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Finanzielle Unabhängigkeit

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Cepha
vor 4 Stunden von chirlu:

 

Du kannst auch 10% jedes Jahr entnehmen oder 90%. Es bleibt immer etwas übrig.

 

Natürlich fällt dann der Entnahmebetrag fast jedes Jahr ab. Aber das war ja nicht das Thema.

Bei der Betrachtung ist das Renditereihenfolgerisiko aber egal und das ist der große Unterschied zu denen, die Szenarien analysieren müssen/wollen.

Ist die ans aktuelle Depotvermögen angepasste prozentuale Entnahmerate geringer als die im Zeitverlauf auftretenden durchschnittliche(!) realen Nettorendite, dann wird man reicher streben als man begonnen hat. Man braucht noch nicht mal irgendwelche "Geldtöpfe", Umschichtungsstrategien oder zusätzliche Regeln.
Nichts ist umsonst. Der Preis dafür ist die hohe Volatilität bei dem, was man entnimmt.

vor 6 Stunden von Schwachzocker:

Nicht die Höhe des Notgroschens ist irrational, sondern der Umstand, dass dieser nicht zur Geldanlage zählt. Das ist natürlich auch wieder eine schöne Möglichkeit, sich selbst zu belügen.

 

Ich halte mich an das sehr oft gehörte Modell: Notgroschen + Investition bestehend aus RK1 und RK3 nach persönlicher Risikotoleranz. Keep it simple. (exakt das Gegenteil der meisten FI Analytiker im thread)

Welchen Namen man dem gibt ist mir egal und in der Praxis ohne Relevanz.
 

 

 

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Cepha
vor 7 Stunden von Der Heini:

Versteh ich nicht. Das ist doch ein gewaltiger Unterschied.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit des Depots ist in beiden Fällen "100%". (von Weltuntergang & Co mal abgesehen)

 

Ist die künftige durchschnittliche(!) reale Nettorendite des Depots darüber, wird man reicher, ist sie darunter wird man ärmer. Die Renditereihenfolge ist egal, sie ist natürlich nicht egal fürs mögliche Konsumlevel in den Dürrejahren.

Entnimmt man mit 3% wird das Restvermögen mit jedem Jahr immer höher werden als wenn man 4% entnimmt.

Nach 28 Jahren (und der Zeitraum das ist vollkommen unabhängig vom Startvermögen und auch vollkommen unabhängig von der Börsenentwicklung in diesen 28 Jahren) wird die Person mit 3% Entnahme 1/3 mehr Geld im Depot haben und damit in absoluten Zahlen genauso viel entnehmen wie die Person mit 4%.
DAS ist der Unterschied zwischen den beiden Zahlen. 1/3 mehr Konsum heute zum Start und der Vorsprung jedes Jahr abschmelzend oder stattdessen heute 1/3 weniger und einen Hauch mehr Konsum 28 Jahre später, mit Vorsprung immer weiter wachsend bis zum Ende

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Schwachzocker
vor 46 Minuten von Cepha:

Ich halte mich an das sehr oft gehörte Modell: ...

Man sollte sich nicht an alles halten, nur weil man etwas gehört hat.

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Cepha
· bearbeitet von Cepha
vor 5 Stunden von s1lv3r:

Das hängt wohl ganz eindeutig an einer nicht vorhandenen gemeinsamen Definition von "Gesamtvermögen". Für mich rechne ich Gesamtvermögen mit ggf. vorhandenen Immobilien und den Barwerten von etwaigen bereits erworbenen Rentenansprüchen. Dann ist 1 Million Gesamtvermögen - je nach Alter, Lebensstil und Sicherheitsbedürfnis - gerade mal ausreichend. Ein Frugalist mit mittlerer Risikobereitschaft dürfte damit hinkommen. ;)

Mir würde 1 Million ohne Rentenansprüche für FU reichen. Bei 3%/Jahr sind das 2500€/Monat. Ist ja nicht verboten, noch was dazu zu verdienen, es wird halt optional.

Mir Rente (ich kalkuliere ab 69) genügt mir weniger als 1 Million Euro für FU. Heute wären das bei mir 288k für 20 Jahre Basisausgaben (die dann nach 20 Jahren die Rente übernimmt) und dann den mtl. Konsumwunsch in € x 300 bis 400 (entsprechend Spannbreite von 4% bis 3% jährliche entnahme). Bei z.B. 1000€/Monat für Konsum (Startwert) also 300k bis 400k im Depot (Startwert)

der Trick dahinter ist keine ultra komplexe Anlagestrategie, um ein volatiles Depot in eine fixe Sparrate zu überführen, die in allen Szenarien funktioniert, sondern der Trick ist, die Volatilität des Depots selbst zu begrenzen durch Diversifikation über mehrere Anlageklassen und diese dann reduzierte Volatilität eben zu 100% auszuhalten. Wenn es um 30% in den Keller geht, gibt es halt nur 700€ im Monat für Konsum statt 1000€. Umgekehrt: Wenn es um 30% hoch geht, gibt es eben 1300€/Monat.

 

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Anjin-san
· bearbeitet von Anjin-san
vor 53 Minuten von Cepha:

Mir würde 1 Million ohne Rentenansprüche für FU reichen. Bei 3%/Jahr sind das 2500€/Monat.

Hm, das wird knapp bei mir so hinkommen, die Dividenden sollten dann nach Steuern ca. bei 1450Euro / mon liegen. Damit wäre die Differenz zwischen jetzigem Einkommen und dem Einkommen als "Rentier" ausgeglichen. Immobilien, Grundstücke und ... nicht eingerechnet.

Was mich zu der Frage führt - bei der Definition von "Gesamtvermögen" wie rechnet man den Barwerten von bereits erworbenen Rentenansprüchen ein?

Ich nehme den zugesagten / ausgerechneten Betrag x 12, ziehe den darauf anfallenden Betrag an Steuern ab und nehme das Ergebnis mal erhoffte Lebensjahre meinerseits plus vermutlich darüber hinausgehende Lebenjahre meiner Frau mit den dann ihr zustehenden Anteilen (knapp 50%) nach Steuern.

Aber eigentlich hilft das wenig bei der Planung. 

Für mich entscheidender ist der Ertrag aus Kapitalanlagen nach Steuern netto, damit ich eine Vorstellung habe, was geht (besser reinkommt) und was nicht.

Bis dahin ("Rentier") verbringe ich meine Zeit meine Hütten auf das Alter vorzubereiten, meine Werkstätten komplett so umzugestalten, dass ich außer Kleinigkeiten fertig mit allem bin, da ich annehme, dass mit Ausgaben mit geringerem Einkommen mir mehr "wehtun" und ich sie eher nicht tätigen würde.

 

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Sapine
· bearbeitet von Sapine
vor 2 Stunden von Cepha:

Nach 28 Jahren (und der Zeitraum das ist vollkommen unabhängig vom Startvermögen und auch vollkommen unabhängig von der Börsenentwicklung in diesen 28 Jahren) wird die Person mit 3% Entnahme 1/3 mehr Geld im Depot haben und damit in absoluten Zahlen genauso viel entnehmen wie die Person mit 4%.
DAS ist der Unterschied zwischen den beiden Zahlen. 1/3 mehr Konsum heute zum Start und der Vorsprung jedes Jahr abschmelzend oder stattdessen heute 1/3 weniger und einen Hauch mehr Konsum 28 Jahre später, mit Vorsprung immer weiter wachsend bis zum Ende

Interessante Betrachtungsweise! 

 

Noch eine grundsätzliche Bemerkung zur Berechnung @Cephaaus 

 

Die fehlende Grundsteuer könnte sich im Bereich von 10-15 Euro pro Monat bewegen, also alleine betrachtet. kein großes Ding. Jedenfalls solange die öffentlichen Hände nicht dringend weitere Einnahmen benötigen und am Hebesatz drehen.
10-15 Euro pro Monat

 

Davon abgesehen erscheinen mir die Rücklagen für Ersatzbeschaffungen zu knapp bemessen zu sein. Waschmaschinen, Handys etc. halten oft keine 10 Jahre mehr und da kommt schon einiges zusammen. Die 100 Euro Sicherheitszuschlag wären da schnell weg. Den Betrag würde ich definitiv auch etwas höher ansetzen. Auch für die Ersatzbeschaffung des derzeit genutzten Autos solltest Du eine bescheidene Rücklage aufbauen. Selbst wenn Du nur 5.000 Euro beisteuern musst, sind das leicht 100 Euro pro Monat auf Sicht von 4 Jahren. 
150 Euro zusätzlich pro Monat für Notgroschen/unregelmäßiger Konsum

 

Ich habe mir die Liste noch mal angesehen und den Beitrag für den Kleingarten gesehen. Auch der kostet Geld für Dünger + Saatgut. Von Anschaffungen nicht zu reden. 
30 Euro pro Monat für die Bewirtschaftung des Kleingartens. 

 

Kulturelle und soziale Ausgaben sollten etwas höher als bei Null liegen. Gelegentlich ein Museum oder ein Kneipenbesuch sollte schon drin sein oder? 
50 Euro Minimalprogramm Freizeit

 

Insgesamt bist Du jetzt noch fit und kannst vieles selbst machen. Das kann sich später ändern. Da muss man häufiger zahlen für Dienstleistungen . Schwierig das zu kalkulieren, wenn die Kosten erst deutlich später kommen. Im Moment einfach nur gedanklich vormerken. 

 

Nach meiner Rechnung solltest Du noch knapp 250 Euro mehr einkalkulieren im Monat. 

 

Die grundsätzliche Überlegung, das Ziel durch Begrenzung der Volatilität auf den Luxusteil zu begrenzen, klingt sehr logisch. Die eigentliche Gefahr dabei könnte die Inflation sein in Kombination mit negativen Realrenditen. Ein Szenario was keineswegs unwahrscheinlich ist. Wenn Dir Dein sicher angelegtes Polster für die nächsten 20 Jahre schneller dahinschmilzt als Schnee in der Sonne, kann das ganze sportlich werden und unterm Strich wird es Dich vermutlich Geld kosten, das für den Luxus dann nicht mehr zur Verfügung steht als Basis. 

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