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Teletrabbi

SGL Carbon

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Wave XXL
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ja, die Margen im PP-Geschäft sind gigantisch....und trotz Krise annähernd auf diesem Niveau geblieben....liegt wohl daran, dass es weltweit nur 8 Hersteller gibt, wenn ich mich recht erinnere....trotzdem bringt die CFC-Sparte etwas Fantasie ins Spiel, aber eben noch keine großen Gewinne....ich gehe davon aus, dass SGL in 2-3 Jahren im DAX gelistet sein wird, denn sie haben das geeignete Geschäftsfeld und die nötigen liquiden Mittel, um weiter zu wachsen....

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Toni
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KGV 09 = 34 nach meinen Berechnungen....

 

blink.gif

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Wave XXL
Posted

KGV 09 = 34 nach meinen Berechnungen....

 

blink.gif

 

dürfte hinkommen - aber halte ich nicht für sinnvoll, die Bewertung von SGL am KGV festzumachen....in diesem Jahr brechen ja die Gewinne von vielen Unternehmen extrem weg, weil sie es in der kurzen Zeit nicht schaffen können, die Fixkosten entsprechend den Umsatzrückgängen zu reduzieren, so auch SGL....KBV liegt derzeit bei 1,7 und das ist IMO nicht zu hoch für so ein Unternehmen - trotzdem bleiben konjunkturell bedingte Unsicherheiten, die mich hier von einem Re-investment abhalten.....

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Sladdi
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Gibt es plötzlich ein besseres Produkt als Carbon? Bekommt man die Kosten überhaupt nicht mehr in den Griff? Überrollt uns die Konkurrenz? ..

Auf der anderen Seite ist es schon möglich, dass Carbon einige Branchen revolutionieren kann und SGL eines Tages ein hochkapitalisierter DAX-Wert ist.

 

Hi,

 

also es ist nicht zu erwarten, daß von heute auf morgen ein neuer Werkstoff gefunden wird, der Kohlen(stoff)-Fasern an Leistungsfähigkeit übertrifft. Wenn, dann müßte es ein Werkstoff sein, den man in faserförmig erhalten kann, weil Werkstoffe immer bessere mechanische Eigenschaften haben, wenn man den Durchmesser reduziert. Im Labormaßstab gibt es sogenannte Whisker, also nadelförmige Einkristalle, die mechanisch unübertroffen sind. Leider sind die unbezahlbar und nicht als Langfaser verfügbar und somit keine echte Konkurrenz für C-Fasern.

Selbst wenn man noch heute eine neue Faserart erfinden würde, die C-Fasern übertrifft, würde sie sich sehr wahrscheinlich nicht gleich durchsetzen. Denn bei der Gestaltung von Werkstoffen braucht man eine Reihe von Kennwerten, die z.T. sehr aufwendig zu erhalten sind. Bevor man z.B. einen Faserverbundwerkstoff in einem Flugzeug einsetzen kann, muß man über sein Verhalten unter dynamischer Last (Dauerfestigkeit) sowie unter Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen genaueres wissen. Bis sich so ein Wissen durchsetzt, dauert es durchaus Jahre. Über die Kosten für so ein Wundermaterial möchte ich an dieser Stelle gar nicht spekulieren.

 

Das Wachstum bei Faserverbundwerkstoffen (FVW) ist in der Tat groß und ich kann mir vorstellen, daß es noch eine Weile so weiter gehen wird.

Die Materialpreise von FVW sind zwar relativ hoch, aber dafür kann man durch sie Montagekosten und Gewicht sparen. Gesenkte Montagekosten sind natürlich immer gut, ein verringertes Gewicht ist oft nur bei hohen Energiepreisen wirtschaftlich sinnvoll. Der Knackpunkt sind die Kenntnisse bei den Konstrukteuren, weil FVW im Gegensatz zu Stahl und Alu anisotrop sind, d.h. in verschiedenen Raumrichtungen verschiedene Eigenschaften haben. Die Auslegung von derartigen Bauteilen ist um einiges schwieriger als der Stahlbau, zumal man nicht problemlos auf alle klassischen Fügetechniken (Schrauben, Schweißen etc.) zurückgreifen kann.

 

Gruß

Sladdi

 

P.S: Bitte tut mir einen Gefallen und redet nicht immer von "Carbon", das ist nämlich in erster Linie eine Nichtübersetzung des englischen "Carbon fiber". In der deutschsprachigen Literatur heißt es Kohlen(stoff)- oder C-Faser.

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value_investor
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Gibt es plötzlich ein besseres Produkt als Carbon? Bekommt man die Kosten überhaupt nicht mehr in den Griff? Überrollt uns die Konkurrenz? ..

Auf der anderen Seite ist es schon möglich, dass Carbon einige Branchen revolutionieren kann und SGL eines Tages ein hochkapitalisierter DAX-Wert ist.

 

Hi,

 

also es ist nicht zu erwarten, daß von heute auf morgen ein neuer Werkstoff gefunden wird, der Kohlen(stoff)-Fasern an Leistungsfähigkeit übertrifft. Wenn, dann müßte es ein Werkstoff sein, den man in faserförmig erhalten kann, weil Werkstoffe immer bessere mechanische Eigenschaften haben, wenn man den Durchmesser reduziert. Im Labormaßstab gibt es sogenannte Whisker, also nadelförmige Einkristalle, die mechanisch unübertroffen sind. Leider sind die unbezahlbar und nicht als Langfaser verfügbar und somit keine echte Konkurrenz für C-Fasern.

Selbst wenn man noch heute eine neue Faserart erfinden würde, die C-Fasern übertrifft, würde sie sich sehr wahrscheinlich nicht gleich durchsetzen. Denn bei der Gestaltung von Werkstoffen braucht man eine Reihe von Kennwerten, die z.T. sehr aufwendig zu erhalten sind. Bevor man z.B. einen Faserverbundwerkstoff in einem Flugzeug einsetzen kann, muß man über sein Verhalten unter dynamischer Last (Dauerfestigkeit) sowie unter Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen genaueres wissen. Bis sich so ein Wissen durchsetzt, dauert es durchaus Jahre. Über die Kosten für so ein Wundermaterial möchte ich an dieser Stelle gar nicht spekulieren.

 

Das Wachstum bei Faserverbundwerkstoffen (FVW) ist in der Tat groß und ich kann mir vorstellen, daß es noch eine Weile so weiter gehen wird.

Die Materialpreise von FVW sind zwar relativ hoch, aber dafür kann man durch sie Montagekosten und Gewicht sparen. Gesenkte Montagekosten sind natürlich immer gut, ein verringertes Gewicht ist oft nur bei hohen Energiepreisen wirtschaftlich sinnvoll. Der Knackpunkt sind die Kenntnisse bei den Konstrukteuren, weil FVW im Gegensatz zu Stahl und Alu anisotrop sind, d.h. in verschiedenen Raumrichtungen verschiedene Eigenschaften haben. Die Auslegung von derartigen Bauteilen ist um einiges schwieriger als der Stahlbau, zumal man nicht problemlos auf alle klassischen Fügetechniken (Schrauben, Schweißen etc.) zurückgreifen kann.

 

Gruß

Sladdi

 

P.S: Bitte tut mir einen Gefallen und redet nicht immer von "Carbon", das ist nämlich in erster Linie eine Nichtübersetzung des englischen "Carbon fiber". In der deutschsprachigen Literatur heißt es Kohlen(stoff)- oder C-Faser.

 

Vielen Dank für den sehr detaillierten Beitrag aus Sicht eines Ingenieurs. Da schauen Betriebswirtschaftler wie ich natürlich in die Röhre. *g*

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value_investor
Posted · Edited by value_investor

ja, die Margen im PP-Geschäft sind gigantisch....und trotz Krise annähernd auf diesem Niveau geblieben....liegt wohl daran, dass es weltweit nur 8 Hersteller gibt, wenn ich mich recht erinnere....trotzdem bringt die CFC-Sparte etwas Fantasie ins Spiel, aber eben noch keine großen Gewinne....

 

:thumbsup:

 

und vor allem weil die Graphitelektroden/Kathoden bei Stahl/Alu-Erzeugung gerade einmal 2-3% der Kosten verursachen. SGL hat hier also eine Preismacht sondersgleichen. Bevor die Hersteller anfangen zu meckern, werden sie erstmal an anderen Schrauben zu drehen versuchen.

 

Update:

 

Goldman Sachs äußerte sich innerhalb kurzer Zeit 2mal zu sgl. Sie sehen den Titel bei Anziehen der Wirtschaft auf diesem Kursniveau als klaren Outperformer und gehen davon aus, dass sgl die Erträge verdreifachen könne.

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XYZ99
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...Nun, ich sehe hier einige Test von oben und unten im Bereich der 20er Marke. ... die 19 als Unterstützung auch noch in Betracht kommen. Ich sehe trotzdem gute Chancen, daß sich Aktie fangen kann. ..

Sieht so aus, als hättest du Recht behalten und der Titel bekommt jetzt wieder Luft unter die Flügel. Kaufempfehlungen mit exorbitanten Kurszielen gibt es ja nicht gerade wenig. Wirklich interessant, was jetzt passieren wird.

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Trend
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SGL Group: Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr Umsatzrendite trotz Wirtschaftskrise 9 %

 

- Umsatz mit 1.226 Mio. rezessionsbedingt um 24 % rückläufig

- 9 % Umsatzrendite trotz Wirtschaftskrise

- Operatives EBIT (vor Sonderabschreibung auf Sachanlagen) bei 110 Mio.

- Sonderabschreibung aufgrund Wertberichtigung von 74 Mio. durch verzögerte Wachstumserwartungen bei Carbonfasern und Verbundwerkstoffen

- Eigenkapitalquote mit 40 % weiterhin auf hohem Niveau

- Niedriger Verschuldungsgrad (0,5) trotz hoher Investitionen

 

Wiesbaden, 18. März 2010. SGL Group The Carbon Company hat heute die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2009 vorgelegt. Aufgrund der Wirtschaftskrise und des damit verbundenen Nachfrageeinbruchs in vielen Kundenindustrien sank der Umsatz um 24 % auf 1.226 Mio. (2008: 1.611 Mio. ). Dennoch wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) von 110,4 Mio. vor Sonderabschreibung (74 Mio. ) erzielt (2008: 305,9 Mio. ). Dies entspricht einer Umsatzrendite von 9 % (2008: 19 %). Durch nachhaltige Kosteneinsparungen im Rahmen der SGL-Excellence-Initiative (23 Mio. ) und zusätzliche krisenbedingte Maßnahmen (41 Mio. ), insbesondere Kurzarbeit und Personalanpassungen, konnten Einsparungen von insgesamt rund 64 Mio. erzielt werden.

 

Die Investitionen von 154 Mio. lagen weiterhin auf einem hohem Niveau (2008: 239 Mio. ) und wurden vor allem für den Ausbau der Produktionsinfrastruktur in Asien sowie Kapazitätserweiterungen in der Carbonfaser-Technologie verwendet. Dennoch konnte der Verschuldungsgrad mit 0,5 innerhalb der Zielvorgabe des Unternehmens gehalten werden. Die Eigenkapitalquote ist mit 40 % weiterhin hoch (2008: 43%).

 

Robert Koehler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group: Die SGL Group hat sich operativ im Krisenjahr gut behauptet und musste im Vergleich zu anderen Industrien weit weniger dramatische Einbußen hinnehmen. Das belegt auch die Umsatzrendite von 9 % sowie unsere wesentlich besser als erwartete Cashflow-Entwicklung. 2010 ist für uns ein Übergangsjahr, in dem es aus heutiger Sicht durchaus eine Herausforderung ist, die operativen Ergebnisse des Jahres 2009 zu erreichen. Grundsätzlich sind die fundamentalen Wachstumstrends für uns aber weiter intakt, so dass wir im Jahr 2011 wieder eine deutliche Verbesserung gegenüber 2009/10 erwarten.

Nicht zahlungswirksame Sonderabschreibung verursacht Jahresfehlbetrag

 

Aufgrund verzögerter Wachstumserwartungen bei Carbonfasern und Verbundmaterialien wurde 2009 im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites eine nicht zahlungswirksame außerordentliche Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von insgesamt 74 Mio. vorgenommen. Das EBIT nach Wertminderungsaufwand lag damit bei 36,4 Mio. . Aus at-Equity bewerteten Unternehmen ergab sich ein Aufwand von -9,9 Mio. . Das Finanzergebnis verbesserte sich um 3,4 Mio. auf -44,1 Mio. (2008: -47,5 Mio. ). Vor Steuern wurde entsprechend ein Verlust von 17,6 Mio. (2008: Ertrag von 258,8 Mio. ) ausgewiesen. Die bereinigte Steuerquote betrug 32,4 % (2008: 26,4 %). Das Nachsteuerergebnis sank durch die Sonderabschreibung sowie aufgrund von Wertberichtigungen bei aktiven latenten Steuern auf -60,3 Mio. (2008: 190,5 Mio. ). Das Ergebnis je Aktie betrug -0,93 nach 2,95 im Vorjahr.

Expansionsstrategie fortgesetzt - niedrige Verschuldung und hohe Eigenkapitalquote

 

Im Berichtsjahr hat das Unternehmen trotz Wirtschaftskrise seine Wachstums- und Expansionsstrategie fortgesetzt. Insgesamt wurden Investitionen von 154 Mio. (2008: 239 Mio. ) getätigt. Dieses zweithöchste Investitionsvolumen der Firmengeschichte konnte aufgrund der hohen Cash-Generierung weitgehend aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Schwerpunkte bildeten der weitere Ausbau des neuen Graphitwerks in Malaysia sowie Investitionen in Automatisierungstechnologien beim US-Tochterunternehmen HITCO, das auf die Belieferung der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie mit Verbundwerkstoff-Komponenten spezialisiert ist. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich leicht auf 40 % (2008: 43 %). Trotz des schwierigen Marktumfeldes, des rezessionsbedingten Ergebnisrückgangs sowie des weiterhin hohen Investitionsniveaus stiegen die Nettofinanzschulden nur um rund 10 % auf 367,9 Mio. . Damit lag der Verschuldungsgrad von 0,5 weiter innerhalb der Zielvorgabe. Der operative Cashflow sank um 41 % unterproportional zum Ergebnisrückgang auf 128 Mio. (2008: 218,6 Mio. ). Der Free Cashflow lag mit -34,0 Mio. in etwa auf dem Vorjahresniveau von -35,9 Mio.

Segmentberichterstattung

Performance Products (PP)

 

Deutliche Produktionskürzungen sowie ein anhaltender Lagerabbau vieler Stahlhersteller vor allem im ersten Halbjahr 2009 führten zu einer stark reduzierten Nachfrage nach Graphitelektroden. Daher verminderte sich der Umsatz im Geschäftsfeld PP um rund 34 % auf 641,6 Mio. (Vorjahr 965,6 Mio. ). Das EBIT sank überproportional von 296,0 Mio. im Vorjahr um 49 % auf 151,3 Mio. . Insbesondere durch das starke Geschäft mit Kathoden und Hochofenauskleidungen konnte noch eine hohe Umsatzrendite mit 24 % (Vorjahr: 31 %) erzielt werden. Im Rahmen der SGL-Excellence-Initiative konnten nachhaltige Kosteneinsparungen in Höhe von rund 10 Mio. realisiert werden. Darüber hinaus hat die SGL Group die Produktion zeitnah an die niedrigere Nachfrage angepasst und konnte mit den eingeleiteten Maßnahmen, wie z. B. Kurzarbeit, weitere Kosten abbauen.

Graphite Materials & Systems (GMS)

 

In der ersten Jahreshälfte 2009 konnte das Geschäftsfeld GMS noch von einem hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr profitieren, der vor allem aus der Chemiebranche sowie aus dem Geschäft mit der Solarindustrie und Lithium-Ionen-Batterien stammte. Durch die spätzyklische Natur des Geschäfts ist das zweite Halbjahr bei GMS aufgrund eines schwachen Auftragseingangs seit Jahresbeginn 2009 deutlich niedriger ausgefallen. Insgesamt reduzierte sich der GMS-Umsatz im Berichtsjahr um 12 % von 411,9 Mio. im Vorjahr auf 364,5 Mio. . Das EBIT des Geschäftsfeldes GMS verminderte sich trotz Einsparungen in Höhe von rund 6 Mio. um 51 % auf 28 Mio. . Die Umsatzrendite lag mit 8 % entsprechend unter der des Vorjahres (14 %).

Carbon Fibers & Composites (CFC)

 

Der Umsatz im Geschäftsfeld CFC konnte aufgrund der Konsolidierung der SGL Rotec im Berichtsjahr um rund 8 % auf 208 Mio. gesteigert werden (Vorjahr: 192,6 Mio. ). Vor allem durch wiederholte Projektverschiebungen in der Luftfahrtindustrie und verzögerte Neuinvestitionen in der Windenergiebranche ist der Markt für Carbonfasern derzeit mit hohen Lagerbeständen sowie einer temporären Überkapazität und daraus resultierendem Preiswettbewerb konfrontiert. In diesem Zusammenhang wurden nicht zahlungswirksame außerordentliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von 74 Mio. vorgenommen. Das EBIT des Geschäftsfeldes CFC (vor Wertminderungsaufwand) reduzierte sich auf -22,9 Mio. (Vorjahr +8,9 Mio. ). Die Einsparungen aus der SGL Excellence-Initiative betrugen rund 6 Mio. .

 

Die langfristigen Wachstumspotenziale für Carbonfasern und Carbonfaser-Verbundwerkstoffe sind wegen ihrer wachsenden Bedeutung in der Materialsubstitution traditioneller Werkstoffe unverändert positiv. Exemplarisch dafür steht das Joint Venture mit der BMW Group zur Produktion von Carbonfasern und Geweben für den Automobilsektor. Die Zusammenarbeit mit BMW ist ein Meilenstein für den Einsatz von Carbonfasern im industriellen Maßstab in der Automobilindustrie, denn erstmals übernehmen Carbonfasern eine bedeutende Rolle in der automobilen Serienproduktion. Weitere Beispiele sind ein Großauftrag aus der Windenergiebranche für die Herstellung von Rotorblättern für Offshore-Windparks sowie neue Aufträge für die Produktion von Bauteilen für zivile und militärische Flugzeugprogramme.

Ausblick: 2010 wird ein Übergangsjahr

 

Vor dem Hintergrund der steigenden Produktionsleistung in der Stahlindustrie ist für 2010 mit einer Erhöhung der Absatzmenge bei Graphitelektroden zu rechnen, die allerdings noch unter dem Vorkrisenniveau liegen wird. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen 2010, dass die Rohstoffpreise nicht im vollen Umfang weitergegeben werden können und damit den Effekt höherer Mengen teilweise aufheben. Das Kathodengeschäft wird sich nach zwei sehr starken Jahren in diesem Jahr schwächer entwickeln, da die meisten Erhaltungsinvestitionen in der Aluminiumindustrie mittlerweile abgeschlossen sind und der Bau neuer Aluminiumschmelzwerke auf die Jahre nach 2010 verschoben wurde, so dass 2010 für das Kathodengeschäft von einer Investitionspause in der Aluminiumindustrie gesprochen wird. Aus heutiger Sicht rechnet das Unternehmen daher damit, dass die Umsatzrendite bei PP vorübergehend unter der Benchmark von mindestens 20 % liegen wird. Aufgrund des seit Jahresanfang 2010 steigenden Auftragseingangs erwartet das Geschäftsfeld Graphite Materials & Systems für die zweite Jahreshälfte eine Nachfragebelebung. Insgesamt wird daher für Graphite Materials & Systems 2010 ein Umsatz und Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres prognostiziert. Im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites führen Projektverschiebungen in der Luftfahrt und der Windenergiebranche zusammen mit einer generell niedrigeren Nachfrage aus dem Sport- und Konsumsektor zu hohen Lagerbeständen, einer niedrigen Kapazitätsauslastung und anhaltendem Preisdruck in der Carbonfaserindustrie. Dennoch erwartet das Unternehmen 2010 steigende Umsätze insbesondere aufgrund der Neuaufträge aus der Luftfahrtindustrie. In diesem Zusammenhang wird auch mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber 2009 gerechnet.

 

Auf Konzernbasis rechnet das Unternehmen für 2010 mit leicht steigenden Umsätzen und einem operativen Ergebnis (EBIT) nahe dem Niveau des Vorjahres (vor Sonderabschreibungen).

Wichtige Kennzahlen der SGL Group

 

( in Mio. )

Gesamtjahr

2009 2008 Veränderung

Umsatz 1.225,8 1.611,5 -23,9 %

Bruttoergebnis vom Umsatz 336,9 540,2 -37,6 %

Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 170,7 360,3 -52,6 %

Betriebsergebnis (EBIT) vor Wertminderungsaufwand 110,4 305,9 -63,9 %

Umsatzrendite (ROS)*(1) 9 % 19 %

Betriebsergebnis (EBIT) 36,4 305,9 -88,1 %

Jahresfehlbetrag/-überschuss -60,3 190,5

Ergebnis je Aktie, unverwässert (in ) -0,93 2,95

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 128,0 218,6 -41,4 %

 

31. Dez.

2009 31. Dez.

2008 Veränderung

Bilanzsumme 1.880,5 1.779,3 5,7 %

Eigenkapital der Anteilseigner 750,5 763,4 -1,7 %

Nettofinanzschulden 367,9 332,6 10,6 %

Verschuldungsgrad (gearing)(2) 0,49 0,44

Eigenkapitalquote(3) 39,9% 42,9%

* vor Wertminderungsaufwand von -74 Mio.

(1) EBIT zu Umsatz

(2) Nettofinanzschulden zu Eigenkapital der Anteilseigner

(3) Eigenkapital der Anteilseigner zur Bilanzsumme

 

Richtig schlecht.... :angry:

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Darkman
Posted

Hmm, schade. Habe aber schon etwas damit gerechnte das hier nicht die besten Nachrichten kommen.

Stecke aber mit SGL so tief drin das es sich für mich nicht lohnt jetzt raus zu gehen. Werde auf jedenfall erstmal die erwartenden "Aufschwungjahr(e)" abwarten und schauen wie es dann weiter geht. Wenn dann SGL nicht mit zieht hat das Unternehmen ein richtiges problem. Aber bis jetzt bin ich bei SGL noch recht optimistisch. Und ich finde das Management macht auch seine Sache gut indem sie auf den Wirtschaftseinbruch relativ gut reagiert haben.

Im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites führen Projektverschiebungen in der Luftfahrt und der Windenergiebranche zusammen mit einer generell niedrigeren Nachfrage aus dem Sport- und Konsumsektor zu hohen Lagerbeständen, einer niedrigen Kapazitätsauslastung und anhaltendem Preisdruck in der Carbonfaserindustrie. Dennoch erwartet das Unternehmen 2010 steigende Umsätze insbesondere aufgrund der Neuaufträge aus der Luftfahrtindustrie. In diesem Zusammenhang wird auch mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber 2009 gerechnet.
Da steht das ein nachfragerückgang herrscht und dadurch hohe Lagerbestände. Aber unter den Privaten herrscht meiner Meinung nach totale nachfrage nach Carbon im bereich Sport. Aber das macht garantiert leider nur ein Minimum des Carbon-geschäftes bei SGL aus :(

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Gol43r
Posted · Edited by Gol43r

Hmm, schade. Habe aber schon etwas damit gerechnte das hier nicht die besten Nachrichten kommen.

Stecke aber mit SGL so tief drin das es sich für mich nicht lohnt jetzt raus zu gehen. Werde auf jedenfall erstmal die erwartenden "Aufschwungjahr(e)" abwarten und schauen wie es dann weiter geht. Wenn dann SGL nicht mit zieht hat das Unternehmen ein richtiges problem. Aber bis jetzt bin ich bei SGL noch recht optimistisch. Und ich finde das Management macht auch seine Sache gut indem sie auf den Wirtschaftseinbruch relativ gut reagiert haben.

 

Ich bin gestern raus...die Zahlen waren wirklich schlecht und meine Bauchgefühl tat sein übriges. SGL ist halt extrem zyklisch und man muss hoffen, dass der Aufschwung kein zartes Lüftchen ist...

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Darkman
Posted

Hmm, schade. Habe aber schon etwas damit gerechnte das hier nicht die besten Nachrichten kommen.

Stecke aber mit SGL so tief drin das es sich für mich nicht lohnt jetzt raus zu gehen. Werde auf jedenfall erstmal die erwartenden "Aufschwungjahr(e)" abwarten und schauen wie es dann weiter geht. Wenn dann SGL nicht mit zieht hat das Unternehmen ein richtiges problem. Aber bis jetzt bin ich bei SGL noch recht optimistisch. Und ich finde das Management macht auch seine Sache gut indem sie auf den Wirtschaftseinbruch relativ gut reagiert haben.

 

Ich bin gestern raus...die Zahlen waren wirklich schlecht und meine Bauchgefühl tat sein übriges. SGL ist halt extrem zyklisch und man muss hoffen, dass der Aufschwung kein zartes Lüftchen ist...

Ja, ich wäre bestimmt auch schon raus gegangen. Aber am ende schon eher. Doch nun finde ich ist für mich ein total schlechter Zeitpunkt raus zu gehen, nach 1,5Jähriger Dazugehörigkeit... :( Leider...

Aber Lehrgeld muss jeder zahlen, und wer nicht hören will muss fühlen :(

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Roter Franz
Posted · Edited by Roter Franz
Im Geschäftsfeld Carbon Fibers & Composites führen Projektverschiebungen in der Luftfahrt und der Windenergiebranche zusammen mit einer generell niedrigeren Nachfrage aus dem Sport- und Konsumsektor zu hohen Lagerbeständen, einer niedrigen Kapazitätsauslastung und anhaltendem Preisdruck in der Carbonfaserindustrie. Dennoch erwartet das Unternehmen 2010 steigende Umsätze insbesondere aufgrund der Neuaufträge aus der Luftfahrtindustrie. In diesem Zusammenhang wird auch mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber 2009 gerechnet.
Da steht das ein nachfragerückgang herrscht und dadurch hohe Lagerbestände. Aber unter den Privaten herrscht meiner Meinung nach totale nachfrage nach Carbon im bereich Sport. Aber das macht garantiert leider nur ein Minimum des Carbon-geschäftes bei SGL aus :(

 

Mal ein Link zu Susanne Klatten, die spielt die Carbon Karte.

 

Zu den Windkraftflügeln kann ich nur sagen, bei uns im Unternehmen werden Carbonfasern als "schwarzes Gold" bezeichnet.

Preislich liegt Carbon Faktor 10-20 über Glasfaser.

 

Zudem gibt es noch ein technisches Problem.

Kohlefasern leiten Strom und damit aus Blitze.

Windkraftanlagen müssen an widrigen Stellen bis zu 1000 Blitze p.a in ihre Flügel aushalten.

Da der Blitz sehr heiß ist und kreuz und quer durch das Blatt geht, verbrennt er einiges der Kohlefaserstruktur.

 

Das gleiche Problem hatte der Dreamliner von Boing.

Die haben dann zum Schluß, eine Alustruktur mit Kohlefaser verkleidet.

Technisch möglich, preislich Selbstmord.

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XYZ99
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Eben auf "handelsblatt.com" tauchte diese "Eilmeldung" auf....

 

post-13604-1270572247,55_thumb.png

 

Lustig - diese Meldung ist uralt. Sie wurde schon vor einigen Tagen, kurz vor dem letzten SGL Kurssturz (als Reaktion auf die miesen Zahlen), vom handelsblatt in einem informativen und langen Artikel verbreitet. Als Eilmeldung dient das Ganze wohl nur, um aktienmässige PR zu betreiben.

 

Kann man nur als deutliches Sell-Signal ansehen :-

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Roter Franz
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Heutige dpa meldung zum gleichen Thema.

 

Der SGL-Chef Robert Koehler bezeichnete das Werk als 'Meilenstein für den Einsatz von Carbonfasern im industriellen Maßstab im Automobilbau'. BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner sagte: 'Die Nutzung carbonfaserbasierter Verbundwerkstoffkomponenten im Megacity Vehicle ist ein Meilenstein in der nachhaltigen Mobilität.' Der BMW-Manager bekräftigte, die Bauteile aus den bislang als teuer geltenden Carbonfasern könnten zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden. Durch den Einsatz der Bauteile soll das Gewicht der künftigen Autos sinken und damit die Reichweite von batteriebetriebenen Fahrzeugen steigen./dct/stw/he

 

Liebe Damen und Herren der Autoindustrie.

Wie wäre es denn , anstatt auf die sau teure und energetisch grenzwertige Kohlefaser, die nach heutigem Kenntnisstand nicht recycelfähig ist , auf das zig mal wiederaufarbeitbare Alu zu setzen.

Da gibt es über 20 Jahre Erfahrung im Autobau.

 

Zudem noch ein kleiner Tipp um kg´s im Auto zu sparen.

Kein Mensch braucht zig Servomotoren, die den Sitz an jeden einzelnen Lendenwirbel optimal anpassen.

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RedSpekulatius
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Endlich ein bisschen Phantasie in den Kursen drinnen.

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Darkman
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Hätte nicht gedacht das die Aktie über so viele Tage so abgeht.

Wann wird wohl schluss sein?! Wäre ich doch bloß vor par Wochen drin geblieben :)

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WarrenBuffet1930
Posted · Edited by WarrenBuffet1930

Klatten wird auf 25%+1 aufstocken, dass ist wohl sicher, damit muss der Kurs weiter steigen fürs erste. Allzu lange können die nicht warten, sonst wird es eher teurer. Die Kurshöhe ist egal, erstmal strategische Fehlervermeidung ist angesagt.

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Trend
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Wann wird wohl schluss sein?! Wäre ich doch bloß vor par Wochen drin geblieben :)

 

Das gleiche habe ich mir auch gedacht. Fundamental finde ich jedoch, dass die Aktie ziemlich hoch bewertet ist.

Wäre jetzt nicht durch Zufall VW eingestiegen, dann würde die Aktie immer noch seitwärts laufen.

Der Carbon Bereich, welcher der kommende Stern sein soll, erweist sich als sehr sehr margenschwach...

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Warlock
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Habe gerade gelesen das BMW 15% von SGL Carbon erworben hat. Damit sind wohl die Mehrheitsverhältnisse geklärt, so hieß es.

 

Das KGV liegt mit 38,5 jenseits von gut und böse.

 

Es ist wohl so das SGL das einzige Unternehmen in Europa ist das Carbon in Masse produzieren kann. Scheint mir etwas merkwürdig, da das ja nicht soooo eine große Sache ist. Falls einer von vertiefte Kenntnisse darüber hat wäre toll wenn er sie kuntun würde.

 

Meines Wissens wird der Kohlenstoff irgendwie zu Netzen verarbeitet und diese dann mit Epoxidharz verklebt. Enstsprechend der Orientierung der Faserrichtungen kann man die Tragfähigkeit signifikant beeinflussen. Es bricht spröde, d.h. ohne Vorankündigung, die Splitter können spitz und scharfkantig sein. Der riesige Vorteil liegt in den westenlich geringeren Gewicht von 20% - 50% je nach Einsatzgebiet und Verarbeitung.

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Hosario
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was haltet ihr von den Insiderverkäufen der letzten Zeit?

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Roter Franz
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was haltet ihr von den Insiderverkäufen der letzten Zeit?

 

Nicht viel.

Da hat ja der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat Kasse gemacht.

 

Halten wohl auch nichts von dem Carbon Hype.

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Hosario
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was haltet ihr von den Insiderverkäufen der letzten Zeit?

 

Nicht viel.

Da hat ja der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat Kasse gemacht.

 

Halten wohl auch nichts von dem Carbon Hype.

 

 

Hmmm

 

also bei Nordex wertest du die starken Insiderkäufe dieses Jahr nicht positiv

und bei SGL Carbon dagegen wertest du die starken Insiderverkäufe aber negativ.

 

wie denn jetzt?

 

Entweder sind Insiderkäufe und Verkäufe ausschlaggebend oder nicht?

Warum machst du da einen Unterschied in deiner Bewertung?

 

 

Nebenbei:

 

Ich bin überzeugt dass die Nachfrage aus der Windenergie für Carbon dramatisch ansteigen wird, weil die Nachfrage nach Windenergie momentan schon sehr stark ansteigt. Durch die großen Projekte hat das alles eine Nachlaufzeit von 1-2 Jahren. In 2011 ist die Nachfrage jedenfalls stark angezogen und könnte sich dann in den nächsten Jahren auch positiv auf SGL Carbon auswirken.

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Roter Franz
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Halten wir uns mal an die Fakten:

 

http://www.finanzen.net/insidertrades/SGL_Carbon@sortDatum_1

Seit fast 6 Monaten kein einziger Kauf, Nur Verkäufe.

 

 

http://www.finanzen.net/insidertrades/Nordex

Einzig und allein Klatten und Umgebung kaufen.

 

Die Privatpersonen im Vorstand und Aufsichtsrat steigen aus.

 

Mag jeder denken was er will.

 

Das sind die Fakten.

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