Ramstein November 26, 2013 · bearbeitet November 26, 2013 von Ramstein Der Papst hat sein erstes apostolisches Schreiben veröffentlicht: APOSTOLISCHES SCHREIBEN EVANGELII GAUDIUMDES HEILIGEN VATERS PAPST FRANZISKUSAN DIE BISCHÖFE,AN DIE PRIESTER UND DIAKONE,AN DIE PERSONEN GEWEIHTEN LEBENS UND AN DIE CHRISTGLÄUBIGEN LAIENÜBER DIE VERKÜNDIGUNG DES EVANGELIUMS IN DER WELT VON HEUTE Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung 53. Ebenso wie das Gebot „du sollst nicht töten“ eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen“ sagen. Diese Wirtschaft tötet. Es ist unglaublich, dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht. Nein zur neuen Vergötterung des Geldes 55. Einer der Gründe dieser Situation liegt in der Beziehung, die wir zum Geld hergestellt haben, denn friedlich akzeptieren wir seine Vorherrschaft über uns und über unsere Gesellschaften. Die Finanzkrise, die wir durchmachen, lässt uns vergessen, dass an ihrem Ursprung eine tiefe anthropologische Krise steht: die Leugnung des Vorrangs des Menschen! Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. 56. Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. Außerdem entfernen die Schulden und ihre Zinsen die Länder von den praktikablen Möglichkeiten ihrer Wirtschaft und die Bürger von ihrer realen Kaufkraft. Zu all dem kommt eine verzweigte Korruption und eine egoistische Steuerhinterziehung hinzu, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. In diesem System, das dazu neigt, alles aufzusaugen, um den Nutzen zu steigern, ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden. Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen 57. Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes. Die Ethik wird gewöhnlich mit einer gewissen spöttischen Verachtung betrachtet. Sie wird als kontraproduktiv und zu menschlich angesehen, weil sie das Geld und die Macht relativiert. Man empfindet sie als eine Bedrohung, denn sie verurteilt die Manipulierung und die Degradierung der Person. ...In diesem Sinn rufe ich die Finanzexperten und die Regierenden der verschiedenen Länder auf, die Worte eines Weisen des Altertums zu bedenken: » Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen. « Und jetzt warte ich darauf, dass die Kirche ihren Besitz teilt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Anleger Klein November 26, 2013 Dann hoffe ich für dich, dass du über ausreichend Snacks, Filme und ein dickes Sitzfleisch verfügst, könnte eine Weile dauern... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
€-man November 26, 2013 Viele Jahrhunderte befanden sich die Temperaturen z. T. weit unter dem Gefrierpunkt. Seit wenigen Wochen haben wir Tauwetter. Was kommt raus? Gemecker (u.a. Frauen als Priester), weil nicht schon Hochsommer herrscht. Gruß €-man Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sthenelos November 26, 2013 Franziskus Von ihm werden wir noch vieles sehen und hören, ich bin sehr zufrieden wie er das bisher macht. "Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen." Hier wird es aber nicht so einfach, siehe Mindestlohn. Ist es gerechter, wenn eine Million mehr verdienen und der Zehnte Teil davon dann aber keine Arbeit mehr hat? oder ist es gerechter, wenn alle arbeiten können, für weniger? unterscheiden muss man zwischen einer Wunschvorstellungen oder eine realistischen Vorstellung. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
MysticX November 27, 2013 57. Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes. Als Atheist fühle ich mich durch solche Sätze auf den Schlips getreten. Zwischen den Zeilen liest es sich ja so: "Wer nicht an Gott glaubt, ist unethisch" Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
€-man November 27, 2013 · bearbeitet November 27, 2013 von €-man 57. Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes. Als Atheist fühle ich mich durch solche Sätze auf den Schlips getreten. Zwischen den Zeilen liest es sich ja so: "Wer nicht an Gott glaubt, ist unethisch" Warum trägst Du dann Schlips? Durch die vorherrschende Umkehrung der Seitenhiebe (Atheist teilt aus, Christ steckt ein) tragen deshalb nur noch wenige Christ-Gläubige einen Schlips. Dies stellt zwar keineswegs eine Bankrotterklärung dar, es vereinfacht lediglich das Leben. Gruß €-man Edit: Einen Hieb in Deine Richtung kann ich ohnehin schwerlichst erkennen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LagarMat November 27, 2013 Der Franziskus scheint(!) der zu sein, den sich viele Katholiken lange erhofft haben. Dennoch drängst sich mir nun umso mehr die dunkle Vorahnung auf, dass Franziskus das Schicksal eines JFK teilen wird, wenn er diesen Aussagen konkrete Taten folgen lassen will. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Establishment, das mit sich machen lassen wird. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
€-man November 27, 2013 Der Franziskus scheint(!) der zu sein, den sich viele Katholiken lange erhofft haben. Dennoch drängst sich mir nun umso mehr die dunkle Vorahnung auf, dass Franziskus das Schicksal eines JFK teilen wird, wenn er diesen Aussagen konkrete Taten folgen lassen will. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Establishment, das mit sich machen lassen wird. Weshalb auch nicht schon hochsommerliche Temperaturen - wie von vielen gefordert - herrschen. Sonst könnte Deine Vorahnung durchaus zutreffen. Gruß €-man Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
domkapitular November 27, 2013 57. Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes. Als Atheist fühle ich mich durch solche Sätze auf den Schlips getreten. Zwischen den Zeilen liest es sich ja so: "Wer nicht an Gott glaubt, ist unethisch" Das hinkt aber irgendwie schon in der Aussagenlogik : "Hinter meiner Null-Diät verbirgt sich die Ablehnung von Brokkoli und Fleischkonserven" ergo : Wer Gemüse ist, der ist kein Vegetarier ? Ich glaube, speziell momentan hat speziell die katholische Kirche mehr einzustecken als sie an Atheisten austeilt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag