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Junkfoot

Fallbeispiel Call Optionen verkaufen

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Junkfoot
· bearbeitet von Junkfoot

Hallo,

 

bin noch total neu im Thema Optionen und glaube nicht, dass ich da wirklich mal einsteige, aber ich will es unbedingt kapieren und naja... läuft so mäßig würde ich sagen. Jetzt hab ich bei Youtube ein Fallbsp. gesehen, wo jemand mit Gamestop Aktien gespielt hat. Er hat an dem Tag, wo es anfing, so abartig hochzugehen Calls verkauft und erstmal die Prämie eingestrichen. Soweit, so klar. Am selben Abend wollte er die Positionen wieder schließen, was ihm aber nicht zur Gänze gelungen ist.

Meine Frage ist jetzt, warum es ihm zu heiß war, die Optionen über Nacht zu halten? War es, weil er Angst hatte, dass der Kurs so hochgeht, dass er die Optionen nicht mehr geschlossen bekommt? Und wenn ja, hätte er es dann nicht einfach aussitzen können? Ich glaube auch, dass Gamestop bis Juli wieder bei unter hundert ist. Wenn es erlaubt ist, dann kann ich das Video auch teilen, aber ich will auch keine Werbung machen. 

 

lg

 

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oktavian

Das kann nur der Typ beantworten. Generell ist ein gap aber ein Risiko bei gehebelten Positionen, kann aber auch intraday passieren, denn bei GME gab es viele trading halts wegen volatility. Gaps sind über Nacht häufiger. Aussitzen bringt nur was, wenn der Kurs dann bei Ablauf der Option bzw. assignment auch wirklich niedriger ist und zwischendurch musst du margin bereit halten und sonst wird deine Positoin zwangsweise geschlossen vom broker.

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Junkfoot

Ah, und je höher der Preis geht, desto höher die Margin. Also war das vielleicht die Gefahr, die er gesehen hat.

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passiv_Investor

Na klar, "aussitzen" ist einfach, wenn man die Margin dafür hat. Aber der Hedgefonds Melvin Capital hat ja auch nicht aus Spaß 6 Mrd. Miese realisiert. Die mussten halt aussteigen, weil sie keine Sicherheiten zum Nachschießen und Offenhalten der Position mehr hatten.

 

Poste aber gerne mal noch das Video.

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Junkfoot

Teil 1: https://m.youtube.com/watch?v=Y9qXF6_Sbx0

 

Teil 2: https://m.youtube.com/watch?v=0cnBIXuePLI

 

Ich finde die zwei Videos hochinteressant, aber ich verstehe trotzdem nicht ganz, was er gemacht hat, also wenn jemand Lust hat, alle Trades von ihm nochmal verständlich zu erläutern, würde ich mich freuen! Unabhängig davon wüsste ich ganz gerne, ob irgendjemand hier eine Meinung zu dem Kerl hat. Ich schätze ihn als jemanden ein, der eher kompetent ist. 

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monopolyspieler
· bearbeitet von monopolyspieler
Zitat

"Best return was to sell calls and not to buy puts as the strikes did not exist.

Das war die Stelle, wo ich abgeschaltet habe.

Yepp- wenn der Kauf von Puts (maximales Risiko ist der Totalverlust des Kaufpreises) nicht möglich ist, dann

verkaufe ich halt (ungedeckte) Calls und habe ein praktisch unbegrenztes Risiko.

 

Das ist eher ein Zocker.

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Junkfoot

Er weißt wenigstens drauf hin, dass das, was er da tut nicht zu empfehlen ist. Da gibt es im Netz ganz andere, die ziemlich unseriös Werbung für Gamestonk etc. machen. Außerdem scheint er die Kohle zu haben, von daher alles Gut. Ich versteh allerdings immer noch nicht alles an den Deals, die er da gemacht hat. Oder warum er sie gemacht hat.

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monopolyspieler
· bearbeitet von monopolyspieler

26. Jan. 5 Calls Strike $85 verkauft  $22.500

             5                   $90 verkauft  $25.500

27. Jan  3 Calls           $85 rückkauf $-9.300

            5 Calls           $90 rückkauf  $-18.000

           3 Calls           $150 verkauft  $16.800

           3 Calls           $150 rückkauf $-17.700

Gesamt                                          +$19800

Das sind die Trades gewesen mit dem Problem, das er eine Position nicht schliessen konnte und 2 Calls a $85 offen blieben.

 

Er hat 5 Calls mit $85 Strike verkauft- die Aktie ist wohl gestiegen und er hat weitere 5 Calls mit $90 strike verkauft.

Am nächsten Tag ist die Aktie anscheinend gesunken und er konnte die für $22500 verkauften Calls (zumindest drei der fünf) für 9.300

zurückkaufen mit über 30% Gewinn. Das gleiche mit den Calls für $90.

Dann hat er ein grösseres Rad gedreht und $150 Calls verkauft für $16800.

Anscheinend hat er wohl kalte Füsse bekommen, als die Aktie danach etwas nach oben gelaufen ist und die Position mit leichtem Verlust geschlossen

und gehofft, das er die offenen Positionen für maximal $19800 zurückkaufen kann, da er sonst Verlust macht.

 

 

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Junkfoot

Wow, vielen Dank für die Aufschlüsselung! Was ich noch nicht verstehe ist, wo der Gewinn herkommt. Wenn ich eine Position glattstelle, also in dem Fall, wenn ich einen Call zurückkaufe, müssen alle Parameter die gleichen sein (Strike etc.), aber die Prämie ist dann anders? Wäre ja eigentlich logisch, weil der Kurs der Aktie vermutlich ein anderer ist, als zu dem Zeitpunkt wo ich den Call verkauft habe.

Da steige ich noch nicht ganz durch. 

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monopolyspieler

Zum Vergleich- die Gamestop-Aktie am 26/27. Januar

953739872_gmeaktie.jpg.7958ce2a5ac82bec6b1d0fbcd4a0217f.jpg

 

und der $85 Call

 

 

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passiv_Investor
vor 1 Stunde von Junkfoot:

Wow, vielen Dank für die Aufschlüsselung! Was ich noch nicht verstehe ist, wo der Gewinn herkommt. Wenn ich eine Position glattstelle, also in dem Fall, wenn ich einen Call zurückkaufe, müssen alle Parameter die gleichen sein (Strike etc.), aber die Prämie ist dann anders? Wäre ja eigentlich logisch, weil der Kurs der Aktie vermutlich ein anderer ist, als zu dem Zeitpunkt wo ich den Call verkauft habe.

Da steige ich noch nicht ganz durch. 

Der "Gewinn" (oder auch Verlust) ist die Differenz zwischen dem ursprünglichen Verkaufspreis der Option und dem späteren Rückkauf.

Von irgendwem anders kaufst du die Option und hast deine eigene (Stillhalter) Position damit "glattgestellt" und somit die offenen Buchgewinne/verluste realisiert, ohne dass es zu einer Ausübung der Option kam oder man bis Laufzeitende warten müsste,

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Junkfoot

Danke für die Antwort und entschuldige, wenn ich mich übermäßig dumm anstelle, nur noch mal als Bespiel. Ich verkaufe Optionen und streiche sagen wir 100 € Prämie ein. Wenn sich die Kurse für mich günstig entwickeln kann ich später die Optionen zurückkaufen zu z.B. 80 € und habe dann quasi 20€ Gewinn pro Kontrakt?

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passiv_Investor
vor 27 Minuten von Junkfoot:

Danke für die Antwort und entschuldige, wenn ich mich übermäßig dumm anstelle, nur noch mal als Bespiel. Ich verkaufe Optionen und streiche sagen wir 100 € Prämie ein. Wenn sich die Kurse für mich günstig entwickeln kann ich später die Optionen zurückkaufen zu z.B. 80 € und habe dann quasi 20€ Gewinn pro Kontrakt?

Genau so ist es. In Grunde das selbe Prinzip wie bei einem Aktienleerverkauf.

Und immer bedenken, bei Optionen spielt nicht nur der Kurs des Basiswerts eine Rolle für den Optionspreis. Ebenso die Restlaufzeit, die erwartete Schwankung (implizite Volatilität) und andere Faktoren.

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uang
vor 3 Stunden von Junkfoot:

Danke für die Antwort und entschuldige, wenn ich mich übermäßig dumm anstelle, nur noch mal als Bespiel. Ich verkaufe Optionen und streiche sagen wir 100 € Prämie ein. Wenn sich die Kurse für mich günstig entwickeln kann ich später die Optionen zurückkaufen zu z.B. 80 € und habe dann quasi 20€ Gewinn pro Kontrakt?

Der Kurs kann sich auch gegen dich entwickeln und du kannst die Position manchmal trotzdem mit Gewinn glatt stellen ;). (Gibt ja auch Optionsstrategien bei denen die Kursentwicklung des underlyings fast gar keine Rolle spielt).

So konnte man bei GME Puts verkaufen und obwohl der GME Kurs gefallen ist konnte man Gewinn damit machen - weil die implizite Vola (IV) ebenfalls stark gefallen ist.

Bei den GME short calls hattest du dann wenn es gut lief den Kurs (delta) UND die IV (vega) "auf deiner Seite" oder wenn du Pech hattest beide gegen dich.

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Wenn du da z.B. am 26.1 (bei der lila Linie) dachtest... boah krasser anstieg, das muss ja morgen runtergehen... stehen da mal ganz schnell richtig ordentliche Verluste im Depot wenn sich Kurs UND die Vola  plötzlich mehr als verdoppeln.

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