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Pfennigfuchser

Risikopuffer - Wie hoch?

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Pfennigfuchser
Posted

Hallo,

 

man liest ja immer mal wieder, dass man einen Risikopuffer von 3-6 Nettomonatsgehältern auf dem Tagesgeldkonto haben sollte, um von der kaputten Waschmaschine bis hin zur Überbrückung von Arbeitslosigkeit Liquidität zur Verfügung zu haben.

 

Bisher habe ich ich daran gehalten. 3 Gehälter liegen auf dem TG-Konto, 3 in kurzfristig freiwerdenden Festgeldern.

 

Am Wochenende habe ich meine Finanzhistorie unter die Lupe genommen: mir erscheint dieser Puffer viel zu hoch. In 10 Jahre habe ich ihn nicht einmal angenagt. Mein Partner hat einen Puffer in gleicher Höhe. Ich kann mir kein Szenario ausdenken, in dem wir diese beiden Puffer in der Höhe wirklich benötigen würden.

 

Ich überlege, den Puffer zugunsten anderer Anlage deutlich zu reduzieren.

 

Wie handhabt Ihr das? Geht Ihr nach obiger Daumenregel? Wie hoch sollte Eurer Meinung nach so ein Puffer sein?

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Malvolio
Posted · Edited by Malvolio

Ich habe auch kein festes Polster. Die Überlegung dahinter ist ja, dass einen unerwartete Ausgaben nicht in Schwierigkeiten bringen. Eine neue Waschmaschine kann ich mir zur Not auch aus dem Dispo leisten. Notfalls kann ich auch dann noch ein paar Wertpapiere verkaufen. Aber das passt natürlich nicht für jeden. Aber man sollte insgesamt darauf achten, dass man bei Bedarf flüssig ist. Individuell hängt das natürlich sehr stark am eigenen Einkommen, der Vermögenssituation und am Lebensstil bzw. der familiären Situation.

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polydeikes
Posted · Edited by polydeikes

Dacore mit Malvolio. Vor allem Einkommen und Vermögenssituation sind entscheidend. Ich gehöre auch zu denen, die grundsätzlich zu einem Liquiditätspolster von 3-6 Monatsgehältern raten, allerdings eher im Kontext mit Berufsanfängern und denen, die am Beginn ihrer finanziellen Existenz stehen.

 

Wenn man 10-15 Jahre gearbeitet, sparsam gelebt und Vermögen aufgebaut hat, ist ein solcher Rat zwar nicht pauschal falsch aber eben auch nicht so essentiell. Bei Doppeleinkommen dann auch noch 2 Puffer a quasi insgesamt 12 Monatsgehälter in einem Haushalt ist wirklich sehr vorsichtig.

 

Man sollte eben in der Lage sein solche kurzfristigen Kosten decken zu können. Sei es die Reperatur des Autos, der Waschmaschine etc. pp.. Für die Masse der Leute in Deutschland ist dieser Rat mit 3-6 Monatsgehältern mit Sicherheit sehr empfehlenswert, die meisten dürften daran schlichtweg schon scheitern. Die meisten dürften auch nicht den Dispo für diese Situation, sondern den Dispo als Standard nutzen ... glaubt man den Statistiken.

 

Man muss auch sehen, dass dieses Forum hier nicht unbedingt repräsentativ für die Gesellschaft ist. Wer kein Geld über hat, wird in der Regel nicht auf die Idee kommen ein Wertpapierforum aufzusuchen.

 

Springender Punkt bei dem Rat sind 2 Sachen:

a) ich sollte Geld nicht langfristig und risikobehaftet anlegen, wenn deshalb dann nicht in der Lage bin alltägliche kleine Risiken zu stemmen

B) ich sollte vermeiden Schulden zu machen und für solche kleinen Risiken eben Rücklagen bilden

 

Summen, Art und Weise etc. kann jeder handhaben wie er will. Seien es die Silbermünzen im Wertschrank oder das Geld auf dem Tagesgeldkonto. Jeder wie er mag, Sinn und Zweck steht oben.

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postguru
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ich mache das nicht an einem Wert für X Nettogehälter fest.

 

Ich ermittele den Bedarf für absolut notwendige Ausgaben für die vergangenen 12 Monate.

 

Rollierend alle 3 Monate.

 

Diesen Wert teile ich durch 2, runde auf ganzen Tausender ab und fertig.

 

Da ich mit Quicken meine Finanzen verwalte ist dies über einen Standardbericht kein Problem.

 

Ich habe mir überlegt, welche Ausgaben auf jeden Fall weiterlaufen müssen und im Fall des Falles aus Rücklagen gedeckt werden müssen.

Weiterhin gehören dazu die Tilgungsraten für die Immobilie, die als Buchung ja nur vom Girokonto aufs Darlehenskonto verschoben werden.

 

Positionen wie Urlaub, Freizeit und Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter gehen z.B. nicht in den Bericht mit ein.

 

Änderungen im Ausgabeverhalten wirken sich verzögert auf die Rücklage aus.

 

Mit dem Ergebnis habe ich ein gutes Gefühl.

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Maikel
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bis hin zur Überbrückung von Arbeitslosigkeit Liquidität zur Verfügung zu haben.

Dieser Punkt scheint mir in der Diskussion zu kurz gekommen zu sein.

 

Man sollte also überlegen, was man in so einer Situation, vielleicht auch lange Krankheit o.ä., für feste Ausgaben hat (Hypothek z.B.).

 

Wenn eh monatlich eine größere Summe übrigbleibt, die man z.B. regelmäßig spart, dann braucht der Puffer wohl nicht so groß zu sein.

 

Gruß, Michael

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Ramstein
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In meinen Augen ist "Puffer" der falsche Ausdruck. Was man sicherstellen will, ist die Liquidität. Die stelle ich über eine entsprechende Lombardvereinbarung mit den Depotbanken sicher. Wenn ich für unter 3% Zinsen im Falle eines Falles die Liquidität für 6 Monate bekomme, wozu soll ich da einen "Puffer" anlegen?

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Pfennigfuchser
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Wenn ich für unter 3% Zinsen im Falle eines Falles die Liquidität für 6 Monate bekomme, wozu soll ich da einen "Puffer" anlegen?

Weil ich mir nichts leihen mag?

 

Ich denke, der Ansatz zu schauen, was man an absolut notwendigen Ausgaben hat (Wohnung, Nahrung, wichtige Versicherungen, sonst. Verpflichtungen) und sich dann zu überlegen, wieviele Monate man davon durchhalten können will (sagen wir mal sechs), ist nicht verkehrt - und würde meinen Puffer auf 1/3 der derzeitigen Summe abschmelzen lassen. Was ich dann allerdings nicht mehr könnte, aber vielleicht noch können will <_< , ist spontan auch im Verwandtenkreis aushelfen zu können.

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BondWurzel
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In meinen Augen ist "Puffer" der falsche Ausdruck. Was man sicherstellen will, ist die Liquidität. Die stelle ich über eine entsprechende Lombardvereinbarung mit den Depotbanken sicher. Wenn ich für unter 3% Zinsen im Falle eines Falles die Liquidität für 6 Monate bekomme, wozu soll ich da einen "Puffer" anlegen?

 

Kommt auch drauf an, wie dein Depot aufgestellt ist...einige kurzfr. Anleihen sollte man schon haben, wo man zur Not gut rauskommt, das reicht dann schon. Cashpositionen sind ja oft auch im Depot vorhanden.

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Pfennigfuchser
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Kommt auch drauf an, wie dein Depot aufgestellt ist...einige kurzfr. Anleihen sollte man schon haben, wo man zur Not gut rauskommt, das reicht dann schon. Cashpositionen sind ja oft auch im Depot vorhanden.

Im Prinzip schon. Aber ich möchte meine Anlage und diesen Risikopuffer nicht vermischen. Ich habe auch gar keine Lust, bei der Anlage auch noch die Pufferfunktione neben der eigentlichen Allokation im Auge zu haben. Eure Antwort auf meine Frage, wenn Ihr Anleihe usw miteinbezieht, ist "0".

 

Das ist mir dann doch etwas wenig, aber ich wollte ja hören, wie Ihr das seht.

 

Kann noch jemand von Null verschiedene Werte bieten?

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BondWurzel
Posted

Das hängt doch von deinen individuellen Präferenzen ab, was nützen dir da andere Vorgaben, aktuell halte ich auf Festgeld cash für 2 Jahre Lebensunterhalt bei den aktuellen Rahmenbedingungen.

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Maikel
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Das hängt doch von deinen individuellen Präferenzen ab, was nützen dir da andere Vorgaben, aktuell halte ich auf Festgeld cash für 2 Jahre Lebensunterhalt bei den aktuellen Rahmenbedingungen.

An Festgeld konmst du doch im Notfall nicht so leicht ran.

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Pfennigfuchser
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Das hängt doch von deinen individuellen Präferenzen ab, was nützen dir da andere Vorgaben, aktuell halte ich auf Festgeld cash für 2 Jahre Lebensunterhalt bei den aktuellen Rahmenbedingungen.

An Festgeld konmst du doch im Notfall nicht so leicht ran.

Wenn es für zwei Jahre reichen soll, benötigt er ja nicht alles sofort, da ist es schon sinnvoll, wenn ein Teil erst in 1 oder 1,5 Jahre fällig wird.

 

Cash für zwei Jahre ist allerdings eine ganze Menge. Obwohl, wenn ich meine Fest- und Tagesgeldpositionen so überschlage, und das in Relation zu den Lebenshaltungskosten setze, komme ich auch auf 2,5 Jahre, was aber eher an den niedrigen Lebenshaltungskosten liegt. Außerdem ist da der ein oder andere Spargroschen für eine fixes Ziel (neues Auto in x Jahren) dabei. Die handhabe ich normalerweise getrennt von anderen Portfolioerwägungen.

 

Eure Anmerkungen unterstützen allerdings meine Vermutung, dass der 6 Monatspuffer neben dem normalen Portfolio das auch einen Teil Tages oder Festgeld enthält, zu viel des Guten ist. Ich werde wohl erst einmal auf drei Monate reduzieren und dann weitersehen, soviele Anlagemöglichkeiten gibt es ja im Moment eh nicht...

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BondWurzel
Posted

 

An Festgeld konmst du doch im Notfall nicht so leicht ran.

Wenn es für zwei Jahre reichen soll, benötigt er ja nicht alles sofort, da ist es schon sinnvoll, wenn ein Teil erst in 1 oder 1,5 Jahre fällig wird.

 

Cash für zwei Jahre ist allerdings eine ganze Menge. Obwohl, wenn ich meine Fest- und Tagesgeldpositionen so überschlage, und das in Relation zu den Lebenshaltungskosten setze, komme ich auch auf 2,5 Jahre, was aber eher an den niedrigen Lebenshaltungskosten liegt. Außerdem ist da der ein oder andere Spargroschen für eine fixes Ziel (neues Auto in x Jahren) dabei. Die handhabe ich normalerweise getrennt von anderen Portfolioerwägungen.

 

Eure Anmerkungen unterstützen allerdings meine Vermutung, dass der 6 Monatspuffer neben dem normalen Portfolio das auch einen Teil Tages oder Festgeld enthält, zu viel des Guten ist. Ich werde wohl erst einmal auf drei Monate reduzieren und dann weitersehen, soviele Anlagemöglichkeiten gibt es ja im Moment eh nicht...

Sorry, Fehler von mir, ist Tagesgeld... :thumbsup:

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Fondsanleger1966
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6 Monate sind eher als Empfehlung für Familien mit Kindern zu hören/lesen. Wenn die Familenkutsche kaputt geht, gleichzeitig der Heizöltank gefüllt werden muss usw.

 

Es gibt allerdings ein paar Situationen, wo es auch Kinderlose treffen kann. Z.B. ein Autounfall, wo nicht nur der PKW ersetzt werden muss, sondern auch die eigenen Vorderzähne.

 

Auch in der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation kann es nicht schaden, mit einem Teil des Geldes rasch agieren zu können.

 

Ich würde daher nicht nur nach hinten schauen, wie es in der Vergangenheit war. Und außerdem dafür dankbar sein, dass die Notreserve in der Vergangenheit nie gebraucht wurde. :rolleyes:

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