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ctsun

ERGO Berufsunfähigkeitsversicherung, vorvertragliche Anzeigepflicht

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ctsun

ich bräuchte mal eine fachkundige hilfe:

 

folgende ausgangssituation meiner freundin:

sie hatte damals eine einsteiger bu bei der ergo zum berufsstart.

diese wurde 2010 umgestellt in eine "richtige" bu bei denen im hause. keine erhöhung sondern ein komplett neuer vertrag.

der ergo mitarbeiter (ihr onkel) hat sie gefragt ob sie gesund sei und ist nicht im einzelnen die punkte durchgegangen, die im antrag stehen. sie sagte ja, da sie es zum derzeitigen standpunkt auch war. (ihrem empfinden nach)

daher habe ich beim durchsehen der unterlagen gesehen, dass überall nein angegeben wurde und sie somit als gesund angesehen wurde und der antrag zu normalen bedingungen angenommen wurde.

beim durchgehen aller fragen (allergie, rücken etc) hätte sie nicht mehr gesagt dass sie gesund sei.

jetzt kommen wir zum großen problem. ich kenne ihre gesundheitsakte und da stehen soviele sachen drin, die sie eigentlich hätte angeben müssen. (cholesterin, hws blockierung, allergie usw).

 

da sie ja eh keine leistung bekommen würde, wenn ein bu fall eingetreten wäre (verletzung der vorvertraglichen) hat sie alle gesundheitsdinge der ergo mitgeteilt und diese ist natrürlich vom vertrag zurückgetreten.

und meine freundin sieht von dem geld was sie eingezahlt hat nichts mehr.

 

gibt es irgendeine möglichkeit, was sie jetzt machen kann? sie wurde ja nicht im einzelnen nach den gesundheitsfragen gefragt und hat dahingehend ihrem onkel auch vertraut.

oder hat sie im dümmsten fall einfach pech gehabt.

 

PS: eine RS hat sie leider nicht.

 

 

ich hoffe auf eure hilfe

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Matthew Pryor

Leider einer der Fälle,bei denen sich Vertrauen nicht auszahlt.Denn selbst wenn man in Erwägung ziehen würde,gegen die Art und Weise wegen Falschberatung vorzugehen,muss sich die Freundin natürlich die Frage gefallen lassen,warum sie sich das,was sie letztlich unterschreibt,nicht gründlich durchliest.Und dazu gehören nun einmal auch die Gesundheitsfragen auf dem Antrag.Ich kenne ähnlich gelagerte Fälle,und aus meiner Sicht besteht hier keine Möglichkeit,sich z.B. die gezahlten Beiträge auszahlen zu lassen.

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Gerald1502

Hallo Ctsun,

 

Dein geschilderter Fall ist mehr als tragisch. Dies ist genau das, was ich hier in diesem Beitrag klar kritisiert habe.

 

Was an Information interessant wäre zu wissen ist folgendes.

 

Ab wann bestand denn die Starter Berufsunfähigkeitsversicherung und warum wurde denn der Neuvertrag überhaupt empfohlen?

Gab es keine andere Möglichkeit die Berufsunfähigkeitsrente zu erhöhen?

Waren schon bei der Einsteiger BU Fehler bei den Gesundheitsfragen gemacht worden?

Warum wurde denn die Gesundheitssituation so vorschnell der ERGO mittgeteilt? Hätte es auch eine andere Lösung geben können?

Gibt es ein Beratungsprotokoll und wenn ja, was wurde darin vermerkt?

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polydeikes

Fall von dumm gelaufen. Der Vermittler haftet nicht, der Versicherungsnehmer hatte die Unterlagen vorliegen (muss sie ja unterschreiben). Kein Anspruch iwelcher Art ...

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ctsun

danke für die schnellen antworten.

 

@gerald:

die einsteiger bu bestand seit 2007. der neuvertrag wurde empfohlen, weil man die alte angeblich nicht erhöhen konnte, was ich persönlich nicht ganz glaube.

aber ich kenne auch die produkte der ergo, ehemals hamburg mannheimer, nicht wirklich.

daher hat sie einfach ihrem onkel vertraut. ist ja quasi der onkel und der will einem ja nichts schlechtes.

 

bei der einsteiger bu sind die bu fragen meines wissens nach richtig beantwortet worden.

 

welche andere lösung hätte es denn geben können, um nicht die gesundheitsfragen der ergo mitzuteilen? ich gehe stark davon aus, dass die ergo gnadenlos auf die vorvertragliche geht im leistungsfall.

jedenfalls wird sie klipp und klar sagen, dass solche gesundheitlichen defizite nicht einfach zufällig vergessen wurden.

 

beratungsprotokoll habe ich keines gesehen. jedenfalls nicht in den unterlagen.

 

daher gehe ich leider davon aus, dass matthew und poly recht haben :(

jedenfalls hat sie nun einen grund alle verträge der ergo zu "entsorgen"

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Matthew Pryor
ist ja quasi der onkel und der will einem ja nichts schlechtes.

So ärgerlich diese Entwicklung für deine Freundin ist: Ich persönlich glaube tatsächlich nicht,dass der Onkle sich der Tragweite seiner Vorgehensweise bewusst war. Ich durfte schon das eine oder andere Gespräch mit ehemaligen Mitarbeitern von Strukturvertrieben, sei es die DVAG oder OVB,führen. In aller regel werden die Jungs und Mädels nicht damit konfrontiert,was eine derartige Vorgehensweise mitunter für die Betroffenen bedeuten kann. Da wird dann tatsächlich erwähnt "im Zweifelsfall drückt der Versicherer schon ein Auge zu".Traurig,aber wahr.

welche andere lösung hätte es denn geben können, um nicht die gesundheitsfragen der ergo mitzuteilen? ich gehe stark davon aus, dass die ergo gnadenlos auf die vorvertragliche geht im leistungsfall.

Ich möchte diese Vorgehensweise niemanden ans Herz legen,aber notfalls muss ein Gericht klären,ob dem Versicherungsnehmer Vorsatz bzw. versuchter oder umgesetzter Versicherungsbetrug vorzuwerfen sind,wenn die Fristen für Anfechtung,Rücktritt und co. bereits abgelaufen sind.

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ctsun

@matthew: diese vorgehensweise lässt sich doch bestimmt nur umsetzen, wenn man eine rechtsschutz hat oder viel geld in der hinterhand für das verfahren oder? laut TV versuchen die versicherungen ja alles, um es in die länge zu ziehen, damit der versicherte irgendwann aufgibt

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polydeikes

Wer BU ist, hat häufig gar nicht mehr die Kraft für entsprechendes prozeßieren. Siehe BU Ursachen überwiegend psychischer Natur. Geld und Zeit sind da nur 2 von 3 großen Sorgen.

 

Man kann auf die Verjährung spekulieren, aber ernsthaft empfehlen wird es Alex mit Sicherheit niemandem.

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Matthew Pryor
· bearbeitet von Matthew Pryor
Man kann auf die Verjährung spekulieren, aber ernsthaft empfehlen wird es Alex mit Sicherheit niemandem.

Um Himmels Willen,nein.Das ist nur dann eine "Option",wenn alle Stricke gerissen sind.Torsten hat das schon ganz richtig dargestellt.In diesem speziellen Fall ist ja ein Stück weit die Naivität bzw. das Vertrauen des VN in den Vermittler Schuld an der vertrackten Situation.Und ein weiterer Hinweis darauf,dass die genaue Aufarbeitung der Krankenakte der erste und und m.M.n. wichtigste Schritt für die Antragstellung an sich ist.Im Leistungsfall sitzt immer noch die Leistungsabteilung des Versicherers am anderen Ende der Leitung.Und die Jungs und Mädels verstehen in aller Regel ihren Job.

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ctsun

danke für die schnellen antworten. also weg mit dem ding und bei mehreren gesellschaften anonyme anfragen stellen und hoffen dass man irgendwo gescheiten schutz bekommt

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Matthew Pryor
also weg mit dem ding

Das "Ding" ist doch durch den Rücktritt des Versicherers schon erledigt.Einer der weiteren Gründe,warum es neben den gesundheitlichen Wehwehchen schwierig sein dürfte,einen neuen Vertrag zu bekommen:bereits geschlossene Verträge sind unter Umständen angabepflichtig.Bezüglich der gesundheitlichen Probleme könnte es sich anbieten,eine BU mit vereinfachten bzw. eingeschränkten Gesundheitsfragen ins Auge zu fassen.Oder eine BU über einen Kollektivvertrag des Arbeitgebers→bAv.

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