Währungsumrechnung bei Aktien

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Beweis durch Falsifizierung.

Vielen Dank. ^_^

 

Billige Hütchenspielertricks - mehr nicht!

 

Total heute: 37,-- / /$ 1,24 / 46.-- $

Total morg: 34,-- / /$ 1,41 / 48,-- $

 

Unmittelbares Risiko und unmittelbare Chance auf Währungsveränderungen hat der US-Kollege.

 

Und wenn ihr jetzt weiterhin versucht, irgendeinen "alten Sack" aufs Glatteis führen zu können, dann wäre ich euch sehr verbunden, das wirklich per PN zu machen. Bei eurer Phantasie wird es auch nicht schwer fallen, in euren Reihen ein Wechselspiel aufzuziehen, in dem jeder einmal den "naiven alten Sack" spielen darf. Wird bestimmt gan(s) lustig.

 

Vielen Dank.

 

 

Gruß

-man

 

P.S. Martin, wie war doch gleich Dein Ratschlag an Chem bezüglich "man sollte wissen, wann es genug ist"?

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Schon recht, -man... :sleep:

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BHP 1 Jahr FSE = +2,37%

BHP 1 Jahr NYSE -2,36%

Warum hat der Euroanleger ein Plus und der USler ein Minus?

Weil der Euro-Anleger sein Investment in die schlechter performende Währung rechtzeitig beendet hat. Man könnte auch sagen:

Beide machen mit der Aktie das gleiche Geschäft. Aber der Dollar-Anleger kann sich darüber nicht freuen, weil er mit einem möglichen Investment in den Dollar besser gefahren wäre. Der Euro-Anleger kann sich dagegen freuen, weil er so dem Wertverfall des Euro in diesem Zeitraum entgangen ist.

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Beweis durch Falsifizierung.

Vielen Dank. ^_^

 

Billige Hütchenspielertricks - mehr nicht!

 

Total heute: 37,-- / /$ 1,24 / 46.-- $

Total morg: 34,-- / /$ 1,41 / 48,-- $

 

Unmittelbares Risiko und unmittelbare Chance auf Währungsveränderungen hat der US-Kollege.

 

Nur damit ich dich und Bondswurzel nicht falsch verstehe:

 

Angenommen, ich finde eine Aktie, die ihre Heimatbörse in den USA hat und sich im selben Zeitraum ebenfalls von 46 auf 48 USD verteuert hat und annähernd den gleichen Kursverlauf hatte. Ist dann der US-Anleger kein Währungsrisiko mehr eingegangen? Trotz gleichen Ergebnisses?

:dumb:

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Vielleicht mal ein Vorschlag zur Güte, da diese Diskussion ja doch immer wieder ins Theoretische abdriftet:

 

Wenn es tatsächlich ein Währungsrisiko aufgrund der Notierung gibt, dann sollte dies doch zur Folge haben, dass die Volatilität des Aktienkurses in einer Fremdwährung größer ist als in der Heimatwährung, da ein zusätzliches Risiko (Währung) das bestehende (Aktienmarkt) vergrößern sollte, sofern es nicht stark negativ mit diesem korreliert ist, was den Begriff "Risiko" dann aber endgültig ad absurdum führt.

 

Hat irgendjemand Vola-Werte einiger europäischer und amerikanischer Standardwerte oder Aktienindizes jeweils im USD- und EUR-Kurs über einen längeren Zeitraum bei der Hand? Dann ließe sich das doch schnell überprüfen und wir hätten mal Fakten auf dem Tisch.

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Posted · Edited by 35sebastian

@Nord

Wenn du die Diskussion von Anfang verfolgt hättest, würdest du nicht diesen Vorschlag zur Güte machen müssen.

und @all

Viele Beispiele aus der Praxis wurden immer wieder genannt, auch von mir.

Diese wurden dann durch "Fachtermini" unverständiger , durch Theoriemodelle und Extrembeispiele so komplex gemacht, dass keiner sie mehr richtig verstand, aber trotzdem viele zustimmend applaudierten.

Nur die "alten Säcke", wie hier ein pöbelnder Don Subkulture erfahrene Börsianer nennt, wollten sich nicht mit dieser "Lust am Theoretisieren" zufrieden geben,

Das entfachte immer wieder- je nach Wahrnehmung- unendliche fruchtbare oder furchtbare Diskussionen, .

 

Ich habe viele ausländischen Aktien im Depot, die in anderer Währung bilanzieren.

Dass ich die MCD Aktie als Beispiel genommen habe, liegt daran, dass der Ursprung des Threads aus einer heftigen Diskussion zu diesem Thema entstanden ist. (Einfach mal nachlesen)

 

Für den Praktiker ist die Sache klar.

Er investierte 4000 in MCD . Nach vier Jahren und auch jetzt bekommt er bei Verkauf dafür 7200. Das sind 80%.

In der Zeit war der Kurs in US nur von 60 auf 90 gewachsen. Das sind 50%.

Woher rührt der Mehrgewinn für den deutschen Anleger? Tatsache ist, dass in diesem Zeitraum der Dollar sich gegenüber dem Euro um über 20% stärker entwickelt hatte (statt 1,50 und mehr kostete zuletzt der Dollar nur noch 1,25)

Trotz dieser klaren und belegbaren Tatsachen, trotz aller Links zum Währungsrisiko bei ausländischen Aktien, geschrieben von erfahrenen Vermögensverwaltern,

waren im WPF all dies nur "Vermutungen" und "Theorien" und nicht wahr.

 

Da fällt mir das Beispiel eines Users ein, der von dem Versuch eines Philosophiestudenten im Lateinforum berichtete, der nachweisen wollte, dass ein Hammer leichter wäre als eine Feder .

Bei aller Begeisterung der Forumsteilnehmer für die Argumentsketten gab es schließlich doch ein Ergebnis. Negativ. Aber das Ergebnis schien gar nicht so zu interessieren. Ich mag mich täuschen.

 

Hier haben wir noch kein Ergebnis. Und ich weiß nicht , ob einige Forumsteilnehmer ein klares Ergebnis wünschen.

Ich wollte eigentlich immer ein Ergebnis , nicht weil ich recht haben wollte, sondern weil ich wegen meiner anderen Meinung auf verschiedene Weise despektierlich "angemacht" wurde.

Es wurde sogar mehrfach der Versuch unternommen, dass meine "Unwahrheiten" moniert werden oder verschwinden sollten, damit "unerfahrene User geschützt und nicht zu falschen Entscheidungen verleitet würden".

Kann sein, dass ich den Text nicht wortwörtlich wiedergegeben habe. Wer es genauer wissen will, sollte es unter Stairways Bemerkungen zu diesem Thema und zu MCD nachlesen. Da erfährt man auch alles zur CF Theorie.

 

Für mich ist das Thema nun endgültig abgeschlossen. Was nützt es, wenn ich anhand von meinen Depotwerten die Entwicklung von Aktien, die in USD und GB gelistet sind, seit Kaufbeginn aufzeige, und den Gewinn/Verlust in Euro vergleiche mit der Kursentwicklung in der Landeswährung? Bei KO und den anderen Werten ist es das gleiche wie bei MCD, nur mit anderen Zahlen.

Für mich besteht bei ausländischen Aktien ein Währungsrisiko. Das berücksichtige ich bei meiner Anlageentscheidung.

 

Eigentlich war ja maddin angetreten, um "des Pudels Kern" zu finden. Seine großspurigen Ankündigungen, die im Nachhinein immer mehr zurückgenommen wurden - "war nur Spaß" - verliefen im Sande.

Zum Schluss gefiel er sich in der Rolle, die er am liebsten spielt, des Lehrers, der rügt, der tadelt, der lobt und der tröstet.

"Auch wenn wir kein Ergebnis haben. Es ist alles nicht so schlimm. Wir machen jetzt Schluss : "Friede, Freude, Eierkuchen".

 

Was mir leid tut, dass Chemstudent so betroffen ist und reagiert. € man hat dazu schon etwas gesagt.

Wenn Theorie und Praxis so intensiv aufeinander prallen, dann kommt es automatisch zu hitzigen und harten Diskussionen. Dass nach nicht endenwollender Diskussion Emotionen frei werden, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Ich reagiere darauf anders, meist gar nicht - wenn es ganz prollig oder dumm ist - oder mit Ironie.

 

Das wars von meiner Seite.

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Posted · Edited by BondWurzel

Wenn es tatsächlich ein Währungsrisiko aufgrund der Notierung gibt

 

wie Notierung, nix kapiert, das Risiko besteht durch den An- und beim Verkauf eines Auslandstitels durch die wechselnden FX-Rates. Das kannst du bei jeder Börse nachlesen, die müssen nunmal mehr bescheid wissen.

Außerdem sollten Anleger stets beachten, dass Werte, die nicht in Euro notiert sind, hier aber in der europäischen Gemeinschaftswährung gekauft werden können, zusätzlich zu den üblichen Kursbewegungen noch Währungskursschwankungen unterliegen.

 

http://www.boerse-frankfurt.de/de/wissen/handeln+an+der+boerse+frankfurt/heimvorteil+auslandsaktien+parketthandel

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@Nord

Wenn du die Diskussion von Anfang verfolgt hättest, würdest du nicht diesen Vorschlag zur Güte machen müssen.

Ich habe die Diskussion von Anfang an verfolgt und mich sehr darüber gewundert, wie man mit so viel Konsequenz und Präzision aneinander vorbeireden kann.

 

Mein Vorschlag zur Güte war der Versuch, das tatsächliche zusätzliche Währungsrisiko in % Volatilität konkret zu quantifizieren. Und zwar an hinreichend vielen, realen (!), langfristigen Kursverläufen in unterschiedlichen Währungsräumen, also nix mit grauer Theorie und so, was Du immer gern so gebetsmühlenartig kritisierst.

 

Wenn dieses sogenannte "Währungsrisiko" (oder "Währungschance") nämlich je nach Notierungswährung und Währungsraum des Anlegers de facto zu einer gleichbleibenden oder geringeren Volatilität führt, ist es doch wohl ziemlich unsinnig, dieses als "Risiko" (oder "Chance") zu bezeichnen, da keine zusätzlichen Verluste (oder Gewinne) sondern geringere Verluste (oder Gewinne) entstehen.

 

Dass sich Kurse desselben Papiers in unterschiedlichen Währungsräumen unterschiedlich entwickeln, ist hingegen nur eine Binsenweisheit, die in diesem Thread von niemandem jemals bestritten wurde.

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@Nord: Könntest Du die Daten vielleicht selbst recherchieren? Mich würd's interessieren, denn Vola ist ja schon ein guter Gradmesser für "Risiko".

 

Also irgendwie beginne ich langsam zu verstehen, was Du unter Währungsrisiko verstehst, @Bond.

Kauft man ne EUR-Aktie, weiss man ich bezahle in EUR, ich verkaufe in EUR, 1 EUR ist und bleibt 1 EUR.

Bei ner USD-Aktie weiss ich nicht, ob der EUR/USD-Wechselkurs zum Verkaufszeitpunkt über, unter oder auf gleichem Niveau wie beim Kauf liegt.

Und je höher EUR/USD auch im historischen Vergleich liegt, umso wahrscheinlicher ist es vermutlich, dass man beim Verkauf einen günstigeren

Rücktauschkurs erhält. Unsicherheit und Ungewissheit über einen zukünftigen Einflussfaktor = ein Risiko. Ok...dann lassen wir das so stehen. :)

 

Also mir kommt es langsam auch wieder so vor, als ob wir hier komplett aneinander vorbei geredet haben. Oh je... :rolleyes:

Einmal geht es um prinzipiell auftretende Risiken, zum anderen um relative Risiken. Ist es wirklich so banal?

Hier mal ne simple Gleichung:

Kursrisiko MCD (EUR) = Kursrisiko MCD (USD) + Kursrisiko EUR/USD

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Angenommen, ich finde eine Aktie, die ihre Heimatbörse in den USA hat und sich im selben Zeitraum ebenfalls von 46 auf 48 USD verteuert hat und annähernd den gleichen Kursverlauf hatte. Ist dann der US-Anleger kein Währungsrisiko mehr eingegangen? Trotz gleichen Ergebnisses?

 

 

Hier mal ne simple Gleichung:

Kursrisiko MCD (EUR) = Kursrisiko MCD (USD) + Kursrisiko EUR/USD

 

1) Selbstverständlich hat hat er ein Währungsrisiko. Nämliche jenes (mittelbare Risiko), dass sich bilanziell und somit in der fundamentalen Bewertung niederschlägt. Da i.d.R. die tägliche Preisfindung (Heimatbörse) zuvorderst an der US-Börse stattfindet, hat der D-Anleger zwei Risiken zu tragen. Das schon genannte, plus das unmittelbare (= direkter Einfluss der täglichen Umrechnung /$), oder wie Du es ausdrückst "das Risiko der Binsenweisheit".

 

2) So einfach kann Börse sein.

Und wenn es jetzt darauf hinauslaufen sollte, sich in der Definition "Risiko = Volatilität" wiederzufinden, dann wäre es sicher einfacher gewesen, dies von Anfang an auch so zu schreiben. Und wenn wir bei diesem Thema schon sind, dann nehmen wir halt das Total-Beispiel von oben. Da es eine -Aktie ist, beträgt die Vola für den US-Anleger wieviel? Und wenn wir fiktiv tauschen, dass es sich also um eine US-Aktie (46,-- / 48,-- $) handeln würde, betrüge die Vola für den D-Anleger wieviel?

 

Gruß

-man

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Also irgendwie beginne ich langsam zu verstehen, was Du unter Währungsrisiko verstehst,

 

Es ist nicht das, was ich darunter versteht, sondern was die Fachwelt unter Währungsrisiko bei Aktien versteht....was man nun unter Wahrungsumrechung lt. TO verstehen mag, hängt auch davon ab, wie man die Fragestellung allgemein verständlich präzesieren kann.

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@Nord: Könntest Du die Daten vielleicht selbst recherchieren? Mich würd's interessieren, denn Vola ist ja schon ein guter Gradmesser für "Risiko".

Ohne jetzt wieder viel zu theoretisieren, kommt hier mal von mir eine Auswertung zu den Volatilitäten mehrerer Blue Chips aus dem EUR- und USD-Raum. Ich habe bewusst jeweils einen Vergleich zwischen Unternehmen der gleiche Branche gewählt und dabei jeweils den größten Player seiner Branche. Die Volatilität gebe ich für 1 Jahr und 5 Jahre an, um zu sehen, ob der Effekt zeitlich reproduzierbar ist. Der Wert in Klammern sei die Vola an einer USD-Börse, der ohne Klammern an einer EUR-Börse, nach Möglichkeit jeweils Heimatbörse. Werte ohne Nachkommastellen gerundet, Stand heute, Quelle comdirect.

 

 

Es treten an:

Apple gegen Siemens

Exxon gegen Total

AT&T gegen Telefonica

Johnson&Johnson gegen Sanofi

Wells Fargo gegen Santander

Coca-Cola gegen InBev

 

Apple

1y: 26% (27%) - 5y: 36% (38%)

Siemens

1y: 22% (41%) - 5y: 39% (70%)

 

Exxon

1y: 17% (18%) - 5y: 27% (31%)

Total

1y: 22% (42%) - 5y: 31% (58%)

 

AT&T

1y: 15% (15%) - 5y: 27% (27%)

Telefonica

1y: 33% (59%) - 5y: 31% (70%)

 

J&J

1y: 12% (12%) - 5y: 20% (19%)

Sanofi

1y: 21% (39%) - 5y: 29% (189%)

 

Wells Fargo

1y: 24% (31%) - 5y: 59% (65%)

Santander

1y: 42% (109%) - 5y: 45% (106%)

 

Coca-Cola

1y: 14% (14%) - 5y: 22% (22%)

InBev

1y: 20% (26%) - 5y: 41% (39%)

 

 

Was ist die Quintessenz?

 

Zunächst einmal fällt auf, dass sich die Aktien in den meisten Fällen in USD gerechnet deutlich volatiler verhalten als in EUR gerechnet. Als nächstes fällt auf, dass der Abstand zwischen der USD- und der EUR-Vola bei Aktien mit Heimatbörse im Euroraum meist deutlich größer ist. Um ehrlich zu sein: Das Ergebnis überrascht mich.

 

Mir war klar, dass der USD als sicherer Hafen gilt und damit tendenziell negativ zum Aktienmarkt korreliert sein sollte. Insofern überrascht es mich nicht, dass die EUR-Volas fast immer niedriger als die USD-Volas sind. Gut für uns, schlecht für die Amis. Andererseits dürfte dieser sichere USD-Hafen auch für niedrigere Erwartungswerte bei der Rendite sorgen, so dass der Ami einfach eine geringere Aktienquote als der Europäer fahren müsste, um dieselben Rendite-Risiko-Kennzahlen zu bekommen.

 

Was ich nicht für möglich gehalten habe war, dass die Notierung offensichtlich doch signifikant mit der Vola korreliert und das EUR-Risiko bei USD-Titeln damit größer ist als umgekehrt. Ich könnte mir das erklären, wenn das Unternehmen häuptsächlich auf dem Heimatmarkt Geschäfte macht und Mitarbeiter beschäftigt, das passt hier aber nicht bei allen Unternehmen. Ansonsten fällt mir für diese Marktanomalie höchstens noch der Home Bias ein. Womit wir wieder bei der Anlegerstruktur wären - Chemstudent hat diesen Effekt nicht bestritten. Es gibt also (wahrscheinlich fast immer) eine mittelbare Korrelation zwischen der reinen Notierung und dem Währungsrisiko, aber ich sehe hier noch keine Kausalität. Ich würde die Kausalität eher in der "natürlichen Heimatbörse" sehen. Das ist eben der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität: "Zahnspangen verursachen keine Pubertät". (Vince Ebert)

 

Nun mag jeder aus diesen Ergebnissen seine Schlüsse ziehen. Meine Hoffnung ist zumindest, dass sie uns alle hier bei Anlageentscheidungen ein wenig unterstützen und weiterbringen und zur Schlichtung dieser aggressiven Auseinandersetzung beitragen.

 

Ich möchte trotzdem an der Stelle mein persönliches Fazit ziehen: Für den EUR-Anleger ist die Frage nach dem Währungsrisiko bei Fremdwährungs-Aktien in der Praxis nahezu vernachlässigbar, für den USD-Anleger gilt das absolute Gegenteil.

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Ich möchte an dieser Stelle versuchen, zu beschreiben, warum ein Unternehmen überhaupt ein Währungsrisiko hat und welchen quantitativen Einfluss dieses auf den Wert des Unternehmens hat. Basierend auf diesen Überlegungen möchte ich das Währungsrisiko eines Euro- und eines Dollar-Investors in derselben Aktie einander gegenüber stellen.

 

Um konkrete Berechnungen durchzuführen, muss auch ich einige Annahmen treffen; diese bitte ich zu überprüfen und ggf. zu widerlegen.

  1. Wir betrachten ein langfristiges Aktien-Investment in einem hinreichend liquiden Titel. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Märkte grundsätzlich effizient sind und dass Arbitrage funktioniert.
  2. Ich nehme die Position eines Value-Investors ein. Diesen halte ich langfristig für denjenigen, der den Kurs des Titels überwiegend beeinflussen wird. Auf chartorientierte Investoren werde ich in einer Fußnote eingehen.

Los geht's.

 

Wir betrachten ein fiktives Unternehmen, das aber ein reales Unternehmen sein könnte. Dieses Unternehmen sei zu je 50% in Euroland und den USA tätig und erziele deshalb seine Cash-Flows und Gewinne zu je 50% in beiden Märkten und beiden Währungen. Das Unternehmen könnte McDonald's heißen; es könnte auch Volkswagen heißen; ich machte bewusst keine Aussage über seine "Heimatwährung" und seine Börsenlistings. Ich mache auch keine Aussage darüber, in welcher Währung das Unternehmen bilanziert (weiter unten werde ich kommentieren, wieso).

 

Das Unternehmen verwende einen Natural Hedge von 100%, d. h. es habe in jedem seiner Teilmärkte die kompletten Einnahmen und Ausgaben jeweils in der lokalen Währung (dies werde ich später noch kommentieren); dafür verwende es einen Währungs-Hedge von 0% für die erzielten Gewinne (auch dies werde ich später noch kommentieren).

 

Das Unternehmen habe stabile, aber nicht wachsende Gewinne und sei demzufolge bewertet mit einem KGV von 10. Dies sei der entscheidende Faktor für den Value Investor: Er will sein Geld mit 10% verzinst haben und geht deshalb das Risiko eines Aktien-Investments ein. (Die Dividendenrendite soll dabei keine Rolle spielen, da nicht ausgeschüttete Gewinne den Unternehmenswert erhöhen bzw. für Aktienrückkäufe oder Schuldentilgung eingesetzt werden; Geldverbrennung durch misslungene Übernahmen schließen wir in diesem Modell aus, weil dies mit dem Thema des Währungsrisiko nichts zu tun hat.)

 

Zum Zeitpunkt des Kaufs der entsprechenden Aktie sei das Währungspaar 1 Euro = 1,40 US-Dollar. Der Aktienkurs habe zum Zeitpunkt des Kaufes 100 Euro bzw. 140 Dollar betragen, je nachdem, an welcher Börse das Papier gekauft wurde.

 

Zum Zeitpunkt der Betrachtung des Anlageerfolges sei das Währungspaar 1 Euro = 1,20 US-Dollar. An dieser Stelle kommt der erste Gedanke, den ich so im bisherigen Diskussionsverlauf noch nicht gesehen habe. Ich stelle hiermit die Frage: Wo steht der Aktienkurs jetzt? Darüber wurden nämlich bisher Annahmen getroffen, ohne diese zu begründen.

Eine Annahme muss ich an dieser Stelle selbst treffen: Der Markt sei effizient und preise keine weitere Währungsveränderung in der nächsten Zeit mit ein. Das Währungsverhältnis von 1,20 werde vom Markt also als "vernünftig" angesichts der aktuellen (gegenüber dem vorherigen Verhältnis anscheinend veränderten) Gegebenheiten angesehen.

 

Das Unternehmen wird über sein KGV von 10 bewertet. Es erzielt 50% seiner Gewinne im Euro-Raum; zum Zeitpunkt des Kaufs waren dies 5 Euro pro Aktie und Jahr, und aufgrund des 100% Natural Hedge haben wir keinen Grund zur Annahme, dies habe sich geändert. Es erzielt 50% seiner Gewinne im Dollar-Raum; zum Zeitpunkt des Kaufs waren dies 7 Dollar pro Aktie und Jahr, und aufgrund des 100% Natural Hedge haben wir keinen Grund zur Annahme, dies habe sich geändert. Einen reinen Währungshedge des Unternehmens haben wir ausgeschlossen. Kontrollrechnung: Beim Kauf waren 7 Dollar gleich 5 Euro, das Unternehmen hat also 5 Euro in Europa und 5 Euro in den USA verdient, macht zusammen 10 Euro, also ein KGV von 10 bei einem Aktienpreis von 100 Euro. Analoge Rechnung in Dollar führt zu 7 + 7 = 14 Dollar Gewinn pro Aktie und Jahr und zu einem Aktienkurs von 140 Dollar. So weit, so gut.

 

Inzwischen ist aber der Euro auf 1,20 Dollar gesunken. Was bewirkt dies für den Wert des Unternehmens?

 

  1. Blickwinkel: Der Euro-Investor rechnet: Gewinne in Europa betragen weiterhin 5 Euro pro Aktie und Jahr, Gewinne in den USA betragen 7 Dollar pro Aktie und Jahr, die nun zu einem Kurs von 1,20 Dollar pro Euro in 5,83 Euro umgetauscht werden, um in Euro zu bilanzieren. Das Unternehmen verdient nun also 5,00 Euro + 5,83 Euro = 10,83 Euro pro Aktie und Jahr. Wenn ich das Unternehmen immer noch mit einem KGV von 10 bewerte, dann muss sein fairer Wert bei einem Aktienkurs von 108,33 Euro liegen, weil der Gewinn des Unternehmens von 10,00 auf 10,83 Euro gestiegen ist.
  2. Blickwinkel: Der Dollar-Investor rechnet: Gewinne in den USA betragen weiterhin 7 Dollar pro Aktie und Jahr, Gewinne in Europa betragen 5 Euro pro Aktie und Jahr, die nun zu einem Kurs von 1,20 Dollar pro Euro in 6,00 Dollar umgetauscht werden, um in Dollar zu bilanzieren. Das Unternehmen verdient nun also 7,00 Dollar + 6,00 Dollar = 13,00 Dollar pro Aktie und Jahr. Wenn ich das Unternehmen immer noch mit einem KGV von 10 bewerte, dann muss sein fairer Wert bei einem Aktienkurs von 130,00 Dollar liegen, weil der Gewinn des Unternehmens von 14,00 auf 13,00 Dollar gesunken ist.

Der Kurs des Unternehmens muss sich also in beiden Währungen ändern, wenn sich das Währungsverhältnis geändert hat, weil wir effiziente Märkte unterstellt haben. Alle hiervon abweichenden Szenarien können zu keinem plausiblen Ergebnis führen. Und 108,33 Euro * 1,20 = 130 Dollar - bingo.

 

Nun wird auch klar, wieso ich keine Aussage darüber gemacht haben, in welcher Währung das Unternehmen bilanziert. Das spielt nämlich in der obigen Rechnung gar keine Rolle. Entscheidend sind für den KGV-orientierten Investor allein die Gewinne, die in den beiden Währungsräumen erzielt wurden; da diese jeweils 50% des Unternehmensgewinns ausmachen, bietet die Aktie einen Hebel von 0,5 auf das Verhältnis zwischen Euro und Dollar, egal wo und in welcher Währung sie notiert. Durch den Anstieg des Dollars um (140 / 120) - 1 = 16,66% hat der Euro-Investor einen Gewinn von 8,33% gemacht; durch den Rückgang des Euro um 1 - (120 / 140) = 14,28% hat der Dollar-Investor einen Verlust von 7,14% gemacht. Beide Investoren unterliegen einem Währungsrisiko! Das ist der Grund, weshalb ich auch die Währung des Heimat-Listings verschwiegen habe. Denn diese taucht in der gesamten Rechnung nicht auf - und es gibt auch keinen Grund dafür. (EDIT: Währungs-Prozent-Rechnung korrigiert)

 

Meine Schlussfolgerungen basierend auf den obigen Ausführungen sind:

  1. Selbst ein Investment in eine deutsche Aktie, die in Euro notiert und bilanziert, birgt immer noch ein Währungsrisiko für den Euro-Investor; wie hoch dieses ist, hängt davon ab, welche Gewinne in welchen Währungsräumen das Unternehmen erzielt. Denn diese Gewinne ändern sich bei einer Änderung des Währungsverhältnisses mit, und damit die Bewertung des Unternehmens insgesamt.
  2. Die Währung, in der ein Investment bei irgendwelchen Börsenlistings denominiert ist, spielt für den Wert des Unternehmens keine Rolle - und damit auch keine Rolle für den Anlageerfolg des Value-Investors, wenn wir langfristig effiziente Märkte unterstellen.

Hätten wir dem Unternehmen erlaubt, seine Gewinne zu 100% erfolgreich und in der richtigen Richtung zu hedgen, dann würde das Unternehmen in beiden Fällen Währungsgewinne gemacht haben, und zwar in beiden Fällen gleich hohe Gewinne. Für jeden Prozentwert zwischen 0% und 100% Währungs-Hedge trifft dies gleichermaßen zu; der Währungs-Hedge reduziert den Hebel des Währungsrisikos, aber kein Unternehmen verwendet einen Hedge von 100%. Deshalb habe ich den Währungs-Hedge in der obigen Rechnung vernachlässigt.

Es gibt allerdings ein Argument, das die "Heimatbörse" und die dortige Währung in eine besondere Position versetzt: Bei den meisten Unternehmen denkt der größte Teil der Investoren in dieser Währung. Daher ist die Unternehmensleitung daran interessiert, ihr Hedging an den Bedürfnissen dieser Investorenmehrheit auszurichten. Würde ein Unternehmen tatsächlich einen Währungshedge von 100% gegenüber seiner Heimatwährung vornehmen, dann wäre das Währungsrisiko gegenüber dieser Währung gleich Null. Bei großen, international diversifizierten Unternehmen macht es aber nicht genug Sinn, Währungshedge in hohen Prozentzahlen zu betreiben. Und da inzwischen angloamerikanische Investoren einen hohen Anteil an den DAX-Unternehmen besitzen, wäre es auch unrealistisch, anzunehmen, dass die DAX-Unternehmen ihre Cash Flows zu 100% für den Euro hedgen - das würden ihre amerikanischen Großinvestoren ihnen schnell ausreden. Umgekehrt sollte Fresenius Medical Care sein erhebliches Dollar-Risiko in Richtung Euro hedgen, um die Anforderungen des Großaktionärs Fresenius zu erfüllen.

 

Würden wir auch die Anforderung des 100-prozentigen Natural Hedge weglassen, dann müssten wir im vorherigen Absatz "Gewinne" durch "Cash Flows" ersetzen. Dann wären wir bei der (allgemeineren und korrekteren) Aussage von Stairway im Startposting dieses Threads; diese zu veranschaulichen war der Sinn des vorliegenden Postings. In diesem Fall ist auch ein Währungshebel von deutlich mehr als 1 möglich, beispielsweise bei deutschen Automobilherstellern, die überwiegend im Euro-Markt produzieren bzw. Modelle entwickeln, aber überwiegend auf dem Dollar-Markt (inklusive Asien) ihre Einnahmen erzielen. Solche Unternehmen sind dann tatsächlich auf eine hohe Hedge-Quote angewiesen.

 

Da im vorliegenden Thread auch Anleihen als Beispiel genannt worden, ein Wort auch über diese: Ich bin durchaus der Meinung, dass man Aktien und Anleihen bezüglich des Währungsrisikos einheitlich behandeln kann und sogar muss. Denn wenn ich eine Aktie über ihr KGV bewerte, dann ist sie für mich in erster Linie ein Zahlungsversprechen, also de facto eine Anleihe mit unendlicher Laufzeit. Die Anleihe entspricht dann dem Zahlungsstrom eines Unternehmens mit 100% seiner Cash Flows im Währungsraum der Anleihen-Denomination; mein Währungsrisiko sollte bei einer amerikanischen Staatsanleihe genauso hoch sein wie bei der Aktie eines amerikanischen Eisenbahnkonzerns (der vermutlich ebenfalls 100% seiner Cash Flows in US-Dollar haben wird, im Gegensatz zu McDonald's).

 

Abschließend die versprochene Fußnote zu den chartorientierten Investoren. Der Heimatmarkt weist natürlich eine Besonderheit auf: Er ist in den meisten Fällen der liquideste Markt, und damit meiner Meinung nach sowohl derjenige mit der geringsten Ineffizienz als auch derjenige, in dessen Referenzwährung ein Chartanalyse-Artikel wahrscheinlich die meisten Leser und Investoren finden wird. Wenn ich mich mit Chartanalyse beschäftigen würde, dann würde ich als den zugrunde liegenden Chart immer denjenigen der liquideste Börsen verwenden (also wahrscheinlich denjenigen am "Heimatmarkt") und Aussagen über Chart-Formationen in anderen Währungen vernachlässigen. Einen Chart von McDonalds in Euro zu analysieren halte ich daher für sinnlos, denn diejenigen Marktteilnehmer, die tatsächlich so denken, argumentieren zum größten Teil mit dem Chart in Dollar. Und wenn Chartanalyse eine Vorhersage des Herdentriebes ist, dann muss ich die größte Herde betrachten und nicht diejenige, die ich zufällig am besten sehen kann.

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Posted · Edited by vanity
Zitatverkürzung

...

 

Danke für diesen langen und genauen Artikel. Genau so sieht es aus und ich wundere mich immer noch, wie nunmehr 21 Seiten über ein so einfaches Thema, das nun oft genug dargelegt wurde, verfasst werden können...

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Posted · Edited by BondWurzel

...

 

Danke für diesen langen und genauen Artikel. Genau so sieht es aus und ich wundere mich immer noch, wie nunmehr 21 Seiten über ein so einfaches Thema, das nun oft genug dargelegt wurde, verfasst werden können...

Deine Meinung war aber bisher nicht mit der Napfschen konform, jetzt macht du es dir aber sehr einfach.

 

Da im vorliegenden Thread auch Anleihen als Beispiel genannt worden, ein Wort auch über diese: Ich bin durchaus der Meinung, dass man Aktien und Anleihen bezüglich des Währungsrisikos einheitlich behandeln kann und sogar muss.

liebster Stairway, da warst du anderer Meinung!

Der Heimatmarkt weist natürlich eine Besonderheit auf: Er ist in den meisten Fällen der liquideste Markt, und damit meiner Meinung nach sowohl derjenige mit der geringsten Ineffizienz als auch derjenige, in dessen Referenzwährung ein Chartanalyse-Artikel wahrscheinlich die meisten Leser und Investoren finden wird. Wenn ich mich mit Chartanalyse beschäftigen würde, dann würde ich als den zugrunde liegenden Chart immer denjenigen der liquideste Börsen verwenden (also wahrscheinlich denjenigen am "Heimatmarkt") und Aussagen über Chart-Formationen in anderen Währungen vernachlässigen. Einen Chart von McDonalds in Euro zu analysieren halte ich daher für sinnlos, denn diejenigen Marktteilnehmer, die tatsächlich so denken, argumentieren zum größten Teil mit dem Chart in Dollar. Und wenn Chartanalyse eine Vorhersage des Herdentriebes ist, dann muss ich die größte Herde betrachten und nicht diejenige, die ich zufällig am besten sehen kann.

 

Das ist keine Besonderheit, sondern der Normalfall bezüglich des Heimatmarktes, Charts zwecks rückblickende Analyse des Erfolges, als Anlageentscheidung etwas anderes. Nicht im Kontext des bisherigrn Verlaufes das Ganze.

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Hallo zusammen,

 

ich hätte eine praktische Frage. Im Quartalsbericht der BAT steht:

 

• Good revenue growth of 5% at constant rates of exchange

• Revenue growth of 1% at current rates of exchange

 

Die Börse hat sehr zufrieden die 5% aufgenommen. Aber das ist doch eine rein rechnerische Einheit?

 

An exchange rate that eliminates the effects of exchange rate fluctuations and that is used when calculating financial performance numbers. Companies with major foreign operations often use constant currencies when calculating their yearly performance measures.

 

Das praktische Ergebnis ist doch 1%? Warum freut sich dann bitte die Börse über die rechnerischen 5%, wenn man nach den realen Währungsverlusten gegenüber der Heimatwährung nur 1% mehr real in der Tasche hat? Rechnen die Investoren damit, dass Schwankungen dieses Jahr negativ das Ergebnis in der Heimatwährung drücken und nächstes vielleicht positiv puschen werden? Oder sitzen viele Investoren in anderen Währungsräumen und machen sich daher keine Gedanken über die Entwicklung in der Heimatwährung der BAT?

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