Privatbilanz: Selbstgenutztes Wohneigentum

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Hallo zusammen,

 

ich wohne seit kurzem im selbstgenutzten Neubau und frage mich, wie die Immobilie im Rahmen einer Privatbilanz einigermaßen realistisch bewertet werden kann. Da ich natürlich nicht jährlich ein Gutachten einholen möchte, habe ich folgende simple Kalkulation aufgestellt:

 

Bodenrichtwert Grundstück

+ Baukosten - 1% pa. Wertverlust/Abnutzung

+ Sanierungen - 1% pa. Wertverlust/Abnutzung

= Aktueller Wert

 

Ich gehe also davon aus dass das Gebäude ohne Sanierungen nach 100 Jahren komplett wertlos ist und lediglich das Grundstück im Wert steigen kann sofern die Bodenrichtwerte steigen.

 

Folgende Punkte stören mich daran:

1. Die Bodenrichtwerte gelten für unbebaute Grundstücke und dienen damit allenfalls als grobe Orientierung.

2. Vermietete Immobilien werden meines Wissens mit mindestens 2% abgeschrieben, das halte ich in der Praxis abseits der Finanzamt-Theorie jedoch für übertrieben - Ich kenne kein Haus (ohne kuriose Katastropen...), dessen Bausubstanz nach 50 Jahren komplett (!) wertlos ist.

 

Wie würdet ihr das einschätzen bzw. wie macht ihr das, rechne ich womöglich zu optimistisch?

Ich bedanke mich für Einschätzungen!

 

PS: Mir ist bekannt dass es unter den Wertpapier-Fans viele gibt die selbstgenutztes Wohneigentum als reine Verbindlichkeit ansehen, nach dieser Denkweise hätte es in einer Privatbilanz vermutlich gar nichts zu suchen. Diesen Denkansatz teile ich - wohlgemerkt als Wertpapier-Fan - nicht :)

PPS: Hoffentlich passendes Unterforum?

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Posted · Edited by Dork

Afa für Immos sind eigentlich i.d.R. auf 50 Jahre gerichtet, soweit ich mich entsinne. Kann auch falsch liegen, würde aber bedeuten, das 2% linear p.a. Abnutzung einkalkuliert werden müssten.

 

Und eine bilanzielle Wertlosigkeit bedeutet ja nicht wertlos im Marktsinn. Sowas nennt sich dann stille Reserve.

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1. Die Bodenrichtwerte gelten für unbebaute Grundstücke und dienen damit allenfalls als grobe Orientierung.

Meines Wissens gibt es nur einen Bodenrichtwert, egal ob bebaut oder unbebaut.

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Posted · Edited by cgwf2k

Und eine bilanzielle Wertlosigkeit bedeutet ja nicht wertlos im Marktsinn. Sowas nennt sich dann stille Reserve.

 

Richtig, die würde ich allerdings gerne annähernd abbilden - daher die 1% als Kompromiss da mir 100 Jahre bis zum Wertverlust realistisch(er) erscheinen.

Zb. Bewertung meiner Bonität auf einen Blick. Wenn dort in 50 Jahren ein Haus mit Wert = 0 auftaucht, würde vermutlich eine Bank dennoch auch im Vorwege eines Gutachtens einen gewissen Restwert unterstellen (?) ;)

Mir geht es dabei also nicht um Finanzamt-Konformität, sondern um eine Bewertung die näherungsweise zum "echten Leben" passt.

 

Meines Wissens gibt es nur einen Bodenrichtwert, egal ob bebaut oder unbebaut.

 

Zumindest ist auf den Seiten der Gutachterausschüsse davon die Rede (steht auf jedem Dokument das sich dort ziehen lässt), daher habe ich das nicht weiter hinterfragt.

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Wozu brauchst du das denn? Ist es nicht egal, ob das Haus nun 250k oder 300k Wert ist, sofern du nicht planst dieses zu verkaufen?

 

Ich würde es gar nicht in meine Vermögensaufstellung berücksichtigen, es sei denn, ich muss irgendwo meine Bonität belegen.

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Ich möchte einen stetigen Status Quo meiner Vermögenssituation zur Hand haben, dort erfasse ich alle Werte und Verbindlichkeiten. Das ermöglicht mir, die Entwicklung über die Jahre nachzuvollziehen und ggf. auch Ziele zu definieren (Asset-Allocation, Eigenkapital-Quote, % finanzielle Unabhängigkeit etc.)

 

Sekundäres Ziel: Ich lege euch meine Privatbilanz auf den Tisch und ihr sagt mir auf einen Blick ob ihr mir ein Privatdarlehen geben würdet ;)

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Früher war die anfängliche fiskalische Abschreibung höher, praktische Bedeutung hat sie nur für gewerbliche Vermieter. Ich finde 2 % sind nicht zu hoch angesetzt, in 50 Jahren muss man schon einmal eine "Totalsanierung" einplanen.

 

Mein eigengenutztes EFH sehe ich als privaten Konsum und rechne schon lange nicht mehr weil es mich nicht weiterbringt. Ich kann (außer den 15 % fürs Arbeitszimmer) nichts abschreiben und muss den Wohnwert nicht versteuern. Es ist aber real der größte Einzelposten der Lebenshaltungskosten, den ich mir gerne leiste. Ich denke aber, dass ein gleichwertiges Objekt zu mieten teurer wäre und mir einiges an "Besitzergefühlen" rauben würde. Niemand kann mir Vorschriften machen und mich kündigen, das ist abseits von finanziellen Abwägungen für mich der Hauptgrund für Wohneigentum. Kostet viel und bringt viel.

 

Eine Bewertung der tatsächlichen Wohnkosten habe ich vor einigen Jahren mal abgeschätzt. Bei 3 % Opportunitätszinsen netto bei 300 T€ gebundenem Kapital kam ich schon alleine auf 9000 € im Jahr, dazu die Unterhaltung in gleicher Höhe sind wir schon bei 1500 € im Monat. Würde ich heute neu rechnen mit 0,5 % Opportunitätszinsen bei inzwischen (eher konservativ geschätzten) 400 T€ gebundenem Kapital liege ich bei 2000 € im Jahr plus Unterhaltungskosten von 10.000 € bei 1000 € Wohnkosten im Monat, sind also deutlich gesunken. Reche ich die "Wertsteigerung" mit, habe ich die letzten Jahre umsonst gewohnt mit allen Kosten drin. Kann sich die nächsten Jahre aber wieder ändern.

 

Im Wertpapier-Forum über Immobilien zu diskutieren ist aber wie mit den Vegetariern im Metzgerforum. Zwecklos. Da posten gleich wieder einige aus ihren Mietwohnungen im 2. OG an der Durchgangsstraße und erklären wie unsinnig Wohneigentum ist. Ich finde es aber gut in einem freien Land zu leben wo jeder seine Meinung kundtun darf. Ich habe auch die Freiheit anders zu denken.

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ich wohne seit kurzem im selbstgenutzten Neubau und frage mich, wie die Immobilie im Rahmen einer Privatbilanz einigermaßen realistisch bewertet werden kann. Da ich natürlich nicht jährlich ein Gutachten einholen möchte, habe ich folgende simple Kalkulation aufgestellt:

 

Bodenrichtwert Grundstück

+ Baukosten - 1% pa. Wertverlust/Abnutzung

+ Sanierungen - 1% pa. Wertverlust/Abnutzung

= Aktueller Wert

Das ist eine rein theoretische Betrachtung, die mit der Realität nicht viel zu tun haben muss. Was meinst du: Würde diese Rechnung in gleicher Weise für ein Haus in der Uckermark und in München gelten?

 

Viele Kommunen veröffentlichen jährliche Immobilienspiegel, in denen die Kaufpreise des letzten Jahres mit einer groben Klassifikation stehen. Falls es die bei euch gibt, kannst du daraus einen ungefähren Trend herleiten, den du dann "nur noch" um individuelle Faktoren ergänzen musst.

 

In meinen Finanz-Spreadsheets unterscheide ich zwischen liquiden Assets (Konten, Aktien, Anleihen, etc.) und illiquiden Assets (Immobilien, Beteiligungen, Lebensversicherungen, etc.). Letztere bewerte ich einmal pro Jahr "nach bestem Wissen und Gewissen".

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Sekundäres Ziel: Ich lege euch meine Privatbilanz auf den Tisch und ihr sagt mir auf einen Blick ob ihr mir ein Privatdarlehen geben würdet ;)

 

Die Sparkasse hat mir in diesem Jahr einen Kredit prolongiert für 1,06 % p.a. (10 Jahre Volltilger). Sicherheit war das Haus. Ohne Grundschuld zahlt man für PV-Investitionen etwa das Doppelte an Zinsen.

 

Also sooo totes Kapital ist ein selbstbewohntes EFH nicht.

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Mein eigengenutztes EFH sehe ich als privaten Konsum und rechne schon lange nicht mehr weil es mich nicht weiterbringt.

Mein Haus ist zum Teil fremdfinanziert und ich leiste sehr hohe Sondertilgungen. Wenn ich nun das Haus in der Betrachtung komplett außen vor lasse, muss das ja auch für die Verbindlichkeiten gelten und dann wären Sondertilgungen "einfach weg" - das kann ja kaum richtig sein solange ich überhaupt davon ausgehe dass ein Haus einen Wert darstellt...

In diesem Fall möchte ich also sehen wie sich zum Jahreswechsel Betrag X aus der Rubrik "Liquidität" mindernd in die Verbindlichkeiten verschiebt. Im Diagramm sehe ich somit auf einen Blick dass meine Kredite deutlich schneller fallen als der Wert des Hauses :)

 

Was meinst du: Würde diese Rechnung in gleicher Weise für ein Haus in der Uckermark und in München gelten?

Ich würde sagen: Ja :) Denn die Variable "Lage" wird ja durch den Bodenrichtwert schon berücksichtigt, die Bausubstanz sollte afaik überall vergleichbar schnell altern.

 

Also sooo totes Kapital ist ein selbstbewohntes EFH nicht.

 

Sehe ich auch so, deshalb würde ich es gerne irgendwie "greifbar" abbilden...

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Mein Haus ist zum Teil fremdfinanziert und ich leiste sehr hohe Sondertilgungen. Wenn ich nun das Haus in der Betrachtung komplett außen vor lasse, muss das ja auch für die Verbindlichkeiten gelten und dann wären Sondertilgungen "einfach weg" - das kann ja kaum richtig sein solange ich überhaupt davon ausgehe dass ein Haus einen Wert darstellt...

Ja, so kann (muss?) man es sehen, die Sondertilgungen sind "weg", sie gehen in "Konsum".

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Den Ansatz halte ich allerdings für recht "esoterisch", schließlich nehmen auch Unternehmen erbaute Immobilien in ihre Bilanz nebst zugehöriger Verbindlichkeiten und dort sind Sondertilgungen ja auch nicht "weg". Das wäre auch ziemlich suboptimal für unsere Aktien :)

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Also sooo totes Kapital ist ein selbstbewohntes EFH nicht.

 

Sehe ich auch so, deshalb würde ich es gerne irgendwie "greifbar" abbilden...

 

Ich bilde es so ab: Ersparte (steigerungsfähige!) Miete minus Erhaltungskosten. Daraus kann ich einen Ertragswert berechnen. Dann gibt es noch den Verkehrswert, der zu 60 % beleihbar ist. Und verkaufen kann man es ja auch noch, dafür gibt es den Marktpreis. Da kann sich jeder das raussuchen was ihm am besten passt.

 

Was gerne übersehen wird, ist der steuerfreie Wohnwert. Die "Interessengemeinschaft Vermieter/Mieter" zahlt (langfristig) Steuern. Bei finanzierten Objekten verdient an beiden (Selbstnutzer/Vermieter auch die Bank mit. Der Vermieter kann die Zinsen absetzen, der Selbstnutzer nicht. Anzustreben ist deshalb bei Selbstnutzern eine besonders rasche Tilgung. Beleiht man dann für Investitionen neu, sind die Zinsen steuerlich absetzbar.

 

Selbständig auf Kredit ohne eigene beleihungsfähige Immobilie oder Ersatzsicherheiten geht fast nicht, da zahlt man Zinsen bis zum Abwinken:

- Immobilie bis 60 % Verkehrswert ~1 % p.a. Gilt auch für mündelsichere Kapitalanlagen wie Bausparguthaben etc.

- PV-Anlagen ~2,2 % p.a. (anfänglich 80% der PV-Anlage als Sicherheit)

- Selbstständige ohne Sicherheiten ~4 bis 7 % p.a., bis 50 T€ auch darunter.

 

Sorry, ich bin nicht genau auf alle deine Fragen eingegangen sondern habe das gepostet was ich aus meiner subjektiven Sichtweise objektiv beantworten kann.

 

Immobilien (EFH+ETW) machen bei mir ~25 % des Vermögens aus, also kein Wpf-mäßiges Klumpenrisiko sondern stabilisierend auf des Klumpenrisiko meiner PV-Investitionen. Bei Angestellten sehe ich 50 % ohne wenn und aber als vertretbar, bei Rentnern mehr (Wegfall des Arbeitsrisikos). Ich bin Rentner.

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Mein Haus ist zum Teil fremdfinanziert und ich leiste sehr hohe Sondertilgungen. Wenn ich nun das Haus in der Betrachtung komplett außen vor lasse, muss das ja auch für die Verbindlichkeiten gelten und dann wären Sondertilgungen "einfach weg" - das kann ja kaum richtig sein solange ich überhaupt davon ausgehe dass ein Haus einen Wert darstellt...

Ja, so kann (muss?) man es sehen, die Sondertilgungen sind "weg", sie gehen in "Konsum".

 

Sehe ich anders, Konsum ist teurer wenn dafür auch noch Zinsen bezahlt werden müssen. Jede Sondertilgung verbessert zudem die Vermögensbilanz. Zinsen kosten mehr als sie wert sind.

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Mein eigengenutztes EFH sehe ich als privaten Konsum und rechne schon lange nicht mehr weil es mich nicht weiterbringt.

(Hervorhebung: odensee)

 

 

Ja, so kann (muss?) man es sehen, die Sondertilgungen sind "weg", sie gehen in "Konsum".

 

Sehe ich anders, Konsum ist teurer wenn dafür auch noch Zinsen bezahlt werden müssen. Jede Sondertilgung verbessert zudem die Vermögensbilanz. Zinsen kosten mehr als sie wert sind.

Sondertilgungen sind durchaus sinnvoll, keine Frage, aber wenn man die selbstgenutzte Immobilie als Konsum sieht, dann sind Sondertilgungen nur Kosten für Konsum.

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wenn man die selbstgenutzte Immobilie als Konsum sieht, dann sind Sondertilgungen nur Kosten für Konsum.

 

Mal konkret aus der Praxis:

 

- Meine Firma (GmbH) hat ebenfalls ein Haus gebaut zur Beherbergung von Büros.

- Das Gebäude schafft keinen Mehrwert und wird "selbstgenutzt", was bringt es also der Firma? Richtig, sie braucht keine Büros anmieten. Ist das dann "Konsum"?

- Die Firma nimmt das Haus als Sachanlage in die Aktiva seiner Bilanz, zum Anschaffungspreis (Baukosten) vermindert um Abschreibung.

- Die Passiva werden um den Kredit für das Haus ergänzt.

- Die Sondertilgungen verschieben auf Seite der Passiva Kapital vom Kredit hin zum Eigenkapital.

 

Frage: Wo ist der Unterschied zum Eigenheim und warum sollte ich als Privatnutzer eine andere Betrachtung vornehmen? Der einzige Unterschied ist die steuerliche Behandlung, "Konsum" ist beides.

Dann müsste sich ja ergo das gesamte Bilanzrecht irren? :)

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Nun sind wir doch wieder in die alte Konsum-Debatte gerutscht, das wollte ich mit meinem PS eigentlich elegant umschiffen :P

 

Kolle, danke für deine Ausführungen! Ich denke wir sind weitestgehend auf einer Linie; Wenn ich in meiner Berechnung mit 2% "abschreibe", würdest du damit dann konform gehen? Mir geht es wie gesagt nur um einen Näherungswert als Ersatz für den nicht ohne weiteres ermittelbaren Verkehrswert.

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Kolle, danke für deine Ausführungen! Ich denke wir sind weitestgehend auf einer Linie; Wenn ich in meiner Berechnung mit 2% "abschreibe", würdest du damit dann konform gehen? Mir geht es wie gesagt nur um einen Näherungswert als Ersatz für den nicht ohne weiteres ermittelbaren Verkehrswert.

 

2 % sehe ich als guten Näherungswert für Abnutzung und Rücklagen in die Instandhaltung.

 

Bezüglich Konsum definiere ich neu: Wohnen ist Konsum, Immobilie ist Vermögen.

 

Alles was einen Wert hat für den jemand anderes was bezahlt ist Vermögen. Das kann sein: Gold, Aktien, Haus usw.

Alles was man für sich verbraucht, ist Konsum. Das kann sein: Essen, Urlaub, Wohnen usw.

 

Wenn man selbst in seiner eigenen Immobilie wohnt, konsumiert man den sonst erzielbaren Ertrag.

Man spart aber auch die Netto-Kaltmiete, aus dieser Sicht ist die Anschaffung einer Immobilie eine Investition.

 

Alles Definitionssache...tongue.gif

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Posted · Edited by civis

Vermietete Immobilien werden meines Wissens mit mindestens 2% abgeschrieben, das halte ich in der Praxis abseits der Finanzamt-Theorie jedoch für übertrieben - Ich kenne kein Haus (ohne kuriose Katastropen...), dessen Bausubstanz nach 50 Jahren komplett (!) wertlos ist.

50 Jahre angenommene Lebensdauer eines Gebäudes (2% Abschreibung) repräsentieren den Durchschnitt der Lebensdauer aller verbauten Materialien (Du schreibst das Haus ja als Einheit und nicht in Teilen ab). Google bei tiefergehendem Interesse mal nach technische Lebensdauer von Bauteilen und wirtschaftliche Nutzungsdauer von Gebäuden.

 

Viele Grüße

civis

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Posted · Edited by BondWurzel

Für eine reine Vermögensaufstellung reicht eine jährliche Verkehrswertermittlung bei ImmoScout, ist am billigsten und mit guten Vergleichswerten Bandbreiten der erziebaren Preise.

 

Dann kann man einer persönliche Bilanz errechnen inkl.Immo und aufstellen.

 

Rein mathematische Bewertungen sind formeller Natur; denkmalgeschützte Ruinen haben oft einen sehr hohen Wer - ähnlich ideeller Liebhaberwerte, wie bei Oldtimer, Gemälden auch.

 

Rückstellungen, Vorteil Eigennutzung und Afa etc. und Mietvergleiche gehören in eine persönliche Rentabilitätsberechnung in Relation zum eingesetzten Kapital.

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Hallo zusammen,

 

ich wohne seit kurzem im selbstgenutzten Neubau und frage mich, wie die Immobilie im Rahmen einer Privatbilanz einigermaßen realistisch bewertet werden kann. Da ich natürlich nicht jährlich ein Gutachten einholen möchte, habe ich folgende simple Kalkulation aufgestellt:

 

Bodenrichtwert Grundstück

+ Baukosten - 1% pa. Wertverlust/Abnutzung

+ Sanierungen - 1% pa. Wertverlust/Abnutzung

= Aktueller Wert

 

Ich gehe also davon aus dass das Gebäude ohne Sanierungen nach 100 Jahren komplett wertlos ist und lediglich das Grundstück im Wert steigen kann sofern die Bodenrichtwerte steigen.

 

Folgende Punkte stören mich daran:

1. Die Bodenrichtwerte gelten für unbebaute Grundstücke und dienen damit allenfalls als grobe Orientierung.

2. Vermietete Immobilien werden meines Wissens mit mindestens 2% abgeschrieben, das halte ich in der Praxis abseits der Finanzamt-Theorie jedoch für übertrieben - Ich kenne kein Haus (ohne kuriose Katastropen...), dessen Bausubstanz nach 50 Jahren komplett (!) wertlos ist.

 

Wie würdet ihr das einschätzen bzw. wie macht ihr das, rechne ich womöglich zu optimistisch?

Ich bedanke mich für Einschätzungen!

 

PS: Mir ist bekannt dass es unter den Wertpapier-Fans viele gibt die selbstgenutztes Wohneigentum als reine Verbindlichkeit ansehen, nach dieser Denkweise hätte es in einer Privatbilanz vermutlich gar nichts zu suchen. Diesen Denkansatz teile ich - wohlgemerkt als Wertpapier-Fan - nicht :)

PPS: Hoffentlich passendes Unterforum?

 

Es gibt verschiedene Methoden Immobilien zu bewerten: Ertragswert, Verkehrswert und Sachwert.

 

Für die verschiedenen Bewertungsmethoden kann ich dir nur empfehlen Gutachten zu lesen Klick

 

Sanierungen würde ich deutlich schneller abschreiben, eher 10-20 Jahre.

 

Ich glaube kaum, dass ein Nachkriegsbau, welcher nie renoviert wurde, noch einen nennenswerten Gebäudewert hat.

 

Was stört dich an den Bodenwerten? Der Bodenwert ändert sich durch eine Bebauung nicht, beim Gesamtwert wird eine nicht zeitgemäße Bebauung mit Abschlägen korrigiert. Das kann sogar soweit gehen, dass der Gesammtwert = Bodenwert - Abbruchkosten.

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Was stört dich an den Bodenwerten? Der Bodenwert ändert sich durch eine Bebauung nicht, beim Gesamtwert wird eine nicht zeitgemäße Bebauung mit Abschlägen korrigiert. Das kann sogar soweit gehen, dass der Gesammtwert = Bodenwert - Abbruchkosten.

 

So ist es.

 

Was Abbruch betrifft kann ich sogar eine aktuelle Hausnummer angeben: EFH Bj.60/70 - Brandschaden, Sanierung unwirtschaftlich, rechnet sich nicht - Abbruch incl. Entsorgung etwa 35-40k bei guter Zugängigkeit auf dem Land.

 

Ich wollte noch darauf hinweisen dass hier generell Grundstücke ge- und verkauft werden. Sind diese z.B. mit einem Wohngebäude (also keine Garten-, Hundehütte o.ä.) bebaut, stellt dies ein sog. wesentlichen Bestandteil des Grundstücks dar, mehr aber auch nicht.

 

Bei der (eigenen, also nicht professionellen) Bewertung solltest Du zunächst ein Gefühl für die Lage Deines Grundstückes entwickeln. Umfeld, Infrastruktur, Anbindung, Arbeitsplätze, Versorgung usw. usw. Ein guter Anhaltspunkt sind hier schon die Bodenrichtwerte und deren Tendenz. Diese zeigen schon im Vergleich ob Dein Grundstück attraktiv ist oder nicht. Und das wirkt sich auch auf die Bewertung der aufstehenden Gebäude aus.

 

Es gibt Fälle wo Leute wirklich gute Bausubstanz geschaffen haben in Gegenden wo niemand hin will. Dann sind Überlegungen wieviel ist mein Superhaus wert, völlig belanglos. Die Lage beeinflusst also auch die Bewertung der Gebäude.

 

 

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Danke für eure Infos, so weit alles einleuchtend. Dass sich ein schwankender Marktwert nicht mit einfachen Formeln "berechnen" lässt, ist klar - aus diesem Grund würde eine derartige Rechnung bei einem Verkaufsgespräch auch kaum eine Rolle spielen, sondern ausschließlich ein professionelles Gutachten.

Das spielt auch keine wirkliche Rolle da ich ja davon ausgehe hier wohnen zu bleiben (bilanziell "Fortführungsprinzip"), ich suche daher einen einfachen Weg das Haus "irgendwie" realistisch einzuordnen und das möglichst ohne Kosten für regelmäßige Gutachten.

 

Daher meine Frage abseits der Theorie zur Preisfindung in freien Märkten: Wie würdet ihr vorgehen? Die genannte 2%-Abschreibung auf das Gebäude ist immerhin Standard bei Unternehmen und sollte nach meinem Verständnis als grober Richtwert brauchbar sein. Und wenn ich davon ausgehe dass sich ein schwankender Marktwert in Form des Bodenrichtwerts nur auf das Grundstück auswirkt und nicht auf das Gebäude, dann rechne ich mir afaik auch nichts schön. Das sind in meinem Fall immerhin knapp 400 Euro Wertverlust pro Monat, ich kenne niemanden der bei einem Neubau so viel Kohle für Instandhaltungen zurücklegt ;) Bin ich damit nicht auf der sicheren Seite?

 

Ich habe Immobilienbesitzer im Bekanntenkreis, die sich ihre Häuser regelrecht "schönträumen". Da werden einfach irgendwelche Summen für 30 Jahre alte Häuser fantasiert und auf dieser Basis zu dem Schluss gelangt, man sei locker "Asset-Millionär". Das würde ich gerne realistischer handhaben.

 

Für eine reine Vermögensaufstellung reicht eine jährliche Verkehrswertermittlung bei ImmoScout, ist am billigsten und mit guten Vergleichswerten Bandbreiten der erziebaren Preise.

 

Das werde ich mir mal anschauen, danke für die Empfehlung!

 

Was stört dich an den Bodenwerten?

 

Nichts, ich hatte mich nur an der Begrifflichkeit "für unbebaute Grundstücke" gestört die in den Auszügen auftaucht.

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Ich mache es ähnlich, ich schreibe allerdings nur 1% p.A. auf das Gebäude ab.

Wobei ich die Herstellungskosten herangezogen habe und darauf ggf. Zu- und Abschreibungen vornehme.

Das buche ich einmal am Ende des Quartals mit 0,25%

 

Das Grundstück ist ein anderes Konto, welches einmal im Jahr mit dem Bodenrichtwert aktualisiert wird.

Hier in NRW über dieses Portal

 

Wenn jetzt meine Immobilie einer Wertsteigerung unterliegen sollte, sind das eben stille Reserven.

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Ich mache es ähnlich, ich schreibe allerdings nur 1% p.A. auf das Gebäude ab.

Wobei ich die Herstellungskosten herangezogen habe und darauf ggf. Zu- und Abschreibungen vornehme.

Das buche ich einmal am Ende des Quartals mit 0,25%

 

Das Grundstück ist ein anderes Konto, welches einmal im Jahr mit dem Bodenrichtwert aktualisiert wird.

Hier in NRW über dieses Portal

 

Wenn jetzt meine Immobilie einer Wertsteigerung unterliegen sollte, sind das eben stille Reserven.

Stille Reserve ist gut... ich habe einen Marktpreis von Kaufpreis +40% konservativ geschätzt nach 6 Jahren. Wenn ich jetzt den Preis des Hauses nehme und 2% pa abziehe komme ich auf 50% des Realwertes.

 

Ist natürlich nur eine Momentaufnahme, der Immobilienmarkt kann sich auch mal nach unten bewegen.

 

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