Aus Schweizer Sicht: Währungsabsicherung wirklich sinnlos?

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44 Beiträge in diesem Thema

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Danke für eure Beiträge! Ich werde also in den nächsten Tagen mal mit den Daten spielen und das Ergebnis hier teilen.

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Im von mir verlinkten Beitrag hat das ganze jemand auf die Safe Withdrawal Rate untersucht. Die ist/war in der Schweiz nämlich niedriger als anderswo.

Lohnt sich zu lesen, wenn man über seine Altervorsorge nachdenkt.

 

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vor 19 Stunden schrieb Birke:

Ne, dieser Argumentation kann ich nicht folgen. Womit bezahlst du denn deine Apple-Aktien? Wir beide mit Dollar. Du kaufst aber deine Dollars mit Euro, ich mit Schweizer Franken.

Bevor wir uns mit dem Erlös der Apple-Aktien 10 Jahre später Brötchen oder Eis kaufen, werden wir die Dollars wieder umtauschen müssen. Du in Euro, ich in Schweizer Franken.

 

 

 

 

Dollar, Euro, Schweizer Franken sind Tauschobjekte, ebenso wie man Gold, Diamanten, Zigaretten oder Kaffee zum Tauschen nutzen kann. Womit man Aktien erwirbt, hängt einfach nur zwischen dem Verkäufer und Käufer ab. Du kannst den Verkäufer in Dollar bezahlen, in Diamanten, oder in Zigaretten, solange der Käufer diesem zustimmt könnt ihr den Tausch durchführen.

Währungen sind jetzt nicht viel anders als (physikalische) Tauschobjekte, d.h. ob du die Apple-Aktie für 190 Dollar oder für 35 Packungen Zigaretten erwirbst ist egal. Du kannst zukünftig dann den Apple-Kurs in Zigaretten weiter tracken, z.B. stellst du dich vor einen Apple-Store und schaust an wie viele Zigaretten dir jeden Tag für deine Apple-Aktie geboten werden. Vielleicht wird Apple wertvoller oder das Angebot an Zigaretten auf dem Markt wird größer und dir werden 70 Packungen angeboten, dann hast du eine satte Rendite von 100% (in Zigaretten) gemacht.

 

Investitionen in Wertpapiere anderer Währungsräume sind immer beides: Investitionen in Wertpapiere

und in die Fremdwährungen. Beides beeinflusst die Rendite.

Nein, eben nicht, wie häufig hier besprochen.

 

Du gründest ein Aktienunternehmen in den USA, legst bei diesem Unternehmen 10 Mio CHF in den Tresor. Obwohl die Aktie in Dollar gehandelt wird, ist das Unternehmen dauerhaft 10 Mio CHF wert.

Gleiches beispiel Schweiz: Schweizer Börsenunternehmen, in CHF gehandelt, aber die Assets bestehen aus 10 Mio. Dollar im Tresor. Unternehmen ist damit dauerhaft 10 Mio. Dollar wert.

Ersetze nun den Tresor durch die Cash-Flows im Unternehmen: Ein Unternehmen generiert Einnahmen in bestimmten Währungen und hat Ausgaben in anderen Währungen. Das Hauptwährungsrisiko des Unternehmens ist es wenn die Währung der Einnahmen an Wert verliert und die Währung der Ausgaben an Wert zunimmt. Wo das Unternehmen sitzt und in welcher Währung die Aktie notiert ist komplett egal. So kann ein Schweizer Unternehmen ein deutlich höheres Währungsrisiko für dich als Schweizer haben als ein Unternehmen z.B. aus den USA.

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von Birke

Sorry, Yoko, aber für mich ist das ziemlich verwirrend, wie du schreibst. Erklär mir bitte an diesem Beispiel (Apple im Januar 2015), warum die Währung keinen Einfluss hat auf die Performance bei internationalen Anlagen:

 

Performance-Diagramm_Apple.jpeg

Investitionen in Wertpapiere anderer Währungsräume sind immer beides: Investitionen in Wertpapiere

und in die Fremdwährungen. Beides beeinflusst die Rendite aus Sicht des Anlegers in seiner Heimatwährung.

 

Zwei völlig andere Fragen sind:

  • Wie relevant ist das Währungsrisiko in der langen Frist? = meine Frage in diesem Thread.
  • Gibt es bei international aufgestellten Unternehmen weitere Währungsrisiken? Natürlich! Bei Apple breit diversifiziert, bei einer Schweizer Bergbahn wohl kaum.

Meine Frage ist also nicht, ob es (unterschiedlich ausgeprägte) Währungsrisiken gibt, wenn ich in Aktien anderer Währungsräume investiere. Sondern, wie relevant diese Risiken für mich als Schweizer Anleger sind.

 

vor 22 Stunden schrieb eidgenoss61:

Im von mir verlinkten Beitrag hat das ganze jemand auf die Safe Withdrawal Rate untersucht. Die ist/war in der Schweiz nämlich niedriger als anderswo.

Lohnt sich zu lesen, wenn man über seine Altervorsorge nachdenkt.

 

Merci! Ich habe gerad nicht die Ruhe, mir die Artikel durchzulesen, aber vielleicht kannst du mir in einem Satz sagen, was ich mir unter "Safe Withdrawal Rate" vorstellen kann. Mein Finanz-Englisch ist dürftig :rolleyes:

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vor 22 Minuten schrieb Birke:

Investitionen in Wertpapiere anderer Währungsräume sind immer beides: Investitionen in Wertpapiere

und in die Fremdwährungen.

Da Du das hier bereits mehrfach erwähnt hast, könntest Du das bitte etwas erläutern? Nestle macht z.B. ~1% seines Umsatzes in der Schweiz (https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/kennzahlen). Warum ist eine Investition in die Nestle Aktie dann keine Investiton in 99% Fremdwährungen? 

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vor 2 Stunden schrieb Birke:

Sorry, Yoko, aber für mich ist das ziemlich verwirrend, wie du schreibst. Erklär mir bitte an diesem Beispiel (Apple im Januar 2015), warum die Währung keinen Einfluss hat auf die Performance bei internationalen Anlagen:

 

Performance-Diagramm_Apple.jpeg  0   97 kB

Investitionen in Wertpapiere anderer Währungsräume sind immer beides: Investitionen in Wertpapiere

und in die Fremdwährungen. Beides beeinflusst die Rendite aus Sicht des Anlegers in seiner Heimatwährung.

 

Zwei völlig andere Fragen sind:

  • Wie relevant ist das Währungsrisiko in der langen Frist? = meine Frage in diesem Thread.
  • Gibt es bei international aufgestellten Unternehmen weitere Währungsrisiken? Natürlich! Bei Apple breit diversifiziert, bei einer Schweizer Bergbahn wohl kaum.

Meine Frage ist also nicht, ob es (unterschiedlich ausgeprägte) Währungsrisiken gibt, wenn ich in Aktien anderer Währungsräume investiere. Sondern, wie relevant diese Risiken für mich als Schweizer Anleger sind.

 

Merci! Ich habe gerad nicht die Ruhe, mir die Artikel durchzulesen, aber vielleicht kannst du mir in einem Satz sagen, was ich mir unter "Safe Withdrawal Rate" vorstellen kann. Mein Finanz-Englisch ist dürftig :rolleyes:

Wenn du motivierte und qualifizierte Antworten erwartest, dann bring doch wenigstens den Anstand auf, triviale Dinge selber zu machen. Zum Beispiel einen Begriff googeln...

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vor 1 Stunde schrieb Birke:

Merci! Ich habe gerad nicht die Ruhe, mir die Artikel durchzulesen, aber vielleicht kannst du mir in einem Satz sagen, was ich mir unter "Safe Withdrawal Rate" vorstellen kann. Mein Finanz-Englisch ist dürftig :rolleyes:

 

SWR gibt an, wieviel du einem Portfolio entnehmen kannst, ohne dass es ins Minus geht.

Parameter dabei sind Wert des Portfolios, Entnahme, erwartete Dauer wie lange das Portfolio reichen soll, etc. sprich, wieviel brauchst du für deinen Ruhestand und reicht dein Portfolio dafür?

Ausgangspunkt ist dabei die angenommen Höhe an Ausgaben, die man erwartet.

 

Man kann z. B. mit Hilfe von Monte-Carlo-Simulationen prüfen, unter welchen Umständen welche Portfolio-Zusammensetzungen wie gut abgeschnitten haben.

 

In der Trinity-Studie wurde für die USA ausgerechnet, dass für eine bestimmte Assets Allokation eine SWR von 4% angenommen werden kann, d. h. du könntest jedes Jahr 4% deines Portfolios entnehmen, ohne dass das Portfolio Gefsahr laufen würde, über 30 Jahre ins Minus zu gehen. (Schlecht, wenn das Geld audgeht, bevor man abdankt.)

 

Warum ich das erwähne: die SWR von 4% gilt nicht für jedes Land. In eben jenem Artikel werden SWR für verschiedene Asset Allokationen (home vs. global) für verschiedene Länder ausgerechnet.

Damit dabei es Sinnvolles herauskommt natürlich inkl. Inflation und Devisenkurse.

 

Sehr interessant, da ein Portfolio mit 100% CH-Aktien in den letzten 50 (?, gerade nicht im Kopf) besser abgeschnitten hätten als ein global diversifiziertes Portfolio.

Relevant für einen Anleger ist lediglich, in welcher Währung er im Ruhestand seine Ausgaben tätigen muss.

 

https://www.bogleheads.org/wiki/Safe_withdrawal_rates erklärt das ganz schön.

 

 

 

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vor 3 Stunden schrieb cmx:

Da Du das hier bereits mehrfach erwähnt hast, könntest Du das bitte etwas erläutern? Nestle macht z.B. ~1% seines Umsatzes in der Schweiz (https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/kennzahlen). Warum ist eine Investition in die Nestle Aktie dann keine Investiton in 99% Fremdwährungen? 

Das eine widerspricht doch nicht dem anderen, oder? Es gibt Firmen, deren Gewinn von Währungsschwankungen beeinflusst wird, mehr oder weniger. Z.B. Apple: Da haben sowohl die Amerikaner als auch die Schweizer Fremdwährungsrisiken, ganz klar. Unabhängig davon bringt mir Apple in Schweizer Franken eine andere Performance als dem Amerikaner in USD, siehe mein Chart. Warum ist das so? Bilde ich mir diese Kursschwankungen denn nur ein? :huh:

 

Sorry, wenn ich so hartnäckig nachfrage. Ich habe den Forum-Konsens so verstanden:

Währungsschwankungen bei Investitionen in "ausländische Aktien" gleichen sich über die lange Frist aus und daher lohnt sich eine Absicherung für langfristige Aktenportfolios nicht.

Das heisst aber doch nicht, dass es diese Währungseffekte gar nicht gibt, die sich da langfristig ausgleichen. Und das heisst auch nicht, dass es bei Aktien nicht auch noch andere Währungseffekte gibt durch die internationale Ausrichtung der Unternehmen.

 

Da mir DNA ja vorwirft, dass ich zu faul bin zum googlen, habe ich mal geschaut, ob ich denn wirklich als einziger so dumm bin, wenn ich die Existenz eines Währungsrisikos bei Fremdwährungsinvestitionen behaupte.

Zitat

Investoren sind bei Anlagen in Fremdwährungen dem Risiko ausgesetzt, dass nicht nur ihr Basisinvestment an Wert gewinnt oder verliert, sondern auch die Anlagewährung im Vergleich zur eigenen Währung an Wert gewinnt oder verliert. Dies ist vergleichbar mit dem Translationsrisiko, allerdings mit dem Unterschied, dass Investoren regelmäßig in wesentlich kürzeren Perioden ihre Positionen schließen und glattstellen. Damit wird dieses Risiko zahlungswirksam. Unternehmen halten in der Regel Beteiligungen über Jahre und Jahrzehnte, sodass Translationsrisiken nur beim Transfer von Vermögen zwischen Gesellschaften (Dividenden, Kapitalzuführung) zahlungswirksam werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wechselkursrisiko

Zitat

Währungsrisiko

Das Risiko, das bei der Anlage in ausländische Währungen entsteht. Beispiel: Bei einer auf britischen Pfund ausgestellten Aktie beträgt die jährliche Dividende drei Prozent. Fällt nun das Pfund im Vergleich zum Euro, sinkt der Ertrag des Wertpapiers. Verliert die britische Währung 4 Prozent gegenüber dem Euro, macht der Anleger sogar einen Verlust.

https://boerse.ard.de/boersenwissen/boersenlexikon/waehrungsrisiko-100.html

 

vor 1 Stunde schrieb eidgenoss61:

Sehr interessant, da ein Portfolio mit 100% CH-Aktien in den letzten 50 (?, gerade nicht im Kopf) besser abgeschnitten hätten als ein global diversifiziertes Portfolio.

Relevant für einen Anleger ist lediglich, in welcher Währung er im Ruhestand seine Ausgaben tätigen muss.

Genau wegen solcher "Beobachtungen" habe ich diesen Thread erstellt. Danke für die interessanten Links und die ausführlichen Erläuterungen!

Wie hast du es mit der Währungsabsicherung in deinem Portfolio?

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vor 8 Stunden schrieb Birke:
vor 10 Stunden schrieb eidgenoss61:

Sehr interessant, da ein Portfolio mit 100% CH-Aktien in den letzten 50 (?, gerade nicht im Kopf) besser abgeschnitten hätten als ein global diversifiziertes Portfolio.

Relevant für einen Anleger ist lediglich, in welcher Währung er im Ruhestand seine Ausgaben tätigen muss.

Genau wegen solcher "Beobachtungen" habe ich diesen Thread erstellt. Danke für die interessanten Links und die ausführlichen Erläuterungen!

Wie hast du es mit der Währungsabsicherung in deinem Portfolio?

Wie gesagt, ich werde lediglich meinen Anteil an CH-Aktien auf 25% hochfahren. Der Rest ist global diversifiziert.

Das reicht dann als Absicherung.

 

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Am 13.6.2018 um 22:33 schrieb Birke:

Das eine widerspricht doch nicht dem anderen, oder? Es gibt Firmen, deren Gewinn von Währungsschwankungen beeinflusst wird, mehr oder weniger. Z.B. Apple: Da haben sowohl die Amerikaner als auch die Schweizer Fremdwährungsrisiken, ganz klar. Unabhängig davon bringt mir Apple in Schweizer Franken eine andere Performance als dem Amerikaner in USD, siehe mein Chart. Warum ist das so? Bilde ich mir diese Kursschwankungen denn nur ein? :huh:

Erstmal zu Unternehmen und Fremdwährungen:

 

Früher (vor der weitgehenden Internationalisierung) haben Unternehmen eines Landes auch hauptsächlich in diesem Land ihre Einnahmen und Ausgaben getätigt. Dies galt insbesondere für große Länder (USA, DE, FR, GB, ...). Dementsprechend waren sie "immun" gegen Wechselkursschwankungen. Wichtig sind übrigens beide Seiten - Einnahmen und Ausgaben.

 

Heute (seit der Internationalisierung der Großkonzerne und über die reden wir hier ja) haben diese Unternehmen selbst Wechselkursrisiken. Es kommt 

- Ein deutscher Maschinenbauer verkauft seine Maschinen nicht mehr nur im Heimatland, sondern auch in den USA. Seine Produktion und Entwicklung liegt aber in Deutschland und er hat nur Vertrieb & Service in den USA. Zudem kauft er seine Produktionsmittel auch im (lokalen) Cluster ein. => Er hat ein sehr großes Wechselkursrisiko, da seine Ausgaben zu über 90% in EUR erfolgen und seine Einnahmen aber inzwischen 30% USD sind. So eine Firma wird in gewissem Umfang selbst Wechselkurse absichern. Für einen Euro-Investor wäre diese Aktie also fast ohne Wechselkursschwankungen, während der internationale Investor die Schwankungen voll abbekommt.

- Ein Großunternehmen wie Daimler verkauft die Produkte ebenfalls in alle Welt. Im Unterschied zum kleinen Maschinenbauer hat Daimler aber durch Ausgaben in der ganzen Welt (internationale Zulieferer, internationale Entwicklungsstandorte, etc.). Das Hedging wird sich daher auf grobe Missverhältnisse beschränken, also bspw. hohe Einnahmen in GBP aber kaum Ausgaben. Dementsprechend hat ein Euro-Investor hier nur kleine Vorteile gegenüber einem internationalen Investor.

 

ABER: Das ist (eigentlich) alles völlig egal!

 

Denn die Begründung, warum man üblicherweise keine Währungsabsicherung bei Aktiengeschäften vornimmt ist folgende:

Eine Wechselkursprognose ist nicht seriös möglich. Man weiß einfach nicht, in welche Richtung sich die Währungen entwickeln werden. Auch bei einem so "offensichtlichen" Paaren wie CHF und EUR/USD ist es eben nicht klar. Da spielen viele unbekannte Faktoren eine Rolle, darunter auch die aus meiner Sicht unberechenbaren Zentralbanken. Dementsprechend ist der Erwartungswert = 0.

 

Zudem kostet die Absicherung zumindest ein wenig Gebühren (und war bisher auch teurer).

https://www.ishares.com/ch/privatkunden/de/produkte/251407/ishares-msci-world-chf-hedged-ucits-etf => 0,55%

https://www.ishares.com/ch/privatkunden/de/produkte/251882/ishares-msci-world-ucits-etf-acc-fund => 0.20%

 

Jetzt gibt es aber aus meiner Sicht zwei Sachverhalte, in denen der CHF-gesicherte ETF die richtige Entscheidung ist:

- Du bist der Überzeugung, dass der CHF durch die Stärke der Schweizer Exportwirtschaft auch in der nächsten Zeit kontinuierlich aufwerten wird (Spekulation) - und zwar mehr als die Absicherung dich kostet.

- Du hast die Befürchtung, dass die größten Fremdwährungen (EUR, USD, JPY, CNY) vor Crashs stehen, möchtest dein Geld in CHF sichern und bist bereit, dafür eine Gebühr zu bezahlen (Absicherung).

 

Beide Argumente sind verwandt und irgendwo valide. Andererseits: Wenn es offensichtlich wäre, würden gerade hier im Forum viel mehr "informierte" Leute bei ETF eine "CHF/GBP/NOK hedged" Variante wählen. Oder bei Geldkonten wesentliche Beträge in CHF/GBP/NOK anlegen. Das ist aber nicht wirklich der Fall. Es kann ja auch passieren, dass der CHF abwertet, dann freust du dich über "Fremdwährungen" im Depot.

 

Was würde ich an deiner Stelle tun?

- Anleihen nur in CHF

- Bankeinlagen nur in CHF

- Aktien nicht hedgen

 

PS: Ich plane gerade, ein CHF-Fremdwährungskonto zu eröffnen, daher bin ich auf diesen Thread aufmerksam geworden.

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Am 16.6.2018 um 22:04 schrieb Sucher:

Beide Argumente sind verwandt und irgendwo valide. Andererseits: Wenn es offensichtlich wäre, würden gerade hier im Forum viel mehr "informierte" Leute bei ETF eine "CHF/GBP/NOK hedged" Variante wählen. Oder bei Geldkonten wesentliche Beträge in CHF/GBP/NOK anlegen. Das ist aber nicht wirklich der Fall. Es kann ja auch passieren, dass der CHF abwertet, dann freust du dich über "Fremdwährungen" im Depot

 

Ganz genau.

Wie war das mit den CHF-Krediten vor dem Franken-Schock?

Da haben (besonders im Ostblock) etliche ihr Häuschen verloren...  uuups, wie konnte das passieren.

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So, mit einem grossen Dank für eure (geduldigen) Beiträge mit einigen für mich sehr hilfreichen Hinweisen habe ich mich letztes Wochenende nochmals intensiv mit dieser Frage beschäftigt und teile gerne meine Ergebnisse B-)

 

Nochmals die Wechselkursentwicklungen:

Performance-Diagramm_(Wechselkurse).jpeg

Gestrichelt aus Sicht von euch DM/EURO-Leuten: Gegenüber dem USD nach 30 Jahren nach vielen Schwankungen zur Zeit +/- 0. Anders für uns CHF-Leute: Talfahrt. Soweit bekannt.

 

Zuerst habe ich mal die Inflationswerte von USA, Deutschland und Schweiz abgetragen (Quelle: https://data.oecd.org/price/inflation-cpi.htm):Performance-Diagramm_(Inflation).jpeg

Man sieht sehr schön, dass die Inflation in der Schweiz seit den 90ern immer flacher wird und seit der Finanzkrise stagniert.

 

Dann habe ich mal den S&P 500 TR dargestellt aus Sicht eines USD-Investors, eines CHF-Investors, eines DEM/EUR-Investors (Quelle Wechselkurse: http://fxtop.com/de/historische-wechselkurse.php):

Performance-Diagramm_(S&P500_TR).jpeg

Seit Anfang des Jahrtausends liegt der CHF-Investor "optisch" weit zurück. Im Vergleich (gefüllte Fläche) der SPI TR.

 

Dann habe ich die Werte kaufkraftbereinigt (Tabellenkalkulation: jeweils den letzten Monatskurs mit dem aktuellen CPI-Faktor). Das Ergebnis ist interessant:

Performance-Diagramm_(S&P500_TR_CPI).jpeg

Hier zeigt sich deutlich, dass die kaufkraftbereinigten Renditen relativ nahe beieinander liegen. Derzeit haben es die EUR-Leute etwas besser.

 

Im Ergebnis sieht es also so aus, dass auch für einen Schweizer Anleger die Währungsrisiken nicht spezieller sind als für einen EUR- oder USD-Anleger.

 

Aber lässt sich mit Hedging nicht doch ein free lunch verdienen? Daher habe ich zum Schluss nochmals die Tabellenkalkulation gefüttert und so getan, als würde Währungshedging 100-%tig funktionieren, aber mal verschiedene Kosten exemplarisch abgezogen:

Performance-Diagramm_(S&P500_TR_Kosten_Hedging).jpeg

blau: S&P 500 TR aus USD-Sicht

rot: S&P 500 TR aus CH-Sicht

Da Währungsabsicherung 1. nie 100% funktioniert und 2. positive Währungsgewinne ebenfalls wegfallen und 3. die Kosten gerade in Zeiten hoher Zinsdifferenzen grösser sein werden, wäre Währungsabsicherung auf lange Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verlustgeschäft.

 

Ich habe mich entschieden, den Empfehlungen von Schweizer "Experten" nicht mehr zu folgen und im Zuge meines nächsten Rebalancing die beiden währungsgesicherten Positionen im Weltportfolio (USA und EMU) gegen ungesicherte zu tauschen. Mal schauen, wie sich das anfühlt...

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Am 11.6.2018 um 20:14 schrieb Birke:

Im Forum besteht Konsens, dass sich die Absicherung von Fremdwährungsrisiken bei Aktienanlagen langfristig nicht lohnt. Die Details sind mir bekannt:

Bei uns in der Schweiz wird zum Teil anders argumentiert. So sei das Währungsrisiko für Anleger aus dem CHF-Raum so gross, dass sogar der Sinn internationaler Diversifikation infrage gestellt wird:

Wenn man als Schweizer mit einem weltweit diversifizierten Portfolio agiert, dann hat man es natürlich wirklich besonders schwer und es kommt wohl stark auf den Anlagehorizont an. Bei sehr langem Horizont kann man auf den Hedge verzichten. Bei kurzfristigen Anlagen ist der Kurs des Franken wohl der alles bestimmende (Risiko-)Faktor. Selbst bei einer Anlage in den Schweizer Aktienmarkt (den kenne ich nicht gut, aber ich vermute, dass die meisten Unternehmen, selbst die kleinen oft mehr Geschäft ausserhalb als innerhalb der Schweiz haben) dürfte man extrem stark vom Franken abhängig sein. Bei kurzem Anlagehorizon machen Hedges daher wohl durchaus Sinn.

 

Vor allem würde ich mich mal mit der Abweichung des EXC- zum PPP-Wechselkurs (Purchasing Power Parity) des CHF beschäftigen. EXC schwankt idR. um PPP, so dass es hier eine Prognosekraft gibt (im Prinzip sogar eine berechenbare Renditeerwartung; Deuba hatte sogar mal einen Currency-Value ETF der den Effekt monetarisieren sollte; da gibts einige interessante Papers dazu). Bei größeren Fremdwährungsanlagen schaue ich mir daher PPP/EXC immer genau an. Für einen Schweizer sollte dies wirklich fast immer wichtig sein. Zudem sollte man die Kosten einer Währungsabsicherung im Blick haben, also Zinspread am kurzen Ende zwischen den beiden Währungspaaren, Inflation der beiden Währungspaare beachten etc.

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Geschrieben · bearbeitet von eidgenoss61

vor 21 Stunden schrieb Bärenbulle:

also Zinspread am kurzen Ende zwischen den beiden Währungspaaren, Inflation der beiden Währungspaare beachten etc.

 

Was heisst das auf deutsch in einfacher Sprache?   (Ernst gemeint.)

Danke dir.

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Am ‎11‎.‎06‎.‎2018 um 20:14 schrieb Birke:

CHF = harte Fluchtwährung, legt seit Jahrzehnten gegenüber allen "harten Währungen" zu

Im XX Jahrhundert verlor der CHF ca. 60% seiner Kaufkraft. Der USD - 98%. Die Reichsmark … ähm, was ist das bitte? Es geht nicht darum, ob Fluchtwährung oder nicht, die CHF ist eine harte Währung, während der EUR und USD Fiatgeld-Währungen sind. Deswegen sind die Europäer und Amerikaner auch gezwungen, ihr Vermögen in Substanzwerten wie z.B. Aktien zu halten, weil es sonst über diverse Mechanismen (Inflation, steuerbegünstigte Altersvorsorge in negativrentable Staatsanleihen etc.) für die Staatsschulden draufgehen wird. Bei den Schweizern ist dieser Druck zwar weniger, aber ganz weg ist er nicht. Wenn Du Deine Altersvorsorge ab 20J in CHF sparst, dann haben diese Ersparnisse nach 45 Arbeitsjahren wahrscheinlich auch 20-25% an Kaufkraft verloren. 

 

Am ‎12‎.‎06‎.‎2018 um 05:42 schrieb eidgenoss61:

Muss die Frage nach Sinn von Währungsabsicherung für Schweizer daher nicht anders beantwortet werden?

Ich verstehe, was Du meinst, aber ich glaube, es lohnt sich nicht. Die Banken kennen die Statistiken auch und werden Dir für die Absicherung soviel berechnen, dass es sich für Dich über Jahrzehnte nicht rentiert. Ich würde an Deiner Stelle in Geschwindigkeiten rechnen, wie es Investoren machen, die in Weichwährungen wir z.B. den russischen Rubel investieren. Gesamtperformance CHF = Aktiengewinn in Fremdwährungen - Geschwindigkeit des Fremdwährungsverfalls gegenüber CHF

Wenn die Gesamtperformance CHF Dir passt, dann warum nicht. 

 

Am ‎11‎.‎06‎.‎2018 um 20:14 schrieb Birke:

Wäre ein Verzicht auf Währungsabsicherung für Schweizer nicht eine Wette gegen den langfristigen Trend?

Nein, es wäre eine bewußte Kalkulation des langfristigen Preisverfalls der Fiatwährungen als die günstigere Variante, denn eine Absicherung. 

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vor einer Stunde schrieb eidgenoss61:

 

Was heisst das auf deutsch in einfacher Sprache?   (Ernst gemeint.)

Danke dir.

 

Hallo Eidgenosse61,

bei Morningstar gab es vor kurzen einen tollen Artikel. Dort geht es eigentlich um die Währungsabsicherung bei Anleihen. Dort ist vieles erklärt. Auch die versteckten Kosten durch Zinsdifferenz in den beteiligten Währungsräumen.

http://www.morningstar.de/de/news/170004/absicherungskosten-killen-bond-performance.aspx

 

Bei Bondvigilantes gab es auch mal was gutes zu diesem Thema.

https://www.bondvigilantes.com/deutsch/2017/12/29/was-ist-die-cross-currency-basis-und-wie-wirkt-sie-sich-aus/

 

Kann ich nur empfehlen mal durchzulesen!

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vor 55 Minuten schrieb Wertpapiernoob:

 

Hallo Eidgenosse61,

bei Morningstar gab es vor kurzen einen tollen Artikel. Dort geht es eigentlich um die Währungsabsicherung bei Anleihen. Dort ist vieles erklärt. Auch die versteckten Kosten durch Zinsdifferenz in den beteiligten Währungsräumen.

http://www.morningstar.de/de/news/170004/absicherungskosten-killen-bond-performance.aspx

 

Bei Bondvigilantes gab es auch mal was gutes zu diesem Thema.

https://www.bondvigilantes.com/deutsch/2017/12/29/was-ist-die-cross-currency-basis-und-wie-wirkt-sie-sich-aus/

 

Kann ich nur empfehlen mal durchzulesen!

Vorzüglich, herzlichen Dank von einem der sonst stillen Mitleser!

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Am 5.9.2018 um 23:33 schrieb Mentalmarkt:

Vorzüglich, herzlichen Dank von einem der sonst stillen Mitleser!

 

Bitte sehr! :)

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Am 5.9.2018 um 22:35 schrieb Wertpapiernoob:

 

Hallo Eidgenosse61,

bei Morningstar gab es vor kurzen einen tollen Artikel. Dort geht es eigentlich um die Währungsabsicherung bei Anleihen. Dort ist vieles erklärt. Auch die versteckten Kosten durch Zinsdifferenz in den beteiligten Währungsräumen.

http://www.morningstar.de/de/news/170004/absicherungskosten-killen-bond-performance.aspx

 

Bei Bondvigilantes gab es auch mal was gutes zu diesem Thema.

https://www.bondvigilantes.com/deutsch/2017/12/29/was-ist-die-cross-currency-basis-und-wie-wirkt-sie-sich-aus/

 

Kann ich nur empfehlen mal durchzulesen!

In der Tat, sehr interessant. 

 

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