supertobs 9. August · bearbeitet 9. August von supertobs Ja, habe ich. Ist somit persönlich validiert. Quellensteuer Null, ING. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
supertobs 30. August · bearbeitet 30. August von supertobs Analysetool für Anleihen Für Marktbeobachtung sowie Auswahl der besten Anleihen habe ich mir ein größeres Apple Numbers (Excel) gebaut. Oben lege ich ja schon dar, welche Anleihen generell für mich (keine Quellensteuer, YTM, Rating, RK, etc.) interessant sind. Aus Börse Stuttgart ziehe ich mir für die Länder: - Europäische Union - Frankreich - Polen - Spanien - Österreich Alle Anleihen per Copy-Paste. Leider bekommt man da keine Kurse, aber die YTM-Angaben für Plain-Vanilla-Anleihen sind so eigentlich immer brauchbar. Mit diesen Kursen aktualisiere ich dann eine Datenbank aller Anleihen. Inflations-Linker werfe ich raus. Damit kann ich mir eine Zinstrukturkurve anzeigen lassen: In den Jahren 0-2 gibt es oft so Datenbankeffekte mit sehr hohen Restrenditen für kurze Laufzeiten. Das werfe ich raus. Ebenso die extremen Langläufer über 20 Jahre, die Renditesteigerungen sind da mit mehr Laufzeit auch nur noch marginal (bei der heutigen Kurve). Ich konzentriere mich auf einen Ausschnitt 2-20 Jahre und bilde mir auch Regressionskurven: Mit diesen Regressionskurven bin ich in der Lage Überrenditen zu berechnen. Sprich, Vergleich von 2 Anleihen mit ähnlicher, aber eben nicht gleicher Laufzeit zu vergleichen. Mit den Kurven kann ich dann Länder direkt mit einander im Vergleich zum Benchmark "Anleihen der EU" bewerten: Den höchsten Spread hat derzeit Frankreich. Bis vor ein paar Wochen war das noch Polen (von Ländern aus meiner Liste!). Frankreich war so in der Mitte zwischen Polen und EU. Zur Auswahl: Geht man also das Länderrisiko "Frankreich" ein, dann ist der höchste Spread im Bereich von 15-16 Jahren und fällt dann wieder ab. Bei Polen ist es ein Ticken eher. Bei einer Annahme von langfristig 2% Inflation (EB-Szenario) sowie Abgeltungsteuer von 25% hat man ab ca. 10 Jahren Laufzeit eine Realrendite von über 1% (Frankreich, die anderen Länder etwas später) Dazu tracke ich noch zur Gegenprobe meine Festgeldkonditionen bei pbb (doppelte deutsche Einlagensicherung, Bank mit Rating wenn auch nicht so dolle): Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine 30. August Der Aufwand scheint sich zu lohnen, jedenfalls wenn man größere Beträge investiert. Was mich wundert ist dass Du deutsche Anleihen nicht separat aufführst. Gerade die KFW Anleihen werden ja oft genannt, wenn es um attraktive Renditen geht. In welcher Gruppe stecken die drin? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
supertobs 30. August BRD habe ich wegen der niedrigsten Rendite nicht in der Auswahl. Benchmark ist für sind die EU-Anleihen. KfW ist "staatsnah" und als solche auch nicht enthalten. Weltbank oder ähnliche auch nicht. KfW schaue ich mir gerne mal an. Volumen über Laufzeit Nicht jedes Land hat für jedes Jahr eine Anleihe. Die Emissions-Volumen sind bei kürzeren Laufzeiten höher. Alle Staatsanleihen sind aber gut handelbar. Man muss natürlich mit Limits arbeiten, auf Spread achten etc. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
supertobs 31. August · bearbeitet 31. August von supertobs Analyse und Nutzung Carry-and-Roll-Down Betrachtet man eine "normale" Zinsstrukturkurve (d.h. asymptotisch steigend wie aktuell) so kann man noch einen weiteren Effekt für sich nutzen: Den Carry-and-Roll-Down Effekt. (Zu meinem Selbstlob habe ich mir das so erdacht und danach die passende mathematische Erklärung gefunden und den Begriff und eine ganze Theorie gefunden die in normalen Bond-Büchern ganz nicht dargestellt wird ... ;-) ) Nehmen wir A3K4DV EU000A3K4DV0 Europäische Union 3,3750 % mit Fälligkeit 04.11.2042. Datenabruf Börse Stuttgart ergibt eine YTM von 4,073 % (das ist ein Kurs von 91,836.) Im Vergleich A3L1DJ EU000A3L1DJ0 Europäische Union 2,5000 % mit Fälligkeit 04.12.2031. Datenabruf Börse Stuttgart ergibt eine YTM von 3,249 % Also eine 16-Jährige gegen eine 5-Jährige. Die Rendite eines jeden Haltejahres sinkt stetig bis ca. 2 Jahre Restlaufzeit. Dann steigt es leicht, soll aber hier nicht betrachtet werden. Nun kann man die YTM-Anteile der Restlaufzeit in Jahresscheiben unterteilen. Man bekommt immer den Coupon (den "Carry") aber die Anleihe "rollt" die Zinsstrukturkurve herunter. Mit jedem vergangenen Jahr (ceteris paribus) ist weniger YTM des spezifischen Haltejahres zu erwarten. Die "hintersten" Jahre haben also eine höhere Rendite als die "vorderen". Der ausgewiesene YTM ist zwar 4,073% "im Mittel" (also bis Fälligkeit), hält man aber nur von Jahr 16 auf Jahr 15 so lassen sich ca. 4,9% erzielen. Dazu habe ich mir eine Tabelle gebastelt, die dynamisch so einen Ablauf berechnet: So geht das dann stetig weiter, der erzielt "IZF ist" läuft auf den "YTM Plan" zu. Graphisch so: Das ist datentechnisch etwas holprig in manchen Jahren, da ich Mittelwerte YTM eines Jahres berechne (aus anderen Anleihen). Für 2-20 Jahre sollte ich eher die Regressionskurven (s.o.) nehmen, das baue ich später um. Es geht aber um das Grundsätzliche. Dazu kann ich noch die Kosten (spread) eines ganzen "Round-Trips" mit berücksichtigen: Ceteris paribus Langläufer 3-4 Jahre halten um die Kosten raus zu schwitzen und damit die höchste Rendite IZF zu erzielen. Praxis: Im Anleihenboard habe ich nach Erfahrung dazu gefragt aber es scheint niemand wirklich so vorzugehen. Auch läuft es wegen Steigerung der aktuellen Marktrenditen gerade erst mal in die andere Richtung: Langläufer zeigen erst mal Kursverluste. Carry-and-Roll-Down habe ich mir noch weiter analysiert mit Beispieldaten. Man kann dann schön den Carry vom Roll-Down strippen uns sich getrennt anzeigen lassen. Bei hohen Coupons dominiert der Carry aber Roll-Down ist klar zu erkennen (Beispieldaten, andere Anleihe): Ich persönlich positioniere mich mit Kauf bis 15-Jähriger Anleihen und werde die ca. bis 4-5 Jahre Restlaufzeit halten um den Effekt gut mitzunehmen aber auch nicht zuviel Kursänderungsrisiko zu haben. Dazu rechne ich mir bei jeder gehaltenen Anleihe aus: - YTM Kauf - YTM aktuell (Restlaufzeit) - IZF ist ... und schaue mir die Zinstrukturkurve an (flach, wie stark Steigung, etc.) So kann ich entscheiden: Halten, Nachkaufen, Verkaufen. Bei einer Zielverteilung meiner Anleihen (zb gleichförmig) von 5 - 15 Jahre hätte ich eine durchschnittliche Restlaufzeit von 10 Jahren bei einer Duration von ca. 8,3 Jahren. Das ist eigentlich einen Ticken zu lange (historisch bester Portfolioeffekt bei Duration von 5 Jahren, Quelle finde ich nicht mehr). Anderseits kann man sich aktuell wirklich hohe YTM-Plans sichern für viele Jahre. Das ist auch das schöne bei meinen Direktanlagen: Ich kann genau verstehen was die Markteinflüsse sind. Warum ich genau nun welche Kurseffekte habe. Bei meinen vorherigen Anleihen-ETFs standen die dann bei Zinssteigerung im Minus aber wie es weiter exakt geht (was zu erwarten ist), ist nicht zu erkennen. Bei Direktanlagen bekommt man exakt den Cash-Flow wie am Anfang zu prognostizieren (Default mal außen vor), Kurseffekte unterwegs sind erklärbar oder sogar nutzbar. Bei "normalen" Zinsstrukturkurven ist der Roll-Down-Effekt dann zusätzlich noch auf meiner Seite. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
supertobs 31. August · bearbeitet 31. August von supertobs Aktueller Status meiner Direktanlagen (Anleihen, Festgelder) in RK1/2 (und 3) Dieses Jahr habe ich fleißig mit frischem Geld (per Rebalancing-Toolvorgabe) in RK1/2 nachgekauft. Weiterhin habe ich meinen Euro-Government-Anleihen-ETF verkauft und alles direkt investiert. Dazu habe ich weiter von USD-Bonds in RK2 in EUR-Bonds RK2 umgeschichtet. Meine Investmentstrategie habe ich da etwas feingetunt. Ich gehe in RK2 nun wieder auf eine 50/50 EUR/USD-Mischung. Festgelder fallen ganz raus (im aktuellen Marktumfeld). Das ist die aktualisierte Zielallokation: RK2 EM-Staatsanleihen in Euro mache ich nun komplett per Direktanlage. Leider gibt es nicht so einen ETF der das abbildet (wie bei USD). USD Direktanlagen habe ich gar nicht, bilde ich per ETF ab. Ich habe nun diese Anleihen: RK3 XS1790104530 4,750 % Senegal Republik EO-Bonds 2018(26-28) Reg.S 14.MAR ( <<<< meine erste Anleihe mit Kindersicherung, Vorsicht Zock!) XS0501195993 3,380 % Argentinische Republik EO-Bonds 2010(29-38) Pars 30.MAR 30.SEP (die unkaputtbare) RK2 XS2109812508 2,000 % Rumänien 2020/32 MTN Reg.S 28.JAN XS2971937672 4,875 % Ungarn EO-Bonds 2025(40) 22.MAR XS2258400162 2,625 % Rumänien 2020/40 MTN Reg.S 02.DEZ RK1 EU000A3K4DW8 2,750 % Europäische Union 2022(33) MTN 04.FEB FR001400QMF9 3,000 % Frankreich 2024(34) EO-OAT 25.NOV EU000A4D8KD2 3,375 % Europäische Union 2025(35) MTN 12.DEZ XS1346201889 2,375% Polen 2016/36 MTN 18.JAN EU000A3K4D09 2,750 % Europäische Union 2022(37) MTN 04.DEZ EU000A3LZ0X9 3,375 % Europäische Union 2024(39) MTN 04.OKT FR0010773192 4,500 % Frankreich 2009(41) EO-OAT 25.APR Damit ergibt sich folgendes Bild über die Haltedauer (mit Festgeldern). Ich nehme eher die hohen Coupons wegen geringerer Duration: Das ist "überwiegend" Prime-Rating mit etwas "Würze": Ich schwitze immer noch die Niedrigzinsphase (Festgelder) raus, sieht man schön bis 2034: Wenn möglich (und sonst auch finanzmathematisch sinnvoll ) schaue ich die Ausschüttungen gut über das Jahr zu verteilen. 1000 Euro Zusatz pro Monat im Vorgriff auf die Rentenphase wäre ganz nett. In der Liste der Punkte für eine Anleiheauswahl aber nicht so wichtig: Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Mojo-cutter 31. August Danke für die tolle Übersicht und deine Gedanken dazu. Zur Einordnung deiner Strategie: ab wann planst du die Entsparphase? Das Investitionsverhalten ändert sich (jedenfalls bei mir) je näher die Entsparphase heranrückt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
supertobs 31. August Danke. Ich plane gar keine Entsparphase. Die Rentenprognose (gesetzlich, betrieblich, betrieblich privat plus Riester/AVD) reicht für das normale Budget aus. Dazu kommen noch Ausschüttungen von über 10 k pro Jahr. Die 70/10/20-Strategie fahre ich erst mal so weiter. Vielleicht fühlt man sich beim Älterwerden damit nicht mehr so wohl. Dann übertrage ich aber wohl eher auf die Kinder. Muss man sehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag