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Casablanca
· bearbeitet von Casablanca
Eigentlich sollte man doch Kredite vor einer Inflation unbedingt abbezahlen? Geld ist so zu sagen "mehr Wert" da man aufgrund niedriger Preise mehr für sein Geld bekommt. Deswegen bevorteilt eine Deflation Gläubiger, da diese Geld zurückgezahlt bekommen, das aufgrund niedriger Marktpreise "mehr Wert" ist.

 

Eine Theorie findet sich hier:

 

http://www.*SPAMPOST BITTE MELDEN*/preisanstieg.htm

 

Frage: Ist es klug, während einer Inflation Schulden zu haben?

 

Ein Beispiel: Sie nehmen ein Darlehen für eine Eigentumswohnung auf. Unter normalen Bedingungen würden Sie ca. 45% Ihres Einkommens für die Tilgung verwenden, der Rest, also 55%, wird für Ihre Lebenshaltungskosten aufgewendet. Dies sind u.a. Lebensmittel, Strom, Benzin und Kleidung. Da bei steigender Inflation Ihr Einkommen nicht in gleichem Maße mit steigt, werden Sie schnell ein Problem haben. Schiessen die Preise in die Höhe, bleibt zwar Ihre Tilgungsrate gleich aber Ihre Lebenshaltungskosten verschlingen nun den Großteil Ihres Einkommens. In unserem Beispiel 80%, Sie haben noch 20% zur Tilgung zur Verfügung. Sie benötigen aber 45%, es besteht eine Lücke die Sie unter normalen Umständen nicht mehr füllen können. Eine Zwangsversteigerung droht.

 

Antwort: Nein.

 

Danach habe ich in den Tiefen des Internets weitere Voraussetzungen für eine Entschuldung in der Hyperinflation gefunden:

 

- die Zinsen müssen über mehrere Jahre fixiert sein

- die Banken dürfen nicht in der Lage sein, den Kredit vorzeitig zu

kündigen

- der Kredit muß in Landeswährung sein (logisch)

- man muß jederzeit in der Lage sein, den Kredit zu bedienen

 

Wenn man nun ein Investitionsgut findet, dessen Wert in einer Inflation ganz sicher steigt, so kann meines Erachtens die Antwort auf die Frage, ob Schulden in einer Inflation sinnvoll sind, nur "Ja" lauten. Umgekehrt muesste man jedoch sagen, dass sofern man nun ein Investitionsgut besitzt, dessen Wert in einer Deflation ganz sicher sinkt, so kann die Antwort auf die Frage, ob Schulden in einer Deflation sinnvoll sind, nur "Nein" lauten -> "Do not take any loan, pay back all your loans..."

 

??? :blink: ???

 

Bezueglich Deflation koennte Euch dieser Artikel/ Ansicht vom 10. August interessieren.

 

http://www.creditwritedowns.com/2008/08/in...t=1218398700000

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H.B.
· bearbeitet von ficoach
Eine Theorie findet sich hier:

 

http://www.*SPAMPOST BITTE MELDEN*/preisanstieg.htm

 

Frage: Ist es klug, während einer Inflation Schulden zu haben?

 

Ganz davon abgesehen, das dies keine theoretische Abhandlung ist, halte ich diese Kausalitäts-Betrachtung auch für falsch.

(Der Name der Quelle ist hier offensichtlich Programm...)

 

Warum:

 

Mit der gleichen Vorgehensweise kann ich zur genau entgegengesetzten "Erkenntnis" gelangen:

  1. Vor einem Inflationsanstieg wird ein Kredit aufgenommen
  2. Das Kapital wird in einen Sachwert investiert
  3. Der Sachwert verteuert sich mit der Inflationsrate; Der Kredit wird aber zu dem Zinssatz vor dem Inflationspfad bedient
  4. Zur Fälligkeit des Kredits wird der Sachwert zum Marktpreis veräußert und der Kredit wird abgelöst.
  5. Man erhält also zumindest den Inflationsausgleich, hat aber stets nur die niedrigen Kreditzinsen gezahlt. Im Ergebnis hat man so in einer Periode der Geldentwertung Kapital generiert.

 

In einem nachhaltigen Deflationsumfeld sieht das Ganze natürlich ein wenig anders aus.

Da eine Deflation jedoch als "Störung" des Systems zu betrachten ist, sind deflationäre Phasen selten nachhaltig und deshalb kann dies strategisch durchaus eine Chance für einen Kreditnehmer sein. (Dies gilt insbesondere im aktuellen Umfeld, schließlich ist Herr Bernanke noch in Amt und Würden. )

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H.B.

Deflation - Ein Praxisbeispiel

 

 

Während auch hier immer noch Anleger glauben, mit Immobilien auf der sicheren Anlageseite zu stehen, hier ein Kommentar, der

  1. die Realität in diesem Sektor wiedergibt
  2. einen Vorgeschmack auf ein mögliches Deflationsszenario gibt

 

Es ist nahezu unfassbar, was [in österreichischen Immobilienunternehmen] passiert ist.

Bei den meisten kamen Managementfehler, eine teilweise undurchsichtige Firmenstruktur sowie die wechselseitigen Verflechtungen zusammen mit der Unfähigkeit, größere Teile der Portfolioen zu verkaufen. Die Illiquidität, die jetzt an den Immobilienmärkten eingezogen ist, verhindert nun eine Entschuldung der Immobilien-AG's. Potenzielle Immobilienkäufer rechnen aber mit Zwangsverkäufen - was in mehr oder weniger großem Ausmaß auch kommen wird - und halten sich demzufolge bedeckt. Das drückt die Preise und damit auch die Aktienkurse.

 

[aus einem Interview des Smart-Investors mit einem Vertreter von Ellwanger&Geiger , SmartInvestor 11/08, 13]

 

In anderen Wirtschaftszweigen kommt der Druck aus einer anderen Ecke.

Trotz z.T. noch gut gefüllten Auftragsbüchern sieht es für die Investitiongüterindustrie recht mau aus, da immer mehr Kunden ihre Zusagen zurückziehen (müssen).

 

Das übergreifende Stichwort für die aktuelle Entwicklung lautet übrigens "Deflationärer Schock". (Vielleicht wird dies ja das Wort des Jahres 2008)

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opes
Sobald es wieder aufwärts geht, trifft die Nachfrage nach Rohstoffen und Konsumgütern auf geringere Produktionskapazitäten. Die Inflation beginnt. Nun wirds deutlich höher von den Inflationsraten her. Möglicherweise steigen die Zinsen auf deutlich höhere Raten als früher. Staatsbankrotts drohen aufgrund der hohen Verschuldungsstände.

 

 

Und genau das ist nicht schlimm sondern ein völlig normaler Marktmechanismus, der gesundes Wchstum ermöglicht.

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ipl

Theoretisch:

 

Inflation

Sachwerte (auch Aktien und Immobilien) kaufen, Kredite bei fixen Zinsen signifikant unter Inflationsniveau nach Möglichkeit aufnehmen/behalten.

 

Deflation

Alle Kredite zurückzahlen und nach Möglichkeit selbst welche vergeben (Tagesgeld, Anleihen, Festgeld...), Sachwerte verkaufen.

 

Praktisch kommen dann nur noch Detailüberlegungen hinzu, welche Art von Anleihen noch sicher ist, ob die Mieten der Immobilien schnell genug steigen können werden und welche Unternehmen die Inflation an die Verbraucher weitergeben können werden und welche nicht.

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Teletrabbi
Und genau das ist nicht schlimm sondern ein völlig normaler Marktmechanismus, der gesundes Wchstum ermöglicht.

In einem gewissen Rahmen ist das sicherlich ein normaler Marktmechanismus. Aber die Bereinigung wird derzeit durch Banken-Rettungspakete verschärft und die Blasen, die sich gebildet haben waren wohl die größten in der Wirtschaftsgeschichte. Demzufolge wird der Schaden auch wesentlich stärker.

 

 

Viele Kunden würden wegen der unsicheren Wirtschaftslage auch bereist getätigte Bestellungen stornieren, sagten übereinstimmend die Chefs beider Konzerne. Gingen im dritten Quartal vergangenen Jahres noch fast 42 000 Bestellungen bei Volvo ein, waren es jetzt nur noch 115. Die Situation macht es notwendig, dass wir die Produktionskapazität der gesunkenen Nachfrage anpassen, sagte Volvo-Chef Leif Johansson. Sein Konzern will rund 1 400 Arbeitsplätze in der LKW-Produktion und rund 1350 in der Baumaschinensparte abbauen. Auch Scania will die Zeitverträge von etwa 2000 Mitarbeitern weltweit nicht verlängern.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/in...remsung;2071475

 

Würde gern mal wissen ob das immer so extrem ist...

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Bonny

Welche Auswirkungen würde wohl eine handfeste Deflation auf den Goldpreis haben? Schliesslich raten doch überall die "Hartgeldpropheten" zu Gold.

 

Bonny

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otto03
Welche Auswirkungen würde wohl eine handfeste Deflation auf den Goldpreis haben? Schliesslich raten doch überall die "Hartgeldpropheten" zu Gold.

 

 

http://www.welt.de/finanzen/article2592181...chfrage-ab.html

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Bonny

 

 

Danke. Ganz unterhaltsam, besonders die qualifizierten Kommentare.

Aber eine schlüssige Begründung für die weitere Entwicklung finde ich nicht. Bei der derzeitigen Lage stehen sich Psychologie und Realität gegenüber. Mal schauen wer am langen End gewinnt.

 

Bonny

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Casablanca
· bearbeitet von Casablanca

"Im Grunde alles normal an der Börse

 

Bei langfristiger Betrachtungsweise liegen die aktuellen Aktienbewertungen fast wieder auf dem Trendniveau. Allerdings wird ein Trend nicht nur nach oben, sondern auch nach unten durchbrochen.... Allen gemein ist jedenfalls, dass die Kreditsause über die vergangenen zehn Jahre die Gewinne von Banken und nichtfinanziellen Firmen in ungeahnte Sphären hat steigen lassen, weil die Zentralbanken das disinflationäre Umfeld von Globalisierung, IT-Revolution und Deregulierung bis zum Letzten ausgereizt haben. Jetzt wird abgerechnet - bei Verbrauchern, die ihre Stellen verlieren und leerstehende Häuser hinterlassen, bei Finanzinvestoren, deren schwindende Aktiva die Schulden nicht mehr decken, bei Firmen, die aufgrund von M&A-Transaktionen mit Verbindlichkeiten überladen sind.

 

Nun ist eine kurzfristige Erholung der Börsen aus markttechnischen Gründen zwar wahrscheinlich. Doch ob die Zentralbanken die drohende Schuldendeflation aufhalten können, indem sie das Geld - weiter - entwerten, oder nicht: Wenn Aktienmärkte bei einer solchen Gemengelage nicht unter ihre langfristigen realen Trends rutschen, wann dann?"

 

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/m...rse/430999.html

 

"Was, wenn ich mich nicht auf eine Deflation vorbereite?

 

Unvorbereitet hat eine Deflation sehr unangenehme Auswirkungen: jeder kämpft um die eigene Existenz, große Verluste/finanzieller Ruin

 

Kommt es trotz Vorbereitung zu keiner Deflation sind die Auswirkungen dagegen gering: sichere Anlagen wie z.B. Bargeld bringen weniger Gewinn.

 

Was sollte man tun (persönlich)?

 

Das oberste Gebot ist es, die eigene Liquidität und das eigene Überleben zu sichern:

 

* Ausgaben konsolidieren und reduzieren

* Auf Verlust des Arbeitsplatzes sowie Arbeitslosigkeit vorbereitet sein

* Sich nicht auf Rente oder andere Sozialleistungen verlassen

* Keine Schulden aufnehmen, alle Schulden zurückzahlen

 

In zweiter Linie gilt es, das eigene Vermögen im Erhalt zu sichern....

 

http://www.mhessler.de/deflation/

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H.B.

Hier ein aktueller Beitrag der FTD

 

Die Welt fürchtet sinkende Preise

von Tobias Bayer (Frankfurt)

 

So schnell kann es gehen: Vor Monaten waren Inflationsgefahren das beherrschende Thema. Doch nach dem Fall der Rohstoffpreise herrscht Angst vor Deflation: Nicht nur in Japan, sondern auch in Großbritannien und den USA.

 

 

Die Zeiten ändern sich. Es war nur eine kurze Bemerkung, doch sie sorgte für große Aufmerksamkeit. "Geldpolitik muss in Zeiten großer Unsicherheit die Balance wahren. Also muss sie einserseits die sich abschwächende Inflation beobachten, andererseits muss sie die Gefahren einer Deflation stoppen", sagte Erkki Liikanen, finnisches Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), diese Woche. Da war es, das D-Wort. "Liikanen ist der erste EZB-Offizielle, der das Deflationsrisiko erwähnt", strichen die Volkswirte von Unicredit heraus.

 

Ein großer Wandel ist im Gange. Über Monate war bei Notenbankern und Investoren Inflation das große Thema: Energie- und Rohstoffpreise sorgten für hohe Teuerungsraten. Doch angesichts des Abschwungs der Weltwirtschaft und des Falls der Rohstoffpreise veränderte sich das Bild grundlegend. Die Inflationsgefahren nehmen ab - und das weltweit.

 

Beispiel Europa. Hier steigen die Preise bereits langsamer. Laut der am Freitag veröffentlichten Eurostat-Daten zogen die Verbraucherpreise im Oktober auf das Jahr hochgerechnet um 3,2 Prozent an. Noch im Juli hatte die Rate bei 4,0 Prozent gelegen. "Das wird sich fortsetzen. Wir rechnen damit, dass die Teuerungsrate im kommenden Jahr bis auf 1,5 Prozent zurückgeht", sagte Martin van Vliet, Volkswirt bei ING.

 

Notenbanken aggressiv auf Lockerungskurs

 

Was auf den ersten Blick erleichternd wirkt, ist bei genauerer Betrachtung eine große Gefahr: Deflation kann sich selbst verstärken und Volkswirtschaften in den Abgrund reißen. Fallende Preise drücken die Gewinnmargen. Die Folge sind Entlassungen, die wiederum den Konsum belasten und so die Gewinne der Unternehmen schmälern. Während Notenbanken Teuerungsrisiken mit einem Anheben des Leitzinses bekämpfen können, ist ihr Spielraum im Fall der Deflation begrenzt.

 

Schon jetzt befinden sich Notenbanken weltweit auf aggressivem Lockerungskurs. Die Fed senkte den Leitzins diese Woche um 50 Basispunkte auf 1,0 Prozent. Seit Mitte September kürzte sie den Zinssatz damit um 4,25 Prozentpunkte - in nur rund 14 Monaten. Zum Vergleich: Bernankes Vorgänger Alan Greenspan benötigte 30 Monate, um 2003 an diesen Punkt zu gelangen.

 

Andere Zentralbanken begleiten die Fed auf ihrem Kurs. Zuletzt beteiligten sich auch die EZB und die Bank of England (BoE) an der konzertierten Zinssenkung um 50 Basispunkte. Es wird damit gerechnet, dass die EZB auf ihrer Sitzung nächste Woche den Leitzins von 3,75 Prozent auf 3,25 Prozent senkt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte sich zuletzt in dieser Richtung geäußert. Auch in Asien sind die Währungshüter aktiv: Am Mittwoch nahm die chinesische Zentralbank den Leitzins um 27 Basispukte auf 6,66 Prozent zurück. Es ist der dritte Zinsschritt in zwei Monaten.

 

Japan - zurück in die 80er und 90er

 

Das "Musterland der Deflation" ist Japan. In den 90er-Jahren litt die zweitgrößte Volkswirtschaft unter fallenden Preisen. Bis heute ist die Krise nicht ausgestanden. Im Gegenteil: Es droht ein Rückfall in die Vergangenheit. Am Freitag senkte die Bank of Japan (BoJ) den Leitzins um 20 Basispunkte auf 0,3 Prozent. Die Entscheidung war innerhalb des Gremiums umschritten: Vier Währungshüter votierten dafür, vier dagegen. Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa gab mit seiner Stimme den Ausschlag. Diese Konstellation gab es zum letzten Mal im November 2007.

 

Aus Sicht vieler Marktteilnehmer hatte die BoJ gar keine andere Wahl. Der japanischen Wirtschaft droht der Absturz wie zur Zeiten der langjährigen Deflation. Im September legten die Exporte nur um 1,5 Prozent zu. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Volkswirte erwartet hatten. Die Industrieproduktion ist seit drei Quartalen rückläufig. Auch die Konsumausgaben und die Inflation gehen zurück. Zu Wochenbeginn fiel der Nikkei 225 auf den tiefsten Stand seit 1982. "Angesichts der aktuellen Situation, in der sich die Wirtschaft befindet, ist es höchste Zeit für eine Zinssenkung. Die Investoren hatten bereits damit gerechnet, der Yen antizipierte den Schritt bereits. Die BoJ konnte sich dem nicht widersetzen", sagte Naoki Iizuka, Volkswirt bei Mizuho Securities.

 

Japanische Unternehmen in Serie senkten zuletzt ihre Ertragsprognosen. Dazu gehören Mizuho Financial, All Nippon Airways, Suzuki Motor und Kawasaki Heavy Industries. Daiwa Securities, das zweitgrößte Brokerhaus, verbuchte einen Verlust. "Die Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche haben zugenommen. Zugleich hat die Inflationsgefahr im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit deutlich abgenommen", teilte die BoJ am Freitag mit.

 

Viele Augen sind auf die Vereinigten Staaten gerichtet. Nach dem Zinsschritt der Fed wird mit einer weiteren Lockerung gerechnet. Auch ein Nullzins wird diskutiert. Darauf deuten Kommentare mehrerer hochrangiger Währungshüter des Landes hin. Janet Yellen, Chefin der amerikanischen Distriktnotenbank San Francisco, spricht von einem "deutlichen Schrumpfen" der US-Wirtschaft und einem "großen Abflauen der Inflationsrisiken".

 

Noch befinden sich die Vereinigten Staaten formal nicht in einer Rezession. Im engen Sinn verstehen Volkswirte darunter eine Phase rückläufigen Wachstums in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen. Im ersten und zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft noch um 0,9 Prozent und 2,8 Prozent. Doch seitdem lässt die Dynamik nach: Im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 0,3 Prozent, das ist die größte Wachstumseinbuße seit der Rezession 2001.

 

 

Häuserpreise im freien Fall

 

Gleich mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass sich der Abwärtstrend beschleunigt: Das Verbrauchervertrauen ist so niedrig wie noch nie. In den 20 größten Metropolen der Vereinigten Staaten fielen die Hauspreise im Vergleich zum Vorjahr im August um 16,6 Prozent, wie sich am Case-Shiller-Hauspreisindex ablesen lässt. Und auch die Industrieproduktion ist rückläufig.

 

Der ehemalige Fed-Gouverneur Frederic Mishkin sieht vor diesem Hintergrund Gefahren einer Deflation. Der Schock auf den Finanzmärkten sei durchdringender als zur Zeiten der Großen Depression und habe die Möglichkeit eröffnet, dass die Inflation zu tief ausfalle. "Der Schock ist komplizierter und schwieriger in den Griff zu bekommen als damals. Es besteht eine große Gefahr, dass die Teuerung unter das Niveau der Preisstabilität fallen könnte", sagte Mishkin in einem Interview diese Woche.

 

Rezession auf der Insel

 

Auch in Großbritannien geht das Deflationsgespent um. Die Notenbank BoE jedenfalls ist alarmiert. Momentan liegt der Leitzins bei 4,5 Prozent. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die BoE auf ihrer Sitzung nächste Woche die Geldpolitik weiter lockert. "Die Wirtschaft wird 2008 und 2009 schrumpfen. Meine Sorge ist, dass die Inflation unter ein Prozent fallen und sogar negativ werden könnte", sagte David Blanchflower diese Woche, der im geldpolitischen Rat der BoE sitzt.

 

Für die Insel sind das neue Verhältnisse. Im September legte die Teuerung noch auf 5,2 Prozent zu. Das war der höchste Stand seit elf Jahren. Doch seitdem trübte sich der wirtschaftliche Ausblick zusehends ein. Hauspreise sind im freien Fall, die Konsumenten schränken sich ein, und die Arbeitslosigkeit steigt. Premierminister Gordon Brown und Schatzkanzler Alistair Darling sahen sich gezwungen, einen Rettungsschirm für die Bankenbranche aufzuspannen und in großem Stil bei der Royal Bank of Scotland einzusteigen.

 

Branchflower geht deshalb davon aus, dass der Teuerungsdruck stark nachlässt, und sieht dringenden Handlungsbedarf. "Wenn die Notenbank nicht aggressiv die Zinsen senkt, droht uns eine lange und tiefe Rezession", sagte Branchflower in einer Rede an der University of Kent.

 

Quelle: Ftd von heute.

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Casablanca
· bearbeitet von Casablanca

Danke 'ficoach' ! Bitte alles hier rein, was Ihr als Hinweise auf eine evtl. bevorstehende Deflation an Nachrichten findet.

 

Ich fuege mal das hinzu.

 

"Jede Deflation beginnt am Anfang fast unbemerkt schon mitten in der Inflation. Noch steigen die Preise, noch wuchern die Schulden. Die Zahl der Pleiten nimmt zu, die Arbeitslosigkeit bleibt....Und dann kommt die Wende. Die Preise werden stabil, das Wachstum geht auf Null, die Nachfrage stagniert, die Deflation gewinnt die Oberhand. Sie überholt die Inflation, sie bestimmt zunehmend die Konjunktur. Der Konsum stagniert immer mehr: Die einen wollen nicht mehr kaufen, immer mehr aber können nicht mehr kaufen. "*

 

*http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/...d_Inflation.htm

 

Die fallenden Aktienkurse, koennten ein weiteres Indiz auf eine bevorstehende Deflation sein. Die Zinssenkungen der Notenbanken bekaempfen eine Deflation. Genauso bekaempft das Drucken von neuem Geld eine Deflation. Gefahr ist natuerlich wieder die Inflation.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deflation

http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation

 

Es sollte in diesem Thread jedoch in erster Linie darum gehen, uns auf eine ( moegliche ) Deflation entsprechend vorzubereiten und wie jeder von uns "persoenlichen Schaden" begrenzen oder sogar vermeiden kann. Also z.B. Schulden rechtzeitig begleichen etc. ( BITTE AUCH ENTSPRECHENDE FRAGEN STELLEN !!!)

 

Darueber hinaus ist natuerlich interessant wie wir uns als Investor auf eine Deflation vorbereiten (z.B. Absicherung eines Langfristdepots)**, wie wir eine Deflation mit geringstem Schaden ueberstehen, und wie wir nach der Deflation entsprechend profitieren koennen. Was kommt ins Wertpapierdepot, wann? Welche physischen Gueter sollten wir rechtzeitig kaufen/ verkaufen ?

 

**https://www.wertpapier-forum.de/index.php?s...mp;#entry292595

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odenter

Also ich persönlich finde Deflation gar nicht so dramatisch, schlimm wäre es in Verbindung mit ner echten Depression(!!), dann ist es aber egal ob man nichts hat und seinen Lebenstandard sofort einschränken muss oder ob man sich durch vorhandenes Vermögen ein paar Monate erkaufen kann. Von daher sind auch Schulden in einer Deflation gar nicht schlimm, bzw. Schulden machen in einer Deflation, sofern man sich sicher ist, bzw. glaubt sicher zu sein, weiterhin ein geregeltes Einkommen zu haben. In der Deflation kann man über Schulden nämlich günstig die Dinge kaufen die während der Inflationären Phase dann deutlich im Wert steigen, um sie dann wieder los zu werden.

 

Jemand der nichts hat, dem kann man auch nichts nehmen, derjenige der was hat kann auch was verlieren. Im übrigen müssten die meisten hier dann ja auch sämmliche Aktien oder Fondanteile verkaufen.

 

Ich glaube Deflation ist gut um zu investieren, auch über Kredit, um in der danach folgenden Phase dann richtig davon zu profitieren.

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ipl

Um es gemäßigt zu formulieren: von dem Vorschlag würde ich Abstand nehmen.

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odenter
· bearbeitet von odenter
Um es gemäßigt zu formulieren: von dem Vorschlag würde ich Abstand nehmen.

Du bist ja auch nicht ich. :)

Ich glaube halt nicht an den Weltuntergang weil einige Preise fallen, Problematisch wirds nur wenn massenweise die Leute arbeitslos werden.

Ansonsten haben wir Deflation in der EDV-Branche seit Jahren, hat auch nicht geschadet, sondern dafür gesorgt das praktisch jeder son Teil bei sich zuhause hat.

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Casablanca
· bearbeitet von Casablanca

Inflation punctures deflation fears (Published: November 2 2008)

 

...."Monetarist analysis suggests there is cause to worry. The collapse in banks willingness to lend and the increase in hoarding of cash might overwhelm central banks efforts to pump out liquidity putting downward pressure on prices.

 

However, most experts now rely on a framework that says future inflation is the product of current inflation, inflation expectations, shocks and the output gap (the gap between supply and demand). These models suggest the risk of deflation in the US, UK and eurozone is low, while Japan remains a special case."

 

 

http://www.ft.com/cms/s/0/d9ac5738-a8fd-11...?nclick_check=1

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Lebreton

Das schlimste ist wohl, dass die Evolution der Rasse Mensch zur Zeit stark "deflatiert" / "deevolutioniert"..

Also gut für den super Kapitalismus ..

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Valeron
Das schlimste ist wohl, dass die Evolution der Rasse Mensch zur Zeit stark "deflatiert" / "deevolutioniert"..

Also gut für den super Kapitalismus ..

Was hat das bitte mit unserem Thema zu tun? Deflation ist hier im Volkswirtschaftlichen Sinne gemeint... Kritik am Fernsehen/unserem Bildungssystem/den schlechter werdenden Gymnasien kannst du anderswo platzieren.

 

Und das gegenteil von Evolution ist immernoch Devolution mit einem E.

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ipl
Du bist ja auch nicht ich. :)

Stimmt... Schick mir ne PM, wenn du in ner Deflation dabei bist Schulden aufzunehmen, ich leih dir dann gern was. Bin auch voraussichtlich mit nur 2-3% zufrieden. Wenn du meinst, dass es dir was bringt, wäre es wohl eine Win-Win Situation. :lol:

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Casablanca
· bearbeitet von Casablanca
Stimmt... Schick mir ne PM, wenn du in ner Deflation dabei bist Schulden aufzunehmen, ich leih dir dann gern was. Bin auch voraussichtlich mit nur 2-3% zufrieden. Wenn du meinst, dass es dir was bringt, wäre es wohl eine Win-Win Situation. :lol:

 

 

Wir stecken also weiterhin bei dem Thema Schulden in der Deflation. Wuerde bitte jemand erklaeren, zu welchem Zeitpunkt Schulden abbezahlt werden sollen, zu welchem Zeitpunkt wir schuldenfrei sein sollten und zu welchem Zeitpunkt wir wieder darueber nachdenken koennen Schulden zu machen. Alles natuerlich in Bezug auf Deflation. (und koennen wir uns bitte auf Fakten konzentrieren und die "persoenlichen Konflikte" mit PM klaeren. Danke !)

 

Ich werde es mal versuchen ( und Ihr koennt mich dann ja korrigieren bzw. ergaenzen)

 

Schulden abbauen -> Andeutung einer Deflation. Der Grund ist der Wertverfall von physischen Guetern (Auto, Haus...).Zudem Gefahr den Job zu verlieren. "Schuldner werden benachteiligt, da ihre über Kredite finanzierten Sachgüter an Wert verlieren, aber sie nach wie vor den gleichen anfangs festgesetzten monetären Wert begleichen müssen. Hingegen profitieren Gläubiger von einer Deflation, da ihr Kapital nun zinsbereinigt einen höheren Wert hat als am Anfang der Periode."

 

Schuldenfrei -> in der Deflation selbst. Der Grund ist...

 

Schulden aufnehmen -> nach einer Deflation. Physiche Waren (aber z.B. auch Aktien) legen im Wert wieder zu -> Inflation bzw. Inflationäres Umfeld...Bei noch zu Zeiten vor der Inflation abgeschlossenen Verträgen verschiebt sich das wirtschaftliche Gleichgewicht. So wird generell der Schuldner besser gestellt, während sich die Position des Gläubigers verschlechtert. Das gilt zum Beispiel für Mieten, Unterhaltszahlungen, Renten- und Pensionsansprüche und Honorarforderungen aufgrund gesetzlich geregelter Honorarordnung wie bei Rechtsanwälten und Ärzten. So wurden die Immobilienbesitzer beispielsweise in der Deutschen Inflation 1914 bis 1923 faktisch vollständig entschuldet, während die Immobilien den Wert beibehielten.

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ipl

Du hast mich gebeten, einen ergänzenden Blick auf deinen Beitrag zu werfen, aber im Grunde hast du schon alles richtig gesagt.

 

Während einer Deflation sollte man netto (Cash - Schulden) möglichst im Plus sein, denn dann gewinnt diese Position an Wert (gemessen z.B. an Lebensmitteln). In einer Inflation sollte man netto möglichst im Minus sein, also Schulden aufnehmen und in Werte investieren, weil die Schulden in einer Inflation an Bedeutung verlieren (gemessen z.B. an Lebensmitteln).

 

Generell sollte man Schulden genau dann aufnehmen, wenn die Zinsen unter dem Inflationsniveau sind, wobei in der Deflation das Inflationsniveau schlicht negativ ist. Und man sollte Geld verleihen (z.B. übers Tagesgeldkonto), wenn die Zinsen über dem Inflationsniveau sind.

 

Es bringt also natürlich nichts, in der Inflation von 10% Kredite mit 13% Zinsen aufzunehmen. Aber 8% Zinsen könnten in so einem Umfeld ein Schnäppchen sein. Man kann die "normalen" Sachwerte (also nicht Aktien&Co.) genauso wie eben Aktien&Co. betrachten und das Inflationsniveau gibt ihre voraussichtliche Jahresperformance an. Ist die Performance negativ (Deflation), sollte man nicht in sie investieren und in Cash gehen, ist die Performance hoch (Inflation), dann lohnt sich sogar eine Spekulation auf Kredit, wenn die Zinsen niedriger als die Performance sind.

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odenter
· bearbeitet von odenter

Der Wertverfall von Investitionsgütern ist doch unerheblich solange ich diese Investitionsgüter nicht verkaufen muss, wenn ich verkaufen muss dann ist es klar das ich Minus mache, siehe aktuell Immobilien.

 

Was bringt mir denn mein Cash auf der Bank in einer Deflation? Es gibt vielleicht ein paar Prozent mehr für eine relativ sichere Geldanlage (Tages-/Festgeld), wobei das unlogisch ist, denn es gibt viele die Geldverleihen wollen, aber ja nur wenige die neue Kredite aufnehmen.

Wobei jetzt noch zu klären wäre ob wir unser Geld alle auf der Bank bunkern oder zuhause, das ist ja auch nochmal ein Unterschied.

Wenn ich in einer Deflation also Cash habe, meinen Job verliere weil alle anderen auch Ihr Geld bei der Bank bunkern, es nimmt ja niemand Kredite auf, dann ist mein Cash auf der Bank fix weg, nämlich dann wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere.

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H.B.

Nicht nur, dass die Bak of Singapore heute völlig unerwartet die Leitzinsen um 0.75% gesenkt hat, auch das "Kaptital" der FTD gibt wieder einmal Rauchzeichen:

Japans und Koreas Mittelstand

 

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind die stillen Helden in Asiens Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. In Japan beschäftigen sie 70, in Südkorea gar 80 Prozent der Arbeitnehmer. Gleichzeitig sind diese Firmen wichtige Kreditnehmer: 2007 machten sie in Japan 70 Prozent der Firmenkredite aus, in Südkorea fast 90 Prozent; ihr Verschuldungsgrad liegt bei 129 Prozent. Dank dieser Kreditabhängigkeit könnten KMU zum nächsten Krisenherd in Asien werden.

 

In beiden Ländern sind stark gefährdete Sektoren wie die Baubranche und die Elektronikbranche von KMU geprägt. Diese Bereiche leiden unter der schwächelnden Nachfrage im In- und Ausland. Man denke nur an die Insolvenzen im japanischen Immobiliensektor. Alle Regierungen Asiens, auch die chinesische, sind sich schmerzhaft bewusst, wie wichtig es ist, kleinere Firmen am Leben zu halten. Tokio stellt mehr Geld zur Verfügung, und Seoul hat vergangenen Monat die Obergrenze für Förderkredite angehoben und knapp 4 Mrd. $ zur Unterstützung der Baubranche bereitgestellt.

 

Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. 2007 haben südkoreanische KMU jeden Monat 4 Mrd. $ an Krediten aufgenommen. Doch da die Banken Kredite rationieren und Expansionspläne auf Eis gelegt werden, ist die monatliche Kapitalspritze um zwei Drittel geschrumpft. Finanzierungsprobleme der südkoreanischen Banken deuten darauf hin, dass die Kreditlinien weiter gekürzt werden. Beispiel Japan: Die Bereitschaft der Banken, KMU Geld zu leihen, ist so gering wie seit acht Jahren nicht mehr. Aus dem jüngsten Tankan-Konjunkturbericht geht hervor, dass mehr Kleinunternehmen von schwierigen als von lockeren Kreditbedingungen berichten.

 

Tokio und Seoul wissen, was auf dem Spiel steht. Ein schwächelnder KMU-Sektor bedeutet Stellenstreichungen und Insolvenzen und folglich mehr faule Kredite bei den Banken. Letzte Hoffnung für den Sektor ist eine stärkere Unterstützung durch den Staat.

(FTD von heute)

 

Einen Kommentar spare ich mir vor dem Hintergrund der vorherigen Beiträge hier.

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Carlos

Gibt es überhaupt noch Zweifler an der derzeitigen Notwendigkeit einer Unterstützung seitens der staatlichen Behörden, Ideologie hin oder her? Das ist ja fast so wie wenn plötzlich bösgemeinte Aliens aus einer fernen Galaxie unsere Erde gestürmt hätten...

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