Chemstudent

Anfängerthread zu Zertifikaten und Optionsscheinen

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Hallo uang

 

Leider bin ich es nicht los geworden, war aber nicht hoch investiert.

 

Hier die Antwort von J.P Morgan.

 

Sehr geehrter Herr ,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage an J.P. Morgan. Bei dem von Ihnen genannten Produkt mit der WKN JP48P0 handelt es sich um einen Open End Turbo auf Wirecard.

 

Der Preis eines derartigen Produktes besteht nicht ausschließlich aus dem inneren Wert. Hinzu kommt noch ein Aufgeld das von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Schwankungsbreite des Basiswertes und der Entfernung des Preises des Basiswertes zur Barriere abhängt. Das Aufgeld kann von Produkt zu Produkt variieren und ist marktüblich. Dieses Aufgeld spiegelt das Risiko wieder, dass sich der Basiswert derart schnell und stark bewegt, dass der Emittent seine Absicherungsposition nach einem möglichen Barrierebruch nicht rechtzeitig verkaufen kann. Für den Emittenten besteht dieses Risiko primär beim Übernachtsprungrisiko, dem so genannten Gap-Risk.

 

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr J.P. Morgan Zertifikate-Team

 

Nein bin von hier, hatte nur mal in Indonesien beruflich eine Zeitlang zu tun, ist schon lange her.

 

Gruß

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Warum gibt es eigentlich keine Zertifikate z.B Discount auf den MSCI World?

 

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vor 3 Stunden schrieb mipla:

Warum gibt es eigentlich keine Zertifikate z.B Discount auf den MSCI World?

 

Weil das kein gängiger Index ist, auf den rege Produkte gehandelt werden, mit denen sich Emittenten hedgen.

Zudem wird wohl die Nachfrage nicht ausreichend groß sein, dass es sich für einen Emittenten lohnt, ein solches Produkt aufzulegen.

 

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Nachdem ich zuerst im Optionen Forum gelandet war, habe ich nun meinen Zock mit diesem Zertifikat realisiert:

https://www.dzbank-derivate.de/DF1FSN

 

Beim Einkaufen habe ich mein Limit paar Cents über dem Brief-Kurs gewählt und wurde prompt bedient.

Beim Verkauf habe ich mein Limit paar cents über dem Geld-Kurs gewählt und die Order wurde driekt ausgeführt.

 

Jetzt meine Anfängerfrage: welche Limits wähle ich für einen möglichsten günstigen Einkauf/Verkauf beim einem Titel der nicht so richtig liquide gehandelt wird?

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vor 2 Minuten schrieb HnsPtr:

Jetzt meine Anfängerfrage: welche Limits wähle ich für einen möglichsten günstigen Einkauf/Verkauf beim einem Titel der nicht so richtig liquide gehandelt wird?

 

Ganz simpel: Den Preis, den du maximal bereit bist zu bezahlen beim Kauf bzw. den Preis, den du mindestens erlösen möchtest beim Verkauf.

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Dann habe ich ja alles richtig gemacht ;)

So habe ich Limitorders ja schon verstanden.

 

 

Wenn bei den Kursdetails steht:

Uhrzeit Kurs Stück

09:27:05 G 1,31 0

 

Heißt das, dass ich in jedem Fall für 1,31 verkaufen kann, weil jemand (z.B. der Emittent?) diesen Geld-Kurs stellt?

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Emittenten müssen immer Rückkaufkurse während der normalen (Heimat)Handelszeit des Basiswerts stellen.

Somit ist die Liquidität sichergestellt und du musst auch nicht über eine Börse handeln sondern kannst das direkt mit dem Emittenten tun, da es dort sowieso den selben Preis gibt.

Da in vielen Derivaten selten ein Umsatz festgestellt wird, der z.B. Stop-Loss Orders triggern würde, werden vom Emittenten bzw. von einem von ihm beauftragten Handelshaus an der Börse Geldkurse mit 0 Umsatz quotiert. Diese können dann als Trigger für börsliche Stop-Loss Orders dienen.

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Macht alles Sinn.

Vielen Dank für die geduldigen Antworten!

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Wie verhält es sich eigentlich bei "Faktor Zertifikaten" auf (Rohstoff)Futures wenn der Future gerollt wird? Bei Rohstoffen im Contango kommt es ja überlicherweise zu Rollverlusten.

Die Commerzbank schreibt jedoch in ihrer Broschüre zu Faktor Zertifikaten (S.11): " Für den Inhaber eines Faktor-Zertifikats ist der Austausch wertneutral und hat keinen Einfluss auf den Preis des Zertifikats." und illustriert dies auch an einem Beispiel.

https://www.zertifikate.commerzbank.de/SiteContent/1/1/2/269/36/Faktor-ZertifikateBroschre2018.pdf

An anderen Stellen lese ich jedoch, dass es auch bei Faktor Zertifikaten zu Rollverlusten kommen kann. Bei endlos KO-Zertifikaten muss beim Rollen ja der Basispreis angepasst werden und dabei werden auch "Rollkosten" aufgeschlagen.

Also konkret gefragt. Gibt es bei Faktor Zertifikaten Rollverluste, und wenn ja, wie werden die realisiert?

 

Sehe ich das richtig, dass neben den Finanzierungskosten für den Hebel (IKS Satz) "nur" noch die Indexkosten anfallen. Oder gibt es bei diesen Produkten noch andere (evtl. versteckte) Kosten?

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Posted · Edited by passiv_Investor

Das Thema "Rollverluste" ist auch wieder was für sich. Der Begriff an sich ist nämlich irreführend. Der Rollvorgang ist immer wertneutral. Dadurch entstehen weder Gewinne noch Verluste.

Das einzige was sich ändert ist die Partizipationsrate. Ein Beispiel:

Future von XYZ notiert in Contango, d.h. der auf den Frontmonat folgende Kontrakt ist teurer. z.B. Frontmonat bei 100 USD und nachfolgender Kontrakt bei 103

Hat man nun 1.000 USD investiert und damit 10 Einheiten die man bei Fälligkeit des Frontkontrakts rollen muss, so kann man für den Erlös von 1.000 USD lediglich 9,7 Einheiten des Folgekontrakts zu 103 erwerben.

Dies impliziert aber keinerlei Verlust, da die 9,7 Einheiten weiterhin 1.000 USD Wert sind. Man besitzt lediglich weniger Einheiten und damit ist die Partizipationsrate geringer. Dies spielt aber nur für gewöhnliche KO-Zertifikate eine Rolle da bei Faktor-Zertifikaten der Hebel immer konstant bleibt bzw. täglich auf den Ausgangswert zurückgesetzt wird.

Das selbe Spiel ergibt sich in einer Backwardationsituation (Frontkontrakt teurer als Folgemonat) entsprechend umgekehrt.

Der Rollvorgang ist damit immer wertneutral, so wie es im Commerzbankbeispiel dargestellt ist.

Die Rollkosten sind natürlich vorhanden, denn es muss ja ein Kontrakt geschlossen und ein neuer eröffnet werden und das bedingt natürlich Transaktionskosten und der Spread wird auch jedes mal implizit mitbezahlt.

Die von dir aufgelisteten Kosten sind alle im Zertifikat enthaltenen Kosten. Aber die beiden Faktoren können je nach Lage auf dem Zins- und Futuremarkt durchaus erheblich sein.

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Danke für deine Antwort. 

Stimmt, das rollen an sich ist wertneutral, es wirkt sich aber dennoch (wie du ja auch schreibst) auf den Wert eines Derivats/Zertifikats aus, je nachdem ob die Forward Kurve des  Basiswert im Contango oder Backwardation ist, ob ich short oder long bin.

Am ‎19‎.‎04‎.‎2019 um 11:13 von passiv_Investor:

Dies spielt aber nur für gewöhnliche KO-Zertifikate eine Rolle da bei Faktor-Zertifikaten der Hebel immer konstant bleibt bzw. täglich auf den Ausgangswert zurückgesetzt wird

Zitat

Die Rollkosten sind natürlich vorhanden, denn es muss ja ein Kontrakt geschlossen und ein neuer eröffnet werden und das bedingt natürlich Transaktionskosten und der Spread wird auch jedes mal implizit mitbezahlt.

Was heißt das aber nun konkret für Faktor-Zertifikate? Wie reicht die Emittentin die Kosten welche ihr durch Transaktion+Spread entstehen an mich weiter? Wie du ja auch schreibst, gibt es keinen Basispreis der angepasst werden kann. Und vor allem, wie hoch sind diese Kosten für mich als Anleger (in Faktor-Zertifikate). Kann man das anhand der aktuellen Forward Kurve (grob) ausrechnen? Für KO-Zertifikaten gibt es dazu in den Prospekten eine Formel. Für Faktor-Zertifikate konnte ich bisher nichts dazu finden.

Gibt es hinsichtlich der Höhe der "Rollverluste" die ich als Anleger habe Unterschiede zwischen KO- und Faktor-Zertifikaten?

 

 

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vor 3 Stunden von uang:

Was heißt das aber nun konkret für Faktor-Zertifikate? Wie reicht die Emittentin die Kosten welche ihr durch Transaktion+Spread entstehen an mich weiter? Wie du ja auch schreibst, gibt es keinen Basispreis der angepasst werden kann. Und vor allem, wie hoch sind diese Kosten für mich als Anleger (in Faktor-Zertifikate). Kann man das anhand der aktuellen Forward Kurve (grob) ausrechnen? Für KO-Zertifikaten gibt es dazu in den Prospekten eine Formel. Für Faktor-Zertifikate konnte ich bisher nichts dazu finden.

Gibt es hinsichtlich der Höhe der "Rollverluste" die ich als Anleger habe Unterschiede zwischen KO- und Faktor-Zertifikaten?

 

Es gibt zwar keinen Basispreis aber es gibt einen sogenannten "Strategieindex" und in den werden natürlich auch alle Kosten reingerechnet.

Als simples Beispiel: Der Strategieindex startet beim Wert von 100 und das Faktor-Zertifikat hat einen Hebel von 5. Nehmen wir an, das Zertifikat kostet 20 Euro, dann investiert der Emittent 100 Euro (das 5-fache deines Einsatzes) und für das Fremdkapital stellt er Zinsen in Rechnung, die in den Strategieindex verrechnet werden. Ebenso natürlich die Kosten, wenn ein Future in einen anderen gerollt wird und dadurch Handelskosten entstehen.

Die Rolloverkosten sind immer die selben, das ist nicht produktabhängig. In den Prospekten bzw. auf der Zertifikatewebseite sollten die aktuellen Kostensätze auch ausgewiesen sein für den Strategieindex.

Die Kosten aus der Strukturkurve kannst du auch sehr leicht ersehen, wenn du die Preise der Frontmonate vergleichst. Bist du immer Long in einem Contangomarkt, dann wirst du Geld verlieren und ebenso wenn du Short in einem Backwardationmarkt bist.

Du wirst nur dafür bezahlt werden, wenn du gegen den Markt setzt und damit eine Absicherungsposition einnimmst und nicht dafür, dass du mit dem Markt wettest.

Schließlich müsste der Kassapreis stärker steigen als du für den höheren Futurepreis bezahlt hast, wenn du long bist bzw. stärker fallen als du für den Short erhalten hast in Backwardation.

Das sind aber keine reinen "Produktkosten" sondern marktimplizierte Kosten für das Halten der Position.

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Am 23.4.2019 um 16:39 von passiv_Investor:

Die Rolloverkosten sind immer die selben, das ist nicht produktabhängig. In den Prospekten bzw. auf der Zertifikatewebseite sollten die aktuellen Kostensätze auch ausgewiesen sein für den Strategieindex.

Vielen Dank nochmal für die Klarstellung. Dann preist die Emittentin die Kosten welche ihr beim Wechsel des Futures anfallen also in die "Indexgebühr" ein.

Bei diesem Produkt (CJ3D7V) bezahle ich demnach pauschal (neben den Finanzierungskosten von 0,4%) 0,75% p.a. und muss mir plump gesagt über das Rollen und die Forward-Kurve keine Gedanken machen.

 

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korrekt, so ist es

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Hab mich heute etwas in Bonus und reverse Bonus Zertifikate eingelesen. Vermutlich eine schnell geklärte Frage, aber es ist spät und ich komm grade nicht drauf... :)

Was ich nicht recht nachvollziehen kann, ist, dass ein Reverse Bonus Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 mit z.B. ca 17% Puffer zur Barriere fast keine Rendite bringt - auch größtenteils unabhängig davon wie hoch/tief der Bonuskurs ist. Während ein Bonus Zertifikat mit dem gleichen Abstand eine ganz ordentliche Rendite bringen kann - natürlich umso höher, umso höher der Bonuskurs ist.

Um mit Reverse Bonus Zertifikaten eine ähnliche Rendite zu erziehlen müsste ich deutlich mehr Risiko eingehen (Puffer zwischen Barriere - Basispreis reduzieren).

Weshalb ist das so? Im Anhang zwei Screenshots zur Veranschaulichung

 

Danke.

bonus.PNG

reverse_bonus.PNG

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Hallo uang,

 

erstmal sind solche Renditeangaben fast immer falsch (weil die Dividenden fehlen).

Aber davon abgesehen hast du durchaus recht, mir ist das schon vor Jahren aufgefallen, und seitdem beschäftige ich mich nicht mehr mit reversen Zertifikaten, das ist totaler Müll.

 

Stefan

 

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Posted · Edited by passiv_Investor

Der EuroStoxx50 ist ein Kursindex und da sind die Dividenden nicht enthalten.

Der Septemberfuture notiert daher auch niedriger als der aktuelle Indexkurs.

Die aktuellen Dividendenrenditen von EuroStoxx50 Unternehmen findest du hier: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/742407/umfrage/dividendenrendite-der-euro-stoxx-50-unternehmen/

 

Hier noch ein interessanter Artikel dazu: https://www.aktiencheck.de/kolumnen/Artikel-Reverse_Bonuszertifikate_Absichern_Koepfchen-9558570

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vor 9 Stunden von reckoner:

Hallo uang,

 

erstmal sind solche Renditeangaben fast immer falsch (weil die Dividenden fehlen).

Aber davon abgesehen hast du durchaus recht, mir ist das schon vor Jahren aufgefallen, und seitdem beschäftige ich mich nicht mehr mit reversen Zertifikaten, das ist totaler Müll.

 

Stefan

 

Hallo reckoner,

hatte mit dem Euro Stoxx 50 eigentlich extra einen Index rausgesucht, welcher keine Dividenden enthält. Das kann daher kein Grund für eine falsch berechnete Rendite sein. Hast du nur die reverse Zertifikate für dich abgeschrieben, oder Bonus Zertifikate insgesamt?

 

@passiv_Investor

Danke für den Artikel (und auch grundsätzlich mal ein großes Dankeschön, dass du speziell in diesem Unterforum immer so schnell zu Stelle bist :thumbsup:).

In dem Artikel steht auch nochmal, dass sich bei Reverse Zertifikaten Basiswerte mit kleinen Dividenden besser eignen. Daher auch meine Wahl des Euro Stoxx 50 Kursindex.

Hast du denn eine Erklärung weshalb man bei den Reverse Zertifikaten einen deutlich riskantere Barriere wählen muss um auf eine ähnliche Rendite wie mit Bonus Zertifikaten zu kommen? Wenn man sich mal beispielhaft die Zertifikate aus dem obigen Screenshot anschaut fällt auf, dass die meisten seit November mehr oder weniger den selben Preis haben (Reverse Kurs - Bonus)*0,01. Weshalb hat sich der Kursanstieg seit Januar nicht auf den Preis ausgewirkt?

 

Bei den Bonus Zertifikaten war das der Fall, hier entspricht der aktuelle Preis dem (Basispreis + Aufgeld)*0,01

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Posted · Edited by passiv_Investor

Nur weil es ein Kursindex ist, bedeutet es ja nicht, dass die im Index enthaltenen Titel keine Dividenden ausschütten.

Das tun sie natürlich trotzdem, nur werden die Dividendenkursabschläge dann vom Indexwert abgezogen, da anders als beim Performanceindex (wie z.B. DAX) nicht unterstellt wird, dass die Dividenden vollständig reinvestiert werden.

Insofern ist der Stand des Index für die Fälligkeit des Zertifikats niedriger erwartet aufgrund der Dividendenausschüttungen. Darum zeigt es bei Reverse Bonus Zertifikaten u.a. eine schlechtere Rendite an.

Je näher die Barriere, desto höher das Risiko, dass man das Anrecht auf den Bonus verliert, ergo muss die Rendite hier höher sein.

Das ist genau das, was der von mir verlinkte Artikel auch beschreibt. Bei den Standard Bonuszertifikaten ist es immer der Nullpunkt und bei den Reverse Bonus kann der Emittent das Reverse Level selbst festlegen und damit auch Rendite und Risiko steuern.

 

Hier noch zwei Links:

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/zertifikate-1-1-erklaerstueck-bonus-zertifikate-1410513.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

 

https://www.grin.com/document/350501

 

 

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Danke. Dass die Unternehmen des Euro Stoxx 50 natürlich Dividenden ausschütten war mir klar. Aber ich dachte, dass die Dividenden für das Zertifikat unerheblich sind, da diese ja im Kursindex nicht direkt berücksichtigt werden.

Die unterschiedlichen Renditen (Long vs short) bei gleichem Abstand zur Barriere sind also zum einen durch die Dividenden und zum anderen durch das unterschiedliche Chance/Risiko (max. Verlust und max. Gewinn) Verhältnis begründet?

 

Gibt es denn z.B. bei folgendem Zertifikat noch etwas besonderes zu beachten? Versteckte Kosten o.ä., oder bringt dieses Zertifikat tatsächlich gut 16% Rendite? https://www.ariva.de/zertifikate/HX8UUL

 Vorausgesetzt natürlich, dass die Thyssen Krupp Aktie nicht innerhalb von 44 Tagen eine Kurssteigerung von 22% schafft. Was sicher nicht ausgeschlossen, aber bei der aktuellen Nachrichtenlage doch eher unwahrscheinlich ist.

 

16% Rendite ist natürlich etwas gierig, aber selbst wenn man ganz konservativ an die Sache ran geht und einen Puffer von gut 43% bei 72 Tagen Restlaufzeit wählt wäre das mit diesem Papier immer noch eine Rendite von 4%

https://www.ariva.de/zertifikate/GA4Y6V

Also, wo ist da der Haken?

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Ein Haaken ist, dass man bei Schwellenbruch überproportional verliert. HX8UUL hat einen inneren Wert von grob 4,5 € und kostet 6 € -> 30% Aufgeld. Bei Schwellenbruch bedeutet das ganz grob : 20% Steigerung Aktie - Verlust Zertifikat 66% (2€ - 6€)

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Hallo,

 

Zitat

hatte mit dem Euro Stoxx 50 eigentlich extra einen Index rausgesucht, welcher keine Dividenden enthält. Das kann daher kein Grund für eine falsch berechnete Rendite sein.

Doch, natürlich ist das ein Grund. Und zwar weil bereits jetzt ziemlich sicher feststeht, dass der Index durch die Dividendenzahlungen belastet wird.

Nimm' mal theoretisch an, alle enthaltenen Unternehmen würden Morgen eine Dividende von 50% ausschütten. Dann hätte sich neben den Einzelwerten auch der Index halbiert.

 

Zitat

Hast du nur die reverse Zertifikate für dich abgeschrieben, oder Bonus Zertifikate insgesamt?

Beides, aber aus unterschiedlichen Gründen. Revers: zu wenig Rendite, Bonus allgemein: ich mag die Pfadabhängigkeit nicht mehr. Außerdem gibt es immer mehr Zockerpapiere mit aberwitzigem Bonuslevel, was praktisch einen höheren Hebel generiert, und die Renditen verfälscht*.

 

*ich weiß wie man rechnet (erwartete Dividenden immer vom Basiskurs abziehen, der Bonusrendite die Rissrendite gegenüberstellen etc.), aber die meisten Internetseiten nicht

 

Zitat

Aber ich dachte, dass die Dividenden für das Zertifikat unerheblich sind, da diese ja im Kursindex nicht direkt berücksichtigt werden.

Leider völlig falsch gedacht, in einem Kursindex werden Dividenden nämlich gerade voll berücksichtigt (im Gegensatz zu einem Performanceindex).

 

Ich würde mir wünschen, dass es nur noch eins von beidem geben darf, da sollte der Anlegerschutz mal verbessert werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass Bankberater immer den Index als Vergleich nehmen der gerade besser zur Zielsetzung passt.

 

Stefan

 

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Posted · Edited by uang

Immer mal wieder wenn ich Zeit und Lust habe beschäftige ich mich mit verschiedenen Wertpapiertypen. Das Thema Bonus Zertifikate hab ich nicht weiter verfolgt, da wie u.a. von domkapitular angemerkt die Aufgelder und damit der überproportionale Verlust beim reißen der Schwelle tatsächlich enorm sind. Über einen kurzen Abstecher zu Aktienanleihen bin ich zu Discount Zertifikaten gekommen und finde das Prinzip unter folgenden Gesichtspunkten sehr interessant.

 

Vorausgesetzt man wählt solche Basiswerte die man grundsätzlich auch gut und gerne 10+ Jahre im Depot belassen würde.

 

Vorausgesetzt man sieht (als konservativer Anleger) den entgangenen Gewinnen (und Dividenden) bei starkem überschreiten des Caps gelassen hinterher.

 

Dann bieten einem Discount Zertifikate doch im schlechteren Fall die Möglichkeit "günstig" Einzelwerte einzukaufen, oder eben die Stillhalterprämie zu kassieren. Grundsätzlich meine ich zu verstehen wie einfache Discount Zertifikate funktionieren, aber ein paar Fragen bleiben doch noch und vermutlich hört sich dass für mich erstmal wieder toller an als es am Ende ist :)

 

Ich hab mir vorrangig Zertifikate angeschaut bei denen der Basispreis ca. 15-20% über dem Cap liegt und die Laufzeit max. 1 Jahr, eher aber um die 6 Monate beträgt.

Ist der relative Abstand des Caps und die Laufzeit festgelegt wird die Seitwärtsrendite doch hauptsächlich von der impliziten Volatilität (da hat sich ein Fehler eingeschlichen... ??der letzten x Monate, des letzten Jahres??) des Basiswerts bestimmt, oder? 

Unter den DAX Werten dürfte Wirecard aktuell die höchste Rendite bringen, daher folgenden Schein als Beispiel. https://www.hsbc-zertifikate.de/home/details#!/isin:DE000TR5WDU2

Kurs: 113,83€

Basispreis: 144,85€

Cap: 120,00€ (-->17% Puffer)

Discount: 21,33%

Seitwärtsrendite (nicht annualisiert): 5,36%

 

Ariva gibt für das Papier ein negatives "Aufgeld" von ca. -21% an. Ich kann hier aber nur ein minimales Abgeld erkennen, 144,85€-21,33% = 113,95. Also ist der Briefkurs ca. 0,12€ unter dem inneren Wert des Zertifikats. Haben Discount Zertifikate in der Regel kein Aufgeld?

 

Weiter gibt es doch nun 4 mögliche Szenarien (unter der Annahme, dass ich den Schein bis zum Bewertungstag halte)

1. Wirecard steigt um mehr als 5,36%, dann wäre ein Direktinvestment besser gewesen. Als konservativer Anleger gebe ich mich aber mit den 5,36% Seitwärtsrendite zufrieden und gräme mich nicht weiter :)

2.) Wirecard liegt zwischen 120,01-152,61€. Zertifikat war im Vergleich zum Direktinvestment die bessere Wahl und ich kassiere 5,36%.

3.) Wirecard liegt zwischen 113,83-120€. Die Aktie wird mir ins Depot gebucht und ich habe einen "Buchgewinn" zwischen 0-5,3%.

4.) Wirecard notiert unter 113,84€. Die Aktie wird ins Depot gebucht und ich habe einen "Buchverlust" von -0,1-X%

Der Buchverlust von X% kann natürlich ordentlich ausfallen (umso wichtiger sind dann Zeit und Überzeugung in den Basiswert), allerdings ist der Puffer von gut 21% auch relativ hoch...

 

Stimmen diese Szenarien so, oder übersehe ich etwas? Erfolgt die Einbuchung der Aktien kostenlos? Im P&L Verzeichnis von Consors konnte ich nichts finden..

 

Gibt es außer dem Spread noch sonstige Produktkosten? Mir scheint es auf den ersten Blick so, dass man hier als einfacher Kleinanleger ggü. den Profis die selbst die entsprechenden Optionen schreiben gar nicht soooo arg im Nachteil ist.

 

 

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vor 34 Minuten von uang:

Ich hab mir vorrangig Zertifikate angeschaut bei denen der Basispreis ca. 15-20% über dem Cap liegt und die Laufzeit max. 1 Jahr, eher aber um die 6 Monate beträgt.

Ist der relative Abstand des Caps und die Laufzeit festgelegt wird die Seitwärtsrendite doch hauptsächlich von der impliziten Volatilität (??der letzten x Monate, des letzten Jahres??) des Basiswerts bestimmt, oder? 

Die implizite Volatilität ist die erwartete Volatilität für die Zukunft. Diese leitet sich nicht aus der Vergangenheit ab, sondern aus den Preisen für Optionen und damit den Erwartungen der Marktteilnehmer.

Wenn du dir die Schwankung der Wirecardaktie in den letzten Monaten anschaust, dann siehst du auch, dass diese höhere erwartete Schwankung durchaus seine Richtigkeit hatte. Bedeutet aber nicht, dass der Titel tatsächlich in Zukunft wieder so viel schwankt oder sogar nicht noch mehr schwanken kann als erwartet.

 

vor 42 Minuten von uang:

Stimmen diese Szenarien so, oder übersehe ich etwas? Erfolgt die Einbuchung der Aktien kostenlos? Im P&L Verzeichnis von Consors konnte ich nichts finden..

 

Gibt es außer dem Spread noch sonstige Produktkosten? Mir scheint es auf den ersten Blick so, dass man hier als einfacher Kleinanleger ggü. den Profis die selbst die entsprechenden Optionen schreiben gar nicht soooo arg im Nachteil ist.

Einbuchung der Aktie ist kostenfrei. Kenne keinen Broker, der hierfür etwas verlangt. Aber die werden ja mittlerweile kreativ, wo sie noch überall was rausschlagen können.

Discountzertifiakte sind in der Tat die Emittentenprodukte mit den geringsten eingepreisten Kosten. Übrigens immer den Aktienanleihen vorzuziehen, denn dort lassen sich Kosten gerne mal besser verstecken als bei den gut vergleichbaren Discountpapieren.

 

Übrigens ist das Zertifikat die ganze Laufzeit über handelbar. D.h. wenn du die Aktien doch nicht haben willst und dir der Verlust zu groß werden sollte, dann kannst du das Zertifikat auch einfach wieder losschlagen. Am besten nur während der Handelszeit des Basiswerts denn dann sind die SPreads auch am geringsten.

 

vor 41 Minuten von uang:

Ariva gibt für das Papier ein negatives "Aufgeld" von ca. -21% an. Ich kann hier aber nur ein minimales Abgeld erkennen, 144,85€-21,33% = 113,95. Also ist der Briefkurs ca. 0,12€ unter dem inneren Wert des Zertifikats. Haben Discount Zertifikate in der Regel kein Aufgeld?

Die abgezinsten erwarteten Dividenden nicht vergessen ;-)

Da es kein Risiko für den Emittenten gibt, da das KO-Ereignis fehlt und es keine finanzierte Position ist, braucht es auch kein Aufgeld.

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Auf dich ist Verlass in diesem Thread ;) Danke.

Das mit der impliziten Volatilität hatte ich kurz nach dem posting noch korrigiert, hatte da vorher noch was zur historischen Volatilität stehen...

Gibt es denn eine frei zugänglich Seite auf welcher ich mir die implizite Volatilität (am besten noch im Verhältnis zur historischen V.) für verschiedene Basiswerte anzeigen lassen kann?

 

Handelst du denn selbst Discount Zertifikate? Auf welche Parameter achtest du?

 

@reckoner bzgl. Bonus Zertifikaten meintest du, dass du diese nicht mehr handelst. Wie schauts mit Discounts aus?

 

 

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