angekreuzt, dann wären sie heute Millionär.“. Lustigerweise werden als Beispiele SAP und EM.TV(!) genannt. Wer EM.TV nicht mehr kennt kann ja mal googlen.

Auf Seite 51 macht Horn ein Beispiel zum schwankenden Börsenwert eines Pharmaunternehmens. Schön finde ich immer wieder, wenn man beim Lesen alte Sachen auf aktuelle Sachen übertragen kann. Jeder Leser wird sich beim Lesen aktuell an die Impfstoffhersteller erinnert fühlen.

 

Das siebte Kapitel beschäftigt sich mit den Börsensegmenten. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang immer, wie sich die Indexe mit der Zeit vom aktuellen Index unterscheiden, Stichwort Epcos (S. 59). Gut ist in diesem Kapitel, auch wenn es heute veraltet ist, dass auch ausführlich auf die österreichischen Indexe eingegangen wird.

 

Das achte Kapitel umfaßt mit ca. 100 Seiten fast die Hälfte des gesamten Buches.

Auf den Seiten 78 – 82 kreiert Horn Typen von Aktienkäufern. Auch wenn es nur „Typen“ sein sollen, finde ich persönlich die Einteilung nicht gelungen. Eine einzige Katastrophe sind die Grafiken der „Musterdepots“ zu den „Aktienkäufer-Typen“ (S. 85 – 91). Wie man es schaffen kann, die Graphiken insich so chaotisch anzuordnen, ist mir ein Rätsel.

Auf Seite 83 wird sehr richtig die Streuung der Anlage besprochen. Verstanden habe ich aber nicht, warum er sie nicht als „Regel“ für Anfänger, wie andere Dinge im Buch, explizit hervorgehoben hat.

Die Seiten 92 – 98 beschäftigen sich mit dem Wirtschaftslauf von Rezession, Aufschwung und Boom. Wenn man das ganze mit der aktuellen Zeit vergleicht, wird einem wieder schnell klar, dass es gar nicht so leicht ist zu erkennen, ob man am Anfang oder Ende eines Zyklus steht. Gerade auch, weil die Theorie eben doch erheblich von der Praxis abweicht und nicht in eine Schablone paßt.

Analysen und Kennzahlen werden auf den Seiten 98 – 107 behandelt. Blöd ist hier, dass aus meiner Sicht das KGV nicht richtig erklärt wird (S. 101 – 103). Horn teilt den aktuellen Kurs durch den aktuellen Gewinn und das ist immer der Gewinn des Vorjahres. Der Kurs einer Aktie bezieht sich aber auf die Zukunft, so dass man natürlich das geschätzte zukünftige KGV nehmen sollte. Diese Problematik nennt Horn aber erst im Folgenden. Ich finde das didaktisch etwas ungünstig. Und auch seine Aussage, dass sich bei einem hohen KGV zukünftig nur wenige weitere Käufer finden werden lassen, ist zweifelhaft. Das KGV ist ja gerade wegen der guten Zukunftsaussichten hoch und umgekehrt müßten sich ja dann auch bei einem niedrigen KGV viele Käufer finden lassen, was ja auch gerade nicht der Fall ist, deswegen ist es ja niedrig.

Quatsch ist in diesem Zusammenhang auch die Aussage: „Es gibt Unternehmen, u.a. am Neuen Markt, die noch keine Gewinne erzielt haben, da sie alle Einnahmen in den Ausbau des Unternehmens und die Tilgung von Fremdkapital stecken.“ (S. 103). Vielleicht hätte Horn hier einfach „Dividende zahlen“ statt Gewinne schreiben sollen.

Die Seiten 108 – 127 beschäftigen sich mit der Charttechnik. Sehr richtig schreibt Horn hier: „Die Techniker gehen davon aus, dass sich die Kurse von Wertpapieren in Trends bewegen. Ein Trend entsteht dann, wenn sich die Einschätzung über die zukünftige Entwicklung eines Wertpapiers verbreitet und immer mehr Anleger danach handeln.“ (S. 109). Horn selber äußert sich auf der gleichen Seite aber etwas skeptisch zur Technischen Analyse.

Horn stellt auch eine Reihe bekannter Kursindikatoren vor (S. 133 - 136). Vom Rocklängen-, Sonnenflecken- und American Football-Indikator haben sicherlich schon einige etwas gehört oder gelesen. Der „Kopfschmerztabletten“-Indikator war mir aber unbekannt und neu. Ein steigender Kopfschmerztablettenabsatz soll schlecht für das Börsen und Wirtschaftsgeschehen sein.

Medien und der Börsenteil von Zeitungen werden auf den Seiten 137 – 149 vorgestellt. Auf der Folgeseite 150 warnt er vor „Experten“ und „Insidern“ aus dem Internet, die sich anonym und nur mittels Spitznamen in Chats austauschen. Bei denen bestehe die Gefahr, dass diese nur eine Aktie pushen wollen. Also Obacht Foristi!

Eine Regel die man nicht oft genug wiederholen kann: „Wichtig: Geben Sie grundsätzlich keine Order ohne ein Limit auf.“ (S. 156).

Ausführlich geht Horn dann auf die Discount-Broker ein. Das Ganze ist aus heutiger Sicht natürlich stark veraltet, aber es ist doch relativ ausführlich und daher positiv zu bewerten (S. 159 – 165).

Verstanden habe ich nicht, warum Horn einerseits von der Börsenpsychologie auf den Seiten 175 – 181 schreibt, aber auf Seite 176 anmerkt: „Noch eines vorab: Dieses Kapitel der Börsenpsychologie muss sie nicht interessieren.“ Was soll das? Kenntnisse der Börsenpsychologie sind sehr wertvoll für einen Anleger.

Und als letztes sei noch gesagt, dass das Zitat von Kostolany auf Seite 180 meiner Meinung nach nicht richtig ist und falsch interpretiert wiedergegeben ist.

 

Im neunten Kapitel werden „Die elf wichtigsten Erfolgsregeln für Börsengewinne“ genannt (S. 184-195). Es handelt sich dabei für den erfahrenen Anleger eher um Allgemeinwissen, aber ich finde solche komprimierten Zusammenfassungen, gerade in Anfängerbüchern, immer sehr gut. Für mich war dieses Kapitel das Beste im gesamten Buch.

 

Das zehnte Kapitel „Neuer Markt“ wirkt aus heutiger Sicht etwas belustigend (S. 199-202). Und auch wenn Horn etwas warnt, ist er eigentlich doch sehr positiv für den neuen Markt gestimmt. In der Rückschau, auch wenn es etwas unfair ist, weil es hinterher immer leichter ist, sieht man wie sehr er sich geirrt hat.

 

Kapitel 11 handelt über Fonds (S. 203-214). Den Part über ETFs fand ich etwas sehr kurz, auch wenn ETFs um das Jahr 2000 einfach nicht die Rolle gespielt haben wie heute. Trotzdem hätte Horn schon etwas auf die hohen Kostenunterschiede zwischen aktiven und passiven Fonds eingehen können (S. 210-211). Schwach fand ich auch die Aussagen auf Seite 214 zur Fondsauswahl. Da hätte man zumindest auf den Fondsmanager und auf dessen Bedeutung eingehen müssen.

 

Das Buch schließt mit einer Danksagung (S. 215).

 

Fazit:

Das Buch von Horn ist nicht richtig schlecht und beinhaltet auch einige gute Dinge und Teile, wie aber der Verlag auch nur auf die Idee kommen konnte in dem Buch ein zukünftiges Standardwerk zu sehen ist mir schleierhaft. Es wirkt zudem vielfach einfach schnell zusammengekloppt.

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John Silver
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Welcker, Johannes, „Technische Aktienanalyse – Die Methoden der Technischen Analyse mit Chart-Übungen“, Verlag moderne industrie, München, 4. Unveränderte Auflage, 1986, 227 Seiten

 

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Im 1. Kapitel „1 Das Verhältnis der Technischen Analyse zur Fundamentalanalyse und zur Random Walk Theorie“ beschreibt Welcker die Fundamentalanalyse und die Schwierigkeiten, die für einen Anleger bestehen, diese anzuwenden. Welcker zufolge sind die Chancen für eine erfolgreiche Spekulation am größten, wenn man die Fundamental- und Technische Analyse in der Praxis kombiniert (S. 20). Zur Random Walk Theorie schreibt Welcker noch etwas in Kapitel 12, so dass ich hier auch nicht weiter darauf eingehen möchte.

 

Kapitel 2 beschäftigt sich mit der „Technik der Technischen Analyse“ (S. 22 – 41). Hier geht es vor allem um das „doing“ und das Erstellen von Charts. Da die meisten Daten und Charts heute im Internet vorliegen, ist die manuelle Technik zur Erstellung von Charts heute nicht mehr als so wichtig einzustufen.

 

Im 3. Kapitel geht Welcker kurz auf die drei Haupttrends, Primär-, Sekundär- und Tertiärtrend ein (S. 42 – 45).

 

Das 4. Kapitel handelt von der „Gesamtmarkanalyse“ (S. 46 – 58). Hier geht es u.a. um Gleitende Durchschnitte, Trendlinien und diverse Indexe. Interessant ist vielleicht, was viele denke ich nicht wissen, warum die 38-, 100- und 200-Tage Linien so bemerkenswert sind. Handelt es sich bei diesen Linien nämlich nicht um Kalendertage, sondern um Börsentage. Dann erkennt man auch sofort, dass es sich in Wirklichkeit um die 2-Monatsbörsentage, Halb- und Jahresbörsentage Linien handelt (S. 46).

 

Das 5. Kapitel „Analyse der Märkte einzelner Aktien durch Bar Chart Analyse“ hat mir sehr gut gefallen (S. 59 – 114). Es ist eines der umfangreichsten Kapitel. Inhaltlich werden vor allem diverse Figuren der Technischen Analyse besprochen.

 

Im 6. Kapitel stellt Welcker die „Point & Figure Analyse“ vor (S. 115 - 151). Mir war diese bemerkenswerte Analyse bisher unbekannt. Interessant ist diese Analyseform insbesondere deswegen, weil sie einfach und sehr platzsparend per Pen & Paper in der Erstellung ist. Heute mit modernder IT- und Intranet-Unterstützung hat diese Analyse denke ich wesentlich an Bedeutung verloren, weil Platz und Zeitaufwand für die Charterstellung heute nicht mehr ins Gewicht fallen.

 

Kapitel 7 (S. 152 – 153) und Kapitel 8 (S. 156) behandeln „Die relative Stärke“ und „Insiderinformationen“. Welcker selber ist vom Wert von Insiderinformationen nicht richtig überzeugt und schätzt deren Wert als „gelegentlich richtig“ und „gelegentlich aber auch falsch“ ein (S. 154).

 

In Kapitel 9 geht es um „Handelstaktiken“ (S. 157 – 162). Dieses Kapitel hat mir gut gefallen. Da man es nicht oft genug wiederholen kann, sei noch der folgende Satz zitiert: „Kaufsignale aufgrund der Technischen Analyse beruhen stets auf einem Wahrscheinlichkeitsurteil“ (S. 159). Des Weiteren sollte man Aktien meiden, „die in der Vergangenheit häufig Fehlsignale produziert haben.“ (S. 161).

 

Im Kapitel 10 „Diversifikation“ (S. 163) merkt Welcker an: „Da die technische Analyse keine Erfolge im Sinne einer strengen Kausalbeziehung versprechen kann, sondern ihre Prognosen nur im Durchschnitt erfolgversprechend sind, liegt es nahe, dass man nicht sein ganzes Geld in eine Aktie investiert, sondern es auf mehrere Titel verteilt.“ (S. 163).

 

Im Kapitel 11 „Anwendungsbereiche der Technischen Analyse“ (S. 164 – 172) weist Welcker darauf hin, dass sich die deutschen Händler schon alleine mit der Technischen Analyse beschäftigen müssen, weil es die marktbeherrschenden Händler in den USA tun (S. 168).

 

Wie oben angekündigt schreibt Welcker im 12. Kapitel „Technische Anlayse und Random Walk Theorie, Fortsetzung“ (S. 173 – 176) noch einmal etwas zur Random Walk Theorie. Er führt anhand einiger Studien aus, dass die Technische Analyse besser abgeschnitten hat, als andere Techniken. Des Weiteren kritisiert Welcker insbesondere, dass bei einem Vergleich von Random Walk und Technischer Analyse sehr oft darauf abgestellt wird, dass „von einem bestimmten Zeitpunkt an die Kurse eine bestimmte Zeit lang beobachtet werden. … (Dies sei) aber gerade nicht die Vorgehensweise der Technischen Analyse“. (S. 174).

 

Das Buch hat noch einen Anhang (S. 177 – 192) mit dem Schwerpunkt „Abbildung, Kombination und Zerlegung von Börsentermingeschäften“, welcher wirklich gut ist und die Thematik mittels Graphiken und Vektoren erklärt, aber etwas themenfremd im Buch erscheint. Es folgen am Ende noch die Lösungen zu den einzelnen Übungen aus den Kapiteln.

 

Fazit:

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, auch weil einige Aspekte behandelt wurde, die mir z.T. unbekannt waren. Und natürlich ist es hilfreich, wenn man der Technischen Analyse beim Lesen nicht vollkommen ablehnend gegenübersteht.

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John Silver
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Beck, Andreas, „Erfolgreich wissenschaftlich investieren – Wer vor Krisen Angst hat, hat’s nicht verstanden“, Eulogia Verlag, Hamburg, 2. Auflage, 2022, 91 Seiten

 

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Andreas Beck erläutert in diesem schmalen Buch seinen Investmentansatz. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist dieses Buch praktisch ein veröffentlichter Blog in Buchform.

Das Buch beginnt, wie es mittlerweile üblich ist, mit Getrommel. Auf den ersten vier Seiten schreiben diverse Leute, warum dieses Buch so toll ist. Beck selbst schreibt dazu in der Vorbemerkung, dass dies heute wohl zu den neuen Medien gehört, um überhaupt gehört zu werden. Damit hat er wohl leider recht.

Zutreffend beschreibt er, warum die Reichen immer reicher werden. Dies liegt u.a. am Zinseszinseffekt (S. 10-11).

In einer Sache irrt er aber meiner Meinung nach gewaltig. Er geht davon aus, dass Geldanlagen Wetten sind und was der eine gewinnt, verliert der andere (S. 11). In einer wachsenden (Welt)-Wirtschaft, und darauf beruht im Endeffekt seine Strategie und sein Buch, kann es sehr wohl auch nur Gewinner geben bzw. beide Seiten können gewinnen. Das ist ja u.a. auch der „Trick“ bzw. das Gute an der sozialen Marktwirtschaft. Diesen Ansatz des Nullsummenspiels wiederholt er mehrfach, u.a. im ersten Satz des zweiten Kapitels (S. 36).

 

Kapitel 1. Die Wirtschaft als Chance

Hier hat mir das Plädoyer für die soziale Marktwirtschaft sehr gut gefallen (S. 18). Im Folgenden erläutert Beck sehr anschaulich die Bildung von Blasen in der Wirtschaft anhand von Immobilien.

Beck führt aus, dass man erst ein effizientes Portfolio erhält, wenn man nicht z.B. 30 Daxwerte hat, sondern die Welt-AG mit 8.000 Unternehmen (S. 34). Dies ist auch ein Hauptansatz für seinen Global-One-ETF. Nur Daxwerte bilden natürlich einen Deutschlandklumpen und ich bin kein Mathematiker wie Beck, kenne aber keine Literatur, die wirklich von mehreren Tausend Unternehmen ausgeht, um eine vernünftige Streuung zu erhalten. Ich halte diese Zahl daher für maßlos übertrieben.

 

Kapitel 2. Grundlagen für erfolgreiches Investieren

Beck vertritt die Meinung, dass Kapitalmarkt nicht für den Gläubiger existiert, damit er sein Geld anlegen kann, sondern für den Schuldner, damit dieser Geld aufnehmen kann. Ein unscheinbarer, aber wichtiger Unterschied (S. 38). Es kommt daher im Endeffekt immer auf die Realwirtschaft an.

Die Gläubigersichtweise hat daher teilweise ins Absurde geführt. Dies zeigt die Anzahl von echten Unternehmen, die o.g. 8.000, und die Anzahl von Fonds (150.000) und Zertifikaten (Millionen) auf diese Aktienwerte (S. 38).

Beck schreibt, dass die Fähigkeit der Profis, die Geschwindigkeit an den Börsen und die hohe Zahl an Unternehmen die Pleite gehen, es dem Privatanleger unmöglich machen, langfristig an der Börse als Gewinner. Es sei denn er steigt aus diesem Spiel aus und nimmt stattdessen die relativ sichere Rendite der „Welt-AG“ (S. 41).

Auf den Seiten 42 und 43 führt Beck einige Artikel und Videos von sich auf. Darunter ist u.a. auch ein Video der den Unsinn von nachhaltigen Investments behandelt.

 

Kapitel 3. Das Portfolio: Erträge einsammeln, Krisen nutzen

In diesem Kapitel stellt Beck sowohl seinen eigenen ETF vor (S. 60 – 62), was ich vollkommen in Ordnung finde. Denn er beschreibt in diesem Kapitel auch, wie ein Anleger sich relativ leicht, sein eigenes Depot „nach Andreas Beck“ bauen kann (siehe Kapitel 4., S. 72 – 78).

Becks Ansatz ist mitnichten ein reiner passiver Ansatz, denn Beck versucht Market-Timing, indem er eine Cash-Reserve nutzt um in einer Baisse nachzukaufen. Dazu werden 20% des Depots dauerhaft als „Investitionsreserve“ gehalten, um in einer Krise ggf. gestaffelt zweimal mit je 10% von den 20% (also der Hälfte) nachzukaufen (S. 62 – 64). Ich habe das nicht nachgerechnet, aber es erscheint mir zweifelhaft, ob es wirklich sinnvoll ist, die zweite Hälfte der Cash-Reserve dauerhaft nur für den seltenen Krisenfall vorzuhalten und ob es nicht sinnvoller wäre gleich die vollen 20% zu investieren. Leider macht Beck dazu keine Ausführungen in seinem Buch, so muss man ihm hier einfach vertrauen muss, dass beide Modelle durchgerechnet hat.

Auf Seite 52 hat Beck eine komplizierte verschachtelte Formel die ein Drittel der Seite einnimmt abdrucken lassen. Sein Kommentar dazu lautet: „Risikomanagement als einfache Rechenaufgabe. In statischen Systemen ist man genau dann ein großartiger Risikomanager, wenn man solche Gleichungen lösen kann.“ Und zur Risikomanagement-Theorie merkt er des Weiteren auf Seite 53 an, dass Unternehmer in der Krise wohl nie auf die Idee kämen im Lehrbuch von Samuelson/Nordhaus nachzusehen, um zu erfahren wie sie jetzt handeln sollen.

Irren tut Beck mit seiner Annahme, dass die Notenbanken in der Coronakrise niedrige Zinsen vereinbart haben und diese längerfristig halten werden. Wie man aktuell sieht, hat die Inflation für ein Umdenken bei den Notenbanken gesorgt (S. 54).

Becks Antwort auf die ganzen Krisen in dynamischen Systemen ist Ultrastabilität. Und diese will er eben erreichen, so lange das kapitalistische Marktmodell besteht, durch den o.g. Kauf der Welt-AG.

 

Kapitel 4. Portfolios selber bauen und managen

Im letzten Kapitel erklärt Beck, wie man sich die o.g. „Welt-AG“ als Portfolio selber zusammenstellen kann und nennt dazu auch einige WKNs.

Das Buch schließt mit einer Danksagung und einem Gastbeitrag von Thorsten Hens ab.

Fazit:

Die geringe Seitenzahl des Buches beweißt, dass das Passive Konzept von Beck relativ kurz und einfach erklärbar ist. Wer sich für passives investieren interessiert und trotzdem einfaches Market-Timing betreiben möchte, wird im Ansatz von Beck fündig.

Zudem macht die Aktualität des Buches es sehr leicht, Beck in seinen Ausführungen zu folgen. Leider hat er nicht vorausgesehen oder berücksichtigt, wie schnell der Zins wieder im Markt erscheinen kann und welche Auswirkungen dies schon kurzfristig hat. Für sein Modell spielt das zwar keine Rolle, aber es irritiert doch hin und wieder, wenn man seinen Ausführungen liest und weiß, daß es aktuell doch einfach anders ist.

Und auch wenn es keine Auswirkungen auf den Inhalt hat, empfand ich es doch als störend, dass Absätze vielfach falsch getrennt waren. Gerade in einer zweiten Auflage ist das nervig, zeigt es doch, dass sich Beck nicht die Mühe gemacht hat, das vorliegende Buch zu lesen. Vermutlich hat er nur seine eigenen Aufzeichnungen gelesen und aktualisiert und erweitert. Das finde ich etwas schade.

 

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John Silver
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Hasler, Peter Thilo, „Anleihen von Fußballunternehmen in Deutschland – Finanzierung im Spannungsfeld von emotionaler Bindung und Rendite“ ,Springer Gabler, Wiesbaden, 2. Auflage, 2014, 37 Seiten

 

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Kapitel 1. Die Finanzierung von Fußballunternehmen

Im ersten Kapitel beschreibt Hasler die aktuelle Finanzierungssituation im deutschen Fußball.

 

Kapitel 2. Die Stellung von Fußballanleihen im Finanzierungsmix von Fußballunternehmen

Das zweite Kapitel behandelt kurz angerissen die Themen Anleihebedingungen und Term-Sheets, den Wertpapierprospekt, das Rating und die Covenants.

 

Kapitel 3. Klassische Fananleihen

Dieses Kapitel bildet das Herzstück dieses Heftchens, in dem die allgemeinen Bedingungen und Besonderheiten vorgestellt werden.

In einem Unterkapitel wird den sogenannten Schmuckanleihen ein eigener Bereich eingeräumt. Dort wird auch auf den Umstand hingewiesen, dass die Urkunden oft gar nicht eingelöst werden. Hier vermisse ich die Kritik oder zumindest die Nennung der Besonderheit, dass bei den Schmuckurkunden perfider weise die Verjährungsfristen so kurz gestaltet sind, dass diese fast immer verfallen werden. Ich halte das schon fast für sittenwidrig. Insbesondere weil der gemeine Fußballfan kaum finanzstark und mit den Besonderheiten dieser Anleihen vertraut sein dürfte. So geht man nicht mit seinen Fans um. Aber da können sich fast alle Fußballvereine in Deutschland die Hände reichen, auch die, die vermeintlich so besonders moralisch unterwegs sind.

 

Kapitel 4. Fußball-Mittelstandsanleihen

Die hier angesprochenen Mittelstandsanleihen unterscheiden sich im wesentlichen zu den in Kapitel 3 beschriebenen Fan-Anleihen in den Anforderungen an Mittelstandsanleihen, wie regelmäßiges Rating, Adhoc-Pflichten und die Mitwirkung eines Kapitalmarktberaters.

 

Kapitel 5. Fazit

Das Buch weißt im Schlussfazit noch einmal auf die besondere Bindung zwischen Verein und Fan hin.

 

Fazit:

Es handelt sich bei diesem Buch eher um ein Heftchen mit 37 Seiten als um ein Buch. Und mir ist auch nicht ganz klar, an wen sich das Buch wendet. Für Anfänger ist es inhaltlich viel zu kurz gefaßt und fortgeschrittenen Anlegern dürfte inhaltlich alles bekannt sein. Vielleicht ist das Buch für Wirtschaftsjournalisten die gerne einen Artikel zu Fananleihen schreiben, denen aber fast immer das Hintergrundwissen fehlt?

 

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John Silver
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Geißler, Max, „Börse für jedermannn – Für Neueinsteiger und Fortgeschrittene – Erfolgreich sparen mit Aktien, Anleihen und Investmentfonds“, Linde Verlag, Wien, 2. Auflage, 2007, 141 Seiten

 

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Zu dem Buch habe ich die folgenden Anmerkungen:

 

1. Kapitel „Börse und Anleger“ / 2. Kapitel „Die private Vermögensplanung“

Nach dem Lesen der ersten beiden Kapitel, „1. Börse und Anleger“ und „2. Die private Vermögensplanung“, dachte ich zuerst, ich habe die Informations-Warnhefte der Banken zur Geldanlage vor mir und kein Buch zur Börse. Danach wird das Buch etwas flüssiger im Textfluss.

 

3. Kapitel „So funktioniert die Börse“

In diesem Kapitel überrascht Geißler mit der Aussage: „Weniger im Fokus der Privatanleger stehen Genussscheine, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen.“ (S. 23). Bei Genussscheinen gehe ich noch mit, bei den beiden anderen bin ich mir aber nicht so sicher.

 

4. Kapitel „Investmentfonds“

In diesem Kapitel findet man zum Problem der Einmalanlage der Tipp, man sollte am besten bei niedrigen Kursen kaufen und bei hohen Kursen verkaufen. Geißler schreibt richtigerweise selber, dass man aber nie genau weiß, wann oben und unten ist. Dann schreibt er aber gleich einen Satz später dazu, man sollte sich die Wertentwicklung der Fonds ansehen, dann weiß man, ob man unten oder oben einkauft. Wenn die Kurse hoch sind, soll man nicht kaufen, „Denn ob die erreichten Spitzenkurse weiter kontinuierlich steigen, ist fraglich.“ (S. 36) Dieser Tipp mag gelten in einem Seitwärtsmarkt, aber in einem Trend, wie z.B. von 2013 bis 2000, ist so eine Aussage ein Desaster für die Vermögensanlage.

Gut hat mir die, wenn auch knappe, Abhandlung „Indexfonds oft besser als Aktienfonds“ gefallen. Geißler meint mit Indexfonds im Grunde ETFs (S. 42 – 43).

„Für Kleinanleger sind Hedge-Fonds wegen der hohen Risiken und Kosten kaum empfehlenswert.“ (S. 46) führt Geißler aus. Ich wußte gar nicht, dass Kleinanleger sich an Hedge-Fonds beteiligen können.

Auf S. 49 gibt Geißler den Tipp, Fonds an der Börse direkt statt von der Fondsgesellschaft zu kaufen. Ein wichtiger guter Tipp, den man nicht im jedem Börsenbuch zum Thema Fonds findet.

 

Auch wenn ich es fast in jeder Rezension schreibe, wiederhole ich auch hier den Hinweis, dass in alten Büchern die Steuerhinweise, weil sie vielfach einfach

hoffnungslos veraltet sind, mit Vorsicht zu behandeln sind (u.a. S. 50 – 51, S. 61 – 62, S. 118 - 120).

 

5. Kapitel „Anleihen“

Im Kapitel 5 „Anleihen“ schreibt Geißler in einem Extrakasten auf den Seiten 53 – 54 zu den Ausstattungsmerkmalen von Anleihen zum Stichwort Nennwert: „… gibt den Wert der Anleihe an. Soviel muss der Anleger am Emissionstag für das Papier bezahlen…“. Das kann so sein, muss es aber natürlich nicht. Wie sollte man denn am Emissionstag sonst ggf. den aktuellen Zins aussteuern können?

Richtig ist die Aussage von Geißler, dass die „Funktion und Wirkungsweise von Anleihen gar nicht so schwer zu durchschauen sind…“, viele Privatanleger aber trotzdem davor zurückschrecken (S. 55). Plain-Vanilla-Anleihen sind wirklich einfach zu verstehen. Abseits davon bieten Anleihen aber ein riesiges Feld von Möglichkeiten, die teilweise schon recht komplex sind. Und auch in diesem Kapitel bekommt man den Tipp, das Zinsumfeld im Auge zu behalten und danach zu investieren oder zu desinvestieren. Aber auch hier ist das Problem, dass man die Zinsentwicklung meistens nicht gut genug abschätzen kann (S. 55).

Auf S. 59 vergleicht Geißler die Bonität zweier Unternehmen mittels der Höhe der Zinskoupons, obwohl die Anleihen unterschiedlich ausgestaltet sind, z.B. in der Laufzeit. Das mag zwar anschaulich sein, aber hier müssen natürlich, wenn schon unbedingt notwendig, die Renditen mit einander verglichen werden, und nicht die Zinskoupons.

 

6. Kapitel „Anleihen“

Im Kapitel 6 „Zertifikate“ lobt Geißler sehr stark Zertifikate (S. 64 – 73). Richtig ist, dass Zertifikate je nach Ausgestaltung einige zusätzliche Investmentmöglichkeiten bieten. Was Geißler aber anscheinend nicht weiß oder nicht verstanden hat, ist dass bei der größten Zahl an Zertifikaten die Risiken ungleichmäßig zwischen Emittent und Anleger verteilt sind. Wie eingangs erwähnt, scheint er auch hier sein Wissen vornehmlich aus Broschüren und weniger aus der Praxis zu haben.

Die Bewertung von Geißler zu Wandelanleihen, habe ich nicht nachvollziehen können: „…Für Laien sind solche Papiere nicht immer leicht zu durchschauen. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Anlagerisiko, weil Anleihe- und Aktienemittent identisch sind. Gerät das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten, kann die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals samt Zinsen gefährdet sein.“ (S. 61). Gilt das nicht für praktisch jede Industrieanleihe?

 

7. Kapitel „Aktien“

Das 7. Kapitel „Aktien“ beschäftigt sich mit dem „Börsenklassiker“ (Aussage von Geißler) (S. 74). Auch wenn es in der Anfangszeit in vielen Foren Pusher, Frontrunner und ähnliches gab und ja auch noch immer gibt, finde ich die generelle Warnung vor Foren immer etwas belustigend (S. 84 – 85). Denn meiner Meinung nach haben das Internet und die Foren es dem durchschnittlichen Kleinanleger überhaupt erst möglich gemacht, sich (schnell) mit anderen auszutauschen und das Spiel der Spiele mit Gewinn zu betreiben.

Die Seiten 87 bis 91 behandeln die Fundamentaldaten einer Aktie. Es schließt sich ein Unterkapitel
„Aktiengewinne mit System“ über diverse Strategien an (Dividend-Top-10-Strategie, Dividen-Low-5-Strategie, Schwergewichtsstrategie, Turn-Around-Strategie, Trendfolgestrategie und Aktienkauf mit Hilfe von Charttechnik) in dem neben dem System auch die Kritikpunkte genannt werden (S. 93 – 103). Dieses Unterkapitel hat mir gut gefallen.

Unsinn schreibt Geißler dann leider im Folge-Unterkapitel „Lohnen sich Neuemissionen?“ (S. 103 – 105). So kommt er zu der abenteuerlichen Behauptung, „Langfristig gesehen, läßt sich festhalten, dass sich die meisten Neuemissionen lohnen.“ (S. 104) Die Quelle dieser Weisheit würde mich wirklich interessieren. Des Weiteren nennt Geißler für gelungene Emissionen die Postbank und Solarworld. Es ist natürlich immer leicht in der Rückschau falsche Prognosen zu finden. Es zeigt aber einfach, dass Geißler hier meiner Meinung nach grundsätzlich falsch liegt mit seiner obigen generellen Aussage.

Und auch das Unterkapitel „Delisting“ (S. 117 - 118) zeigt leider, dass Geißler recherchiert hat, aber mit dem Delisting von Aktien, und insbesondere mit den enormen Möglichkeiten nicht vertraut ist. So ist auch seine Empfehlung die Aktien i.d.R. möglichst schnell zu verkaufen mit größter Vorsicht zu bewerten (S. 118).

 

8. Kapitel „Börsenlexikon“ / Stichwortregister

Das Buch schließt in Kapitel 8 mit einem Börsenlexikon und einem kurzen Stichwortregister.

 

Fazit:

Man kann festhalten, dass Geißler sicherlich kein Börsianer oder Spekulant oder erfahrener Anleger ist. Man muss aber auch sagen, dass sein Buch in sehr weiten Teilen für Anfänger gut lesbar geschrieben ist und daß das Meiste, trotz der 15 Jahre die das Buch auf dem Buckel hat, immer noch in weiten Teilen richtig ist. Die Ausnahmen habe ich hoffentlich weitestgehend oben angeführt.

 

 

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John Silver
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Stelzer-O’Neil, Barbara, „Schnellkurs Wertpapiere – Aktien – Fonds – Renten – Rendite und Risiken richtig einschätzen“, Walhalla Verlag, Regensburg, 2000, 160 Seiten

 

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Kapitel 1. Grundlagen

Gleich am Anfang auf Seite 13 empfiehlt BSO (Barbara Stelzer-O’Neil) als Alternativ zur klassischen Bankberatung, sich einem Investmentclub anzuschließen. Ein Anliegen welches ein Freund von mir schon seit Jahren predigt, nämlich die Gründung oder den Besuch einen Börsenstammtisches um sich auszutauschen und um dazu zu lernen.

BSO kritisiert die grundsätzliche Kategorisierung von Anlegern in Altersklassen, indem jungen Menschen Aktien und alten Menschen Renten empfohlen werden. Ein Widerspruch ist hier, dass die Jungen zwar Lebenszeit, aber keine Muße für die Geldanlage haben, während es Rentnern an erwartbaren Lebensjahren fehlt, diese aber Zeit haben, sich ausführlich um ihre Investments zu kümmern (S. 14). Diese Ausführungen haben mir gut gefallen.

BSO bemerkt zu den Berichten von Journalisten zu Währungsschwankungen, dass „oft … in der Presse von unkundigen Journalisten Ursache und Wirkung verwechselt wird.“ (S. 34). Ein Umstand, der mir leider auch schon oft aufgefallen ist. Ich finde sogar, dass die Zahl der unkundigen Journalisten stark zugenommen hat. Ein Umstand, der einem schnell ins Auge fällt, wenn man selber in einem Thema bewandert ist.

Insgesamt ist das erste Kapitel für absolute Neulinge gut geeignet.

 

Kapitel 2 Kapitalmarkt und Wertpapiere

Das ganze 2. Kapitel hat sich leider nur mit Formalien befaßt, so dass das Kapitel nichts Bemerkenswertes zu bieten hat.

 

Kapitel 3 Verzinsliche Wertpapiere

In diesem Kapitel haben mir die Ausführungen zu den „Exoten im Rentenmarkt“ gut gefallen (S. 78 – 80). Ebenso fand ich eine Tabelle auf S. 99 gut, in der „Rating und Zinsunterschiede für Anleihen am deutschen Wertpapiermarkt“ dargestellt werden. Dabei wird in der Tabelle die Risikoprämie in Basispunkten von Anleihen mit unterschiedlichen Ratings dargestellt. Ich fand die Tabelle für Anfänger relativ leicht nachvollziehbar und verständlich. Natürlich ist die Datenlage mittlerweile absolut veraltet, so dass man sich aktuell bei Interesse leider selber eine solche Tabelle relativ aufwendig erstellen müßte.

 

Kapitel 4 Aktienauswahl und Bewertung

Das Kapitel beschäftigt sich, Nomen est Omen, mit der Bewertung von Aktien. Allerdings geschieht dies auf eine oberflächliche und sterile Weise, so dass ich mich frage für wen das gut sein soll. Aus meiner Sicht hilft das Kapitel nicht so richtig dem Anfänger oder dem erfahrenen Anleger. So wird z. B. auf S. 116 die Formel für den Nettobarwert aufgeführt. Welcher Anfänger soll damit etwas anfangen?

Auch sind einige Beispiele im Kapitel merkwürdig bzw. unvollständig. Bei einer Aktie berechnet BSO die Rendite in dem sie Dividenden und Kurssteigerungen berücksichtigt. Bei der gleichzeitig genannten Anleihe aber nicht, dabei ergibt sich dort die Rendite doch auch Mittels Zins und der Kursveränderung.

Auf den Seiten 130 bis 143 gibt BSO das Kapitalmarktmodell wieder. Das Unterkapitel liest sich als ob die Autorin Quellen gelesen hat und diese nun einfach zusammengefaßt wiedergibt. Der Anfänger kann mit dem Modell praktisch nichts anfangen und der erfahrene Anleger wird das Modell nicht nutzen. Das Modell taugt aus meiner Sicht einfach nicht für den Privatanleger. Für wen hat BSO daher dieses Unterkapitel, das ja fast 10% des Buchs ausmacht, geschrieben oder ist es nur Füllstoff? Denn so wirkt es.

 

Kapitel 5 Investmentfonds

Das Buch trägt den Untertitel: „Aktien - Fonds - Renten“. Fonds werden immerhin an zweiter Stelle genannt. Trotzdem kommt BSO am Anfang des Kapitels zu der Erkenntnis: „Mehrere Spezialbücher sind auf diesem Gebiet schon geschrieben worden, so dass an dieser Stelle nur noch die wichtigsten Informationen für die Anlegerbewertung und Investitionsauswahl festgehalten werden.“ (S. 146). Da fragt man sich als Leser und Käufer, warum BSO dann überhaupt das vorliegende Buch geschrieben hat, denn es gibt doch Massenweise Spezialbücher zur Börse?

Geradezu abenteuerlich ist die Feststellung von BSO zu deutschen kontra internationalen Aktienfonds: „Im Aktienbereich ist ein Aktienfonds mit Dax-Werten für einen deutschen Anleger mit weniger Risiko behaftet als einer, der international streut.“ (S 151).

 

Das Buch schließt mit ein paar „Hilfreiche(n) Internetadressen“ und einem Findex.

 

Fazit:

Der Name „Schnellkurs Wertpapiere“ ist gut gewählt, denn in der Tat ist das Buch schnell gelesen und schnell vergessen. Das sieht man vielleicht auch an meiner übersichtlichen Zahl von Anmerkungen zu diesem Buch. Das Buch liest sich mehr wie die Seminar-Arbeit eines relativ Unbeteiligten, der die Sachen als Muss-Aufgabe zusammengestellt und zusammengelesen hat, als die Erkenntnisse eines Börsianers oder Spekulanten. Das Buch wirkt auf mich nicht nur sachlich, was für ein Sachbuch ansich ja löblich ist, sondern auch leider alles etwas distanziert, als ob die Autorin selber wenig Begeisterung für den Kapitalmarkt aufbringt.

 

 

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John Silver
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Günther, Martin, „Captain Kohle legt los – Sicher durch das Meer der Finanzen“, BoD - Books on Demand, Norderstedt, 2019, 201 Seiten

 

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Bevor man das Buch liest muss man wissen, dass es sich bei dem Buch laut Rückseite um einen „Finanzkompass für 12 – 15 jährige“ handelt.

In diesem Buch beschreibt Günther die Grundlagen des Geldes und den Umgang mit diesem.

 

Die Kapitel heißen: „Die Grundbegriffe“, „Einnahmen und Ausgaben“, „Schulden“, „Wohlstand und Finanzen“ und „Wie kann ich Geld anlegen?“.

 

Aufgelockert werden die Sachkapitel und Beschreibungen von kleinen Geschichten von Lisa, Max und ihrer alleinerziehenden Mutter (Merkwürdigerweise hat die Mutter keinen Namen). Bei speziellen Fragen ziehen sie Martin, einen Jungendfreund der Mutter hinzu, dem Max den Namen „Captain Kohle“ verpaßt hat.

Man braucht nicht schlau zu sein, um in „Martin = Captain Kohle“ das Alter Ego des Autors Martin (sic!) Günther zu erkennen. Jedenfalls hat Günther immerhin einen solchen Glauben in Captian Kohle® gesetzt, dass er sich die Rechte an dem Namen gesichert hat. Leider hat der kommerzielle Erfolg wohl nicht so geklappt, so dass die auf der Rückseite des Buches und auf S. 197 genannte Internetadresse tot ist (www.captain-kohle.de). Das finde ich besonders schlecht, weil das Buch ja von 2019 ist und damit wahrlich nicht alt. Günther hätte zumindest, auch wenn das Buch und die geplante Erweiterung um das Buch herum nicht funktioniert hat, eine Nachricht auf der Seite hinterlassen können a la „Captain Kohle ist zur Zeit auf großer Seereise“ etc. So wirkt die tote Seite schon fast, als wäre Günther beleidigt.

 

Das Buch ist inhaltlich relativ gutgeschrieben und ich habe inhaltlich wenig zu bemängeln, aber ich habe meine Zweifel, dass das wirklich der Lesestoff für 12 bis 15 jährige ist. Das Buch selber liest sich jedenfalls wirklich flott weg und sollte auch für ungeübte Leser in relativ kurzer Zeit zu schaffen sein.

 

Trotzdem gab es ein paar Schwachpunkte:

Auf S. 94 – 96 wird „Melanie“, die Tante von Lisa und Max in die Geschichte eingeführt. Anhand ihres Beispiels wird das Thema Überziehungszinsen behandelt. Die Geschichte selber ist ganz nett, aber die gewählten Zahlen sind, wenn man sie nachrechnet, so absurd klein, so dass „Tante Melanie“ garantiert nicht ihr verhalten ändern wird (im Gegensatz zum Ende der Geschichte).

 

Die Vermögenssituation von der Mutter und dem Vater wird auf den Seiten 125 – 130 behandelt. Es ist ja gut, dass in diesem Fall die alleinerziehende Mutter die Vermögende ist, auch wenn es gegen die statistische Wahrscheinlichkeit geht, aber die Zahlen und die Logik dahinter machen die Zahlen unglaubwürdig (Beide verdienen gleichviel, der Vater hat praktisch nichts an Vermögen, sie hat vor 10 Jahren eine Wohnung für EUR 250.000 gekauft und bis auf EUR 30.000 abbezahlt. Das sind nur an Tilgung(!) ca. 1.834 EUR pro Monat. Von Erbschaft, Eigenkapital, Bausparverträge usw. wird nichts berichtet).

 

Zum Ende des Buches wird das Hohe Lied auf die Aktienanlage gesungen. Das finde ich zwar prinzipiell gut, aber man darf nicht vergessen, dass Aktienanlagen für Minderjährige immer sehr grenzwertig sind (Stichwort mündelsichere Anlage).

 

Zudem taucht „Captain Kohle“ im Buch an so wenig stellen und nur bedingt hilfreich auf, so dass man sich fragt, wieso ausgerechnet er eigentlich die vermeintliche Hauptfigur ist.

 

Fazit:

Das Buch ist wie gesagt eigentlich gut. Wer meint seine Kinder bräuchten etwas Anleitung, kann das Buch ja mal kaufen und seinen Kindern geben und gucken was passiert. Vielleicht hilft es ja. Da im Buch selber kein Quatsch steht, wird es ihnen auf keinen Fall schaden.

 

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John Silver
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Simons, Heinz-Josef, "Aktien: Spekulieren auf Baisse – Gewinnen bei niedrigen Kursen", Walhalla Verlag, Regensburg, 2000, 206 Seiten

 

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Vorwort

Kapitel 1: Was Sie aus den großen Crashs lernen können

Nach einem kurzen Vorwort behandelt das erste Kapitel die Geschichte der Crash im 20. Jahrhundert, vom großen Crash 1929 bis zur Japankrise in den 1990ern.

 

Kapitel 2: Wie sich die großen Crashs international auswirkten

Aus dem Kapitel kann man meiner Meinung vor allem zwei Erkenntnisse ziehen: Die Regel (ist), daß es sehr vorteilhaft ist, einige Wochen oder spätestens Monate nach dem Beginn des Crashs Aktien zu kaufen, weil anschließend die Kurserholung außerordentlich stark ausfällt.“ (S. 34). Wer würde dieser Aussage aus der Erfahrung der letzten Jahre nicht zustimmen? Die zweite Erkenntnis ist: „Nur dann, wenn Deflation droht, ist in und nach einem Crash allerhöchste Vorsicht angesagt. In allen anderen Fällen dagegen lohnt es sich … Sonderangebote … zum Kauf zu nutzen.“ (S. 35)

 

Kapitel 3: Börsenachterbahn: warum Kurse steigen und fallen

Interessant fand ich die folgenden Anmerkungen:

„Ein Auslöser für den Kursabschwung am Aktienmarkt ist häufig die erste Erhöhung der Leitzinsen durch die … EZB.“ (S. 55). „… spätestens jedoch die zweite Erhöhung der Leitzinsen … ist fast immer ein todsicheres Signal für den Ausstieg aus dem Aktienmarkt.“ (Seite 56). Der IFO-Geschäftsklima-Index ist ein ausgezeichnetes Signal, wohin die Reise der Börsenkurse gehen soll.“ (S. 58).

Bemerkenswert ist finde ich, dass der Autor 2000 davon ausging, dass Großbritannien sich dem EURO anschließen würde (S. 70). Heute wissen wir, dass Großbritannien nicht mal mehr Teil der EU ist. Das ist aber keine Kritik, nur interessant, denn in der Rückschau sieht immer vieles zwingend aus.

Simons greift die These auf, dass Steuerbelastung für einen Crash bzw. fallende Kurse verantwortlich sein könnten. Diese These war mir neu. Er selber schreibt, dass steigende Steuern kaum als Crashsignal geeignet sind (S. 71 – 72).

Ich denke Allgemeinwissen ist, dass der Dax und damit der deutsche Aktienmarkt relativ fest in ausländischer Hand ist. Von daher ist die Erkenntnis, dass wenn die Ausländer verkaufen die Kurse i.d.R. fallen, allgemein bekannt (S. 72).

Überraschend ausführlich, jedenfalls hätte ich das nicht in diesem Buch erwartet, geht Simons auf den Seiten 79 – 87 auf die Charttechnik ein.

 

Kapitel 4 Ihre Monats-Strategie

In diesem Kapitel schreibt Simons über die Saisonalität von Aktienrenditen und erklärt dazu, dass die Monate Januar bis Juni die beste Rendite versprechen und sich der Anleger praktisch danach vom Aktienmarkt zurückziehen kann (S. 104 – 105). Das widerspricht der Erkenntnis von Fidelity (S. 159 – 162).

 

Kapitel 5 Ihre persönliche Vermögens-Strategie

Hier gibt Simons einige Tipps für das persönliche Depot. Ehrlich gesagt sind die Tipps sicherlich nicht falsch, aber in einem Buch das von Crashs handelt, erwarte ich nicht simpelste Grundlagen, wie z.B. die Streuung von Geldanlagen (S. 114 – 115). Und obwohl Simons diesem Punkt ein eigenes Unterkapitel widmet, wiederholt er diesen Tipp nochmal auf den Seiten 124 – 125 und abermals in Kapitel 6 auf den Seiten 147 – 151.

Simons führt auch die alte Leier an von „100 abzüglich des persönlichen Alters ergibt den prozentualen Aktienanteil im Depot“ (S. 117). Zum einen gibt es z.B. für Minderjährige gesetzliche Rahmenbedingungen, zum anderen wird oft vergessen, dass ältere Personen Zeit und Erfahrung haben, sich um Ihre Aktienpositionen zu kümmern. OK, bei reinen Passivanlegern entfällt das vielleicht, aber die lesen ja auch sicherlich kein Buch über die Anlage in einer Baisse.

Aktuell, Stichwort Russland, ist dagegen der Tipp auf S. 123: Anleger sollten sich nicht nur mit dem Schuldner, sondern auch mit dem Land befassen, wo dieser Schuldner beheimatet ist.

Zumindest diskussionswürdig stufe ich den Tipp ein, immer ausreichend Liquidität vorzuhalten, um im Crash nachzukaufen (S. 125 – 127). Zum einen hat man dann das Anlageproblem mit diesen Mitteln, während das andere Geld zu höheren Renditen angelegt ist. Zum anderen wird, ziemlich ausführlich auf den Seiten 159 - 162, darauf hingewiesen, dass das Risiko nicht investiert zu sein wesentlich die Performance verschlechtern kann und es eigentlich auch egal ist, ob man sogar kurz vor einem Crash investiert. Gut, in einem Buch das sich mit der Baissespekulation beschäftigt, muss das aber wohl als Tipp herhalten.

Albern ist die Anmerkung auf S. 131, das die laufenden Erträge einer Aktie, gemeint ist die Dividende, im Vergleich zu Kursgewinnen „oft verschwindend gering“ sind. Natürlich gibt es diese Aktien, aber die Mehrzahl der Aktien, und nicht die verschwindend geringe Anzahl, erzielt die Rendite aus Kursgewinnen und(!) Dividendenzahlungen.

Interessant fand ich mögliche Depotaufteilungen für verschiedene Altersklassen mit jeweils unterschiedlichen Vermögenshintergrund, auch wenn hier natürlich wieder mit der „100-Alter = Aktienquote“, Bundesschatzbriefen (die gibt es heute nicht mehr) und Immobiliendirektanlage operiert wird (S. 136 – 144).

 

Kapitel 6 Wie Sie einem Kurs-Desaster gezielt vorbeugen

Auf den Seiten 152 – 156 schreibt Simons ein paar Sachen zu Aktienfonds und kommt zu der Erkenntnis, dass gute Aktienfonds unter dem Strich ihre Anleger kaum enttäuscht hätten (S. 151). Ein paar Seiten später, auf den Seiten 171 – 172 kommt er dann aber doch zu dem Ergebnis, dass die meisten aktiven Fonds ein Indexzertifikat (damals ein Art ETF) oft nicht schlagen. Ja was nun? Was ist denn jetzt der Tipp, aktive Fonds oder Indexzertifikate? Da sollte sich der Autor schon mal in einem Anlageberater-Buch festlegen (Indexzertifikate werden auf den Seiten 172 – 174 kurz vorgestellt und erläutert).

Viel Raum widmet Simons auch dem sogenannten Cost Averaging mittels eines Sparplans und hebt dessen positiven Effekt hervor (S. 164 - 172). Das ist insich widersprüchlich, weil er vorher auf den direkten Seiten 159 – 163 davor noch erläutert hat, dass das Kaufdatum nicht entscheidend ist und es wichtiger ist, generell investiert zu sein, um die entscheidenden starken Börsentage mitzunehmen. Wenn das aber so ist, dann muss man immer soviel investieren, wie man erübrigen kann und will, unabhängig von einem Sparplan. Ein Sparplan kann dann nur eine Art Hilfe sein das zu systematisieren, aber er kann kein Teil einer Zeitpunktstrategie sein.

Im Unterkapitel 6.6. zeigt Simons, dass er mit dem Versicherungswesen ansich nicht vertraut ist und pöbelt einwenig von Überversicherung vor sich hin (S. 174). Er kommt dann aber zu seinem Thema, der Versicherung eines Depots mittels Optionen (S. 174 – 184). Ich bin mir nicht sicher was das soll. Einerseits erklärt Simons im ganzen Buch Banalitäten und kommt andererseits dann kurz um die Ecke mit der Theorie von Absicherung mittels Optionen. Ichbehaupte, dass das Thema doch relativ komplex und risikobehaftet ist und es fahrlässig ist, Anfänger mal so eben nebenbei darauf zu stoßen, als wäre es nichts anderes als ein simpler Kauf von Fondsanteilen.

Das folgende Unterkapitel 6.7. behandelt das Setzen von Limits (S. 184 – 192). Das ist auch gut, aber gerade da wo es dann spannend wird, welche Typen von Limits es gibt und wie man sie einsetzt, kommt Simons wieder ins wage, dabei behandelt er das Thema doch immerhin auf 8 Seiten. Und auf die Gefahr das Limits in volatilen Märkten gerne mal von anderen Marktteilnehmern ausgelöst werden, um günstig Aktien abzufischen kommt er leider gar nicht zu sprechen. Eine Gefahr die gerade in liquiditätsarmen und engen Märkten passieren kann. So sind seine Ausführungen auch nicht besser als der Stop-Loss Tipp von Markus Frick.

 

Kapitel 7 Nach dem Crash: erfolgreiche Schnäppchenjagd

Dies ist das einzige Kapitel, dass praktische Tipps enthält die auch wirklich zum Buchtitel passen.

 

Fazit:

Schade, ein Buch das so vielversprechend vom Titel war und mit dem ersten Kapitel stark begann, hat mich leider am Ende doch etwas enttäuscht. Erst im letzten Kapitel hat sich der Autor wieder an seinen Titel und sein Ziel erinnert. Dazwischen liegen leider einige Kapitel mit Inhalten, die man auch in vielen anderen Büchern findet. Und man merkt auch hier, was schon der Umschlag verriet, Simons ist kein Aktionär mit Erfahrung aus Haussee und Baisse, sondern ein Wirtschaftsjournalist, der sich sein Fachwissen angelesen hat und nur wenig aus der Praxis kennt. Wer aber zu faul ist, sich per Wikipedia etc. über Crashs aufzuschlauen und gerne noch etwas weiteren Fließtext hat, kann das Buch günstig antiquarisch für wirklich sehr kleines Geld erstehen.

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