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Norica

Optionsausübung

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Norica
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Hallo,

 

ich hätte gern die praktische Erfahungen gewusst, die Leute als Stillhalter mit europäischen Aktienoptionen gemacht haben, wenn der Ausübungspreis erreicht wird und Option 'in the money' läuft.

Es geht mir darum zu erfahren, ob grundsätzlich mit (vorzeitiger/sofortiger) Ausübung zu rechenen ist oder in welchen Fälle es möglicherweise nicht dazu gekommen ist.

Bitte keine rein theoretischen Betrachtungen, weil mir das ohne Praxisbezug nichts nützt.

Danke schon einmal.

 

 

LG Norica

 

 

PS: Ich hoffe ich liege richtig, wenn ich dieses Thema hier eröffne, sonst bitte ich um Nachsicht und verschieben. Bin eigentich eher Leser denn Schreiber.

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klausk
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Optionen auf Aktien haben normalerweise immer amerikanische Ausuebung, d.h. sie koennen bis zum Verfall jederzeit ausgeuebt werden. Werden sie aber sehr selten, denn wer ausuebt, verschenkt den noch vorhandenen Zeitwert. Optionen auf Indizes sind idR vom europaeischen Typ, koennen also nur am Verfallsdatum ausgeuebt werden.

 

Wenn so eine Option "im Geld" ist, dann wird sie idR. automatisch ausgeuebt (kann von Land zu Land unterschiedlich sein). Angenommen, du hast die Option verkauft und bist also der Stillhalter, hier ist,, was passiert. Wars ein Call, dann muss dein Broker die Aktien liefern, notfalls kauft er sie auf deine Rechnung im offenen Markt. Wars ein Put, dann bekommst du die Aktien eingebucht. Ist nicht genug Geld auf dem Konto, dann werden beliebige andere Positionen liquidiert.

 

Vorzeitige Ausuebung ist mir noch nie passiert. Sie ist denkbar, weil dein Kontrahent (der Kaeufer der Option) ungewoehnliche Umstaende hat, z.B. er hat eine Shortposition im Underlying, die ihm unter den Fuessen weggezogen worden ist -- selten, aber kann passieren.

 

Es ist mir ein einziges Mal passiert, dass eine Short-Position nicht ausguebt wurde, obwohl sie mit 75 Cent im Geld war. Den Grund dafuer habe ich natuerlich nie erfahren.

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etherial
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Für europäische Optionen gilt, dass sie (fast) garantiert am Ende der Laufzeit ausgeübt werden, wenn sie im Geld sind. So wie ich es verstanden habe, muss ein Inhaber einer Option diese aktiv ausüben. D.h. wenn er das ausüben verpennt, dann hat einer der Stillhalter Glück gehabt. @klausk: Stimmt das so, oder kümmert sich der Broker (IB, Lynx) darum, dass Optionen im Geld immer ausgeübt werden?

 

Für eine amerikanische Option ist das vorzeitige Ausüben möglich, wird aber nur sehr selten genutzt. Grundsätzlich gilt, dass man nur dann Ausüben sollte, wenn der Ausübungspreis größer als der Verkaufspreis ist:

- Bei Optionen auf dividendenlose Aktien kommt sowas praktisch nie vor (Ausnahme sind hier Änderungen am Aktiennennwert oder an den Aktienkonditionen, wie z.b. ein Aktiensplit).

- Anders bei einer Option auf eine Aktie mit Dividende. Kurz vor einer Dividendenausschüttung kann es sein, dass die erwartete Ausschüttung des Underlyings höher als der Zeitwert der Option ist. Verkaufen der Option geht hier nicht, weil jeder weiß, dass die Option nach der Ausschüttung um den Ausschüttungsbetrag niedriger bewertet wird. Ausüben geht aber.

 

Soweit zur Theorie. Da ich hier keine zweckdienlichen Hinweise zur Praxis bekommen habe, habe das mal auf amerikanischen Seiten zusammengesucht. Es scheint einige Zocker zu geben, die eine Kombination aus Aktie und Short Call lang genug vor der Ausschüttung kaufen (einen Covered Call) und dann die Ausschüttung abwarten. Ob die eigene Option ausgeübt wird hängt, ist jetzt eigentlich nur Glück.

- Wenn sie nicht ausgeübt werden, kassiert man die Dividende und da die Aktie gefallen ist, ist das Risiko des Short Calls ausgeübt zu werden geringer als vorher

- Wenn sie hingegen ausgeübt werden, kassiert man zwar die Dividende, allerdings verliert man sie wieder durch die Ausübung.

 

In Büchern habe ich gelesen, dass vorzeitige Ausübungen praktisch nur bei der letzten Dividendenausschüttung vorkommen, weil erst dann der Zeitwert niedrig genug ist, sodass es sich lohnt. Auf den bereits erwähnten amerikanischen Seiten habe ich aber auch gelesen, dass eine Ausübung im konkreten Fall eher die Regel als die Ausnahme ist. D.h. die wenigsten Anleger vergessen es ihre Optionen in den kritischen Momenten auszuüben.

 

@klausk: So wie ich deinen Beitrag verstehe, gibt es "außerordentliche Umstände" in denen es klüger ist auszuüben statt zu verkaufen.

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bb_florian
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Bei Put-Optionen, die sehr weit im Geld sind, würde ich auch damit rechnen, dass sie ab und zu ausgeübt werden, habe aber keine praktische Erfahrung damit.

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etherial
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Bei Put-Optionen, die sehr weit im Geld sind, würde ich auch damit rechnen, dass sie ab und zu ausgeübt werden, habe aber keine praktische Erfahrung damit.

 

Guter Hinweis :thumbsup: . Das gilt sowohl für Optionen amerikanischen als auch für europäischen Typs.

 

Auch hier ist aber Voraussetzung, dass der Ausübungspreis höher ist als der Verkaufspreis.

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Norica
Posted · Edited by Norica

Danke für die bisherigen Antworten.

 

Und Entschuldigung dafür, das ich mich nicht ganz genau ausgedrückt habe, aber ihr habt das schon richtig gedeutet.

Ich meinte natürlich Optionen amerikanischen Typs auf europäische Aktien.

Weitere Erfahrungen sind gern gesehen.

 

 

Um den Hintergrund meiner Frage etwas zu erklären: Ich gehe davon aus, das die meisten Stillhalter ihre Optionen mit dem Ziel verkaufen, das diese eben nicht ausgeübt wird. Ich möchte mich aber aus bestimmten Gründen genau entgegengesetzt aufstellen und würde eine (u.U. automatische) Ausführung begrüßen.

@klausk, Du bist in diesem Segment relativ aktiv, mit welchem Ziel gehtst Du eine short-Optionsposition ein?

 

LG

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klausk
Posted · Edited by klausk

Ich kann nur über meine US-Erfahrungen berichten. Die Clearingstelle OCC übt schon seit Jahren jede in-the-money Option aus. (Wir reden hoffentlich über Aktien-(Equity-)Optionen; Indexoptionen haben ein paar Besonderheiten, u.a. sind sie europäischen Typs.) Der Käufer einer ITM-Option kann bei seinem Broker beantragen, die Option nicht auszuüben. Der Sinn ist mir nicht klar.

 

@Norica, bei Short Calls erwarte ich immer den Verfall, bei Short Puts entweder Verfall oder Ausübung, d.h. ich will die Aktie zu einem niedrigeren als dem aktuellen Preis kaufen. Häufig kombiniere ich den Kauf eines OTM-Calls mit dem Verkauf eines OTM-Puts. Das heisst, ich bekomme den Call mehr oder weniger gratis und habe zugleich die Aussicht auf eine Ausübung des Puts.

 

@etherial und @bb_florian: Wenn der Ausübungspreis höher ist als der Verkaufspreis, dann stimmt etwas mit der Preisbildung der Options nicht. Sollte sich dadurch eine Gelegenheit zur Arbitrage ergeben, dann sollte man sie natürlich ausnutzen. Ich habe eine solche Situation aber noch nie gesehen. Dasselbe gilt für deep-in-the-money Puts. Mir ist nur eine fehlerhafte Preisbildung in Erinnerung: Da wurden zehn Puts, weit aus dem Geld, mit $0.40 quotiert -- die Gelegenheit war zu gut. Ich habe zugeschlagen, und im Bruchteil einer Sekunde war die Quotierung auf $0.10 gesunken. Das waren leicht verdiente $400.

 

Eine Möglichkeit zur Arbitrage kann es geben, wenn eine Ausschüttung bevorsteht, weil die Spreads bei Optionen grösser sind als bei Aktien. Das müsste man im Einzelfall mal durchrechnen, habe ich aber noch nie gemacht, weil dividendenzahlende Aktien nicht meine bevorzugte Spielwiese sind.

 

Ein Covered Call (long 100 Aktien, short 1 Call, gewöhnlich OTM, kann aber auch ITM sein) ist keine Zockerei. Die Prämie fliesst in meine Kasse und verringert den Kaufpreis der Aktien, egal ob der Call ausgeübt wird oder nicht. Als Gegenleistung für die Prämie verzichte ich auf jeden möglichen Gewinn über den Strikepreis hinaus. Für eine Dividendenzahlung wichtig ist nur der Besitz der Aktien; Optionen spielen keine Rolle.

 

Erwartete Dividenden gehen in die Preisbildung nach der Black-Scholes-Formel ein und sollten damit keine grossen Arbitrage-Chancen eröffnen. Allerdings reflektiert die tatsächliche Preisbildung nicht immer die Formel -- das könnte man von Fall zu Fall versuchen auszunutzen. Ich sehe da keine Grundlage für eine Optionsstrategie auf der Basis von Dividenden.

 

Aktiensplits haben auch keine Auswirkungen. Die Strikepreise werden automatisch angepasst. Anpassung erfolgt auch in anderen Situationen.

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etherial
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@etherial und @bb_florian: Wenn der Ausübungspreis höher ist als der Verkaufspreis, dann stimmt etwas mit der Preisbildung der Options nicht.

 

War nicht ganz korrekt, was ich geschrieben habe. In einem effizienten Markt ist der Ausübungspreis gleich dem Verkaufspreis. In der Realität kann er aber auch geringfügig höher liegen.

 

Beispiel:

Aktie A hat heute einen Wert von 50$, eine erwartete Ausschüttung von 5$ (morgen). Ich besitze eine Call-Option auf A mit Basispreis 45$ und Restlaufzeit 1 Monat.

- der Innere Wert der Option vor der Ausschüttung ist 5$, nach der Ausschüttung 0$

- nach Ausschüttung ist der Verkaufswert bei 0$ + Zeitwert

- Wenn ich die Option ausübe erhalte ich 5$

- Wenn ich die Option verkaufe erhalte ich ~ max(5$, 0$ + Zeitwert)

- Nehmen wir mal an, dass heute überhaupt jemand Optionen kauft, er kann das nur mit dem Ziel machen sie heute noch auszuüben.

- Jede nicht ausgeübte, gehaltene Option bedeutet, dass der Halter über Nacht 5$ verlust macht

 

=> in der oben genannten Situation werden Call-Optionen überhaupt nur deswegen gekauft um sie auszuüben. Vorhandene Call-Optionen werden (wenn der Halter intelligent ist) ausgeübt (oder verkauft und dann muss der neue Besitzer sie erneut ausüben oder verkaufen). Im Endeffekt bedeutet das aber auch, dass am Ende jede Call-Option ausgeübt ist.

 

Dasselbe gilt für deep-in-the-money Puts.

 

Meinst du die gibt es selten, oder das die selten ausgeübt werden?

 

Eine Möglichkeit zur Arbitrage kann es geben,

 

Alles wovon ich rede ist keine Arbitrage ... es gibt kein Free Lunch. Wer vergisst auszuüben wird allerdings ein Expensive Lunch haben.

 

Die Prämie fliesst in meine Kasse und verringert den Kaufpreis der Aktien, egal ob der Call ausgeübt wird oder nicht. Als Gegenleistung für die Prämie verzichte ich auf jeden möglichen Gewinn über den Strikepreis hinaus. Für eine Dividendenzahlung wichtig ist nur der Besitz der Aktien; Optionen spielen keine Rolle.

 

Die Aktie liefert die Dividende. Der Kurs sinkt um die Dividende, die Call-Option gewinnt die Dividende, wenn sie nicht ausgeübt wird - das ist der Gewinn, auf den einige hoffen. Wie schon gesagt: Dieser "Trick" funktioniert nur sehr selten (im effizienten Markt gar nicht), weil eben jeder rationale Spekulant ausübt.

 

Erwartete Dividenden gehen in die Preisbildung nach der Black-Scholes-Formel ein und sollten damit keine grossen Arbitrage-Chancen eröffnen.

 

Nur dass das Black-Scholes-Modell für Optionen amerikanischen Typs keine korrekten Aussagen macht. Preise von dividendenbehafteten Aktien lassen sich analytisch nicht ermitteln. Deswegen weicht man üblicherweise auf das (numerische) Binomialmodell aus, welches mit Dividendenausschüttungen umgehen kann.

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klausk
Posted · Edited by klausk

Zum Thema Preisbildung fuer Optionen: Der Optionsrechner von IB (andere m.W. auch -- keine Ahnung, welches Modell sie benutzen) fragt nach den erwarteten Dividenden. Sie kommen ja selten ueberraschend, obwohl auch das vorkommen kann -- in dem Fall wuerde ich dir Recht geben. Wenn du also in deinem Beispiel einen A-Call mit Strike 45 besitzt, dann hast du aufgrund der erwarteten Dividende bereits einen Preis fuer den Call bezahlt, der hoeher lag als wenn A keine Dividende zahlen wuerde. Kann es sein, dass du einem aehnlichen Trugschluss unterliegst wie Jene, die eine Aktie vor der Dividendenzahlung verkaufen und gleich danach wieder kaufen wollen?

 

Dasselbe gilt für deep-in-the-money Puts.

Meinst du die gibt es selten, oder das die selten ausgeübt werden?

Mit "dasselbe" meinte ich die fehlerhafte Preisbildung fuer die Option.

 

Die Aktie liefert die Dividende. Der Kurs sinkt um die Dividende, die Call-Option gewinnt die Dividende, wenn sie nicht ausgeübt wird - das ist der Gewinn, auf den einige hoffen. Wie schon gesagt: Dieser "Trick" funktioniert nur sehr selten (im effizienten Markt gar nicht), weil eben jeder rationale Spekulant ausübt.

Dieser "Trick" funktioniert sowenig wie der o.g. "Trick" mit dem Verkaufen und Kaufen der Aktie.

 

Und, wie gesagt, Ausuebung ist automatisch, falls der Halter nicht ausdruecklich das Gegenteil verlangt.

 

Nachtrag zu Optionsrechner: Am besten gehst du zur offiziellen Quelle: der CBOE. Dort wird nach der erwarteten Hoehe der Dividenden und dem Datum gefragt. Also: Divis sind eingepreist.

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klausk
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Nur dass das Black-Scholes-Modell für Optionen amerikanischen Typs keine korrekten Aussagen macht. Preise von dividendenbehafteten Aktien lassen sich analytisch nicht ermitteln. Deswegen weicht man üblicherweise auf das (numerische) Binomialmodell aus, welches mit Dividendenausschüttungen umgehen kann.

Erwartete Dividenden werden auch im Black-Scholes Modell beruecksichtigt. Wikipedia.

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Norica
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@Häufig kombiniere ich den Kauf eines OTM-Calls mit dem Verkauf eines OTM-Puts. Das heisst, ich bekomme den Call mehr oder weniger gratis und habe zugleich die Aussicht auf eine Ausübung des Puts.

 

 

Hm...das hat zwar mit der Ausübung nichts mehr zu tun, aber von was gehst Du aus, wenn Du eine offensichtlich fallende Aktie über einen OTM-Put bekommen möchtest und gleichzeitig einen OTM-Call kaufst, was man ja eigentlich bei steigendem Kurs macht? Klar bekämst Du den Call 'gratis', aber wenn Du den nicht kaufst, bleibt doch mehr übrig.

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klausk
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Diese Combo setzt voraus, dass ich die Aktie zwar haben will, aber von der Moeglichkeit eines kurzen Ruecksetzers profitieren will. Wenn die Aktie "offensichtlich fallend" ist, dann will ich sie natuerlich nicht haben und wuerde die Combo nicht aufsetzen.

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Norica
Posted · Edited by Norica

@ etherial

 

Die Sache mit den Dividenden kam mir auch kurz in den Sinn. Aber ich gehe grundsätzlich davon aus, das die anderen Marktteilnehmer nicht sehr vergesslich sind und ihre Chancen auch wahrzunehmen wissen :thumbsup:.

Und ich mags gern übersichtlich, wenn um die Dividendenzahlung alles so eng beieinander liegen würde, wäre mir das zu stressig. Da muss nämlich ich dann aufpassen :lol:.

 

Was die Sache mit der Preisbildung angeht: Das ist für mich schon wichtig, aber ich bemühe nicht ständig irgendwelche Rechner dazu. Ob das gefährlich sein kann, werde ich in Erfahrung bringen. Bisher jedenfalls nicht über 50%.

 

 

Danke für eure Antworten.

 

Diese Combo setzt voraus, dass ich die Aktie zwar haben will, aber von der Moeglichkeit eines kurzen Ruecksetzers profitieren will. Wenn die Aktie "offensichtlich fallend" ist, dann will ich sie natuerlich nicht haben und wuerde die Combo nicht aufsetzen.

 

OK, offensichtlich fallend war nicht richtig, ohne einenZeitraum zu benennen. Rücksetzer wäre der bessere Ausdruck gewesen. Trotzdem die Frage, warum dann den Call? Weil Du die Aktie trotzdem auch zu einem höheren Preis bekommen willst?

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etherial
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Erwartete Dividenden werden auch im Black-Scholes Modell beruecksichtigt. Wikipedia.

 

Im Kapitel über American Options findest du das Dilemma von Black-Scholes mit Amerikanischen Optionen:

1. Es gibt keine geschlossene Formel dafür

2. Es gibt keine allgemeine Form mit Hinweis auf einen vorzeitigen Ausübungstermin

 

An der Eurex werden die Optionen amerikanischen Typs deswegen mit Binomialmodell nach Cox-Ross-Rubinstein berechnet. Ich gehe davon aus, dass andere Optionsbörsen ebenfalls damit arbeiten.

 

Die Sache mit den Dividenden kam mir auch kurz in den Sinn. Aber ich gehe grundsätzlich davon aus, das die anderen Marktteilnehmer nicht sehr vergesslich sind und ihre Chancen auch wahrzunehmen wissen :thumbsup:. Und ich mags gern übersichtlich, wenn um die Dividendenzahlung alles so eng beieinander liegen würde, wäre mir das zu stressig. Da muss nämlich ich dann aufpassen :lol:.

 

Die Covered-Call-Divienden-Strategie ist ziemlich seltsam, ich sehe das genauso wie du. Es ging mir nur darum, zu belegen, dass Optionen vor Ausschüttungen unter Umständen ausgeübt werden. Und das steht in dem verlinkten Artikel.

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klausk
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Die Covered-Call-Divienden-Strategie ist ziemlich seltsam.

Wenn die US-Börsen wieder offen und aktuelle Zahlen verfügbar sind, werde ich diesen Ansatz mal checken. Ich habe HCP im Auge, aber wegen Hurricane Sandy könnte das knapp werden. HCP plante, am 30.10. Zahlen bekannt zu geben, der 1.11. sollte der Ex-Tag sein. 4,5% Div-Rendite, hätte ein gutes Beispiel sein können.

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Norica
Posted · Edited by Norica

Hm...da es (zumindest hier) anscheinend nicht so viele Erfahrungen zur vorzeitigen Ausübung gibt und ich mir das jetzt ein paar Tage etwas näher angesehen habe, kommen mir doch Zweifel, ob die vorzeitige Ausübung die Regel ist.

Zum einen vermute ich den hier schon angesprochenen Zeitwert, der dadurch verschenkt wird. Da der immer kleiner wird, je näher die Option ihrem Ende kommt, könnten sich Ausübungen ein paar Tage davor häufen.

 

1. Frage: Wenn jemand schon mit vorzeitiger Ausübung zu tun hatte, war das dann eher am Ende der Laufzeit?

 

2. Frage: Welchen Sinn (außer Absicherung) hat es, einen Put zu verkaufen der im Geld liegt? Ich mein ich könnte ja theoretisch sofort nach dem Verkauf ausgeübt werden. Mit welchen Überlegungen gehen hier Verkäufer und Käufer den Deal ein? :unsure:

 

 

 

LG

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klausk
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Hm...da es (zumindest hier) anscheinend nicht so viele Erfahrungen zur vorzeitigen Ausübung gibt ...

In einigen hundert Short-Trades, Calls und Puts, habe ich noch kein einziges Mal eine vorzeitige Ausübung erlebt. Zählt das als Erfahrung?

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etherial
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Hm...da es (zumindest hier) anscheinend nicht so viele Erfahrungen zur vorzeitigen Ausübung gibt und ich mir das jetzt ein paar Tage etwas näher angesehen habe, kommen mir doch Zweifel, ob die vorzeitige Ausübung die Regel ist.

 

Du tust geradezu so, als ob zufällig ausgeübt wird. Dem ist nicht so. Es gibt Situationen in denen Ausüben der beste Weg ist. Dass klausk das nicht erlebt, liegt daran, dass er keine Aktien veroptioniert, die hohe Dividenden anhäufen. Darüber hinaus ist bei einer Call-Option üblicherweise nur der letzte Dividendentermin relevant.

 

Zum einen vermute ich den hier schon angesprochenen Zeitwert, der dadurch verschenkt wird. Da der immer kleiner wird, je näher die Option ihrem Ende kommt, könnten sich Ausübungen ein paar Tage davor häufen.

 

1. Frage: Wenn jemand schon mit vorzeitiger Ausübung zu tun hatte, war das dann eher am Ende der Laufzeit?

 

Abgesehen von Dividenden-Ausschüttungen gibt es keinen Zeitpunkt in denen ein rationaler Optionshalter seine Option ausüben sollte (anstatt zu verkaufen). Je näher der Ausschüttungstermin am Laufzeitende ist, desto wahrscheinlicher ist eine Ausübung.

 

2. Frage: Welchen Sinn (außer Absicherung) hat es, einen Put zu verkaufen der im Geld liegt? Ich mein ich könnte ja theoretisch sofort nach dem Verkauf ausgeübt werden. Mit welchen Überlegungen gehen hier Verkäufer und Käufer den Deal ein? :unsure:

 

Mit einem Short-Put im Geld kann man eigentlich nichts absichern. Sinn macht es für denjenigen, der genau die gegenteilige Kurserwartung hat, wie der Käufer des Long-Put.

 

Ausgeübt wird der Long-Put deswegen nicht, weil man beim Verkauf des Long-Put höhere Preise erziehlt. Bei Puts ist eine vorzeitige Ausübung nur dann zu erwarten, wenn der Kurs des Underlyings nahe bei 0 steht. Wer dann trotzdem noch Puts verkauft, geht tatsächlich das Risiko ein ausgeübt zu werden. Allerdings ist die Optionsprämie dann auch ziemlich hoch.

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Schinzilord
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Wenn ich am Tag nach Verfallstag long einer itm Index-Option bin, übt Lynxbroker die Option für mich automatisch aus (cash settlement)?

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klausk
Posted · Edited by klausk

@etherial, ich etwas ausgegraben zum Thema "Odds of Assignment." Vielleicht findest du da Informationen und weitere Anregungen.

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Norica
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In einigen hundert Short-Trades, Calls und Puts, habe ich noch kein einziges Mal eine vorzeitige Ausübung erlebt. Zählt das als Erfahrung?

 

Ja natürlich zählt das, danke :)

 

 

Du tust geradezu so, als ob zufällig ausgeübt wird. Dem ist nicht so. Es gibt Situationen in denen Ausüben der beste Weg ist. Dass klausk das nicht erlebt, liegt daran, dass er keine Aktien veroptioniert, die hohe Dividenden anhäufen. Darüber hinaus ist bei einer Call-Option üblicherweise nur der letzte Dividendentermin relevant.

 

Ich glaube nicht, dass zufällig ausgeübt wird, sondern ebenfalls, dass dies von der Situation abhängig ist. Andererseits wird mir gerade klar: Wenn sich die Ausübung lohnen würde, ist das im Preis der Option ja ebenfalls enthalten und der Verkauf viel einfacher, als die Ausübung. Da hätte ich selber draufkommen müssen... :angry:

 

 

Mit einem Short-Put im Geld kann man eigentlich nichts absichern. Sinn macht es für denjenigen, der genau die gegenteilige Kurserwartung hat, wie der Käufer des Long-Put.

 

Ausgeübt wird der Long-Put deswegen nicht, weil man beim Verkauf des Long-Put höhere Preise erziehlt. Bei Puts ist eine vorzeitige Ausübung nur dann zu erwarten, wenn der Kurs des Underlyings nahe bei 0 steht. Wer dann trotzdem noch Puts verkauft, geht tatsächlich das Risiko ein ausgeübt zu werden. Allerdings ist die Optionsprämie dann auch ziemlich hoch.

 

Der Verkäufer des Put nicht, der Käufer kann sich jedoch den Kurs absichern. Aber auch hier stimmt natürlich, der Verkauf des gekauften Put ist einfacher und der Gewinn ja enthalten.

Wenn das Underlyings nahe Null steht, wars vermutlich ein schlechtes Geschäft :w00t:

 

 

Ich danke euch nochmal für eure Antworten.

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