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DeusX

Erst Schenkung von Eltern erhalten oder erst heiraten?

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MeinNameIstHase
Posted
Am 25.9.2020 um 01:37 von DeusX:

Wie könnte man in E's Fall möglichst das bei Eheschließung eingebrachte Vermögen schützen (auch davor, dass Wertzugewinne z. B. bei Immobilien nicht zu einem "Zwangsverkauf" bei Scheidung führen)?

Hab jetzt nicht zurückgeblättert, was E's Fall genau ist ... deshalb mehr allgemein ...

 

Durch eine modifizierte Zugewinngemeinschaft per Ehevertrag. Da könnte man u.a. regeln,

a) dass und wie das Anfangsvermögen festgehalten und

b) dass die Wertveränderung einer zum Anfangsvermögen des einen gehörende Immobile nicht dem Zugewinn zugerechnet wird (gleichbedeutend mit, dass bei Beendigung der Zugewinngemeinschaft die Immobilie nicht neu bewertet wird).

Bei allen Regelungen hinsichtlich der Vermögenssphäre sollte man bei einer Ehe aber immer daran denken, dass es gesetzliche Vorgaben zu Unterhaltsleistungen im Scheidungsfall gibt (sog. D'dorfer Tabelle). Bei hohen und ungleichen Einkommen und geringem Vermögen schlägt das mehr zu Buche als der Zugewinnausgleich, denn die Transfers sind laufend. Auch nützt ein Haus nicht viel, wenn im Scheidungsfall der andere das Wohnrecht zugesprochen bekommt. In dieser Konstellation hat der eine die Kosten fürs Haus, der andere wohnt aber darin und die ersparte Miete wird auf die Unterhaltsleistungen angerechnet.


Und ... je extremer/umfangreicher ein Ehevertrag formuliert wird, desto leichter lässt er sich im Streitfall von der Gegenseite ganz zu Fall bringen ...

 

Unterm Strich verfolgt der Staat die Logik, dass solange Vermögen da ist, es primär verteilt/genutzt wird, bevor der Ärmere staatliche Sozialleistungen in Anspruch nehmen darf.

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Rubberduck
Posted
vor 1 Minute von MeinNameIstHase:

Auch nützt ein Haus nicht viel, wenn im Scheidungsfall der andere das Wohnrecht zugesprochen bekommt.

 

Wenn nur einer im Grundbuch steht, dann wird der wohl wohnen bleiben.

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MeinNameIstHase
Posted

... wenn Kinder im Spiel sind, bleibt regelmäßig der im Haus, der das Sorgerecht für die Kinder hat. Den Familiengerichten sind Grundbücher egal.

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Rubberduck
Posted
vor 3 Minuten von MeinNameIstHase:

... wenn Kinder im Spiel sind, bleibt regelmäßig der im Haus, der das Sorgerecht für die Kinder hat. Den Familiengerichten sind Grundbücher egal.

 

Verkaufen geht immer. Dann kann sich der Zurückbleibende als Mieter mit dem neuen Eigentümer rumschlagen...

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MeinNameIstHase
Posted · Edited by MeinNameIstHase

Klar geht das. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Eigentum und Nutzungsrecht auch mal auseinander fallen können und dass es nicht das primäre Ziel der Familiengerichte ist, das zu erhalten. Im Regelfall zieht mindestens einer bei einer Scheidung aus.

 

PS: Wenn man das Haus binnen 10 Jahren entgeltlich erworben hat, greift §23 EStG. Ein Verkauf ist also nicht immer zielführend, wenn man selbst nach der Scheidung ausgezogen ist und nicht von der Sonderregelung bei Eigennutzung profitiert.

Vielleicht auch ein Argument, dass man sich ein Haus von den Eltern besser schenken lässt und nicht entgeltlich erwirbt.

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