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klausk

Optionen - ein paar Beispiele

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klausk
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Ich muss vorausschicken: ich lebe in den USA und trade US-Aktien und -Optionen. Informationen über die Unternehmen sowie Aktien- und Optionskurse findet ihr z.B. bei finance.yahoo.com. Alle Kurse/Preise/Strikes sind in USD.

 

Generell bin ich meistens optimistisch, das ist im Folgenden leicht zu erkennen. Ich habe derzeit drei Optionen offen, zwei verfallen im August, die dritte im Juli. Alle verfallen, wie generell üblich, bei Börsenschluss am dritten Freitag des Monats.

 

Tiffany (TIF). Im April hampelten die Börsen immer noch unentschlossen vor sich hin. Selbst die Luxuskette Tiffany war von 93 schon wieder auf 85 zurückgefallen. Kaufen wollte ich TIF aber nicht, mir schien das Risiko zu gross. Also habe ich am 17.4. einen Debit-Spread aufgemacht. Dabei wir ein Call gekauft und an anderer Call mit einem höheren Strike verkauft, beide mit demselben Verfallsdatum. Oder auch mehrere Calls, aber die Anzahl sollte dieselbe sein. Die Idee dabei ist, dass ich mit einem Long Call, in diesem Fall mit Strike 90 an einer Aufwärtsbewegung über 90 partizipiere und mit einem Short Call mit Strike 95 meine Kosten verringere -- auch wenn ich dafür die Aussicht auf einen weiteren Gewinn weggebe, falls der Kurs über 95 steigt. Für den Long Call habe ich 3.10 bezahlt und für den Short Call 1.55 eingenommen. In meiner Kurzschrift sieht das so aus:

 

B 1 TIFaug90c 3.10

S 1 TIFaug95c 1.55

 

Weil ich bei InteractiveBrokers handele und die beiden Vorgänge gebündelt habe (durch das Fenster “Optiontrader”), zahlte ich eine Commission von 1.59 -- (zum Thema Broker bitte ins Unterforum Broker, Bank und Handelsmanagement schauen). Netto hat mich der Spread also (3.10-1.55)*100-1.59=156.59 gekostet. Maximaler Gewinn (falls der Kurs auf 95 oder darüber steigt): (95-90)*100-156.59=343.41. Maximaler Verlust (falls der Kurs unter 90 fällt): die gezahlte Commission, also 156.59.

 

Angesichts der Kursentwicklung von TIF (gestern: 100.58) habe ich die 343.41 in der Tasche. Die Kombination nennt sich übrigens Debit-Spread, weil man für diesen Spread etwas bezahlen muss. Es gibt auch Credit-Spread, also Spreads, bei denen man Geld heraus bekommt, aber das ist eine andere Baustelle.

 

 

Trimble Navigation (TRMB). Zwischen dem Kauf von 200 TRMB am 7.3. bei 39.54 und dem Verkauf am 7.4. hatte ich einen Verlust von 330.17 hingelegt. Nochmal einen Monat später war der Kurs weiter gefallen: 33.77 -- was tun? Ich mag nicht nach dem Prinzip “Schnäppchenpreis” handeln und wieder einsteigen, aber angesichts der guten Ratings bei Investor's Business Daily (IBD) konnte ich die Finger nicht stillhalten und habe beim Kurs von 33.77 eine bullishe Kombination von einen Long Call mit Strike 35 und einem Short Put mit Strike 32.5 aufgesetzt.

 

B 1 TRMBaug35c 1.70

S 1 TRMBaug32.5p 1.60

 

Commission für die Combo (“Risk Reversal”): 1.83. -- Warum diese Combo so heisst, weiss ich leider nicht; sie heisst nun mal so.

 

TRMB hat mir bis jetzt den Gefallen getan und ist gestiegen (gestern: 38.64). Der Long Call steht jetzt bei 4.40. Der Short Put ist jetzt weniger wert (0.375), mithin bringen mir beide Seiten Gewinn, beim heutigen Stand 288.06+120.55-1.83=388.61.

 

Beim Stand von gestern ist der Gewinn mit TRMB schon höher als er beim TIF-Trade je werden könnte, und falls TRMB ins Unermessliche steigen sollte, steigt mein Call ebenso (“unermesslich” minus 1.83. Aber was ist mit dem Risiko?

 

Falls TRMB vor dem Verfall pleite gehen sollte, dann ist nicht nur mein Call wertlos, es wird sicher jemand kommen und verlangen, dass ich seine 100 TRMB zum Stückpreis von 32.50 kaufe. Well, such is life. Im Ernst, sollte TRMB unter 32.5 fallen, ohne dass eine totale Pleite droht, dann verkaufe ich die 100 schnellstens und halte so meinen Verlust so gering wie möglich. Vielleicht behalte ich sie ja auch und hoffe auf einen Turnaround -- obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass das in der Mehrzahl der Fälle eine “losing strategy” ist.

 

 

SPDR-ETF: World except USA (GWL). Es soll ja auch ein Wirtschafts- und Börsenleben jenseits der US-Grenzen geben, also habe ich beim Stand einen Tippelschritt in diese Richtung getan. Im Grunde ist es dieselbe Kombination wie im Fall TRMB mit Long Call und Short Put, allerdings mit anderen Absichten, was ich zu tun gedenke, falls der Put ITM geht, also GWL unter den Strike fällt. Am 2.6. beim Stand von GWL bei 30.40:

 

B 3 GWLjul31c 0.18667

S 3 GWLjul30p 0.39333

 

Commission 6.75

 

Für die Calls habe ich netto 58.37 bezahlt, für die Puts habe ich 115.62 eingenommen, stehe also schon im Plus. Wenn nichts passiert, GWL also zwischen 30 und 31 bleibt, dann habe ich immer noch 57.25 in der Tasche, schlimmstenfalls bin ich dann mit knapp $9000 in der “Welt” investiert. Falls es zu einem grossen Ausbruch nach oben kommt, dann sollte ich mich vielleicht etwas mehr darum kümmern, was es jenseits von Atlantik und Pazifik sowie nördlich und südlich der US-Grenzen Investierenswertes gibt -- Hauptsache, ich kann es bei IB traden.

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OptionenBlog
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Hi klausk,

 

Essenz des Posts: Du findest die drei Unternehmen Tiffany, Trimple Navigation und World... kaufenswert?

 

Ich kenne Deine bullische Startegie als "Synthetic Long". Ein Call und ein verkaufter Put, um den Einstiegsoreis zu drücken mit klarem Risiko, falls es nach unten geht. Als die günstigste Methode, um in eine Position einzusteigen. Nur die Aktie zu kaufen hätte das gleiche Risikoprofil.

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klausk
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Das Kind hat in der Tat diesen Namen, und? Was tut der Mensch, der zwar bullish ist, aber nicht viel Kapital binden und trotzdem von einem Anstieg profitieren will, für den Optionen aber Neuland sind? Was sind deine Erfahrungen mit Synthetic Longs?

 

Ich gebe keine Empfehlungen ab. Ich beschreibe in diesem Beitrag, was ich tue und warum ich es tue, und ich beschreibe auch die Risiken. Gerade dieses Unterforum "Optionen", das ich mit Unterstützung eines Moderators aufgemacht habe, existiert zu eben diesem Zweck: Werkzeuge und Methoden zu beschreiben, die in Deutschland noch nicht selbstverständlich sind. Bekannt sind zwar Optionsscheine, aber die halte ich für organized Robbery. Jedenfalls sind meine Beiträge nicht dazu gedacht, Rezepte zu geben, die man nur nachzuahmen braucht. :)

 

Am Rande, habe ich nicht klargemacht, dass GWL für mich ein Spielchen war und ist? Nochmal: Keine Anlageempfehlungen, nur Anregungen, wie man Optionen benutzen kann. Jede Erfahrung ist willkommen; bring dich ein!

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Perlenfischer
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Im Ernst, sollte TRMB unter 32.5 fallen, ohne dass eine totale Pleite droht, dann verkaufe ich die 100 schnellstens und halte so meinen Verlust so gering wie möglich. Vielleicht behalte ich sie ja auch und hoffe auf einen Turnaround -- obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass das in der Mehrzahl der Fälle eine “losing strategy” ist.

 

Das einzig rationale Verhalten in dieser Situation. Du kommst die Position ja billiger zurück, wenn du ausgeübt wirst oder kaufst sie selbst zurück. Dreht der Kurs bei 32,50 nach oben, wird der Long Call wieder werthaltiger, je nach Restlaufzeit, und du kannst die Position schließen und den Ertrag vom Rückkauf der 100 TRMB abziehen. Ich sehe hier kaum Verlustrisiken und ich handle selbst so.

 

Ich verlinke mal zwei PDF's, wer sich einen Überblick über ein paar grundlegende Strategien verschaffen möchte.

 

Ertragsoptimierung in trendneutralen Marktphasen durch den Einsatz von Optionsstrategien

 

Optionsstrategien

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OptionenBlog
Posted · Edited by OptionenBlog

Bei einer Kombo:

 

B 3 GWLjul31c 0.18667

S 3 GWLjul30p 0.39333

kommen mehrere Risiken zusammen, die einzeln abgewogen gehören. Da es sich fast nur lohnt wenn man sehr nahe am Geld handelt - wie im obigen Fall, dann ist das Risiko der Ausübung z.B. immanent vorhanden. Gerade für Einsteiger halte ich persönlich diesen synthetischen long deshalb für zu riskant. Auch wenn ich mich wiederhole: Es ist wie ein Kauf des Underlyings - nur mit Turbo - siehe Risk Graph. Das gilt auch ganz speziell dann, wenn die Ausübung stattfindet und man auf einmal den Basiswert im Depot hat.

Der Vorteil ist natürlich, dass man nur einen relativ kleinen Betrag dem Risiko aussetzt. Der Gewinn ist natürlich bei diesen Menge auch bescheiden und vielleicht das Risiko nicht wert.

Dazu kommt die hohe Volatilität und das recht geringe Handelvolumen der Basiswerte. Wenn man nach oben und unten jeweils eine Standardabweichung einrechnet, dann liegt die Chance sehr hoch, außerhalb der Break Even Punkte zu landen.

Zusammengefasst: Es macht Sinn so zu handeln, wenn folgende Rahmenbedingungen stimmen:

- Hohes Handelsvolumen

- Niedrige Hist. Vola

- Keine News/Dividenden/Merger...

- Kurze Laufzeiten - gerade die oben genannten 6 Wochen

- Niedrige Kommissionen

- Eindeutige Erwartungen an das Underlying - bullisch

- Die Möglichkeit schnell zu handeln, falls was passiert - mit der Gefahr einer Schnellschuss-Fehlentscheidungd

Also IMHO etwas für Aktientrader, die nun Optionen nutzen - aber nichts für Leute, die eine "Optionsdenke" haben. Auch ein interessanter Diskussionsanlass: Unterscheide zwischen Aktien- und Optionentradern.

 

 

 

 

post-26779-0-96816700-1402484074_thumb.png

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Cai Shen
Posted · Edited by Cai Shen

Danke Klaus für die Mühe, mit Combos hatte ich bisher noch nicht so viel am Hut.

Werde mir die Beispiele bei Gelegenheit mal mit entsprechendem Chart ansehen.

 

Einen möchte ich auch beisteuern, ironischerweise ein Trade den ich ständig falsch einschätzte, der zwischenzeitlich in die "falsche" Richtung gelaufen ist und trotzdem ganz gut dasteht :rolleyes:

 

GPRE: Green Plains Renewable Energy (Ethanol Produzent, USA)

Ein Fundstück aus meiner regelmäßig gepflegten Watchlist nach O'Shaughnessy, eigentlich langfristige Kaufkandidaten und grundsätzlich überhaupt nicht als "Optionsfutter" gedacht.

Lief charttechnisch ab Mitte 2013 eher gen Süden und ich konnte mich lange nicht zum Einstieg in die Aktie durchringen, obwohl zunehmend günstig bewertet.

Fundamental muss dazu gesagt werden, dass die Biosprit- und Biodiesel-Produzenten 2013 lukrative Steuerermäßigungen bekamen und eine weitere Verlängerung der Subventionen für 2014 in Frage stand.

Kurzum: der sinkende Aktienkurs war mit Ausblick auf sinkende Profitabilität berechtigt, mit Shorts hab ichs aber nicht so (schon gar nicht, wenn die Fundamentaldaten prinzipiell gut aussehen und weitere staatliche Eingriffe möglicherweise die Marktpreise verzerren).

post-21194-0-86226600-1402478630_thumb.png

 

Im November dann eher schlechte Quartalszahlen, der Kurs sinkt von $16 auf $14 - ich bin mit der Aktie durch.

In den folgenden Tagen folgt jedoch eine rätselhafte Erholung, dann schwungvoller Ausbruch über die obere Kanallinie, kurze Konsolidierung bei 18 $, wenig später steht der Kurs gar knapp unter $ 20.

Ich natürlich immer noch an der Seitenlinie :'( - das musste sich jedoch ändern.

 

17.01.2014 KAUF 1 GPRE C17.50 Mar'14 @ $4.40

Sicher kein idealer Einstieg bei Kurs $20, aber immerhin endlich investiert, mit begrenztem Risiko - ohne gleich 2000$ Dollar zu binden (1 Kontrakt = 100 Aktien).

post-21194-0-11143500-1402481556_thumb.png

 

20.02.2014 VERKAUF 1 GPRE C17.50 Mar'14 @ $8.60

Mir reichts, mehrere intraday 5% Sprünge hintereinander verheißen nichts gutes - ein Kurs von 26,x $ erscheint auch zunehmend unrealistisch bewertet.

Dazu muss man klar sagen, es gab keinen ersichtlichen Grund für den doch bemerkenswerten Aufstieg.

Die +413 $ nach Kosten nehmen wir jetzt einfach mal mit.

 

post-21194-0-15720600-1402483380_thumb.png

09.04.2014 KAUF 1 GPRE P25 Sept'14 @ 2.60 (Kurs ~ 27,50)

Ok, es kam wie es kommen musste: die Aktie geht nach meiner Panikattacke im Februar dann doch weiter nach oben, bin mir aber sicher - jetzt kommt die Wende.

Charttechnisch siehts nicht gut aus, fundamental bin ich beim aufgerufenen Preis eh nicht (mehr) überzeugt, 2012 stand die Aktie immerhin bei 4$ !!!

 

Zugegeben, der Put kam völlig aus der Hüfte geschossen - bei einer Vola von ~55% viel zu teuer eingekauft, weil daraus ein extrem hoher Zeitwert resultiert - Chance / Risiko stimmen nicht.

Das war die letzte! Option, bei der ich nicht auf die Vola achte.

Selbst wenn der Trade in die richtige Richtung läuft, gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten, mit der Option nennenswerten Gewinn einzufahren.

a] Der Kurs fällt kurzfristig, die Vola bleibt weiterhin hoch (nur wann verkauft man einen Put, der im Wert steigt?)

b] abwarten, der Kurs fällt bis zum Verfallstag unter $ 23.40 (zunehmend unwahrscheinlich)

 

Der Kurs ging natürlich weiter nach oben, irgendwein Ausweg musste her

Ich habe am 21.04.2014 Lösung c) gewählt:

 

VERKAUF 1 GPRE C30 Dec'2014 @ 5.05$

KAUF 100 GPRE @29.50 $

Ich bin hier lediglich am Zeitwert der Option interessiert! Deshalb bewusste Auswahl der at-the-money Option mit der längst möglichen Laufzeit.

Die Aktien habe ich nur dazu genommen, um das Risiko eines ungedeckten Calls zu vermeiden.

Der bereits gekaufte (ungeliebte) Put wird einfach als Absicherungsinstrument nach unten integriert :P

 

Eine Kombination, mit der ich jetzt sehr gut leben kann - die Entwicklung der darunter liegenden Aktie kann mir beinahe egal sein.

GPRE steigt über 30$ -> Gewinn: 505 - 260 +50 = 295 $ und keine Aktien im Depot, da Option zu 30$ ausgeübt (Kaufpreis der Aktien 29.50 - daher kommen weitere 50$ Gewinn!)

GPRE 25 - 30$ -> Gewinn 505 - 260 = 245 $ (+ 100 GPRE im Depot verbleibend)

GPRE sinkt unter 25$ -> Gewinn 505 + PUT (+ 100 GPRE im Depot verbleibend)

 

Zumindest bis September kann hier wenig anbrennen, vor Ablauf des Puts sind eigentlich keine weiteren Änderungen an dieser Position geplant.

Natürlich besteht die Möglichkeit, bei stark sinkendem Kurs den long Put und short call doch noch zu verkaufen, bei implodierender Vola den 30er Call vorzeitig zu schließen und im passenden Marktumfeld eine neue short Call Position zu Strike 25 $ / 35 $ oder ähnliches aufzubauen.

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klausk
Posted · Edited by klausk

Es gibt ja doch noch Leben in der Optionenbude! Und zwar kommen Kommentare auch von Leuten, die eigene Erfahrungen beisteuern können. Nur zu. Das war der Sinn der Sache.

 

@OptionenBlog hat mich richtig erkannt: Ich bin ein Aktientrader, der schon seit vielen Jahren -- wenn auch nur von Zeit zu Zeit -- Optionsstrategien in die Praxis umsetzt. Schlaue Bücher habe ich auch gelesen, ebenso wie meisten, die sich ins Optionenforum einklinken -- ich denke, dass Manche den Schritt in die Praxis noch nicht gewagt haben. Vielleicht können wir ja auch die Optionsscheinfans umpolen. :lol: Übrigens, kann man deinen Blog irgendwo lesen?

 

Für die (noch) stillen Mitleser: Einige Combos enthalten ausser einem Long Call einen Short Put. Der verbilligt zwar den Long Call, man muss aber einen Plan haben (und zwar von Anfang an), wie man mit der Situation umgehen wird, wenn das Underlying fällt und die Aktien zugeteilt werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

 

* sich die Aktien zuteilen lassen und sie behalten -- Kaufpreis ist der Put-Strike minus eingenommene Prämie;

 

* die Aktien nach der Zuteilung sofort verkaufen -- es kann sogar noch ein Gewinn drin sein, wenn die Prämie hoch genug war;

 

oder vor dem Verfall

 

* den Put zurückkaufen;

 

* die Aktie kaufen -- dann werden beim Verfall beide Positionen gegeneinander verrechnet.

 

Ähnlich bei einem Naked Call:

 

* den Call zurückkaufen;

 

* die Aktien kaufen.

 

Was lohnt sich mehr? Kommt auch auf den Broker an. Soweit ich weiss, berechnen einige in D Geld für Ausübung und Assignment. IB machts umsonst.

 

@Cai Shen: Green Plains ist gerade wegen seiner Volatilität gut für Short Options geeignet, weil die Prämien relativ hoch sind. Geht die Aktie mal wieder in den langweiligen Modus über, dann sinken Vola und Prämien, und du kannst allein dadurch etwas Geld verdienen.

 

Was ich aus meinem Aktientrading gelernt habe (dank IBD, die ich seit 15 Jahren abonniere), ist gerade bei starken Bewegungen, ob auf oder ab, auf das Volumen zu achten. Ich sehe es so: Volumen gibt einer Kursänderung Bedeutung. Gerade bei GPRE gut zu sehen. Der Ausbruch am 6. Juni zeigte ein überdurchschnittliches Volumen. Ich interpretiere die Chart als eine Cup-with-handle, bilderbuchmässig gefolgt von einer kleinen Abwärtsbewegung bei geringem Volumen (bullish). Deshalb eine Anregung (keine Empfehlung :P):

 

B 1 GPREjul35c 0.75

S 1 GPREjul30p 1.20 (beide mit Vola 45)

oder

B 1 GPREsep35c 2.10 (Vola 48)

S 1 GPREsep30p 5.20 (Vola 51)

 

Bei beiden Versionen bekommst für die Combo Geld raus -- was im Fall der Put-Ausübung den effektiven Kaufpreis verringert. Wegen der "cup-with-handle"-Formation würde ich die Aktien ggf. annehmen und behalten.

 

Nachtrag zu GPRE: Es gab in der letzten Zeit eine ganze Menge guter Nachrichten. GPRE hat die Ethanolproduktion schon vor Langem von Getreide auf nicht-essbare Pflanzen umgestellt (vor Jahren waren die Preise z.B. für Mais so stark angestiegen, dass Ethanol für eine Hungersnot in Mexiko verantwortlich gemacht wurde). Obwohl Washington seine Ethanol-Subventionen bereits 2012 eingestellt hat und kalifornische Subsidies in 2016 auslaufen, expandiert das Unternehmen und hat sich die nötige Finanzierung gesichert. Die Ratings von IBD (in ihre Berechnung gehen Fundamentals ebenso ein wie taktische Informationen wie die Käufe und Verkäufe von Grossinvestoren) sind gut bis sehr gut. Ich kaufe nichts, ohne diese Ratings. So allmählich klingt dieser Beitrag doch wie eine Empfehlung ;).

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Cai Shen
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gerade bei starken Bewegungen, ob auf oder ab, auf das Volumen zu achten.

Dafür läuft bei mir immer der On Balance Volume Indikator mit, der steigt, solange das Volumen an Tagen mit Kursplus größer ist als das Handelsvolumen an Tagen mit Kursverlusten.

Zusammen mit MACD und RSI / ROC auch perfekt geeignet um Ausbrüche per Divergenzen frühzeitig zu erkennen und kleine Hopser im Kurs von echten Ausbrüchen zu unterscheiden.

Dabei ist es völlig gleichgültig, ob Optionsgeschäft oder langfristigeres Aktieninvestment - solange der Chart die Fundamentaldaten nicht bestätigt bin ich lieber nicht investiert.

 

Ich weiss, auch Kostolany hatte immer das Volumen im Blick - auf einzelne Tage mit großen Kurssprüngen bei extremen Volumina bezogen sind meine Erfahrungen jedoch eher gemischt.

Gut möglich, dass die Profis mit Einblick ins Orderbuch hier gezielt die Stop-loss abfischen - nur eine Vermutung.

Jedenfalls gehts nach richtig schlechten Tagen häufiger steil nach oben als weiterhin nach unten.

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Norica
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Kurze Zwischenfrage, weil ich dazu nicht extra einen Faden aufmachen möchte.

 

Ich hatte bei Optionen mehrmals bid-ask Range von beispielsweise 0.21-0.44, aber es war mir nicht möglich, eine (short) Order mit limit 0.40 aufzugeben.

Diese wurde zurückgewiesen, weil 'price out of range'. Kann mir jemand erklären, woran das liegen könnte?

Vielen Dank.

 

 

 

LG

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OptionenBlog
Posted
1406651945[/url]' post='901808']

Kurze Zwischenfrage, weil ich dazu nicht extra einen Faden aufmachen möchte.

 

Ich hatte bei Optionen mehrmals bid-ask Range von beispielsweise 0.21-0.44, aber es war mir nicht möglich, eine (short) Order mit limit 0.40 aufzugeben.

Diese wurde zurückgewiesen, weil 'price out of range'. Kann mir jemand erklären, woran das liegen könnte?

Vielen Dank.

 

 

 

LG

 

Hi,

Wenn Du eine Short Order aufmachst willst Du vermutlich etwas verkaufen. Also einen Call oder einen Put verkaufen und dann bekommst Du den Bid-Kurs. Also den Kurs zu dem Dir jemand etwas abkaufen würde.

Zur Frage oben, ich habe den Link zum Blog mal in die Signatur gehängt ;)

Grüße

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