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epsilon
· bearbeitet von epsilon

Interessante Diskussion, danke für Eure Einschätzungen ...

 

Habe mich in diversen (angelsächsischen) Blogs nochmal zum Thema "Kausalzusammenhang Deflation -> Inflation" umgesehen und bin dabei immer wieder auf folgende Überlegung gestoßen, ganz grob wiedergegeben:

 

1. Die jetzige (deflationäre) Phase spült dem Staat quasi wie von selbst die Mittel in die Hand die dieser wiederum für all die diversen Rettungspakete ausgeben kann (seine Staatsanleihen werden ihm trotz niedrigster Zinsen aus der Hand gerissen, da diese momentan der einzige wirklich sichere Hafen sind. So weit so gut: eigentlich eine Ideale Situation. Diejenigen, die aus Angst ihr Geld im Moment sowieso nicht ausgeben wollen, geben es freiwillig dem Staat, der es dann gezielt dort einsetzen kann, wo es zur Rettung von Firmen/Arbeitsplätzen und/oder Marktstimulation gebraucht wird.

 

2. Aber: was passiert, wenn der Staat plötzlich seine Anleihen nicht mehr loswerden kann, z.B. dann wenn er schon den größten Teil des vorhandenen (sicherheitssuchenden) Geldes eingesammelt hat ?

Dan bricht die Nachfrage nach Staatsanleihen plötzlich ein und der Staat muss das Geld wieder mit steigenden Zinsen anlocken und/oder die Notenpresse anwerfen und damit sehr schnell eine Inflationsspirale in Gang setzen ... oder, viel eleganter, sich per Währungsreform zu entschulden ...

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Torman
2. Aber: was passiert, wenn der Staat plötzlich seine Anleihen nicht mehr loswerden kann, z.B. dann wenn er schon den größten Teil des vorhandenen (sicherheitssuchenden) Geldes eingesammelt hat ?

Dan bricht die Nachfrage nach Staatsanleihen plötzlich ein und der Staat muss das Geld wieder mit steigenden Zinsen anlocken und/oder die Notenpresse anwerfen und damit sehr schnell eine Inflationsspirale in Gang setzen ... oder, viel eleganter, sich per Währungsreform zu entschulden ...

Das passiert nur, wenn der Staat extrem stark verschuldet ist oder wenn er in Fremdwährung verschuldet ist. Ab wann eine Verschuldung kritisch ist, ist schwer zu sagen. Die Japaner haben es schon ziemlich weit gebracht, ohne dass es Probleme gab. Bis die USA oder Deutschland erstmal bei japanischen Verhältnissen sind, wird es wohl noch länger dauern. In seiner eigenen Währung ist ein großer Staat der beste Schuldner, deshalb ist die kritische Grenze hier sehr weit oben. Anders sieht es bei Fremdwährungsschulden aus. Das sieht man ja bei diversen Emerging Markets. Da kommt die Pleite/Währungsreform schneller.

 

Im Übrigen kann der Staat heute durch die weitgehend unabhängigen Notenbanken nicht mehr so einfach die Notenpresse anwerfen.

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Stephan09

nette Rede Bernanke's aus 2002:

However, the Fed does have broad powers to lend to the private sector indirectly via banks, through the discount window

 

Second policy option, complementary to operating in the markets for Treasury and agency debt, would be for the Fed to offer fixed-term loans to banks at low or zero interest, with a wide range of private assets (including, among others, corporate bonds, commercial paper, bank loans, and mortgages) deemed eligible as collateral.

 

Die beiden hatte man ja bereits...

 

The Fed can inject money into the economy in still other ways. For example, the Fed has the authority to buy foreign government debt, as well as domestic government debt. Potentially, this class of assets offers huge scope for Fed operations, as the quantity of foreign assets eligible for purchase by the Fed is several times the stock of U.S. government debt.

 

meine Schulden, deine Schulden, keine Schulden? :wacko:

 

Although a policy of intervening to affect the exchange value of the dollar is nowhere on the horizon today, it's worth noting that there have been times when exchange rate policy has been an effective weapon against deflation. A striking example from U.S. history is Franklin Roosevelt's 40 percent devaluation of the dollar against gold in 1933-34, enforced by a program of gold purchases and domestic money creation. The devaluation and the rapid increase in money supply it permitted ended the U.S. deflation remarkably quickly. Indeed, consumer price inflation in the United States, year on year, went from -10.3 percent in 1932 to -5.1 percent in 1933 to 3.4 percent in 1934.17 The economy grew strongly, and by the way, 1934 was one of the best years of the century for the stock market. If nothing else, the episode illustrates that monetary actions can have powerful effects on the economy, even when the nominal interest rate is at or near zero, as was the case at the time of Roosevelt's devaluation.

 

http://www.federalreserve.gov/BOARDDOCS/SP...121/default.htm

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zocker
nette Rede Bernanke's aus 2002:

Die beiden hatte man ja bereits...

meine Schulden, deine Schulden, keine Schulden?

 

 

 

.....unser Möchtegern-Roosevelt Mr.Obalama. will ja auch den Staat ins Gefecht führen um mit Milliarden alles platt zu walzen; und in 8 Jahren werden wir darüber genauso lästern wie über Hr.Greenspan, der mit seinen Dollars die jetztige Krise verursachte, aber jetzt liegen alle vor dem Mr.O auf dem Boden und bejubeln ihn :lol:

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epsilon
· bearbeitet von epsilon

Heute in der FTD ein

Kommentar zum Thema "von der Deflation direkt in die Inflation"

 

Wenn (!) all dies die Weltwirtschaft nur ansatzweise an ihr "Potenzialwachstum" zurückführte, würde die Inflation schneller wieder aufflammen, als die Anleger gucken können. Aber darauf läuft es ohnehin hinaus: dass die USA vor lauter Deflationsangst Straßen, Brücken und Schulen mit frischem Zentralbankgeld bauen lassen. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis uns Dollar, Pfund, Staatsanleihen und Aktien gleichzeitig um die Ohren fliegen.

 

wobei, das mit den Aktien habe ich nicht verstanden: die müssten doch als "Sachwerte" mit der Inflation mitziehen ....

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Orwell
Im Übrigen kann der Staat heute durch die weitgehend unabhängigen Notenbanken nicht mehr so einfach die Notenpresse anwerfen.

 

Leichter denn je. In den USA bekommt der Finanzminister jeden Geldbetrag zur Verfügung gestellt, den sein Ministerium bei der Zentralbank beantragt.

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Stichling
wobei, das mit den Aktien habe ich nicht verstanden: die müssten doch als "Sachwerte" mit der Inflation mitziehen ....

 

Im Prinzip schon. Es hängt aber auch davon ob, ob die Einkommen ebenfalls steigen. Tun sie das nicht oder nicht in gleichem Maße, dann könnnen sich die Konsumenten weniger leisten und die Gewinne der Unternehmen sinken.

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Torman
· bearbeitet von Torman
Leichter denn je. In den USA bekommt der Finanzminister jeden Geldbetrag zur Verfügung gestellt, den sein Ministerium bei der Zentralbank beantragt.

Aber auch nur in der aktuellen Lage, weil es mit den Zielen der Notenbank übereinstimmt. Sie konzentriert sich zur Zeit auf das Deflationsrisiko. Sie ist sogar froh, dass der Staat diesen Weg geht, da das Zinspulver schon verschossen ist. Sowas nennt man quantitative easing. Dies wird sich aber schnell wieder ändern, wenn die Wirtschaft anzieht. Dann geht es mit den Zinsen hoch und der Staat muss wieder am Markt Mittel aufnehmen.

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epsilon
Im Prinzip schon. Es hängt aber auch davon ob, ob die Einkommen ebenfalls steigen. Tun sie das nicht oder nicht in gleichem Maße, dann könnnen sich die Konsumenten weniger leisten und die Gewinne der Unternehmen sinken.

 

Hat eigentlich jemand Links zu Langfristcharts, welche die Entwicklung der Aktienkurse im Vergleich mit den Verbraucherpreisen/CPI während vergangener großer Inflationsphasen zeigen ?

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Orwell
Aber auch nur in der aktuellen Lage, weil es mit den Zielen der Notenbank übereinstimmt. Sie konzentriert sich zur Zeit auf das Deflationsrisiko. Sie ist sogar froh, dass der Staat diesen Weg geht, da das Zinspulver schon verschossen ist. Sowas nennt man quantitative easing. Dies wird sich aber schnell wieder ändern, wenn die Wirtschaft anzieht. Dann geht es mit den Zinsen hoch und der Staat muss wieder am Markt Mittel aufnehmen.

 

Ok, im Moment geht es um Deflationsbekämpfung. Aber Inflation ist der US-Zentralbank relativ egal. Inflation betrachtet sie nicht wie Deflation als monetäres Problem, sondern sie definiert sie als Preissteigerungsrate, im Rahmen der so genannten core inflation (Core PCE). In dieser Berechnungsmethode werden Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt. Absolut lächerlich.

 

Als Lender of Last Resort steht die Zentralbank der U. S. Treasury letztendlich immer zur Verfügung. Auch wenn über Steuererhöhungen und Mittelaufnahmen am Markt andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen (begrenzt natürlich).

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zocker
Das passiert nur....

 

Im Übrigen kann der Staat heute durch die weitgehend unabhängigen Notenbanken nicht mehr so einfach die Notenpresse anwerfen.

 

 

 

nichts anderes tut Frau Merkel sie druckt Geld ohne Ende, das unsere Kinder und Enkel zurückzahlen müssen

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Akaman
nichts anderes tut Frau Merkel sie druckt Geld ohne Ende, das unsere Kinder und Enkel zurückzahlen müssen

Wie bitte? Frau Merkel druckt Geld? :lol:

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maush
Wie bitte? Frau Merkel druckt Geld? :lol:

ich verstehe vorallem nicht, warum unsere Kinder etwas zurückzahlen sollen was Frau Merkel so einfach drucken kann :-

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Edgar
· bearbeitet von Edgar
nichts anderes tut Frau Merkel sie druckt Geld ohne Ende, das unsere Kinder und Enkel zurückzahlen müssen

 

Meine Kinder nicht ich habe keine :P

 

ist doch schön Geld zu drucken wünschte ich könnte es auch mal :D

 

Vielleicht kauf ich mir ne Druckmaschine

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zocker
Wie bitte? Frau Merkel druckt Geld? :lol:

 

....man kann natürlich - unter Verbergung der tatsächlichen Sachverhalte - die Kausalkette - nationale Regierungen entsenden Beamte in die EZB, die dort das tun wofür sie von ihren Regierungen dorthingeschickt worden sind, weglassen und sagen - die EZB druckt Geld, aber wer glaubt denn schon, daß die ihren Entsendern- also Frau Merkel&Co - nicht auf Wort gehorchen?

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Boersifant

Die EZB druckt kein Geld und schon gar nicht das Geld des Konjunkturpakets.

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Valeron

Eine kleine Abhandlung über die Folgen und Auswirkungen einer Deflation.

 

http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_323640

An den Märkten geht ein neues Gespenst um. Nach dem Inflations- treibt nun der Deflationsgeist sein Unwesen. Doch warum ist eine Deflation eigentlich so gefährlich für die Wirtschaft?

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epsilon
Die EZB druckt kein Geld und schon gar nicht das Geld des Konjunkturpakets.

 

Noch nicht. Die große Frage ist nur, wie lange sie noch vorhandenes Geld einsammeln (=Anleihen verkaufen) können ...

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Elvis77
· bearbeitet von Elvis77

Es wird zwar wohl schon überlegt ob die EZB ähnlich wie die FED die Druckerpresse anschmeißen soll, aber soweit sind wir noch nicht. Das gehört bisher noch zur Reservemunition.

 

Ein wahrscheinliches Szenario, ist ähnlich einem Tsunami. Ich hatte da vorher nur in Büchern mal drüber gelesen. Erst verfallen alle Assets, also Deflationsgefahr und aufgrund der Reaktion darauf folgt dann eine Phase hoher Inflation. Und die kann nicht bekämpft werden, weil man im Gefangenendilemma sitzt und die Zinsen nicht anheben kann ohne der Wirtschaft den Rest zu geben.

 

Diese Krise hat drei Faktoren, die es sonst nur immer einzeln gab, aber ich glaube noch nie zusammen. Diesmal hängen sie allerdings auch alle miteinander zusammen.

1. Eine kaum gesehene Vollbremsung inkl. gleich einlegens des Rückwärtsganges der Konjunktur. Das Tempo ist unbeschreiblich.

 

2. Eine drastische Immobilienkrise. Die wird sich überall abspielen, wenn auch mit leichten Unterschieden in den Segmenten Wohnen, Gewerbe, Büro. Dabei hängt es nicht davon ab ob ein Immobilienmarkt vorher überhitzt war, wie in GB, Spanien oder den USA, sondern es ist ein weltweites, extrem scharfes auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage. Es werden in einen Markt ohne Käufer Fire-Sales reingeworfen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. In Märkten wie Deutschland in denen wir erst im 2-3 Jahr der Immobilienerholungen standen geht das realtiv gesehen schneller vorbei. Kurzfristig wirds hier insbesondere auf den Büromärkten aber sehr deutliche Abwertungen geben.

Die Mietrenditen steigen jetzt schon kurzfristig extrem schnell an. Nur bei 1A Gewerbeimmobilien existiert in Europa noch halbwegs Umsatzvolumen. Insbesondere weil hier die Mietverträge auch extrem lang sind und an die Inflation gekoppelt.

Auch können die Einzelhändler nicht so leicht in günstigere Lagen ausweichen, weil die Lage beim Einzelhandel direkt mit dem Umsatz verknüpft ist, im Gegensatz zu Büroflächen. Aber das gilt wirklich nur für gute Lagen.

 

Bei Immobilien wird wohl das sicherste Szenario für Krisengewinnler liegen die noch Geld haben um von dem Zeitfenster verfallener Preise, das sich öffnen wird zu profitieren.

Sie haben bei Inflation und Deflation ganz gute Karten in ein paar Jahren als Gewinner da zu stehen. Bei Defaltion haben sie die gute AUssicht, das der Preisverfall am Immomarkt stärker ist als die drohende Deflation. Sollte es später dann wie bei dem Tsunami zur Inflation kommen, hätten sie endgültig gewonnen.

 

3. Die Bankenkrise. Dazu muss man sicher nichts mehr sagen. Als nächstes platzt die Kreditkartenblase und die Verbriefung von Hypotheken wird mit dem Preisverfall der Immobilien noch in eine deutlich schärfere Runde gehen.

 

Insbesondere Rezessionen die von Imobilienkrisen ODER Finanzmarktkrisen begleitet werden, sind extrem hartnäckig.

Jetzt haben wir beides zusammen.

 

Wohin das führt? Da bin ich genauso schlau wie der Rest der Welt. Die Tsunamientwicklung klingt dabei noch am plausibelsten für mich. Das gilt insbesondere, wenn letztlich die EZB doch anfangen sollte Geld zu drucken.

Außer über Inflation wüsste ich nicht wie Staaten und Banken diese Schuldenwelle bewältigen wollten.

Bei Deflation implodiert das ganze schlicht, weil die Schulden dann erst recht von Minute zu Minute drückender werden. Und das obwohl die Einkommensbasis von Staat und Unternehmen durch die Deflation ebenfalls vergiftet wird.

 

Egal was passiert, ich glaube ich werde bei beidem als Verlierer hervor gehen. Aber wenigstens bin ich noch halbwegs so positioniert das bei beidem noch irgendwas nennenswertes übrig bleiben sollte.

 

Aber hätte ich die Wahl... ich würde die Inflation lieber haben.

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Sapine
Aber hätte ich die Wahl... ich würde die Inflation lieber haben.

Na Du machst mir ja Spass ;)

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H.B.
· bearbeitet von ficoach
1. Eine kaum gesehene Vollbremsung inkl. gleich einlegens des Rückwärtsganges der Konjunktur. Das Tempo ist unbeschreiblich.

 

2. Eine drastische Immobilienkrise. Die wird sich überall abspielen, wenn auch mit leichten Unterschieden in den Segmenten Wohnen, Gewerbe, Büro.

 

3. Die Bankenkrise.

 

Das haben wir allerdings bereits seit 15 Monaten. Muss für ein "richtiges" Deflations-" oder besser noch "Depressionsszenario" nicht noch etwas hinzu kommen?

 

Ich glaube, die Anschläge in Bombay bilden eine Kopiervorlage für ähnliche Aktionen insbesondere aus dem NeoNationalsozialistischem Sumpf in den USA.

Dann hätten wir weltweit eine ähnliche Lage wie in den 30er Jahren in Europa mit einem ähnlich ungewissen Ausgang.

Und dass macht mir wirklich Angst.

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Elvis77
Deflation, die heimliche Gefahr

(Von Jochen Steffens )

 

http://www.boerse-online.de/aktien/komment...ahr/505097.html

 

Finde ich gut beschrieben den Artikel.

Nur in einer Kleinigkeit bin ich etwas anderer Meinung als die meisten.

Ich glaube nicht das nun explizit die Hausbesitzer für das abwürgen des Konsums stehen werden.

Ihre Rechnung ist sehr einfach. Ihre Häuser werden zunehmend bald weniger wert sein, als ihre Schulden.

Nun wurden die Hypotheken in den USA aber ganz anders als im Rest der Welt finanziert. Normalerweise steht man für die Schulden auch mit sir seinem Gesamteinkommen und Vermögen grade. In den USA war das nicht der Fall. Hier war das Haus die einzige Sicherheit für die Bank. Und da sie ihre Hypotheken ja ohnehin verkauft hat, ist das ja auch egal gewesen.

Der überschuldete Hausbesitzer wird also etwas ungemein logisches tun, wenn die Schulden den Immobilienwert übersteigen. Er gibt einfach den Schlüssel bei der Bank ab und geht seiner Wege.

Das machts nicht wirklich besser, aber sollte auch mal bedacht werden. Insbesondere aber auch was das noch für die Kreditausfälle bedeuten wird.

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Delphin
· bearbeitet von Delphin

Elvis, es ist ein Freude, wieder mehr von dir zu lesen! :thumbsup:

 

Der überschuldete Hausbesitzer wird also etwas ungemein logisches tun, wenn die Schulden den Immobilienwert übersteigen. Er gibt einfach den Schlüssel bei der Bank ab und geht seiner Wege.

Und im Grunde ist er da dann viel komfortabler dran, als jemand, dem in Deutschland dasselbe passieren würde - dass hier die Bank (oder wenn's weitergereicht wird) andere Investoren das Risiko tragen, finde ich gar nicht schlecht. Schwierig ist es natürlich dadurch, dass sich einige Investoeren ganz offenbar des Risikos gar nicht bewusst waren - das ist eine klassische Fehlspekulation (inkl. dem üblichen Versagen der Rating-Agenturen usw.).

 

Das machts nicht wirklich besser, aber sollte auch mal bedacht werden. Insbesondere aber auch was das noch für die Kreditausfälle bedeuten wird.

Wäre also die Frage, mit welchen Ausfallraten die entsprechenden Papiere derzeit bepreist sind. Ich dachte der Markt für diese Verbriefungen wäre eh so gut wie tot, d.h. kein Preis, und in den Bilnazen ggf. eine 0. Wo findet man Informationen zu diesen Papieren, mit denen das ganze Drama ja angefangen hat? Hat Paulsen da jetzt schon viele davon aufgekauft? Ich als Laie, stocherer da leider immer noch im Nebel...

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Elvis77
· bearbeitet von Elvis77
Und im Grunde ist er da dann viel komfortabler dran, als jemand, dem in Deutschland dasselbe passieren würde

 

Eben. Deswegen ist die Darstellung in den Medien, das die amerikanischen Häuslekäufer so dämlich waren grundlegend falsch.

Sie konnten nur gewinnen. Entweder der Wert steigt, dann machen sie ein Bombengeschäft oder er fällt, dann geben sie halt den Schlüssel ab.

Eigenkapital das verloren gehen könnte, brauchte man ja seit etlichen Jahren ohnehin nicht mehr zum Erwerb.

 

Die Banken waren viel blöder als ihre Kunden. Erst machen sie so einen Unsinn und dann kaufen sie derartige Papiere von anderen Banken die so einen Unsinn gemacht haben.

Allerdings war eine Perversion auch weit verbreitet, die den Derivateturmbau zu Babel in die Höhe trieb.

Man vergibt lausige Kredite, verbrieft und verkauft sie und wettet als letzte Stufe dann auf deren Ausfall. Das motivierte wirklich kräftig die denkbar lausigsten Kredite der Geschichte zu vergeben.

Das Problem das sich jetzt ergibt, ist das diese fiesen, aber cleveren Bänker das Spiel nicht zu Ende gedacht haben.

Nämlich das bei einer Implosion der Kreditblase ihr Gegenpart, mit dem sie auf den Ausfall gewettet haben, logischerweise kaum zahlungsfähig sein wird. Alleine die Auswahl der Wettpartner gebietet diese Logik. Da wurde mit Hedgefonds gewettet deren Gesamtvolumen für den Deal sogar zu klein gewesen wäre. Geschweige den ihre Eigenkapitalbasis.

 

Aufgrund dieser und ähnlicher Derivate tauchen auch immer neue Leichen auf. Die Banken schauten anfangs nur, gegen welche Risiken sie sich abgesichert haben. Das aber jetzt rund um den Globus sie sich mit ihren Wettscheinen den Hintern abwischen können, selbst wenn sie gewonnen haben, das hatten sie scheinbar nicht im Kalkül.

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