Sind Analysen wirklich sinnlos?

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Ich habe mir gestern Abend noch mal kurz die Mühe gemacht die verschiedenen Kursziele der Merck Aktie für ein Jahr mit dem tatsächlichen Kursverlauf zu vergleichen. Den Chartverlauf hänge ich mit an.

 

Also die rote Linie ist 'ne "reingegurkte" Trendlinie. Um die schwarzen Quadrate zu ermitteln habe ich mir die Analysen (ungefähr am Anfang bzw. der Mitte) eines Monats angeschaut - sind verschiedene Analysten.

 

Also ich finde das Ergebnis spricht Bände. Egal, wie sich der Kurs entwickelt, blieb das Blieb das Kursziel um die 100€,

 

Ist doch erbärmlich,oder?

 

Nein, das ist nicht erbärmlich. Man muss sich fragen, was der Analyst macht. Vermutlich wird er einen fairen Wert für die Aktie ermitteln, den er dann als Kursziel angibt. Der faire Wert ändert sich nicht so schnell, wie der Börsenkurs (der sich aus Angebot und Nachfrage nach dem Papier entwickelt), insofern bleibt die Prognose lange konstant, während der Kurs schwankt.

 

Eigentlich müsste der Analyst gleich mit dazuschreiben, auf welchen Indexstand des Dax sich sein Kursziel bezieht. Da sich die Märkte im Gleichklang bewegen, wird die Akie ihr Kursziel nicht erreichen, wenn der Index seins nicht erreicht.

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Ich würde mich gern einem kleineren Zirkel aus ambitionierten Privatanlegern anschließen - nicht zu groß, damit's überschaubar bleibt. Lediglich zum konkreten Informationsaustausch.

 

Wer hat da einen Tipp?

 

Also ich habe für mich Motley Fool gefunden und wenn du willst, kannst du dich mir anschließen. Vielleicht am besten aber selbst googeln über deren Philosophie.

Jedenfalls überrascht mich das gar nicht, dass Analysten völlig daneben liegen können, denn niemand kann vorhersagen, wie sich eine Aktie enwickeln wird... super Buchempfehlung dazu: Schnelles Denken, Langsames Denken. Es ist ein Buch über intuitives Denken und wie es funktioniert, wann es brauchbar ist und wann nicht. Aktien werden hier am Rande erwähnt, aber dennoch finde ich es gerade auch diesem Zusammenhang sehr sinnvoll zu verstehen, wie unser Gehirn funktioniert (und was die Folge davon ist).

 

Was investieren angeht, so ist für mich Warren Buffett das A und O und ich will mich nur nach seinen Prinzipien orientieren. Ich war auf der Suche nach Valueinvestoren fand dann so Motley Fool. Die sind in USA sehr beliebt, haben sich hier aber nicht durchgesetzt, weil sie bis vor kurzem keine Empfehlungen für den europäischen Raum gemacht haben. Das ist seit 2016 anders. Hier bekommst du eine echte Analyse aber eben kein Kauf und Verkaufkurs... und zwar eben aus dem Grund, dass das völliger Blödsinn ist, wie du ja selbst rausgefunden hast. Die machen ca. 20 Empfehlungen pro Jahr und tracken sie dann weiterhin. Außerdem investieren die Leute selbst und das ist entsprechend im Disclaimer vermerkt. Ich finde es sehr vertrauenswürdig, wenn ich lesen kann, ob derjenige selbst Aktien, die er empfiehlt, hat oder nicht.

 

Ich filtere deren Empfehlungen nach weiteren Buffett-Kriterien, die bei den Fools keine Beachtung finden und entscheide dann, welche ich kaufe. Bzgl. Einstiegs-Preis teilen sie Buffetts Philosophie, lieber ein wundervolles Unternehmen für einen guten Preis kaufen, als ein gutes Unternehmen für einen wundervollen Preis. UND ganz wichtig: Der Anlagehorizont ist mindestens 5 Jahre, der Sinn ist ja nicht die Aktie wieder in einigen Monaten oder gar noch früher zu verkaufen (wenn sie zufällig 10% im Minus ist). Ich kann ganz ruhig schlafen, wenn die Kurse runtergehen, denn so wie sie runtergehen, werden sie irgendwann auch wieder raufgehen -- das war jetzt in den letzten Monaten ja sehr eindrucksvoll. Wenn ich ein wundervolles Unternehmen gekauft habe, von dem ich weiss, dass es von Profis weiter getrackt wird und ich mich nicht aktiv kümmern muss, dann ist das genau so ein Service, den ich mir wünsche.

 

Also wenn du daran interessiert bist, dann schreib mir eine PM, dann kann ich Details schreiben.

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PS: Dein Themen-Titel ist so gesehen falsch. Du wolltest wissen, ob Kursziele der Analysten sinnlos sind, hast aber Analysen geschrieben.

 

Dem kann ich nur zustimmen. Man findet zwar überall sogenannte "Analysen", die zum Ergebnis ein Kursziel haben und auf Buy/Hold/Sell verweisen, aber hilft das wirklich?

 

Man muss sich m.E. auch erst einmal selbst im Klaren darüber sein, was man als Ziel mit einem Aktienkauf erreichen will. Ist es eher kurzfristiger Natur oder wirklich ein langfristiger Einstieg, weil ich an das Unternehmen glaube?

Jede Absicht braucht eine andere Strategie mit anderen Kriterien und genau deswegen halte ich solche Kursziele (als einzigen oder ausschlaggebenden Indikator) für wenig hilfreich.

 

Ich finde als Faustregel kann man nehmen: Je länger ich vorhabe im Unternehmen investiert zu sein, desto mehr muss ich mich mit den Fundamentaldaten auseinandersetzen.

bzw. Je kurzfristiger mein Anlageziel ist, desto mehr kann ich auf (chart)technische Analysen vertrauen (die allerdings auch zur eigenen Strategie abgestimmt sein müssen)

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Also meine Analysen sind nicht sinnlos...

 

B-)

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Also ich habe für mich Motley Fool gefunden und wenn du willst, kannst du dich mir anschließen. Vielleicht am besten aber selbst googeln über deren Philosophie.

...

 

lapunta überseh ich da eine Antwort von dir in dem Post, oder kommt die noch (also ich sehe nur das Zitat, sonst nichts)?

;-)

 

LG,

c

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Da muss ich dir recht geben. Sich auf Analystenmeinungen zu stützen bringt in den meisten Fällen nur eines. "NICHTS"!

Wichtig ist es zu verstehen warum man in etwas investieren möchte. Sei es durch fundamentaler oder technischer Analyse. Nur investieren, weil jemand einem sagt was er denkt finde ich für sehr waghalsig.

 

Ebenfalls möchte ich erwähnen, dass gerade Prognosen über mittelfristige Entwicklungen an den Börsen wirklich schwer einzuschätzen sind.

Möchte man schnelle Gewinn, bieten sich kurzfristige Investments in Hebelprodukten wie CFDs an. Möchte man eine langsamere, jedoch gleichmäßige Entwicklung bieten sich langfristige Investments in Aktien an. Mit langfristigen Investments über mehrere Jahre kann man so gut wie nichts außer Zeit verlieren.

 

Vor ein paar Tagen las ich folgenden Artikel:

 

Warum Prognosen von Börsen-Analysten sinnlos sind

 

Im Dezember letzten Jahres hatte ich mir mal eine Liste mit den Kurszielen der Analysten angelegt (Quelle: Börse-online) - nur um die Kursziele später zu überprüfen.

Das habe ich gestern gemacht und das Ergebnis ist wirklich katastrophal.

 

Die am besten bewerteten 8 Aktien schnitten in der Rückschau schlechter ab, als die am schechttesten bewerteten.

 

Wie können die "Experten" so danebenliegen? Das stellt doch irgendwie das ganze Bewertungssystem in Frage?

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Hallo Leute, lese euere Beiträge sehr gespannt....

 

 

Mir drängt sich nun die Frage auf, was ist, wenn ich einfach breit diversifiziert einkaufe und das regelmäßig.... Ohne auf Bewertungen zu achten...

 

Qualitativ hochwertige Werte wie z.b Nike, Starbucks usw, die einfach schon sehr gut gelaufen sind....

 

Was kann da dann schief laufen langfristig, außer etwas geringere Rendite?

 

Es wird ja wohl nicht so sein, dass ich über Jahrzehnte keinen Ertrag habe, weil ich zu teuer gekauft habe?

 

Grüße

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Posted · Edited by kafkaesk93

Hallo Leute, lese euere Beiträge sehr gespannt....

 

 

Mir drängt sich nun die Frage auf, was ist, wenn ich einfach breit diversifiziert einkaufe und das regelmäßig.... Ohne auf Bewertungen zu achten...

 

Qualitativ hochwertige Werte wie z.b Nike, Starbucks usw, die einfach schon sehr gut gelaufen sind....

 

Was kann da dann schief laufen langfristig, außer etwas geringere Rendite?

 

Es wird ja wohl nicht so sein, dass ich über Jahrzehnte keinen Ertrag habe, weil ich zu teuer gekauft habe?

 

Grüße

Doch, ganz genau das kann passieren! Ein blick in die japanische Aktienmarktgeschichte kann da helfen. wink.gif

 

post-21474-0-45172400-1472663915_thumb.png

 

(blau = nikkei 225)

 

Gruß kafkaesk93

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na ja... beim Kauf den richtigen Einstieg zu erwischen, halte ich inzwischen für das wichtigste - gerade bei einem solchen WackelDAX wie in diesem Jahr.

 

Ich benutze die Analystenmeinungen inzwischen nur noch als Richtwert, quasi als letzte Entscheidungshilfe. Ich benutze primär eine abgewandelte Liste a'la Greenblatt und ein Tool, das mir zeigt, wann Kurse anfangen zu steigen. Da muß ich nicht so lange warten. Funktioniert prächtig, ist einfach und von jedem Privatanleger durchführbar.

 

Als Aktienkosmos sind bislang nur Werte aus den normalen Indices vertreten, das ganze ohne Tricks und doppelten Boden.

post-30683-0-14114300-1472822929_thumb.jpg

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Posted · Edited by BondWurzel

Also meine Analysen sind nicht sinnlos...

 

B-)

:thumbsup:

Betriebswirtschaft und Technik sind die größten Feinde der Börsenlogik, da die Börse ihre eigene Logik hat.
B-)

 

Beim Tiefstand der Kurse haben die Hartgesottenen die Papiere und die Zittrigen das Geld, auf dem Höhepunkt des Booms, die Hartgesottenen das Geld und die Zittrigen die Papiere.

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na ja... beim Kauf den richtigen Einstieg zu erwischen, halte ich inzwischen für das wichtigste - gerade bei einem solchen WackelDAX wie in diesem Jahr.

Ich hab neulich gehört, dass bei der langfristigen Performance die konkrete Aktienauswahl und das Timing nur etwa 7% der Rendite ausmachen würden, während die Asset-Allocation für 90% der Performance verantwortlich sein soll.

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Ich hab neulich gehört, dass bei der langfristigen Performance die konkrete Aktienauswahl und das Timing nur etwa 7% der Rendite ausmachen würden, während die Asset-Allocation für 90% der Performance verantwortlich sein soll.

 

Wenn man unter Asset Klasse mehr als nur Aktien, Bonds und Cash versteht (z.B. auch die Branche) dann glaube ich das.

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Betriebswirtschaft und Technik sind die größten Feinde der Börsenlogik, da die Börse ihre eigene Logik hat.

 

Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt und wer die Logik begriffen hat, wird reich wie Warren Buffet. Ich versuche mich da gerade etwas heranzutasten und mein System ist natürlich nur der erste Schritt. Ich halte nicht viel von rein akademischen Aussagen , die müssen mir erst einmal auf Euro und Cent bewiesen werden. ich habe seit ca. 10 Jahren einen Großteil meiner Geldreserven in Fonds investiert, die mir im Schnitt 7% pro Jahr gebracht haben. Ist ja nicht schlecht - aber ich dachte mir einfach, das muß auch besser gehen. Mein System ist noch sehr beschränkt, da ich mich nur auf die, in den Indices gelisteten Werte beschränkt habe, und zudem noch alle Banken, Immo-Firmen und sonstige Finanzdienstleister ausgeschlossen habe und zudem noch die Meinungen von Analysten miteinbeziehe. Aber es erscheint mir logisch und die Trefferquoute ist sehr hoch - finde ich.

 

Seltsamerweise funktioniert es auch, wenn die Analysten anderer Meinung sind.

 

ein Beispiel: Hugo Boss im Juli diesem Jahres. Analystenmeinung durchwachsen. Nach meinem System Kaufsignal am 22.07. Kurs 50,52€ - nicht gekauft - dennoch Kurs am 05.08. 56.00€ entspr. 10,85% - Pech gehabt.

 

mit Fuchs Petrolub ging es mir so ähnlich.

 

alles Glück? Ich weiß nicht.? Wir werden sehen!

 

Abschließend noch einmal der Anfang des Artikels, der mich zu meinen eigenen Überlegungen bewegt hat, und dann zum Anstoss zu diesem Beitrag war.

 

Manchmal würde man die Analysten gern mal fragen: Was machen Sie eigentlich hauptberuflich?", schimpft Burkhard Wagner. Der Portfolioverwalter von Partners Vermögensmanagement in München ärgert sich über etwas, das viele Anleger schon seit Langem beobachten: Analystenprognosen bringen an der Börse keinen Mehrwert.

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Ich würde mich gern einem kleineren Zirkel aus ambitionierten Privatanlegern anschließen - nicht zu groß, damit's überschaubar bleibt. Lediglich zum konkreten Informationsaustausch.

 

Wer hat da einen Tipp?

 

Also ich habe für mich Motley Fool gefunden und wenn du willst, kannst du dich mir anschließen. Vielleicht am besten aber selbst googeln über deren Philosophie.

Jedenfalls überrascht mich das gar nicht, dass Analysten völlig daneben liegen können, denn niemand kann vorhersagen, wie sich eine Aktie enwickeln wird... super Buchempfehlung dazu: Schnelles Denken, Langsames Denken. Es ist ein Buch über intuitives Denken und wie es funktioniert, wann es brauchbar ist und wann nicht. Aktien werden hier am Rande erwähnt, aber dennoch finde ich es gerade auch diesem Zusammenhang sehr sinnvoll zu verstehen, wie unser Gehirn funktioniert (und was die Folge davon ist).

 

Was investieren angeht, so ist für mich Warren Buffett das A und O und ich will mich nur nach seinen Prinzipien orientieren. Ich war auf der Suche nach Valueinvestoren fand dann so Motley Fool. Die sind in USA sehr beliebt, haben sich hier aber nicht durchgesetzt, weil sie bis vor kurzem keine Empfehlungen für den europäischen Raum gemacht haben. Das ist seit 2016 anders. Hier bekommst du eine echte Analyse aber eben kein Kauf und Verkaufkurs... und zwar eben aus dem Grund, dass das völliger Blödsinn ist, wie du ja selbst rausgefunden hast. Die machen ca. 20 Empfehlungen pro Jahr und tracken sie dann weiterhin. Außerdem investieren die Leute selbst und das ist entsprechend im Disclaimer vermerkt. Ich finde es sehr vertrauenswürdig, wenn ich lesen kann, ob derjenige selbst Aktien, die er empfiehlt, hat oder nicht.

 

Ich filtere deren Empfehlungen nach weiteren Buffett-Kriterien, die bei den Fools keine Beachtung finden und entscheide dann, welche ich kaufe. Bzgl. Einstiegs-Preis teilen sie Buffetts Philosophie, lieber ein wundervolles Unternehmen für einen guten Preis kaufen, als ein gutes Unternehmen für einen wundervollen Preis. UND ganz wichtig: Der Anlagehorizont ist mindestens 5 Jahre, der Sinn ist ja nicht die Aktie wieder in einigen Monaten oder gar noch früher zu verkaufen (wenn sie zufällig 10% im Minus ist). Ich kann ganz ruhig schlafen, wenn die Kurse runtergehen, denn so wie sie runtergehen, werden sie irgendwann auch wieder raufgehen -- das war jetzt in den letzten Monaten ja sehr eindrucksvoll. Wenn ich ein wundervolles Unternehmen gekauft habe, von dem ich weiss, dass es von Profis weiter getrackt wird und ich mich nicht aktiv kümmern muss, dann ist das genau so ein Service, den ich mir wünsche.

 

Also wenn du daran interessiert bist, dann schreib mir eine PM, dann kann ich Details schreiben.

 

Ich hab selbst den Rule Breaker Newsletter von fool.com abonniert. Da ich gezielt etwas über US Unternehmen lesen möchte, die ich noch nicht kenne. Ich will mich an der Stelle auch nicht möglichst breit aufgestellen, sondern suche nach einzelnen Growth Aktien. Denn die Diversifikation im Portofolio erreiche ich durch den ETF Anteil. Das mit dem "wundervollen Preis" kommt aber bei den Empfehlungen bei fool.com nicht hin. Es werden (zumindest bei RuleBreakers) nur Aktien vorgestellt, die in den letzten Monaten oder Jahren einen Aufwärtstrend aufweisen. Das mag auch am derzeitigen Allzeithoch des US-Markets liegen. Als Contrarian bin ich bei den Preisen und den Empfehlungen allerdings skeptisch. Dazu würde ich in Unternehmen wie Twitter oder Under Amour auch nicht investieren wollen, die dort empfohlen wurden. Und die Analysten im öffentlichen Teil kommen manchmal zu anderen Empfehlungen als in den geschlossenen Teilen. Was aber auch gut ist. Einige gute Tipps gibt es, auch wenn ich in keine der vorgestellten Firmen blind investieren würde. Ob man mit Fool besser abschneidet als mit den berühmten Dartpfeilen, kann ich allerdings nicht beantworten.

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