Tagesgeld - Notgroschen oder Anlageklasse?

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121 posts in this topic

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TG wird häufig als Parkplatz für den sogenannten "Notgroschen" empfohlen. Dort sollen z.B. 3-4 Monatsgehälter kurzfristig verfügbar für unvorhergesehene Ausgaben (Reparaturen, Anschaffungen usw.) angelegt werden. Soweit so gut.

Ich nutze TG schon seit geraumer Zeit komplett als RK 1 meines Depots, das sind ca. 30%. Eine FG-Leiter habe ich nicht, da mir der Renditezuschlag zu gering ist und ich die Liquidität vorziehe. Ich interpretiere TG also nicht (nur) als Notgroschen, sondern als Anlageklasse. Andere RK1-Anlagen sind m.E. auf absehbare Zeit nicht verfügbar.

 

Wie bewertet ihr das Tagesgeld? Notgroschen oder Anlageklasse? Bin auf die Meinungen hierzu gespannt.

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Tagesgeld ist Anlageklasse (RK1),  halt mit geringer Rendite und niedrigen Risiko. Zusätzlich habe ich noch einen Anteil Notgroschen im Rahmen des Tagesgeld. Festgeldleiter finde ich auch nicht so charmant wie andere.

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Tagegeld ist RK1. Ich zähle den Notgroschen zu meinem Vermögen dazu, also ist er bei mir Teil von RK1.

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Posted · Edited by DST

Ich nutze TG primär zum Ansparen für kurz- bis mittelfristige Ausgaben, sekundär als Notgroschen und tertiär als RK1-Anlageklasse meines Portfolios, dessen Performance ich sowohl mit als auch ohne TG auswerte. Sozusagen eine Allzweckwaffe ;)

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Ich sehe Tagesgeld aktuell ebenfalls sowohl geeignet für den Notgroschen und für geplante Ausgaben als auch für dem RK1 des Portfolios

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Posted · Edited by Steve777

vor 9 Stunden von alsuna:

Ich sehe Tagesgeld aktuell ebenfalls sowohl geeignet für den Notgroschen und für geplante Ausgaben als auch für dem RK1 des Portfolios

:thumbsup:+1

 

Übrigens:

Eine Festgeldleiter muss sich zinstechnisch meiner Meinung nach deutlich sichtbar lohnen im Vergleich zu Tagesgeld und da gibt es nicht mehr viele Angebote, die es wert sind, FG zu nutzen.

Aktuell schaut es ja so aus:

TG: Rabodirect: 0,3% (mit 3 Monate Bindung sogar 0,5%, was ich gerade noch als Tagesgeld werten würde bzw. eher schon extrem kurzes Festgeld)

FG: Nur die Credit Agricole mit FG Laufzeiten ab zwei Jahren aufwärts (1,11% - 1,51%) lohnt noch - den Rest der Anbieter kann man mittlerweile in die Tonne klopfen, weil entweder die Zinsen zu mäßig sind oder Bank+Land zu unsicher.

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vor 28 Minuten von Steve777:

Eine Festgeldleiter muss sich zinstechnisch meiner Meinung nach deutlich sichtbar lohnen im Vergleich zu Tagesgeld und da gibt es nicht mehr viele Angebote, die es wert sind, FG zu nutzen.

Sehe ich ein bisschen anders (geht aber zugegeben bei meinem Depotvolumen Richtung peanuts) Festgeld nicht, weil es (minimal) höhere Zinsen gibt, sondern weil ich damit das aktuell noch hohe (wartet mal ab :P) Zinsniveau sichern kann.

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Posted · Edited by Steve777

Das ist natürlich richtig, aber auch hier:

"Noch hohe Zinsniveau" ist eben so eine Sache. Die 1,11- 1,51% der CA Consumer sind noch Kombis, bei denen ich es wie schon gesagt verstehen kann, wenn man sich das noch "schnappt". Alles drunter (besonders bei anderen Banken) bringt aber jetzt schon kaum mehr was (das läuft alles unter 1%).

 

Es kommt sicherlich auch auf die Depotgröße und den reinen Betrag an, um den es jeweils geht. Sind es ein paar 1000er Zinsen im Jahr, ist es sicher ein Thema, genau zu überlegen, was man macht - für ein paar 100er im Jahr mehr oder weniger sehe ich zumindest keinen Sinn in Festgeld (da hab ich die Kohle lieber wie jederzeit "griffbereit", so wie es auch der Themenersteller hier geschrieben hat).

Wer den Sparerpauschbetrag zudem überschreitet mit seinen Zinsen (801/1602 Euro), hat je effektiv dann noch weniger vom höheren FG-Zins. Da lohnt es sich dann noch weniger.

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Posted · Edited by DST

Ich sehe das ähnlich wie Steve und verzichte für die mit TG einhergehende Liquidität ebenfalls auf FG. Überschüssiges Geld investiere ich lieber an der Börse, jedoch nicht in Anleihen. So habe ich eine höhere Renditeerwartung bei zugleich höherer Liquidität. Das entsprechend höhere Risiko nehme ich dabei in Kauf.

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Posted · Edited by morini

vor 10 Minuten von DST:

Ich sehe das ähnlich wie Steve und verzichte für die mit TG einhergehende Liquidität ebenfalls auf FG. Überschüssiges Geld investiere ich lieber an der Börse, jedoch nicht in Anleihen.

 

Ca. 35-40 % meines Geldes liegen auf Tagesgeldkonten mit nahezu 0 % Zinsen, sodass aufgrund der Inflationsrate Tag für Tag Geld verloren geht, was natürlich höchst unbefriedigend ist. Mit dem restlichen Geld habe ich Aktien gekauft (überwiegend USA) und bislang gute Gewinne gemacht. Mein ganzes Geld in Aktien zu investieren, das habe ich mich dann doch nicht getraut....

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Posted · Edited by DST

vor 4 Minuten von morini:

Ca. 35-40 % meines Geldes liegen auf Tagesgeldkonten rum mit nahezu 0 % Zinsen, sodass aufgrund der Inflationsrate Tag für Tag Geld verloren geht, was natürlich höchst unbefriedigend ist. Mit dem restlichen Geld habe ich Aktien gekauft (überwiegend USA). Mein ganzes Geld in Aktien zu investieren, das habe ich mich dann doch nicht getraut....

Das kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Wenn man RK1 so hoch gewichtet wie du, wieso dann nicht wenigstens 1% Zinsen via FG mitnehmen?

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Posted · Edited by morini

vor 2 Minuten von DST:

Das kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Wenn man RK1 so hoch gewichtet wie du, wieso dann nicht wenigstens 1% Zinsen via FG mitnehmen?

 

Weil ich mir für den Crash-Fall nicht die Möglichkeit verbauen möchte, in größerem Maße Aktien zu dann sehr günstigen Kursen nachzukaufen. Die durch Tagesgeld gegebene Liquidität ist der einzige Grund.

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Posted · Edited by DST

vor 5 Minuten von morini:

Weil ich mir für den Crash-Fall nicht die Möglichkeit verbauen möchte, in größerem Maße Aktien zu dann sehr günstigen Kursen nachzukaufen.

Jetzt kann ich es nachvollziehen :thumbsup:

 

Also im Prinzip auch aus Gründen der Liquidität. An deinem Beispiel sieht man was für ein großer Vorteil damit einhergehen kann (sofern es in naher Zukunft zu einem Crash kommen sollte).

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vor 10 Minuten von morini:

mit nahezu 0 % Zinsen, sodass aufgrund der Inflationsrate Tag für Tag Geld verloren geht, was natürlich höchst unbefriedigend ist.

Hierzu noch:

Ich glaube und zumindest behauptet das auch Gerd Kommer, dass es gar nicht so schlimm ist mit der Inflation, wie viele es hier immer meinen (gibt auch ein gutes Video dazu auf YT).

Zumindest sieht Kommer keinen dramatischen Unterschied zwischen heute und der letzten Dekaden, was die "realen Zinsen/Verluste" des Geldes angeht.

Man hat sozusagen zwar früher mehr Zinsen bekommen, aber dafür war die Inflation damals auch extrem höher.

Verrückt braucht man sich also deshalb auch nicht unbedingt machen und wenn das Tagesgeld eh dazu genutzt wird, um in entsprechenden Marktphasen Aktien nachzukaufen, ist es eh überhaupt kein Problem.

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Wie behandelt ihr eigentlich Rücklagen für größere Anschaffungen wie neues Auto, Urlaube etc. Führt ihr diese im-RK1-Teil eures Gesamtportfolios oder außerhalb des eigentlichen Portfolios?

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Posted · Edited by morini

Man kann wirklich froh darüber sein, dass momentan die Inflationsrate sehr niedrig ist. Andernfalls würden viele aufgrund der niedrigen Zinsen ein finanzielles Desaster erleben.

 

@Merol Rolod: Rücklagen für größere Anschaffungen wie neues Auto, Urlaube etc. sind in meinen Tagesgeldkonten reichlich vorhanden. Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Außerdem würde mir ein günstiger, nicht zu alter Gebrauchtwagen voll und ganz ausreichen.

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Posted · Edited by DST

vor 11 Minuten von Merol Rolod:

Wie behandelt ihr eigentlich Rücklagen für größere Anschaffungen wie neues Auto, Urlaube etc. Führt ihr diese im-RK1-Teil eures Gesamtportfolios oder außerhalb des eigentlichen Portfolios?

Wie oben bereits geschrieben: Ich spare mit Hilfe von TG darauf hin, welches aber gleichzeitig auch den RK1-Teil meines Portfolios bildet. Die Performance werte ich sowohl mit (Gesamtportfolio) als auch ohne TG-Anteil (risikobehaftete Investments) aus. Ansonsten bin ich persönlich zu jedem Zeitpunkt so hoch es nur geht in Aktien-ETF investiert. Im Prinzip könnte man sagen 100% Aktien(-ETF), exkl. TG-Rücklagen/Notgroschen.

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vor 2 Minuten von Merol Rolod:

Wie behandelt ihr eigentlich Rücklagen für größere Anschaffungen wie neues Auto, Urlaube etc. Führt ihr diese im-RK1-Teil eures Gesamtportfolios oder außerhalb des eigentlichen Portfolios?

Bei meiner Frau und mir ist es sozusagen im RK1-Teil (=TG) mit drin, wobei man sagen muss, dass wir gut sparen können und dadurch der RK1-Teil stetig wächst. Vom diesem Teil werden dann die von dir beschriebenen Sachen finanziert. Steht was Großes an (neues Auto) z.B., dann weiß man das ja meist schon recht weit vorher und kann entsprechend den RK1-Teil kurzfristig etwas ausweiten etc

Einen "Extra-Rücklagen oder Notgroschen-Teil" empfinde ich persönlich daher bei uns als unnötig. Das geht aber wie gesagt nur, wenn regelmäßig gute Ersparnisse zufließen finde ich.

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Posted · Edited by morini

vor 6 Minuten von DST:

Ansonsten bin ich persönlich zu jedem Zeitpunkt so hoch es nur geht in Aktien-ETF investiert. Im Prinzip könnte man sagen 100% Aktien, exkl. TG-Rücklagen/Notgroschen.

 

Dann darfst du aber bei einem Börsencrash nicht die Nerven verlieren...  Wenn höhere Geldsummen im Spiel sind, fällt das schwer.

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Posted · Edited by DST

vor 22 Minuten von morini:

Dann darfst du aber bei einem Börsencrash nicht die Nerven verlieren...  Wenn höhere Geldsummen im Spiel sind, fällt das schwer.

Sobald ich mit einem potenziellen Drawdown von sagen wir mal 50% warum auch immer nicht mehr gut schlafen könnte, würde ich den Aktien-Anteil wohl auch reduzieren. Bisher ist es aber so, dass ich mich über jeden größeren Kursrückschlag freue und diesen zum Investieren nutze. Ich habe dafür zwar keine so großen Rücklagen wie du (weil ich mir nicht sicher bin ob es in absehbarer Zeit überhaupt zu einem Crash kommt), aber es reicht aus um wenigstens etwas nachschießen zu können.

 

Außerdem fände ich es deutlich schlimmer einen hohen Verlust realisieren (!) zu müssen als einen kleineren. Deswegen nimmt der Notgroschen meiner Ansicht nach mit zunehmendem Depot-Vermögen an Bedeutung zu. Dieser sollte einen nämlich davor schützen.

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Posted · Edited by Steve777

Ich habe leider auch nicht den Mut (besonders aktuell) eine hohe Aktienquote zu fahren. Ich schichte aktuell eher um in Richtung Tagesgeld (von anfangs 80% Arero hin zu 50% Arero, womit ich ja dann rein von den Aktien her bei nur ca. 30% bin).

 

Die Frage, ob eine große oder kleinere Geldsumme besser oder schlechter ist bei großer Aktienquote, habe ich mir auch schon oft gestellt.

Ich finde diese Frage sehr schwierig, denn:

 

Hat man z.B. ein Vermögen von 500k Euro und investiert nur 50k in TG und 450k in Aktien-ETFs, dann tut es zwar bei einem Crash bestimmt furchtbar weh, wenn ca. 300k erstmal auf dem Papier "weg sind".

Jemand mit nur 50k Vermögen (und davon 45k in Aktien), verliert hier "nur" ca. 30k Euro.

 

Die andere Sichtweise ist aber:

Der Sehr-Vermögende hat im Crash trotzdem immer noch 50k (TG) + 150K (Aktien) = 200k Vermögen übrig, während der mit anfänglich 50k Vermögen im Crash nur noch 25k übrig hat und das macht vielleicht mehr nervös als beim "Sehr-Vermögenden"(der sich einfach nur ärgert, nicht mehr sehr viel Geld zu haben, sondern nur noch viel).

Die Psychologie eben;)

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vor 7 Minuten von Steve777:

Hat man z.B. ein Vermögen von 500k Euro und investiert nur 50k in TG und 450k in Aktien-ETFs, dann tut es zwar bei einem Crash bestimmt furchtbar weh, wenn ca. 300k erstmal auf dem Papier "weg sind".

Jemand mit nur 50k Vermögen (und davon 45k in Aktien), verliert hier "nur" ca. 30k Euro.

 

Die andere Sichtweise ist aber:

Der Sehr-Vermögende hat im Crash trotzdem immer noch 50k (TG) + 150K (Aktien) = 200k Vermögen übrig, während der mit anfänglich 50k Vermögen im Crash nur noch 25k übrig hat und das macht vielleicht mehr nervös als beim "Sehr-Vermögenden"(der sich einfach nur ärgert, nicht mehr sehr viel Geld zu haben, sondern nur noch viel).

Die Psychologie eben;)

 

Andererseits lassen sich 30.000 Euro wieder relativ leicht ansparen, 300.000 Euro hingegen nicht.

Für 30.000 Euro bekommt man gerade mal einen guten Neuwagen, für 300.000 Euro schon ein ganzes Haus.

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Posted · Edited by DST

Solang man den Verlust nicht realisieren muss, sollte man in meinen Augen in beiden Fällen schlicht weg die Chance zum Investieren nutzen. Ich setze hier natürlich eine sinnvoll diversifizierte Strategie voraus und keine Wette auf drei Aktien.

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Posted · Edited by morini

vor 5 Minuten von DST:

Solang man den Verlust nicht realisieren muss, sollte man in meinen Augen in beiden Fällen schlicht weg die Chance zum Investieren nutzen. Ich setze hier natürlich eine sinnvoll diversifizierte Strategie voraus und keine Wette auf drei Aktien.

 

Auch mit einer sinnvoll diversifizierten Strategie liegen Verluste von 50-80 % bei Aktien durchaus im Bereich des Möglichen. Auch wenn man die Verluste nicht realisieren muss, ist eine solche Situation doch sehr belastend.

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Posted · Edited by DST

vor 4 Minuten von morini:

Auch mit einer sinnvoll diversifizierten Strategie liegen Verluste von 50-80 % bei Aktien durchaus im Bereich des Möglichen.

Es geht mir um die Realisierung des Verlustes (Verkauf der Aktien), zu der man bei einer sinnvoll durchdachten Asset-Allokation hoffentlich nicht gezwungen ist. Dauerhafte Buchwert-Verluste über eine Lebenszeit hinweg kann ich mir dann auch nur schwer vorstellen, sonst würde ich auch nicht in Aktien investieren.

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