reko Samstag um 16:29 · bearbeitet Samstag um 16:41 von reko @Holgerli Dann freu dich, dass man proaktiv die Sicherheit verbessert hat. Der Terminplan hing aber auch damit zusammen, dass man 10 Reaktoren modernisieren mußte und nicht wollte, dass die Versorgungslücke zu gross wird. Wie auch immer, die Reaktoren werden bis nach 2050 weiter benutzt. Es ist kein Problem, wenn man Verschleißteile austauscht. Wobei 30 Jahre Standzeit bereits beachtlich lange ist. Das ist aber abhängig vom Reaktordesign. https://www.cnsc-ccsn.gc.ca/eng/reactors/regulatory-hold-points/refurbishments/ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Samstag um 16:44 · bearbeitet Samstag um 16:46 von Holgerli vor 14 Minuten von reko: Dann freu dich, dass man proaktiv die Sicherheit verbessert hat. Warum soll ich mich freuen? Das ist das Problem der Kanadier. Da bin ich dann egoistisch und denke mir: Wenn ihr Euch verarschen lasst mit so einer teuren und unsicheren Technologie, dann ist das Euer Problem. Ich lebe weit genug davon entfernt und muss es nicht bezahlen. vor 14 Minuten von reko: Wie auch immer, die Reaktoren werden bis nach 2050 weiter benutzt Nein, Du stellst es zwar immer als Tatsache da, es ist aber keine Tatsache. Allein, dass vorzeitigen Abschaltungen der Bruces zeigen: Die halten a.) keine 30 Jahre durch und b.) haben diese Abschaltungen, die sehr zeitgleich waren, nichts mit Versorgungssicherheit zu tun. Eher mit dem Gegenteil. Und c.) Kanada will auch keine neuen AKWs von dem Typ mehr bauen, sondern versucht die Alt-AKWs so lange wie möglich am Netz zu halten... Schlussendlich wurde wieder sehr schön gezeigt: Nicht irgendwelchen Jubel-YT-Videos glauben. Die Realität ist weniger "glamourös" und weniger Pro-Atomkraft. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Samstag um 18:24 Ach, noch ein kurzer "Fun Fact" zu den Darlington AKWs: Hier im Thread werden ja immer gerne die Sau durchs atomare Dorf getrieben, dass früher alles besser war und man deswegen Preisewerter bauen konnte: Hier der Realitätscheck: Ursprünglich sollte der Bau 2,5 Mrd CAD kosten. Geworden sind es schlussendlich 14,4 Mrd CAD. Das sind umgerechnet 55 Mrd CAD heutiger Wert. Gebaut wurde von Ontario Hydro. Wie es denen heute geht? Wegen Überschuldung (mehr als 26 Mrd CAD Schulden) stellte die Gesellschaft 1999 den kommerziellen Betrieb ein. Kommt das einem bekannt vor? Was war das mit Areva und Olkiluoto 3 in Finnland? History repeats! Besonders im atomaren Dorf. Egal ob nun in Kanada, Finnland oder Frankreich. 2006 kam man dann auf den tollen Gedanken, dass man ja nochmal 4 AKWs von dem Typ daneben stellen könnte. 2013 hat es dann aber auch die kanadische Regierung verstanden, und den Neubau wegen zu erwartender Kostenüberschreitungen abgesagt. Und wie laufen die AKWs heute so? Ich würde sagen: Nicht so dolle, wenn man sich die Abnahme des jährlichen Outputs so anschaut. Fazit: Jubel-YT-Video meets Reality. Realität gewinnt, wie so oft bei Atomkraft, haushoch. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Samstag um 19:38 Trotzdem investiert Kanada weiter massiv in Kernenergie. Hat wohl einen Grund Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 10:49 vor 14 Stunden von reko: Trotzdem investiert Kanada weiter massiv in Kernenergie. Hat wohl einen Grund Das erzählst Du, die Fakten sprechen eine andere Sprache. Also machen wir einen kleinen Faktencheck: 1. Es ist NICHT Kanada die massiv von Atomkraft abhängen und deswegen in dieser sterbenden Technologie investieren müssen: Es ist NUR Quebec. 2. Und auch wenn Du immer erzählst, welchen angeblich großen Anteil Atomkraft in Kanada hat: Es sind nur 13%. 65% Erneuerbare Energien. Davon ca. 55% Wasserkraft und ca. 9 bis 10% Wind und PV. 3. Bis 2030 sollen EEs auf knapp 75% ausgebaut werden und bis 2035 der Anteil von Wind und PV verdoppelt werden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Sonntag um 11:27 vor 16 Minuten von Holgerli: 9 bis 10% Wind und PV Nur Wind und PV sind volatil und brauchen Backups, Speicher und übermäßigen Netzausbau. Wasserkraft ist Grundlast meist sogar gut steuerbar wenn auch etwas wetterabhängig. Davon nimmt man soviel man hat. Meist hat man aber schon alle sinnvollen Möglichkeiten für Wasserkraft ausgenutzt. Trotz der für Wasserkraft bevorzugten Lage will Kanada trotzdem zusätzliche Kernkraftwerke bauen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 11:30 vor 2 Minuten von reko: Trotz der für Wasserkraft bevorzugten Lage will Kanada trotzdem zusätzliche Kernkraftwerke bauen. Wollen sie nicht. Werden sie nicht. Das behauptest Du immer nur. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Sonntag um 11:33 · bearbeitet Sonntag um 11:39 von reko Ontario Power Generation hat bereits mit dem Bau des ersten von vier geplanten SMRs (BWRX-300) begonnen. Bruce Power prüft gerade. 2026/05/01 Canada’s OPG Completes Installation Of Reactor Basemat For First Darlington SMR Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 11:56 · bearbeitet Sonntag um 14:06 von Holgerli vor 2 Stunden von reko: Ontario Power Generation hat bereits mit dem Bau des ersten von vier geplanten SMRs (BWRX-300) begonnen. Bruce Power prüft gerade. Ach so meintest Du: vor 18 Stunden von reko: Trotzdem investiert Kanada weiter massiv in Kernenergie. - Angefangen mit dem Bau hat man schon 2022 (man ist jetzt also schon über 3 Jahre am bauen) - Subventioniert wird der Bau mit 2 Mrd Provinz- und 1 Mrd Bundesgeldern (gleicher Link) - Das erste SMR soll geplant 2030 an den Start gehen. Best Case. - Alle 4 SMRs wollen dann geplant also Best Case 21 Mrd CAD kosten. Meine Vermutung: Aus 2030 wird 2035 für den ersten SMR, wenn überhaupt. Und aus umgerechnet 5 Mrd CAD werden mindestens 10 Mrd CAD. Also: Ja, wenn Du "investiert weiter massiv" in "investiert weiter massiv in überteuerte Technik", dann hast Du Recht. Die beiden europ. Baudesaster Olkiluoto 3 und Flamanville 3 haben ähnlich viel gekostet und haben eine größere Leistung. Wir warten also ab. Was wären Deine Aktienempfehlungen, wenn ich an diesem finanziellen Desaster Anteil haben will? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Sonntag um 12:27 · bearbeitet Sonntag um 12:38 von reko Der Vertrag zum Bau des BWRX 300 wurde im Jan 2023 unterzeichnet. Die Baugenehmigung wurde im April 2025 erteilt. Dafür dass es der erste Reaktor dieser Art ist, halte ich den Baufortschritt für nicht langsam. In USA geht es auch voran 2026/03/04 NRC Issues First Commercial Reactor Construction Approval in 10 Years For TerraPower in Wyoming 2026/04/23 TerraPower starts construction of 'first US utility-scale advanced nuclear plant' Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 14:10 vor 1 Stunde von reko: Der Vertrag zum Bau des BWRX 300 wurde im Jan 2023 unterzeichnet. Die Baugenehmigung wurde im April 2025 erteilt. Dafür dass es der erste Reaktor dieser Art ist, halte ich den Baufortschritt für nicht langsam. Das war bei Olkiluoto 3 und Flamanville 3 auch so: Die ersten zwei, drei Jahre gab es auch nur tolle Baufortschritte. Ab Jahr 4 oder 5 kamen Kostenüberschreitungen und Bauverzögerungen dazu. Warum das so ist: Seit 2022 wurde primär planiert und Beton gegossen. Das ist jetzt kein Hexenwerk. Interessant wird es, wenn es wirklich an die Atomreaktor-spezifischen Bauarbeiten geht. Dann kommen die Zeitverzögerungen und Kostenexplosionen! Höchstwahrscheinlich wird dann wieder die Geschichte "First of its kind!" und dann "Kostensenkungen und Geschwindigkeit kommt, je mehr gebaut werden!". Nur ist das bei der Atomkraft nie passiert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Sonntag um 14:28 · bearbeitet Sonntag um 14:37 von reko vor 26 Minuten von Holgerli: Warum das so ist: Seit 2022 wurde primär planiert und Beton gegossen. Das ist jetzt kein Hexenwerk. Interessant wird es, wenn es wirklich an die Atomreaktor-spezifischen Bauarbeiten geht. Dann kommen die Zeitverzögerungen und Kostenexplosionen! Auch ein Kernreaktor ist technisch eine sehr einfache Konstruktion. Das kann man alles sehr genau vorausberechnen. Aufwendig wird es erst wenn man während des Baus die Pläne ändert und auf irgend eine Entscheidung warten muss. Während des Baus gibt es keinen Grund die Pläne zu ändern den man sich nicht auch schon vor dem Bau überlegen konnte. Das gilt für alle Großprojekte. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 14:35 Ja, ja. Immer sind "die anderen" Schuld. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Sonntag um 14:52 · bearbeitet Sonntag um 14:55 von reko Schuld ist der, der die Pläne ändert und der bezahlt auch. In Deutschland hat überwiegend der Staat bezahlt. Für ausführende Unternehmen sind Planänderungen ein Glücksfall. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag