ImperatoM

First Graphite

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Geschrieben · bearbeitet von ImperatoM

Heute möchte ich Euch gerne nach Rücksprache mit der Forenleitung das australische Unternehmen First Graphite vorstellen, das praktischerweise u.a. auch an der Börse Frankfurt gehandelt wird und über das regelmäßig DGAP-Adhoc-Mitteilungen in deutscher Sprache erscheinen. Ziel der Firma ist es, Geld mit dem neuartigen Wunder-Material Graphen (mit Betonung auf der zweiten Silbe und langem 'e') zu verdienen.
Bei Graphen handelt es sich um eine einlagige (eine Atombreite dicke, also nahezu zweidimensionale) Schicht reinen Kohlenstoffs (C). Diese Form von Kohlenstoff verfügt über außergewöhnliche physikalische Eigenschaften. Unter anderem ist das Material trotz seiner extremen Dünne geradezu spektakulär reißfähig und stromleitend. Daraus ergeben sich viele potentielle Anwendungsfelder, die aktuell aber noch in Erforschungsphasen stecken. Forschung im Graphen-Bereich ist erst seit ein paar Jahren bekannt: Im Jahr 2010 hat IBM erstmals einen Graphentransistor hergestellt und forscht in Richtung Graphen-CPUs. Ebenfalls 2010 wurden zwei Physik-Nobelpreisträger benannt, die Grundlagenforschung mit Graphen betrieben.

Die Graphenforschung leidet aber insbesondere an der schwierigen Herstellbarkeit von Graphen. Zunächst einmal benötigt man möglichst reinen Kohlenstoff. Diesen findet man in einer besonders reinen Form von Kohle, dem Graphit, das man beispielsweise aus Bleistiften kennt. Graphit besteht aus vielen, vielen Lagen Graphen, aber erst Graphen verfügt über die außergewöhnlichen Eigenschaften (weniger ist hier also mehr). Grundsätzlich gibt es verschiedene Herangehensweisen, um aus Graphit eine einzelne Schicht Graphen herauszulösen: Eine - bislang meines Wissens erst theoretisch existierende - versucht vereinfacht gesagt, einzelne C-Atome so zusammenzusetzen, dass eine einlagige Schicht entsteht. Andere versuchen mit Hilfe von tesafilmähnlichen Klebestreifen, eine einzelne Schicht Graphen vom Graphit abzustreifen. Wieder andere probieren chemische Verfahren. Weitere Informationen zum Material Graphen findet man bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Graphen und auch in einem Artikel der Welt: https://www.welt.de/wissenschaft/article129579424/Graphen-wird-technologische-Welt-revolutionieren.html

Während Graphit vergleichsweise günstig ist, kostet eine Tonne Graphen wegen des Herstellungsaufwands nach FG-Angaben rund 40.000 Euro (zum Vergleich: eine Tonne Graphit kostete auf dem Markt laut Wallstreet-Online-Angaben nur rund 1600 USD). Im Jahr 2014 wurde erstmal eine neuartige Methode bekannt, die auf der Möglichkeit basiert, in einer Art einfacher Spülwasserlauge zumindest kleine Graphenpartikel zu erzeugen, vgl.: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Graphen-Das-Wundermaterial-jetzt-auch-aus-dem-Kuechenmixer-2174619.html

Ein derartiges Verfahren hat die australsiche Firma First Graphit aufgegriffen, weiterentwickelt und nun einen Erfolg vermeldet: Ihre auf eine Quadratmeter passende Produktionsanlage, die ohne Fachpersonal bedienbar sei, ist nach Unternehmensangaben in der Lage, 5 Tonnen Graphen pro Jahr herzustellen. Die Anlage sei dabei voll skalierbar, man kann demnach in eher kurzer Zeit viele solcher Anlagen bauen und preisgünstig Graphen herstellen. Unterstützt wird man dabei durch eine Kooperation mit der Universität Adelaide, die die insbesondere Materialprüfung und -optimierung unterstützt.

First Graphit plant, einerseits selbst Graphen herzustellen, andererseits die Produktionsanlagen selbst weiterzuverkaufen, so dass Firmen und Universitäten ihr eigenes Graphen herstellen können, sofern sie über eine gute Graphitquelle verfügen. Soclhe wiederum hat First Graphite sich letztes Jahr in Sri Lanka gesichert, wo nun eine Mine mit außergewöhnlich reinen Graphit-Vorkommen im Aufbau ist und ein Lagerhaus errichtet worden ist. Zudem verfügt man seit wenigen Wochen auch über einen Zulieferervertrag mit einer regierungseigenen Graphit-Mine in Sri Lanka.

Ein weiteres Geschäftsfeld sieht die Firma in der Herstellung von Superkondensatoren, die sich aus Graphen herstellen lassen, und beteiligte sich daher an der darauf spezialisierten Firma Kremfort Pty. Persönlich sehe ich darin aber eher sekundäre, langfristige Chancen, während die Graphenherstellung kurzfristig machbar erscheint.

Die Aktie ist ein Pennystock, dennoch kommt das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von rund 30 Mio Euro. Neben den enormen Chancen durch das außergewöhnliche Produkt bestehen zweifelsfrei auch große Risiken: Andere Unternehmen könnten bessere Verfahren entwickeln oder schneller wachsen. Mit Kapitalerhöhungen ist sicher weiterhin zu rechnen und man ist aktuell auf sie angewiesen. Das Unternehmen macht noch GAR KEINE Umsätze - hat nach eigenem Bekunden aber verschiedene Interessenten. Fast das gesamte Kapital liegen in der Infrastruktur in Sri Lanka und in Form von Wissen, Patenten und Prototypen vor. Kurz gesagt: Es wäre auch keine Riesenüberraschung, wenn First Graphit einmal pleitegeht - es ist ein sehr riskantes Investment.

Dennoch habe ich mir Aktien des Unternhemens gekauft. Überzeugt haben mich für einen Einstieg:

- wegen außergewöhnlicher Chancen, die Wertentwicklung nach oben ist nahezu unbegrenzt denkbar und im Optimalfall macht einen die Aktie in 10-20 Jahren ziemlich reich

- wegen der eigenständigen Rohstoffversorgung

- wegen der rasanten Unternehmensentwicklung (Technologie und Infrastruktur) in den letzten 12 Monaten

- auch wegen des Vertrauen institutioneller Investoren (gerade eine Kapitalerhöhung abgeschlossen)

- wegen der sehr ausführlichen Kapitalmarktinfomationen mit regelmäßigen, ausführlichen und absolut nachvollziehbaren technischen UND finanziellen Informationen

- wegen der Handelbarkeit in Frankfurt

- weil das Management sehr bodenständig und seriös wirkt

 

Schaut mal rein:

Offizielle Webseite: http://www.mrltd.com.au/

Vorstellung des Verfahrens mit Fotos: http://www.mrltd.com.au/graphene/fgr-s-work-on-graphene.html

Videovorführung des Verfahrens in der westaustralischen Produktionsstätte: https://www.youtube.com/watch?v=J46YnNtius0#action=share

Technischer Quartalsbericht mit Fotos und vielen aktuellen Informationen: http://www.asx.com.au/asxpdf/20170131/pdf/43fn42ssrm8dlw.pdf

Finanzieller Quartalsbericht: http://www.asx.com.au/asxpdf/20170131/pdf/43fn3xg5l3k5cz.pdf

 

Was haltet Ihr davon? Ich sage: Ziemlich riskant, aber mit enormen Chancen eine interessante Depotbeimischung. Ich bin SEHR gespannt, wie wir in fünf Jahren über die Firma sprechen werden.

 

 

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Danke für Deine Vorstellung des Unternehmens! „Unentdeckte Perlen“ sind immer interessant :thumbsup:

 Hier stören mich aber zwei Dinge:

  1. Der Technologievorsprung ist für mich nicht greifbar.
    Das Video offenbart mir eher eine recht unprofessionelle Produktion in einer halb offenen Blechhalle und die Maschine nebst was aus ihr heraus kommt.. naja.  Ich habe schon einige Produktionen in meinem Beruf gesehen, aber das sieht mir nicht nach einem hohen Vorsprung aus.
     

  2. Wichtiger aber für mich noch: Die Direktorengehälter sind überzogen und zum aktuellen Status der Firma als Investstory nicht angemessen.
    30-50% der Investorengelder fliessen auf die privaten Managerkonten ab! (Ausgaben nach Bilanz pro Jahr letzte Jahre). Dabei als Topgehalt >500.000 AUD (~400 t€).
    Für ein Unternehmen das nur Verluste macht, keine Einkünfte hat und an einer mega Zukunftstory arbeitet? Das passt für mich nicht, tut mir leid.
    Wenn man von der eigenen Sache überzeugt wäre, dann würden Sie nicht die Investitionsgelder derart jetzt schon absahnen.
    Von der Zukunftsstory sollen wohl nur die Investoren alleine überzeugt werden?

 

Ist aber nur mein persönlicher Eindruck abseits von Lizenzen/Technologie, welche ich schwer beurteilen kann.
Wer das besser durchblickt kann rein gehen
:D

 

Grüße

Chris

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Der Technologievorsprung ist in der Tat als Laie eher schwer zu beurteilen. Aber die Angabe der Jahresproduktionskapazität einer Produktionsanlage wie im Video in Höhe von 5 Tonnen erscheint mir glaubwürdig. Wenn man dann die Differenzen zwischen dem Graphit- und dem Graphenpreis betrachtet, weist das auf eine Menge Gewinnpotential hin. Wenn deren Grenzkosten den Marktpreis darstellen (entspricht zumindest der ökonomischen Theorie), hat First Graphite einen zumindest preislich offensichtlichen, technologischen Vorsprung gegenüber dem Markt. Endgültig weiß ich natürlich aber auch nicht, was andere Konzerne in ihren Pipelines haben. Mut macht mir wie gesagt zusätzlich die Herstellung der Lieferkette in Sri Lanka und die Voranfragen des Marktes bei FG. Dabei ist mir natürlich völlig klar, dass bei eienr Firma ohen umsätze ein Risiko bleibt.

 

Bzgl. der Dikretorengehälter gebe ich Dir recht, dass das Spitzengehalt recht hoch auszufallen scheint. Da es über einen Beratungsvertrag gezahlt wird (siehe Fußnote) ist zumindest denkbar, dass er weitere Mitarbeiter in seienr Beratungsfirma beschäftigt, die er seinerseits von diesem Gehalt bezahlen muss. Wissen kann ich das aber natürlich nicht. Unabhängig von FG sind die Gehälter in Westaustralien allgemein sehr hoch (selbst für Busfahrer z.B.).

 

Aktuelle News zum Teifbau in der Sri-Lanka-Mine gab es gestern:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-02/39933073-dgap-news-first-graphite-ltd-meldet-betriebs-update-personal-und-verfahrensaenderungen-steigern-produktivitaet-anfang-2017-deutsch-016.htm

 

Man treibt gerade den Hauptschacht nach unten, was als schwierigster Teil des Minenbaus gilt, weil er besonders stabil sein muss und man bei der Bodenbeschaffenheit auf Überraschungen stoßen kann. Man hat beim Vorantrieb Graphitadern gekreuzt.

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Nach der Kapitalerhöhung könnte die Liquidität bei gleichbleibenden Cashflows also von nun an 1 Jahr lang ausreichen. In wenigen Wochen soll das erste Graphit in Sri Lanka gefördert werden und man hat einen renommierten Kunden hierfür gefunden. Das bedeutet fundamentale Fortschritte gemacht zu haben. Wichtig werden nun die Fragen, wie schnell die Produktion hochgefahren werden kann, welche Mengen gefördert werden können, welche Quote den Graphits in Graphen weiterentwickelt wird und ob die daraus resultierenden Umsätze (ich schätze, die ersten, vermutlich noch niedrigen, Umsätze sehen wir im Bericht in sechs Monaten) bereits ausreichen, um mit den Gewinnen aus dem dann laufenden Betrieb möglichst viele Kosten für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu decken.

 

Nun, kurz nach den Meldungen über die bevorstehende Minenproduktion hat FG in der Nähe von Fremantle bereits ein Gebäude angemietet, in dem bald auf knapp 1000 m² Graphen hergestellt und versandfertig gemacht werden soll: http://stockmarket.hobsonwealth.co.nz/news-item?S=FGR&E=ASX&N=819901

 

Das deutet darauf hin, dass die Graphen-Produktion noch in diesem Jahr anlaufen könnte.

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Graphen könnte wirklich ein großes Potential in der Technik aufweisen. In den letzten Jahren haben sich auch andere Kohlenstoffnanopartikel in der Technik und Forschung bewährt und weiterentwickelt.

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Geschrieben

Hallo,

 

ehe sich hier jemand durch seine Begeisterung für Graphen hinreißen zum Einstieg läßt, möchte ich noch auf folgendes hinweisen: selbst wenn ein Werkstoff gute Kennzahlen (z.B. Verhältnis von Festigkeit zu Dichte) aufweist, heißt das noch lange nicht, daß er sich auch großtechnisch durchsetzt.

 

Was ich hier über CFK geschrieben habe, gilt analog für Graphen:

https://www.wertpapier-forum.de/topic/749-sgl-carbon/?do=findComment&comment=546937

 

Gruß

Sladdi

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Hi Sladdi,

 

du hast natürlich Recht, dass die Werkstoffkennzahlen nicht als alleiniger Faktor zur Investition genutzt werden sollten. Allerdings glaube ich, dass vorallem im Kohlenstoff ein hohes Potential steckt. Nicht wegen den mechanischen Eigenschaften, die z.B. bei Kohlenstoffnanoröhrchen überragend wären, sondern eher wegen den elektrischen bzw. tribologischen Eigenschaften. Ob Graphen, sich großtechnich verwenden lässt und in welcher Branche es sich ansiedeln wird/könnte, wird sich aber wohl erst noch zeigen.

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In der Forschungswelt ist Graphen schon seit Jahren ein Thema. Kam so gefühlt direkt im Anschluss an den Nano-Hype.

Technisch sicherlich hochinteressant, und es wird sicher auch einige Anwendungen dafür geben.

 

Aber ich habe starke Zweifel, dass es grosstechnische Anwendungen so bald und so umfangreich geben wird, dass für einen Investor wie mich (also Kleinanleger) dabei wirklich Geld rumkommt, wenn ich jetzt schon in die Branche investieren würde.

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Heute wieder erfreuliche News von FG. Man hat die Effizienz der Graphenproduktion nochmal deutlich verbessert, so dass jede Zelle jährlich Graphen im Wert von 2 Mio AUD p.a. produzieren kann (bei fixem Graphen-Preis):

http://www.goldinvest.de/aus-der-redaktion/first-graphite-ltd/429-first-graphite-produktionskapazitaet-der-graphenzellen-steigt-um-ueber-150

 

Der Kurs reagiert direkt erfreulich auf diese Meldung. Wichtiger wären aber aus meiner Sicht für den Kurs aber, Kundenverträge melden zu können - und eine laufende Produktion in Sri Lanka. Mit beidem liegt man gut in der Zeit, aber trotzdem werden erst diese Meldungen den Kurs stark beeinflussen, denke ich.

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http://www.ingenieur.de/Themen/Energiespeicher/Elektroautos-israelischer-Flashbatterie-in-5-Minuten-aufgeladen

 

Zitat: 

 

Laut StoreDot können die Flash-Akkus nicht nur schneller geladen werden, sondern sollen auch sicherer sein. Da die Akkus komplett auf das in Lithium-Ionen-Akkus gängige Graphit verzichten, sei die Feuergefahr deutlich geringer, so das Unternehmen.

 

 

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Zudem wurde jetzt das erste Graphit aus der Mine in Sri Lanka geholt. Wichtig wird, wenn die Dauerproduktion läuft und Graphit nach Australien oder an Kunden verschifft werden kann.

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