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tretmine

Immobilie

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tretmine
Posted · Edited by tretmine

 

Vielleicht ist es für den ein oder anderen interessant, wie unsere Immobilienfinanzierung geplant ist.

 

Wir leben im Einzugsbereich Stuttgart. Ein verdammt teures Pflaster, welches die letzten Jahre preislich durch die Decke ging. Die Preise sind teilweise absurd. Zum Glück ist unsere Bestandsmiete sehr moderat. Die Vermieterin, eine ältere gut situierte Frau, will eigentlich nur, dass die Miete pünktlich bezahlt wird und mit ihrem Eigentum pfleglich umgegangen wird. Müssten wir nicht, dann würde ich hier nicht raus. Jedoch ist Anfang des Jahres mein zweites Kind geboren worden und die 3 Zimmer, 75qm Wohnung wird dann doch zu eng. Also waren wir gezwungen uns auf dem Markt umzusehen. Eine glückliche Fügung gab es und wir konnten zuschlagen. 475.000€, Bezug erst Sommer 2022 (keine Mietzahlung bis dahin, dadurch auf 460.000€ vor der Bank), so sind eben die Bedingungen, für gute 100qm, 4 Zimmer und 2 große schöne Keller fürs Homeoffice und eine Garage und Abstellplatz. Herz, was willst du mehr? Der Preis ist natürlich happig. Aber wir hatten die Wahl zwischen 1.200€ Kaltmiete für eine schlechtere Wohnung oder eben das zu 1% Zins auf 15 Jahre fest. Trotz dass ich meine, dass wir hier eine Blase haben, haben wir nun gekauft. Alles andere wäre rational nicht begründbar. Und abwarten ist keine Option. Mein jüngstes Kind braucht nächstes Jahr ein Zimmer zum Schlafen und mein älteres Kind dann auch mal ein Zimmer mit Schreibtisch für die Schule - und zwar ohne kleines Geschwisterchen im gleichen Raum, welches beim Lernen stört.

 

 

Also gekauft! Wir haben noch das Glück zu 1% zu finanzieren. Gerade steigen etwas die Zinsen. Dafür sind die Preise etwas stagnierend (wobei man hier trotzdem nichts gescheites bekommt). Zins und Preis sind zwei meist gegenläufige Parameter. Als Tilgung haben wir 2% vereinbart, wobei oben drauf 5% Sondertilgung p.a. möglich ist. Aufgrund einer glücklichen Fügung haben wir direkt nach Abschluss des Kaufvertrags 40.000€ bekommen, welches wir als Sondertilgung für dieses und nächstes Jahr einsetzen. Den Zinssatz konnten wir nicht mehr senken, da zu spät. Aber wollen wir nicht meckern. Es gibt schlimmeres.

 

Geplant war eine 85% Finanzierung. Die restlichen Einlagen, insbesondere Edelmetalle und ETFs wurden ganz bewusst nicht zur Finanzierung eingesetzt. Zum einen wäre der steuerliche Aspekt eher nachteilig. Zum anderen sehe ich eine Zinswende kommen. Soll sie! Sobald die Zinsen steigen, wird die (angeblich) temporäre Inflation verfestigt. Und jedes Tick über 1% tilgt den Kredit in der Kaufkraft ganz von allein. Ich sehe hier kein Risiko in der Höhe des Kredits. Von daher wollten wir den Kredithebel nutzen. Und siehe da, die Inflation steigt und steigt. Mal schauen, ob dies über die nächsten 15 Jahre die richtige Entscheidung war. Nach Plan zahlen wir ~28.400€ Zinsen über die 15 Jahre, wenn wir inklusive Sondertilgung nach 15 Jahren fertig sein wollen. Das empfinde ich als fair für die Chance den Inflationjoker in der Hinterhand zu halten und gleichzeitig die sich ergebende Chancen, wenn die Gelder anderweitig investiert sind.

 

 

image.png

 

Baufi.pdf

 

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Chevprolet
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Glückwunsch, 475k emfpinde ich noch als günstig im Speckgürtel von Stuttgart (wohne selbst da).

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Schimmelprinz
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Dem kann ich mich nur anschließen!

 

475K für gut 100 m² sind um die 4,7K pro m. Das ist doch wirklich gut für solch eine Metropole!

Hab vor kurzem ne Wohnung in Düsseldorf vertickt. Ohne 2 große Keller hat die bei 2 Zimmern und 80² 5,6 K fürn Meter gebracht. 

 

Moin

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Madame_Q
Posted · Edited by Madame_Q

Bei uns in Oberbayern hört der Wahnsinn auch nicht auf.

Die ersten neuen Reihenhäuser (!!) für 1 Mio sind im Kommen (130-150qm Wohnfläche, nur 180-220qm Grundstück).

Mahlzeit:o

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Cauchykriterium
Posted

Eine Million für ein Reihenhaus im Münchner Umland ist doch bereits billig günstig?

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Madame_Q
Posted · Edited by Madame_Q

Ich rede aber nicht von München.

Oberbayern ist groß. 

München und Umgebung ist nochmal ne Schippe schlimmer. Klar.

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Chevprolet
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Tja. So lange es Interessenten gibt die den Geldbeutel so weit aufmachen können (und wollen) wird sich leider nichts daran ändern.

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tretmine
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vor 33 Minuten von Chevprolet:

Tja. So lange es Interessenten gibt die den Geldbeutel so weit aufmachen können (und wollen) wird sich leider nichts daran ändern.

Fakt ist eben, dass wir raus müssen. Fakt sind auch die derzeitig horrenden Mieten bei Neuvermietung. Ich weiß nicht, wie sich das ein Berufsanfänger oder Azubi noch leisten soll, welcher nicht den finanziellen Hintergrund wie wir hat. Von daher, da hast du recht, muss ich froh sein.

 

Die andere Option wäre gewesen in eine kleinere Mietwohnung bei ähnlicher Lage mit höheren monatlichen Kosten zu ziehen. Brutto eine halbe Million für eine Wohnung zu zahlen ist natürlich Irrsinn. Trotzdem kann ich mein zweites Kind nicht in einer Zigarrenkiste aufheben (um mal Monty Python zu zitieren).

 

Wenn die Preise zurückgehen sollten, dann hab ich halt Pech. Wobei die Frage sein wird ob sie das wirklich tun oder sie einfach mal ein paar Jahre preislich stagnieren, wie sie es in der Vergangenheit in Deutschland eher gemacht haben. Und diese Jahre hab ich halt nicht.

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Pfennigfuchser
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Gerade eben von tretmine:

Und diese Jahre hab ich halt nicht.

Das ist ja der Hauptpunkt. Finanzrationale Entscheidungen kann man nicht immer treffen. Sollte der Markt in 15 Jahre dann mal fallen, kann man sich vielleicht freuen, dass die eigene Prognose korrekt war. Das ältere Kind ist dann allerdings schon wieder ausgezogen, das jüngere kurz davor. Familienfinanzen ticken eben anders, daher ist der Thread hier interessant.

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Thaicurry
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Unsere Voraussetzungen waren ähnlich, zwei Kinder, Mietwohnung zu klein, also musste was Größeres her. 

Aber wenn ich solche Preise lese bin ich jedesmal dankbar, j.w.d. zu wohnen. Wir konnten uns hier für ~100k€ weniger ein 6ar Gründstück samt Neubau leisten.

Wobei selbst hier in der Provinz die Preise anziehen, ein Nachbargrundstück (ähnliche Größe) wurde letztes Jahr verglichen mit unserem zu einem 90% höheren Preis verkauft...

 

 

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Chevprolet
Posted · Edited by Chevprolet

Ich persönlich glaube, dass in Gegenden wie dem Stuttgarter Umland die Preise höchstens eine zeitlang stagnieren werden, nicht aber fallen - wir werdens sehen. Bei einer selbstgenutzten Immobiliesehe ich aber selbst einen Preisverfall relativ, man wird ja in aller Regel nicht so schnell ausziehen wollen und den womöglichen Verlust realisieren.

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Solara
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Gratulation zur schönen Wohnung. Ich wohne im Münchner Umland und aus meiner Warte ist dein Preis geradezu ein billiges Schnäppchen. Deine Wohnung würde hier deutlich über 1 Million kosten.

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schnullsch
Posted

Das sind Preise da frage ich mich immer wer das bezahlen soll. Ich bin froh, dass ich im Bergischen gebaut habe. Freistehndes EFH, voll unterkellert, 500m² Grundstück, direkt im Grünen insgesamt 400.000€ gekostet. Dafür muss ich bis zu meiner Dienststelle 75KM fahren. Das ist der Preis den man zahlen muss.

 

Aber die Preise in den Metropolregionen sind schon dramatisch. Viele Freunde von mir haben in der Rheinschiene (Köln, Bonn, Düsseldorf) gebaut und zahlen drastische Preise. Die verdienen alle gut und können sich das leisten. Ich frage mich immer (nicht abwertend gemeint), wie sich jemand mit einem normalen Job und Durchschnittsgehalt ein Leben in den Großstädten noch leisten kann.

 

@tretmine, wie alt bist du, wenn das abbezahlt ist und könnte einer von euch alleine die Finanzierung stemmen?

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Pfennigfuchser
Posted

Man sieht doch, dass @tretmine das in 15 Jahren abbezahlen kann, mit etwas mehr als 2200,- im Monat. Das ist sehr flott. Wer weniger Einnahmen hat, streckt es halt länger, Dank der niedrigen Zinsen auch nicht das Problem. Die Preise sind sauhoch, klar, aber mit einer 25-30 Jahre laufenden Finanzierung geht so einiges. Das wäre bei den meisten immer noch locker vor der Rente fertig.

 

Mit einem Durchschnittsgehalt kann man sich eine Haus in K/BN/D in der Stadt nicht leisten. Außerhalb aber schon. Auch eine Frage der Ansprüche. Das Problem ist eher, dass man kaum etwas findet.

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tretmine
Posted · Edited by tretmine
vor 2 Stunden von schnullsch:

Das sind Preise da frage ich mich immer wer das bezahlen soll. Ich bin froh, dass ich im Bergischen gebaut habe. Freistehndes EFH, voll unterkellert, 500m² Grundstück, direkt im Grünen insgesamt 400.000€ gekostet. Dafür muss ich bis zu meiner Dienststelle 75KM fahren. Das ist der Preis den man zahlen muss.

 

Aber die Preise in den Metropolregionen sind schon dramatisch. Viele Freunde von mir haben in der Rheinschiene (Köln, Bonn, Düsseldorf) gebaut und zahlen drastische Preise. Die verdienen alle gut und können sich das leisten. Ich frage mich immer (nicht abwertend gemeint), wie sich jemand mit einem normalen Job und Durchschnittsgehalt ein Leben in den Großstädten noch leisten kann.

 

@tretmine, wie alt bist du, wenn das abbezahlt ist und könnte einer von euch alleine die Finanzierung stemmen?

 

vor 2 Stunden von Pfennigfuchser:

Man sieht doch, dass @tretmine das in 15 Jahren abbezahlen kann, mit etwas mehr als 2200,- im Monat. Das ist sehr flott. Wer weniger Einnahmen hat, streckt es halt länger, Dank der niedrigen Zinsen auch nicht das Problem. Die Preise sind sauhoch, klar, aber mit einer 25-30 Jahre laufenden Finanzierung geht so einiges. Das wäre bei den meisten immer noch locker vor der Rente fertig.

 

Mit einem Durchschnittsgehalt kann man sich eine Haus in K/BN/D in der Stadt nicht leisten. Außerhalb aber schon. Auch eine Frage der Ansprüche. Das Problem ist eher, dass man kaum etwas findet.

 

Also ich bin 39.

 

Ich könnte die Finanzierung allein stemmen. Die Sondertilgung lässt sich aussetzen und selbst der Tilgungssatz ist 2x während der Laufzeit kostenfrei anpassbar.

 

Meine Frau hätte, beim Ausfall von meiner Arbeitskraft, andere Optionen. Zum einen haben wir beide eine BU und auch beide Risiko-LVs. Tritt also der Worst-Case ein, dann ist die Immo entschuldet. Etwas ekelig wirds, wenn ich arbeitslos werden würde. Wobei wir genügend Rücklagen haben um die Raten vorerst weiter zu tragen. Angenommen "ETF + Edemetalle = konstant ohne Rendite", dann könnten wir die Raten 23 Jahre lang tragen. Meine Frau arbeitet bei einem sehr sicheren und einem der größten Arbeitgeber Deutschlands und ich arbeite nun auch nicht bei einem Luftikus sondern einem der Top-5 der Branche. Von daher ist Arbeitslosigkeit zwar ein reelles Szenario, jedoch eines dem ich entspannt mit Kapitalrücklagen begegnen kann.

 

BU und Tod ist, wie oben bereits erwähnt, genügend mit Versicherungen beigemessen. Private Pflegeversicherung habe ich auch noch für mich, da meine Gefahr eben höher ist und ich ohne Gesundheitsprüfung rein kam. Wobei ich da vermutlich nächstes Jahr die Beitragsdynamik einstellen werde.

 

Alles was dann noch kommen kann ist dem allgemeinen Lebensrisiko unterworfen. Dann hat es wohl eine höhere Stelle für mich vorgesehen. :)

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tretmine
Posted · Edited by tretmine

Bei mir hat sich mit der Immobilie doch ein Schwenk im Umgang getan:

 

2021 und 2022 hab ich die maximale Sondertilgung (5%, ~19.600€ p.a.) bereits als Einmalzahlung geleistet. Eigentlich wollte ich ab 2023 jeden Monat 1.250€ sondertilgen um nach 15 Jahren exakt vollständig getilgt zu haben.

 

Diese Einstellung habe ich verworfen. Ich werde ab 2023 nur 400€ im Monat tilgen (aufgrund der Mindesttilgungssumme wird das dann pro Quartal 1.200€ getilgt).

 

Wieso?

 

Nun, der Schwenk meiner Strategie geht mit dem Vorgehen der Notenbanken einher. Die Inflation ist meiner Einschätzung gekommen um zu bleiben. Ich zahle jedoch nur 1% Zins auf den Kredit. Eine Tilgung macht daher keinen Sinn.

 

Wieso sondertilge ich dann aber 400€ pro Monat?

 

Demut. Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin. Meine Einschätzung in allen Ehren aber ich vertraue mir selbst wenig. Be dieser Tilgung komme ich nach 15 Jahren mit einem abzulösenden Kredit in Höhe 150.000€ raus. Das bekomme ich, egal welcher Kreditzins dann aktuell ist oder wie die Börse performt hat, gut hin. Ich bin also weiterhin auf der sicheren Seite und nutze die katastrophale EZB-Politik trotzdem aus. Das gefällt mir!

 

Wohin gehen die 1.250€ - 400€ = 850€?

 

Ich kann Schwankungen in dieser Anlage zwar entgegen sehen, will sie trotzdem etwas minimieren. Das ist einfach gut für den nächtlichen Schlaf. Ich hab mir daher den

 

A1J781 - iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc)

 

heraus gesucht. Der Ansatz gefällt mir hierfür gut. Dies wird ab dem 01.01.2023 dann als monatlichen Sparplan rein genommen.

 

Und wenns nicht klappt?

 

Wie oben geschrieben tilge ich genau deshalb trotzdem 400€ darüber. Das drückt die endfällige Summe in für mich handhabbare Größen. Und wenn ich merke, dass die Zentralbanken doch wieder die Inflation in den Griff bekommen und sie (was ja auch nicht gewollt ist) wieder unter 1% rutscht, werde ich vermutlich die Sondertilgungen wieder erhöhen. Das werden wir ja sehen. Ich bin da ganz entspannt.

 

Eure Kommentare hierzu und wie ihr es an meiner Stelle machen würdet, wären mir sehr willkommen.

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PeterS
Posted

Alle Wege führen nach Rom! Ich wäre persönlich lieber schuldenfreier, kann aber deine Argumentation nachvollziehen. Wenn es in deinen Risikoprofil passt und du dich wohler dadurch fühlst, lege los!

 

Viel Erfolg.

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Sapine
Posted

Der Kauf einer Immobilie ist meist nur in einem beschränkten Zeitfenster sinnvoll. Oft fällt es zusammen mit der Gründung der Familie bzw. kurz danach. Insofern kann man sich weder die Preise aussuchen noch das Zinsumfeld, man kann aber das beste aus der jeweiligen Situation versuchen zu machen. Ich denke auch, dass man bei steigenden Zinsen in den kommenden Jahren wenig Preissteigerungen bei Immobilien mehr sehen wird. Möglicherweise auch auf Sicht von 20 Jahren. Die Preiszyklen bei Immos sind lang.

 

Mein Eindruck ist, dass Du Dir sehr gute Überlegungen machst sowohl über Alternativen als auch über die Risiken die Ihr eingeht. Deine Überlegung, am Ende der Laufzeit keine höhere Restschuld zu haben, als man sicher handhaben kann auch unter ungünstigeren Umständen halte ich für sehr wichtig auch wenn man durch die 400 Euro zusätzliche Tilgung ein wenig von der möglichen Rendite verschenkt. Sicherheit hat halt auch einen Preis. 

 

Bei allem Sparwillen vergiss nicht immer wieder mal zu überprüfen, ob nicht auch etwas mehr Geld zum Leben sinnvoll verwendet werden kann. Letztendlich kommt es nicht darauf an, ob ihr ein Jahr früher oder später fertig werden mit dem Schuldenabtrag. 

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Fondsanleger1966
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Am 24.2.2022 um 06:11 von tretmine:

Eure Kommentare hierzu und wie ihr es an meiner Stelle machen würdet, wären mir sehr willkommen.

Ich habe schon lange einen europäischen MinVola-Fonds vom "Erfinder" dieses Ansatzes im Depot und bin damit ziemlich zufrieden (Robeco QI European Conservative Equities). Das globale Produkt aus der Serie hat mich dagegen nicht überzeugt. Möglicherweise liegt das an den Besonderheiten des US-Aktienmarkt. Ich würde mir deshalb bzgl. des iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF nicht zu viel erhoffen.

 

Generell läge bei mir in Deiner Situation der Schwerpunkt auf einer möglichst guten Absicherung der Familie, weil die Kinder noch klein sind und weil ihr jetzt - mit recht überzeugenden Argumenten - Immobilieneigentümer seid.

 

Die Auto-Immun-Erkrankung in Kombination mit dem anscheinend sehr stressigen Job, den dauerhaften Überstunden und dem gekürzten Urlaub ohne echtes Abschalten würde ich als ernst zu nehmenden Warnhinweis ansehen.

 

Eine Frage, die sich daraus ergibt, wäre aus meiner Sicht, was die Folgen für Dich + Deine Frau wären, wenn sich Deine Erkrankung verschlechtern würde. Wer könnte Euch bei den Kindern oder im Haushalt entlasten? Gibt es Verwandte in unmittelbarer Nähe? Oder müsstet Ihr dafür jemanden engagieren und bezahlen? Ist das Budget dafür vorhanden? Wie lange? Dauerhaft? Welche finanziellen Folgen hätte für Euch eine dauerhafte Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit? Wie groß sind die Chancen bei dieser Erkrankung auf die Anerkennung einer Berufsunfähigkeitsrente? Einer (halben oder vollen) Erwerbsminderungsrente? Wie viel kann Deine Frau realistischerweise neben der Verantwortung für die Kinder und für Dich noch arbeiten? Reicht es dann finanziell auch noch mit der Immofinanzierung?

 

Ich würde daraus vermutlich ein Projekt machen, mit großen Excel-Tabellen, einem Business-Plan der Ausgaben und Einnahmen über die nächsten 25 Jahre und verschiedenen Szenarien, um zuschauen, wie das Projekt Immobilienfinanzierung erfolgreich neben dem Familienunterhalt, den Ausbildungskosten der Kinder usw. bewältigt werden kann - auch dann, wenn nicht mehr alles so rund läuft wie bisher. Eventuell können noch Versicherungen ergänzt, erhöht oder zusätzlich abgeschlossen werden.

 

Aus einer solchen konkreten Planung ließe sich vielleicht auch ableiten, ob bzw. ab wann ein weniger fordernder Job mit einem niedrigeren Gehalt möglich wäre, der Deine Gesundheit besser bewahrt.

 

Erst danach kämen für mich Fragen wie die obige nach der schnelleren Tilgung vs. einer langsameren Tilgung + Aktienanlage. Und ich könnte solche Fragen vermutlich auch erst dann fundiert beantworten, wenn ich mir die Auswirkungen der eingegangenen Verpflichtungsfinanzierungen veranschaulicht hätte und anhand von konkreten Zahlen/Szenarien durchspielen könnte.

 

Zum BU-Schutz habe ich hier noch etwas geschrieben:

 

 

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hattifnatt
Posted
vor 3 Stunden von Fondsanleger1966:

Die Auto-Immun-Erkrankung in Kombination mit dem anscheinend sehr stressigen Job, den dauerhaften Überstunden und dem gekürzten Urlaub ohne echtes Abschalten würde ich als ernst zu nehmenden Warnhinweis ansehen.

+1

Habe auch eine und arbeite nur noch 30h. Das Pensum von @tretmine und eine Immofinanzierung könnte ich nicht mehr machen.

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tretmine
Posted · Edited by tretmine
Am 16.6.2022 um 02:03 von Fondsanleger1966:

Ich habe schon lange einen europäischen MinVola-Fonds vom "Erfinder" dieses Ansatzes im Depot und bin damit ziemlich zufrieden (Robeco QI European Conservative Equities). Das globale Produkt aus der Serie hat mich dagegen nicht überzeugt. Möglicherweise liegt das an den Besonderheiten des US-Aktienmarkt. Ich würde mir deshalb bzgl. des iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF nicht zu viel erhoffen.

 

Generell läge bei mir in Deiner Situation der Schwerpunkt auf einer möglichst guten Absicherung der Familie, weil die Kinder noch klein sind und weil ihr jetzt - mit recht überzeugenden Argumenten - Immobilieneigentümer seid.

 

Die Auto-Immun-Erkrankung in Kombination mit dem anscheinend sehr stressigen Job, den dauerhaften Überstunden und dem gekürzten Urlaub ohne echtes Abschalten würde ich als ernst zu nehmenden Warnhinweis ansehen.

 

Eine Frage, die sich daraus ergibt, wäre aus meiner Sicht, was die Folgen für Dich + Deine Frau wären, wenn sich Deine Erkrankung verschlechtern würde. Wer könnte Euch bei den Kindern oder im Haushalt entlasten? Gibt es Verwandte in unmittelbarer Nähe? Oder müsstet Ihr dafür jemanden engagieren und bezahlen? Ist das Budget dafür vorhanden? Wie lange? Dauerhaft? Welche finanziellen Folgen hätte für Euch eine dauerhafte Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit? Wie groß sind die Chancen bei dieser Erkrankung auf die Anerkennung einer Berufsunfähigkeitsrente? Einer (halben oder vollen) Erwerbsminderungsrente? Wie viel kann Deine Frau realistischerweise neben der Verantwortung für die Kinder und für Dich noch arbeiten? Reicht es dann finanziell auch noch mit der Immofinanzierung?

 

Ich würde daraus vermutlich ein Projekt machen, mit großen Excel-Tabellen, einem Business-Plan der Ausgaben und Einnahmen über die nächsten 25 Jahre und verschiedenen Szenarien, um zuschauen, wie das Projekt Immobilienfinanzierung erfolgreich neben dem Familienunterhalt, den Ausbildungskosten der Kinder usw. bewältigt werden kann - auch dann, wenn nicht mehr alles so rund läuft wie bisher. Eventuell können noch Versicherungen ergänzt, erhöht oder zusätzlich abgeschlossen werden.

 

Aus einer solchen konkreten Planung ließe sich vielleicht auch ableiten, ob bzw. ab wann ein weniger fordernder Job mit einem niedrigeren Gehalt möglich wäre, der Deine Gesundheit besser bewahrt.

 

Erst danach kämen für mich Fragen wie die obige nach der schnelleren Tilgung vs. einer langsameren Tilgung + Aktienanlage. Und ich könnte solche Fragen vermutlich auch erst dann fundiert beantworten, wenn ich mir die Auswirkungen der eingegangenen Verpflichtungsfinanzierungen veranschaulicht hätte und anhand von konkreten Zahlen/Szenarien durchspielen könnte.

 

Zum BU-Schutz habe ich hier noch etwas geschrieben:

 

Hallo Fondsanleger1966,

 

 

vielen Dank für deine Worte und deine Anregungen.

 

Wegen der Autoimmun und meinem Job: Ich liebe meinen Job, ehrlich gesagt. Mir gefällt es genau so, wie es derzeit ist. Und vielleicht habe ich nun die Chance alsbald das nächste Treppchen hochzusteigen. Mein Job macht mir Spaß. Der Streß ist da aber er beflügelt mich noch. Und so lange er das macht, mache ich so weiter. Die Autoimmun habe ich nach vielen Jahren des Auf und Abs nun seit rund 5 Jahren (?) gut im Griff. Ich bekomme seitdem Entyvio. Und was soll ich sagen? Das Zeug ist ein Segen und ich danke meiner Krankenkasse, dass die die Kosten für das Wunderzeug von 650€ pro Spritze übernehmen.

 

Meine Frau hat zum Glück einen Beruf den sie jederzeit hoch fahren könnte, sie arbeitet derzeit auf 50% Basis. Und ihr Job ist sozusagen antizyklischer Natur. Gibt es eine Rezession ist ihr Berufsfeld (Dipl. SozPäd) gefragter denn je. Das würde bei 100% dann auch noch gut und locker reichen. Da meine BU meinen Ausfall gut abfedern würde, ganz egal ob ich eine EU über die GRV bekommen würde oder nicht, siehts selbst bei unveränderten Arbeitszeiten meiner Frau ganz gut aus. BU und EU zusammen gerechnet entsprechen derzeit etwas mehr als meinem Monatsnetto (Sonderzahlungen nicht berücksichtigt).

 

Man darf nicht vergessen: Wir haben nach dem Bezug der Immo in zwei Monaten eine Sparquote von um die 50%. Da ist vieles dabei, was nicht sein muss.

 

Ein Jobwechsel meinerseits kommt nicht in Frage. Das ist mein Leben und ich würde in eine Sinnkrise geraten, würde ich ein paar Gänge zurück schalten (aktuell jedenfalls).

 

Viele Grüße

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tretmine
Posted · Edited by tretmine

Sorry, jetzt hab ich ganz vergessen noch auf den Rest zu antworten.

 

Ja, entsprechende Rechner habe ich mir gebastelt. Aber ich glaube sowieso, dass diese EZB es hin bekommt, dass die Bundesanleihe WKN 110254 auf attraktive Werte fällt. Dann kann ich das Geld auch mündelsicher in Wertpapiere anlegen und komme dank positivem Zinsdifferenzgeschäft gut hin. Voll planbar und vollkommen sicher, sofern man politische Extremrisiken mal ausblendet. Derzeit arbeitet die Zeit für mich. Das finde ich sehr spannend, denn eigentlich ist man es immer anders herum gewohnt. Ich warte einfach ab was passiert. Sobald wir ~3% Zins auf den Bundesanleihen haben sollten, kaufe ich die. Und wenn nicht, dann kaufe ich eben den Markt. Die Inflation hilft mir noch zusätzlich indem sie die Kreditsumme verwässert. Herz, was willst du mehr?

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