Zum Inhalt springen
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Jasmin148

ETF Depot - Von ausschüttend auf thesaurierend wechseln?

Empfohlene Beiträge

Jasmin148

Hallo liebe Community,

 

ich bin noch ETF-Neuling und sicher kein Experte, daher entschuldige ich mich schon vorab für meine "dummen" Fragen... :) Ich weiß, dass diese Frage auch schon diverse Male gestellt wurde, für meinen konkreten Fall hat mir das aber nicht weitergeholfen.

 

Darum geht's:

Ich habe seit 2021 ein ETF-Depot bei Scalable mit nachfolgenden ETFs:

 

1) HSBC MSCI World UCITS ETF (15.828 €) -> wird mit 175 € im Monat bespart

2) iShares MSCI EM UCITS USD (2.796 €) -> wird mit 70€ im Monat bespart

 

 

Beide ETFs sind ausschüttend. Ich gestehe, dass ich damals bei der Recherche und dem Kauf nicht aufmerksam genug war und die ausschüttende Variante unabsichtlich gewählt habe, was mir tatsächlich erst vor Kurzem aufgefallen ist (ich schaue nur selten in mein Depot). Ich bin erst 27 und habe vor, das Portfolio lange unangetastet liegen zu lassen - daher habe ich immer angenommen, dass für mich aufgrund des Zinseszinseffektes thesaurierende ETFs die bessere Wahl sind. 

 

Meine Frage ist nun: Ist es sinnvoll, mit beiden ETFs nun auf die thesaurierende Variante umzuschwenken oder wäre das zu "teuer"? Aus meiner Laiensicht gibt es verschiedene Möglichkeiten:

 

1) Beide ETFs komplett zu verkaufen und davon die "neuen" ETFs zu kaufen

-> ist vermutlich mit Kosten und/oder Verlusten verbunden?

 

2) Beide ETFs nicht weiter zu besparen, sondern einfach die "neuen" ETFs zu besparen?

-> ist es sinnvoll, zwei ETFs dauerhaft komplett stillzulegen?

 

3) Die Ausschüttungen immer reinvestieren

-> ist mit zusätzlichem Aufwand und Orderkosten verbunden?

 

4) Einfach bei der ausschüttenden Variante bleiben

-> ggf. zu viel Zinseszins-"Verlust", wenn man eine Laufzeit von 30-40 Jahren anstrebt?

 

 

Wie gesagt, ich bin absoluter Laie und freue mich hier sehr über hilfreiche und konstruktive Antworten. Sicher gibt es auch noch andere, bessere Möglichkeiten, die ich nicht auf dem Schirm habe.

 

Danke und viele Grüße

Jasmin

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Birk

Ich würde eine Kombination aus 2) und 3) anstreben:

-> die beiden vorhandenen ETFs nicht mehr besparen

-> Ausschüttungen dieser ETFs in die "neuen" ETFs stecken (über Anpassung der Sparplanrate)

 

1) kommt für mich nur in Frage, wenn die ETFs nicht bzw. kaum im Gewinn stehen, oder ich den Gewinn über den Sparer-Pauschbetrag (von 1.000€/Jahr, bei zusammenveranlagten Ehegatten oder Lebenspartnern zusammen 2.000€/Jahr) abdecken kann.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
NicoBLN

Du hast an sich ja schon die wesentlichen Möglichkeiten beleuchtet. Beantworte dir die Fragen doch erstmal selbst um eine eigene Entscheidung treffen zu können

 

zu 1) wie hoch sind die Kosten für einen Verkauf und Kauf? Wie hoch sind die Verluste durch den Verkauf?

zu 2) was spricht dafür (Freibetrag Kapitalertragssteuer?) und was dagegen zwei ETF´s nicht weiter zu besparen?

zu 3) wie hoch ist der Aufwand und die Orderkosten der Reinvestition der ausgeschütteten Beträge? Ist dir dieser Aufwand zu viel?

zu 4) wie hoch ist der Zinseszinsverlust, würdest du die Ausschüttung nicht reinvestieren?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
monstermania
vor 34 Minuten von Jasmin148:

Wie gesagt, ich bin absoluter Laie und freue mich hier sehr über hilfreiche und konstruktive Antworten. Sicher gibt es auch noch andere, bessere Möglichkeiten, die ich nicht auf dem Schirm habe.

Wie bist Du zu deiner aktuellen Portfolio-Aufteilung gekommen?

Du investierst ca. 70 MSCI World / 30 MSCI EM. Kann man so machen.

Aktuell steht Dein Depotwert bei ca. 85% MSCI Word / 15% MSCI EM. Ist das so von Dir gewollt?

 

Wenn Du dich möglichst wenig um Dein Depot kümmern willst, empfiehlt es sich eine 1 ETF-Lösung auf Basis der Indizes MSCI ACWI (IMI) oder FTSE All World. Dann braucht man sich um die Aufteilung zwischen Industrieländern/Schwellenländern keine Gedanken zu machen.

Zu den anderen Fragen haben die Kollegen ja bereits geschrieben.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Grubner
· bearbeitet von Grubner

Alternativ kannst du auch diese zwei ETFs weiterhin besparen und die monatliche Sparplan-Rate um die erwartbare Auschüttung erhöhen und dann die wirklich erfolgte Ausschüttung verkonsumieren. Einmal im Jahr dann checken und gegebenenfalls Rate anpassen.

 

Bsp.: HSBC MSCI World UCITS ETF (15.828 €) -> wird mit 175 € im Monat bespart -> Ausschüttung von ca. 2% p.a.

        15.828 € * 2% ~ 316 € -> monatliche Sparplanrate 175 € + (316€/12) ~ 201 €

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Walter White
· bearbeitet von Walter White
vor 3 Stunden von Jasmin148:

4) Einfach bei der ausschüttenden Variante bleiben

-> ggf. zu viel Zinseszins-"Verlust", wenn man eine Laufzeit von 30-40 Jahren anstrebt?

 

Wäre ich du würde ich die beiden Sparpläne noch 7 Jahre laufen lassen, sie laufen ja schon 3 Jahre, und einmal im Jahr die Ausschüttungen wieder in diese ETFs investieren. Nach insgesamt 10 Jahren dann einfach zwei andere ETFs (oder eben nur noch einen World ETF), auf die selben Index/Indexe besparen.

 

Warum kannst du hier gut nachlesen. Viel Erfolg!

 

https://www.finanztip.de/blog/so-holst-du-mit-der-finanztip-3x10-strategie-das-maximum-aus-deinem-etf/

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
ncc11
· bearbeitet von ncc11

Der Start mit ausschüttenden ETFs macht sogar Sinn, um den Freistellungsauftrag auszuschöpfen und "später" auf thesaurierende ETFs zu wechseln. D.h.  die ausschüttenden ETFs "später" nicht mehr zu besparen, aber auch nicht zu verkaufen. Nur das "später" ist gar nicht einfach zu definieren, da von der Anlagedauer und erwartenden Rendite bzw. wachsenden Ausschüttungen abhängig, aber 20k ist schon einmal ein Richtwert, der passen könnte. 
 

Dieses Jahr war erstmalig die Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs fällig, was die erste Aussage in Frage stellt, da  die Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs auch vom Freistellungsauftrag abgezogen wird. Aber wer weiß, wie sich die Zinsen entwickeln und somit die zukünftig fällige Vorabpauschale. 
 

Aber grundsätzlich empfiehlt es sich den Freistellungsbetrag zwecks Steueroptimierung so vollständig wie möglich zu nutzen, sei es durch Ausschüttungen oder die Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs. Oder long Story short - wie Beitrag#2 von Birk empfohlen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Rotenstein

@Jasmin148

Die Frage, ob ausschüttend oder thesaurierend, ist zweitrangig - sofern du bei Ausschüttern die Ausschüttungen auch brav und regelmässig reinvestierst, sonst verlierst du langfristig einen beträchtlichen Teil der Rendite! Bei manchen Brokern gibt es die Möglichkeit der automatischen Reinvestition, kenne mich bei Scalable allerdings nicht aus. 

 

Statt über Steueroptimierungen nachzudenken, würde ich an deiner Stelle das Depot so einfach gestalten wie möglich. Wenn du von deiner 70/30-Lösung überzeugt bist, kannst du so weitermachen, allerdings habe ich den Eindruck, dass du dies nur übernommen und dann offenbar auch nicht rebalanciert hast.

 

Ist alles nicht schlimm, allerdings würde ich normalerweise in solch einem Fall eine Ein-ETF-Lösung bevorzugen, am besten der Einfachheit halber thesaurierend (z.B. Vanguard FTSE All-World Acc). Du musst aber deswegen die alten ETFs nicht verkaufen, sondern kannst sie auch einfach liegenlassen. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
konan

Beim Ausschütter fängst du bzgl. den Ausschüttungen jedes Jahr steuerlich bei Null an.

 

Beim Thesaurierer musst du dich darauf verlassen, dass dein Broker alle steuerlich relevanten Daten, wie z.B. bezahlte Vorabpauschale über, in deinem Fall wohl 40 Jahre ordnungsgemäß verarbeitet (hat), bzw. müssen die Daten mögliche Depotwechsel überleben.

 

Wie man damit umgeht, muss jeder selber wissen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
SlowHand7
vor 22 Minuten von konan:

Beim Ausschütter fängst du bzgl. den Ausschüttungen jedes Jahr steuerlich bei Null an.

 

Auch bei einem Ausschütter kann VAP anfallen.

Die Sorge bist du also nicht unbedingt los.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
konan
vor 25 Minuten von SlowHand7:

Auch bei einem Ausschütter kann VAP anfallen.

Die Sorge bist du also nicht unbedingt los.

Ah verdammt, du hast Recht. Ein hoch auf die deutsche Steuergesetzgebung!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
stagflation
vor 3 Stunden von Rotenstein:

@Jasmin148

Die Frage, ob ausschüttend oder thesaurierend, ist zweitrangig - sofern du bei Ausschüttern die Ausschüttungen auch brav und regelmässig reinvestierst, sonst verlierst du langfristig einen beträchtlichen Teil der Rendite! Bei manchen Brokern gibt es die Möglichkeit der automatischen Reinvestition, kenne mich bei Scalable allerdings nicht aus.

 

Ja, genau! Das ist der wichtige Punkt.

 

Prof. Weber wurde bei einer Veranstaltung gefragt, warum es seinen Fonds (den ARERO) nur in einer thesaurierenden Variante gebe. Er antwortete, dass er wisse, dass die meisten Anleger ihre Ausschüttungen nicht sofort reinvestieren. Weil er nicht wolle, dass Anlegern in seinen Fonds deshalb Rendite entginge, gebe es nur die thesaurierende Variante.

 

Ich persönlich bin vollständig auf thesaurierende Fonds umgestiegen. Allerdings nutze ich meinen Sparer-Pauschbetrag bereits mit festverzinslichen Wertpapieren. Wenn ich dort noch Luft hätte, würde ich vielleicht doch gerne einen ausschüttenden ETF haben, um den Sparer-Pauschbetrag vollständig nutzen zu können.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  

×
×
  • Neu erstellen...