450.000 € Erbe + schwierige Lebenssituation

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Hallo,

 

ich bin sehr überrascht und gleichermaßen sehr froh über die vielen Beiträge von euch. Ich will versuchen, auf einige Punkte einzugehen, werde aber über den ein oder anderen Beitrag auch noch etwas nachdenken müssen.

 

Zunächst einmal zum Thema Beratung/Profis: Ich habe nicht vor, entsprechende Beratungen bzw. „Profis“ in Anspruch zu nehmen. Ich denke auch nicht, dass ich mit meinem Anlagevolumen an „Profis“ mit entsprechenden Informationen kommen würde bzw. das „Profis“ mit entsprechende Informationen Interesse an mir hätten. Etwaige Anfragen (egal von wem) werde ich nicht beantworten, dafür bin ich viel zu skeptisch. Außerdem glaube ich auch, dass es in jedem Fall sinnvoll ist, meine Finanzplanung selbst in Hand zu nehmen.

 

Eine kurze Anmerkung zu den Einzelwerten/Anleihen/Land/Immobilien: Einzelwerte habe ich für mich vorerst ausgeschlossen, da ich mich nicht für fähig genug halte, mir die Gewinner der nächsten 10 oder 20 Jahre aussuchen zu können. Ich möchte dies niemandem absprechen, dass er es kann, ich zähle mich selbst aber nicht dazu. In das Thema Anleihen müsste ich mich einfach viel mehr einlesen, da ich bei meiner kurzen Recherche den Eindruck hatte, dass man damit deutlich mehr falsch, als richtig machen kann. Auch wenn es sich vielleicht so angehört hat, aber ich habe das Thema nicht gänzlich abgehakt (lediglich für den Moment). Ich sehe es in meiner derzeitigen Situation nicht für sinnvoll an, in Land oder Gebäude zu investieren. Fehlendes Knowhow; die derzeitig (vermutlich) überhöhten Immobilienpreise und im Falle einer selbstbewohnten Immobilie ein wahrscheinlich bevorstehender Umzug in 3,4, oder 5 Jahren sind nur einige Gründe dafür. 

 

Zum Thema Steuererklärung wurde auch mehrmals etwas angemerkt. Da ich im Bezug auf die Steuererklärung kompetente Hilfe bekomme, sollte es zumindest dort keine Probleme geben.

 

Nun möchte ich nochmal zum Thema Erbe kommen: Natürlich habt ihr vollkommen Recht, dass ich bereits eine solide Basis (finanziell gesehen) durch das Erbe habe, auch wenn ich das tatsächlich etwas aus den Augen verloren haben aufgrund mehrerer Faktoren. Ich kann auch verstehen, dass ich auf den einen oder anderen als sehr undankbar/arrogant erscheine, nicht zuletzt durch die unglückliche Formulierung des Erbes als „Problem“. Ich kann nur sagen, dass es mitnichten so ist. Mir ist natürlich bewusst, dass das Erbe eine unglaubliche Chance ist bzw. in meinem Kopf ist es bisher vor allem eine Chance für mein Kind und meine Frau. Genau aus diesem Grund ist es für mich so wichtig, möglichst alles richtig zu machen und ich bin daher auch froh, dass ich hier gepostet habe. Ich kann ebenfalls nicht wirklich sagen, wieviel Gewicht es hat, dass es sich bei dem Geld um ein Erbe handelt und nicht bspw. um einen Lottogewinn. Natürlich ist Geld gleich Geld, egal woher es kommt, dennoch. Ihr habt auch Recht, es sind Luxusprobleme, deshalb versuche ich mir die Posts, die in die Richtung „Hör’ auf, zu weinen“ gingen, etwas zu Herzen zu nehmen. 

 

vor 6 Stunden von Portfolio2055:

 

Mit 32 ohne Ausbildung dazustehen. Möchtest du das noch 20 Jahre weiter? 

 

 

 

Genau das ist es, was ich nicht möchte. Genau deshalb möchte ich mir einen Plan machen, um sämtliche Störfaktoren wie „unnötige Recherche“, „Inflation“, „Einlagensicherung“, „Krise hier“ und „Krise dort“ auszublenden, es schaffen so wenig wie möglich von dem Erbe zu verlieren und mich auf die wirklichen Baustellen voll und ganz zu konzentrieren. Es ist schwer zu beschreiben, aber es hat sich durch das Erbe mental potenziert (warum das so ist, weiß ich nicht), dass ich endlich etwas an meiner Situation ändere. Ich möchte die Chance auch nutzen, denn ich weiß nicht, ob ich nochmal so eine Chance bekommen werde. @sigmabe hat es in den Ausführungen in einigen Punkten tatsächlich sehr gut getroffen. 

 

 

vor 12 Stunden von sigmabe:

Jetzt zu den finanziellen Aspekten. Um hier präziser antworten zu können, wäre von deiner Seite eine Präzisierung der Aussage "leben relativ sparsam"

hilfreich.

 

 

 

Wir haben keine Schulden und haben Ausgaben von etwa 2000-2200 € im Monat. Vermutlich war ich etwas vorschnell mit der Aussage, dass noch etwas mehr Einsparungen möglich wären. Wären sie natürlich, dann aber mit deutlichen Einschränkungen. Außerdem habe ich natürlich noch nicht bedacht, dass die Kosten für unsere Kind im Laufe der Zeit ja auch steigen werden.

 

Rein rational sollte ich es wohl so machen wie es Rammstein hier beschreibt

 

vor 16 Stunden von Ramstein:

Ich finde den Plan suboptimal kleingeistig. Langfristiger Vermögenserhalt funktioniert nur mit Beteiligung am Produktivvermögen (Aktien) oder Immobilien (zur Zeit überteuert). Du aber lässt dich von Angst und Kleingeisterei leiten.

Als Minimum würde ich über zwei Jahre jeden Monat 10.000 Euro in Aktien-ETFs anlegen. Mit 250.000 Euro Liquidität solltet ihr im Extremfall 10 Jahre überbrücken können und das ist doch wohl mehr als ausreichend, oder?

 

Ich glaube aber, dass mir dafür einfach die Erfahrung und Gelassenheit fehlt, um im Crash ebenso rational zu bleiben. Ich vermag es nicht zu beurteilen und vermutlich können es auch nur diejenigen, die schon einmal bei einem Crash dabei waren.

 

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Hört sich alles sinnvoll an und dann gehe deine Ausbildung an!!

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vor 13 Stunden von viginti:

Ich glaube aber, dass mir dafür einfach die Erfahrung und Gelassenheit fehlt, um im Crash ebenso rational zu bleiben. Ich vermag es nicht zu beurteilen und vermutlich können es auch nur diejenigen, die schon einmal bei einem Crash dabei waren.

 

Mach dich mal frei von der Angst, etwas zu verlieren! Aus einem verzagten Ar**** kommt kein beherzter Pfurz!

Das Leben hat dir die Möglichkeit geschenkt, per Reset nochmal eine neue Grundlage für den Job zu schaffen.

Da du auch genau das anstrebst, sollte das deine höchste Priorität haben. Mit dem neuen Job wirst du dann künftig

deinen Lebensunterhalt bestreiten. Dass du jetzt eine knappe halbe Million auf dem Konto hast, ist nett, aber

letztendlich nur nötig, um die neue Ausbildungszeit zu überbrücken. Danach ist sie immer noch nett, aber wirklich

drauf angewiesen willst du dann doch gar nicht sein, denn du planst ja für den Erfolg im Job.

 

Wirklich drauf angewiesen könntest du aller Voraussicht nach dann im Alter auf dein Vermögen sein. Also in 30 - 40 Jahren.

Das ist lang hin und daher würde ich jetzt damit beginnen, das komplette Geld zu investieren. Gerne konservativ, denn man

muss es ja nicht drauf anlegen, dass alles plötzlich weg ist, aber ganz sicher würde ich es nicht auf irgendeinem Festgeldkonto

parken. Warum? Wenn du deine konservativen Investitionen breit fächerst, erleidest du schlimmstenfalls in einem Crash einen

Wertverlust von 50%. Das ist sicher sehr bitter, aber mit 250.000€ kannst du bei den aktuellen Kosten im absoluten Worst Case

immer noch locker 10 Jahre komplett aus deinem Vermögen bestreiten und solltest dahin ja ganz sicher fertig sein mit

deiner Ausbildung.

 

Ich stecke das Kapital, das ich als meine Altersvorsorge bezeichne, seit fast 30 Jahren konsequent in Dividenden-

ausschüttende Aktien. Damit erziele ich vermutlich weniger Rendite als mit Wachstumsunternehmen, dafür muss ich

aber meiner Meinung nach auch weniger Kursschwankungen aushalten. Die Dividende hat den netten Zusatzeffekt, 

dass du kontinuierlich erlebst, wie "es" immer mehr wird. Die ausgeschütteten Dividenden sind bei mir nämlich seit

30 Jahren konstant gestiegen. Das ist entweder ein nettes zusätzliches Gehalt für den Konsum oder für zusätzliche

Investitionen für die Altersvorsorge. Viel Arbeit habe ich damit nicht, denn ich habe in 30 Jahren nur einen dieser Werte

verkauft und befasse mich ca. 3-4 mal im Jahr mit einem Neukauf, wenn wieder genug Liquidität aufgelaufen ist. In der

Zeitspanne, in der ich das jetzt schon mache, gab es einige der heftigsten Crashs aller Zeiten an den Börsen. Annualisiert

komme ich dennoch auf eine Rendite von über 8 %. Damit kann ich zumindest gut leben.

 

So mache ich es, aber viele Wege führen nach Rom und es gibt sicher viele Mitforisten, die ihren eigenen, ganz anderen Weg gefunden haben. 

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Lass dir auf jeden Fall genug Zeit. Es gibt keinen Grund, die Sache zu überstürzen.

 

Wenn du dir unsicher bist, dann ist es sicher OK erstmal den Großteil des Geldes in eine gestaffelte Festgeldleiter anzulegen, allerdings nicht langfristig. Im übrigen gebe ich Ramstein völlig Recht. Die freiwerdenden Beträge kannst du dann über die nächsten 1-2 Jahre nach und nach z.B. in ETFs umschichten. So steigst du erstmal mit begrenztem Risiko ein und kannst es langsam steigern und du kannst dich weiter mit der Thematik beschäftigen und dazulernen.

 

 

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Ich würde ebenfalls 50% der Summe entweder sofort oder gestaffelt in ein Weltdepot investieren. Danach vergessen dass dieses Depot überhaupt existiert. 

Mit den übrigen 50%, die du auch in 50% Festgeld / 50% Tagesgeld aufteilen kannst, solltest du genug Puffer haben um deine Lebenssituation komfortabel in den Griff zu bekommen über die nächsten 3 bis 5 Jahre. 

 

 

 

Wenn du dann selbst über regelmäßiges Einkommen verfügst kannst du dann deine AA gestalten wie du willst. 70% in riskante und 30% in risikolose Anlagen oder bleibst du bei 50/50. 

Schau nicht zurück auf die Dinge die du eventuell so verbockt hast. Nimm die Chance wahr die Fehler der Vergangenheit auszubügeln und mit 40 Jahren trotzdem finanziell  besser dazustehen als wahrscheinlich 95% der anderen Menschen in diesem Alter. Der Mensch, der dir die Summe vererbt hat wollte dir helfen und dich unterstützen und du bist hier um diese Hilfe gewissenhaft und sinnvoll anzunehmen.

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Wie würdest du denn handeln, wenn du 45.000 geerbt hättest?

 

Ich selbst würde es mit der wenig Ahnung, die ich habe (nicht untertrieben) so für mich machen:

Hälfte zukunftsorientiert, schwer verfügbar, dafür renditefreundlich anlegen, und zwar komplett auf einen Schlag -> ETF.

Andere Hälfte leichter verfügbar mit halbwegs annehmbaren Zinsen anlegen (Inflation hin oder her) -> Tagesgeld, Festgeld-Leiter.

 

Und dann Ausschüttungen genießen, Lebensstandard im Griff halten, nach 5 Jahren Bilanz ziehen.

 

Die Ablenkungen, die das Erbe dir jetzt bereitet, kann ich nachvollziehen. Verführerische Situation, die je nach "Psyche" neue Probleme mit sich bringt. Ob es dir jetzt leichter fällt, deine gesellschaftlich vermittelten oder selbstgesteckten beruflichen Ziele zu erreichen oder du dir ganz andere Ziele setzen möchtest (nicht jeder muss ein Workaholic sein, warum nicht ein stinkreicher, sparsamer, halbtagsarbeitender Familienmensch?) - kannst du dir in Ruhe überlegen.

 

Just my 2 Cents ;) 

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Ramstein gibt ganz gute Tipps:P. So würde ich es machen.

Und nebenbei eine Ausbildung.

Dann arbeitest du und bekommst zusätzlich noch die Dividende des Etf. 

Später kannst du den Anteil immer noch erhöhen.

 

Und mit dem Depot bist du flexibel falls ihr umziehen müsst.

 

Viel Erfolg.

 

(Ach, ich habe auch nur einen Welt-Etf. Das reicht völlig.)

 

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Am 16.4.2019 um 17:58 von Tradeoff:

Vielleicht ist es ein be********* bezahlter Job wie Kindergärter - so what?

 

Der Beruf Erzieher ist nicht be********* bezahlt, mit 10 Jahren Berufserfahrung liegt man bei knapp 40000 Brutto nach TVöD-SuE

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vor 30 Minuten von TheMarl:

Der Beruf Erzieher ist nicht be********* bezahlt

 

Wurde längst richtiggestellt, direkt im folgenden Beitrag (#24).

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Zunächst einmal behaupte ich, dass jeder der ein 10 bis 15 faches Jahresgehalt mit einem Schlag aufs Konto bekommt und bisher noch keine Erfahrung mit Vermögensaufbau und -wahrung zu tun hatte, in der Tat ein Problem hat. Man ist den Umgang mit solchen Beträgen einfach nicht gewohnt, bekommt schon bei Überweisungen von 10.000,- feuchte Finger und muß schlicht die aufkommende Angst überwinden. Dazu kommt bei Erbschaften auch gerne ein großer innerer moralischer Druck dazu, mit dem Geerbten verantwortungsvoll umzugehen, wozu man im ersten Moment gar nicht in der Lage ist.

Weiter gehe ich soweit zu behaupten, dass die allermeisten Menschen die sich in Internetforen mit Finanzfragen beschäftigen ein mehr oder weniger großes Problem haben, denn sonst wären sie nicht hier: Ihre Verlustangst. Ein Problem, das jeder Besitz mit sich bringt. Da muss niemand so tun als wäre er völlig frei davon, auch wenn Erfahrung eine gewisse Gelassenheit mit sich bringt.

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vor 22 Minuten von hoppsball:

Weiter gehe ich soweit zu behaupten, dass die allermeisten Menschen die sich in Internetforen mit Finanzfragen beschäftigen ein mehr oder weniger großes Problem haben, denn sonst wären sie nicht hier: Ihre Verlustangst. Ein Problem, das jeder Besitz mit sich bringt. Da muss niemand so tun als wäre er völlig frei davon, auch wenn Erfahrung eine gewisse Gelassenheit mit sich bringt.

Niemand stellt in Frage, dass das ungewohnt ist. Aber die Erfahrung muss man sich erarbeiten. Erstmal Grundwissen aufbauen, lesen, klein anfangen, dann wieder lesen, reflektieren, usw. bis man dann beim eigenverantwortlichen Aufsetzen und Durchziehen einer Asset Allocation mit den selbsausgewählten Anlagevehikeln angelangt ist.

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Da sind wir uns einig.

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