Elvis77 Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Elvis77 Vielleicht findest du ja ein Unternehmen in den USA mit sagen wir mal > 20.000 Mitarbeitern, dem es besser geht als vor einem Jahr.Man kann sich alles schönreden und auf bessere Zeiten hoffen. Aber ein bisschen Realismus sollte es schon sein. Genau. Den ich rede ja die ganze Zeit davon das wir in einer Situation leben, wo Milch und Honig fließt und alles bestens läuft. Da sollte ich ja solche Beispiele schließlich parat haben. Richtig. Verzeih bitte noch einmal. Auf Wolke 7 schwebend habe ich wohl den Überblick verloren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
DrFaustus Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von DrFaustus Genau. Den ich rede ja die ganze Zeit davon das wir in einer Situation leben, wo Milch und Honig fließt und alles bestens läuft. Da sollte ich ja solche Beispiele schließlich parat haben. Richtig. Ja, Milch und Honig gibts bei mir im Supermarkt noch zu kaufen. Du nennst Vorraussetzungen für eine Depression: Zum beispiel: Wenn z.B. Staaten an den Rande der Handlungsunfähigkleit gelangen Ich bringe darauf das Argument: 0% Zinsen. Geld drucken ohne Ende: Keine Besserung (auf die staaten Island, Ungarn, Ukraine, Equador bin ich gar nicht eingegangen...) Das zählt aber deiner Ansicht nach nicht. Warum auch immer... Dann: -Wirtschaftsakteure kein System mehr vorfinden, das ihnen erlaubt ihre Planungen umzusetzen -Kreditklemme Die gibt es deiner Ansicht nicht. Ok woher du dieses Wissen nimmst weiß ich nicht. Ich kann von meiner täglich Erfahrung sagen: Kommunen haben schon Schwierigkeiten an Geld zu kommen. Von Unternehmen ganz zu schweigen. Immobilien > 1 Mio will zur Zeit keine (keine Großbuchstaben ich lerne dazu) Bank finanzieren. Wenn das keine Kreditklemme ist und die Planung von Unternehmen verhindert dann sorry weiß ich nicht was du unter einer Kreditklemme verstehst! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Elvis77 Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Elvis77 Ja, ich bin durchaus gewillt Staaten mit der globalen wirtschaftlichen Bedeutung von mittelgroßen Städten zu ignorieren. Genauso wie ich auch die Hyperinflation in Simbabwe ignoriere. Auf dem Immobilienmarkt sehe ich das sich die Risikoprämien bei Prolongation von Kreditlinien um 50-200 Basispunkte verteuert haben. Ich sehe nicht, das sie nicht realisierbar waren ab Eigenkapital größer 20-30%. In der Tat sehe ich das vernünftigerweise ein Loan to Value von 95% nicht mehr finanzierbar ist und auch nicht mehr finanziert wird. Und ich sehe das die Kreditnachfrage im Immobiliensektor ebenfalls rapide gesunken ist, da jetzt vorrangig die Eigenkapitalbasis gestärkt werden soll und wer die Immobilienmärkte verfolgt sieht auch das kaum ein Player jetzt schon offensiv kaufen möchte, außer die Opportunityfunds und die eigenkapitalstarken Investoren. Weiterhin sehe ich das das Kreditmengenwachstum nach wie vor positiv ist. Allerdings nicht so positiv wie sie sein müsste, da die Anleihenfinanzierung aktuell nicht funktioniert und diese Volumen eigentlich jetzt über den Kreditmarkt laufen müssen. Dennoch halte ich es für beachtlich, da man bei einem versagen der Kreditmärkte ja konsequenterweise davon ausgehen sollte, das das Volumen der vergebenen Kredite völlig in sich zusammen fällt. Auch erkenne ich an, das der Mittelstand gegenüber den ganz kleinen und den ganz großen Unternehmen es am schwersten hat vernünftige Konditionen zu bekommen. Und ich erkenne ebenso, das darauf reagiert wird. In England zum Beispiel mit staatlichem Druck auf die Banken und in Deutschland vermutlich eher durch Einspringen z.B. der KfW als Brücke. Und ich weis das dies aber nicht innerhalb von Tagen geregelt werden kann. Für den Monat November las ich, das rund 9% aller befragten Unternehmen in Deutschland die restriktive Kreditvergabe der Banken spüren. Der größte Teil davon spürt das an den ungünstigen Zinskonditionen. Der geringere Teil das ihnen ein Kredit grundsätzlich verwehrt wird. Das die Leitzinsen gen 0 rauschen ist ein Zugeständnis an die Banken und die Wirtschaft gleichermaßen. Die Banken werden von einer größeren Marge profitieren und die höheren Risikoprämien wirken auf die Wirtschaft bei derartig geringen Leitzinsen nicht gleich so toxisch. Das keine Besserung in Sicht ist, verwundert mich doch auch gar nicht. Wir sind in einer schweren Rezession. Was soll sich den da jetzt bessern? Es geht darum, das es weniger schlecht verläuft. Und die Kreditmärkte bessern sich seit ihrem Tiefpunkt. Aber eben nur sehr langsam. Es ist meine tiefe Überzeugung das man einfach nicht erwarten kann, das bei einem derartig dynamischen Verlauf von einem Tag auf dem anderen sich irgendwelche signifikanten Besserungen einstellen können. Aber genauso ist es meine Überzeugung, das man deswegen diese negative Dynamik, von der erst seit Oktober auch wirklich jeder richtig begriffen hat, das es sie gibt, nicht einfach schon 2,5 Monate später unbegrenzt in eine haarsträubende Depression fortschreiben kann. Ich lehne einfach dieses schwarz/weis ab. Ich hab mir hier noch im Börsenjubel meine schallenden Ohrfeigen abgeholt, weil aus meiner Sicht die USA unumgänglich in eine schwere Rezession taumeln würden (auch wenn ich mir von Europa da besseres erhofft hatte) und lasse mich jetzt auch nicht verunsichern, wenn die Depressionsflagge gehießt wird, noch bevor man wirklich sehen kann das es eine systematische Sackgasse gibt. Noch keine einzige Gegenmaßnahme hatte die Zeit um auch nur annährend ihre Wirksamkeit zu zeigen. Da kann man noch nicht das Ende vorweg nehmen, einer Geschichte die noch nicht geschrieben ist. Und ich habe auch die ganzen Berichte über "Zeltstädte" etc. in den Fernsehmagazinen gesehen. Und ja es ist schlimm. Eine Depression ist nicht ausgeschlossen, aber eben noch lange nicht beschlossen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
DrFaustus Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von DrFaustus Ja, ich bin durchaus gewillt Staaten mit der globalen wirtschaftlichen Bedeutung von mittelgroßen Städten zu ignorieren.Genauso wie ich auch die Hyperinflation in Simbabwe ignoriere. Auf dem Immobilienmarkt sehe ich das sich die Risikoprämien bei Prolongation von Kreditlinien um 50-200 Basispunkte verteuert haben. Ich sehe nicht, das sie nicht realisierbar waren ab Eigenkapital größer 20-30%. Ich sehe eine große Landesbank die auf eine bestehende Kreditlinie einen Liquiditätsspread von 300 bis 400 Basispunkten verlangt. Wohl gemerkt zusätzlich zur Kreditmarge! Von daher erscheinen mir die Zahlen als nicht ganz korrekt. Woher hast du die? Bereits zugesagte Projekte wurden (nicht von dieser Landesbank sondern einer der größten Hypothekenbanken) einfach gestrichen. Glaub mir am EK hats nicht gelegen. Es ging dort um mittlere 2stellige Millionenbeträge! Weiterhin sehe ich das das Kreditmengenwachstum nach wie vor positiv ist. Allerdings nicht so positiv wie sie sein müsste, da die Anleihenfinanzierung aktuell nicht funktioniert und diese Volumen eigentlich jetzt über den Kreditmarkt laufen müssen.Dennoch halte ich es für beachtlich, da man bei einem versagen der Kreditmärkte ja konsequenterweise davon ausgehen sollte, das das Volumen der vergebenen Kredite völlig in sich zusammen fällt. Auch erkenne ich an, das der Mittelstand gegenüber den ganz kleinen und den ganz großen Unternehmen es am schwersten hat vernünftige Konditionen zu bekommen. Und ich erkenne ebenso, das darauf reagiert wird. In England zum Beispiel mit staatlichem Druck auf die Banken und in Deutschland vermutlich eher durch Einspringen z.B. der KfW als Brücke. Quelle? Für den Monat November las ich, das rund 9% aller befragten Unternehmen in Deutschland die restriktive Kreditvergabe der Banken spüren. Der größte Teil davon spürt das an den ungünstigen Zinskonditionen. Der geringere Teil das ihnen ein Kredit grundsätzlich verwehrt wird. Wieviele Unternehmen haben denn in den letzten 2-3 Monaten bei ihrer Bank wegen einer Neufinanzierung angefragt? Ich vermute mal mehr als 10-15% dürften es bei der derzeitigen Auftragslage wohl kaum sein. Von daher relativiert sich die 9% ganz schnell. Das die Leitzinsen gen 0 rauschen ist ein Zugeständnis an die Banken und die Wirtschaft gleichermaßen. Die Banken werden von einer größeren Marge profitieren und die höheren Risikoprämien wirken auf die Wirtschaft bei derartig geringen Leitzinsen nicht gleich so toxisch. Die Risikoprämien werden noch steigen. Im Moment zahlt BMW gut 5% gegenüber Bund bei der begebenen Anleihe. Das keine Besserung in Sicht ist, verwundert mich doch auch gar nicht. Wir sind in einer schweren Rezession. Was soll sich den da jetzt bessern? Es geht darum, das es weniger schlecht verläuft.Und die Kreditmärkte bessern sich seit ihrem Tiefpunkt. Aber eben nur sehr langsam. Quelle? Ich lehne einfach dieses schwarz/weis ab. Ich hab mir hier noch im Börsenjubel meine schallenden Ohrfeigen abgeholt, weil aus meiner Sicht die USA unumgänglich in eine schwere Rezession taumeln würden (auch wenn ich mir von Europa da besseres erhofft hatte) und lasse mich jetzt auch nicht verunsichern, wenn die Depressionsflagge gehießt wird, noch bevor man wirklich sehen kann das es eine systematische Sackgasse gibt. Noch keine einzige Gegenmaßnahme hatte die Zeit um auch nur annährend ihre Wirksamkeit zu zeigen. Da kann man noch nicht das Ende vorweg nehmen, einer Geschichte die noch nicht geschrieben ist. Tut mir Leid, ich sehe diese Sackgasse. Die Fed ist mit ihrem Latein am Ende. Es werden Löcher gestopft, aber für jedes Loch kommen 2 neue hinzu. Jetzt wird versucht das Ganze über Megakonjunkturprogramme abzufedern. Was meiner Meinung nach nicht weiter zur Folge haben wird als eine wachsende Staatsverschuldung mit steigenden Zinsen am langen Ende. Ich weigere mich auch gegen schwarz/weis. Aber im Moment sehe ich einfach kein weis. Vielleicht kannst du mir ja Quellen nennen dies mir zeigen. Aus meiner täglichen Erfahrung wird das Ganze von Tag zu Tag düsterer... Und ich habe auch die ganzen Berichte über "Zeltstädte" etc. in den Fernsehmagazinen gesehen. Und ja es ist schlimm. Es ist die größte Wirtschaftsmacht der Welt....noch... So, das wars von mir für Heute dazu... Ncoh einwas: A propos Risikoprämien: Schau dir mal die Länderspreads an... Griechenland 2,XX% zu Bund, Italien 1,XX% zu Bund. Risikoprämien bei EU-Staaten wohlgemerkt! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jacob F Dezember 17, 2008 Ich sehe eine große Landesbank die auf eine bestehende Kreditlinie einen Liquiditätsspread von 300 bis 400 Basispunkten verlangt. Wohl gemerkt zusätzlich zur Kreditmarge! Von daher erscheinen mir die Zahlen als nicht ganz korrekt. Woher hast du die?Bereits zugesagte Projekte wurden (nicht von dieser Landesbank sondern einer der größten Hypothekenbanken) einfach gestrichen. Glaub mir am EK hats nicht gelegen. Es ging dort um mittlere 2stellige Millionenbeträge! Quelle? Wieviele Unternehmen haben denn in den letzten 2-3 Monaten bei ihrer Bank wegen einer Neufinanzierung angefragt? Ich vermute mal mehr als 10-15% dürften es bei der derzeitigen Auftragslage wohl kaum sein. Von daher relativiert sich die 9% ganz schnell. Die Risikoprämien werden noch steigen. Im Moment zahlt BMW gut 5% gegenüber Bund bei der begebenen Anleihe. Quelle? Tut mir Leid, ich sehe diese Sackgasse. Die Fed ist mit ihrem Latein am Ende. Es werden Löcher gestopft, aber für jedes Loch kommen 2 neue hinzu. Jetzt wird versucht das Ganze über Megakonjunkturprogramme abzufedern. Was meiner Meinung nach nicht weiter zur Folge haben wird als eine wachsende Staatsverschuldung mit steigenden Zinsen am langen Ende. Ich weigere mich auch gegen schwarz/weis. Aber im Moment sehe ich einfach kein weis. Vielleicht kannst du mir ja Quellen nennen dies mir zeigen. Aus meiner täglichen Erfahrung wird das Ganze von Tag zu Tag düsterer... Es ist die größte Wirtschaftsmacht der Welt....noch... So, das wars von mir für Heute dazu... Ncoh einwas: A propos Risikoprämien: Schau dir mal die Länderspreads an... Griechenland 2,XX% zu Bund, Italien 1,XX% zu Bund. Risikoprämien bei EU-Staaten wohlgemerkt! Du führst hier eigentlich nur Einzelsituationen an. Die sind aber keine Basis für eine gescheite Konversation. was hast du dagegen, dass Risiko endlich wieder belohnt wird. Lange Zeit gab es kaum Risikospreads auf Subprime MBS AAA Tranchen. Spreads sind nicht per se schlecht. Sie tragen zur Identifikation von Risiko bei. Ein Glück, dass Sie wieder zu funktionieren beginnen. Die Risikospreads im Interbankenmarkt sinken derzeit. Dies wird auch bald auf dem weiteren Markt zu merken sein. Dann werden sich die Spreads wieder auf einem normalen niveau einpendeln. Für die Banken wird die Einlagenfaszilität der FED nämlich immer uninteressanter bei sinkenden Zinssätzen, irgendwann müssen die Ihre (in extremem Maße vorhande) überschüssige Liquidität an dritte verleihen. Wenn du die Leitzinsen als einziges Instrument einer Zentralbank ansiehst, solltest du wohl nochmal die Schulbank drücken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Elvis77 Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Elvis77 Ich sehe eine große Landesbank die auf eine bestehende Kreditlinie einen Liquiditätsspread von 300 bis 400 Basispunkten verlangt. Wohl gemerkt zusätzlich zur Kreditmarge! Von daher erscheinen mir die Zahlen als nicht ganz korrekt. Woher hast du die? Aus den jüngsten Prolongationen verschiedener Immoaktien mit EK zwischen 30-50% und den neuen Konditionen eigener, geschlossener Immobilienbeteiligungen. Quelle? Ich weis das Quellen immer etwas wirklich gutes sind. Ich hab mich jetzt aber nicht auf dieses Gespräch durch das aufheben von Zeitungen oder Internetlinks vorbereitet. Es waren eben gelesene Angaben zur Entwicklung von Kreditmengen, Interbankengeschäften, deren Konditionen etc. Seltsamerweise sagen dann einige immer sowas wie "hah, das hat er nur irgendwo gelesen". Ich wüsste aber auch schlicht nicht woher ich es sonst nehmen sollte. Ich mache ja keine eigenen Umfragen oder kann sowas selber ausrechnen. Für Deutschland hat sich die Kreditmenge z.B. demnach um 13% gegenüber dem Vorjahresmonat vergrößert. Deinen Wunsch auf Verifizierung kann ich absolut verstehen. Muss dich aber leider bitten selber nachzuforschen. Wieviele Unternehmen haben denn in den letzten 2-3 Monaten bei ihrer Bank wegen einer Neufinanzierung angefragt? Ich vermute mal mehr als 10-15% dürften es bei der derzeitigen Auftragslage wohl kaum sein. Von daher relativiert sich die 9% ganz schnell. In der derzeitigen Lange dürften das eher 100% gewesen sein. Oder glaubst du die Unternehmen lassen in aller Ruhe die Finanzkrise über sich ergehen ohne gerade jetzt eine möglichst langfristige Finanzierungssicherheit mit ihren Banken zu besprechen. Für die kleinen Unternehmen, mit sehr geringem Kapitalbedarf mag das zutreffen. Aber schon beim Mittelstand werden doch quasi ununterbrochen größere und kleinere Finanzierungen fällig. Greif mal völlig wahllos irgendeine kleine Aktiengesellschaft heraus und schau dir die Strukturierung ihrer Verbindlichkeiten an. Da ist quasi Dauerkontakt mit den Banken vorprogrammiert. Ich kann mir nicht im Traum vorstellen, dass irgendwelche Unternehmen in den letzten 3 Monaten keine Finanzierungsgespräche im Angesicht der Finanzkrise mit ihren Banken geführt haben. Das war doch die allererste Order die an die Finanzabteilungen raus ging, möglichst Planungssicherheit beim Fremdkapital herzustellen. So wie alle Banken sofort mehr Sicherheiten wolten. Da werden die ja Kontakt gehabt haben und in der Finanzkrise nicht nebeneinander her leben. Die Risikoprämien werden noch steigen. Im Moment zahlt BMW gut 5% gegenüber Bund bei der begebenen Anleihe. Ja, aber es sind doch verschiedene Quellen. Die Risikoprämie auf den Anleihemärkten wird von anderen Akteuren bestimmt, als die auf den Kreditmärkten. Die Anleihemärkte kann man momentan nicht anzapfen. Tut mir Leid, ich sehe diese Sackgasse. Die Fed ist mit ihrem Latein am Ende. Es werden Löcher gestopft, aber für jedes Loch kommen 2 neue hinzu. Jetzt wird versucht das Ganze über Megakonjunkturprogramme abzufedern. Was meiner Meinung nach nicht weiter zur Folge haben wird als eine wachsende Staatsverschuldung mit steigenden Zinsen am langen Ende. Ob das ganze einen Erfolg zeitigt weis noch keiner. Wir wissen nur das man sich bisher so aus der Misere retten konnte und es nicht zu tun oder zu lange zu warten, alles erst recht schlimm gemacht hat. Auch ist nicht im geringstem absehbar, wieviel das ganze letzten Endes gekostet haben wird. Ob man wie bei Beispielen in Schweden letztlich mit Gewinn herausgeht oder wie in Japan einen exorbitanten Verschuldungsgrad erreicht. Die Endabrechnung können wir wohl erst in 10 Jahren aufmachen. Ich weigere mich auch gegen schwarz/weiß. Aber im Moment sehe ich einfach kein weiß. Vielleicht kannst du mir ja Quellen nennen dies mir zeigen. Aus meiner täglichen Erfahrung wird das Ganze von Tag zu Tag düsterer... Wir sind die Quelle. Indem wir uns austauschen. Warum soll ich anderen Ökonomen nun unbedingt mehr glauben als mir selber? Wieso sollte ich deinen negativen Argumenten weniger Gewicht geben als einer anderen Quelle? Quellen versorgen mit Daten und bieten einem eine Interpretation an. Für jede denkbare Interpreatation wird man auch immer eine Quelle finden. Das muss man schon selber entscheiden. Und letztlich... so wie du es auch sagst, indem man das eigene Weltbild auf die Fakten projeziert, mit seinem individuellem Fachwissen verknüpft und schaut was dabei heraus kommt. Und für mich sehe ich da eben noch durchaus Möglichkeiten, das es nicht zu einer bitteren Depression kommen muss. Auch wenn ich keine Wahrscheinlichkeiten benennen kann, weil es schier unmöglich ist den unterschiedlichen Kräften das richtige Gewicht beizumessen. Meiner Ansicht nach, wird die logische Notwendigkeit auch den Lösungsweg vorzeichnen. Und das wäre, sollte die Krise sehr teuer kommen, höhere Inflation, bei vergleichsweise niedrigen Zinsen, in einem restriktivem Ordnungsrahmen. Alles andere als eine schöne Aussicht, aber wohl noch die beste unter den schlechten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bärenbulle Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Bärenbulle Die Risikospreads im Interbankenmarkt sinken derzeit. Dies wird auch bald auf dem weiteren Markt zu merken sein.Dann werden sich die Spreads wieder auf einem normalen niveau einpendeln. Für die Banken wird die Einlagenfaszilität der FED nämlich immer uninteressanter bei sinkenden Zinssätzen, irgendwann müssen die Ihre (in extremem Maße vorhande) überschüssige Liquidität an dritte verleihen. Wenn du die Leitzinsen als einziges Instrument einer Zentralbank ansiehst, solltest du wohl nochmal die Schulbank drücken. Das kann ich nur unterstreichen. Die Fortschritte was Interbankenverkehr angeht sind in den letzten 2 Woche doch deutlich erkennbar (zu besichtigen hier: https://www.wertpapier-forum.de/index.php?s...st&p=402017). Wundert mich, dass in der Presse noch nicht darüber zu lesen ist. Das stimmt mich eigentlich so langsam recht positiv. Kennt Ihr euch mit dem CDS-Markt aus? Für mich wäre nochmal interessant, wie man das rasant sinkende CDS-Volumen interpretieren kann. Mit meinem gefährlichen Halbwissen würde ich das auch als ausgesprochen positiv ansehen. Falls sich diese Erkenntnis im neuen Jahr bestätigen und in Richtung breitere Öffentlichkeit kommuniziert wird, könnte das doch einen recht signifikante Schub in Richtung Erholung auslösen. Was meint Ihr? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Elvis77 Dezember 17, 2008 Kennt Ihr euch mit dem CDS-Markt aus. Für mich wäre nochmal interessant, wie man das rasant sinkende CDS-Volumen interpretieren kann. Da werden nur Risikopositionen abgebaut und der CDS Markt wird vom Wettmarkt auf seinen ursprünglichen Sinn und Zweck reduziert. Zumindest wäre das meine Interpretation. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jacob F Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Jacob F Da werden nur Risikopositionen abgebaut und der CDS Markt wird vom Wettmarkt auf seinen ursprünglichen Sinn und Zweck reduziert.Zumindest wäre das meine Interpretation. Meine Interpretation ist glaube ich ähnlich. CDS sind ja nichts anderes als Kreditversicherungen. Diese laufen über eine vorher festgelegte Laufzeit und werden auch auf einem seperaten markt gehandelt (nach der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls des Referenzschuldners). Der Versicherungsgeber bekommt eine Gebühr, der Versicherungsnehmer die Sicherung. Läuft nun diese Laufzeit ab, hat der Versicherungsgeber in diesen zeiten keine besondere Lust darauf, die CDS zu verlängern. Deswegen schrumpft der Markt. CDS beziehen sich auch durchaus nicht nur auf irgendwelche Subprime Kredite oder sowas... die gibts auch für Schulden von Toyota. deswegen ist ein großer CDS markt per se nichts schlechtes. Von den meisten renommierten Ökonomen wird meist auf eine rein beschreibende Funktion des CDS marktes hingewiesen. Er zeigt quasi gerade die Stimmung an den Märkten an. Hohe Prämien = Hohe erwatrtete Kreditausfälle. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bärenbulle Dezember 17, 2008 Falls meine Einschätzung stimmt hätte sich die Mega-Bubble von 57 Billionen zwischenzeitlich auf 27 bzw. 30 Billionen reduziert. Das ist ein echt gewaltiger Effekt. Die Auswirkung auf eine mögliche Entspannung überschaue ich aber leider nicht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bärenbulle Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Bärenbulle Meine Interpretation ist glaube ich ähnlich. CDS sind ja nichts anderes als Kreditversicherungen. Diese laufen über eine vorher festgelegte Laufzeit und werden auch auf einem seperaten markt gehandelt (nach der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls des Referenzschuldners). Der Versicherungsgeber bekommt eine Gebühr, der Versicherungsnehmer die Sicherung. Läuft nun diese Laufzeit ab, hat der Versicherungsgeber in diesen zeiten keine besondere Lust darauf, die CDS zu verlängern. Deswegen schrumpft der Markt. CDS beziehen sich auch durchaus nicht nur auf irgendwelche Subprime Kredite oder sowas... die gibts auch für Schulden von Toyota. deswegen ist ein großer CDS markt per se nichts schlechtes. Von den meisten renommierten Ökonomen wird meist auf eine rein beschreibende Funktion des CDS marktes hingewiesen. Er zeigt quasi gerade die Stimmung an den Märkten an. Hohe Prämien = Hohe erwatrtete Kreditausfälle. Das sehen die fünf Autoren des Spiegelartikels (weiter oben bei mir im Thread) aber ganz anders: Sie beziffern den Wert der Ramsch-Hypotheken, die noch im Umlauf sind, verpackt, versteckt, verteilt über die ganze Welt, auf 1,8 Billionen Dollar. Das ist die eine Blase. Aber da ist noch immer die zweite, furchterregend viel größere, die nicht mit Luft gefüllt ist, sondern mit zuletzt 57 Billionen Dollar. Auf diese Summe lauten Credit Default Swaps, CDS, die weltweit im Umlauf sind und unter anderem in Collateralized Debt Obligations, CDOs, verpackt, versteckt und in der ganzen Welt verkauft worden sind. Banken vor allem und die Hedgefonds haben die CDO-Deals abgeschlossen,um sich gegen den Ausfall von Krediten zu versichern, gegen Wertverluste aller Art, gegen das Risiko an sich. Aber sie schufen nur ein noch größeres Risiko, indem sie die Swaps, die im Kern keine falsche Idee sind, zu Spekulationsobjekten machten. Sie wollten bald nicht nur kein Geld verlieren, sie wollten vielmehr immer mehr Geld machen, und im Grunde pervertierten sie die ursprüngliche Idee von JP Morgan, von Blythe Masters und Bill Demchak. CDS wirken in der Finanzkrise wie ein Brandverstärker, weil sie bald als Zockerpapiere ohne Sicherheiten ausgegeben wurden, in CDOs zur Unkenntlichkeit zerhäckselt, und in der Krise schnell andere Bereiche der Finanzmärkte in Brand setzen. Die Bewertungsagentur Fitch schätzt, dass 40 Prozent des weltweit verkauften CDS-Schutzes auf Unternehmen oder Wertpapiere abgeschlossen wurde, die nicht anlagewürdig und hochgradig krisenanfällig seien.Die Billionen-Kreditspirale kann bald brechen, und dann sähe die Krise jetzt, so katastrophal sie schon ist, wieder nur wie das Vorspiel einer noch viel größeren Tragödie aus. Dies ist ein Satz, wie er in Leitartikeln steht, aber er hat Substanz: In den USA kämpft die Regierung so verzweifelt um die Rettung des AIG-Konzerns, weil sein Untergang dramatische Folgen hätte. AIG allein hält CDS im Wert von 372 Milliarden Dollar, damit ist das Unternehmen eine zentrale Säule im Gebäude der Kreditversicherungen. Wie lange lässt sich ihr Sturz noch verhindern? Und wie wird die Welt aussehen, wenn sie fällt? Edit *** Scheiß Editor!!! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Stephan09 Dezember 17, 2008 Ich lese da in Tabelle 14 was von 43 Bill. Nettoverpflichtungen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Elvis77 Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Elvis77 Die Auswirkung auf eine mögliche Entspannung überschaue ich aber leider nicht. Naja, es ist nicht ein wirkliches Entspannungssignal. Aber dieser Markt drohte einem als nächstes um die Ohren zu fliegen, weil dieses völlig unreglementierte Segment zweckentfremdet wurde. Das sich dort das Volumen reduziert lindert die Ängste über die Sprengkraft die dort noch drin stecken könnte. Unterm Strich ist die Sprengkraft dort aber ohnehin nicht so groß, wie das Volumen suggeriert, aber es war dennoch überaus beachtlich. Keine Ahnung wie gefährlich es noch immer sein könnte. Es ist zumindest ruhiger geworden um das Thema. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bärenbulle Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Bärenbulle Ich lese da in Tabelle 14 was von 43 Bill. Nettoverpflichtungen. Das sind Milliarden (also Peanuts ). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Stephan09 Dezember 17, 2008 Tatsache... Ich habe letztens was über Engpässe bei Kreditwarenversicherungen gehört; prinzipiell müssten die doch dort auch wieder auftauchen, oder? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Elvis77 Dezember 17, 2008 · bearbeitet Dezember 17, 2008 von Elvis77 Tatsache... Ich habe letztens was über Engpässe bei Kreditwarenversicherungen gehört; prinzipiell müssten die doch dort auch wieder auftauchen, oder? Bin mir jetzt nicht so ganz sicher. Aber ich glaube du meinst damit ein anderes Segment. Das Produzenten/Verkäufer einfach momentan arge Probleme haben ihre Waren gegen Forderungsausfälle zu versichern. Das ist ja eher ordinäres Versicherungsgeschäft. Das ist auch wieder typisch Versicherung. Die trauen ihrer bisherigen Ausfallstatistik nicht mehr. Aber würde ich der als Produzent trauen, dann bräuchte ich so eine Versicherung doch überhaupt gar nicht erst. Also immer dann, wenn ich die Versicherung wirklich bräuchte, um meine Unsicherheit zu reduzieren, bekomme ich sie nicht. Immer dasselbe. Wie bei den Krediten. Den Regenschirm gibts nur bei Sonnenschein. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jacob F Dezember 17, 2008 Spiegel schreibt schonmal gerne Bullshit... ich wüsste nicht, wie man einen CDS in eine Cash-Flow CDO packen sollte. (Cash-Flow CDOs sind die CDOs, wo wir im Subprime markt eigentlich drüber reden) CDS sind nämlich konstruktionen, die gar keinen Cash-Flow bringen. Somit ist das, was im Spiegel steht, schlicht Falsch. Es gibt jedoch auch synthetische CDOs die quasi nur das Kreditrisiko, nicht aber dessen Cash Flows enthalten. Eine Synthetische CDO ist quasi das gleiche wie ein Index-CDS, d.h. in einem Index CDS (die die immer so gehandelt werden, bspw. für Bear Stearns) wird das Ausfallrisiko eines Schuldners gehandelt. Wenn der Schuldner ausfällt, müssen zuerst die unteren Tranchen dieses Index-CDS zahlen, bis halt die nächst höhere Tranche dran ist. Aber der Unterliegende Schuldner ist bei CDS eigentlich meistens ein Bond z.b. von einer Bank, einem Autohersteller usw. kann man gut nachlesen in dem Dokument hier: http://ideas.repec.org/p/bde/opaper/0808.html für alle die gerne bissken tiefer reingehen Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
DrFaustus Dezember 18, 2008 Spiegel schreibt schonmal gerne Bullshit... ich wüsste nicht, wie man einen CDS in eine Cash-Flow CDO packen sollte. (Cash-Flow CDOs sind die CDOs, wo wir im Subprime markt eigentlich drüber reden) CDS sind nämlich konstruktionen, die gar keinen Cash-Flow bringen. Somit ist das, was im Spiegel steht, schlicht Falsch. Es gibt jedoch auch synthetische CDOs die quasi nur das Kreditrisiko, nicht aber dessen Cash Flows enthalten. Eine Synthetische CDO ist quasi das gleiche wie ein Index-CDS, d.h. in einem Index CDS (die die immer so gehandelt werden, bspw. für Bear Stearns) wird das Ausfallrisiko eines Schuldners gehandelt. Wenn der Schuldner ausfällt, müssen zuerst die unteren Tranchen dieses Index-CDS zahlen, bis halt die nächst höhere Tranche dran ist. Aber der Unterliegende Schuldner ist bei CDS eigentlich meistens ein Bond z.b. von einer Bank, einem Autohersteller usw. kann man gut nachlesen in dem Dokument hier: http://ideas.repec.org/p/bde/opaper/0808.html für alle die gerne bissken tiefer reingehen Das ich nur Einzelbeispiele nenne liegt daran, dass ich den Gesamtmarkt nicht überblicken kann. Kannst du das? Ich würde auch positive Beispiele bringen, aber da hab ich leider keine parat, sorry. Zu den CDS. Natürlich gibts bei CDS einen Cashflow! Die CDS-Prämie... Gut das der Spiegel Bullshit schreibt und du nicht... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Casablanca Dezember 23, 2008 · bearbeitet Dezember 23, 2008 von Casablanca EZB/Stark: Deflation aus heutiger Sicht nicht zu erwarten ESSEN (Dow Jones)--Jürgen Stark, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), dämpft die Sorgen vor einer Deflation in Europa. "Es gibt klare Indikatoren, dass aus heutiger Sicht nicht mit Deflation im Euro-Gebiet zu rechnen ist", sagte Stark in einem Interview mit der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Dienstagausgabe). http://kurse.focus.de/news/EZBStark-Deflat...s_92668448.html Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Casablanca Januar 16, 2009 US-Preisdaten befeuern Deflationsdebatte In den USA wächst die Gefahr rückläufiger Preise. Im Dezember gaben die Verbraucherpreise sogar deutlich nach. Volkswirte gehen davon aus, dass der Preisdruck 2009 weiter nachlassen wird. Innerhalb der Fed ist über das Thema ein Streit entbrannt. http://www.ftd.de/politik/international/:F...tte/461748.html Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag