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cesc

Zweite Säule (bAV) wg. schlechtem Produkt überspringen?

Empfohlene Beiträge

cesc
· bearbeitet von cesc

Moin zusammen,

 

ich bin Berufseinsteiger und mein Arbeitgeber bietet mir für die bAV folgendes Produkt an: AXA RelaxRente Classic.

Mein Bruttolohn sind etwa 4000€ (Ingenieur), ich bin ledig und somit Steuerklasse I. Mein Sparerpauschbetrag ist noch nicht ausgenutzt.

Mein AG bezuschusst die bAV mit 20% (also den Teil, den er an Sozialabgaben spart).

 

Prinzipiell würde ich schon gerne eine bAV abschließen, aber da das Produkt im Internet nicht gerade gute Kritiken erhält (u.a. Auszeichnung mit Negativpreis "Versicherungskäse des Jahres 2016") , wollte ich hier noch mal Meinungen einholen.

 

MMn habe ich 2,5 Alternativen:

a) BAV mit o.g. Produkt abschließen

b) Privat vorsorgen mit Riester oder Mischung aus Tagesgeld/ETF

c) Meine Geschäftsführung dazu überreden, mir ein anderes produkt anzubieten (unwahrscheinlich und aufwendig)

 

Der Makler meinte, dass die bAV, egal welche Kosten dem Produkt unterliegen, jede alternative Privatvorsorge schlägt.

Zudem wollte er mir nicht die Kosten des Produkts offen legen, mit der Begründung, nur seine und meine Geschäftsführung kennt die Konditionen des Rahmenvertrages (weil ihn die gar nicht interessieren - bestätigt mir eigentlich dass er nur im Eigeninteresse handelt). Ich könnte aber gerne bei meiner GF nachfragen.

 

Nun um zum Punkt zu kommen: die Tendenz geht dahin, den Vertrag nicht abzuschließen. Insbesondere weil ich mich nicht vernünftig beraten fühle.

 

Dennoch stelle ich die Frage ans Forum: Kann sich der Vertrag aufgrund der Vorteile der Entgeltumwandlung und dem AG-Zuschuss von 20% dennoch lohnen?

Viele grüße und danke für jegliche Hilfe im Voraus ;)

cesc

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polydeikes
· bearbeitet von polydeikes
... , dass die bAV, egal welche Kosten dem Produkt unterliegen, jede alternative Privatvorsorge schlägt.

 

Die Aussage ist zwar Käse, aber nicht völlig falsch. Er meint die Bruttoablaufleistung. Da deine Bruttoförderquote über 100 % beträgt, ist die Aussage theoretisch nicht falsch. Netto ... und nur das zählt ... kommt man auf GANZ andere Ergebnisse.

 

... nur seine und meine Geschäftsführung kennt die Konditionen des Rahmenvertrages (weil ihn die gar nicht interessieren - bestätigt mir eigentlich dass er nur im Eigeninteresse handelt).

 

Nun, so läuft bAV in der Praxis. Der AG schließt einen Rahmenvertrag mit einem Versicherer und der schickt die Jungs dann los, die sonst die Brillenzusatzversicherung verkaufen. Paar Folien und lustige Rechnungen, voila, wieder ne bAV vertickt.

 

Der Makler meinte, ...

 

Er ist schon mal definitiv kein Makler. Gewöhnt euch an diese elementare Grundlage vor dem Versicherungskauf wenigstens zu verstehen. Wenn überhaupt, dann hat sein Arbeitgeber eine Maklerzulassung. Das lässt sich im Versicherungsvermittlerregister prüfen.

 

Wäre es ein Makler, verstößt der gegen diverse Normen, beginnend mit der hinreichenden Auswahl. Ist es ein Makler (die Firma des Dackels), muss er mehr als nur ein Produkt anbieten können.

 

Der Vermittlerstatus ist das Alpha und das Omega in solchen Dingen. Lernt, was ihr kauft und wo ihr kauft.

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cesc
· bearbeitet von Thomas
Link entfernt

Danke für die schnelle Antwort, durch die ich das Gespräch mit dem Versicherungsvertreter (besser?) vernünftig einschätzen kann.

 

Status des "Senior Consultants" (steht auf seiner Karte...) oder unsere Sympathie zu ihm hin oder her - ganz pragmatisch betrachtet sind am Ende nur die Konditionen des Produktes und meine persönliche Situation relevant.

Leider kann man sich bei der bAV nicht aussuchen, bei wem man abschließt, da dies vom AG vorgegeben wird.

 

Bis ich die genauen Konditionen unseres Rahmenvertrages kenne, muss ich mich mit Infos aus dem Internet zufrieden geben, folgendes habe ich gefunden:

 

AXA Relax Rente in Zahlen

  • Die Abschlussprovision ist mit 1.575 € hoch
  • Sehr hohe fixe Verwaltungskosten: Durchschnittlich 257,19 € p.a.
  • Es fallen variable Verwaltungskosten von anfänglich 0,49% p.a. an
  • Die Kosten im Rentenbezug sind höher als marktüblich bei 1,60%
  • Es ergeben sich sehr hohe Effektivkosten von 1,63%
  • Die Effektivrendite ist mit 4,37% vergleichsweise niedrig
  • Unternehmensbewertung AXA: 2 von 5 Punkten Bewertung der Rating Agentur Morgen&Morgen

(Quelle: Suspekte Quelle entfernt, Thomas)

Die Bewertung hört sich nicht gut an.Kann sich der Abschluss im Vergleich zu einer reinen Vorsorge in der dritten Säule aufgrund des AG-Zuschuss und Steuervorteil dennoch lohnen? Wie gehe ich die Sache bei allen gegeben Unsicherheiten an?

Danke und Gruß

cesc

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polydeikes

Was auf der Visitenkarte als Phantasietitel steht ist völlig wayne. Der Vermittlerstatus ist entscheidend, der sollte auch auf der Visitenkarte oder zumindest in der Erstinformation stehen. Ich wiederhole, der Vermittlerstatus ist hier das Alpha und das Omega.

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cesc
· bearbeitet von cesc

Was auf der Visitenkarte als Phantasietitel steht ist völlig wayne. Der Vermittlerstatus ist entscheidend, der sollte auch auf der Visitenkarte oder zumindest in der Erstinformation stehen. Ich wiederhole, der Vermittlerstatus ist hier das Alpha und das Omega.

 

Die Meinung teile ich, zur Lösung meines Problem trägt das aber nur bedingt bei. Ich kann mir doch nicht aussuchen, wer mir da vor die Nase gesetzt wird, oder sehe ich das falsch? Ich habe seinen AG in o.g. Register gefunden, also ist zumindest dieser ein "Makler".

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polydeikes
· bearbeitet von polydeikes

Das trägt ganz entscheidend zur Lösung deines Problems bei.

 

Es ist völlig irrelevant, ob es unter Makler mehr, weniger oder gleich viele Deppen und schwarze Schafe als / wie bei anderen Vermittlertypen gibt. Entscheidend ist allein, an welchen gesetzlichen Normen sich der jeweilige Vermittlertyp messen lassen muss.

 

Es gibt genau ein Instrument gegen Dampfplauderrei, dieses heißt Beratungsprotokoll. Gleichwohl ist mir in meiner beruflichen Laufbahn nocht nicht ein Kunde begegnet, der dieses so mächtige Instrument für sich zu nutzen wusste. Behaupte mal straff, bei mir ist das auch nicht nötig, bei diversen Ex-Kunden anderer Vermittler habe ich aber auch noch nie ein nutzbares Beratungsprotokoll gesehen.

 

Dein Problem lässt sich durchaus durch ein Beratungsprotokoll lösen. Vorab, dieses muss formal sowohl von dem dich anlügenden Untervermittler, als auch vom Erlaubnisinhaber (oder dessen gesetzl. Vertreter, bspw. Geschäftsführer) unterschrieben werden.

 

Im Beratungsprotokoll selbst sind eigentlich nur 2 Stellen interessant.

 

a - Wünsche des Kunden

b - Begründung der Vermittlerempfehlung

 

Der Rest ist eher blabla und für meist überhaupt nichts brauchbar, geschweige denn belastend nutzbar.

 

---

 

In den Wünschen des Kunden habe ich zwei Möglichkeiten den Vermittler ins Irrenhaus zu treiben. Zum Einen kann ich meine Anforderung an die Lösung / das Produkt ziemlich genau spezifizieren (so ich dazu in der Lage bin). Beispielweise könnte ich auch eine maximale Effektivkostenquote angeben. Hilfsweise mit realer (nur) Steuerförderung auf den Nettoaufwand durch die Wurzel der Laufzeitjahre zu berechnen. Der eigenen Phantasie und Bösartigkeit sind hier keine Grenzen gesetzt.

 

Der Spaß besteht ja darin, dass der Vermittler nun unter "Vermittlerempfehlung" bewerten muss, inwieweit seine Empfehlung die Anforderungen erfüllt. Die Vorgaben sollten also am Markt erfüllbar sein, aber können durchaus so gewählt sein, dass das bisherige Angebot sie eben nicht erfüllt.

 

Ich könnte sehr wohl auch Benchmarks setzen, wobei das von der Vermittlervergütung abhängt. Die Killerbenchmark bei einer schichtenunabhängigen klassischen Rentenversicherung ist üblicherweise die Europa, für bAV gegen Provision oder Courtage wäre eine Debeka realistischer und eine leicht lösbare Aufgabe.

 

Darüber hinaus kann ich aber auch den Beratungsinhalt definieren. Ich kann zum Beispiel verlangen zu dokumentieren, dass ich als Kunde ...

 

a - eine hinreichende Auswahl (sehr wichtig, HGB Norm) wünsche

b - eine ausführliche Beratung zur steuerlichen und sozialversicherungsseitigen Behandlung der Vermittlerempfehlung in der Auszahlungsphase wünsche (hier im konkreten Fall halt wichtig)

c - eine ausführliche Darstellung der Auswirkungen einer Entgeltumwandlung auf die Sozialversicherungen in der Ansparphase (insbesondere verlorene GRV Ansprüche) wünsche

 

Wenn ich weiss, wie ich den Abschnitt "Wünsche des Kunden" zu spielen habe, kriege ich jeden Vermittler in die Klappse. Zuweilen mag das auch das Ziel sein, hier reicht es Haftung herbei zu führen und zu Umdenken zu bewegen.

 

Der Makler ist verpflichtet hinreichende Auswahl zur Verfügung zu stellen und seine Empfehlung zu begründen (und somit an den Kundenwünschen zu messen). Tut er das nicht, rüge ich ihn offiziell mit einer Beschwerde bei der aufsichtsführende Behörde. Das ist hier die zuständige Industrie- und Handelskammer. Konsequenzen bei mehrmaligen Verstoß und schlüssiger Begründung der 7 Hauptpunkte (ua. Fehlen des wirtschaftlichen Leistungswillens / Fehlen des Beruflichen Verantwortungsbewusstsein ... usw. usf.) folgt ein offizielles Verfahren zum Gewerbeverbot.

 

Kurzum, richtig gespielt, wird auch der Makler tun, was man von ihm eigentlich als selbstverständlich erwartet.

 

---

 

Der zweite Teil ist nun die Vermittlerempfehlung. Egal worum es geht, solche Dampfplauderaussagen müssen da schwarz auf weiss rein. Hier das ...

 

"Der Makler meinte, dass die bAV, egal welche Kosten dem Produkt unterliegen, jede alternative Privatvorsorge schlägt."

 

Darüber hinaus muss natürlich rein, warum er als Versicherungsmakler nach §34d Abs. 1 GewO nicht bereit ist eine hinreichende Auswahl darzustellen und warum er nicht bereit ist, eine Beratungsleistung zu erbringen. Brauch ich für die Beschwerde bei der IHK.

 

Natürlich muss in der Vermittlerempfehlung grds. möglichst detailliert dargestellt werden, warum die Vermittlerempfehlung die Kundenwünsche erfüllt oder in welchen Punkten die Kundenwünsche WARUM nicht erfüllt werden.

 

---

 

Was man am Ende daraus macht, persönliche Präferenz. Ziel sollte hier wohl eher sein ein vernünftiges Angebot zu bekommen. Wenn man schlechte Laune hat und die habe ich eigentlich fast jeden Tag, treibt man den Vermittler halt in die Klappse. It is up to you ...

 

---

 

Und noch so als Anmerkung: Lehnt der Makler dann die Beratung ab, ist wieder der Arbeitgeber dran, der EINE bAV anzubieten hat. Und der Arbeitgeber ist auch dafür in der Haftung.

 

Sollte man hier im konreten Fall eh mit einbauen, indem man in Besonderheiten dokumentiert, warum man nicht über die sozialversicherungspflichtigen Besonderheiten belehrt wurde und warum die Kosten des Produkts gem. Produktinformationsblatt nicht offen gelegt werden.

 

Will man gleich noch AG vs Vermittler hetzen, schön dokumentieren lassen, dass der AG für die Beschaffung der gesetzlich vorgeschriebenen Informationen zuständig ist und haftet.

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tyr

1575 Euro Abschlusskosten, 257 Euro fixe Verwaltungskosten pro Jahr und dazu noch variable VK von 0,49% p.a., ist der Vertrag das wert?

 

Dieser bAV-Vertrag muss es erst einmal schaffen, mit deinen Einzahlungen und dem AG-Zuschuss mindestens den Verlust an gesetzlichen Rentenleistungen durch die Entgeltumwandlung aus zu gleichen. Bei der Kostenbelastung würde ich dazu gerne mal eine realistische Rechnung sehen wollen, wie der Vertrag das schaffen will.

 

Hast du die Rechnung vor liegen? Für 1575 Euro Abschlusskosten sollte der Vermittler locker insgesamt einen ganzen Arbeitstag lang Rechnungen für dich erstellen und Detailfragen beantworten.

 

Zudem konkurriert diese Lösung ja in Schicht 2 mit Riesterverträgen um dein Einkommen, in denen du selber ein evtl. deutlich besser zu deinem Bedarf passendes und günstigeres Produkt auswählen kannst, unabhängig davon, was dein AG anbietet.

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polydeikes

...

 

Vermittlerquälen mach mehr Spaß, ungeachtet dessen hast du in Bezug auf das Produkt natürlich recht. Soweit ist er aber auch schon.

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tyr

Dann sehe ich den Grund nicht, warum wir hier heiß diskutieren sollten. Der TE muss für sich entscheiden, ob er überzeugt ist, für dieses Produkt diese Unmengen an Geld zu bezahlen.

 

Bei bAV würde ich zudem noch die Möglichkeit/Wahrscheinlichkeit eines AG-Wechsels in den nächsten Jahren mit in die Überlegungen einbeziehen. Wie wird sich der Vertragswert abzüglich AK und VK in den nächsten 2, 3 und 5 Jahren entwickelt haben, vor was für einer Situation steht man, wenn ein angenommen neuer AG diesen Vertrag nicht übernehmen will (oder man sich selbständig macht oder was auch immer)?

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polydeikes

Hä? Mit Maklerstatus des Vermittlers geht es ja nicht um nehmen oder nicht nehmen, sondern um etwas anderes angeboten zu bekommen ...

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tyr

Ok, ich kenne bAV bisher nur als friss-oder-stirb-Angebote. Dann bin ich mal gespannt, ob nun als nächstes noch eine Beratung folgt, deren Rechnungen und Produktvorschläge einen AK-Betrag im Bereich von 1575 Euro wert sind.

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Yoko
· bearbeitet von Yoko

Hallo,

einmalige Kosten und Abschlusskosten sind fast egal, entscheidend sind langfristig die laufenden Kosten bzw. die Rendite die dir nach Steuern bleibt.

 

"Der Makler meinte, dass die bAV, egal welche Kosten dem Produkt unterliegen, jede alternative Privatvorsorge schlägt."

Blödsinn!

 

Szenario 1: Investment in kostengünstige ETFs

Betrag pro Monat: 100 Euro

Rendite nach Gebühren: 7% p.a.

Ergebnis nach 40 Jahren: 249.000 Euro vor Steuern

 

Szenario 2: bAV bei der der Arbeitgeber 20% oben drauf legt und ohne Abschlusskosten:

Betrag pro Monat: 120 Euro

Rendite nach Gebühren: nur 4% p.a., aufgrund hoher Gebühren und schlecht geführten Fonds

Ergebnis nach 40 Jahren: 140.000 Euro vor Steuern

 

 

Obwohl der Arbeitgeber jeden Monat 20% dazugegeben hat, hat dich dieses zweites Szenario gute 109.000 Euro gekostet. Aufgrund von Abschlusskosten und weiteren einmaligen Kosten würden aber nicht 120 Euro im Monat im Vertrag ankommen, sondern nochmal deutlich weniger.

 

 

Also: Man sollte weniger auf einmalige Bezuschüsse und einmalige Abschlusskosten achten, sondern viel mehr auf die laufenden Kosten und die erwirtschaftete Rendite. Ich nehme gerne 10% Ausgabekosten hin, wenn die Rendite dafür 1% höher liegt.

 

Deine angegebene Effektivrendite von 4,37% (über welchen Zeitraum) scheint sehr gering zu sein. Die bisherige Rendite am Aktienmarkt lag eher um die 7 - 8% Rendite. Also egal wieviel dein Arbeitgeber bezuschusst, am Ende lohnt es sich nicht, wenn es die AXA eine Unterperformance von -3% erzielt.

 

 

Persönlich würde ich die Finger davon lassen. Persönlich halte ich von vielen bAVs nicht viel, da die Kosten doch sehr hoch sind und diese mit der falschen Vorstellung verkauft werden, dass der Arbeitgeber es ja bezuschusst, wie toll ist das denn!

Die Abschlusskosten fallen komplett in den ersten 5 Jahren an (oder ist es bei bAVs anders?), d.h. in den ersten 5 Jahren kommt so gut wie nichts im Vertrag an. Solltest du dann die Firma wechseln, was durchaus realistisch ist, dann hast du die kompletten Abschlusskosten bezahlt. Wenn du den Vertrag nicht übernehmen kannst, dann hast du eben "Pech gehabt". Die bAV dümpelt dann mit einem Guthaben so vor sich hin und im Alter kannst du dich über 3,57 Euro mehr im Monat freuen.

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cesc
· bearbeitet von cesc

Dann sehe ich den Grund nicht, warum wir hier heiß diskutieren sollten. Der TE muss für sich entscheiden, ob er überzeugt ist, für dieses Produkt diese Unmengen an Geld zu bezahlen.

 

Bei bAV würde ich zudem noch die Möglichkeit/Wahrscheinlichkeit eines AG-Wechsels in den nächsten Jahren mit in die Überlegungen einbeziehen. Wie wird sich der Vertragswert abzüglich AK und VK in den nächsten 2, 3 und 5 Jahren entwickelt haben, vor was für einer Situation steht man, wenn ein angenommen neuer AG diesen Vertrag nicht übernehmen will (oder man sich selbständig macht oder was auch immer)?

 

 

AG Wechsel ist in der Tat nicht unwahrscheinlich. Optionen sind sowohl Freelancing, Konzern mit Tarifvertrag oder auch wie aktuell bei einem KMU als Angestellter.

Kann denn in diesem Fall eine Übertragung des Kapitalstocks auf einen anderen, evtl. günstigeren Vertrag, eine Option sein?

 

 

 

[...]

 

Szenario 1: Investment in kostengünstige ETFs

Betrag pro Monat: 100 Euro

Rendite nach Gebühren: 7% p.a.

Ergebnis nach 40 Jahren: 249.000 Euro vor Steuern

 

Szenario 2: bAV bei der der Arbeitgeber 20% oben drauf legt und ohne Abschlusskosten:

Betrag pro Monat: 120 Euro

Rendite nach Gebühren: nur 4% p.a., aufgrund hoher Gebühren und schlecht geführten Fonds

Ergebnis nach 40 Jahren: 140.000 Euro vor Steuern

 

[..]

 

Bitte generell beachten, dass ich die o.g. Gebühren und Kosten im Internet recherchiert habe und die echten Kosten geringer ausfallen können. Im Angebot steht was von "Kollektivgeschäft C". Ich frage morgen bei der GF nach.

 

Eine ähnliche Rechnung wurde mir auch vorgelegt, allerdings mit ganz anderem Ergebnis. Dabei wurden einige Fehler und Annahmen gemacht, die bereits mir als Fachfremden aufgefallen sind:

 

Szenario 1: Privatvorsorge (z.B. ETF)

Kapital am Ende: 109.720 € ( = 98 € Einzahlungen im Monat über 40 Jahr bei 4 % p.a. ; 98 € ist der Betrag, der mir heute netto fehlen würde.)

abzgl. 7.835 € Steuern (hier wurde die Hälfte der Rendite mit 25% Abgeltungssteuer berechnet;)

abzgl. 47.040 € Eigenaufwand ( 98 €* 12 Monate * 40 Jahre)

= Rendite von 54.847 €

 

Szenario 2: bAV:

Kapital am Ende 279.850 € ( = 248 € im Monat über 40 Jahre bei 4% p.a.)

abzgl. 97.950 € Steuern und KV (der Verkäufer hat einfach 35% angenommen)

abzgl. 47.040 € Eigenaufwand ( 98 €* 12 Monate * 40 Jahre)

= Rendite von 134.860 €

 

Offensichtliche Fehler sind a) Verwendung des gleichen Effektivzinses und b) Vernachlässigung der Minderung der gesetzlichen Rente. Ich nehme an, euch fällt noch mehr auf.

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tyr

Hallo,

einmalige Kosten und Abschlusskosten sind fast egal, entscheidend sind langfristig die laufenden Kosten bzw. die Rendite die dir nach Steuern bleibt.

In der Theorie, wenn man sein gesamtes Erwerbsleben über Jahrzehnte bei genau einem AG bleibt und in genau diesen bAV-Vertrag einzahlen (kann): ja! In der Praxis tritt heutzutage jedoch öfter mal der Fall auf, dass das Arbeitsverhältnis wechselt, oder man sich selbständig macht, dann wieder angestellt ist usw.

 

Es kann sogar ganz blöd kommen:

Als "gebranntes Kind" einer teuren bAV mit Zillmerung Anfang des Jahrtausends (Arbeitgeber 2 Jahre nach Vertragsbeginn plötzlich pleite, außer Spesen nichts gewesen) ist es mir eine besonderes Anliegen, unsere Mitarbiter aber auch andere vor solchen Fehlern zu schützen.

 

Von daher sind einmalige und Abschlusskosten eben NICHT "fast egal" bei einer bAV.

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Gast240102

Ich bin kein bAV Experte, aber m.E. dürfte im Alter die Belastung in der Grenzbetrachtung eher über 35% liegen. Ich würde mit einem Grenzsteuersatz von ca. 25-30% rechnen, da Du ja auch gesetzliche Rente beziehen wirst und zudem kommen ca. 16-18% KV Beitrag als Abzug bei der bAV hinzu.

Bzgl. der Förderung kann man das mit den 248 EUR und 98 EUR netto auch nicht so stehen lassen. Ich wünsche Dir und erwarte, dass Du in ca. 3-4 Jahren über der BBG in der KV verdienen wirst und nach ca. weiteren 4-7 Jahren auch die Grenze BBG in der Rentenversicherung überschreiten wirst. Frage doch mal Deine Vorgesetzten Projektleiter/ Abteilungsleiter, was sie so verdienen. In ein paar Jahren nimmst Du deren Plätze ein. Dann entfällt der Vorteil der eingesparten Sozialversicherung für Dich erst für die KV und später dann auch für den Rentenversicherungsbeitrag. Insofern wird Dich die bAV Netto mittelfristig auch mehr als 98 EUR kosten. Allerdings denke ich, dass evtl. der Arbeitgeberzuschuss bestehen bleiben wird. Hier kenne ich mich zu wenig aus.

 

Bzgl. der Rendite hast Du richtig erkannt, dass die AXA vermutlich eine Bruttorendite von ca. 6% brauchen wird, um netto zur ETF Lösung mit 4% gleichzuziehen. Abgesehen davon halte ich derzeit diese Renditerwartungen sowieso für schwer erreichbar aufgrund des Nullzinsumfeld. Die Aktienrenditen pushende Wirkung der immer weiter sinkenden Zinsen (seit 40 Jahren mit kurzen Unterbrechungen!) sollte zum erliegen kommen. Der Dax hat seit dem letzten Hoche hoch 2014/15 auch schon ca. 20% verloren und Japan hat die Entwicklung mit dem Platzen der Immoblase in den 90er Jahren bereits vorgezeichnet mit deutlich negativen langfristigen Aktienrenditen. Mit dem natürlichen Ende des 40 Jahre andauernden Zinssenkungszyklus bei nahe null, sollten dem Aktienmarkt die Pushfaktoren fehlen und sich langfristig niedrigere Renditen ergeben (plötzliche Inflation ausgenommen). In einem solchen Szenario werden die Kosten zu einem immer bedeutenderen Faktor im Kapitalerhalt.

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tyr

Frage doch mal Deine Vorgesetzten Projektleiter/ Abteilungsleiter, was sie so verdienen. In ein paar Jahren nimmst Du deren Plätze ein.

Der erste Satz lässt sich ggf. verwirklichen. Die zweite Annahme sorgt für ein leichtes Schmunzeln.

 

Drehen wir den Spieß mal um: angenommen, du bist dieser "Projektleiter/ Abteilungsleiter". Die Altersrente ist noch in weiter Ferne, du hast ggf. eine Familie zu versorgen und einen Immobilienkredit zu bezahlen. Nun kommt ein Berufseinsteiger aus deiner Abteilung nach Empfehlung aus einem Internetforum daher, fragt dich nach deinem Gehalt und sagt noch dazu, dass er in ein paar Jahren deinen Platz einnehmen wird. Wie reagierst du?

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sephren
· bearbeitet von sephren

Falls es dich interessiert, war ich vor 6 Jahren in einer sehr ähnlichen Situation und habe ungeachtet der fehlenden (Kosten-)Transparenz und des unsympathischen Maklers eine bAV abgeschlossen. Mein Thread dürfte hier auch noch auf der ersten Seite sein. :-)

 

Ich kann dir nicht ganz so fundierten Rat wie andere Teilnehmer dieses Forums geben, aber ich persönlich denke, dass man sich für seine Altersvorsorge Produkte raussuchen sollte, bei denen die Kosten schwarz auf weiß dargestellt und vergleichbar gemacht werden - und du vor allem abschätzen kannst, was dich der ganze Spaß kosten wird, mit welchem Ergebnis man rechnen kann und welche Unwägbarkeiten auf dich warten. Und das sehe ich bei der bAV absolut nicht. Wenn bei der Frage nach den Kosten nur Geschwurbel kommt und nicht offen kommuniziert wird, ist das für mich als Laie ein Warnsignal oberster Güte...

 

Würde daher persönlich mittlerweile auf deine erste dargestellte Lösung gehen: Riester (im Forum gibt es einen sehr guten Thread dazu, der die Förderkonstellationen etc. darstellt) und ETF-Sparpläne (2er oder 3er Standard des Forums hier durchziehen. Auf Steuereinfachheit und Kostenquote achten :-)).

 

Zum Gehalt: würde auch von Steigerungen zumindest über die BBG der KV ausgehen. Obs in 4-7 Jahren zu Steigerungen über BBG RV geht kann zwar gut sein, würde ich aber nicht als gesetzt annehmen. Man sollte das aber als realistisches Szenario mit einbeziehen, wenn man die Effektivität der bAV abschätzen möchte.

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