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kafkaesk93

Wie gefährlich ist die Mischung aus kollabierendem Ölpreis und dem Ölexposure des High-Yield-Marktes?

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kafkaesk93
· bearbeitet von kafkaesk93

Hat die Mischung Potenzial für eine neue Finanzkrise, ist die Situation überhaupt vergleichbar?

 

Ich versuche gerade überhaupt herauszufinden wie viel Assets im Feuer sein könnten im Vergleich zur Subprimekrise:

 

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Wenn ich die Grafiken richtig Interpretiere und die Zahlen richtig sind ist der Energy HY Markt heute ca. doppelt so groß wie der Subprime Mortgage Markt in 2008! (ca. 290 Mrd. $ zu 150 Mrd. $) unsure.gifAuf der anderen Seite kommt mir das zu wenig vor, wenn man sich überlegt das allein die US-Regierung damals 700 Mrd. $ zur Rettung der Banken ausgegeben hat (wenn ich mich recht erinnere whistling.gif). Außerdem haben sich die Eigenkapitalquoten der Banken seit der Finanzkrise verbessert was diese etwas weniger anfällig macht und wie groß ist überhaupt der Anteil von HY-Bonds welche von Banken gehalten wird? blink.gif

 

Über Zahlen, Fakten, Prognosen, Präsentationen, Grafiken,Meinungen und Aufklärung bin ich dankbar. wink.gif

 

Gruß kafkaesk93

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Maciej
· bearbeitet von Maciej

Wenn ich die Grafiken richtig Interpretiere und die Zahlen richtig sind ist der Energy HY Markt heute ca. doppelt so groß wie der Subprime Mortgage Markt in 2008!

Dazu hab ich neulich einen Artikel gelesen, in dem die Größe des HY-Bondmarktes aus diesem Bereich mit ca. einem Sechstel der Subprime-Größe beziffert wurde, wenn ich das richtig erinnere. Den Link dazu hab ich allerdings nicht parat, da muss ich nochmal in meinem Verlauf wühlen.

 

Edit: Hier ist der Artikel: Ölpreisverfall: Krise durch massenhafte Kreditaufälle? Die Kreditsummen aus der Subprime-Krise werden da aber deutlich höher angesetzt, als in der Grafik oben:

 

Kommt es wirklich dazu, dann müssen sich Banken und Investoren auf den Verlust von 120 bis 300 Mrd. einstellen. [...] Zum Vergleich: als in den USA die Immobilienpreise 2007 zu sinken begannen, waren ca. 10 Billionen an Immobilienkrediten ausständig. Selbst den höchsten Schätzungen zufolge sind es heute 10?% davon.

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kafkaesk93
· bearbeitet von kafkaesk93

Hi Marciej! smile.gif

Hm, die Zahl scheint mir schon deutlich realistischer.thumbsup.gif

Auf der anderen Seite lagen die Probleme ja auch „nur“ im Subprime Bereich und nicht im Hypothekenmarkt generell. Ich habe an verschiedenen stellen den Anteil von Subprime Krediten am gesamten Hypothekenmarkt von 20% -25% gefunden. Laut dem Artikel (und anderen Quellen) ging es also um ca. 25% von 10 Bio. $ also ca. 2500 Mrd. $! In meinen Überlegungen hatte ich bisher die von Banken vergebenen Kredite an Ölfirmen noch nicht berücksichtigt welche anscheinend noch einmal das Volumen der HY-Öl-Bonds ausmachen, also ca. 500 Mrd. $ insgesamt. whistling.gif

 

Hier kann man schon sehen das die Gefahr für das Finanzsystem deutlich geringer als 2008 ausfällt. Trotzdem sollte man das Risiko für das Fragile US-Wachstum (immerhin derzeit Zugpferd der Weltwirtschaft) nicht unterschätzen.

 

Wie gefährlich ist die Situation für die US-Konjunktur? Wisst ihr wie viele Arbeitsplätze im Ölsektor geschaffen wurden (und jetzt somit bedroht sind)?

 

Gruß kafkaesk93

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Maciej
· bearbeitet von Maciej

Ich kopiere mal wegen Themenüberschneidung hierher:

 

Viele Fracker sind ja sehr verschuldet. Dieser FAZ-Artikel beschäftigt sich damit, dass es in diesem Zusammenhang möglicherweise eine "kleine" Bankenkrise geben könnte: http://www.faz.net/a...m-14023133.html

 

Des Weiteren drosselt der chinesische Öl-Förderer Cnooc (als erstes) die Ölförderung, wie in diesem Artikel vom Handelsblatt zu lesen ist: http://www.handelsbl...t/12855106.html

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bananabread

Wieso betrachtest du eigentlich nur den "Ölteil" des HY Bond Markts? Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass eher der gesamte HY Markt in Gefahr ist..?

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kafkaesk93
· bearbeitet von kafkaesk93

Wieso betrachtest du eigentlich nur den "Ölteil" des HY Bond Markts? Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass eher der gesamte HY Markt in Gefahr ist..?

Naja, im Rohstoffbereich brennt es derzeit am meisten! Einige Fraker werden wohl vom Markt verschwinden, die für mich relevante Frage ist ob es Ansteckungsrisiken z.B. für die US-Konjunktur und/oder für die Banken gibt, was sich natürlich auf den ganzen HY-Markt auswirken würde. whistling.gif

 

Glaubst du der ganze HY-Markt crasht, und wenn ja warum?

 

Gruß kafkaesk93

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kafkaesk93
· bearbeitet von kafkaesk93

Momentum wollte heute auch was zum Thema Beitragen: tongue.gif

 

Es brodelt am Bondmarkt.

 

post-21474-0-93616800-1453471606_thumb.png

 

Der Bondmarkt hat ein feines Gespür. Drohende Ausfallgefahr in einem Land oder einem Unternehmen wird von den Bondinvestoren rasch mit einem Zinsanstieg quittiert.

 

Wenn man den amerikanischen Markt für High-Yield-Anleihen (Junk Bonds) betrachtet, ist das Signal deutlich: Die Alarmglocken läuten.

 

Die oben abgebildete Grafik von Christopher Wood, Chefstratege des Hongkonger Brokerhauses CLSA, zeigt die Renditen von Junk Bonds verschiedener Sektoren sowie ihren Verlauf in den vergangenen achtzehn Monaten.

 

Ein Lesebeispiel: Die vier Balken ganz links in der Grafik zeigen die durchschnittliche Rendite von Junk Bonds von US-Unternehmen. Ende Juni 2014 betrug sie knapp 5% (hellblauer Balken). Seither sind die Renditen laufend gestiegen: auf gut 6% Ende 2014 (hellgelber Balken), auf über 8% Ende 2015 (dunkelblau) und aktuell auf fast 10% (gelb).

 

Am extremsten ist das Bild im amerikanischen Energiesektor, wo sich bis 2014 viele Schiefergas- und Ölförderer mit Junk Bonds finanziert haben: Dort haben die Bondrenditen von 5% Ende Juni 2014 auf derzeit über 19% angezogen. Allein in den drei Wochen seit Ende 2015 sind die Renditen um 3,4 Prozentpunkte gestiegen.

 

Damit liegen die Renditen im US-Energiesektor wieder so hoch wie zu den extremsten Krisenzeiten Ende 2008, wie die folgende Grafik zeigt (hellblaue Kurve):

 

post-21474-0-51181000-1453471621_thumb.png

 

 

Das Phänomen beschränkt sich aber nicht auf den Energiesektor. Im Segment Basisindustrie werfen Junk Bonds derzeit gut 14% ab, im Bereich Transportservices sind es gegen 10%.

 

Vor allem das Bild im Energiesektor lässt nur zwei Schlüsse zu:

 

  • Entweder kommt es bald zu einem Credit Event, das heisst zu einem oder mehreren schlagzeilenträchtigen Zahlungsausfällen (Default), oder
  • Junk Bonds aus dem US-Energiesektor bieten eine historisch einmalig attraktive Kaufgelegenheit.

Doch wie eingangs erwähnt: Der Bondmarkt hat ein feines Gespür. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass der erste Schluss zutrifft: Es könnte bald zu Zahlungsausfällen kommen. Und damit zu noch mehr Stress im Bondmarkt.

 

---

http://www.fuw.ch/ar...-des-tages-726/

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Stoiker

Interessant ist auch die Rolle, die US High Yield ETFs dabei spielen Mein Link

 

Our high-yield ETF during [that] two-week period of time, we had $20 billion worth of buy and sells ... [and] we had $1 billion in redemptions," he said. "What that tells us is that ETFs provide liquidity to the marketplace. They're replacing what dealers' balance sheets used to do. Dealers used to provide that liquidity."

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Warlock

Wenn ich das Problem tatsächlich richtig verstanden habe, ist der Preisverfall nicht so bedenklich im Vergleich zur Hypothekenkriese aus 2007.

 

Der Hypothekenmarkt ist größer und die Subprime Darlehen waren teilweise betrügerisch vergeben. Bei Betrugsfällen ist der disipative Anteil meines Erachtens großer, da durch den Betrug von anfang an Kapital vernichttet wird und somit nie investiert.

 

Zudem stehen den Verlusten bedingt durch den Ölpreis auch Gewinne gegenüber. So wie die Ölindustrie sinkende Gewinne bzw. Verluste realisiert, entstehen auf der anderen Seite Gewinne und mehr Kaufkraft für anderen Konsum. Bei einem Land wie den USA schätze ich die Situation daher neutral bis schwach negativ ein. Beir reinen Konsumenten-Volkswirtschaften wie bspw. Deutschland sollte es die Leistungsbilanz erhöhen und den Binnenkonsum erhöhen. Bei reinen Export-Erzeugern wie Saudi-Arabien oder Russland tritt natürlich ein gegenläufiger Effekt ein.

 

Im Falle der Golfstaaten kann es natürlich passieren, das diese ihr Kapital aus dem Westen abziehen um zu hause ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Ich kann leider garnicht einschätzen in welcher Größenordnung und in welchem Zeitintervall das abläuft. Kursrückgänge durch Abverkäufe von Aktien und Anleihen halte ich zumindest für möglich.

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kafkaesk93
· bearbeitet von kafkaesk93

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kafkaesk93
· bearbeitet von kafkaesk93

Hab zwei Grafiken zum Thema gefunden!

 

Laut der DB ist die derzeitige Situation bei HY nicht mit der Finanzkrise vergleichbar:

 

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Ich denke der Vergleich ist nicht ganz passend gewählt, passender wäre wohl Subprime vs HY aus dem Energie- und Rohstoffmärkten +Bankkredite aus dem Bereich. Hinzukommen anstehende Downgrades aus dem IG-Segment.

 

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So kommt man wohl auf ein 8:1 Verhältnis (Subprime vs. HY Energie+ Bankkredite), also deutlich mehr als in der DB Grafik angegeben aber deutlich weniger als zur Finanzkrise.

 

Einige Aspekte bleiben hierbei natürlich unberücksichtigt wie z.B. das nicht nur der Subprime Markt während der Finanzkrise unter die Räder kam sondern auch AAA Papiere. Auf der Energieseite bleiben potenzielle Zahlungsschwierigkeiten von Ölexportierenden Ländern außen vor.

Das Thema beschäftigt den Markt, zu sehen an der steigenden Korrelation zwischen Öl und Aktien.

 

Fazit: Spannend und undurchsichtiges Thema. tongue.gif

 

Gruß kafkaesk93

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